Born to Fight

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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freeman
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Born to Fight

Beitrag von freeman » 25.07.2006, 00:43

Born to Fight

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Originaltitel: Gerd ma lui
Herstellungsland: Thailand
Erscheinungsjahr: 2004
Regie: Panna Rittikrai
Darsteller: Nappon Gomarachun, Santisuk Promsiri, Dan Chupong, Piyapong Piew-on, Somrak Khamsing, Amornthep Waewsang, Suebsak Pansueb, Nantaway Wongwanichislip u.a.

Und es begab sich am Achten Tag, da lehnte sich Gott relaxet zurück, bestaunte seine Arbeit der letzten Tage, schaltete dann das Licht aus, das er kurz zuvor angeschaltet hatte, und verkündete: "Es werde actionreich." Und wie von Teufelshand fingiert, begann sich in Gottes Heimkino die DVD des Filmes Born to Fight zu drehen und Gott sah, dass es gut war ... Als Mitglied der schreibenden Zunft ;-) weiß ich, dass ich nun von dem Großem zum Kleinen übergehen muss. Die sphärischen Weiten der Götterwelt verlassen sollte und intimer werden muss, um meine Leser nicht zu verlieren. Und selten fiel mir dies einfacher als heute, denn ich komme um dir, liebe Leserschaft mit deutlichem Faible für actionreichere Unterhaltung, von einem kleinen Meisterwerk zu künden ...

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In selbigen geht es um Deaw, einem Mitglied einer speziellen Polizeieinheit, die die Basis eines Bad Asses namens General Yang ausheben soll. Leider geht der Einsatz ziemlich in die Binsen. Man kann zwar den General festsetzen, plättet dabei aber gleich mal die ganze nähere Umgebung und Deaws Freund und Vorgesetzter beißt bei dem Einsatz ins Gras. Traumatisiert von diesen Ereignissen bemüht sich Deaw um Ablenkung und begleitet seine Schwester und ein Team aus hochrangigen thailändischen Athleten auf einer Wohltätigkeitsaktion, die ihn tief in die thailändische Provinz verschlagen wird. Doch auch hier kommt Deaw nicht so richtig zur Ruhe, denn die Verbündeten des General Yang haben die Sportlergruppe als lohnende Geiseln auserkoren, um den General freizupressen. Als kleine Argumentationshilfe haben sie noch einen Nuklearmarschflugkörper im Handgepäck. Doch irgendwie hat Deaw so gar keine Lust, großartig mit dem Lumpenpack zu diskutieren ...

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Tja ja, die Thailänder verstehen es derzeit wie kein Zweiter Filme zu stemmen, die an die seligen alten 80er und frühen 90er Jahre erinnern. Wirklich KEINE Story, KEINE intelligenten Dialoge und KEINE echten Charaktere. Dafür eine Familienpackung garantiert NICHT familienkompatibler Action vom Allerhärtesten, verpackt in eine Optik, die auch MTV verwöhnte Kiddies zufrieden stellen dürfte. Und genau das bekommt man hier geboten. Von einzelnen Actionsequenzen zu parlieren wäre hier vergebliche Liebesmüh, denn Born to Fight besteht im Grunde nur aus einer Aneinanderreihung von Aktion und Reaktion. Dabei plättet man im Einstieg Bad Boys II und Police Story gleich eine an einem Abhang befindliche Holzhüttensiedlung, indem man einen führerlosen Laster durchrasen lässt. Ein zweiter Laster kippt von einem Berg kopfüber auf ein Lagerhaus und unterzieht selbiges einer Generalüberholung. Obendrauf packt man absolut irrsinnige "Menschen fallen von Lasterdächern" Stunts, blutige Schusswaffeneinsätze und dicke Explosionen ... und *bumm* sind die ersten 10 Minuten rum. Das eingangs erwähnte Trauma aufgrund des Verlustes eines geliebten Menschen wird dann zirka 30 Sekunden breitgetreten und schon landet man in dem thailändischen Dorf, dass keine fünf Minuten später von ein paar Soldaten überfallen und ordentlich um Einwohner erleichtert wird. Nun hadern die Helden mit ihrem Schicksal, Geiseln werden erschossen, kurze Verhandlungen abgehalten und *zack*: Der Showdown beginnt ... nach 50 Minuten Laufzeit! Und der Rest ist Action ... *zack, bumm, peng*

Und was für welche. Das Team des Hits Ong Bak schwingt in diesem Film massivst die Keule. Jedes Mitglied des Sportteams (Fußballer, Geräteturner, Rugbyspieler, Taek Won Do Kämpfer usw.) bekommt Szenen, in denen es seine Fähigkeiten einsetzen darf, um diverse Lumpenhunde auszuschalten. Da werden mit Fußbällen Bad Asses von Ausgucktürmen geballert, eine Balkenturnerin zeigt einem Bad Ass wie hart eben so ein Balken sein kann, der Rugbyspieler rennt einfach alle um und zwischendurch wird immer wieder einmal gekickt. Dies aber deutlich weniger als in den letzten beiden großen Thai Krachern Revenge of the Warrior und Ong Bak, denn Born to Fight legt sein Augenmerk deutlich auf das Abfeiern immer halsbrecherischer werdender Stunts. Hier wird im Sekundentakt irgendwo runtergefallen, fliegen Gegner wie Gummibälle durch die Luft, rennen menschliche Fackeln im Weg rum und wird eigentlich alles weggerissen, was nicht nach Erdboden aussieht. Die Abrissbirne stellen meist die Bad Asses. Das Ergebnis ist einfach nur spektakulär und kommt fast ausschließlich ohne CGIs aus. Und wenn man sich dann den Abspann einmal genauer ansieht und sich den Spaß macht, mitzuzählen, wie viele der Stuntmänner NACH ihrem Stunt von alleine wieder aufstehen, kommt man auf immerhin EINEN! Der Rest bleibt zumeist regungslos liegen ... für bedenklich lange Zeit! Hammer. Irre. Auch die gebotene Härte überrascht wahrlich. Seit Ewigkeiten wird endlich mal wieder ein Bäddie komplett gesprengt, es setzt harte Schusswunden (einmal fällt fast ein Arm ab!), Blut spritzt eigentlich permanent und hier und da knackt auch mal ein Knochen. Auch absolut kultige Szenen der Art: "Ich schieß dem Bäddie vor mir in den Nischel, die Kugel geht durch und zersprengt auch den Schädel des Dahinterstehenden" findet man hier, was wohl jedem Actionfan ein ziemlich politisch unkorrektes Yeah!!! entlocken dürfte. Asiatypisch macht man dabei auch keinen Unterschied, ob es nun einen Guten erwischt oder einen Bösen oder eben Kinder, Frauen und alte Leute. Hier wird alles umgeholzt, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Insbesondere die Soldaten verfahren mit ihren Geiseln alles andere als zimperlich. Was bleibt ist old school Action at its best!

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Die "Darsteller" "schlagen" sich dabei erfreulich ordentlich. Kein Wunder, gibt es doch kaum Charaktermomente oder dergleichen. Dennoch wirkt die Idee, einen Film fast ausschließlich mit echten Sportlern zu besetzen, auf dem Papier ein wenig befremdlich, doch kurioserweise ziehen sich alle sehr achtbar aus der Affäre. Klar, einen Robert de Niro oder Al Pacino kann man unter den Darstellern nicht entdecken, aber insbesondere die Hauptdarsteller haben einen ordentlichen Wert an Grundsympathie aufzuweisen, was vor allem die eine oder andere Geiselszene richtiggehend beklemmend macht, da man eben nie weiß, wen es nun gleich erwischen wird und man hofft, dass es keiner aus der Sportgruppe sein wird. Tja, und mehr kann man im Grunde doch wirklich nicht erwarten. Hauptdarsteller Dan Chupong wurde nach Born to Fight als eine neue Art Hot Shot im Actionbereich gefeiert, seltsamerweise weiß man nach Born to Fight gar nicht so genau warum. Denn dadurch, dass alle Mitglieder des Sportteams wichtige Szenen zugeschanzt bekommen, wirkt der Film eher wie eine Art Ensemblefilm aus dem irgendwie keiner so richtig herausragen will. Zudem hält sich Chupong doch irgendwie seltsam bedeckt, was seine Kampfsportfähigkeiten angeht. Im Showdown bekommt er zwar einen echten Fight spendiert, bei dem er dann die Kinnlade mehrmals gen Boden klappen lässt, doch das Ganze hat eher Strohfeuerwirkung. Naja, man wird sehen, was die Zukunft für den Dan bringen wird.

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Technisch ist bei Born to Fight alles im Lot. Die Action wird immer ideal, teils spektakulär von der Kamera eingefangen. Dabei beweisen die Thais wieder ihre große Lust an Plansequenzen. Hier nehmen wir die Third Person Betrachterposition ein und schweben quasi hinter Deaw und beobachten, wie er Bäddies ausschaltet. Egal ob mit Händen, Füßen, riesigen Knarren oder Granaten, die Kamera bleibt die ganze Zeit hinter ihm und begleitet ihn minutenlang vollkommen schnittfrei auf seiner kleinen Metzeltour. Den Planungsaufwand hinter diesen Szenen möchte ich mir gar nicht vorstellen und erst die Nervosität beim Drehen. Immerhin filmt man hier ja nicht Dialoge ab, sondern Stunt um Stunt um Stunt, inklusive Pyroeffekten, Blutfontänen und und und. Im übrigen trifft man hier an vier oder fünf Stellen wieder auf die Ong Bak typischen Szenenwiederholungen. Dieses Stilmittel wirkte in Ong Bak doch sehr bemüht, in Born to Fight nervt es diesmal nicht so sehr, ist aber dennoch irgendwie überflüssig, da man bei anderen spektakulären Szenen zeigt, dass eine nette Slow Mo der Aktion auch vollkommen ausreichen würde und man keine zusätzliche Kameraperspektive benötigen würde, um das spektakuläre Element zu betonen. Untermalt wird das ganze von einem immer passenden Soundtrack, dem aber einige griffigere und mehr Bambule machende Themen gut getan hätten.

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Ein echtes Meisterwerk ist Born to Fight dennoch nicht. Klar, Dialoge, Story und Charaktere sind für'n Popo. Das stört hier aber nicht, weil der Film damit gar nichts anfangen kann und will. Ein Kritikpunkt bleibt dies freilich trotzdem. Ein weiteres Problem ist der unverhohlene, teils extrem plump bebilderte Patriotismus, der die Grenze zur Lächerlichkeit mit Sekunde Eins seines Aufkommens mühelos überschreitet. Da wird eben die Nationalhymne gesungen und dann auf die Bäddies ohne jegliche Waffen losgestürmt, mittendrin ein Typ, der permanent eine thailändische Flagge wedelt und beständig darauf achtet, dass sie nicht den Boden berührt usw.! Keine Ahnung, wer so was braucht, ich nicht. Enttäuschend sind auch die Pyroeffekte abseits der riesigen Big Bangs zu Beginn und am Ende. Mittels Druckluft wird etwas Erde in die Luft geblasen und egal wie nah jemand daneben steht ... es juckt ihn einfach nicht. Witzig ist auch ein Storydetail um die Rakete, die man auf Bangkok abschießt. Diese legt eine fast schon chronische, nicht weiter erläuterte oder erklärte, Unlust an den Tag in ihrem Ziel einzuschlagen, so dass man sich als Zuschauer schon fragt, was da los war. Vermutlich eine Rakete mit Gewissen ... Derlei kleine Pferdefüsse - wie auch ein paar missratene CGIs - hat Born to Fight einige zu bieten ... fegt sie aber mit dicker Action und Dauerfeuer einfach so unter den Teppich.

Damit reiht sich Born to Fight mühelos in die Phalanx der herrlich old schoolischen Actionkracher aus Thailand ein und bietet jedem Actionfan ans Herz zu legende, spektakuläre Daueraction mit minimalen Schönheitsfehlern. Im übrigen: Wer nach dem ersten Schauen nicht umgehend zum Beginn des Showdowns zurückspult und ihn noch mal genießt, ist im Grunde kein Actionfan ... ;-)
:liquid7:

Die englische DVD von Momentum Asia kommt uncut und in sehr guter Bild- und Tonqualität. Anfang August kann man dieses Riff in deutschen Kinos genießen. Hoffentlich erreicht der Film uns uncut.

In diesem Sinne:
freeman

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Simon - äh, Vince says:

“Ong Bak” war ein storytechnisch und schauspielerisch dilettantischer Streifen, der sich nur durch Eines seine Daseinsberechtigung verdiente: Panom Yeerum. Der inzwischen als Tony Jaa bekannte Darsteller schloss sich zwar in Sachen Ausstrahlung seinen wenig talentierten Co-Stars an, brachte aber durch seine beeindruckende Muay Thai-Darbietung ein konkurrenzloses Element in die Produktion ein, das “Ong Bak” auch im inzwischen durch verschiedenste Martial Arts-Strömungen verwöhnten Westen interessant machte. Thailand hatte als Filmexporteur mit einem Mal einen Quantensprung vollzogen und Tony Jaa konnte fast im Alleingang den Martial Arts-Film revolutionieren. Das wird spätestens dann offensichtlich, wenn Laien gewagte Quervergleiche ziehen und einen Jackie Chan, bald sicher auch einen Jet Li, als abgedankte Könige darstellen, die vom neuen König mit einem Ellbogenschlag vom Thron gestoßen wurden.

Tony Jaas Durchbruch ist nunmehr auch schon wieder drei Jahre alt. Er selbst lieferte mit “Revenge of the Warrior” ein Quasi-Remake von “Ong Bak” (Elefanten statt Buddha-Statuen) und auch sonst bemühte sich Thailand um möglichst schnellen Nachschub der begehrten Sorte Film. Inzwischen auch nicht mehr immer ganz so erfolgreich, denn hierzulande groß angekündigte neue Thaikracher wie “The Tiger Blade” konnten die Erwartungen nicht mehr erfüllen und die erheblichen Mängel ließen sich nicht mehr durch beeindruckende Kampf- und Stuntarbeit kaschieren.

“Born to Fight” stammt noch aus dem Jahr 2004 und hat es nun auch endlich zu einer deutschen Veröffentlichung gebracht. Es gibt stilistische Ähnlichkeiten mit den allseits bekannten Referenzwerken ihrer Art. Treibender Techno- und Metal-Soundtrack, eine Alibi-Geschichte, Demonstration regionaler Stammeszugehörigkeit, viel Schwarzweißmalerei und selbstverständlich spektakuläre, in Zeitlupe gefilmte und aus verschiedenen Perspektiven gezeigte Actionhöhepunkte in einer unwiderstehlichen Kombination aus Muay Thai und Explosionen. Wie kann sich dieses Remake eines landesgenössischen Actioners aus den Endsiebzigern nun der Konkurrenz gegenüber abnabeln? Ist Dan Chupong die Secret Weapon, die Tony Jaa für “Ong Bak” war? Definitiv: nein.

Das liegt zum einen daran, dass der Hauptdarsteller, wenn man ihn denn so bezeichnen will, nicht ganz die akrobatische Formvollendung erreicht wie sein Darstellerkollege, obwohl einige seiner Einlagen denkwürdig bleiben und so schnell nicht aus dem Gedächtnis verschwinden; dazu später mehr. Vor allem aber ist er nicht das Zugpferd des Streifens, das man vom Cover aus geurteilt noch erwarten würde. Er übernimmt dezent die Führungsposition, wird aber immer wieder zugunsten von Einlagen verschiedener Dorfbewohner (!) in den Hintergrund versetzt.

Vor allem eine Sache wird für diesen Film zum Markenzeichen. Hat man die stunttechnisch wahnsinnige Einleitung hinter sich gebracht, ist “Born to Fight” im Anschluss nichts weiter als eine einzige zusammenhängende Situation. Panna Rittikrai lässt die feuchten Träume eines jeden Actionfans wahr werden und bietet bis zum Epilog mehr eine sinneserregende Stuntshow als einen Film. Man wähnt sich in einer Vorstellung, einer Aneinanderreihung von Kamfchoreographien, Schussduellen und Explosionen. Notgedrungen saugen die Autoren sich in den ersten Minuten noch eine spartanische Rahmengeschichte aus den Fingern und stellen ein kleines Dorf einer tyrannischen Erpresserbande entgegen, die scheinbar wahllos die Dorfbewohner tötet, um mit Hilfe der Überlebenden die Befreiung ihres Bosses anzuordnen. Alles weitere ist ein einziger Befreiungskampf der Zivilisten gegen die bewaffneten Terroristen, und dann bricht die Hölle los und der Storybogen vollkommen ab.

So kommt “Born to Fight” gar nicht erst in die Verlegenheit, einer Sache wie der Suche nach dem gestohlenen Buddhakopf oder ähnlichem Quellmaterial, das im Grunde niemanden interessiert, die Show zu überlassen. Freilich bietet auch dieses Werk die Anlagen dafür; schließlich befindet sich Deaw im Rahmen einer Hilfsorganisation in dem Dorf und verteilt in beispielloser Selbstlosigkeit Geschenke an die Alten und die Kinder. Doch diesen Storyauswüchsen wird erst gar kein Raum zur Entfaltung geboten, und so wird das vermieden, was “Ong Bak” bei jeder Gelegenheit ausgebremst hatte. “Born to Fight” besteht nicht aus etappenweiser Anordnung von Kampfszenen, er IST ein einziger großer Kampf.

Erstaunlicherweise wird man der Action in der ganzen Zeit nie überdrüssig; im Gegenteil, es sind jene actionarmen Übergänge am Anfang und am Ende, die ermüden. Sobald sich jedoch die erste Kugel einem Einheimischen während des Redens durch den Hals bohrt und daraufhin ein wahrer Kugelreigen eröffnet wird, beginnt der Spaß wirklich. Abgesehen von dem sehr hohen Brutalitätsgrad, der in einer fast schon splattrigen “Rambo 2"-Anlehnung seinen Höhepunkt findet, könnte man wirklich glauben, der Stuntshow in einem Erlebnispark beizuwohnen - nur dass alles noch viel echter, größer und beeindruckender ist.

Vermutlich hält auch die Tatsache bei Laune, dass Dan Chupong wie angekündigt bei weitem nicht der einzige ist, der Arschtritte verteilen darf. Die Kamera wechselt permanent zwischen ihm und sämtlichen bis dato namenlosen Dorfbewohnern, die für ein paar Minuten zur Hauptattraktion werden und ihrerseits beweisen dürfen, was sie technisch auf dem Kasten haben. Da ist eine entschlossene junge Frau, die im Capoeira-Style über einen Balken balanciert und den Gegner ausknockt; ein kleines Mädchen, das sich mit leichter Hilfe an einem Fiesling rächen darf, der sie erschießen wollte; ein alter Mann, der seinen Gegner mühelos erledigt und dann mit einer Horde Kinder triumphierend auf die Kamera zuläuft. Einiges davon droht ins Peinliche abzurutschen, was aber aufgrund des Fehlens einer richtigen Story nie richtig passiert.

Zudem ist die Action einfach zu abwechslungsreich, um sich abzunutzen. Visuell ist dem Regisseur ein gestaltwandlerisches Inferno gelungen. Mit stets anderen Perspektiven, anderen stilistischen Mitteln und anderen Inhalten hält er die auf dünnen Federn gelagerte Dramaturgie vollkommen im Gleichgewicht. Der inzwischen als charakteristisch für das Thai-Kino zu bezeichnende Soundtrack braucht eine gewisse Aufwärmungszeit, dann legt er sich wie ein komplett durchlaufendes Album von über einer Stunde Laufzeit über das Szenario und verleiht ihm einen markanten Rhythmus, der nie abebbt. Vor allem aber funktioniert diesmal auch die gewöhnungsbedürftige Technik, besonders spektakuläre Szenen aus unterschiedlichen Perspektiven nochmals zu wiederholen. Da man sich ohnehin eher in einer Stuntshow wähnt als in einem Film, kann man nun wirklich die Wiederholungen genießen.
Sie heben auch einige der Stunts nochmals wirklich heraus, denn gegen Ende - hier häuft sich das Beste - würden einige Sachen nicht entsprechend gewürdigt werden, sähe man sie nur einmal. Wie der Teufelskerl durch das brennende Hausgerippe bricht und anschließend beinahe von einem Auto überfahren wird, ist die Krönung in einer Abfolge von Szenen, die Einzigartigkeit für sich beanspruchen. Da hätte es eigentlich gar keine Anleihen an Genreklassiker (Die Hüttensequenz aus “Police Story” darf sich tatsächlich schon wieder einer Reminiszenz rühmen) gebraucht - die Ideen kommen auch so.

Wo die Inszeniertheit und das komplette Fehlen einer fortlaufenden Storyline so auffällt, ist es beinahe unmöglich zu glauben, dass auch Momente mit emotionalem Bildwert dabei sein können, doch dem ist partikelweise auch noch der Fall. Wenn die eingekerbte Dorfmeute nach der Hymne schreiend aus dem Kreis ausbricht und ins Mündungsfeuer gerät, damit die Überlebenden die überrumpelten Terroristen niederwerfen können, dann kann einem trotz des Kitschpotenzials in dem Zusammengehörigkeitsgefühl mal der Atem stocken. Auch die rigorose Herzlosigkeit der Bösen, die sogar vor dem Erschießen von Kindern nicht Halt machen, zeugt zwar von der naiven, dichotomen Weltauffassung in die beiden Totalextreme Gut und Böse (ein weiteres als prototypisch herausgebildetes Element des gegenwärtigen thailändischen Martial Arts-Films), lässt aber sicher dennoch keinen Zuschauer kalt.

Ich persönlich ziehe “Born to Fight” einem “Ong Bak” vor. Zwar ist Dan Chupong trotz beeindruckender körperlicher Leistungen noch von den Extremtaten Jaas entfernt, doch ihn stören in den 90 Minuten Dauerfeuer wenigstens keine philosophischen Exkurse in die Bedeutung von Buddhaköpfen oder Elefanten für kleine thailändische Dörfer. Wenn Thailand sich erzählerisch mal irgendwann aus dem Mesozoikum entwickelt hat, darf es mich gerne mit philosophischer Tiefe entzücken. Bis dahin nehme ich lieber vorlieb mit Dauer-Sperrfeuer.
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Ed Hunter fügt hinzu:

Seit Tony Jaa 2003 durch den schnell zum Kult gehypten Martial-Arts-Kracher „Ong-Bak“ turnte und sich durch lobenswerten Verzicht auf CGI und Wirework als „neuer Jackie Chan“ zu profilieren versuchte, hat sich die bis dato ein Nischendasein fristende thailändische Filmindustrie auf dem Actionsektor als ernstzunehmende Alternative zu Hongkong und co. etabliert und dank des großen Erfolges des Jaa-Krachers, dem dieser 2006 den noch rasanteren Klopperspaß „Revenge of the Warrior“ hinterherschickte, schaffte es mit „Born to Fight“ einen Monat nach Jaas Alibi-Suche nach einem heiligen Elefanten ein weiterer Thai-Actioner in die deutschen Kinos. Bereits der Titel erinnert nicht nur aufgrund des gleichnamigen Cynthia-Rothrock-Klassikers an seligen 80er-Jahre-Knochenbrecherkrawall und tatsächlich ist ein Film wie dieser hier in unseren heimischen Lichtspielhäusern mehr als eine Seltenheit: Harte B-Action in Reinkultur, bei der man weitaus eher ein DVD- denn Kinorelease erwartet hätte. Nichtsdestotrotz durfte sich nun Dan Chupong als Tony-Jaa-Nachfolger versuchen und tatsächlich wird, wer sich schon für die populären Streifen des „Ong-Bak“-Stars erwärmen konnte, auch von „Born to Fight“ begeistert sein. Regisseur Panna Rittikrai fungierte bereits dort als Kampfchoreograf, so wundert es nicht, dass auch dieser Thaiklopper stilistisch die handgemachte „Ong-Bak“-Schiene fährt – nur dass die irre Martial-Arts-Akrobatik und waghalsigen Stunts noch um eine gehörige Portion Härte und Waffengewalt erweitert werden. Kurz: Ein Fest für Genrefans.

Wo bei Tony Jaa stets gemopste Artefakte sei es animalischer oder materieller Natur als Aufhänger für die Kampfsportorgien herhalten müssen, etabliert „Born to Fight“ ein konventionelles Geisel-Szenario à la „Die Hard“, das ebenfalls nicht mehr als belanglose Alibifunktion besitzt: Nachdem zwei Cops erfolgreich den Gangsterboss Yang festgenagelt haben, einer der beiden bei dem Einsatz jedoch ums Leben kam, suchen die Gefolgsleute des Verbrechers ihn mit einem grausamen Plan wieder aus der Gefangenschaft zu holen: Sie besetzen ein thailändisches Dorf, in dem junge Mitglieder eines Sportverbandes gerade Hilfsgüter verteilen und drohen mit der Erschießung aller Geiseln, sollte Yang nicht freigelassen werden. Allerdings befindet sich auch Cop Deaw (Dan Chupong), der mit seinem ermordeten Partner für dessen Festnahme verantwortlich war, unter den Helfern und organisiert einen Aufstand…
Der zweckdienlich zusammengeschusterten Story haftet ein leichter Touch von Over-the-Top-Absurdität an, denn eine bis an die Zähne bewaffnete Verbrecherbande gleich ein ganzes Dorf als Geiseln nehmen zu lassen, mutet schon etwas übertrieben an und auch der zusätzliche Plan, Bangkok per Rakete zu pulverisieren, ist im Grunde überflüssig, doch darauf kommt es in einem Film mit dem Titel „Born to Fight“ auch nicht wirklich an.

Der ist hier nämlich Programm und noch bevor die Badguys ins Dorf einfallen klotzt Panna Rittikrai mit einer Auftaktactionsequenz, die richtig konsequent nach vorne fetzt: Der Versuch von Deaw und seinem Partner, den Gangsterboss hops zu nehmen, mündet bereits nach wenigen Minuten in eine sehr stylish inszenierte, stilvoll aus der Vogelperspektive eingefangene Zeitlupenschießerei und setzt sich als atemlose Hatz zwischen zwei Lastwagen fort: Die wirkt zwar teils etwas holprig, begeistert den geneigten Genrefan aber mit superedlen Shootouts, irren Stunts und gehörigem Härtegrad am laufenden Band. In allerbester John-Woo-Manier feuern die Antagonisten in Slow-Motion aus allen Rohren, während sie über die Dächer der rasenden Trucks turnen, geschossen wird grundsätzlich nur innerhalb akrobatischer Sprünge und kein Badguy wandert ohne blutige Durchschüsse und spektakuläres vom-Fahrzeug-geschleudert-Werden über den Jordan.
Nachdem bereits Martin Lawrence und Will Smith in Michael Bays „Bad Boys II“ drei Jahre zuvor in einer Sequenz, in der mit einem gelben Hummer ein Wellblechhütten-Dorf niedergemäht wurde, sich die Idee bei Jackie Chans 80s-Klassiker „Police Story“ ausgeliehen hatten, fährt auch „Born to Fight“ zum krönenden Finale der Hatz eine solche Szene auf: Originell ist das zwar nicht mehr, Anlass für jede Menge Pyrozauber gibt es aber, sodass Panna Rittikrais Film über einen richtig fetten Auftakt verfügt, an den sich leider eine gewisse Durststrecke anschließt.

Deaws Besuch des Dorfes mit dem Sportverein seiner Schwester, wo unsere herzensguten Helden Hilfsgüter verteilen, plätschert nämlich ein wenig vor sich hin und offeriert dem Zuschauer lediglich inform langer, schnittloser Kamerafahrten – die allerdings erst in späteren Actionszenen ihre richtige Wirkung entfalten sollen – ein wenig Eyecandy, ehe die besser als jede Armee ausgerüstete Badguyschar über die Bewohner herfällt und erst einmal grundlos jede Menge Leute in die ewigen Jagdgründe ballert. Hier liegt eigentlich der einzige wirkliche Schwachpunkt von „Born to Fight“: Den Schießereien fallen viel zu viele Unschuldige zum Opfer, es wird einseitig gemordet und massakriert, dass es nicht mehr schön ist und wenn man schlussendlich dem Vater eines kaum 6-jährigen Mädchens den Kopf wegschießt, ist die Geschmacksgrenze endgültig überschritten. Derartiges gehört einfach nicht in einen (Fun-)Actioner, denn in der Hauptsache soll „Born to Fight“ Spaß machen und bis er genau das wieder tut, dauert es glücklicherweise nicht lange.

Der Showdown beginnt nach gut 50 Minuten und hört bis zum Ende des Films nicht mehr auf: Kaum hat Deaw die Dorfbewohner und Sportler überredet, den Aufstand zu proben und den schwerbewaffneten Terroristen entgegenzutreten, mutiert „Born to Fight“ zu einer irren Actionorgie, die gar kein Ende mehr nehmen mag und die Location in einen wahren Kriegsschauplatz verwandlet: Explosionen, Stunts, Auto- und Motorradjagden, wilde Shootouts und rasante Martial-Arts-Choreografien formen einen grandiosen Entertainment-Cocktail, der dem Actionfan Freudentränen in die Augen treibt. Die Kampfsportsequenzen kommen ganz im „Ong-Bak“-Stil daher (auch Hauptdarsteller Dan Chupong, der keine Sekunde schauspielern, sondern nur ununterbrochen Baddies auf die Fresse geben muss, ist ein beinahe identisches Tony-Jaa-Äquivalent): Ohne „Netz und doppelten Boden“, ohne CGI und Drähte präsentiert der Hauptdarsteller irre Moves am laufenden Band, die am liebsten in exzessiven Zeitlupen festgehalten werden und wahrlich spektakulär sowie teils mit den bereits bekannten Breakdance-Elementen daherkommen.
Inmitten dessen, was „Born to Fight“ an absonderlichen Ideen auffährt, fallen die aber gar nichtmal als allzu kreativ ins Gewicht, denn Rittikrai rockt die Bude mit allen möglichen und unmöglichen Einfällen: Ein einbeiniger Martial-Arts-Kämpfer, ein Fußballspieler, der seinen Gegnern Bälle um die Ohren kickt sowie Turner, die mal eben Reck- und Barren-Übungen als Aufhänger für ihre Kampfkunst nehmen verleihen dem irren Treiben einen geradezu grotesken Touch und werden gleichzeitig durch einen amtlichen Härte- und Gewaltgrad kontrastiert: Blut spritzt en masse, da im Gegensatz zu Tony Jaa-Filmen hier auch nicht zu knapp mit allerlei großkalibrigen Schusswaffen hantiert wird und wenn die Kamera ohne einen Schnitt dem Hauptdarsteller beim kreativen Niederballern der Badguys folgt, entsteht beinahe ein Egoshooter-Feeling.

Auch die Stunts, deren halsbrecherische Entstehung in den über dem Abspann laufenden Outtakes zu begutachten ist, können nur Gesten der Bewunderung entlocken, denn hier wird wahrlich Lebensmüdes geleistet: Sprünge mit Motorrädern gegen Autos, durch brennende Wände und Abgründe hinab kommen wahnsinnig waghalsig daher. Ihre oldschoolige Entstehung ohne CGI und ähnlich ärmliche Tricksereien lässt darüber hinaus ein wundervolles, fast ein wenig nostalgisches Feeling aufkommen: „Born to Figh“ ist Martial-Arts-B-Action wie sie im Buche steht – und im deutschen Kino eine absolute Rarität ist.

Fazit: Tony Jaa hat handgemachte Thai-Action mit dem Hit „Ong-Bak“ populär gemacht, nun legt Fight-Choreograf Panna Rittikrai als Regisseur nach: „Born to Fight“ ist ein irres, nicht enden wollendes Actionfest, das von spektakulären Explosionen über Martial-Arts-Orgien bis blutigen Slow-Motion-Shootouts alles zu bieten hat, was das Actionherz begehrt und darüber hinaus mit absonderlichen Einfällen wie integriertem Reckturnen amüsiert. Lediglich der hohe Bodycount an Zivilisten und Unschuldigen sowie einige Längen in der ersten Hälfte fallen negativ ins Gewicht, trüben den Spaß rückblickend aber nur geringfügig. Krawallaction par excellence.

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Born to kritik meint John_Clark

Nachdem Tony Jaa mit "Ong-Bak" uns das thailändische Actionkino näher gebracht hat, versuchten die Produzenten desselben sofort nachzulegen. "Born to Fight" ist eines der ersten Resultate.

Inhalt:
Nachdem Special Agent Deaw bei einem Großeinsatz den Drogenbaron General Yang festnehmen konnte und mit ansehen musste, wie sein Freund und Vorgesetzter bei dem Einsatz getötet wurde, hat er sich aus dem aktiven Polizeidienst zurückgezogen. Er schließt sich einer Gruppe von Elitesportlern an, die zu einem großem Wohltätigkeitsfest in ein kleines Dorf an die Grenze Burmas reisen. Doch die ländliche Idylle trügt: Kurz nach ihrer Ankunft überfallen Terroristen das Dorf und drohen, alle Einwohner zu töten, wenn General Yang nicht wieder freigelassen wird. Deaw und den Sportlern ist klar: Sie müssen handeln, wenn nicht tausende unschuldiger Geiseln sterben sollen. Ein heroischer Kampf beginnt...

War "Ong-Bak" durch die zwar nicht so zahlreichen, jedoch grandiosen und realen Martial Arts-Szenen etwas komplett neues, so schlägt "Born to Fight" zwar in die gleiche Kerbe, lässt dem Zuschauer jedoch nur wenig Raum zum Atmen. Umso mehr Platz bleibt jedoch zum Nachdenken - denn, let's face the truth, die Story ist wohl einem betrunkenen Schaf im Froschkostüm eines Nachts auf der abgegrasten Weide eingefallen. B-Movie? Storymässig ja. Von der Umsetzung her - NEIN.

Hier kracht es beinahe ohne Ende. Schon ab Minute eins geht es los - hier präsentieren uns die Produzenten mit den unaussprechlichen Namen ein Actionfeuerwerk sondergleichen. Stunts, welche einfach unglaublich aussehen und bei welchen man sich als Zuschauer tatsächlich Sorgen um die Gesundheit der Stuntmen macht. Ganz krasses Zeugs. Nach 13 Minuten etwa folgt eine kleine Verschnaufpause von etwa einer Viertelstunde, bevor die Produzenten dann den Verbrauch einiger gefühlter Hektoliter falschen Blutes zelebrieren.

"Die Hard"-like wird ein grosses Camp voller junger Sportler und deren Betreuer überfallen. Hans Gruber's Terroristenparty gleicht im Vergleich jedoch eher einem Teekränzchen. General Yang, der Bad Guy dieses Streifens, kennt jedoch echt keine Skrupel. Ich musste aufhören zu zählen, wieviele unschuldige Sportler hier ihr Leben lassen mussten. Bodycount = krass hoch. Zudem sind einige Szenen vielleicht wirklich Abseits des guten Geschmacks - als z.B. der Vater eines kleinen Mädchens von ihr weggezerrt und, trotz verdeckter Sicht, vor ihren Augen hingerichtet wird. Dies nur ein Müsterchen des Härtegrads dieses Movies. Joa, die Thailänder hauen hier gleich mal mächtig auf den Putz.

Natürlich ist unter den Geiseln unser überlebender Cop vom Filmanfang. Dieser beschwört seine Kollegen zu einem Aufstand. Und als dann Muay Thai, Taekwando, Fussballer, Rugbyspieler und Leichtathleten zurückschlagen, wendet sich das Blatt. Lächerlich? Vielleicht. Aber "lägg du mir", solche Actionszenen siehst du nicht jeden Tag. Und dann noch in dieser Anzahl. Beinahe wie ein Maschinengewehr feuern die Darsteller ihre Kunststücke auf die Augen des Publikums nieder. Selten so was gesehen. Ganz grosses Actionkino für die Augen. Weniger für die Ohren. Die deutsche Synchro ist zwar für einen asiatischen Film ganz okay - aber mehr nicht. Hört sich im Original mit Untertitel eindeutig besser an.

Darstellermässig erleben wir einen Haufen symphatischer junger Leute. Weder Hölzern, noch sonderlich grossartig sind die Schauspielleistungen. Zudem gibt es keinen Leader, der durch Charisma auffällt. Aber, auch hier, who cares? Hier wird ja nicht "Casablanca" erzählt.

Fazit: Wer auf der Suche nach einem Actionspektakel sondergleichen ist, liegt mit "Born to Fight" absolut Goldrichtig. Bitte einfach das Gehirn ausschalten und bereit sein, dass eine geballte Ladung an Gewaltszenen und Logiklöchern seitens der Story, den Zuschauer überrollen werden. Einfach nur geil. Komplett sinnfrei, aber geil.

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Sir Jay
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Re: Born to Fight

Beitrag von Sir Jay » 25.07.2006, 10:56

freeman hat geschrieben:Wer nach dem ersten Schauen nicht umgehend zum Beginn des Showdowns zurückspult und ihn noch mal genießt, ist im Grunde kein Actionfan ... Winken
In diesem Sinne:
freeman
genau das hatte ich bei einigen JC filmen xD

und der Film scheint anscheinend eine vernümftige alternative zu Ong-Bak darzustellen, also mal schauen ob ich mir das scheibchen schnellstens hole^^

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Hannibal
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Beitrag von Hannibal » 25.07.2006, 12:20

kihi, genau diesselbe DVD (Liquid hat meine, jetzt hast du Liquids ;-))drehte sich bei mir vor.....hm, ca 2 Monaten in meinem Player und ich kann deine Begeisterung diesmal schon wieder nicht teilen, und das obwohl 2 von dir inspirierte Käufe auf dem Weg zu mir sind...uiui.
Das Problem an "Born to fight" war imo, das ausnahmslos alles abseits der Action vollkommen für'n Arsch war. Die Szenen trieften nur so von lächerlichem Kitsch und dann diese Patriotismus-Geschichte.....mei, dagegen verbreitet "ID4" ja fast Anti-Amerika-Stimmung ;-)
Darüber hinaus fehlt dann noch eine richtige Identifikationsfigur, der Polizist, um den sich alles dreht ist eh unbesiegbar, um ihn hat man keine Sekunde Anggst und die anderen - so gnadenlos sie auch exekutiert werden - gehen einem die meiste Zeit eh am Arsch vorbei.
Die Action ist absolut spektakulär (obwohl ich mir noch a bissl mehr erwartet hatte, um ehrlich zu sein), v.a. in Anbetracht, dass es a la "Ong Bak" wiedermal keine Drahtseile gab...man schaue sich nur mal an, wie die Stuntmänner vom LKW runterfallen und mit dem Kopf im Flug nochmal gegen den anderen krachen. Aua...
Somit gab's von mir nur ne knappe :liquid5: weil der Film außerhalb der Action einfach alles falsch macht, dagegen wirken Van Damme's-Non-Action-Phasen oscarreif!

MFG
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Beitrag von SFI » 25.07.2006, 12:33

dito Hannibal!
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Beitrag von freeman » 25.07.2006, 13:32

Jo @ Hanni. All deine Kritikpunkte teile ich ja im Grunde mit dir. Allerdings - und da wirste mir ja hoffentlich recht geben - ist die Story nunmal GENAU das, was unsereiner da eigentlich sehen will! Ein Typ wird geschnappt und seine Kumpel wollen ihn unter Waffengewalt freipressen. Das trug schon die besten Filme. Hier wird nichts von Elefanten gefaselt oder irgendwelchen Steinbuddhaköppen. Die Story, so dünne sie auch sein mag, ist 80s Style at it's best. Aus heutiger Sicht sicherlich irgendwo ärgerlich, weil wir mittlerweile einfach mehr gewohnt sind, aber schau: Wieviel mehr als die Grundstory, die auch Born to Fight erzählt, hat Stirb Langsam 2 zu bieten? Oder die 1, wo nur ein Rachemotiv dazukam?

Bei den Figuren würde ich auch minimalst widersprechen wollen, was aber sicher daran liegt, dass ich die Schwester vom Deaw sehr knuffig fand und meine Identifikationsfigur so schnell hatte ;-). Wie einem aber das Schicksal der Figuren am Arsch vorbei gehen kann, bei hoch emotionalen Szenen wie der Erschießung des Vaters von der Kleinen (imo absolut genial umgesetzt) frage ich mich dann schon irgendwo. Aber die restlichen Kritikpunkte passen ... hab i ja ooch erwähnt. Nur ich bin eben was genial inszenierte Action angeht immer noch leichter zu blenden, als manch anderer hier. Ich schalte dann gerne mein Logikzentrum aus und genieße einfach ... und das kann man hier eben über den ganzen Film hinweg ...

Was freilich den Liquid da zu nem dito bewegt, kann ich gar net verstehen: Es hat Palmen (die mit MPs umgerust werden), brennende und sogar explodierende Strohhütten und ab und zu tauchen sogar lachsfarbene Hemden auf. Timo: Du solltest deine Einstellung gegenüber rockenden Filmen endlich mal grundlegend überdenken ;-)

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Beitrag von Hannibal » 25.07.2006, 14:32

freeman hat geschrieben:hat Stirb Langsam 2 zu bieten? Oder die 1, wo nur ein Rachemotiv dazukam?
"Stirb langsam 2" funktioniert als Film, John McLane ist eine Identifikationsfigur, mit der man mitfiebert, mitlacht...während der "Born to Fight"-"Held" vollkommen blass bleibt. Was die Erschießung des Vaters angeht.....naja, wirklich emotional berührt sowas trotzdem nur, wenn man die entsprechende Figur wenigstens ansatzweise kennt. Die Szene war krass, hat aufgrund der Brutalität geschockt, aber da man keine Beziehung zu dem Papp hatte, gerät das ganze danach sofort wieder in Vergessenheit. Und so geht es irgendwie allen Charakteren in "Born to Fight"...alle bleiben blass, auf keinen wird wirklich eingegangen...es passt einfach so gut wie gar nix außer die knallharte Action.

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Beitrag von Vince » 25.07.2006, 14:44

Hannibal hat geschrieben:
freeman hat geschrieben:hat Stirb Langsam 2 zu bieten? Oder die 1, wo nur ein Rachemotiv dazukam?
"Stirb langsam 2" funktioniert als Film, John McLane ist eine Identifikationsfigur, mit der man mitfiebert, mitlacht...während der "Born to Fight"-"Held" vollkommen blass bleibt. Was die Erschießung des Vaters angeht.....naja, wirklich emotional berührt sowas trotzdem nur, wenn man die entsprechende Figur wenigstens ansatzweise kennt. Die Szene war krass, hat aufgrund der Brutalität geschockt, aber da man keine Beziehung zu dem Papp hatte, gerät das ganze danach sofort wieder in Vergessenheit. Und so geht es irgendwie allen Charakteren in "Born to Fight"...alle bleiben blass, auf keinen wird wirklich eingegangen...es passt einfach so gut wie gar nix außer die knallharte Action.
Was du beschreibst, hat allerdings alles nix mit der Story zu tun. Das war wohl das, worauf freeman jetzt hinauswollte...

Deiner Beschreibung nach hört sich der Film jedenfalls ein bisschen so an wie "Ong-Bak". Kann mir also schon denken, was mich da erwartet...

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Beitrag von Hannibal » 25.07.2006, 14:47

Ong-Bak ist imo um Längen besser.

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Beitrag von Vince » 25.07.2006, 14:55

Hannibal hat geschrieben:Ong-Bak ist imo um Längen besser.
Ich hatte jedenfalls genau dieses Gefühl bei Ong-Bak, das du hier beschreibst: Die Kampfszenen sind verblüffend, das Drumherum so ziemlich der größte Mist, der mir seit langem untergekommen ist.

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Beitrag von SFI » 25.07.2006, 15:36

Ich mag kein 3 m Luftgekicke!
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Beitrag von freeman » 26.07.2006, 01:13

Hannibal hat geschrieben:Ong-Bak ist imo um Längen besser.
IMO nie im Leben, weil ICH bei Ong Bak im Storyteil spule, wenn ich das bei Born machen würde, würde ich sogleich spektakuläre Action verpassen! Tony Jaa hat desweiteren keine Ausstrahlung. Das hat in Born auch kaum einer, nur wie ich ja erwähnte, ist es ein Ensembleding, dass sich eben nur ganz marginal auf den Cop konzentriert. Das meinte ich, als ich schrieb, dass ich net verstand, warum man IHN immer in Kritiken so hervorhebt (lies mal die Kinokritiken zu Born in der Cinema oder Moviestar), er ist imo eben nur ein Rad im Getriebe, nicht aber die Hauptattraktion. Mitnichten.

@ Vince: Klar, Action hui, Rest pfui ... gilt für den Film genauso wie für die richtig "gutschlechten" Hongkong oder US Oldies. Ich glaube, der Fehler ist irgendwie, dass viele Leute den Film wegen Herkunft und Sujet immer mit Ong Bak vergleichen. Dabei steht der imo eben auf einer Stufe mit den richtig saugeil rockenden Uraltkrachern ... und bietet eine Actionorgie ohne Gleichen! Und sowas mag man oder eben nicht ... Ich hasse die verschiedenen Geschmäcker ;-)

@ liquid: Was meinsten du? Wer kickten da 3 Meter?

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Beitrag von Vince » 05.01.2007, 00:13

freeman hat geschrieben: @ liquid: Was meinsten du? Wer kickten da 3 Meter?
Und liquid? Wer kicktn nu da 3 Meter? :wink:

Alsooo... wer noch nen Arschtritt braucht, um sich endlich die DVD zu holen für billige 12 Flocken mit Pappschuber un so, der kann mal nach oben gucken, ich habe meine Meinung jetzt auch dargelegt.

Noch zur DVD: Der Sound geht voll an die Nieren, leider ist das Bild aber ziemlich körnig. Specials sind wohl knapp: nen paar Trailer, B-Rolls, Biographien...

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Beitrag von John Woo » 05.01.2007, 00:20

<<<--- das ist der beste Fighter. :wink:

Danach kommt gleich Tony Jaa und da ich Revenge of the warrior sehr cool fand, wird es Born to fight vielleicht schwer haben, weil dort ein Hauptdarsteller fehlt den man schon kennt. Aber mal gucken, werd mir den sicher noch geben.

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Beitrag von freeman » 05.01.2007, 00:45

Der Vince is meiner Meinung ... Kihi ... Yippieh ;-)

Born to Die im Saturn oder Mediamarkt eurer Wahl abgreifen, dann bekommt ihr den diese Woche für 10 Euronen ...
Vince hat geschrieben:Noch zur DVD: Der Sound geht voll an die Nieren, leider ist das Bild aber ziemlich körnig. Specials sind wohl knapp: nen paar Trailer, B-Rolls, Biographien...
Das hat die deutsche Scheibe alles mit der Englischen gemeinsam ... ergo ist das körnige Bild vermutlich ein Stilmittel ... oder es gibt wirklich nur beschissene Master ...

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Beitrag von kami » 05.01.2007, 08:13

freeman hat geschrieben: Das hat die deutsche Scheibe alles mit der Englischen gemeinsam ... ergo ist das körnige Bild vermutlich ein Stilmittel ... oder es gibt wirklich nur beschissene Master ...
Ich denke mal letzteres, da die Thai-DVD ebenfalls sehr grobkörnig ausfällt. Gut, wenn man keinen Beamer hat! :wink:

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Beitrag von Vince » 05.01.2007, 12:31

Sah auch nicht wirklich wie ein Stilmittel aus...

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Beitrag von Sir Jay » 05.01.2007, 14:32

John Woo hat geschrieben:<<<--- das ist der beste Fighter. :wink:
vllt der charismatischste, der coolste, der "härteste" oder auch der draufgängerischste Fighter...aber ganz sichern icht der beste :wink:

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Beitrag von The Punisher » 05.01.2007, 15:57

John Woo hat geschrieben:<<<--- das ist der beste Fighter. :wink:
Wohl eher Weltmeister im Doublen lassen :lol:
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"And shepherds we shall be, for Thee, my Lord, for Thee. Power hath descended forth from
Thy hand.That our feet may swiftly carry out Thy command. So we shall flow a river forth
to Thee, and teeming with souls shall it ever be. In nomine Patri Et Filii.Spiritus Sancti"

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Beitrag von Sir Jay » 05.01.2007, 16:54

jup, die die drecksarbeit machen sind die wahre helden :lol:

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Beitrag von freeman » 06.01.2007, 01:05

Vince hat geschrieben:Sah auch nicht wirklich wie ein Stilmittel aus...
Fand aber schon, dass der körnige Look dem Film was raues und auch dreckiges gegeben hat ... Hat jemand Kontakt zum Ong Bak Regisseur? Woo? Kennt der Manager vom Dicken (Halpin oder so) den Mann? :lol:

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Beitrag von Vince » 06.01.2007, 12:25

freeman hat geschrieben: Fand aber schon, dass der körnige Look dem Film was raues und auch dreckiges gegeben hat ...
Joar, war aber glaub ich eher ein Unfall... also wenn da so ne Szene kommt (die habsch mir gemerkt), wo Bildschirmmonitore gezeigt werden, die absichtlich grobkörniges Bild haben, und das Bild der DVD an sich ist auch grobkörnig, nur ne Spur dezenter, dann sieht das net wirklich gewollt aus. :lol:

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Beitrag von freeman » 07.01.2007, 01:02

Oller Pedant ... ;-)

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Beitrag von TonyTorpedo » 12.07.2007, 15:41

Rofl, ist der Streifen geil :-)... und die haben noch Spass dabei. So muss das aussehen Herr Bay/Bruckheimer und nicht 44 Schnitte für einen simplen Kick^^

Was soll nur der Gelbstich, sieht aus wie Senf aufm Objektiv :-) aber sonst Daumen Hoch !!!

Für diesen Actionspass gibbet ne :liquid9: und warum darf nicht mal nen Thai die Fahne schwingen^^

Mal sehn wann Papua-Neuguinea dem Westen zeigt wo der Action Wind weht !

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Beitrag von freeman » 12.07.2007, 19:07

Den Film hab ich mittlerweile partiell sicher auch schon gute 10 mal gesehen. Mit Partiell meine ich ab Einläuten des Showdowns, also die letzten 45 Minuten, die imo wirklich riesen Spaß machen ... immer und immer wieder ...

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Beitrag von Vince » 12.07.2007, 19:11

Ich hab ihn seither nicht mehr im Player gehabt - wird aber demnächst mal wieder Zeit.

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