Komodo vs. Cobra

Filme abseits des Actiongenres aber mit Actionhelden [irgendwie so in der Art]
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freeman
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Komodo vs. Cobra

Beitrag von freeman » 27.05.2007, 00:37

Komodo vs. Cobra

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Originaltitel: Komodo vs. Cobra
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2005
Regie: Jim Wynorski als Jay Andrews
Darsteller: Michael Paré, Michelle Borth, Jerri Manthey, Glori-Anne Gilbert, Ryan McTavish, Ted Monte, Jay Richardson, Renee Talbert u.a.

*Grummel* *Grooooar* *Brüll* *Schrei* *GrrrRrrrr* Viel mehr hören wir zu Beginn des Streifens Komodo vs. Cobra nicht. Doch halt, mischt sich da nicht Menschengeschrei unter die tierischen Laute? Oh ja, und da brechen sie auch schon aus dem Unterholz eines tropisch anmutenden Eilands. Zügigen Schrittes hechten die Gestalten auf die Kamera zu und direkt hinter ihnen ... eine Komodo Echse ... verdammt groß ist sie und hungrig schaut sie auch aus! Ein "Geh weg" des einen Läufers später, macht es *happs* und der Gute stürzt sich kopfüber in den Schlund des possierlichen Tierchens. Die beiden anderen Nasen nutzen die Gelegenheit der Echsensiesta zur Flucht und landen flussabwärts in einer idyllischen Lagune. Feuer will man machen und auf Hilfe warten ... dumm nur, dass die sich aus dem Wasser schälende Riesenkobra da etwas dagegen hat. *Happs* und schon ist wieder ein Mensch weniger auf Erden.

Daheim macht man sich mittlerweile Sorgen um den Verbleib der Expedition und das Militär beauftragt ein Team nach dem Rechten zu schauen. Gleichzeitig chartern zwei Mitglieder der Vereinigung "One Planet" Captain Stoddard an, ein Seefahrer alter Schule mit zweifelhaften Piratenruf. Er soll sie zur Insel Isla Damas bringen - natürlich das Eiland vom Beginn des Filmes! Zu heldenhafter Dschungelmucke bricht man auf, labert Dünnes auf Stoddards Kahn, zickt sich an und checkt sich ab. Stoddard kommt die ganze Chose mehr als komisch vor. Ein Team aus Umweltaktivisten, bierseligen Vollidioten und Reportern lässt bei ihm die Alarmglocken schrillen. Als man die Insel erreicht hat, kann man aufgrund unterseeischer Riffe nicht direkt vor Anker gehen und wartet die folgende Nacht ab, um des Morgens die Insel zu erkunden. In der gleichen Nacht landet ein Armycorps auf der Insel und holt sich ein Auge an den Gegebenheiten auf Darma Island. Dabei laufen die Soldaten dem süßen Komodo Waran von Beginn ins offene Maul, können ihn letztendlich aber sprengen. Leider erweist sich der ohnehin recht große Komodo als eher kleines Jungtier. Saure Mama inklusive ... und mit einem *happs* ist der Rest des Platoons Waranfutter.

Als die Gruppe um Stoddard auf der Insel gelandet ist, wird offenbar, was man eigentlich auf der Insel will. Angeblich soll das Militär hier grausame Tierversuche durchführen, die es nun aufzudecken gäbe. Beweise, dass mit der Insel etwas nicht stimmt, findet man auch recht schnell ... unter anderem seltsam überdimensionierten Mais. Die angeblichen Tierversuche müssen die "One Planet" Kerle gar nicht erst lang suchen, denn die "Versuche" finden unser Team ... zum Fressen nett. So endet alles, wie es begann: *Grummel* *Grooooar* *Brüll* *Schrei* *GrrrRrrrr* *happs* *happs* *jamm* *jamm* *Grummel* *Grooooar* *Brüll* *Schrei* *GrrrRrrrr*

Schön, gelle? ;-). Wie jetzt, das klingt aus verschiedensten Filmen zusammengeklaut? Und? Ja ja, ok, ihr habt ja Recht. Innovativ ist an dem kleinen Monstertrasher nichts und man kann ihm leider auch nicht wirklich bescheinigen, dass er durchgängig Spaß machen würde. Dazu hat er vor allem im Mittelteil zu viele absurde Momente, in denen man versucht, dem Zuschauer zu erklären, wieso auf der Insel alles so ist, wie es sich nun einmal darstellt. Nur, wen juckt das? Der Film heißt Komodo vs. Cobra und davon gibbet leider herzlich wenig. Viel mehr wenden sich die "kleinen" Schuppentiere dem menschlichen Interieur zu und da wird's meist arg finster. Denn spätestens hier werden dann die arg schlechten Effekte offensichtlich. Dabei schneidet die Cobra noch am Besten ab, da man hier wenigstens erkennt, auf was die Animatoren hinaus wollten. Beim Komodo kann man das nicht mehr uneingeschränkt behaupten, scheint dieser doch einen ordentlichen Zacken zu komplex für die vorhandene Hardware/das zur Verfügung stehende Budget gewesen zu sein. Um einige Probleme zu verstecken, werden beide Viechers gerne aus halbhohen Perspektiven gefilmt, die es nicht notwendig machen, zu zeigen, wie die Viecher mit dem Boden interagieren und wie es mit dem Schattenwurf ausschaut. Hier funktionieren die Effekte noch erstaunlich gut. Doch spätestens, wenn die Viecher in der Totale präsentiert werden, wird es arg mies. Der Schattenwurf ist lächerlich missraten, die Viecher scheinen keinen echten Bodenkontakt zu haben und aufgewirbelter CGI Staub als "Beweis" der Bodenhaftung war noch nie eine gute Idee. So auch hier. Eine echte Mensch-Tierinteraktion gibt es auch nicht wirklich. Zumeist stehen die Menschen leicht nach hinten verkrümmt mit erhobenen Armen schreiend vor den Tieren und verschwinden im Schnitt-Gegenschnittverfahren mit einem *Happs* im Maul der Reptilien. Auch der Rest der Effekte ist nicht unproblematisch. Vor allem die CGI Explosionen am Ende sucken ziemlich.

Optisch wird solides TV Mittelmaß geboten, wobei maximal die exotische Kulisse herausstechen kann, die aber auch nicht wirklich zur vollsten Zufriedenheit ausgenutzt wird, denn hier wären durchaus noch ein paar Postkartenmotive mehr drin gewesen. Musikalisch weiß das immer gleiche Musikthema zwar nicht unbedingt zu verzücken, doch es kommt zumindest herrlich bombastisch daher. Wenn die Kamera zu Beginn auf die Insel zufliegt und das Thema ertönt, wähnt man sich fast in Jurassic Park 4! Net schlecht. Schlecht dagegen ist die Anlage des Filmes. Hier wird einfach zuviel erklärt und tauchen die Viecher viel zu früh auf! Ja, richtig gehört. Die Viecher sind viel zu früh omnipräsent! Die Folge: Der beeindruckend scharfe weibliche Cast kommt nicht zum Klamottenablegen! Und das wo da echt Frauen herumspringen, die mit ihren Moppen den Film noch einmal deutlich hätten aufwerten können. Schade. So würden ihre schauspielerischen Leistungen vielleicht auch etwas - sagen wir - intensiver wirken, denn hier schwankt man doch arg zwischen mau und lau hin und her. Hahn im Korb ist Michael Paré als Stoddard. Paré, der nach wie vor einer eigentlich nicht vorhandenen Karriere hinterher hechelt, macht in seiner Rolle durchaus Spaß und ist mit deutlich mehr Engagement bei der Sache als bei ähnlich gelagertem Monstertrash a la Gargoyles (im übrigen vom gleichen fähigen Regisseur unter dem gleichen wohlklingenden Synonym - Jay Andrews - verbrochen!), was vielleicht auch daran liegt, dass er bei Komodo vs. Cobra dank Produzentenjobs auch ein gewisses Mitspracherecht hatte. Demzufolge versucht er sich hier als kalauernde One Liner Maschine und hat durchaus ab und zu den einen oder anderen passenden Spruch in petto. Wirklich umhauen kann er einen aber trotzdem erneut nicht.

Das Ergebnis ist Monstertrash a la Boa vs Python, der sich leider erneut viel zu ernst nimmt. Immerhin wird man halbwegs passabel unterhalten.
:liquid4:

Uncut gibt es den Streifen auf DVD von der Firma VCL Communications / Cine Plus. Die DVD selber ist ab 16, der Hauptfilm allerdings schon ab 12 freigegeben.

In diesem Sinne:
freeman
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3d-razor
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Beitrag von 3d-razor » 27.05.2007, 15:23

Hmm...beim Score gebe ich dir durchaus recht, Chuck Cirino hatte schon immer ein Händchen für eingängige Themen, die dann leider so oft wiederholt werden im Film, das sie dann doch nerven. Aber der Film an sich... :shock: Man merkt leider Wynorski langsam wirklich an, das er keinen rechten Bock mehr auf das Filme drehen hat.

:liquid2:

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