Boy Soldiers

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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freeman
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Boy Soldiers

Beitrag von freeman » 30.12.2005, 00:16

Boy Soldiers

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Originaltitel: Toy Soldiers
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1991
Regie: Daniel Petrie Jr.
Darsteller: Sean Astin, Wil Wheaton, Keith Coogan, Andrew Divoff, R. Lee Ermey, Mason Adams, Denholm Elliott, Louis Gossett Jr. u.a.

Enrique Cali, ein Drogenboss wie er im Buche steht, wurde in Kolumbien gefangen genommen. Sein Sohn versucht nun alles, um seinen Vater wieder frei zu bekommen. Dazu besetzt er die Regis School, ein Internat, das die verzogenen Bengel aus reichem Hause beherbergt, die er als Druckmittel einsetzen will. Mit Waffengewalt zwingt er das Internat unter seine Knute, hat aber nicht einmal annähernd mit der Zähigkeit einer Gruppe besonders verhaltensauffälliger Bengel gerechnet, die den Terroristen den Kampf ansagen.

Der Club der toten Dichter trifft Stirb Langsam ... so tönte einst die Werbung zu diesem kleinen Actionkracher. Wo der Verleih den Club der toten Dichter Anteil ausgemacht haben will, entzieht sich irgendwie meiner Kenntnis, denn das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kids resultiert nur daraus, dass man gemeinsam Scheiße baut. Hier ist nichts von dem Feingeistigen des Robin Williams Klassikers zu spüren. Der Stirb Langsam Anteil ist dagegen aber offensichtlich, denn hier wie dort sind die Helden zur falschen Zeit am falschen Ort und müssen sich gegen eine Gruppe wildgewordener und äußerst ruppiger Gangster durchsetzen. Die Story ist dabei genauso dünn, wie sie sich oben anhört und fährt auch keine sonstigen Überraschungen auf. Eine Charakterisierung der Figuren findet auch nicht statt, aber darum geht es bei dem Film auch nicht, denn ...

Stellt euch bitte mal vor, wie ein Film mit dieser Thematik wohl heute umgesetzt werden würde! Seht ihr Kampfhubschrauber, riesige Feuerbälle, Zeitlupenshootouts, Blutwolken, Durchschüsse, erschossene Kinder!!! und Headshots vor eurem geistigen Auge? Nein? Dann habt ihr nicht einmal annähernd eine Ahnung von dem, was in diesem Film abgeht, denn hier wird beherzt hingelangt und das trotz der recht jungen Helden. Actiontechnisch geht der Film wirklich ordentlich zur Sache und spult sein Programm sogar einigermaßen spannend ab, da die Kiddies immer in letzter Sekunde den Bad Asses ein Schnippchen schlagen oder ihren Hals aus der Schlinge zu ziehen versuchen ...

Die Besetzung ist ordentlich: Andrew Divoff als Drogenbosssohn ist mit sichtlichem Spaß bei der Sache und ist hier noch unglaublich jung. R. Lee Ermey, der Full Metall Jacket Schreihals, gibt erstmals einen relativ zurückhaltenden Charakter, auch mal eine interessante Premiere ;-). Jerry Orbach – Babys Vaters aus Dirty Dancing hihihi – hat einen Part als Mafioso abbekommen und Louis Gosset Jr. spielt den Rektor der Schule, der bei aller Strenge dennoch das Herz am rechten Fleck trägt und auch zu seinen schwierigsten Fällen unter der Schülerschaft hält. Wil Wheaton (Wesley Crusher aus Star Trek: TNT) ist ein blässliches Muttersöhnchen mit hippen Kreuzohrring, das irgendwann zum Helden mutiert und uns Frodofreund Sam Sean Astin macht auf Anführer der Schulantiterrorpartisanenbewegung, der den Bäddies schon mal auf die Sandwiches rotzt ;-).

Kurzweilige Unterhaltung mit erstaunlichen Härten und einiges an Spannung und Action. Wer keinen großen Wert auf Handlung oder Charaktere legt und einfach mal abschalten will, der ist hier genau richtig ...
:3of5:

Die deutsche DVD von Highlight kommt mit VHS Bildqualität und ordentlichem Ton und ist mit FSK 16 leider in zwei winzigen Szenen cut ... ! Uncut ist unter anderem die RC 1.

In diesem Sinne:
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Beitrag von kami » 10.12.2006, 12:18

Hab mir gestern das Tape für nen Euro mitgenommen und gleich angeschaut, war letztendlich doch etwas enttäuscht. Zwar ist der Film rundherum solide und aufwändig gemacht, aber es gibt eindeutig viel zu wenig Action, dafür reichlich auf den Sack gehende Lausbubenstreiche von großkotzigen Amilümmeln a la RED DAWN. Wenn´s Action gibt, dann rockt diese allerdings, langweilig ist der Film auch kaum, hätte aber insgesamt mehr knallen können.
Von daher gute :liquid5:

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Beitrag von Joker6686 » 18.12.2006, 00:15

Hab die DVD auch mal wieder letztens rausgekramt.Für mich immernoch ein echt gelungener Film,alleine auf grund der Tatsache,dass die Jungs nicht zu Superhelden gemacht werden,sondern die wirkliche Drecksarbeit ja von den Spezialkommandos übernommen wird.


:liquid7:

Danach hab ich glatt im Keller nach dem Tape von Demolition High gesucht,da ich den als kleener Bub auch ganz Knorke fand,alleine wegen der Füller/Feuerlöscher Aktion.

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Beitrag von freeman » 18.12.2006, 00:24

Joker6686 hat geschrieben:Danach hab ich glatt im Keller nach dem Tape von Demolition High gesucht,da ich den als kleener Bub auch ganz Knorke fand,alleine wegen der Füller/Feuerlöscher Aktion.
:lol: :lol: :lol:

I moag leider den Haim net ...

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Beitrag von Joker6686 » 18.12.2006, 00:25

Ja der Rebell Corey Haim :lol: Mit dem hab ich heute auch meine Probleme,aber damals war der für mich der Inbegriff des Punk 8-)

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Beitrag von freeman » 18.12.2006, 00:25

Ach du je ... ;-)

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Beitrag von McClane » 08.10.2012, 16:45

Ein putziges "Die Hard"-Rip-Off auf der Schulbank, dessen flache Schülerfiguren etwas zu ausführlich vorgestellt werden (nicht so gut), aber glaubwürdigerweise nicht zu Mini-Rambos mutieren (gut), was aber wiederum einen gewissen Actionmangel mit sich bringt (wieder weniger gut). Das Gebotene ist dann aber erfreulich zackig, haut den fortgeschrittenen Actionjunkie vielleicht nicht groß aus der Socken, aber bietet gehobenes B-Niveau, ähnliches gilt für den durchaus soliden Spannungsbogen. Dazu kann der Film mit seiner Besetzung, deren Kiddie-Stars nicht groß aufspielen, die aber mit Louis Gossett Jr. und R. Lee Ermey ziemlich guten Support bietet und mit Charaktergesicht Andrew Divoff einen schönen fiesen Bösewicht auffährt.

:liquid6:
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

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Beitrag von Actionfilmfan » 03.06.2014, 22:18

Boy Soldiers (1991)

Endlich auch mal angeschaut. Wollte ich schon sehr lange mal sehen.

Wirklich ein ordentlicher Cast: Sean Astin, Andrew Divoff gefällt mir als Bösewicht besser als Guter. R. Lee Ermey hier in einer ruhigeren Rolle, Denholm Elliott in einer seiner letzten Rollen, Louis Gossett Jr., Michael Champion kennt man noch aus Total Recall und noch viel mehr.

Ich fand es ein sehr unterhaltsames Die Hard Rip-Off von Daniel Petrie Jr.
Sean Astin hat mir von den Jungschauspieler am besten gefallen.

Die High School wo gedreht wurde war die Miller School of Albemarle in Charlottesville, Virginia. Mehrere der Jungschauspieler darunter auch Sean Astin waren 1992 in der Kategorie „Bestes Ensemble in einem Spielfilm“ für den Young Artist Award nominiert.

Es gibt sogar ein Remake das heißt Masterminds – Das Duell und ist mit Patrick Stewart. Deshalb sollte man hier auch für das Remake einen Platz machen.

Das Orginal bekommt von mir :liquid7: Punkte. Die Action rockt, die Schauspieler überzeugen feiner B-Movie.

Kommt übrigens von NSM Records am 18.07.2014 in einem DVD + Blu-ray Mediabook erstmals uncut. Ihr könnt zwischen drei Covers wählen:
Hier sind die Covers
Cover A:
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Cover B:
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Cover C:
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Beitrag von SFI » 04.06.2014, 07:17

... und mit Preisen um die 40€ :lol:
Der Pfalzbote

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Beitrag von freeman » 04.06.2014, 09:19

Ich versteh diese aktuelle Mediabook-Politik eh net. Warum net eines für die DVD und eines für die Blu? Optisch machen die nämlich meist schon mehr her, aber was will ich mit dem einen Medium, wenn ich das andere hab? Zumal die ja meist vollkommen identisch sind. Soll man die DVD verschenken? Als Untersetzer nutzen? Ich check das net. Und die zugehörigen Preise sind dann eh der größte Witz.

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Beitrag von MarS » 04.06.2014, 15:42

Ja das mit den Mediabooks ist schon so eine Sache. Gerade bei schnittberichte.com gab es eine Zeit lang ja unzählige Diskussionen darüber. Wenn die Preise wenigsten human wären, so wie bei Capelight für nen 20er oder so (ich habe "Stadt der Gewalt" und "Cass" mal für nen 10er bekommen -> das war angenehm). Ansonsten freeman sehe ich das so wie du. Warum braucht man unbedingt den Film auf 2 verschiedenen Medien? Lieber mal den Soundtrack mit reingepackt. Sowas finde ich immer gut. Außerdem muss nicht jeder Film im MB erscheinen. In letzter Zeit wird in dieser Verpackung auch viel Mist veröffentlicht.

Ich kenne den Film leider noch nicht und würde mir den auch mal geben. Für 40 € koofe ich so ein MB aber nicht. Zumal ich gerade gesehen habe, dass die FSK16-Fassung um ganze 5 Sekunden gekürzt ist. Ich wusste nicht, ob ich über den Schwachsinn in dem Moment lachen oder weinen sollte. Jedenfalls bin ich inzwischen auf dem Standpunkt gelandet, dass mich solche Minicuts nicht mehr aufregen. Da sehe ich mir das Ding mal lieber um 5 Sek. "gekürzt" im TV an. Wenn ich dann feststelle, dass es ein absolutes Highlight ist, dann kann ich mir den immer noch für einen Haufen Schotter holen.

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Beitrag von McClane » 04.06.2014, 15:50

Actionfilmfan hat geschrieben: Es gibt sogar ein Remake das heißt Masterminds – Das Duell und ist mit Patrick Stewart. Deshalb sollte man hier auch für das Remake einen Platz machen.
Der hat zwar ein ähnliches Thema ("Stirb langsam" in der Schule), aber ist kein Remake. Inhaltlich kann ich mich an keine großen Überschneidungen erinnern.
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Beitrag von John_Clark » 04.10.2017, 22:42

Ende 1990 verliess Wil Wheaton die Serie Star Trek – The Next Generation. Sein Ziel: Eine grosse Kinokarriere. Sein erstes Werk nach verlassen des Raumschiff Enterprise war ein Actionfilm namens Boy Soldiers.

Inhalt:
Gewalttätige kolumbianische Terroristen besetzen eine Eliteschule. Einige Schüler (unter anderem Sean Astin, Wil Wheaton) haben jedoch keinen Bock sich einfach so abschlachten zu lassen und nehmen den stillen Kampf gegen die Unterdrücker auf.

Der Streifen hiess im Original Toy Soldiers und wurde zu Boy Soldiers “eingedeutscht”. Darf ich nochmal? Toy Soldiers zu Boy Soldiers. Grossartig.

Boy Soldiers ist einer der Filme, die ohne Bruce Willis’ Actionepos Stirb Langsam wohl nicht existieren würde. Klar im Schatten des grossen Krachers von John McTiernan stehend, lässt Regisseur Daniel Petrie, Jr. hier keine erwachsenen Helden zu Werke, sondern richtet den Fokus der actionreichen Geschichte auf einige rebellische Jungs.

Der Film hat einige sehr positive Aspekte. Zum einen war ich froh, sahen wir hier nicht einige Kids, die mit Maschinengewehr im Anschlag plump Bad Guys umnieten, sondern sahen wir hier einige Kids, die nicht so richtig wussten was mit der Gesamtsituation anzufangen. Im Wissen gegen die Gangster keine Chance zu haben, versuchen die Kids gar nicht erst sich auf einen offenen Schlagabtausch einzulassen, sondern wollen mit Grips hier den Truppen von aussen den Eintritt ermöglichen. Smarter Move, ordentlich umgesetzt.

Der Anfang des Films liess mich jedoch ein wenig hängen. Die Einführung dieser ultrarebellischen Kids fand ich äusserst mühsam und mehr peinlich als cool. Sean Astin wirkte auf mich wie eine Low Budget Patrick Swayze-Version. Wil Wheaton spielte wie immer und auch die anderen Kids machten ihre Sache ganz ordentlich. Sehr hassenswert war Bad Guy Andrew Divoff, welcher so richtig diabolisch aufspielte. Louis Gossett Jr. habe ich noch in keiner miesen Rolle erlebt, und wenn du im Cast noch die Namen Jerry Orbach und R. Lee Ermey vorfindest, kannst du mit einem ordentlichen Film rechnen. So war Boy Soldiers dann auch.

Fazit: Boy Soldiers ist ein spannendes Actionstück. Bei weitem nicht auf dem Niveau eines grossen Hollywood Blockbusters, aber gut genug um 112 Minuten schlagkräftige Unterhaltung zu bieten.

:liquid7:

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