Flags of Our Fathers / Letters from Iwo Jima

Filme abseits des Actiongenres aber mit Actionhelden [irgendwie so in der Art]
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Flags of Our Fathers / Letters from Iwo Jima

Beitrag von Vince » 29.06.2007, 18:19

Flags of Our Fathers

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Originaltitel: Flags of Our Fathers
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2006
Regie: Clint Eastwood
Darsteller: Ryan Phillippe, Jesse Bradford, Adam Beach, Jamie Bell, Robert Patrick, Barry Peppers, Neal McDonough, Paul Walker, Joseph Cross, Ken Watanabe, Patrick Dollaghan, Jon Kellam, Andri Sigurðsson, Michael Ahl

Ein auf den ersten Blick und für sich alleine betrachtet konventioneller, typisch amerikanischer Antikriegsfilm. Das Epos leitet in der Gegenwart ein, als ein Veteran im hohen Alter auf der Treppe einen Herzanfall erleidet und dabei unentwegt ruft “Wo bist du? Wo bist du?” Wer gemeint ist, wird dann am Ende aufgeklärt, nachdem man zwischenzeitlich für zwei Stunden ins Jahr 1945 entführt wurde und anschließend um einiges schlauer ist; allerdings bei weitem noch nicht schlau genug, denn zu diesem Zeitpunkt fehlt noch ein Baustein und man möchte nicht so recht zu dem Folgeschluss kommen, dass Clint Eastwood tatsächlich das Meisterwerk auf die Leinwand gebracht hat, das im Vorfeld überall erwartet wurde.

Dem vor allem durch die Anfangssequenz aus “Der Soldat James Ryan” entstandenen Trend zur Darstellung von totalem Realismus, den zuletzt erfolgreiche Genrefilme des grundsätzlich dem Drama unterzuordnenden Genres verfolgten, geht Eastwood aus dem Weg. Die niedrige Freigabe dokumentiert diese Entscheidung, obwohl freilich trotzdem nicht auf explizite Szenen verzichtet wird, wo sie sich ergeben (die FSK 12 kann zumindest stark angezweifelt werden). Aber der Verzicht auf das Mitbewerben um die unverblümtesten Kriegsszenen, die ja einen Gegenentwurf zu den Off-Screen-Toden der Schergen und heldenhaften Untergängen der Helden aus der John-Wayne-Ära darstellen, bedeutet keinesfalls einen Kompromiss; vielmehr haben sich bei “Flags” die Prioritäten verlagert, und obgleich Eastwood in Sachen Aufbau und Struktur einen geradezu gewöhnlichen, in der Masse der zuletzt aufgekommenen (Anti-)Kriegsfilme sogar fast unnötigen Film gedreht hat, scheint genau hier bereits das erste Indiz dafür hinaus, dass das Werk doch nicht ganz so gewöhnlich ist wie es sich zunächst anfühlt. Die Bestätigung wird man in diesem ersten Teil jedoch nicht mehr bekommen.

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Eastwood bewegt sich vom Schlachtfeld oft ebenso weit weg wie von den stets nur am Horizont als graue Masse dargestellten Japanern, so dass im Grunde beide Anti-Elemente - die Japaner und der Krieg selbst - wie bösartige Geschwulste dastehen, die in ihrer Verbohrtheit kein Erbarmen kennen. In Bezug auf den Gegner kennt man dieses Schema der Darstellung und oft genug hasst man es; neu hingegen ist, dass auch das Wesen des Krieges selbst scheinbar erstmals hundertprozentig als das Monster gezeichnet wird, das es ist - eine von Nationalität und Gegnerseite unabhängige dunkle Macht, ein dem Menschen innewohnendes, dunkles Naturell ohne Aspekte, die man ihm positiv abgewinnen könnte wie Stolz, Moral oder Ehre. Denn wo bisherige Referenzen den Krieg durch realitätsnahen Splatter und Gore bestialisierten, nur um alles wieder durch unnötigen Pathos einzureißen, konserviert Eastwood den Krieg von jeglicher Versuchung, pathetische Elemente die Vorherrschaft übernehmen zu lassen.

Dies geschieht anhand der berühmten Fotografie von der ikonischen Stemmung einer amerikanischen Flagge durch sechs Soldaten, ein Sinnbild für den amerikanischen Siegeswillen, eine Idee, die für eine Wende sorgen sollte. Die Fotografie ist historisch gesehen ein totales Faszinosum, da es die niemals zu unterschätzende Macht der menschlichen Vorstellungskraft in einem schier unendlich erscheinenden Bezugsrahmen aufzeigt. Auf seine Materialität reduziert ist eine Fotografie ein belichtetes Stück Papier; seine Macht erhält es durch die Projektion menschlicher Schlussfolgerungen. Die belichtete Struktur wird mit einer Semantik behaftet, sie ist nun nicht länger ein Stück Papier, sondern ein Etikett für einen Gedanken, eine Idee oder einen Wunsch.

Man hätte dies leicht wieder für die Darstellung von amerikanischem Pathos einspannen können - Durchhaltevermögen, Siegeswillen, Attribute, denen ein strahlender Glanz gut zu Gesicht gestanden hätte. Doch Eastwood macht das genaue Gegenteil und perversiert die Hintergründe um das Bild. Er zeigt, wie sich die Rädchen auf abscheuliche Art in den amerikanischen Obrigkeiten drehen, mit dem absurden Höhepunkt, dass drei der Soldaten vom Foto, die aus dem Krieg zurückzukehren vermochten, in einer absurden Parade die Szene auf einem Berg aus Pappmaché rekonstruieren müssen. Einer von ihnen gar ein amerikanischer Ureinwohner, der hier noch vom anonymen Volk bejubelt, aber anschließend nicht einmal in die Kneipe an der Ecke eingelassen wird.

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Dabei sind dem Zuschauer die Themen nicht ganz fremd. “Flags” zeigt zum Beispiel zwei unterschiedliche Arten der Diskriminierung von Indianern durch die “neuen” Amerikaner, nämlich einmal die offene, konfrontierende Beleidigung (der verbotene Zutritt zum Lokal), und einmal die subversive, in geheucheltes Lob oder Interesse an der Person verpackte Variante (ein Rangoberer stammelt einen Satz in Indianisch und fragt, ob der Soldat einen Tomahawk in den Rücken eines Japaners geworfen habe). Beides kennt man durch unzählige Beiträge des Antikriegsfilms und anderer Genrebereiche. Die Perversität der Nachstellung der Fotografie wird mitunter zu offensichtlich, zu plakativ vorgetragen und die zaghaften Pfade, die tief im Inneren das Ungewöhnliche umwehen, werden kurzzeitig wieder verlassen, um auf die Hauptstraße zurückzukehren, die vor Eastwood schon so viele betreten haben.

Auch bei der Wahl der Darsteller scheint es, man habe nicht immer das Optimum herausgeholt. Ryan Phillippe ist ganz einfach damit überfordert, die Hauptrolle zu tragen; Adam Beach wird, da er eine charakterlich fast identische Figur bereits in “Windtalkers” spielte, langsam auf einen Stereotypen festgeklopft; und sonst kann überhaupt niemand wirkliche Akzente setzen, auch wenn natürlich anzumerken ist, dass viele Darsteller dies gar nicht sollen. Paul Walker beispielsweise leiht einem im Endeffekt eher “unwichtigen” Soldaten nur deswegen für ausgesprochen kurze Zeit sein prominentes Gesicht, um zu verdeutlichen, dass das Individuum im Krieg keine Bedeutung hat. Hier ähnelt die Vorgehensweise des Regisseurs derjenigen von Terrence Malick bei “Der schmale Grat” auffallend.

Inhaltlich und auch visuell - “Flags” lebt wieder von der schmutzig-klaren, mit kalten Blautönen versehenen Atmosphäre - ist Eastwood schon hier ein Meisterwerk gelungen, nur gelegentliche Unpässlichkeiten beim Aufzeigen der Wege, die das Foto hin zur Unsterblichkeit (über die Einzelschicksale der auf ihm zu sehenden überlebenden Soldaten) vollzog und eher durchschnittliche Schauspielleistungen lassen es absinken. Als Einzelwerk wäre "Flags" deswegen "nur" gut...
:liquid7:

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Beitrag von Vince » 29.06.2007, 18:20

Letters from Iwo Jima

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Originaltitel: Letters from Iwo Jima
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2006
Regie: Clint Eastwood
Darsteller: Ken Watanabe, Kazunari Ninomiya, Tsuyoshi Ihara, Ryo Kase, Shido Nakamura, Hiroshi Watanabe, Takumi Bando, Yuki Matsuzaki, Takashi Yamaguchi, Eijiro Ozaki, Nae, Nobumasa Sakagami

Jeder Krieg hat zwei Seiten und Eastwood scheint der Einzige zu sein, der das wirklich begriffen hat. Die Tatsache, dass er selbst mit propagandistischen Kriegsfilmen aufgewachsen ist, die nur Gut und Böse kannten, kennzeichnet ihn als intelligenten, selbst denkenden Menschen aus, denn seinen eigenen Wurzeln stemmt er sich nun entgegen und vervollständigt mit "Letters from Iwo Jima" nun ein einzigartiges Antikriegs-Epos, das als einziges mir bekanntes Werk Vollständigkeit für sich beanspruchen kann. Erst mit dieser zweiten Arbeit, die aus Sicht der Japaner und im Originalton erzählt wird, erreicht der vorangehende "Flags" seine wirkliche Klasse, denn von nun an komplettieren sich beide Filme, nehmen interdisziplinär aufeinander Bezug, kausal handlungstechnisch gesehen wie ideologisch, und endlich setzt es sich zusammen, das im Vorfeld erwartete Meisterwerk.

Denn nun sind es die Amerikaner, die dämonisiert werden: Sass man in "Flags" noch mit den US-Soldaten in den auf Iwo Jima andockenden Schiffen und wurde hinterlistig aus Tunnelgewölben heraus beschossen, stellt sich jene Armada aus US-Kriegsfahrzeugen nun als androhende Gefahr dar, denn man sitzt nun auf der Insel und muss mit ansehen, wie sich das Meer am Horizont mit graumetallenen Flecken deckt.

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Die Dialoge sind wohl das Erhellendeste an "Letters", denn sie verraten zum einen die unterschiedlichen Ideologien der Japaner und Amerikaner (alleine der erste gesprochene Satz fühlt sich schon bemerkenswert in die japanische Kultur ein), und doch sind sie alle Menschen mit den gleichen Bedürfnissen, eine Erkenntnis, die auch mancher japanische Soldat im Laufe des Filmes zu realisieren beginnt. Gedreht auf japanisch, gesteht Eastwood den verwöhnten Amerikanern nun nicht einmal eine US-Tonspur zu, denn im Grunde ist die Tonspur ja die gleiche wie in “Flags”, nur dass der Anteil der japanisch sprechenden Charaktere nun umgekehrt proportional zu derjenigen aus dem Vorgänger ist. Die wenigen Worte, die in amerikanisch gewechselt werden (etwa zwischen dem japanischen Offizier und dem amerikanischen Kriegsgefangenen), sind an einer Hand abzuzählen.
So klug diese Entscheidung für das Land auch sein mag, dessen Beteiligung hier verarbeitet ist, so nachvollziehbar ist meiner Meinung nach allerdings auch die Entscheidung, dem deutschen Publikum eine Tonspur in der eigenen Sprache vorzulegen. Indem man nämlich die Japaner in der eigenen Sprache sprechen hört, verstärkt sich das Identifikationspotenzial gegenüber der Option, das Japanische mit deutschen Untertiteln zu verfolgen, erheblich - zumal die Synchronisation (erfreulicherweise ohne nennenswerte bekannte Synchronsprecher, die an der Authentizität genagt hätten) qualitativ relativ gut gelungen ist und vor allem nicht die kulturelle Herkunft unterschlägt. Entsprechende Ausrufe wie “Banzai” bleiben daher auch in der Übersetzung erhalten.

Rückblenden veredeln den menschlichen Faktor und verleihen der Geschichte äußerst komplexe Zusammenhänge, die es sehr schwer machen, irgendwelche Erklärungen zu finden für das immer wiederkehrende Muster. Kriegerische Auseinandersetzung zwischen Völkern kennt man, seit Geschichtsschreibung betrieben wird. Eastwood maßt sich nun nicht an, ein Rezept (sprich: eine Moral) zu entdecken, die in der Zukunft gegen Kriege helfen könnte; er verarbeitet lediglich Historisches und deckt auf, wie viele Graustufen existieren, die man bisher noch nicht entdeckt hat. Soziale und gesellschaftliche Normen stehen auf dem Prüfstand, wenn der japanische General in einer Rückblende bei einem US-Prominenten zum Essen eingeladen ist und von der Frau des Amerikaners die spekulative Hypothese in den Raum gestellt wird, dass Japan und Amerika gegeneinander im Krieg stünden und wie der Gast daraufhin handeln würde. Die Antwort ist im Gegensatz zur folgenden Realität diplomatischer Natur.

Die Rangordnung der japanischen Armee verleiht “Letters” seinen Spannungsbogen, der dieses zweite Werk auch formell seinen Vorgänger übertrumpfen lässt. Wenn Männer unterschiedlicher Grade aufeinander stoßen und ihre Standpunkte nicht immer übereinstimmen, ergeben sich Spannungsspitzen, die zeitweise vom ungeliebten Gegner ablenken und in tiefliegende Auseinandersetzungen mit sich selbst ausarten. Die mit Ehrgefühl verbundene Selbsttötungsszene, der emotionale Höhepunkt der Geschichte, wirkt eigentlich ehr- und sinnlos und stellt so etwas wie die "unsichtbare Hand des Krieges" dar, die Manifestation einer unsichtbaren, teuflischen Gottheit, die nur durch das Handeln der Menschen ihre Existenz einnimmt. Ein Handeln, das aus guten Absichten resultieren kann, aber stets im Bösen endet. Ein Handeln, das in diesem speziellen Fall in Japan gar als Tradition durchgehen kann; das “Seppuku” kennt man hier bereits seit dem 12. Jahrhundert. Und das ist das eigentlich Schockierende in diesen Momenten, die Selbstverständlichkeit, mit der eine Kultur dem kollektiven Selbstmord einen positiven Wert wie “Ehre” auferlegt - unfassbar für unsereins.

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Darüber vergisst man auch, dass “Letters” irgendwo im Nichts zu schweben scheint, sich weitestgehend von zeitlichen Lokalisierungen fernhält und den Fokus auf kleinere Soldatengruppen richtet, die keine Vorstellungen davon zulassen, wie der Kampf um Iwo Jima aus der Makroperspektive ausgesehen haben muss. Der Blickwinkel ist klar mikroperspektivisch und nähert sich von dort aus der angestrebten Wahrheit, und vielleicht schaut jene Wahrheit genau deswegen ein wenig anders aus als diejenige, die man als Ergebnis einer makroperspektivischen Betrachtung gewinnen würde.

“Letters” ist gegenüber "Flags" der in sich geschlossenere und stärkere Film, der außerdem über die besseren Schauspielleistungen verfügt (allen voran Ken Watanabe spielt hervorragend). Allerdings hat er auch den wichtigen Vorteil, erst an zweiter Stelle zu kommen und sich bereits auf das Komplementäre beziehen zu können. Denn rückblickend reicht "Flags" wieder recht nahe an "Letters" heran.

Insgesamt liefert Clint Eastwood den Beweis dafür, dass das Ganze oftmals weit mehr als die Summe seiner Teile ist. "Flags of our Fathers" und "Letters from Iwo Jima" sind für sich betrachtet zweifellos gute Antikriegsfilme, aber nur gemeinsam ein Meisterwerk. Ein erschreckender Parallelismus auf den Krieg, denn von ihrer funktionalen Seite aus betrachtet ist die Armee ohne ihren Feind rein gar nichts. Doch Armeen bestehen aus Menschen und Menschen sind weit mehr als Soldaten. Zum Beispiel Eltern, Kinder, Ehepartner. Eine Randnotiz, in “Flags” und “Letters” versteckt in Subplots. Eastwoods Botschaft (sofern man das hieraus zu ziehende Substrat “Botschaft” nennen darf bzw. will) ist es, dass diese Subplots es eigentlich verdient hätten, die Haupthandlung zu sein.

Flags of Our Fathers: :liquid7:
Letters from Iwo Jima: :liquid8:
Das Gesamtwerk: :liquid9:

DVD kommt von Warner im Steelbook mit beiden Filmen und einer Bonusdisc zu "Flags". Frei ab 12 bzw. 16, beide uncut. Review zur Scheibe gibts hier.


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freeman meint:

Mit Letters from Iwo Jima bringt Clint Eastwood heuer sein ehrgeiziges Projekt um die Bebilderung der Schlacht um die strategisch wertvolle japanische Insel Iwo Jima zu einem hervorragenden Ende. Erzählte das komplementäre Werk Flags of Our Fathers die Ereignisse um die Schlacht aus Sicht der Amerikaner, die gegen einen gesichtslosen, eins mit den Bergen der Insel gewordenen und nahezu dämonischen Gegner ankämpften, verleiht Letters from Iwo Jima nun den japanischen Kombattanten ein nur zu menschliches Gesicht. Unter anderem das von General Kuribayashi. Ein umsichtiger, schlauer und gewitzter Feldherr, der bei seinen einfachen Untergebenen schnell begeisterte Anhänger findet, bei seinen ranghohen Untergegebenen dagegen häufiger aneckt. Denn Kuribayashi genoss eine westliche Militärausbildung und ist infolgedessen immer darum bemüht, die verkrusteten Traditionen der japanischen Kriegsmaschinerie aufzubrechen. Dies entpuppt sich schnell als sinnloses Ankämpfen gegen Windmühlen, was verheerende Folgen für die Schlacht haben wird. Nur seinem strategischen Geschick und seiner Idee, in den Bergen der Insel weitschweifige Tunnelsysteme anzulegen, von wo aus man an jedem Ort der Insel zuschlagen konnte und immer einen veritablen Schutz in der Hinterhand hatte, wird man es verdanken, dass die Japaner die Insel in einem vollkommen aussichtslosen Kampf überraschend lange halten können. Kuribayashis Wege kreuzen sich im Zuge der Ereignisse häufiger mit dem einfachen Bäcker Saigo, dem er dreimal das Leben retten wird. Saigo wurde eher widerwillig zum Dienst für Kaiser und Mutterland verpflichtet und hinterließ unfreiwillig seine hochschwangere Frau ihrem Schicksal. Saigo seinerseits wird einen Mann namens Shimizu kennen lernen. Ein Mitglied der japanischen Geheimpolizei, der wegen Befehlsverweigerung seine Stelle verloren hat und in der Hölle von Iwo Jima schnell an seine Grenzen geführt wird. Kaum einer dieser Protagonisten und nur wenige ihrer Kameraden werden die Schlacht überleben ...

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Grund dafür sind nicht einmal die verlustreichen Scharmützel. Vielmehr werden unglaublich viele Soldaten ihr Leben überkommenen Ehrenkodizes aus alten Samuraizeiten opfern. Dieser glorifiziert den Tod nach einer Niederlage als glorreiche Pflicht. Demnach lernt die japanische Armee nicht aus ihren Niederlagen, vielmehr richten sich die Besiegten selbst. Ein Akt, der beim Betrachter unglaubliche Beklemmung auslöst und Szenen generiert, die an Intensität kaum noch zu überbieten sind. In der eindrücklichsten und grausamsten Sequenz richtet sich eine besiegte Einheit in einem Tunnelsystem selbst, indem sie Handgranaten, nur abgeschirmt durch ihre Hände, in Herzhöhe gegen den eigenen Körper pressen. Was übrig bleibt ist kaum mehr als ein Haufen Fleisch. Diese Szene sitzt wahrlich wie ein Fausthieb in die Magengrube, prallen hier doch vor allem kulturell vollkommen verschiedene Ansichten aufeinander. In unseren Breiten wird man nämlich in Bezug auf die Nachvollziehbarkeit dieser Handlungsweise nur ungläubig mit dem Kopf schütteln. Ein Fakt, der noch mehr dafür sorgt, dass diese unglaubliche Sequenz auch noch lange nach dem Film nachhallt und sich fast unvergesslich einbrennt. Genauso schockierend wie diese Selbstmordaffinität der Soldaten sind die Zustände, die in Letters from Iwo Jima beschrieben werden. Die japanischen Soldaten siechten mehr tot als lebendig in den Tunnelsystemen vor sich dahin. Es gab kaum Nahrungsmittel, kein sauberes Wasser, man war chronisch unterbesetzt, das Kaiserreich verwehrte aufgrund verlustreicher Kämpfe an anderen Kriegsschauplätzen jegliche Form von Nachschub, das tagelange Dauerbombardement zerrte an den Nerven und schon nach zwei Tagen herrschte akute Munitionsarmut. Wenn sich dann auch noch die eigenen Offiziere gegen Kuribayashi stellen und nach eigenem Gutdünken handeln, fragt man sich schon, wie die Japaner dieses Eiland so lange halten konnten. Auf jeden Fall wird so der heroische Sieg der Amerikaner, der ja schon in Flags entzaubert wurde, noch einmal richtig extrem geerdet. Denn egal, wie der Sieg im Nachhinein mittels des Flaggenhissungsfotos auch glorifiziert wurde, wirklich heroisch war an der Eroberung von Iwo Jima nichts.

Clint Eastwood erzählt Letters im Gegensatz zu Flags ungemein geradlinig und unterbricht nur mit wenigen Rückblenden in das Leben seiner japanischen Protagonisten diese narrative Grundstruktur. Zudem lässt sich Eastwood sehr viel Zeit für die Verortung seiner Protagonisten, was in der letzten Stunde für ein hohes Involvement des Zuschauers sorgt, da hier Menschen in den Opfertod rennen, die einem wahrlich ans Herz gewachsen sind. Wenn dann die Schlacht um Iwo Jima endgültig entbrennt, legt Eastwood den Fokus gar nicht so sehr auf die Kriegshandlungen. Viel mehr scheint ihn die Dynamik in den Tunneln und die psychologischen Kämpfe der japanischen Protagonisten in den dunklen Gängen zu interessieren. Diese tragen nämlich einen offenen Kampf der Tradition gegen die Moderne aus. Sie hinterfragen überkommene Moralvorstellungen und sie stellen schnell fest, dass der von der Propaganda dämonisierte Feind nicht anders ist, als sie selbst. Menschen mit Wünschen, Zielen, Hoffnungen und vor allem mit Familien, denen sie, genauso wie die Japaner, entrissen wurden, um in einem Krieg zu kämpfen, dessen Sinn sie gar nicht richtig verstehen. Dennoch entwirft Eastwood auch einige eindrückliche Kriegsszenerien. So gigantische Totalen von der engmaschigen Bombardierung der scheinbar vollkommen schwarzen Insel, der Landung der Amerikaner auf Iwo Jima und der anrückenden amerikanischen Flottenverbände. Diese Szenen, die vor allem die technische und zahlenmäßige Übermacht der Amerikaner demonstrieren, sind hervorragend getrickst und verursachen den einen oder anderen Gänsehautmoment. In den Kampfszenen ist Eastwood dann auf Augenhöhe mit seinen Protagonisten und geht mitten rein ins Scharmützel. Folgerichtig darf die Kamera umherstolpern und orientierungslos umherschwenken, was für eine hohe Authentizität sorgt. Optisch bleibt Eastwood unglaublich gedeckt in der Wahl der Farben. Zunächst dominieren monochrom grünstichige Bilder. Diese gehen über in einen sepiafarbenen Abschnitt und münden in monochrom rotstichigen Momenten. In der eigentlichen Schlacht zieht Eastwood sämtliche Farbe aus dem Film und verleiht ihm so die Anmutung eines Schwarz-Weißfilmes. Hier arbeitet er mit harten Kontrasten, viel Dunkelheit und setzt nur wenige farbige Akzente mit Signalfarben wie Rot (Blut) oder Orange (das komplette Farbspektrum, das bei Explosionen und Flammenwerfern im Allgemeinen auftreten kann). Das untermalen Kyle Eastwood und Michael Stevens mit einem extrem reduzierten, sehr feingliedrigen, niemals - auch in den Schlachten nicht - aufbrausenden Soundtrack, der ein sehr schönes Thema transportiert, abseits dieses Themas aber nicht hundertprozentig zu überzeugen weiß.

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Dagegen wissen die Darsteller allesamt zu überzeugen. Dabei hat es mir nach Last Samurai und der Geisha erneut Ken Watanabe als General Kuribayashi angetan, der hier mit unglaublicher Leinwandpräsenz einen charismatischen General verkörpert, dem wohl jeder ohne groß zu zögern sein Leben in die Hände legen würde. Watanabe ist meines Erachtens ein ähnlicher Charismatiker wie es heute nur noch Chow Yun Fat oder Harrison Ford sind. Im Gegensatz zu jenen, hat er aber meines Erachtens eine deutlich größere schauspielerische Bandbreite, die er in Letters in vollem Umfang einbringen kann. Toll seine verschmitzt humorigen Kommentare in Richtung seiner verknöcherten Offiziere. Schön sein legerer Umgang mit seinen einfachen Untergegeben. Mutig sein Ankämpfen gegen die Traditionen und grandios die Momente, in denen er seiner Wut in kurzen Ausbrüchen freien Lauf lässt. Dieser grandiosen Performance stehen die restlichen Darsteller in Nichts nach. Eastwood beweist sich dabei erneut als großer Schauspielerregisseur, dem nicht viel an großen Gesten und überkandidelter Mimik liegt. Er verweilt lieber in den Gesichtern seiner Darsteller und liest daraus alles ab, was er transportieren möchte. In Letters reichen kurze Nahaufnahmen der Schauspieler, um ganze Geschichten von all dem Stress, der Anspannung, der Angst und der Wut zu erzählen, die die Figuren beherrschen.

Wenn man Iwo Jima Vorwürfe machen will, muss man konstatieren, dass die Konzentration auf Kuribayashi, Saigo und Shimizu ein wenig dazu führt, dass man das Gefühl hat, hier würde nur eine Handvoll Japaner gegen eine riesige Übermacht ankämpfen. Diesen Eindruck federt Eastwood selbst nie ab! Es gibt niemals Kommentare zu Truppenstärken, Verlustangaben usw.. Damit wird das Massengrab Iwo Jima (laut historischen Überlieferungen ließen hier knapp 20 000 Japaner ihr Leben) meines Erachtens ein wenig verklärt und mutet fast schon an wie die Geschichte um die 300 Spartaner, die sich an den Thermophylen einer riesigen Perserübermacht stellten. Ein weiterer Punkt ist das vollkommene Fehlen von Zeitangaben. Es wäre schön gewesen, zu erfahren, wie lange die Kämpfe andauerten (meines Wissens fast 40 Tage) und wie lange die Entbehrungen der Japaner eben insgesamt vorhielten, da sie ja schon vor den Kämpfen unter extremen Nahrungsmittelengpässen zu leiden hatten. Als Zuschauer verliert man allerdings vollkommen den zeitlichen Bezug, zumal hier im Dialog immer einmal Sprünge von mehreren Monaten erwähnt werden, diese sich aber nicht wirklich manifestieren - weder klimatisch, noch optisch. In der letzten Stunde sieht man dann zwar am körperlichen Verfall der Soldaten, dass einige Zeit ins Land gezogen ist, etwas spezifischere Zeitangaben wären aber sehr schön gewesen. Ein weiterer Punkt geht an die Verleiher und hat mich schon in Apocalypto gestört: Die Untertitel! Ich habe nichts gegen Untertitel im Kino, allerdings sollte man sich über deren Erscheinungsform schon ein wenig Gedanken machen! Gerade bei einem farblich tristen Streifen wie Letters ist es verheerend, wenn weiße Untertitel gewählt werden und diese sogar relativ häufig vor ebenfalls weiß anmutenden Hintergründen erscheinen. So gehen hier doch einige Dialoge in irgendwelchen "weißen Löchern" unter.

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Schlussendlich ist Letters from Iwo Jima eine wütende Anklage gegen jegliche Kriegstreiberei, die berührt, nachdenklich macht und Szenen aufbietet, die noch lange nachwirken. Im Zuge des gesamten Projektes um die Schlacht von Iwo Jima hätte ich es allerdings lieber gesehen, wenn Letters von einem japanischen Regisseur inszeniert wurden wäre, einfach, weil hier die japanische Sicht der Ereignisse eben durch die Augen eines westliches Regisseurs transportiert werden. Die Gefahr ist meines Erachtens, dass wir letztendlich nur eine idealisierte (siehe meinen Kritikpunkt zu der starken Fokussierung auf die Hauptfiguren) und an die Mainstreamkonventionen angepasste (und sei es nur in den kleinsten Einzelheiten) amerikanisierte Sicht der Ereignisse zu sehen bekommen. Da ich allerdings nicht in der Lage bin, einzuschätzen, inwiefern hier eventuell Verfälschungen stattgefunden haben, bleibt mir nach Sichtung von Letters nur folgende Wertung ...
:liquid8:

In diesem Sinne:
freeman

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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 29.06.2007, 18:31

Hammer starke Reviews Vinceling :)

Nach den tollen Kritiken bin ich noch heisser auf die Filme... Thalia mach hinne :D
Wollt Ihr 'nen Ritt auf meinem Discostick?
Putzt euch die Zähne mit 'ner bottle of shit
Nein Mann ich will noch nicht gehen
Ich will weiter auf dich schiffen
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Beitrag von StS » 08.07.2007, 10:38

Letters from Iwo Jima

:liquid6:

Entgegen der geläufigen Meinung empfand ich ihn als etwas schwächer als "Flags" (7/10), welcher mehr Abwechslung und eine interessantere Perspektive besitzt. Der jüngere Hauptdarsteller ging mir mit seiner (typischen oder klischeehaften?) asiatischen Art (albern Rumblödeln etc) auf den Keks, der Film hätte noch eine Menge mehr aus der "Brief"-Materie herausholen können. Manchmal wußte ich auch angesichts (aus westlicher Sicht) unfreiwilliger Komik lachen: Beispielsweise das Bild vom Pferd in der Hemdtasche - wäre es ein Film über GIs, hätte ein US-Farmboy wohl einer das Foto eines Schafes dabei gehabt ... und, wo wir schonmal dabei sind, einer wie Andy Dick die Hauptrolle bekommen (hey, vielleicht könnte der ja auch, so wie Adam Sandler, in solchen ernsten Parts überzeugen? :wink: ). Gute Regieleistung vom Clint, ein "netter" Blick auf die andere Seite des Geschehen (aber nix Neues da) sowie ein starker Ken Watanabe festigen die Note am oberen Durchschnittsrand... schade.

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Beitrag von Vince » 08.07.2007, 15:39

Ich hätte dir deine Meinung schon vorhersagen können. :wink:
Findest du denn auch nicht, dass die beiden Filme gemeinsam einen Wert erlangen, den sie alleine nicht erreichen?

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Beitrag von StS » 08.07.2007, 15:55

Vince hat geschrieben:Findest du denn auch nicht, dass die beiden Filme gemeinsam einen Wert erlangen, den sie alleine nicht erreichen?
Jip, das auf jeden Fall! Ist definitiv ein interessantes und ambitioniertes Projekt vom Clint gewesen, welches nur, zumindest in meinen Augen, unterm Strich nicht ganz optimal ausgefallen ist. Würde bei meiner Bewertung aber insgesamt nicht über die 7/10 hinausgehen...

PS: BANZAI! :lol:

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Beitrag von wolfman » 08.07.2007, 19:16

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Flags Of Our Fathers
(USA 2006)

Ein Foto kann über die Unterstützung der Bevölkerung zu einem Krieg entscheiden. Als 1945 amerikanische Soldaten auf der japanischen Insel eine Flagge hissen entsteht ein Foto, das einer ganzen Nation die Hoffnung auf einen Sieg gibt. Die drei überlebenden Soldaten werden von der Front abgezogen und in die Heimat zurückgeschickt. Hier werden sie als Helden gefeiert und sollen die Werbetrommel für Kriegsanleihen rühren, die dringend benötigtes Geld in die leeren Kriegskassen spülen sollen.

Regisseur Clint Eastwood zeigt mit Flags Of Our Fathers auf, wie die vermeintlichen Helden von Iwo Jima instrumentarisiert und zu PR-Zwecken eingesetzt werden. Der permanente Wechsel zwischen den einzelnen Zeitebenen hemmt jedoch den Erzählfluss etwas. Leider nicht ganz so packend wie andere Vertreter des Genres, jedoch eine solide Dokumentation jüngerer Geschichte.
Mit Letters from Iwo Jima erzählt Clint Eastwood die Geschichte der Schlacht aus japanischer Sicht.

:liquid6:


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Letters From Iwo Jima
(USA 2006)

General Tadamichi Kuribayashi (Ken Watanabe) wird auf die Insel Iwo Jima versetzt, wo er die Verteidigung gegen die Amerikaner vorbereiten soll. Da er lange Jahre in den USA gelebt hat, kennt General Kuribayashi die amerikanische Kriegsführung und weicht stark von den japanischen Kriegsführungsmethoden ab. Sehr zum Missfallen seiner anderen Führungsoffiziere. Doch das Anlegen ganzer Tunnelsystem zahlt sich aus, und so können die amerikanischen Invasoren länger zurückgehalten werden als ursprünglich angenommen. Jedoch kommt es zu zahlreichen Verlusten, aber durch ihre Mentalität und die Ehre für ihr Land zu kämpfen stellen sich die japanischen Soldaten auch diesem aussichtslosen Kampf.

Nach Flags Of Our Fathers erzählt Regisseur Clint Eastwood mit Letters From Iwo Jima die japanische Sicht auf die erste Schlacht auf japanischem Boden. Das Werk, das eigentlich nur als "Nebenprodukt" geplant war übertrumpft seinen Bruder jedoch ganz klar. Die Erzählstruktur wirkt einfach stimmiger und auch das Involvement und das mitfiebern mit den Soldaten gelingt "Letters" wesentlich besser als "Flags".
Vielleicht ist es jetzt an der Zeit solche Filme zu drehen! Die Generation an Zeitzeugen und sogar unmittelbar beteiligter Personen verschwindet langsam. Und so bleibt uns und unseren Nachfolgegenerationen diese filmische Aufarbeitung eines der dunkelsten Kapitel unserer Geschichte. Unter diesem Aspekt würde ich auch das Gesamtwerk bestehend aus Flags Of Our Fathers und Letters From Iwo Jima auch noch höher bewerten (8/10).

:liquid7:

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Beitrag von Hannibal » 17.08.2007, 11:37

Gestern Flags gesehen...
Kann den ganzen Kritiken voll und ganz zustimmen. Clint Eastwood gelingt das erwartete Über-Antikriegs-Epos leider nicht. Das liegt imo aber nicht an der Struktur, die ich absolut erfrischend fand, denn das übliche Kampfgetümmel mit hunderten von Soldaten, von denen man in der Hektik eh keinen einzigen wiedererkennt, lässt einen wie in den meisten anderen Kriegsfilmen emotional ziemlich kalt. In den Szenen kann eigentlich nur die überragende Optik punkten mit teilweise wunderschönen Panorama-Shots und der wuchtig auf die kleine Insel dreschende Kriegsmaschinerie. Die Geschichte um die 3 Kriegshelden reißt hingegen mit, ist gesellschaftkritisch und hinterfragt das Konstrukt "Krieg" auf eine ganz neue Weise...leider für Eastwood-Verhältnisse überraschend oberflächlich, aber es funktioniert nichts desto trotz. Größtes Problem waren imo die Schauspieler, denn keiner von ihnen kann seine Rolle so richtig mit Leben füllen. Alle wirken überfordert, wodurch die Identifikation fast vollständig flöten geht und am Ende nur noch die Story und die über jeden Zweifel erhabene Inszenierung bleibt. Mit stärkerer emotionaler Bindung zu den Charakteren hätte das ein dramatischer Hammer werden können, so bleibt ein definitiv überdurchschnittlicher Kriegsfilm, der den Schrecken von einer ganz neuen Seite beleuchtet...
:liquid7:

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Beitrag von freeman » 18.08.2007, 00:21

Habe mal mein Letters Review reingebastelt ...

Und ich muss es einfach nochmal erwähnen: Im Kino war Letters in japanisch! Komplett! Ich war bei Goutieren der DVD vor kurzem auf einmal komplett baff, als die Japaner auf einmal deutsch sprachen! DAS nenne ich mal nen Service für eine DVD Veröffentlichung!

In diesem Sinne:
freeman
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Beitrag von Vince » 18.08.2007, 14:10

Was? Die Synchro ist extra für die DVD angefertigt worden? :shock:

Ich muss ja sagen, ich hatte es auch so in Erinnerung, dass der nur auf japanisch gezeigt wurde und war ziemlich überrascht, dass es eine deutsche Tonspur auf der DVD gab. Aber da dachte ich einfach, ich hätte mich geirrt.

Oder hast du einfach nur zufällig eine OV-Vorstellung erwischt und teilweise wurde der auch in den Kinos auf deutsch gezeigt?

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The Punisher
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Beitrag von The Punisher » 18.08.2007, 14:16

Vince hat geschrieben: Oder hast du einfach nur zufällig eine OV-Vorstellung erwischt und teilweise wurde der auch in den Kinos auf deutsch gezeigt?
Ich vermute stark das es so war, das die extra für die DVD eine Synchro anfertigen obwohl er im Kino nur OmU lief halte ich für unwarscheinlich. Fals es doch so ist verlange ich sofort eine Synchronisierte neuveröffentlichung von Gibsons Apocalypso und Passion Christi :lol: :wink:
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Beitrag von Joker6686 » 18.08.2007, 19:50

Ich hab das vor ein paar Wochen schon erwähnt, für die DVD wurde extra eine Synchro angefertig. Wurde in den gängigen Videotheken Blättern sogar beworben DVD Exklusiv. Im Kino lief er NUR auf japanisch. Die Synchro wurd denk ich gemacht um höhere Absatzzahlen zu erzielen, da eine DVD nur OmU sich sicher nicht so gut verkauft wie eine mit deutscher Synchro. Denke das hier ein Spezialfall vorliegt, da Flags eben auch synchronisiert wurde, daher dachte man wohl, wenn wir ne CE veröffentlichen müssen wir auch ne Synchro zu Letters bringen.

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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 19.08.2007, 01:51

Die Synchro zu Letters ist aber sau mies, die macht den öden Film noch mieser :)
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Beitrag von wolfman » 19.08.2007, 08:01

MysteryBobisCREEPY hat geschrieben:Die Synchro zu Letters ist aber sau mies...
Dickes dito!

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Beitrag von freeman » 19.08.2007, 19:46

So wie der Joker es schreibt, isses korrekt ... bin bei Recherchen dann auch über derartige Meldungen gestoplert, dachte nämlich, meine Mutter will mich verarschen, als sie meinte, der Film sei doch deutsch gewesen und nur die Amis seien in Englisch zu hören gewesen. Da gings bei mir nur: Hä? Ich wußte noch genau, wie schwer es war, meine Kumpel da mit ins Kino zu kriegen, eben weil der nicht synchronisiert war und dann sowas :lol: ... zur Synchro kann ich aber noch gar nichts sagen. DVD liegt noch ungeguckt hier rum ...

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Beitrag von Vince » 20.08.2007, 13:38

Ich weiß nicht, was an der Synchro so saumies sein soll. Verwöhntes Pack. ;)

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Beitrag von wolfman » 20.08.2007, 16:00

Sie passt einfach nicht! Im O-Ton werden da Soldaten rau angebrüllt. In der Synchro klingt es dann schon fast nach Zurechtweisung im Kindergarten. Nach 5 Minuten war Schluss mit der Synchro! Wie meistens eigentlich. Aber man kann mir wenigstens nicht unterstellen, ich würde es nicht immer wieder probieren! :wink:

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Beitrag von Vince » 20.08.2007, 16:15

wolfman hat geschrieben:Sie passt einfach nicht! Im O-Ton werden da Soldaten rau angebrüllt. In der Synchro klingt es dann schon fast nach Zurechtweisung im Kindergarten. Nach 5 Minuten war Schluss mit der Synchro! Wie meistens eigentlich. Aber man kann mir wenigstens nicht unterstellen, ich würde es nicht immer wieder probieren! :wink:
Entschuldige mal, aber Asiaten brüllen immer rum. Schon mal ne asiatische Spielshow geguckt? :lol:

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Beitrag von wolfman » 20.08.2007, 18:40

Ja! Und genau deshalb passt eben die Schmusesynchro nicht! :wink:

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Beitrag von Vince » 20.08.2007, 18:46

wolfman hat geschrieben:Ja! Und genau deshalb passt eben die Schmusesynchro nicht! :wink:
Wieso? Man muss das hyperaktive Gebrüll auf westliche Hörgewohnheiten herunterrechnen. Aber du schaust wahrscheinlich so viele O-Ton-Asia-DVDs, dass du selbst wahrscheinlich auch schon so schreist.
Wolfman beim Metzger:

"Sir, was darf's denn sein?"
"HAI! ICH HÄTTE GERNE 200 GRAMM ROTKÄPPCHEN BITTE!" :wink:

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Beitrag von freeman » 20.08.2007, 18:54

Boah, ein Krach in diesem nachdenklichen Fred hier ... Himmel Herr Gott ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von wolfman » 20.08.2007, 19:29

Vince hat geschrieben:Wieso? Man muss das hyperaktive Gebrüll auf westliche Hörgewohnheiten herunterrechnen. Aber du schaust wahrscheinlich so viele O-Ton-Asia-DVDs, dass du selbst wahrscheinlich auch schon so schreist.
Kann durchaus sein. O-Ton wirkt eben im Gesamtbild stimmiger.
Vince hat geschrieben:Wolfman beim Metzger:
"Sir, was darf's denn sein?"
"HAI! ICH HÄTTE GERNE 200 GRAMM ROTKÄPPCHEN BITTE!" :wink:
Ne, das läuft anders:
wolfman: Ich hätte gerne was von der fetten Groben!
Metzgereifachverkäuferin: Geht nicht, die hat heute Berufsschule!
OK, alt, schlecht, billig, dämlich, saudoof, ... aber der Vince hat ihn raufbeschworen! 8-) :wink:

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Beitrag von Vince » 20.08.2007, 19:32

Muahaha, der ist wirklich ganz übel. :wink:

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