Protector - Die letzte Entscheidung

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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freeman
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Protector - Die letzte Entscheidung

Beitrag von freeman » 03.10.2007, 16:42

The Protector

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Originaltitel: Protector
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1998
Regie: Boon Collins / Jeff Frey
Darsteller: Frank Zagarino, Matthias Hues, Steven Nijjar

Ein Typ, nennen wir ihn Fuller, kommt in eine Bar. Hier löst er eine Rechenaufgabe schneller als die installierte Kasse und bringt mit diesen Fähigkeiten alle Barinsassen zum Staunen. Auf einmal fliegt die Tür auf und eine Horde Killermiezen beginnt das Feuer zu eröffnen. *Rattatattatatattaaaa* macht es und alle Gäste der Bar werden erbarmungslos umgenietet. Nur Fuller kann entkommen. Zumindest bis zum nächsten Schrottplatz, wo die Killermiezen ihn wieder aufspüren und erneut das Feuer eröffnen. *Ratatattaaattatata* und *bumm bumm* macht es daraufhin, denn diesmal haben die Miezen auch Panzerfäuste mit. Egal, Fuller entkommt trotzdem und rettet sich auf einen vorbeikutschierenden Transporter für Chicks ... also Hühnchen ;-). Hier knallt er so hart mit dem Kopf auf, dass er fortan unter Amnesie leidet. Keine guten Voraussetzungen, wenn man von Hinz und Kunz gejagt wird, weil man angeblich Kopien einer CD habe, mit der man das weltweite Wirtschaftssystem zu Fall bringen bzw. es kontrollieren könne. Glücklicherweise lernt Fuller bald eine Type namens Cole kennen. Doch wieso hat Fuller Träume, in denen Cole Fullers Sohn Eric umbringt? Und was labert der Oberbädass Sanchez eigentlich immer für gequirlte Kacke von wegen Fuller habe Sanchez Sohn um die Ecke gebracht?

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Voll spannend, wa'? Glücklicherweise setzt The Protector diese atemberaubende Story etwas gesetzter um, als es hier anklingt, so dass man nicht Gefahr läuft, vor Anspannung einen Herzkasper zu bekommen. Und trotzdem wird wohl kaum jemand das Ende dieses filmischen Unrates erleben. Denn entweder hat man nach 15 Minuten dem Treiben ein Ende gesetzt oder schlummert bereits friedlich vor sich hin. Denn The Protector ist derart kaputter Actionmüll, dass man mit jeder weiteren Filmminute mehr und mehr geneigt ist, in den "Actionfilme sind blöd" Kanon diverser Gazetten oder Frauenchöre einzustimmen. Richtig übel wird es, wenn der Film nicht nur seine altbekannte Story vollkommen inspirationslos runterleiert, sondern auch noch versucht, schlau zu sein und sich betont verrätselt über die großen Zusammenhänge gibt. Wer diese Zusammenhänge allerdings nach fünf Minuten immer noch nicht beisammen hat, sollte weiterhin die Sendung mit der Maus gucken. Diese ist dann hinsichtlich der Frage, ob sich Elefant und Maus irgendwann doch noch kriegen, sicher auch tausendmal spannender als The Protector. Nebenher bestätigt The Protector auch die Regel, dass immer wenn man meint, bereits die schlimmsten Frank Zagarino Streifen gesehen zu haben, bereits der nächste Zagarino Streifen einen eines Besseren belehrt. Dabei kommt der gute Frank noch am Besten weg, muss er doch nur das machen, was er allgemein immer auf dem Kasten hat: Geradeaus stieren und aussehen wie Frank Zagarino. Hier mal einige Studien:
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Der Rest des Castes dilettiert dann einfach munter vor sich hin. Matthias Hues (Dark Angel) wirkt wie in den meisten seiner Streifen einfach dauerverwirrt und steht eh nur in irgendeiner Ecke, wo er seine beeindruckenden Muskelberge anspannt. Als Bädass geht er damit zwar nicht durch, aber der Film erwähnt diesen Umstand immer einmal verbal, so dass man zumindest eine Ahnung in Bezug auf die Anlage seines Charakters hat. Hauptdarsteller Stephen Nijjar (keine Ahnung, wie man das ausspricht :lol: ) hat den Streifen gleich noch mitproduziert. Auch eine Möglichkeit, ein Zeugnis seiner körperlichen Fitness zu produzieren. Viel mehr kann er nicht im Sinn gehabt haben, denn bis auf die Tatsache, dass er gerne mal oben ohne rumrennt, bleibt von seiner Figur gleich mal gar nichts in Erinnerung. Da lob ich mir Frauen wie Denise Richards, die am Tiefpunkt ihrer Karriere lieber im Playboy blank ziehen, als uns mit weiteren filmischen Nullnummern zu beglücken. Leider ist diese Möglichkeit für den Nijjar net gegeben, fehlen ihm doch ordentliche Moppen und ne weiblichere Ausstrahlung. Also muss er "Filme" wie diesen drehen. Der Arme. Beziehungsweise: WIR ARMEN! Kickt denn wenigstens die Action? LOL ... NEIN. Steif, bewegungslos, langweilig, null choreographiert und so grottig inszeniert, dass man einfach nur fassungslos die Hände vor den Augen zusammenschlägt. Mein persönliches Highlight waren die Actioneinlagen von Matthias Hues, der immer mal mit einer Uzi vor der Kamera steht und feuert. Dabei scheint er dann irgendwann Buchstaben mit der feuernden Waffe in die Luft zu schneiden, richtig mit Serifen und edlen Rundungen. Und der Editor dachte nicht mal daran, einen Gegenschnitt zu präsentieren mit eventuellen Opfern. Und das passiert dann ca. vier mal. Mieser geht einfach nicht mehr. Das einzig Positive ist im Grunde die Eingangsballerei in der Bar, da es hier mal ordentlich saftet. Das Problem ist nur: Für den Rest des Filmes war dann offensichtlich kein Blut mehr da. Oh Weija ... Egal, kommen wir zum Schluss:

The Protector ist so ziemlich der unterste Bodensatz des Actiongenres, der nicht einmal Hardcorefans empfohlen werden kann. Meine DVD, die ich vor kurzem für einen Euro erworben habe, dient derzeit als Bierdeckel im heimischen Haushalt und wird der katastrophalen Zumutung eines Filmes in allen Belangen gerecht: Die Pornooptik des Filmes präsentiert man in beständig in Kontrast- und Schärfewerten variierenden Bildern und erlaubt sich obendrein noch die Frechheit, den Film als Voice Over anzubieten. Ergo tönt hier unter den immer unpassenden deutschen Stimmen die Originaltonspur mit den Originalstimmen durch! Dickes Ding ...
:liquid0:

Die deutsche DVD von Best Entertainment ist mit einer FSK 18 uncut ...

In diesem Sinne:
freeman
Zuletzt geändert von freeman am 03.10.2007, 17:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von StS » 03.10.2007, 16:57

Kling echt ... nun ja ... übel! :shock:

Natürlich nur der Film, nicht die Kritik... :wink:

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Beitrag von LivingDead » 04.10.2007, 20:13

Krass übel... echt ma. :shock:

Einer der Filme, die ich wohl nie in meinem Leben sehen werde. Für das Amüsement beim Lesen diner Kritik trotzdem: Danke! ;)
Mit freundlichem Gruß
LivingDead

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Beitrag von freeman » 05.10.2007, 00:27

Vielen Dank ... das war eine der DVDs, die ich im Saturn immer und immer wieder mal in der Hand hatte. Die Backshots sehen halt so ultratrashig aus, dass man(n) wirklich in Versuchung gerät! Bisher hat mich dann immer der Preis von 3 Euro gebremst. Auf einmal steh ich in unserem Müller am Grabbeltisch und da wollen die echt nur 1 Euro, da konnte ich dann nicht mehr widerstehen und musste der Versuchung wider allen besseren Wissens nachgeben. Irgendwie schon sehr schräg ... alleine der Gedanke, für Zagarino Filme Geld hinzulegen ... Blödes Board :lol:

In diesem Sinne:
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Beitrag von daemonicus » 05.10.2007, 11:36

Da überkommt mich dann doch sogar etwas Mitleid. :D

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