Lethal Weapon I - IV

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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Lethal Weapon I - IV

Beitrag von Vince » 18.10.2006, 00:59

Lethal Weapon

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Originaltitel: Lethal Weapon
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1987
Regie: Richard Donner
Produktion: Joel Silver, Richard Donner
Darsteller: Mel Gibson, Danny Glover, Gary Busey, Mitch Ryan, Tom Atkins, Darlene Love, Traci Wolfe, Jackie Swanson, Damon Hines, Ebonie Smith, Bill Kalmenson, Lycia Naff, Patrick Cameron, Don Gordon, Jimmie F. Skaggs u.a.

Riggs und Murtaugh - eine Legende.

Und Shane Black ist der Mann, der dahintersteckt. Heute, als der traditionelle 80er-Jahre-Actionfilm längst einem verdünnten Genre-Gemisch gewichen ist, das den Actionfilm selbst als Genre zunehmend in Frage stellt, schlägt Black plötzlich mit seinem um alle Ecken gesicherten ironischen Regiedebüt “Kiss Kiss Bang Bang” zu, sieben Jahre nach seinem letzten Engagement als Filmschaffender in “Lethal Weapon 4". Den Einstieg fand er als 22-Jähriger in ebendieser Serie um zwei ungleiche Cops aus L.A. Und schrieb dabei nicht nur das Skript zu “Lethal Weapon”, sondern zugleich ein Stück Actionfilmgeschichte. Geht man von dem Aspekt der Drehbuchraffinesse aus, ist Black vermutlich kein genialer Mann - Riggs und Murtaugh betonen immer wieder, wie dünn doch eigentlich die Spuren sind, die sie verfolgen. Aber er ist ein Kerl für das Wesentliche. Für das Einfache, das man sich doch eigentlich nur schnappen muss. “Dialogue can be fun but most people don’t study it”, sprach’s der Mann und weist einfach nur auf das Offensichtliche hin. Ihm zum Dank durften Mel Gibson und Danny Glover zu einem der besten Buddy-Couples aller Zeiten und aller Genres aufsteigen, und als das Skript in Joel Silvers (Produktion) und Richard Donners (Produktion und Regie) Hände fiel, war der Wandel des Actionfilms vom Abbild der Reagan-Ära über unbesiegbare Kampfmaschinen hin zur gefühlsbetonten und geistreichen Krachmacherei für Feuerballästheten beschlossene Sache. “Lethal Weapon” hat zusammen mit “Stirb Langsam” Ende der 80er Jahre die Welt des Actionfans grundlegend auf den Kopf gestellt.

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Was Donners Reihe von derjenigen John McTiernans unterscheidet, ist die noch stärkere Fokussierung auf die Protagonisten. Zwar ist auch John McClane mit seiner problembehafteten Ehe und seiner enormen Verletzlichkeit weitaus vielschichtiger als seine eindimensionalen Vorfahren um Schwarzenegger und Stallone, doch macht weniger Bruce Willis’ Figur selbst das Konzept aus, sondern der Umstand, dass genau diese Figur in ein künstlich abgeriegeltes Einzelgängerszenario hineingezwungen wird.

In “Lethal Weapon” hingegen haben sich die Hauptfiguren nicht nach der Situation zu richten, sondern umgekehrt: Alles ist auf die gleichmäßige Charakterzeichnung der beiden Polizisten Roger Murtaugh (Danny Glover) und Martin Riggs (Mel Gibson) ausgerichtet. Es gibt eine Rahmenstory um eine ermordete Tochter eines alten Army-Freundes von Murtaugh, doch die ist eben nichts als ein Alibi...“dünn” halt, wie die Figuren eigens voller Selbstironie ihrem Schöpfer gegenüber tönen. Bezeichnend, dass selbst Starkritiker Roger Ebert, der von sich behauptet, von Actionfilmen in der Regel eher gelangweilt zu sein, sich seinerzeit von der ersten bis zur letzten Minute gut unterhalten fühlte - obwohl ein wesentliches Merkmal des tumben 80er-Actioners, die extrem kontrastreiche Schwarzweiß-Geschichte, unzweifelhaft vorhanden ist. Dies ist jedoch nicht wegen fehlender Fähigkeit der Fall, eine komplexere Geschichte zu erzählen, sondern weil das Interesse auf andere Dinge gerichtet ist.

Den Einstieg findet Richard Donner in einer höchst privaten Szene, die gleich ausgesprochen viel von Murtaughs Charakter verrät. Murtaugh sitzt nachdenklich in der Badewanne, als plötzlich seine ganze Familie hineinplatzt, ihm eine Torte reicht und ihn zum 50. Geburtstag beglückwünscht. Es wird nicht viel gesagt, aber Informationen können wir dennoch viele über diesen Mann sammeln. Er ist offenbar ein hundertprozentiger Familienmensch, der vor seiner Familie keinerlei Geheimnisse hat (weshalb die Szene sich abspielt, während er in der Badewanne sitzt), zweifelt aber unter seiner Männlichkeit in Anbetracht der runden 50, die ihn gerade eingeholt hat (dichter Bart, der in der nächsten Szene einem Schnauzer gewichen ist... ein Zeichen fürs “Noch-mal-wissen-wollen”, für die Veränderung). Mit wenig Aufwand folgt man hier dem Beispiel des großen Hitchcock, der mit der einleitenden Rundumfahrt durch James Stewarts Wohnung einen ähnlichen Effekt erzielte, ohne verbal allzu viel erklären zu müssen.
Dann ein Bild des totalen Kontrastes: Eine leere, weite Aufnahme eines Sandstrandes aus der Vogelperspektive, Einsamkeit und Sehnsucht symbolisierend. Ein Hund, der hastig auf einen alten Wohnwagen zuläuft. Innenaufnahme, alles ist wild durcheinander. Ein schläfriger Riggs mit fettigen Haaren und Kippe im Mund. Als er aufsteht, ist er nackt, schlurft gedankenlos zur Toilette, wo er gleichzeitig Wasser lässt und an einer Bierflasche nuckelt. Das bewusste Gegenprogramm zu Murtaugh: Auf der einen Seite ein Mann, der ins Alter gekommen ist, es aber noch einmal wissen will; auf der anderen Seite ein junger Kerl, der aber mit dem Leben fertig zu sein scheint.

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Eines verbindet zu diesem Zeitpunkt bereits beide: Der Soundtrack. Eric Clapton und Michael Kamen überraschen mit einem permanenten jazzig-legeren Trompetenspiel, das im Film pauschal eigentlich für erotische Szenen steht, hier jedoch durch die absurde Koppelung mit tragisch-komischen Szenen eine eigenwillige Ironie verkörpert, eine Ironie des Lebens, wenn man so will. Geistig verbunden sind die beiden Cops also schon vor ihrem allerersten Treffen - in der Komik, die dem Leben durch seine Tragik zuteil wird. Ob nun über das Alter Murtaughs fabuliert wird oder über die Lebensmüdigkeit Riggs - beide haben trotz ihrer unterschiedlichen Lebensweisen mit den Problemen ihrer Existenz zu kämpfen. Und wenn sich die beiden dann in einer Situation voller Missverständnisse auf dem Polizeirevier endlich treffen, ist es soweit. Schon auf den ersten Blick wird ersichtlich: Dies ist nicht eine dieser ungewollten Zwangsehen, die uns Hollywood nach einem erfolgserprobten Rezept auf die Nase binden will. Das hier wird Geschichte schreiben.

Und so ward es Geschichte.

Nach “Lethal Weapon” hat es niemals wieder ein Buddy-Gespann gegeben, das so hervorragend zueinander passte wie Mel Gibson und Danny Glover. Die Figuren sind so perfekt, so einfühlsam geschrieben, dass die Beziehung zwischen Riggs und Murtaugh einfach alles ist, was diese Reihe zu bieten hat. Die Art und Weise, wie die beiden ungleichen Freunde aufeinander reagieren, macht den entscheidenden Unterschied zur Konkurrenz aus. Wegen Riggs und Murtaugh kommt man immer und immer wieder auf diese Filmreihe zurück. Wegen ihnen fühlt man sich so wohl in der Franchise, dass man sie am liebsten niemals enden lassen möchte. Eine derartige Bindung zu situativen Aspekten eines Films, einen solchen Wunsch, immer und immer wieder einer Situation beizuwohnen, an der Riggs und Murtaugh beteiligt sind, habe ich nie wieder bei einer anderen Serie verspüren können. Es ist eine Mischung aus Schauspieltalent (Gibsons Momente der Trauer und Verzweiflung sind gefühlsechter als Sex ohne Kondom - mein voller Ernst - und ausgesprochen authentisch zugleich) und Charakterstärke, die von den Darstellern ausgeht. Gibson und Glover spielen wie eine verschworene Einheit, wie zwei sich gegenseitig ergänzende Teile eines Ganzen ohne den Kitsch, der durch solche Konstellationen normalerweise zum Vorschein kommt - das verhindert die Selbstironie, getragen durch den Score, getragen durch die Dialoge. Im Polizeibüro wird gar der Wandel des Zeitgeists konstatiert: “The guys of the 80s aren’t tough. They are sensitive people. Show a little emotion to a woman and shit like that.”
Alles andere besorgt Shane Black, der nichts unversucht lässt, seine beiden zentralen Charaktere zum Mittelpunkt des Geschehens zu machen - in jeder Szene.

Wenn dann mal die Story in den Mittelpunkt rückt - etwa im Prolog oder im ersten Gespräch zwischen Murtaugh und seinem alten Freund Hunsaker - kommt tatsächlich beinahe so etwas wie Gewöhnlichkeit auf, das Gefühl, einem stinknormalen Actionkrimi zuzuschauen, der relativ mäßigen Storyline zum Dank auch noch einem durchschnittlichen seiner Art. Dies ist erfreulicherweise aber nicht öfter der Fall als nötig. Bestimmt werden die Ereignisse von der Handlung der Buddies. Black hat das Skript überhaupt nicht in Hinblick auf eine Entwicklung der Story verfasst, sondern auf die Entwicklung der Charaktere hin. Die Auswahl und Umsetzung der Szenen, die Riggs und Murtaugh langsam aber sicher zu einem verschworenen Gespann machen, kann man dabei einfach nur als beispiellos bezeichnen. Szenen wie die mit dem Heckenschützen und die mit dem Springer, das Familienessen, die anschließende Unterhaltung auf dem Boot, das Gespräch in dem leerstehenden Gebäude mit beinahe fatalem Ausgang, der vorgegebene Drogenkauf, alles Momentaufnahmen eines Klassikers, sogenannte “precious moments”, die Natürlichkeit und Identifikation signalisieren, Geborgenheit zeigen und Empathie fordern.

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Um die Geschichte zu einem Ende zu bringen, wird es schließlich etwas schematischer, dafür aber nicht weniger innovativ und überraschend. Richard Donner verleiht dem Actionfilm ein neues Gesicht. Fast dem Muster damaliger Hongkong-Actioner à la “Police Story” folgend, stehen Entführungen, Folterungen, Explosionen, Autostunts und knallharte Schusswechsel in radikalem Abschlag mit plötzlicher Komödie, welche die Härte des Gezeigten postwendend neutralisiert. Joel Silver würde dieses Konzept mit den Sequels und über diese hinaus noch weiter ausreizen - ein schizophrener Weg, zum einen den Gewaltgrad noch oben hin auszutesten und zum anderen auf die Familientauglichkeit hin abzuklopfen. Donner inszeniert in den Schlussminuten jedenfalls eine aufregende, teilweise emotional mitnehmende Achterbahnfahrt voller Abwechslungsreichtum und Unvorhersehbarem. Mindestens eine zünftige Explosion ist dabei Pflichtprogramm Es muss gewaltig krachen. Das geschieht hier zweifellos; nicht statisch, sondern voller Dynamik und Abwechslung.

Mitch Ryan als Obergangster und vor allem Gary Busey als gefährlicher Handlanger sind würdige Gegenspieler, können aber auch nicht so richtig verhindern, dass Shane Black an beiden nicht so sehr als ausgleichende Konstante in einem “Good Guy vs. Bad Guy”-Schema interessiert ist und das Gleichgewicht lieber in der Chemie zwischen Riggs und Murtaugh sucht. Die “Lethal Weapon” bezeichnet kein Instrument, das der Gute verwendet, um den Bösen zu schnappen oder umgekehrt; es ist das funktionierende Teamwork zwischen den beiden kompatiblen Komponenten, auch wenn sie beide ein wenig Schliff benötigen, um Kompatibilität zu erreichen. Die Zielscheibe ist absolut zweitrangig - wichtiger ist es zu erkennen, wie die tödliche Waffe sich langsam zusammensetzt und funktionstüchtig gemacht wird. Bleibt nach knapp zwei Stunden Entwicklungszeit nur eines festzustellen: Sie ist ein wundervoller Ballermann.
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Von Warner kommen alle Teile in einer ungeschnittenen silberfarbenen Box mit vier Snapper Cases. Aber Achtung: Die schwarze Box ist FSK 16 und damit geschnitten!
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Beitrag von Vince » 18.10.2006, 01:00

Lethal Weapon II - Brennpunkt L.A.

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Originaltitel: Lethal Weapon 2
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1989
Regie: Richard Donner
Produktion: u.a. Joel Silver, Richard Donner
Darsteller: Mel Gibson, Danny Glover, Joe Pesci, Joss Ackland, Derrick O'Connor, Patsy Kensit, Darlene Love, Traci Wolfe, Steve Kahan, Mark Rolston, Jenette Goldstein, Dean Norris, Juney Smith, Nestor Serrano, Philip Suriano

Die Frage lautet: Wie hätte man ernsthaft ein Filmuniversum, das sich entwickelt wie eine intakte Familie, auf eine einzige Episode beschränken können? Die Antwort: Überhaupt nicht. Der zweite Einsatz der L.A. Cops Roger Murtaugh und Martin Riggs, diesmal gegen kriminelle südafrikanische Diplomaten, ist eine logische Schlussfolgerung aus dem ersten Teil. So einfach konnte die Freundschaft nicht abgewürgt werden. Also sorgten Richard Donner und Joel Silver für ein Sequel - und das bedient sich bereits erfolgreich des “Grösser, Schneller, Lauter, Witziger”-Prinzips. Genaugenommen bedient es sich dieses Prinzips auf eine nahezu perfekte Weise.

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Warner-Logo, Warner-Erkennungsmusik von den Looney Tunes, Zack, Boom, der bombastische, glänzende Schriftzug “Lethal Weapon 2" knallt ins Bild und prompt sind wir schon mitten drin im Geschehen, ein irrwitziger Einbruch mitten in eine Autoverfolgungsjagd hinein. Das erste, was wir sehen, ist Riggs Fratze des belustigten Wahnsinns am Steuer des Kombis von Murtaughs Frau. “Woohoooo”, schreit der Kerl, während sein Partner verzweifelt auf dem Beifahrersitz hockt und nur hofft, dass der Irre neben ihm keinen Kratzer in den Wagen fährt - Trish würde ihm die Hölle heiß machen. In der Polizeistation wird das Treiben per Funk verfolgt. Wetten werden abgeschlossen, was der “verrückte Kerl”, wie Murtaugh seinen Partner in den folgenden drei Filmen immer wieder mit Vorliebe nennen wird, als nächstes anstellt.

Eine technisch makellose Actionsequenz ist verbraten, nachdem gerade mal ein paar Minuten Laufzeit vergangen sind, und es ist so, als hätte es die zwei Jahre zwischen den ersten beiden Teilen nie gegeben. Das Leben, es sprudelt in dieser Franchise mehr denn je, und es scheint flüssig weitergelaufen zu sein.
Denn schon bald darauf werden wir Zeuge der Veränderungen, die sich inzwischen bereits abgezeichnet haben. Denkt man an die melancholisch-pessimistische Einleitung ins Original, an einen von männlichen Wechseljahren geplagten Neu-Fünfziger und an einen jungen Kerl, dessen Leben durch den frühen Tod seiner Frau schon fast verloren war, hat sich vieles zum Guten gewendet. Riggs sitzt wie ein vollwertiges Familienmitglied am Abend mitten in Murtaughs Familie und macht Späße mit den Kindern, als würden sie sich schon ewig kennen. Und dann kommt ein schüchterner, junger Kerl zögerlich in diese gesellige Runde, von welcher man sich als Zuschauer schon längst magisch angezogen fühlt. Es ist das Date von Murtaughs ältester Tochter Rianne (Traci Wolfe). Und erneut muss nicht viel ausgesprochen werden, um in dieser Szene sehr viel auszusagen: Die Franchise entwickelt sich prächtig.

Mit dem schüchternen Kerl im Hintergrund wird gezeigt, wie die erste Tochter langsam erwachsen wird. Hatte sie im ersten Teil noch einen Faible für den draufgängerischen Riggs, beschäftigt sie sich nun mit Jungs in ihrem Alter.
Anlass der Familienversammlung ist weiterhin ein vorzüglicher Hort für Komödie, denn im Fernsehen läuft eine Kondomwerbung mit Rianne als Premiere, und was sich daraus ergibt, erinnert ganz massiv an die Bill Cosby Show. Bei Murtaugh werden die konservativen Werte der 80er deutlicher denn je und im Kontext der Reihe ist die Comedy zum Schießen. Die komplette Szene ist ein perfektes Beispiel dafür, was an “Lethal Weapon” so süchtig macht: Man sieht eine familiäre Einheit, die aber eben nicht wie in der besagten Cosby Show immer Bestand hat, sondern später durch den Krimiplot von dramatischen Schicksalsschlägen verdrängt wird. Ein Riggs, der mit solch positiver Wucht zurück ins Leben gezogen wird, dass man zu Tränen gerührt sein könnte; selbstironischer Humor mit süffisanten Pointen, die einmal mehr von Eric Claptons und Michael Kamens Soundtrack, der sich über alle vier Teile seine Tradition bewahrt hat, auf den Punkt gebracht werden. Dinge, die das Skript unmöglich alle hat vorgeben können, die einfach von der unschlagbaren Chemie und der selbstverständlich wirkenden Improvisation zwischen Mel Gibson und Danny Glover leben.

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Kennzeichnend für den Wunsch nach Entwicklung ist auch der Einbau des neuen Sidekicks Leo Getz, der von Joe Pesci verkörpert wird. Über den wiederum eher formelhaften Thrillerplot eingebunden, bekommen die inzwischen zu einer Einheit mutierten Cops neuen Zündstoff an ihre Seite gepackt, der auch wieder nach dem klassischen Buddy-Muster funktioniert: Da Leo Getz ein Kronzeuge ist, der vor den bösen Südafrikanern beschützt werden muss, entsteht eine Zwangsgemeinschaft zwischen dem hilflosen kleinen Würstchen und seinen beiden zum Schutz abgestellten Bewachern. Pesci bringt mit seinem manischen Spiel - dem Regisseur schlug er eine eigene Charakterinterpretation vor, Leo als jemanden anzulegen, der bei allen beliebt sein und es jedem recht machen will - die komödiantischen Aspekte noch weiter in den Mittelpunkt und spielt damit Joel Silvers Konzept entgegen, dem Actionfilm zunehmend eine Aura des Familiären zu verleihen, ihn von der humorlosen Ballerei vergangener Tage zu lösen. Und das funktioniert tatsächlich erstaunlich gut, denn Riggs und Murtaugh finden in Leo eine Zielscheibe, an der sie all ihre Gemeinsamkeiten ausspielen können und ihre funktionierende Kollaboration unter Beweis stellen.

Vergangenes wurde auch nicht vergessen und so spendierte man Riggs - wiederum über den handlungstreibenden Plot, der folglich diesmal doch etwas stärker in das feingezeichnete Beziehungskonstrukt eingreift - eine Love Interest. Die Britin Patsy Kensit spielt Rika van den Haas, die nur eine Funktion bekleidet: Sie soll dem zwar nicht mehr selbstmordgefährdeten, aber immer noch auf eine positive Art wahnsinnigen Riggs in Anspielung auf seine verstorbene Frau die Charakterentwicklung verleihen, die Murtaughs Familie bereits am Anfang erfahren hatte. Es handelt sich ohnehin um eine Fortsetzung, die stark auf sein Original fixiert ist und gar nicht erst versucht, es zu leugnen und sich zu emanzipieren - im Gegenteil, es komplettiert diesen Film und ist in gewisser Weise von ihm abhängig, auch wenn man keineswegs Vorwissen benötigt. Auch Unwissende bekommen einen einfachen Einstieg geboten, doch die Wurzeln werden hier weitergepflegt, und um der Pflanze von Anfang an beim Wachsen zuzusehen, muss man ins Jahr 1987 zurückkehren, als die Geschichte ihren Anfang nahm.

Wie erwähnt, folgt die Storyline zwar ganz bewusst wieder dem Klischeemuster, das auch ordentlich auf den Arm genommen wird (Stichwort: Plastikplane), hat dabei aber beinahe noch die interessanteren Ansätze, zumal alte Wunden zwar vorhersehbar, aber erfreulich emotional wieder aufgerissen werden. Mit Joss Ackland und Derrick O’Connor nehmen weiterhin zwei Villains den vorgefertigten Platz ein, den vor ihnen nicht überzeugender Mitch Ryan und Gary Busey besetzt haben.

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Obwohl “Lethal Weapon 2" einem Muster folgt, das heute eher für kalkulierte und enttäuschende Fortsetzungen steht, funktioniert das Rezept auf diese Reihe bezogen in diesem zweiten Fall ausgezeichnet. Zwar werden funktionierende Mechanismen wirklich nur in größeren Dosierungen als zuvor wiederholt, doch solange es Riggs und Murtaugh sind, die sich durch dieses Muster kämpfen, wirkt der aufgestockte Aufwand in Sachen Action und Humor keineswegs pointenfrei. Die Baddies sind noch böser, die Comedy noch spritziger und die Action ist in diesem Fall sogar so etwas wie Referenz. Ähnliches bieten andere Fortsetzungen zwar auch, laufen damit jedoch ins Leere - warum?
Andere Fortsetzungen besitzen einfach nicht das Charakterpotenzial, das immer noch auf Drehbuchautor Shane Black zurückzuführen ist. Exemplarisch die feurige Toilettenszene, die Humor, Action und Charakterentwicklung vorbildlich auf einen Nenner bringt und alles in einer grandiosen Szene punktgenau auflöst. Unter der unnachahmlichen Kumpelhaftigkeit, die Gibson und Glover ausstrahlen, bekommt jede ihrer Szenen einen unwiderstehlichen Charme, der auch Dramatisches zu tragen imstande ist. Das ist ein unbezahlbarer Joker, über den nur diese Reihe verfügt und den sie unverschämt gut ausspielt. Gefeit gegen Abnutzung ist dieser Joker nicht, das haben die Teile 3 und 4 bewiesen, die zwar beide noch herrliche Unterhaltung boten, aus verschiedenen Gründen aber langsam schon an Qualität verloren. Es hat aber immerhin noch für eine der besten Actionreihen überhaupt gereicht. “Lethal Weapon 2" ist Nutznießer dieser glücklichen Fügung und reiht sich damit zweifellos auf die gleiche Stufe wie sein Vorgänger.
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Auch Cinefreak steht auf die Liesel:

Klar, man kennt den Film schon ziemlich gut, Überraschungen sind genauso wenig noch da wie ein wirkliches WOW bei den Actionszenen. Warum also trotzdem nochmal einlegen?

Die Antwort liegt auf der Hand: LW 2 markiert meiner Meinung nach nach DIE HARD einen weiteren Schritt im Bereich des effektgeladenen Actionkinos, und das alles natürlich noch handmade mit Sprengsätzen, echten Stunts und echten Detonationen. Dabei glänzt insbesondere die Eröffnungssequenz mit einer spektakulären Autoverfolgung samt fetzigem Geballer und einer auch aus heutiger Sicht noch beeindruckenden Explosion. Spektakulärer CarCrash, herrlich sprühende Funken von automatischen Waffen, alles was das Actionherz begehrt, wird hier geboten.

Ein weiteres Mega-Actionhighlight stellt für mich die Szene mit dem Riggschen Häuser-Abrisskommando dar. Sicher, mittlerweile gab es sicher schon größes zu sehen, aber alles ist wunderbar "altmodisch" und gut anzusehen und für 1989 sicherlich mit das Geilste, was es im Bereich Actionkino zu sehen gab.

Storytechnisch gefällt es mir im nachhinein betrachtet, dass man einen Bogen zum Erstling spannt. Wer hätte denn damals gedacht, dass hinter Vickys Tod mehr steckt? - Also, ich nicht...und die Idee, Riggs mit dem Mörder seiner Frau zu konfrontieren, rockt ordentlich und hat emotionale Qualität. Sowieso wirkt die zweite Filmhälfte deutlich härter, brutaler und emotionaler wie auch düsterer als die erste es tat.

Zudem entwickeln sich die Figuren weiter. So ist es diesmal ja sogar Riggs, der im Angesicht der Gefahr sagt: "Außerdem betrifft es mich ja auch, und ich habe noch nicht vor zu sterben!"

Und trotz geringer Abnutzungserscheinungen der halt schon zu oft gesehenen Actionszenen, der Film unterhält durch und durch, ist streckenweise immer noch sehr witzig und insbesondere im D.C. mit einem ordentlichen Härtegrad versehen - und enthält so ganz nebenbei noch einige der spektakulärsten Actionszenen der 80er. Grund genug, die




:liquid10:

noch einmal zu zücken. Toller Streifen einfach.
Zuletzt geändert von Vince am 12.02.2012, 14:41, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag von Vince » 18.10.2006, 01:00

Lethal Weapon III

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Originaltitel: Lethal Weapon 3
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1992
Regie: Richard Donner
Produktion: Joel Silver, Richard Donner
Darsteller: Mel Gibson, Danny Glover, Joe Pesci, Rene Russo, Stuart Wilson, Steve Kahan, Darlene Love, Traci Wolfe, Damon Hines, Ebonie Smith, Gregory Millar, Nick Chinlund, Jason Meshover-Iorg, Alan Scarfe, Delores Hall

Riggs und Murtaugh sind zurück. Und vorweg: Es macht immer noch verflucht viel Laune.

Dabei lässt sich nicht übersehen, dass es erstmals überhaupt ernsthafte Abnutzungserscheinungen zu beobachten gibt. Es sind auf einmal einige Fragen zu stellen. Die wichtigste lautet: Wird die Reihe kommerzialisiert? Gewissermaßen trifft das zu. Im Vorspann eine fast sinnliche Spielerei mit Aufnahmen von loderndem Feuer, das sich unter dem sanften Titelsong “It’s probably me” von Sting und Eric Clapton zu einer “3" zusammensetzt und vor den Schriftzug “Lethal Weapon” positioniert wird. Ein Opener, der an Bond-Filme erinnert und die Explosivität des Actionfilms ästhetisiert, sie im Wissen um den hohen Status der Franchise geradezu zelebriert und für Genussmenschen appetitlich macht. Ein paar Ecken sind abgefeilt worden, denn von der düster-dreckigen Anfangszeit ist nicht mehr so viel geblieben. Im Gegenteil: Der traditionell abrupte Filmeinstieg mit einer Actionszene zeigt einen absolut irrational handelnden Riggs, der sich und seinen Partner in ein evakuiertes Gebäude zerrt, in dem eine Bombe tickt. Natürlich ist Riggs ein Verrückter, seinen Partner würde er normalerweise aber nie so gefährden, nur wenige Tage vor dessen Pensionierung.
Später dann feiern wir ein Wiedersehen mit Joe Pesci als Leo Getz, hinübergerettet aus dem zweiten Teil durch einen Makler-Job. Doch war die Figur des Leo Getz eigentlich fest mit der Story des Vorgängers gekoppelt und wurde genauso sicher nur deswegen zurückgebracht, weil es publikumsträchtig war - genau wie die absurde, zum Kreischen komische Bombenentschärfungssequenz. Schweigen wir ganz von der Einführung der Lorna Cole, gespielt von Rene Russo, die mit ihrer Popularität Patsy Kensit aus “Lethal Weapon 2" vollends in den Schatten stellt. Zu alledem tut sie dies auch noch als eine weitere dieser starken Frauenpersönlichkeiten mit Asskicker-Mentalität, die in den Neunzigern immer weiter ins Männerrevier Actionfilm eingedrungen sind.

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Und doch - so richtig böse kann man eigentlich niemandem sein, wenn man sich zum dritten Mal mit der ganzen Bande verbrüdert und in ihrer ungebremsten Spielfreude zergeht wie Butter. Sicherlich passt die Entschärfungsszene logisch betrachtet nicht so ganz ins Konzept, trotz des Wahnsinns, der sich in Riggs’ Schädel befindet. Aber die Dialoge sind so unverschämt gut und witzig, dass man noch im gleichen Moment entwaffnet wird, in dem man seine Argumente gegen die Mängel der Szene ordnen will. In diesem Moment ist man wieder zurück. Willkommen in der Familie.

Da stört nicht einmal die Sinnlosigkeit der Reaktivierung von Pescis Figur. In jedem gewöhnlichen Sequel wäre es ein unverzeihlicher Fehler, eine ewig quasselnde Sidekick-Figur überhaupt einzubringen, ganz zu schweigen davon, dass es überhaupt nicht nötig gewesen wäre, sie diesmal wieder zurückzubringen. Hier jedoch ist man glatt froh, Pesci wiedersehen zu dürfen. Sicher hat er seine Rolle der Publikumssicherung zu verdanken, doch gleichzeitig ist sie bereits voll und ganz in Fleisch und Blut dieser Serie übergegangen, und sie jetzt herauszureißen, wäre ein Verbrechen an der unermüdlich fortschreitenden Entwicklung gewesen.

Rene Russo stellt sich nicht viel dümmer dabei an, sich von Anfang an in die Konstruktion zu integrieren. Aufgrund der Art und Weise, wie ihre Figur präsentiert wird, ist es äußerst wahrscheinlich, dass sie dauerhaft ein Teil der Familie werden wird. Ebenso schnell hat man sie akzeptiert und freut sich auf Nachwuchs in einem Nest, das sich prächtig entwickelt.

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Denn Entwicklung ist weiterhin das zentrale Stichwort. Danny Glovers Murtaugh steht nun endgültig kurz vor der Pensionierung und sein Alter, das im zweiten Teil etwas aus dem Fokus gerückt war, drängt sich als Problempunkt immer weiter in den Vordergrund. Er trägt neuerdings einen Hüftgürtel und in der Umkleidekabine der Polizei geht ihm aus Versehen die Waffe los. Dass Riggs und Murtaugh nach dem Vorfall mit der Bombe aus dem Intro zu Verkehrspolizisten degradiert wurden, verbessert den Optimismus für die Zukunft nicht unbedingt.
Während Murtaugh am Ende eines Lebensabschnittes steht und auf ein leeres Feld der Perspektivlosigkeit starrt, steht Riggs ihm zur Seite und revanchiert sich gewissermaßen dafür, in Murtaugh und seinem Anhang eine Familie gefunden zu haben. Auf dieser Situation basiert diesmal die Beziehungszeichnung zwischen den beiden Kollegen, und nach wie vor schafft sie es, in ihren Bann zu ziehen. Als Riggs einen Wutanfall vortäuscht und Schränke zuschlägt, um den Schuss zu übertönen, der sich versehentlich bei der Waffe seines Partners gelöst hat, wird man Zeuge einer von vielen kleinen Gesten, die es ins Drehbuch oder zumindest in die Darstellerimprovisation geschafft haben, um die Tiefe des Beziehungsnetzes zwischen Riggs und Murtaugh zu verdeutlichen. Es funktioniert wunderbar.

Komplex wird es dann, als der diesmalige Fall und seine erschreckenden Nebenwirkungen in den trauten Alltag einbrechen. Die Story selbst bleibt allerdings diesmal wie die Schurkenriege relativ blass. Es geht im Wesentlichen um Waffenschmuggel und sogenannte “Copkiller”, Munition, die kugelsichere Westen durchstößt. Das sorgt zwar für einen ironischen Touch im Finale, ansonsten ist das Gerüst aber ziemlich dünn. Stuart Wilson verweilt in Tradition seiner Vorgänger, indem er lästige oder untreue Gehilfen umnietet und gleichzeitig damit noch seine Geschäftspartner einschüchtert, aber eine bedrohliche Aura kann er ungeachtet des raffinierten Kniffes, dass er früher mal Polizist war, nicht aufbauen.
Es sind viel mehr die Nebenschauplätze, die bedrückend wirken in diesem ansonsten von Spaß an der Freude dominierten Film. Mit den Jugendgangs, die im Waffenschmuggel involviert sind und dafür später vom Leben bitter bestraft werden, baut Richard Donner eine Peripherie ein, die vom gewöhnlichen Actioner normalerweise ignoriert wird. Man sieht große Kartelle, Massenschmuggel und die großen Bosse, aber nur selten Einzelschicksale von Individuen, die in diesen Strom geraten. Donner nimmt sich die Zeit, weil er weiß, dass die Serie aufgrund ihrer charakterbetonten Art solche Nebenschauplätze problemlos absorbieren kann. Das ist zweifellos der Fall. Die Fraktion der Oberhäupter wäre als einzige Herausforderung für Riggs und Murtaugh zu steril gewesen. Erfreulich, dass über den Freund von Murtaughs Sohn Nick der Plot um eine weitere Facette angereichert wird. Überhaupt ist auch erstmals Damon Hines als Nick mal etwas mehr von Interesse, während Traci Wolfe als seine große Schwester Rianne inzwischen in den Dreharbeiten zu einem Film ist - eine schöne Weiterentwicklung zum Kondom-Werbespot aus Teil 2.

Ohnehin ist “Lethal Weapon 3" auch das Etablissement der Tradition und Handlungsfortführung. Rückwirkend wurden speziell im Vorgänger die Grundsteine für einige Running Gags gelegt, die nun gefestigt werden. Ob nun Riggs in der “Wunden-Austausch-Szene” zahlreiche Verletzungen zeigt, die er sich in “Lethal Weapon 2" eingefangen hat oder ob er sich schon wieder seine Schulter ausrenkt, der Wiedererkennungswert ist sehr hoch und sollte man wider Erwarten die Vorgänger nicht kennen, entgehen einem zahlreiche Insider-Gags, die geschickt eingeflochten werden. Auch sie tragen dazu bei, jeden einzelnen Fall der beiden Cops nicht wie ein eigenständiges Werk aussehen zu lassen, sondern wie eine große Sache aus einem Guss. Ein wenig mag die Zeit an der Kreation von Shane Black gefressen haben, zumal wir uns inzwischen schon Anfang der Neunziger befinden, doch jeder der Filme ist unzweifelhaft Teil eines zusammenhängenden Ganzen. Neuanfänge werden nicht erzwungen. Es ist ganz im Gegenteil die vielleicht größte Stärke, dass das Leben einfach laufen gelassen wird, ohne künstliche Restriktionen. Es wurde nicht gefragt, was man denn im neuen Teil mit den Figuren anstellen wolle, sondern was die Figuren in einem neuen Teil machen würden.

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Alles weitere ist wieder Action und Comedy in unterhaltungstechnischer Vollendung. Es ist sicherlich nicht mehr alles Gold, was glänzt - das beweist zumindest die gute Frau Stalkerin, die wie ein Frettchen hinter dem verheirateten Murtaugh her ist, was in mehrfacher Hinsicht ziemlich unpassend wirkt. Nach wie vor bietet Donner aber einen hohen Standard nicht nur an Humor, sondern auch an Stunts, und macht seine Actionreihe zu einem Vorzeigemodell. Unverkennbar dabei ist aber auch die weitere Entwicklung gen Faszination für Explosionen und großflächige Destruktionen. Neben den standesgemäßen Autoverfolgungsjagden sind die Zerstörungsorgien zum Lieblingskind von Donner und Silver aufgestiegen. Die Action ist diesmal etwas prägnanter und eben größer, verliert dabei aber ganz leicht in Sachen technische Feinheiten.

Trotz der klassischen Fortsetzungsschwächen, die nun auch die “Lethal Weapon”-Filme eingeholt haben, ist der dritte Teil im Gesamteindruck immer noch ein ausgesprochen starker Film. Das hat er in erster Linie der nicht enden wollenden Spielfreude von Mel Gibson und Danny Glover zu verdanken, die sich schon immer besser zu verstehen scheinen und gewissermaßen auch den vierten Teil legitimieren, der 1998 nachgeschoben wurde. Dass die Geschichte um die Waffendealer sehr platt geschrieben ist und Stuart Wilson zu allem Überfluss nicht besonders prägnant in Erinnerung bleibt, ist halb so tragisch - einerseits, weil die Baddies in dieser Serie noch nie so besonders wichtig waren, andererseits, weil mit den Vorfällen um die Jugendgang des Freundes von Murtaughs Sohn Nick noch ein Nebeneffekt ins Spiel gebracht wird, der sich gut mit der Charakterentwicklung der Figuren verbindet (obwohl Nick selbst eher eine vermittelnde Funktion übernimmt). Für einen dritten Teil jedenfalls immer noch ziemlich abgefahrenes Material, demnach man es niemandem übelnehmen kann, dass man die “Lethal Weapon” noch immer nicht vergraben wollte. Vorhang auf für den nächsten Fall. Und sie werden immer älter für diesen Scheiß, aber nicht schlechter. Nur älter.
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Zuletzt geändert von Vince am 20.10.2006, 14:55, insgesamt 2-mal geändert.

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Registriert: 30.09.2005, 18:00
Wohnort: Aachen

Beitrag von Vince » 18.10.2006, 01:00

Lethal Weapon IV

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Originaltitel: Lethal Weapon 4
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1998
Regie: Richard Donner
Produktion: Joel Silver, Richard Donner
Darsteller: Mel Gibson, Danny Glover, Joe Pesci, Rene Russo, Chris Rock, Jet Li, Steve Kahan, Kim Chan, Darlene Love, Traci Wolfe, Eddy Ko, Jack Kehler, Calvin Jung, Damon Hines, Ebonie Smith

Der vierte Teil der legendären “Lethal Weapon”-Reihe schaffte es damals im Kino noch, mich mit meinen 17 Lenzen aus dem Stand wegzublasen. Eine Dynamitstange von einem Film hatte sich in mein Hirn eingefressen und wurde später auf Videokassette, noch später dann auch auf DVD immer und immer wieder gezündet. Ein schier makelloser Unterhaltungsfilm. Und nebenbei glaubte ich, die Produzenten könnten machen, was sie wollten: Wenn sie Riggs und Murtaugh ins Kino brachten, könnte das niemals schiefgehen, egal zum wievielten Mal sie es versuchten.

Heute sieht man das etwas nüchterner und vermutlich ist der vorerst (wahrscheinlich endgültig) letzte Teil naturgemäß wohl auch der schwächste. Das liegt vor allem daran, dass die Story derart mit überflüssigen neuen Nebenfiguren und Schauplätzen aufgeplustert wurde, dass die bis dato so nonchalante Gelassenheit einer nimmermüden Hektik wich, die zwar ein beeindruckendes Pacing mit sich führt, zugleich aber auch etwas wirr daherkommt. Ich bleibe zwar dabei: Mit Mel und Danny macht man unter Garantie nichts falsch. Aber um sie herum haben sich ein paar Dinge entwickelt, die nicht jedem schmecken dürften.

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Gibson und Glover machen es mir wenigstens insofern leicht, weiter auf sie zu vertrauen, als dass sich ihre Spielfreude nicht einmal für einen Cent verringert hat. Die unbestrittene Hauptattraktion, das unverwechselbare Buddy-Couple, dieses Teamwork aus einem konservativen Schwarzen und einem verrückten Weißen, es läuft unermüdlich auf Hochtouren.
Pate hat wohl auch ein wenig Clint Eastwood gestanden, denn zunehmend werden die heißen Fälle ein wenig zu heiß für zwei kräftig in die Jahre gekommene Herren und das Alter gibt immer mehr die Richtung vor. Inzwischen kommt gar der im Original noch so junge Riggs in seine Jahre und merkt, wie ihm die Zeit davonfliegt, während Murtaugh inzwischen bereits in die Phase übergegangen ist, sich damit abzufinden. Dieser Ansatz kommt zwar über einzelne Gespräche nicht hinaus, wird also auch kaum irgendwie in den Actionszenen verarbeitet, ist aber ein ganz netter Nebeneffekt der Tatsache, dass die Zeit in dieser Franchise nicht ähnlich wie bei James Bond stehen bleibt, sondern sich verflüchtigt.

So wartet auch schon der erste Nachwuchs sowohl seitens Riggs (seine Freundin Lorna, Quereinsteigerin seit Teil 3, ist schwanger und will außerdem ihren Draufgänger heiraten, der sich allerdings noch immer nicht ganz von seiner verstorbenen Frau gelöst hat) als auch seitens Murtaughs (seine Tochter Rianne, die ein Baby von einem Cop erwartet, von dessen Existenz Murtaugh nichts weiß). Soweit eine schöne Entwicklung. Auch Joe Pesci meldet sich wieder zurück, ist diesmal “lizensierter PS” (Privatschnüffler) und geht nun eben auf diese Weise seinen Freunden auf den Keks. Das ist alles noch zu verdauen. Nur gesellen sich zusätzlich noch massig weitere Problempunkte hinzu: Ein gewisser “Biscuits” oder “Butters”, auf jeden Fall irgendwas mit “B” (Chris Rock) gibt sein Stelldichein als ermittelnder Jungkommissar. Dann die Frage, woher Murtaugh plötzlich so viel Geld hat. Leo und seine “Fröschi”-Geschichte. Die missverständliche Schwulensituation. Die seit dem ersten Teil involvierte Polizeipsychologin wird gedemütigt. Eine chinesische Flüchtlingsfamilie wird im privaten Heim versteckt. Eine komplette Kultur erhält Einzug in die Serie, so dass einige Szenen in Chinatown schon ein wenig an “Rush Hour” erinnern. Und zuletzt hätten wir da noch die bisher zugänglichsten und greifbarsten Bösewichte aller vier Filme. Mit denen wird in einer Szene sogar gemeinsam eine Lachgasorgie gefeiert.

Das ist insgesamt schon ein wenig viel für die zwei Stunden. Nicht, dass man schwer folgen könnte oder die Erzählstränge nicht alle recht gut miteinander verbunden worden wären, doch was sich daraus ergibt, ist teilweise eine Over-the-Top-Inszenierung mit einer unwahrscheinlich wirkenden Abfolge von Vorfällen, die etwas untypisch für die Reihe ist. “Lethal Weapon 4" fällt also nicht nur durch den neuen Kurzhaarschnitt Gibsons ein wenig aus der Rolle, sondern auch durch den hastigen Umgang mit Szenen und Charakteren, was teilweise ein wenig bemüht wirkt. Manchmal vermisst man trotz der unschlagbar gut aufgelegten Darsteller ein wenig die Lockerheit und Eigendynamik. Es bleibt ein wenig das Gefühl zurück, Richard Donner und Joel Silver fühlten sich gezwungen, alles bisher Dagewesene zu toppen - was ihnen dann bezeichnenderweise zum Teil auch gelingt, ohne wirklich gut daran zu tun.

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Der Auftakt ist jedenfalls noch Wahnsinn pur, absolut spektakulär und kein bisschen fehlplatziert. In Sachen Ideenreichtum schlägt dieser Durchgeknallte im Schutzanzug mit Flammenwerfer und Heavy Metal-Mucke sämtliche Vorgänger-Intros ohne Mühe. Eine pressende Extremsituation mit allerlei Feuer- und Regenpartikeln - memorabel nicht nur als Best Of dieser einen Reihe, sondern eines Querschnitts des kompletten Genres. Richtig genial wird es aber erst, als Riggs und Murtaugh plötzlich anfangen, sich in diesem Gewirr aus Wasser, Feuer und Kugeln über die Schwangerschaften ihrer Angehörigen auszutauschen, als würden sie im Wohnzimmer sitzen und Kaffee trinken, zumal dabei gleichzeitig ein Austausch über die Verantwortung gegenüber der Familie und die Gefährlichkeit des Jobs mitschwingt - ein Irrwitz im Angesicht eines Psychopathen, dem es gerade in den Sinn gekommen ist, mal eben alles niederzubrennen, was ihm zu nahe kommt.

Dass allerdings ein Actionfilm mit seinem Highlight beginnt, sollte normalerweise natürlich nicht sein. Leider lernen wir mit Comedian Chris Rock kurz darauf einen der Tiefpunkte kennen. Wo man schon über den ständig plappernden Joe Pesci verfügte, bleibt absolut fragwürdig, was die Macher dazu veranlasste, noch einen Komiker zu verpflichten. Die Gags, die er einbringt, sind ausnahmslos überflüssig und erinnern in ihrem Aufbau auch noch unangenehm an die Stand Up-Comedy, aus der er stammt. Das grenzt mitunter im jeweiligen Kontext durch die Art des Vortrags schon fast an Geschmacklosigkeit (“Müssen wir jetzt schon Mordopfer aus China importieren?”) oder ist zumindest belanglos (Gespräch über Handys). Ganz witzig ist zwar die Verwechslungssituation, aber doch auch sehr konstruiert, und außerdem geht der Humor dort fast komplett von Murtaughs Naivität aus.

Auf der anderen Seite ist mit Jet Li aber auch ein begrüßenswerter Neuzugang festzumachen. Ursprünglich sollte Jackie Chan die Rolle des geheimnisvollen Wah Sing Ku übernehmen. Da der sich aber prinzipiell gegen Villain-Rollen sträubt, durfte Jet Li sein Hollywood-Debüt feiern und auch er spielte erstmals einen Bösewicht. Unter diesen Voraussetzungen kann man von einem sehr gelungenen Einstieg in den US-Markt sprechen. Zwar wird ihm nicht die Möglichkeit geboten, sein komplettes Repertoire als Kämpfer abzurufen, doch im Vergleich mit dem ziemlich blassen Stuart Wilson aus Teil 3 überzeugt Jet Li als mysteriöser Hintermann vor allem in Verbindung mit dem wie gesagt ausgesprochen zugänglich spielenden Kim Chan als Onkel Benny, der auch für so manchen Lacher gut ist. Li dagegen bleibt im Kontrast - auch dies eine gelungene Maßnahme - vollkommen ernst und ironieresistent, was der Komikerveranstaltung einen schönen Kontrast verleiht und insofern eine gewisse Spannung aufbaut, als dass man ein wenig das Gefühl hat, Lis Figur werde von seinen Gegnern nicht ganz ernst genommen und könne am Ende noch eine größere Bedrohung darstellen. Auf diese Rolle hin wurde Jet Li in Hollywood später immer wieder das Image des in sich gekehrten, ernsthaften Einzelkämpfers aufgedrängt und galt bald schon als Kontrastprogramm zu Jackie Chan, obwohl sich beide in Hong Kong in Sachen Komödie teilweise nicht sehr viel genommen haben.
Die Story um chinesische Menschenhändler übt diesmal viel mehr Einfluss auf Optik und Verhalten der Cops aus, als es bislang in der Reihe gang und gäbe war. Schon in den ersten drei Teilen gab es immer wieder kleinere Anspielungen auf die asiatische Kultur; mit dem langsam durchbrechenden Erfolg des östlichen Actionkinos erst durch Jackie Chan (“Rush Hour”), später dann durch “Matrix” und “Tiger & Dragon”, gerieten Drehbücher, die rund um asiatische Kultur gestrickt waren, zunehmend in die Schubladen der US-Produzenten.

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Actionfans werden dann auch wieder ordentlich bedient, weil Riggs und Murtaugh irgendwann beschlossen haben, dass sie eben doch nicht zu alt für den Scheiß sind. Um dies zu beweisen, wird vor allem ein großes Brett neben dem Prolog aufgefahren: Die Autobahnszene. Das Turnen über Autos und Laster, durch transportable Küchen hindurch und das Surfen auf einem Brett mit Plastikplane macht einen Riesenspaß. Ein Haus steht natürlich auch wieder in Flammen, das hat sich bei Joel Silver ja inzwischen eingebürgert. Der Rest besteht vor allem aus hektischen Verfolgungsszenen zu Fuß, die auch wieder ein wenig an Jackie Chans damalige HK-Produktionen erinnern (“First Strike”, inkl. Fahrstuhlszene).
Ein wenig enttäuschend dagegen fällt der Showdown aus, der mit Regen, Blitz und Donner zwar schön atmosphärisch geworden ist, von der Abfolge her aber ziemlich unspektakulär bleibt und nebenbei Jet Li, der die ganze Zeit über so effektiv zum unbesiegbaren Oberschurken stilisiert wurde, seine Magie nimmt.

Man kann noch so viel meckern; Mein Gefühl sagt mir, es immer noch mit einem verdammt guten Actionfilm zu tun zu haben, der viele seiner Genrekollegen locker in die Tasche steckt. Dazu bleibt das Buddy-Gespann zu grandios, die Unterhaltung zu dicht und auch Gefühl und Weiterentwicklung kommen nicht zu kurz. Viele Kritiker hatten endlich einen Grund gefunden, einen Satz zu äußern, der ihnen irgendwann bei jeder Filmreihe automatisch im Kopf herumspukt: “Es wird Zeit, die Reihe zu beenden”. Nach vier alles in allem fantastischen Filmen und der für mich neben “Stirb Langsam” wohl besten Actionreihe überhaupt sage ich: Gebt mir mehr! Ich bin noch nicht zu alt für diesen Scheiß!
:liquid7: ,5

Bilderquelle: Alle Screenshots von Screenpower.de
Zuletzt geändert von Vince am 20.10.2006, 18:25, insgesamt 3-mal geändert.

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Beitrag von Samir » 18.10.2006, 01:13

Jo wieder mal 1A review bei mir gingen am anfang einige der Screenshots nicht aber jetzt gehen die komisch.

Zu dem ersten Teil stimm ich dir in allen Punkten zu, der Film ist mit das beste was im Buddymovie gibt und das liegt an Mel und Danny. Und Shane black find ich sowieso große Klasse gibt eigentlich keinen Film den er geschrieben hat den ich nicht mag. Lethal Weapon, Last boy Scout selbst Last Action Hero und Long Kiss Goodnight einfach klasse Actioner und über Kiss Kiss Bang Bang muss man nicht viel sagen und sein Auftritt in Predator ist ja auch genial mit seinen Meine Freundin hat ne riesen Pussy witze :lol:

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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 18.10.2006, 01:26

Fein fein, freue mich schon auf die anderen Reviews :)
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Beitrag von freeman » 18.10.2006, 16:39

Hammergeiles Review. Phättester Respekt mein Lieber!
Wegen Riggs und Murtaugh kommt man immer und immer wieder auf diese Filmreihe zurück. Wegen ihnen fühlt man sich so wohl in der Franchise, dass man sie am liebsten niemals enden lassen möchte. Eine derartige Bindung zu situativen Aspekten eines Films, einen solchen Wunsch, immer und immer wieder einer Situation beizuwohnen, an der Riggs und Murtaugh beteiligt sind, habe ich nie wieder bei einer anderen Serie verspüren können.
Das sehe ich ganz genauso. Mit jedem Teil wird das Franchise zu einer Art Familientreffen zu dem man obendrein auch noch gerne hingeht, da die Gastgeber einfach saucool drauf sind. Für mich ist die ganze Serie ein Film wie aus einem Guss. Und jedesmal muss man nur die beiden Namen Gibson und Glover lesen und schon hat man das breiteste Grinsen auf dem Gesicht. Gerade der "Kenne ich dich nicht" Gag aus Maverick, der ja nur wegen der Serie hier existenzberechtigt ist und im Grunde eines der sinnlosesten Cameos ever zu einem der witzigsten macht, unterstreicht dies tadellos. Gerade in Actionreicheren Filmen kann man sich den einen ohne den anderen gar nicht mehr vorstellen. Die Dynamisierung der familären Atmosphäre durch das Einbringen neuer Figuren wie Russo und Pesci oder die konsequente Verfolgung des Entwicklungsweges der Kinder von Murtaugh unterstreicht das nur ...

Und irgendwie wünscht man sich wirklich Teil dieser Familie zu sein ... Geil! Und die Action ist eh über alle Zweifel erhaben! Die I ist für mich ein klarer 10er ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von StS » 18.10.2006, 16:55

Sehr gute Kritik, doch gerade bei dem erwähnten Zitat geht meine Meinung in eine andere Richtung:
Wegen Riggs und Murtaugh kommt man immer und immer wieder auf diese Filmreihe zurück. Wegen ihnen fühlt man sich so wohl in der Franchise, dass man sie am liebsten niemals enden lassen möchte.
Ja, man hat die 2 zu schätzen gelernt, doch die Macher haben es verpasst, aufzuhören, als es letztendlich genug war - und zwar mit dem 3. Teil, der schon hinter seinen Vorgängern hinterher hinkt.

Stattdessen haben sie einen unnötigen 4. Teil hinterher gejagt, der nicht nur im Vergleich recht schwach ausfiel, sondern auch noch allgemein belanglos daherkam. Zu viele Figuren, zu wenig Innovationen, kein Drive. Die beste Szene ist die erste, der Showdown enttäuscht - dazwischen bleibt auch nicht viel in Erinnerung: Positiv, dass Jet Li zum ersten mal in Hollwood auftreten durfte, negativ die endlosen Blödelgespräche von Pesci UND Rock. Action-technisch bleibt nicht viel hängen, zumal man sich auch zu wiederholen gegonnen hat (gilt auch für den inhaltlichen Bereich). Die Serie hat sich spätestens mit dem Sequel überlebt.

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Beitrag von Sir Jay » 18.10.2006, 17:23

Der reviewstil ist mittlerweile "einzigartig", auch ohne autoren nennen würde ich wissen, wer das verfasst hat.
Durch das reivew hab ich aber nicht wirlich unbedingt mehr lust auf die Filmreihe bekommen, denn eigentlich habe ich sie mir schon seit monaten zum pflichtprogramm gemacht, ständig aber kam mir ne andere DVD dazwischen :lol:

Jetzt muss erstmal noch futurama season 4 her, auf die Alien auadrologie hab ich plötzlich lust bekommen (eigentlich nur wegen teil 2), und vorher wollte ich auch noch alle wichtigen John Woo's mein Eigen nennen, aber LW muss auch noch her, ganz sicher...versprochen :wink:

und zu dem "police story"-bezug.
vielleicht sollte ich mich als fan schämen die frage zu stellen, aber war police story in seinem Konzept (Polizeithriller) wirklich so wegweisend, auch für hollywoodsche produktionen?

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Beitrag von Vince » 18.10.2006, 23:34

Erstmal thanx for feedbacking and kissing my ass! :wink:

@StS: Na, dann kannst du dich bei den Teilen 3 und 4 schon mal auf Reviews gefasst machen, die zwar tendenziell deiner Meinung entsprechen, aber alles viiiiieeeelll positiver sehen. :wink: Für mich ist das Zusammenspiel von Gibson und Glover auch im vierten Teil noch über alles erhaben und ich konnte da keinerlei Ermüdungserscheinungen festmachen. Ich liebe diese Reihe einfach, und zwar wegen dieser beiden Figuren. Der Rest folgte zugegeben wirklich dem typischen Schicksal einer Filmreihe: Sie nutzte sich ab, das ergeht "Lethal Weapon" nicht anders als anderen. Aber das Flair, das von den Protagonisten ausgeht, ist meiner Meinung nach bis zum letzten Teil erhalten geblieben-

Ach so, und denkwürdige Actionszenen gab es doch eigentlich auch dort genug? Die Highwaysequenz finde ich beispielsweise absolut beeindruckend.
Sir Jay hat geschrieben:und zu dem "police story"-bezug.
vielleicht sollte ich mich als fan schämen die frage zu stellen, aber war police story in seinem Konzept (Polizeithriller) wirklich so wegweisend, auch für hollywoodsche produktionen?
Keine Ahnung, ob die sich wirklich haben beeinflussen lassen. Mir ist das in den Sinn gekommen, weil der Switch von Härte und Comedy wirklich sehr ähnlich ist und Police Story zwei Jahre älter ist; außerdem findet man in "Lethal Weapon" immer wieder kleinere Andeutungen auf asiatische (Film-)Kultur. Das wird dann erst im vierten Teil überdeutlich zurückgeholt.

Ansonsten: Review zu Teil 2 ist jetzt auch online.

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Beitrag von Samir » 18.10.2006, 23:48

jo wieder mal klasse, in diesem Fall unterscheiden sich aber unsere Benotungen leicht. Von mir bekommt der 2. Teil 8/10. Könnte jetzt auch nicht sagen warum aber ich finde im Gegensatz zu Teil 1 und Teil 4 die beide von mir 9/10 bekommen haben fehlt etwas.

Irgendjemand müsste sich dann auch an Loaded Weapon dran machen bei dem Screenshot mit Gibson ballernd auf seinem Wohnwagen muss ich immer an Loaded Weapon denken wie Willis da rauskommt und den Typen sagt sie wären am Falschen Wohnwagen :lol:

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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 18.10.2006, 23:51

Sehr gut ist das Review zu Teil 2 geworden. Rehspecht :D
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Beitrag von freeman » 19.10.2006, 01:07

Liesel Weapon II ist auch ein echter Rocker, der bei mir allerdings erst langsam reifen musste. Ich fand ihn wegen dem Einschlag mit Patsy Kensit nicht wirklich gelungen, vor allem da dieser Einschlag ein bisschen zu dramatisch für meinen Geschmack den Ton des filmes veränderte, der die letzten Minuten fast alles an Komik und Wohlfühlelementen aus dem Film heraustrieb. Man erinnere sich, der nächste Gag kommt erst von Riggs IM ABSPANN!!! Das fand ich damals, als ich ihn das erste mal gesehen habe, ziemlich verstörend ... warum auch immer, da ja die eins eigentlich auch so funktionierte. Aber irgendwie wirkte da die Balance gewahrter. HEUTE und nach vielmaligen Anschauen ist dieser Einwand obsolet geworden, da er eben einfach auch notwendig war, um zu zeigen, wie Freund Riggs wirklich ticken kann, wenn er muss. Allerdings wurde diese düstere Seite gerade in den Fortsetzungen verworfen ... diese funktionierten dann zwar bei mir sofort, sind im Nachhinein betrachtet aber schwächer als Teil I und II ... wenn auch bei weitem nicht deutlich. In der Reihe würde ich nie unter 7 gehen. Die Zwei bekommt von mir wie von dir Vince 9 von 10.
im Fernsehen läuft eine Kondomwerbung mit Rianne als Premiere
Was passiert ohne Kondom? Genau, es gibt Schlieren ... überall. Bettwäsche, Scham, untergelegtes Handtuch, egal. Und da sind wir beim Thema: Silberne Box der Reihe kaufen und DRINGEND die DVDs auslagern ... ich wollte es nur noch mal erwähnt haben, das da was war ;-)

Weiter so Vince!!!

In diesem Sinne:
freeman, restlos begeistert
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Beitrag von Samir » 19.10.2006, 01:11

freeman hat geschrieben: Was passiert ohne Kondom? Genau, es gibt Schlieren ... überall. Bettwäsche, Scham, untergelegtes Handtuch, egal. Und da sind wir beim Thema: Silberne Box der Reihe kaufen und DRINGEND die DVDs auslagern ... ich wollte es nur noch mal erwähnt haben, das da was war ;-)
bei mir sind auf Teil 3 und 4 schlieren druff, DVDs funzen trotzdem einwandfrei

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Beitrag von freeman » 19.10.2006, 01:15

Bei mir hats "nur" die Labelseiten erwischt ... Aber man kann ja die Unbedarften schonmal vorher warnen ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von Samir » 19.10.2006, 01:18

och hatte das mit der Schweigen der Lämmer das er nicht funzte. Aber das war direkt nachdem Kauf schon so umtausch geld zurück und ich bin immer noch ohne einen meiner Lieblingsfilme in meiner Sammlung :(

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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 19.10.2006, 01:22

Ohje, das leidige Schlieren Thema hatte ich ja vollkommen verdrängt :(
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Beitrag von freeman » 19.10.2006, 01:28

Jo, Terminator durfte ich auch auslagern und Monster AG ... alle haben aber nur nen leichten schleier und zumeist auf der Labelseite, warum auch immer ... funzen tun sie glücklicherweise alle noch ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 19.10.2006, 01:30

Ich hab nichts ausgelagert... leichtsinnig? :?
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Beitrag von Samir » 19.10.2006, 01:31

Monster AG :shock: da muss ich nachgucken wusst gar nicht das dass bei dm auch galt

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Beitrag von freeman » 19.10.2006, 01:36

Jo, Monster Ag hatte es bei mir die Bonus DVD erwischt ...

Ich weiß noch Evolution, da war ich aber ausnahmsweise außen vor ...

@ Bob: Ich würde zumindest mal wieder kontrollieren ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 19.10.2006, 01:38

freeman hat geschrieben: @ Bob: Ich würde zumindest mal wieder kontrollieren ...

In diesem Sinne:
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Ich hab aber Angst vor dem Ergebnis... nunja.. morgen mal schauen.... *bibber*
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Beitrag von LivingDead » 19.10.2006, 09:30

Hab mir die Box gestern bestellt... dürften ja jetzt wohl Amarays sein, bei denen sich das Thema Schlieren erledigt hat, oder?
Mit freundlichem Gruß
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Beitrag von kami » 19.10.2006, 09:33

Wieder mal sehr feine Rezis, ich liebe die LW-Reihe auch, aus genannten Gründen, die Action dagegen fand ich nie so prall und hat mich erst beim dritten und vor allem vierten Teil etwas geflasht.

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