Code of the Dragon

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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freeman
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Code of the Dragon

Beitrag von freeman » 23.10.2007, 22:44

Code of the Dragon

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Originaltitel: Ghost, The
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2000
Regie: Douglas Jackson
Darsteller: Julie Lee, Michael Madsen, Cary-Hiroyuki Tagawa, Richard Hatch, Brad Dourif, Paul Webster, Louis Herthum, Brad Hunt, Jack Skeets Gleason, Jeanne Chinn u.a.

Eine Bande, namens die Tongs, hält mittels Verbrechen, Mord und Erpressung ganz China in seinen eisernen Krallen. Eines ihrer Mitglieder ist gar bis zum Chefinspektor der Hongkonger Polizei aufgestiegen. Hier bereichert es sich aber derart, dass es seiner eigenen Bande ein Dorn im Auge wird. Also entsenden die Köpfe der Tongs den Scharfrichter ihrer Organisation. Eine junge Frau, die nur Ghost genannt wird. Sie verpasst dem Inspektor einen Denkzettel, der sich gewaschen hat, doch leider hat sie dessen Rachegelüste unterschätzt. Kurz darauf lässt er alle Chefs der Tongs auslöschen, darunter der Vater von Ghost. Die noch verbliebenen Tongmächtigen raten Ghost, sich in die USA abzusetzen und dort zu warten, bis sich die Lage entspannt hat. Sie verschaffen ihr eine Tarnidentität und einen Amerikaner, namens Edward, bei dem sie unterschlüpfen kann. Anfangs ist sie von Edward alles andere als angetan, doch wie das so ist, gibt man sich bald dem Fickie Fickie und gar der Heirat hin. Das Leben könnte also so schön sein für Ghost, wenn da nicht der Inspektor wäre, der ihr immer näher zu rücken scheint ... sein bester Spürhund: der amerikanische Kopfgeldjäger Olinghouse ...

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Code of the Dragon oder The Ghost (ob man da in Deutschland Angst vor Verwechslungen mit dem Patrick Swayze Heuler hatte? ;-) ) bietet eigentlich reinrassige B-Unterhaltung, die durchgehend nett zu unterhalten weiß. Eigentlich ...! Das Problem von Code of the Dragon ist nämlich weniger seine arg ausgelutschte Story als vielmehr seine wirklich unbeholfen wirkende Inszenierung. So fällt auf, dass der ganze Film qualitätsmäßig in verschiedene Bestandteile/Abschnitte zerfällt. So ist die Action wirklich griffig und sehr straight inszeniert, sieht dank eines japanischen Stuntchoreographen richtig cool aus, hat einige Härten an Bord (Durchbohrungen mit Holzlatten, Aufspießung mit einer Gartenschaufel und diverse Genickbrüche) und bemüht sich um eine flüssige, sehr energetische Inszenierung, womit diese Abschnitte die Highlights in Code of the Dragon bilden. Dagegen wirken dann die Handlungsszenen wie piefigste Fernsehspiele bar jeglicher optischer Finessen oder sonstiger Elemente, die diese Abschnitte irgendwie vor der Belanglosigkeit retten könnten. Obendrein schwanken diese Szenen auch noch enorm in der Qualität. So wirken alle Zusammentreffen von Brad Dourif und Michael Madsen wie weichgezeichnete Softpornoeinlagen. Der Rest des Streifens dagegen wie ein x-beliebiger TV Film mit deutlichem Videokameraeinschlag, was ein wenig an TV Soaps erinnert. Dazwischen setzt es dann Ansichten von L.A. oder Hongkong, die einmal mit einem fetten Farbfilter verfremdet werden, um nur Minuten später plötzlich wieder wie Ausschnitte aus einem Video vom letzten Urlaub des Regisseurs auszusehen. Die Dialoge blieben von derartigen Qualitätsschwankungen verschont, sind sie doch permanent einfach nur flach und hohl. Die Musik versucht zumindest ein paar asiatische Elemente in den Film hineinzutragen, bleibt allerdings die meiste Zeit viel zu unpräsent und langweilig.

Handlungstechnisch ist in Code of the Dragon - wie bereits angedeutet - nicht viel los, doch vor allem im Mittelteil passiert dann doch verdammt wenig! Zwar gibt es Momente, in denen man durchaus extrem schmunzeln kann (etwa das Abfeiern diverser (leider wahrer) Vorurteile gegen Internetbeziehungen oder die Begegnungen von Ghost mit einer beinamputierten Kampfmaschine, die trotz nicht vorhandener Hebelwirkung seine Gegner meterweit durch die Lüfte schmeißen kann), insgesamt gibt es davon aber zu wenige, um die arg schmalzige und vor allem unglaubwürdige Wandlung von Ghost zur netten Hausfrau irgendwie abzufedern, weshalb sich Code of the Dragon zwischen dem wirklich gelungenem Einstieg und dem einigermaßen gelungenem Showdown doch ziemlich zieht. Ein Umstand, den auch die Darsteller nicht auffangen können.

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In dieser Hinsicht fällt zunächst die recht prominente B-Besetzung ins Auge: Brad Dourif, Richard Hatch (Kampfstern Galactica), Michael Madsen und Cary-Hiroyuki Tagawa. Leider lehrte die Geschichte, dass diese Namen nicht unbedingt immer für Qualität stehen müssen. Doch entgegen dem Trend schlagen sich alle drei recht beachtlich! Brad Dourif verzichtet endlich einmal komplett auf sein Standgasoveracting und Augengerolle, was wohl auch an seiner recht passiven und viel zu langweiligen Rolle eines amerikanischen Detectives liegen dürfte. Michael Madsen One-Linert sich mit traumwandlerischer Sicherheit durch seine Rolle des Kopfgeldjägers Orlinghouse und wirkt sogar weitgehend so, als habe ihm die Arbeit an diesem Streifen Spaß gemacht. Zumindest macht er einen deutlich muntereren und aktiveren Eindruck als in einem Großteil seiner aktuellen Produktionen. Cary-Hiroyuki Tagawa dagegen darf so richtig vom Leder ziehen und hat sogar eine Art Running Gag abbekommen, den er selber mit den Worten "Ich habe einfach kein Glück mit Frauen" zynisch unterstreichen darf, steht dieser Spruch doch recht untertreibend für den außerordentlich beachtlichen Bodycount an toten Chicks in diesem Film. Doch wie Dourif kommt Tagawa dank viel zu geringer Screentime nie richtig im Film an, was schade ist, da die doch recht überzogene Anlage seines Chefinspektors aus Hongkong dem Film gut getan hätte. In der Hauptrolle der Ghost bekommen wir Julie Lee zu sehen, mit der man leider nicht den richtigen Riecher hatte. Ob dank Madsen, Tagawa oder Dourif kein Geld mehr für eine ordentliche Darstellerin über war, vermag ich nicht zu sagen, aber Mrs. Lee passt nicht so recht in den Film. Zum einen sieht sie wirklich übel aus (Rattenfraßpony inklusive), zum anderen kann sie nicht für einen Cent spielen und obendrein scheint sie auch nicht kicken zu können, werden ihre Fighteinlagen doch immer aus einiger Entfernung präsentiert und das Gesicht der Kämpferin ist wirklich nie zu sehen. Außerdem bewegt sich dann diese Kämpfergestalt deutlich behänder als Mrs. Lee im ganzen Film.

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Was bleibt ist anspruchslose B-Unterhaltung, die wohl im TV am besten aufgehoben ist. Zumindest ist der Streifen für Fans von Madsen und Tagawa durchaus einen Blick wert und die Actionfangemeinde könnte sich sicher durchaus mit den Fighteinlagen von Ghost anfreunden (die Shootouts sind dagegen viel zu kraftlos geraten). Insgesamt verpasst man hier aber wirklich nichts ...
:liquid3:

Die deutsche DVD ist mit einer FSK 18 uncut und kommt von dem Label Black Hill / Cine Plus ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von StS » 24.10.2007, 06:30

Joa ... schauen wollte ich den auch mal - aber hier ja jetzt die Bestätigung, dass man sich damit nicht unbedingt beeilen muss. :wink:

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