I Am Legend

Filme die viel kosten aber meistens nicht das halten, was der Trailer verspricht
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I Am Legend

Beitrag von freeman » 13.01.2008, 19:15

I Am Legend

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Originaltitel: I Am Legend
Produktionsjahr: 2007
Herstellungsland: USA
Regie: Francis Lawrence
Darsteller: Will Smith, Alice Braga, Charlie Tahan, Salli Richardson, Willow Smith u.a.

Um 2009 findet man ein Heilmittel für Krebs. Doch die Nebenwirkungen sind katastrophal. Ein Virus wird freigesetzt. Übertragen über die Luft und durch direkten Kontakt mit Infizierten, rottet der Virus beinahe die gesamte Erdbevölkerung aus. Die, die überleben, gehören entweder zur kleinen Gruppe der immunen Menschen oder aber sie gehören zur Gruppe der Infizierten. Diese streifen fortan umher, immer auf der Suche nach neuem Fressen. Als Ergebnis ist die Erde 2012 fast komplett menschenleer. Einer der wenigen Überlebenden ist Robert Neville. Einst an den Arbeiten um das Krebsheilmittel beteiligt und damit auch Mitverantwortlicher für die anschließende Virusepidemie, lebt er inzwischen vollkommen allein in New York, immer auf der Suche nach dem Antidot. Immerhin ist er immun und könnte damit eigentlich den Impfstoff in sich tragen. Doch bisher schlugen alle Versuche fehl. Doch viel wichtiger ist das Überleben im Angesicht unzähliger infizierter und vampirähnlich mutierter Menschen ...

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I Am Legend ist nicht die erste und ganz sicher auch nicht die letzte (I Am Omega, die B-Variante des Stoffes mit Mark Dacascos steht ja bereits in den Startlöchern) Verfilmung dieser Thematik. Doch mit Sicherheit ist sie die bisher Effektivste. Insbesondere in der ersten Stunde gelingt es Regisseur Francis Lawrence Bilder auf die Leinwand zu wuchten, die sich nachhaltig ins Gehirn des Zuschauers einbrennen. Die Bilder des menschenleeren New Yorks, das allmählich wieder von der Natur zurückerobert wird, sind einfach absolut großartig und hervorragend getrickst! Auch die kurzen Flashbacks zu der Evakuierung New Yorks verfehlen mit ihren aufwändigen Massenszenen nicht ihre Wirkung. Dazu geht Lawrence seinen Film auch erstaunlich ruhig und besonnen an. Er schildert den Alltag Nevilles in aller Ruhe und ohne große Hektik. Zeigt den schleichenden Wahnsinn aufgrund totaler Vereinsamung des Wissenschaftlers und lässt obendrein auch Raum für teils sehr gewöhnungsbedürftigen, schrägen Humor. Dabei kann er sich vor allem auf sein großartiges Hauptdarstellergespann aus Will Smith und Nevilles Hund Sam verlassen. Zwar gewährt Lawrence auch ganz kurze, knackig präzise und sehr wuchtig inszenierte Vorahnungen auf das, was da noch kommen könnte, doch er opfert seine fast schon bedächtige Erzählweise niemals dem billigen Effekt oder einer Tempoverschärfung! Das Ergebnis ist ein großartiger, hervorragend gespielter und trotz aller Langsamkeit megaunterhaltsamer Entwurf einer Endzeitdystopie, die kaum dunkler und fataler sein könnte.

Doch dann kommt es plötzlich zu Ereignissen, die I Am Legend im Nachhinein stark schaden. Zum einen startet Neville nach ca. 60 Minuten einen zwar nachvollziehbaren, aber vollkommen irrationalen Rachefeldzug, der dem sonst so besonnen scheinendem Charakter in seiner Unüberlegtheit absolut nicht stehen will und auch recht befremdlich wirkt. In dieser Szene lacht dann zwar das Actionherz im Zuschauer, da Lawrence hier eine hochdynamische und cool getrickste Actioneinlage vom Feinsten abbrennt, in Bezug auf den Film ist diese Szene aber der Startschuss für das allmähliche Abflauen der Qualität von I Am Legend. Denn mit dem Rachefeldzug bringt das Drehbuch zwei Figuren in den Film ein, die sich einfach nur nachteilig für I Am Legend auswirken. Ethan und Anna sind so herzlich überflüssige Figuren, dass anscheinend sogar Francis Lawrence nicht so recht wusste, was er mit ihnen anfangen soll. Dementsprechend darf Ethan im ganzen Film ein einziges "Ja" absondern. Kein Wort mehr kommt über seine Lippen! Vermutlich sogar zu unserem Glück, denn der Kinderdarsteller Charlie Tahan liefert eine katastrophale nonverbale Leistung ab. Stocksteif steht er im Weg herum, sieht obendrein schrecklich hässlich aus und schaut auch zwei- bis dreimal direkt in die Kamera. Auweia. Anna dagegen wird von Alice Braga zwar ganz ordentlich gespielt, doch sie bringt eine Komponente in den Film ein, die von jeher immer ein wenig zwiespältig vom Publikum aufgenommen wird. Mich störte der auf einmal in den Film hereinbrechende religiöse Unterton enorm. Und während vor allem Neville den religiösen Eifer Annas glücklicherweise immer wieder erdet, verstärken sich die Anzeichen, dass Neville wohl mehr und mehr zu einem Messias stilisiert werden wird. Und genau das geschieht dann auch, was das prinzipiell interessante, weil sehr konsequente Ende deutlich abwertet.

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Das die letzte halbe Stunde nicht komplett vor den Baum geht, verdankt sie ihrer jetzt enorm actionhorrorlastigen Ausrichtung, die den Spektakelwert deutlich nach oben schraubt und eine Kapriole nach der anderen vollführt. Dabei zieht das Tempo enorm an und prasseln die Schauwerte im Sekundentakt auf den Zuschauer ein. Das betäubt die Sinne, pumpt die unglaublichsten Bassdruckwellen durchs Kino und bringt auch den Film zu einem stimmigen - wenn eben auch religiös verbrämten - Ende, kann aber nicht übertünchen, dass Lawrence hier viel platt walzt, was die ersten 60 Minuten zu einem echten Kinoerlebnis machte. Feinsinnigkeit, ruhige Töne, Charakterentwicklung ... all das opfert man dem bloßen Unterhaltungsfaktor.

Und obwohl ein hoher Unterhaltungsfaktor freilich nicht das Nachteiligste ist, bleibt ein etwas schaler Nachgeschmack zurück. Daran ist Will Smith vollkommen unschuldig. Dieser liefert hier nach Ali seine beste schauspielerische, nuancenreichste und präziseste Leistung überhaupt ab und beweist, dass er einen ganzen Film fast vollkommen allein tragen kann. Im Grunde ist I Am Legend nämlich durchgehend ein Einpersonenstück, braucht I Am Legend Anna und Ethan doch nur, um den Showdown anzuschieben, für dessen weiteren Verlauf sie dann nicht die geringste Rolle spielen. Einzig Nevilles Hund Sam ist eine Art Interaktionspartner für Smith und der Hund schafft es wahrlich spielend, unglaublich viele Sympathien auf sich zu vereinen, so dass dem Zuschauer das Schicksal des Vierbeiners hundertmal näher geht als das von Anna und Ethan. Kein gutes Zeichen für die beiden einzigen echten menschlichen Darsteller neben Smith.

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Technisch ist I Am Legend vor allem in den ersten 60 Minuten ein optisches Schmankerl sondergleichen. Hervorragende Tricks gehen mit atmosphärisch stimmigen Bildern des Endzeit-New-Yorks Hand in Hand und zeugen nach Constantine erneut vom enormen optischen Gespür des Regisseurs. Sehr gelungen sind die wenigen wackligen Steadycameinlagen, bei denen man als Zuschauer scheinbar direkt neben Neville durch das zerfallene New York pirscht. Hier wird man zwar nur kurz, aber ungemein präzise mitten ins Geschehen versetzt. In dem Zusammenhang muss man auch die Szene erwähnen, bei der Neville seinem Hund in ein wirklich stockfinsteres Gebäude folgt und dies erkundet. Wie Lawrence hier mit totaler Dunkelheit und schemenhaften Andeutungen arbeitet, ist Spannungskino deluxe! Problematisch wird es immer dann, wenn die Infizierten ihren Auftritt haben. Sie sind designtechnisch ein ziemlicher Fehlgriff von dem sonst so versierten Patrick Tatopoulos. Irgendwie wirken die Figuren wie aus einem Videospiel entlaufen. Zu glatt und zu wenig detailliert bilden sie eine seltsame Melange aus menschlichen Eigenschaften und Hieronymus Bosch'schem Wahnsinn mit einem Schuss Edward Munch'schem "Schrei". So recht wollen diese Figuren dann nicht in die fotorealistischen Umgebungen des verfallenen New Yorks passen und ihr Geschrei ist auch eher unfreiwillig komisch geraten. Das Einzige, was im Zusammenhang mit diesen Figuren Spaß macht, sind deren sehr komplexe und enorm schnelle Bewegungen, die ordentlich Adrenalin in die Spannungsszenen zu pumpen verstehen. Ein echter Pluspunkt im technischen Bereich ist James Newton Howards erstaunlicher Score. Dieser ist vor allem in den ersten 60 Minuten geradezu meisterlich geraten und das, wo er mit einigen wenigen Pianoklängen eher reduziert denn übertrieben bombastisch daherkommt. Eine Gefahr, die sicherlich bestanden hätte. Wer weiß, welcher Musikbombast die apokalyptischen Szenerien unter anderer Komponistenhand zugekleistert hätte. So geht Howards Musik eine tolle Verbindung mit den beklemmenden Bildern ein, ohne freilich in den druckvollen Szenen zu unpräzise oder langweilig zu geraten. Top.

Das Ergebnis ist ein Film, der meisterlich beginnt und dann allmählich abbaut. Die allmählich einfließenden religiösen Untertöne muten überflüssig an und das actionreiche Finale walzt ein wenig den positiven Eindruck der Einstiegsstunde platt. Dennoch wird man letztendlich hervorragend unterhalten und ist der Gesamteindruck auch dank eines starken Will Smith ausnehmend positiv.
:liquid7:

In diesem Sinne:
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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 13.01.2008, 19:32

Super, ich will da auch rein, aber nicht allein :(

.... grrr, die Mietze war da auch schon drin ... ;)

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Beitrag von Ed Hunter » 13.01.2008, 19:37

Den Film hab ich dieses WE leider nicht geschafft...Review werd ich lesen, wenn ich ihn dann auch gesehen habe, is nämlich einer der Filme, über die ich im Vorhinein ned allzu viel wissen mag :wink:

:liquid7: klingt aber doch schon mal ganz ordentlich...
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Beitrag von Montana » 13.01.2008, 20:24

I am Legend

Anfangs ist der Film noch etwas lau und man hat etwas Angst, dass die Wackelkammera so weitergeführt wird wie in der Antilopenverfolgungsjagt. Doch das ist zum glück nicht so. Die "Fiecher" sind solide dargestellt aber nichts besonderes, bis darauf, das sie noch ein wenig hirn in ihrem kopf haben. Die Rückblenden, in der die geschichte der flucht Robert Neville's Familie erzählt wird, sind ach sehr toll umgesetzt (seeeeeeeehr cooler sound, leider anfangs nur in diesen scenen Traurig ) Der Film wird mit seiner Zeit immer besser und ist immer dan in seiner Höchstform, wenn etwas Sound in den Hintergrund kommt, die durchsage läuft, die er jeden Tag auf allen Frequenzen senden (2x sieht man scenen wo man das tape hört. ich liebe solche scenen^^) oder bei den angriffen der "fiecher". Der Abschluss ist dann allerdings wieder etwas zu "Trocken" Sehr glücklich

7 von 10
Wiedermal ein sehr geiles Review von dir Freeman. Sehr schön wie du die, deiner ansicht nach, schwachen stellen des Films beschrieben hast :D Mich stört der Religiöse touch nicht so, vorallem da meiner anschicht nach eine der besten Scenen darauf zurückgreift (Robert: ich glaube deshalb bist du hier! :cry: einfach nur geil). na ja ok die scenen mit Anna und Ethan sind schon nicht das Beste. Sie weichen vollkommen vom anfangstile des Films ab. Leider. Man hätte sich sicherlich gewünscht das es so weiter geht wie am anfang :D aber irgendwie musste der film ja endne und seinem Titel gerecht werden xD (Da hätte man besser nicht so einen BOMBAST Titel nehmen sollen)
Zuletzt geändert von Montana am 13.01.2008, 20:33, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von StS » 13.01.2008, 20:32

Schönen Dank für die feine Kritik! Werde mir den Film diesen Monat auch noch ansehen, bevor ich dann im nächsten durch die (noch) belebten Straßen New Yorks streife... :wink:

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Beitrag von Mr_Pink » 13.01.2008, 21:47

Ich hab ihn am Freitag gesehen. Ehrlich gesagt bin ich etwas zwiegespalten. Will Smith spielt zweifelsohne genial und es ist eine Freude ihm zuzusehen. Bis kurz vor der Begegnung mit Anna fand ich die Dartstellung als letzter lebender Mensch hervorragend. Ich verstehe auch den Amoklauf. Aber dass sich Anna als Überlebende so dermasen dämlich anstellt... Wie hat sie es nur so weit geschafft?
Das Religiöse muss wohl in einem solchen Film irgendwann kommen. Nur die Wandlung des Robert Neville vollzieht sich allzu schnell.

Irgendwie kam mir der Film auch recht kurz vor.
Aber ich denke :liquid7: kommt hin. Mit leichten Tendenzen nach unten.

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Beitrag von freeman » 13.01.2008, 22:44

Über die Laufzeit war ich ehrlicherweise auch recht verwundert. Der geht ja gerade mal 100 Minuten, wenns hochkommt. Da hätte man ruhig noch ein paar interessante Minuten spendieren können. Und ja, auf Anna und ihr Balg hätte ich komplett verzichten können ... diese Blauäugikeit der beiden Figuren tat wirklich extrem weh ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von Joker6686 » 15.01.2008, 16:13

Schönes Review! Film hab ich gestern gesehen und imo hätten da garkeine anderen Personen kommen brauchen und auch sonst nix passieren müssen. Von mir aus hätte der Film noch ne Stunde so sein können wie die erste. Einfach saugeil. Zum Schluss wirds dann etwas sehr pathetisch aber war ok. Was ich aber einfach viel zu schlimm fand in diesem Film

Spoiler

dass der arme kleine süße Schäferhund gestorben ist

Spoiler Ende

Das ging garnicht für mich .....ansonsten konsequenter Film mit nem relativ konsequentem Ende...Kein Top Blockbuster wie Tranfsformers, aber auf jeden Fall schon sehr stark....


:liquid7:

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Beitrag von Fäb » 17.01.2008, 20:26

* SPOILER-WARNUNG ! *




Gestern drin gewesen. Zunächst einmal muss ich freeman (und auch allen anderen die dieser Meinung sind) beipflichten was die Animationen der Infizierten angeht: Unterirdisch peinlich! Wären sie mal besser wirklich so wie es für sie am besten ist, komplett im Dunkeln geblieben...ich mein, Hallo!? Die sehen aus, wie aus einem x-beliebigen PC-Game von vor 5 Jahren oder wie die Leute aus diesem animierten Weihnachtsfilm "Polarexpress". Oder wie aus dem Intro-Video vom über 10 Jahre alten PC-Spiel "StarCraft". Jedenfalls schlicht und ergreifend nicht zeitgemäß und immer ein Fremdkörper im Film, sobald sie auftauchen. Ich hätte da viel lieber wirkliche Darsteller mit einem ordentlichen Infizierten-Makeup gesehen. Als Beispiel wie es besser geht, dienen da "28 Days Later" oder meinetwegen auch das "DotD"-Remake, selbst wenn es da Zombies waren und man das etwas hätte angleichen müssen.
So simpel es klingen mag, aber das macht mir einfach ein stückweit den Film kaputt. Dabei ist ihr allererster Auftritt, ich meine die Szene in der Smith sie dichtgedrängt in der Gruppe im dunkeln stehen sieht, unglaublich gruselig und atmosphärisch top.

Ansonsten sehe ich es auch so, dass die Anfangsphase mit zum stärksten gehört, was man so auf dem dystopischen/endzeitlichen Gebiet zu sehen bekommt. Ein apokalyptisches New York, das sogar das toll eingefangene London aus "28 Days Later" in den Schatten stellt. Will Smith spielt tatsächlich einmal super gut und nicht umsonst las man in Kritiken teilweise Vergleiche in der Performance zum allmählich irre werden zu drohenden Einsiedlers aus Cast Away, verkörpert von Tom Hanks. Die Umgebung ist eine denkbar andere, aber die Art wie der Mensch vereinsamt, ist ähnlich. Grandios z.B. die Szene in der Will Smith völlig außer sich ist, als im gewahr wird, dass jemand die Schaufensterpuppen bewegt und er folglich nicht die einzige Intelligenz in der Stadt ist. In dem Moment denkt man erst noch, dass es andere immune Menschen gewesen sein müssen, aber wenig später muss man davon ausgehen, dass es der Obermotz der Infizierten (ähnlich wie etwa das Alpha-Zombie in Romeros "Land of the Dead") war, der zu einer solchen Intelligenzleistung fähig ist, nachdem er sich die Methode abgeschaut hat. Nunja, jedenfalls nervte mich das etwas pathetische Ende gar nicht mal sooo sehr, wenngleich es unlogisch ist, dass er nicht die Granate zünden kann und schnell zu den anderen ins Loch kriechen kann. Aber gut, wird er halt zur Legende... ;)

Ein Wort zum Score: Sehr solide, und auch der immer wieder eingestreute Bob Marley rockt die scheiße fett auch wenn's hier vielleicht ein-zweimal weniger auch getan hätte. Der Generationen-Dialog mit der Frau ist etwas jämmerlich, als ob der Sohn von Bob Marley auch nur annähernd (auch unter jüngeren Leute nicht) so bekannt wäre wie sein vater - und: Als ob sie soviel jünger wäre als er. Aber sei's drum, die anderen beiden Menschen fungieren eh nur als Vehikel, die Legende in die Siedlung zu tragen, und das Gegenmittel publik zu machen.




*SPOILER ENDE*


:liquid6: ,5 (aber eher aufgerundet zur 7)

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Beitrag von freeman » 17.01.2008, 21:23

Gehe mit deinen Einwänden absolut konform ... im Bezug auf die Vereinsamung Smiths fand ich aber einen Moment viel genialer ... die Shrekszene! Am Anfang wirklich komisch, wird die mit zunehmender Laufzeit (und die ist echt lang) immer - wie sag ichs? - unheimlicher/befremdlicher und zeigt den Zustand von Smiths Charakter nochmal nen Zacken eindrücklicher als die Schaufensterpuppenszene oder seine "Dialoge" mit den Puppen ...

Großer Film ... bin inzwischen bei ner 8/10 angelangt ... erneute Sichtung drängte mich dahin ;-)

In diesem Sinne:
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Beitrag von McClane » 18.01.2008, 10:08

Ich war auch Mittwoch drin (mit wem wohl unter anderem? *höhö*).

Insgesamt etwas besser als das Omega-Männchen mit Mr. NRA, da man hier mehr auf den Alltag eingeht (dort wirkte es teilweise zu sehr wie ein Spaziergang und die Mutanten kamen ja vergleichsweise zahm rüber) und vor allem das Moment des Vereinsamens bzw. leichten Überschnappens gut thematisiert. Ende kam hier aber noch abrupter als in den ersten beiden Langverfilmungen und die Effekte sind auch bei mir ein Hauptkritikpunkt.

:liquid6:,5
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Beitrag von Fäb » 19.01.2008, 18:53

selber höhö ;)

in deinem review sieht dein erster Satz aber irgendwie 'verunfallt' aus :lol: ansonsten natürlich gewohnt routiniert und ganz meiner Meinung.

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Beitrag von Ed Hunter » 19.01.2008, 21:40

So, komme gerade aus dem Kino und vergebe ebenfalls solide :liquid7:
Etwas abpruptes Ende und sehr langweilig designte Creatures stehen auf der Minusseite, aber Atmosphäre, die grundsolide Action und ein durchgehend recht hoher Spannungslevel machen "I Am Legend" zum überaus passablen Genreentertainment.
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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 20.01.2008, 14:34

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Beitrag von Hannibal » 20.01.2008, 14:57

Nach den ganzen 6-7er-Wertungen hatte ich meine Erwartungen recht weit zurückgeschraubt, was das neueste Will-Smith-Eventmovie angeht, aber im Endeffekt vollkommen zu Unrecht, denn der Film ist in der ersten Stunde ein fast unantastbarer Kracher. Die Atmosphäre ist genial, Will Smith spielt absolut fantastisch, die Idee ist toll, die Flashbacks funktionieren auf den Punkt und die Zombies bringen jede Menge Adrenalin ins Spiel. Einziger Kritikpunkt sind leichte Effektaussetzer, die immer mal wieder auftauchen, aber weit weniger schwer ins Gewicht fallen, als in vielen Kritiken beschrieben. Selbst die Zombies sind die meiste Zeit gut animiert und nur ganz selten blitzt mal eine mangelhafte CGI-Einstellung durch. Über das Design der Viecher kann man natürlich geteilter Meinung sein, ich konnte mich durchaus damit anfreunden und hatte überhaupt keine Probleme mit der animierten Brut, obwohl ich im Normalfall recht allergisch auf schlechte CGI-Effekte reagiere. Wie schon freeman in seiner Review schrieb, fällt der hervorragende Eindruck ein wenig ab, nachdem neue FIguren zum Cast hinzukommen. Die Chemie zwischen den Figuren ist nicht ganz ideal und ihre ROlle wirkt nach der perfekt auf den Punkt gebrachten One-Man-Performance von Will Smith ein wenig überflüssig. Allerdings bleibt der Streifen trotz dieses Kritikpunktes nach wie vor ein definitiv guter Film, der es dank Smith schafft, die Spannung bis zum Ende permanent weit oben auf der Richterskala zu halten. Ein spektakuläreres Finale wäre wünschenswert gewesen, grundsätzlich passte es aber auch in dieser Form. Wenn man nach dem Film nochmal rekapituliert, ist der größte Kritikpunkt eigentlich die Vorlage, denn die ist derart interessant und vielschichtig, dass man viel mehr als ein 100-minütiges Eventmovie hätte daraus ziehen können. Der Film als solches ist nämlich - verglichen mit dem Blockbuster-Output 2007 - ein absoluter Beinahe-Volltreffer, weil er eigentlich von vorne bis hinten funktioniert. Aber im HInterkopf entwickeln sich die Gedanken, was "I am legend" hätte sein können. Im Gegensatz zu einschläfernd langen, uninteressanten Effekt-Orgien a la "Fluch der Karibik 3" ist "I am legend" nämlich eigentlich eine gute Stunde zu kurz. Hier hätte einfach noch so viel mehr reingepasst, zu mal man Will Smith wirklich stundenlang in der einsamen Stadt hätte zuschauen können, ohne dass ein tollwütiger Zombie ins Bild springt. Wenn dies aber passiert, entwickelt sich eine unbändige Wucht, die den Zuschauer brutal in den Sessel drückt. Die Bedrohung ist genial geraten, zumal Smith keinen perfekt ausgebildeten Über-Marine spielt, der sich durch Zombiehorden metzelt, sondern wirklich jemanden, der physisch spürbare Angst hat, wenn eines der Viecher in der Nähe ist. Grandios auch die Verbindung zu seinem Hund, die in einem tollen emotionalen Höhepunkt gipfelt, welcher jeden bisher dagewesenen Zombiefilm mit links schlägt.
Alles in allem ein richtig guter Film, der allerdings viel Spielraum verschenkt und sich damit den Aufstieg in höhere Wertungs-Regionen verspielt.
:liquid8:

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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 21.01.2008, 10:17

Fand ihn auch recht gut. Hätte mir zwar noch mehr Action gewünscht und ein positiveres Ende, aber wirkliche Kritik habe ich eigentlich nicht. Das Kreature Design hat mir gefallen.


:liquid8:
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Beitrag von kami » 23.01.2008, 13:16

Fand ihn unterhaltsam, aber als Gesamtkunstwerk nicht weiter erwähnenswert, da trotz der aufwändigeren Effekte die Atmosphäre im verlassenen New York nicht unbedingt dichter als im preiswerten 28 DAYS LATER ist, der Film wahlweise zu lang oder zu kurz ist, sich mit seiner aktuellen Laufzeit aber zwischen die Stühle "seriöses Psychogramm unter Extrembedingungen" und "Actionhorror-Spektakel" setzt. Die Creature-Effekte fand ich ordentlich, das Design dagegen nicht. Warum sollten die Viecher denn ihr Maul so unsinnig weit aufreißen. Überhaupt verstrickt sich das Drehbuch immer mal wieder in Widersprüche (auf der einen Seite wird die entgültige Entmenschlichung der Zombies diagnostiziert, auf der anderen Seite können sie wieder taktisch planen, SPOILER auch Will Smiths Heldentod erscheint mir unsinnig SPOILER AUS), die den Film letztendlich nicht über solides Niveau hinauswachsen lassen. Ich vergebe gute :liquid6:

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Beitrag von McClane » 24.01.2008, 10:02

Fäb hat geschrieben:in deinem review sieht dein erster Satz aber irgendwie 'verunfallt' aus :lol: ansonsten natürlich gewohnt routiniert und ganz meiner Meinung.
Jo, da fehlt ein "verfilmt"... jetzt liest sich der erste Satz weniger bunuelesk :lol:
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Beitrag von Trinity » 25.01.2008, 18:59

wir haben den heute in der schule gesehn (unser lehrer mag emule xD )
war ganz ok, aber bis auf ein paar nette schockeffekte doch eher nur grad mittelmass. nun gut, ich mag will smith auch nicht besonders ^^
boah und die löwen am anfang... die löwin war noch ok animiert, aber den löwen habense laufen lassen als hätte er nen stock gefressen xD ansonsten aber optisch hübsch gemacht.

ich würd sagen :liquid5:
nix was ich mir nochmal ansehen müsste ^^
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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 25.01.2008, 19:01

:shock:
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Beitrag von Trinity » 25.01.2008, 19:07

kihi, steht der smily für den lehrer oder für meine meinung da? xD
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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 25.01.2008, 19:14

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Beitrag von freeman » 25.01.2008, 22:12

Was ein Druckmittel ... Entweder, ich krieg am Jahresende ne eins oder ich melde sie bei den Leuten die sie 5 Jahre hinter Gitter bringen ... zumal sie nicht nur einfach so einen Film öffentlich aufgeführt haben, sondern diesen noch nicht einmal besitzen :lol: Da braucht man ja gar nix mehr erfinden von wegen, der Kerl hat mich betatscht oder so LOL

In diesem Sinne:
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Beitrag von kaiserfranz » 26.01.2008, 00:06

Kritk ist absolut dufte. Keine Frage! Sehe das genau wie du. Der Film hat in den ruhigen Momenten unheimlich starke Szenen. Die ersten 60 Minuten, wo Smith alleine spielt, hauen einen echt um. Mein Favorit ist die Szene, als die Viecher ihn auskontern. Genial! Ab dem Zeitpunkt, wo die anderen Figuren auftauchen, wird's hm ... sagen wir mal seltsam. Das Ende wiederum fand ich ganz ok so.

Insgesamt eignet sich der Film als Schreckensvision hervorragend. Vor Jahren hätte man noch daran gezweifelt, ob Will Smith solch einen Film alleine tragen könnte. Heute aber hat der Mann eine Ausstrahlung, die alle Zweifel beiseite bläst. Stark!

Gruss
kaiserfranz
Oma, bist du noch rüstig?

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