Ist er so stark gefloppt? Hat doch weltweit 25 Mille im Sack und ich denke wie du, Stefan, dass der Film im Nachgang noch ordentlich was reißen wird. Denn "Renfiled" macht einfach gewaltigen Spaß, ist wunderbar blutig und angenehm kurzweilig, obschon er irgendwie kaum eine Geschichte erzählt. Das, was er erzählt, ist dafür umso genialer, denn wie der Film eine toxische Beziehung und deren Mechanismen offenlegt, das hat einfach was. Ich gehe mit, dass das Drumherum mit Mafia, korrupten Cops und Co. recht schablonenhaft und egal ist, aber es stört in keinster Weise. Bietet eher im Gegenteil immer mal kurze Verschnaufpausen vom Hauptplot, der so nie überreizt wird.
Cage ist einfach grandios. Herrlich, wie sie seine größten Augenroll-Momente im Abspann mit geilen Standbildern abfeiern. Hoult ist aber ebenso grandios. Seine zurückhaltende Art passt einfach Klasse zu dem Überkandidelten von Cage. Hoult erinnerte mich hier auch immer wieder stark an seine Rolle in "Skins". Da wurde er ja eher als Draufgänger verkauft, hatte aber auch immer diese ruhige, besonnene Seite. Awkwafina ist für mich der zum Glück nicht so brutal störende Pferdefuss. Sie sehe ich nicht gerne und es gab auch in "Renfiled" Momente, da habe ich wegen ihr die Augen verdreht.
Kurzum: Tolle Optik (der Schwarz-Weiß-Einstieg war Klasse), coole Mucke, starke Darsteller, geniale Grundidee, krasses Gesplatter, feine Make-up-Einlagen (vor allem rund um den sich regenerierenden Dracula) und insgesamt eine erstaunlich actionaffine Ausrichtung. Hatte im Vorfeld schon ein wenig befürchtet, dass man da im Trailer schon alle Highlights gesehen hätte. Was zum Glück nicht so ist. Fühlte mich blendend unterhalten und packe zu McClanes absolut stimmiger Kritik noch einen Punkt oben druff.
In diesem Sinne:
freeman