Rookie - Der Anfänger

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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Samir
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Rookie - Der Anfänger

Beitrag von Samir » 02.04.2006, 09:26

Rookie - Der Anfänger

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Originaltitel: The Rookie
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1990
Regie: Clint Eastwood
Darsteller: Clint Eastwood, Charlie Sheen, Raul Julia, Sonia Braga, Tom Skerritt, Lara Flynn Boyle, Xander Berkeley u.a.

Nachdem sein Partner vor seinen Augen erschossen wurde, will der Cop Nick Pulovski (Clint Eastwood) mit allen mitteln den Autoschieber und Mörder seines Partners Strom (Raul Julia) hinter Gittern bringen. Ihm zur Seite wird das Greenhorn David Ackerman (Charlie Sheen) gestellt, als es hart auf hart kommt mit Strom, versagt David auf voller Linie, wodurch Strom Nick in seine Gewalt kriegt und 2 Millionen Dollar Lösegeld fordert Kann sich sein Partner zusammenreißen um ihn zu retten…

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Clints Partner zu erschießen, mächtig großer Fehler

Clint Eastwood vor und hinter der Kamera, was in den letzten Jahren ausgezeichnet funktionierte, war nicht immer so ausgezeichnet. Rookie ist einer seiner schwächeren Filme, aber trotzdem immer noch ansehnlich.
Im Grunde genommen spielt er wieder seinen Dirty Harry Charakter aus den gleichnamigen Filmen, ein paar Veränderungen hier ein paar da und voilá haben wir Rookie. Aber das tut dem keinen großen Abbruch den Rookie ist ein passabler Actionfilm, natürlich nicht so gut wie die Dirty Harry filme, aber immerhin.
Wo Dirty Harry noch ein Lone Ranger war, stellte sich Eastwood diesmal mit Charlie Sheen einen gleichberechtigten Partner an seine Seite, was den Film prompt ins Buddymovie Genre katapultierte. Ein anderer Unterschied ist auch das er mal nicht zum Morddezernat gehört, sondern Autoschieber hinter Gittern bringen will, naja lang hält das nicht promp fällt er nach ein paar Minuten, in einen Jäger der den Mörder seines Partners hinterher jagt, zurück. Dabei bleibt natürlich sein trockener Humor nicht auf der Strecke, wie trocken und stockernst er Sprüche rauslasst ist einfach klasse.

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Unsere beiden Protagonisten beim observieren des Hauptverdächtigen Strom

Eastwood versammelte für seinen Film ein paar bekannte Gesichter, neben Clint als Haupdarsteller himself, profiliert sich Charlie Sheen als sein Partner, der ein Kindheitstrauma, seine stinkreichen Eltern, seinen neuen Partner und seine Lebensgefährtin, Lara Flynn Boyle unter einem Hut bringen muss, man beachte vor allem am Anfang wenn er schweiß gebadet aus nem Alptraum erwacht, da läuft ihm so dermaßen die Suppe runter, das man sich fragt kann ein Mensch so sehr transpirieren. Aber naja man kann da auch drüber weg sehen. Den Bösewicht Strom spielt Raul Julia, ruhe er in frieden, recht souverän, kommt an seine Paraderolle als Gomez Adams nicht ran, aber als Bösewicht ist er ganz gut, übrigens auch in Street Fighter war er einer der wenigen Glanzlichtern, wenn man bei dem Film davon sprechen kann. Als seine bessere hälfte im Film tritt Sonia Braga auf. Als kaltblütiger „Klassiker, der so nicht mehr hergestellt wird“ wie Clint sie am Anfang nennt, macht sie auch ihren Job gut.

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selbst in der brenzligsten Situation steht Clint seinen Mann ;)

Man kann den Film in zwei hälften unterteilen. Die erste hälfte plätschert so vor sich hin ohne große Höhepunkte zu bieten, eine kaum vorhandene charkterisierung, wobei man ja Clints Figur aus zahlreichen seiner Rollen bis dato zusammen basteln könnte. Es passiert in der ersten hälfte im grundegenommen kaum etwas, höchstens mal von dem Mord an Eastwoods Partner abgesehen. Dafür bietet die zweite hälfte einen spannenden Actionfilm der sich sehen lassen kann, mit klasse Actioneinlagen. Die zweite hälfte fängt für mich ab dem augenblick an wo Clint Eastwood entführt wird

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Der größte Schwachpunkt dieses Films ist die fast gar nicht vorhandene bzw. total unpassende Musik, dies wird vor allem am Anfang sichtbar, wenn Clints Partner erschossen wird, kommen kaum Emotionen rüber, ich mein wir haben es schließlich hier mit Eastwood zu tun, Mr. Freeze oder der personifizierte Eisblock, hier hätte meiner Meinung nach eine besser Untermalung musikalischer art wunder bewirkt, auch in der nachfolgende Verfolgung der Mörder, ist größtenteils keine Musik vorhanden, so das überhaupt kein Tempo entsteht und die Verfolgung wirklich nur so vor sich hergeht ohne interessant oder spannend zu sein, was bei Ronin ausgezeichnet klappte, verfehlte hier sein Ziel und als dann doch Musik einsetzt ist sie so dermaßen unpassend, dass ich mich wirklich frage was sich der gute Clint dabei gedacht hat. Auch bei den Schießereien und den kämpfen hät ich mir Musik gewünscht, aber mein schon beinahiges flehen wurde einfach nicht erhört

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In buchstäblich letzter Sekunde schaffen es unsere beiden Helden zu entwischen

Fazit: Erste hälfte pfui, zweite hälfte hui, am ende bleibt ein passabler Actionfilm, mit einem typischen Clint Eastwood, bestimmt nicht in seiner besten Rolle und auch nicht seine beste Regiearbeit, aber es war ein weitere Schritt der den weg zu Filmen wie Erbarmungslos (welches ja auch sein nächster wurde), Mystic River oder Million Dollar Baby ebnete.


:liquid5:

Die einzige dt. DVD die auf dem Markt ist, ist mit FSK 18 uncut, von der Qualität her geht sie meiner Meinung nach okay, auch wenn der dt. Ton "nur" in DD 2.0 Surround zu hören ist

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Beitrag von Vince » 02.04.2006, 12:00

Junge Junge, du gehst ja inzwischen hier reviewmäßig ab! Fleißig, fleißig! :wink:

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Beitrag von Samir » 02.04.2006, 12:46

ah das liegt ehr daran das ich im moment jede menge Freizeit habe. Klausuren sind geschrieben und ich hab jetzt noch ferien, dazu kommt noch das ich mir Urlaub genommen habe, da hat man schonmal zeit für sowas

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Beitrag von freeman » 02.04.2006, 13:42

Feine Arbeit ... Film habe ich gar nicht so zweigeteilt in Erinnerung ... Sonja Braga hat mich in keinem Film weniger gestört (kann mit ihr nichts anfangen) und zusammen mit Raul Julia hatte man ein nett rockendes Bäddiepäärchen. Was mich beim ersten mal gucken erstaunte, war wie trocken hier ein Kopschuß dem nächsten folgte ... das hatte diesen schönen Zynismus, der die FSK immer wieder schockt :lol:

Sheen und Eastwood sind auch ein nettes Pärchen ... ich geb dem :liquid7:

In diesem Sinne:
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Beitrag von Samir » 02.04.2006, 14:02

freeman hat geschrieben:Feine Arbeit ... Film habe ich gar nicht so zweigeteilt in Erinnerung ...
Danke und also ich hab mich wirklich die ersten 45 minuten wirklich gelangweilt, naja liegt aber bestimmt auch an der nicht vorhandenen Musik, also ich kann das wirklich immer noch nicht glauben, das der Film so ne dermaßen scheiß musik hatte oder eben gar keine.
freeman hat geschrieben: Sonja Braga hat mich in keinem Film weniger gestört (kann mit ihr nichts anfangen)
also bei dem Satz in Klammern fange ich mir an sorgen zu machen, also ich weiß wenigstens eine sache die du mit ihr anfangen könntest, oder wie im Film die mit dir ;)

Mal im ernst ich glaub Rookie ist der einzige Film den ich mit ihr gesehen habe, vorher nie was von der gehört

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Beitrag von Dr Dolph » 18.09.2010, 13:12

Jetzt auch gesehen und der rockt schon amtlichst, auch wenn ein bissel Action mehr dem Film gut getan hätte. Von mir kriegt er ne 8, denn allein als Charlie mit dem Motorrad ins Haus kracht oder Clint und Charlie mit dem Auto ausm Haus fliegen mit ner schönen Explosion hinter ihnen, die Szenen sind einfach so over the top das der Film nur rocken kann!

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Beitrag von McClane » 19.09.2010, 10:03

Ich mag den auch... einer der wenigen Eastwood-Selbstparodien, die wirklich witzig ist (Schoten wie "Der Mann, der niemals aufgibt", "Pink Cadillac" und die "San Fernando"-Filme fand ich echt grausig). Eastwood spielt eine Variation seiner Dirty Harry Rolle, die aber kaum noch in die Zeit passt, wodurch die Komik entsteht - Eastwood als Relikt, das die Welt nicht mehr versteht. Die "Dirty Harry"-Sequels hatten da schon angesetzt, aber "Rookie" treibt es konsequent weiter. Die Action fügt sich in das "Höher, schneller, weiter"-Muster ein, welches das Genre seit Ende der 80er dominiert, ist aber auch heute noch reichlich spektakulär, wenngleich völlig überzogen (gerade der Autosprung). Erzählerisch nicht Eastwoods bester, aber schön roh, ruppig und unangepasst ("There must be a million reasons not to blow you away - but right now I can't think of one"). Macht Spaß.

:liquid7:,5 bis :liquid8:
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Beitrag von C4rter » 19.09.2010, 10:54

Hm der gefiel mir am 15. Juni 2007 nicht so gut. Muss ich aber wohl nochmal sehen denke ich. "Der Mann der niemals aufgibt" finde ich gelungener, sehe den aber auch nicht als Parodie. Die San-Fernando Filme habe ich nur den ersten gesehen bisher und der ging schon kaum klar.
Pink Cadillac steht ebenfalls noch aus.
Das Zitat von Eastwood am Ende fanden wir wohl beide gut :lol: Hab damals aber noch Synchro geguckt :oops:

Review von damals:

Ein Buddy Movie von und mit Clint Eastwood. Klar, das er hier wieder einmal einen auf Dirty Harry Callahan machen wird. Als Partner gesellt sich Charlie Sheen dazu, den ich ja schon mal sehr gerne sehe.
Der Anfang ist noch sehr stark. Man sieht wo Michael Bay seine "Auto Transporter lässt auf der Autobahn seine Ladung fallen" Idee her hatte. Nämlich aus dem Anfang von "Rookie". Leider fällt der Film ab, nachdem Eastwood seinen neuen Partner Charlie Sheen erhält. Der Film geht da nicht weiter wie ein typischer Buddy-Film im Stile von Lethal Weapon. Irgendwie schade. Dadurch wird er relativ langweilig und dreht erst in der letzten halben Stunde nochmal richtig auf. Da kommen nochmal einige gute Sprüche und Schießereien, die die FSK:18 rechtfertigen können. Genialer Spruch von Eastwood am Ende:"Es gibt sicher 100 Gründe dir keine Kugel in den Kopf zu schießen. Leider fällt mir gerade keiner ein!" Der bleibt einfach hängen, gerade wenn Eastwood sowas vom Stapel lässt.
Leider sonst lahm inszenierter Film der nur Phasenweise überzeugt.

:liquid6:

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