Babynator, Der

Filme abseits des Actiongenres aber mit Actionhelden [irgendwie so in der Art]
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freeman
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Babynator, Der

Beitrag von freeman » 19.09.2006, 00:58

Der Babynator

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Originaltitel: Pacifier, The
Herstellungsland: Kanada, USA
Erscheinungsjahr: 2005
Regie: Adam Shankman
Darsteller: Vin Diesel, Brittany Snow, Max Thieriot, Morgan York, John W. Armbrust, Catherine Burdon, Alexander Conti, Cade Courtley, Anne Fletcher, Faith Ford, Chris Gann, Brad Garrett, Lauren Graham u.a.

Shane Wolfe, ein Navy Seal, ist unterwegs, um einen Professor namens Plummer aus den Händen osteuropäischer Terroristenschergen zu befreien. Leider geht der Auftrag schief und sowohl Wolfe als auch Plummer fangen sich eine Kugel ein. Im Falle des Professors ist sie tödlich, Wolfe überlebt. Zwei Monate später bekommt er einen neuen Auftrag. Professor Plummer hat ein Waffensystem namens Ghost entwickelt, das seit seinem Tod spurlos verschwunden ist. Während andere Agenten versuchen über Ermittlungsarbeit und in Zusammenarbeit mit Prof. Plummers Frau den Koffer mit dem System zu finden, wird Wolfe abgestellt, auf die Kinder des Professors Acht zu geben und gleichzeitig das Haus der Plummers nach Ghost abzusuchen. Was man Wolfe nicht gesagt hat, ist, dass er auf einen Sack voll Flöhe achten muss, der die ganze Bandbreite des Grauens umfasst: ein Baby, Kinder im Kindergartenalter und zwei verzogene Teens. Leider kann Wolfe so gar nicht mit Kindern ...

Freilich brechen die Kids den militärischen Kommisskopp auf und krempelt jener mit ein paar militärischen Phrasen und Kampf Know How das Leben der Familie von Grund auf um. Dabei verliert er natürlich sein Herz an die Familie und natürlich wird auch das Rätsel um den Verbleib von Ghost geklärt. Und so mutiert der Babynator zu einem absolut belanglosen und selten dämlichen Komödienversuch, der nicht wirklich funktionieren will. Viel zu moralinsauer kommt der Film daher und viel zu wenige gute Gags haben sich in den Film verirrt. Stattdessen baut man eine Betroffenheitsgrütze auf, die noch lange nachschmeckt, denn so einen verunglückten Start in ein neues Genre wünscht man eigentlich niemanden.

Und nichts anderes ist der Babynator für seinen Hauptdarsteller Vin Diesel, der sein Actionmanimage mal aufbrechen wollte. Und schon Sly und Arnie haben gezeigt, wie das am besten geht: Eine Komödie, am besten für die ganze Familie, die mit den Klischees um den jeweiligen Hauptdarsteller zu spielen versteht und in dem die Recken mal ihre selbstironische Seiten richtig ausspielen konnten. Das Dumme ist, dass Vin Diesel nicht einmal ansatzweise so etwas wie Selbstironie zu besitzen scheint. Zumindest leuchtete in keinem seiner bisherigen Filme derartiges durch. Im Babynator erweist er sich zudem als vollkommene Niete im Komödienbereich. Mit tumben Gesichtsausdruck wurschtelt er sich bar JEDEN komödiantischen Timings durch einen erschreckend witzlosen Plot, der es nicht einmal ansatzweise versteht, das Image seines Hauptdarstellers zu konterkarieren. Es gibt Einlagen, die derartiges hoffen lassen, etwa wenn Diesel gefragt wird, warum er denn - aufgrund seiner Muskelberge - einen Busen habe. Anstatt derartige Einlagen zu einem Running Gag auszuweiten und so wenigstens an Diesels körperlicher Beschaffenheit einen Ansatzpunkt für Komik zu finden, lässt der Film derartige Ideen so schnell fallen, wie sie aufkamen. Stattdessen präsentiert man behaarte, sich selbst überschätzende Wrestlingtrainer, eine Ente, die sich für einen Hund hält und diverse Pups und Rülpseinlagen, die - soviel sei verraten - so witzig sind, wie ein trauriger Clown - oder wie Vin Diesels Pitch Black ... ;-).

Was dem Babynator dann endgültig das Genick bricht, ist die Tatsache, dass er in einigen Stellen voll auf das Actionimage des Hauptdarstellers abgestellt ist und darum Actioneinlagen auffährt, die allerdings einfach nur erbärmlich ausfallen. Denn dummerweise handelt es sich bei dem Babynator um eine Familienkomödie, in der man NICHTS zeigen darf, sich also auch in Sachen Druck und Choreographie zurückhalten muss. Es bleiben uninspirierte Stunteinlagen, die sogar bei den Wildwestshows in deutschen Erholungspärken überzeugender ausfallen. Dementsprechend verloren wirkt das Kraftpaket Diesel in diesen Einlagen und dementsprechend gelungen wirken die Actioneinlagen selbst ... sie verkommen, genau wie ihr Hauptdarsteller, zu echten Fremdkörpern in dem Film ...

Das Ergebnis ist eine uninspirierte, unsagbar langweilige "Action"komödie mit einem der vermutlich uncharismatischsten Hauptdarsteller aller Zeiten. Diesel sollte bei seinen Actionleisten bleiben ...
:liquid3:

Die FSK 6 DVD von Buena Vista ist freilich uncut.

In diesem Sinne:
freeman
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Beitrag von Vince » 19.09.2006, 10:27

Bah, so scheiße? Nun, im Free TV werde ich das Geheimnis irgendwann mal selbst lösen. :wink: Thx for Review!
Und Dieselmann soll halt nochmal nen lecker Röllchen spielen, das ihm auch steht - noch mal ein indiemäßig aufgezogener Riddick wär net schlecht.

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