Code Red: Weg ins Verderben

Der Actionfilm der 80er, der 90er und heute.
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Ed Hunter
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Code Red: Weg ins Verderben

Beitrag von Ed Hunter » 27.12.2007, 12:24

Code Red: Weg ins Verderben

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Originaltitel: Code Red
Herstellungsland: USA
Produktionsjahr: 2001
Regie: Ian Gilmour
Darsteller: Brian McNamara, Brian McNamara, Marjean Holden, Callan Mulvey, Brett Tucker, Jeremy Callaghan, Anthony Engleman, Rene Naufahu

Dass sich für den Homeentertainment-Markt oder das Fernsehen produzierte B-Filmchen gerne von großen Genrekollegen inspirieren lassen, ist nichts Neues. Bei „Code Red“ kann man aber kaum mehr von Inspiration, sondern nur noch dreister Kopie eines der größten Klassiker der Sci-Fi-Action sprechen: John McTiernans Arnie-Kracher „Predator“. Auch in dieser B-Ware gerät nämlich ein Soldatentrupp im dichten Dschungel mit einem außerirdischen Monster aneinander – dieses Szenario wandelt sich vom langweiligen Dienst nach Vorschrift zur abgefreakten Trashkanonade, die fast schon wieder Spaß macht.

Im zentralafrikanischen Regenwald wird der Selbstzerstörungsmechanismus einer geheimen US-Forschungsstation ausgelöst. Um eine Katastrophe abzuwenden, wird eine Spezialeinheit entsandt, die die verheerende Explosion verhindern soll – das Team wird allerdings von einem unbekannten Feind, scheinbar örtlichen Rebellen, angegriffen und ausgeschaltet. Die verantwortlichen Militärs schicken einen zweiten Trupp unter Führung des reaktivierten Lt. Doyles (Brian McNamara) hinterher, dessen Bruder sich unter den Vermissten befindet. Bald müssen die Soldaten herausfinden, dass sie es hier nicht mit menschlichen Guerillas, sondern martialischen Invasoren von einem anderen Stern zu tun haben – und sich hinter der geheimen Forschungsstation mehr verbirgt, als es zunächst scheint…
Die zusammengeklaute Story holpert solide vor sich hin und klappert anfangs alle Standardsituationen des Genres ab: Der Elitekämpfer, der sich vom Militärdienst zurückgezogen hat, kann durch eine persönliche Verbindung zum Fall für die Mission gewonnen werden, man stapft verschreckt durch den Dschungel, findet auf mysteriöse Weise entstellte Leichen und wird schließlich nach und nach von einem unbekannten Feind dezimiert – da wir uns hier in einem TV-Film befinden, geben aber selbstverständlich alle Soldaten im Off den Löffel ab und die mäßig inszenierten Monsterattacken kommen als holpriges Gewusel verunglückter optischer Effekte wie verwischter Zeitlupen daher, die teilweise kläglich die Egoperspektiven des Predators nachahmen wollen.
Nicht nur für die Handlung bedienten sich die Drehbuchautoren allerdings beim 80er-Jahre-Arnieklassiker, auch das Design des Monsters ist seinem großen Kinobruder beinahe 1:1 nachempfunden. Der Mann im Gummisuit kommt zwar als Miniaturvariante in Menschengröße daher und hat keine Rastalocken am Start, von den Klauen bis hin zur futuristischen Rüstung sind die Parallelen allerdings sehr offensichtlich.

Wie sich herausstellt, ist unser Predator, pardon, Predator-Äquivalent, allerdings gar nicht das Hauptproblem, mit dem sich unsere Helden herumschlagen müssen, sondern es huschen noch allerlei weitere Spacecreatures durch den Dschungel, die das Team mal dezimieren und ihm mal als Kanonenfutter dienen, um einige Actionmomente ins recht tempoarme Geschehen zu integrieren. Die reißen aufgrund der enormen Spärlichkeit, des nicht vorhandenen Härtegrades und der nicht wirklich rasanten Inszenierung des TV-Serienregisseurs Ian Gilmour aber keineswegs vom Hocker und haben außer ziellos in den Busch geballerten MG-Salven und einigen zerplatzenden Alienviechern nichts zu bieten.
Auch das Heldenensemble, das hier im Dschungel um sein Überleben kämpft, gehört nicht eben zur darstellerischen Creme de la Creme. Brian McNamara gibt als langhaariger Schlangenfan, der mit seinem Job nichts mehr zu tun haben will, anfangs noch eine recht gute Figur ab, verkommt hinter seinen ins Gesicht geschmierten Tarnfarben aber schnell zu einem unter zahlreichen blassen NoNames, zu denen der Zuschauer keinerlei emotionale Verbindung aufbauen mag. Der bemühte Bruderkonflikt, der um einen vergeigten Einsatz in Somalia herumkonstruiert wird, ist da ebenfalls eher wenig überzeugender Ballast.
Während man so recht lahm und einfallslos durch den immerhin in einigen atmosphärischen Einstellungen gefilmten Dschungel kraucht und von Zeit zu Zeit auf den Predator, außerirdische Kreaturen und unschuldige Büsche schießt, kommt auch die schwachbrüstige Handlung nicht nennenswert voran, gegen Ende wandelt sich „Code Red“ allerdings unerwartet zum fetzigen Trashvergnügen.
Angekommen in der mysteriösen Forschungsstation gilt es nämlich nicht nur den Selbstzerstörungscountdown zu stoppen, sondern, da das Team – wie könnte es anders sein – von oben verraten und benutzt wurde, auch noch zahlreiche schwer bewaffnete Schergen des fiesen Generals in die ewigen Jagdgründe zu befördern. Da sorgen nicht nur McNamara und co. für steigenden Bodycount, auch unser im Grunde ganz lieber und netter Predator schlägt sich auf die Seite der Helden und mischt schlagkräftig mit. Wie der mit zwei MGs in Händen durch den plötzlich auftretenden trashigen Actionkrawall stapft, macht bei aller Lächerlichkeit großen Spaß und spendiert „Code Red“ einen recht zufriedenstellenden Showdown.

Fazit: Der TV-Thriller „Code Red“ bedient sich schamlos beim Arnie-Klassiker „Predator“, um eine konventionelle Sci-Fi-Horrorstory aufzubauen, die eine blass besetzte Eliteeinheit der US-Armee auf ausgetretenen Genrepfaden durch den Dschungel stapfen lässt, gegen Ende aber mit trashiger Action noch einiges zu reißen vermag und letztendlich als solide B-Kuriosität für Genrefans mal einen Blick wert ist.

:liquid5:

In Deutschland ist der Film nur als VHS-Kassette von CIC (Paramount) erhältlich, läuft allerdings dank FSK-16 des Öfteren auch uncut im TV.
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Beitrag von Joker6686 » 27.12.2007, 18:09

Feines Review hatte den Online TV Rekorder drauf programmiert, aber noch nicht geguckt, freu mich auf ein B-mäßiges Predator Rip Off.

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Beitrag von freeman » 27.12.2007, 23:52

Hm, meine TV Zeitung schreibt bei dem immer: Aus fast nichts das Beste gemacht ... konnte und kann ich nach wie vor net nachvollziehen ... find den ziemlich langweilig ... Review rockt!

In diesem Sinne:
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Beitrag von Joker6686 » 29.12.2007, 16:21

Bin gerad bissel angepisst, bisher hat jede Aufnahme bei OTV geklappt und nun bei dem Film steht Aufnahme Defekt. So ein Dreck. Naja hoffe der kommt bald mal wieder.

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Ed Hunter
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Beitrag von Ed Hunter » 30.12.2007, 15:38

Naja, viel haste eh nicht verpasst :wink:
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