Friends - die Cameos der Actionstars

Filme abseits des Actiongenres aber mit Actionhelden [irgendwie so in der Art]
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Friends - die Cameos der Actionstars

Beitrag von Vince » 18.08.2007, 17:58

Friends

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Die Cameos der Actionstars

Originaltitel: Friends
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1994 - 2004
Regie: Michael Lembeck (Van Damme-Episode, Sheen-Episode, erste Willis-Episode), Gary Halvorson (zweite und dritte Willis-Episode)
Darsteller: Jennifer Aniston, Courteney Cox, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc, Matthew Perry, David Schwimmer, Jean-Claude van Damme, Charlie Sheen, Bruce Willis

EPISODEN:

2.13: The One After The Superbowl, Part 2 (mit Jean-Claude van Damme als er selbst)
2.23: The One With The Chicken Pox (mit Charlie Sheen als Ryan)
6.21: The One Where Ross Meets Elisabeth’s Dad (mit Bruce Willis als Paul)
6.22: The One Where Paul’s The Man (mit Bruce Willis als Paul)
6.23: The One With The Ring (mit Bruce Willis als Paul)

Die erfolgreiche US-Sitcom um sechs New Yorker Freunde entwickelte sich über die zehn Jahre ihrer TV-Präsenz beständig weiter. Es handelte sich bei Rachel (Jennifer Aniston), Monica (Courtney Cox), Phoebe (Lisa Kudrow), Ross (David Schwimmer), Joey (Matt LeBlanc) und Chandler (Matthew Perry) nicht um einen autarken Kreis, der keine Einflüsse von außen zuließ, sondern ein offenes Gebilde, dessen Kern nur eben konstant blieb. Gastauftritte von gewöhnlichen Nebendarstellern (James Michael Tyler etwa, der mit dem Kellner Gunther die größte Nebenrolle spielt, war vor der Serie tatsächlich Kellner), aber auch Prominenten bildeten daher immer einen wichtigen Bezugspunkt, der für die Weiterentwicklung der Hauptfiguren von Bedeutung war.

Auch einige unserer Actionstars haben es sich nicht nehmen lassen, mal kurz im Central Perk vorbeizuschauen - wie es sich gehört, allesamt als Love Interests der weiblichen "Friends"-Hälfte. Im folgenden sollen die drei Auftritte im Mittelpunkt stehen, die für Liquid Love von Bedeutung sind.

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Beitrag von Vince » 18.08.2007, 17:59

Jean-Claude Van Damme
Ein für eine Live-Action-Sitcom sehr kurioses Element war bei den “Friends” schon immer der Faible für merkwürdige Haustiere. Jahrelang durften in Chandlers und Joeys Apartment eine Ente und ein Hahn herumdackeln und Freund und Feind vergraulen mit ihrem unorthodoxen Watschelgang. Der Ente wurde einmal gar ein ganzer Abspann gewidmet, als sich das Federvieh unter Ziehharmonika-Gedudel in einer Blechwanne vergnügte und dabei fröhlich quakte.

Das Ganze ging aber schon in der ersten Staffel los, als Ross in “The One With The Monkey” (1.10) einen kleinen Affen anschleppte. Was sich schließlich zwischen Ross und dem Äffchen an Beziehung entwickelte, ist gar nicht so weit von dem entfernt, was Homer Simpson in seiner Serie mit dem Hummer bzw. im Kinofilm mit dem Schwein anstellte - ein Witz, der eben darauf basiert, dass der Mensch sich emotional an das Tier bindet, welches seinerseits aber eben zu sehr Tier ist, um die Emotion im gleichen Maße zurückgeben zu können.

Die Beziehung entwickelte sich über mehrere Episoden und reichte bis in die zweite Staffel hinein. Da der Affe ein exotisches Tier ist, darf es nicht in einer Wohnung gehalten werden und so wird Ross irgendwann notgedrungen von seinem geliebten Tier getrennt, was in dem komödiantischen Umfeld schließlich zu einer herzzerreissenden Abschiedsszene führt. Der kleine Marcel wird in einen Zoo gebracht.
Was hat das jetzt alles mit Jean-Claude Van Damme zu tun, wird man sich jetzt fragen? Nun, irgendwann sieht Ross im Fernsehen ein Äffchen, das aussieht wie Marcel und sofort muss er an seinen ehemaligen Weggefährten denken. Also ab zum Zoo, wo man ihm aber erzählt, Marcel sei gestorben. Doch ein Zoowärter (Homer Simpson-Sprecher Dan Castellaneta) verrät, dass Marcel in Wirklichkeit an ein Filmset gebracht wurde. Er dreht jetzt “Outbreak II” - zusammen mit Jean-Claude Van Damme!

Hintergrund der Geschichte ist der Umstand, dass der “Marcel” aus “Friends” im Jahr 1995 (also während der 2. Staffel) eine weitere Rolle annahm: es handelt sich um den gleichen Affen, der in Wolfgang Petersens “Outbreak” den Virusüberträger spielte. Und so führt uns die 12. Folge der 2. Staffel in Anspielung auf dieses Engagement an das fiktive Set zu “Outbreak II”.

Der B-Charme dieser Produktion dient natürlich als wunderbare Fauna für unsere belgischen “Muscles from Brussels” und wenn Van Damme plötzlich mit Militärkleidung auf dem Set erscheint, möchte man glauben, er habe von seinem “Street Fighter”-Dreh aus (1994) gleich die nächste Maschine genommen, ohne seine Klamotten zu wechseln.
Wie fast alle Gaststars in “Friends” dient auch Van Damme dazu, mit mindestens einem der sechs Hauptdarsteller eine Beziehung einzugehen. Wo Ross, Joey und Chandler schon mal kategorisch wegfallen und Phoebe gerade nicht zur Verfügung steht, bleiben noch Monica und Rachel übrig und die dürfen sich um den charmanten Belgier streiten - schließlich ist er Manns genug für zwei Frauen.

Das wird auch schön ausgewalzt und hieraus generiert der Gastauftritt Van Dammes auch seinen Humor. Würde man nämlich erwarten, dass ein Filmstar wie er in einem Sitcom-Cameo auf Gentleman geschniegelt wird, entpuppt er sich hier in Wahrheit als kleiner Macho, der gerne auch einen Dreier wagen würde. Diese Erkenntnis kommt so richtig schön mit einem Paukenschlag, da sich zunächst scheinbar die Gentleman-Nummer anbahnt. Aber dann - zack, und der Belgier steht nicht nur als B-Mime, sondern auch als Frauenverschleißer da. Im Namen von Liquid Love: Jean-Claude, du bist unser Held!

P.S. Joey, der in “Outbreak II” eine kleine Nebenrolle als Sterbender ergattern konnte, darf dann im Abspann in einer Outtake-Montage noch mit dem Gaststar interagieren und ihn durch sein mieses Schauspiel gleichzeitig zur Verzweiflung bringen. Besonders ein Take ist interessant: Da umarmt Joey Van Damme wehleidig und Van Damme stößt Joey humorlos wieder von sich. Definitiver Anwärter für den Liquid’schen “Klotz des Jahres”. ;)

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Beitrag von Vince » 18.08.2007, 17:59

Charlie Sheen
Diesmal darf Phoebe die Verführerin spielen, gebührt der nächste Auftritt mit einem unserer Action-Helden doch ihrer kurzzeitigen Liaison mit dem US-Marine Ryan, dem Charlie Sheen sein Gesicht leiht. Von dem Gesicht ist teilweise aber nicht mehr viel zu sehen, da Phoebe ihre Windpocken auf Ryan überträgt und eine Folge lang Jucken und Kratzen angesagt ist.
Sheen führt das Muster von “Hot Shots” fort, indem er mit seiner herrlich ernsten Ausstrahlung die Sauberkeit und Ordnung eines disziplinierten, hochrangigen Mitglieds der US-Armee verulkt, die immerhin ein breites Feld unserer geliebten Actiongülle abdeckt. Man möchte meinen, dass diesen Typen in ihren schicken Uniformen nichts zustoßen kann, ja dass sie nicht einmal dazu fähig wären, sich einen Kratzer abzuholen.
Weit gefehlt: es bedarf nur einer verrückten Phoebe mit Windpocken, um nicht nur den Hormonhaushalt des frisch verliebten Marines zum Kochen zu bringen, sondern auch seine Haut. Die restlichen Mitglieder der “Friends”-Gemeinschaft dienen dazu, immer mal vorbeizuschauen, um nachzusehen, dass sich die Geplagten auch nicht kratzen. Da wird vermummt, verpackt, gefesselt, doch nichts hilft. Am Ende platzt die Meute rein und erwischt Phoebe und Ryan, wie sie sich gegenseitig befriedigen - indem sie sich kratzen.
Der Auftritt ist zwar kurz und bleibt auch weniger gut in Erinnerung als andere Cameos, aber Charlie Sheen hatte offenbar Spaß daran, die Selbstbeherrschung der Marines zu veralbern. Und er sieht in seiner weißen Uniform trotz der Pocken so schick aus, dass Rachel einen Fetisch bei sich entdeckt und Ross sich veranlasst sieht, selbst eine Uniform zu kaufen...

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Beitrag von Vince » 18.08.2007, 17:59

Bruce Willis
Den mit Abstand größten Auftritt der glorreichen Drei, die sich in die New Yorker Gemeinschaft verirrten, wird in der sechsten Staffel von Bruce Willis bestritten, dessen Figur sich über volle drei Folgen sogar richtig entwickeln darf.
Hintergrund ist die (eigentlich verbotene und verpönte) Beziehung von Ross zu Elisabeth (Alexandra Holden), einer seiner Studentinnen, wegen der Ross allerhand Späßchen seines Freundeskreises über sich ergehen lassen muss. Nun lernt er endlich den Vater seiner jungen Freundin kennen, einen gewissen Paul. Und als Bruce Willis das Central Perks betritt und sich herausstellt, dass er Paul spielen wird, kreischt das Studiopublikum - und Ross-Darsteller David Schwimmer darf sich in den nun folgenden 66 Minuten einen ganzen Kopf kürzer fühlen.
Ist der Ross-Charakter ohnehin schon das Weichei der Serie, verschärft sich diese Situation noch, denn wie wir es von Bruce-Man gewöhnt sind, regiert er mit kalter Hand und ist so cool, dass der Sommer in seiner Gegenwart zum Winter wird. Das Willis-typische schelmische Mundwinkelgrinsen ist da, es ist allwissend und schaut abfällig auf den hilflosen Professor Geller herunter, der sich in seiner Situation nur erbärmlich klein fühlen kann.
Bei Rachel schmilzt aber natürlich auch der kälteste Eiszapfen und ab hier beginnt die mit Abstand größte und subversivste Selbstverarsche aller drei Actionstar-Cameos. Spielte Van Damme noch sich selbst und führte Sheen nur seine “Hot Shots”-Parodie fort, wird nun Bruce Willis, der Weltenretter, nach Strich und Faden auseinander genommen. Der “Held der Welt”, der zwei Jahre zuvor noch einen Meteor um die Erdkugel herumgelenkt hatte, wird psychologisch analysiert und Türen öffnen sich - und lassen Sturzfluten ein. Das Bild des “sensiblen Mannes” wird dem des “coolen Helden” gegenübergestellt und in einer Person, nämlich Paul, vereint. Bemerkenswert dabei ist die Erkenntnis, dass die coolen Helden ihr inneres Sensibelchen in einer Truhe verschlossen und ganz tief unten versenkt haben. Noch erkenntnisreicher ist es aber, dass Frauen genau das wollen! Zwar behaupten sie immer das Gegenteil, aber wenn es dann soweit ist, wollen sie doch wieder den harten Kerl.
So weiß Willis geschickt mit seinem Image als Sexsymbol zu spielen und ist sich auch nicht zu schade dafür, vor dem Spiegel zu posieren und zu singen, wenn er sich unbeobachtet fühlt. Der Goldene Figge geht damit definitiv an Mr. Willis, denn er beweist Coolness, Charme, Ausdauer und Selbstironie - und nimmt man die Spiegel-Szene dazu, sogar noch ein klein wenig von dem, weshalb diese Zeilen überhaupt entstehen: Action!

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Beitrag von Vince » 18.08.2007, 18:00

Ich wollte eigentlich Screenshots machen, leider laufen die DVDs aber nicht auf dem normalen Player des PCs. :?

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Beitrag von kami » 19.08.2007, 17:51

Die ganzen Star-Cameos sind natürlich nur das Sahnehäubchen auf dieser meiner absoluten Lieblingsserie. Muss aber schon sagen, dass ich mich über den van-Damme-Gastauftritt sehr gefreut hab.
Danke an Vince für die liebevolle Beschreibung der Szenen.

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Beitrag von wolfman » 19.08.2007, 18:34

Merci Vince für die Actionhelden-gone-Friends Übersicht! Tom 'Magnum' Selleck und Dina Meyer hätte man evtl. auch noch erwähnen können.
Auch meine einer liebt Friends. Allerdings konnte ich mich bis dato noch nicht zum Kauf auf DVD durchringen.

BTW: Matthew Perry wird heute 37. Happy Birthday!

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Beitrag von freeman » 19.08.2007, 19:51

Jetzt muss der faule Vince nur noch unsere Helden verlinken ;-). *lach* Feines Ding haste da gebastelt. Und ich kenne die Folgen sogar alle LOL und das wo ich sonst nicht so Friendsaffin bin, doch die Starauftritte wurden dankenswerterweise immer weithin hörbar angetrailert ... Van Damme rockte imo dabei am Meisten ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von Vince » 20.08.2007, 13:48

freeman hat geschrieben:Jetzt muss der faule Vince nur noch unsere Helden verlinken ;-). *lach*
Ups, erledigt...
Danke danke und happy Birthday an Chandler *Bing* :wink:

Dina Meyer und Tom Selleck sind halt nicht erwähnt, weil es nur um die Typen aus unserem Index gehen sollte... auch wenn beide fürs Actiongenre bzw. die 80er freilich nicht ganz unwichtig sind. Dennoch hat Selleck natürlich so ziemlich den einprägsamsten, wichtigsten und längsten aller Gastauftritte. Dina Meyer hat jetzt nicht unbedingt so eine tolle Gastrolle abbekommen, unter dem Strich eine doch sehr konventionelle Romanze mit Joey ohne Überraschungen...

Klasse finde ich ja den Auftritt von Ben Stiller als keifendes Männchen. :lol:

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