Cloverfield

Monster, Tiere, Mutationen
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Hannibal
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Cloverfield

Beitrag von Hannibal » 03.02.2008, 13:58

Cloverfield
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Originaltitel: Cloverfield
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2008
Regie: Matt Reeves
Produktion: J.J. Abrams
Darsteller: Lizzy Caplan, Jessica Lucas, T.J. Miller, Michael Stahl-David, Mike Vogel, Odette Yustman, Anjul Nigam, Margot Farley, Theo Rossi, Brian Klugman, Kelvin Yu

Keine Spoiler in der Review, nur der Trailer-Inhalt wird beschrieben

Als am 11. September 2 Flugzeuge von Terroristen ins World Trade Center gesteuert wurden und mehrere tausend Menschen unter dem Schutt der daraufhin einstürzenden Twin Tower ihren Tod fanden, warf dieses schreckliche Ereignis in Politik und Wirtschaft so ziemlich alles um, was man bis zu diesem Zeitpunkt für möglich hielt.
Auch die amerikanische Filmindustrie hatte mit 9/11 zu kämpfen, erinnerten die riesigen Feuerbälle, in denen die Flugzeuge explodierten doch durchaus an das ein oder andere Action- und Katastrophen-Szenario aus diversen Hollywood-Filmen. Stimmen wurden laut, dass Hollywood als Ideengeber für Terroristen gedient hat, dass von nun an nie wieder ein zerstörerischer Actionfilm das Licht der Leinwände erblicken dürfte. Bruce Willis verkündete in Interviews, nie wieder eine Waffe in einem Film in die Hand zu nehmen. Aus anlaufenden Kinofilmen wurden Szenen herausgeschnitten, in denen minimale Zusammenhänge zum World Trade Center bestanden, Filmplakate wurden geändert, CD-Cover wurden ausgetauscht, ja selbst Computerspiele wurden umprogrammiert.
2006 thematisierte man erstmals die verheerenden Anschläge in 2 Filmen, 2007 flogen in dem Bay-Blockbuster „Transformers“ erstmals wieder Düsenjets in Hochhäuser und im Vorprogramm zu genau diesem Film lief ein unscheinbarer Trailer, der zeigte, wie der Kopf der Freiheitsstatue in den Straßen New Yorks landete.....abgerissen von...ja, wovon eigentlich? Der Trailer gab keinen Aufschluss über die Ursache, lediglich ein wuchtiger Shot von der geköpften Freiheitsstatue und einem brennenden Manhattan, das ein paar Wolkenkratzer weniger zu vermelden hatte. Gerüchte von Alien-Attacken, Terroranschlägen, einem neuen „Godzilla“ wucherten von nun an in den Filmforen dieser Welt, doch die Informationspolitik um „Cloverfield“ wurde bis zum Kinostart vor wenigen Wochen beibehalten. Die Neugier des Menschen sorgte dafür, dass unzählige Filmfreaks unruhig in ihren nerdigen Heimkinos hin und her rutschten und schließlich zum Kinostart in die Kinos rannten, um zu sehen, was sich in Wirklichkeit hinter der verschwiegenen Marketing-Maschinerie um „Cloverfield“ versteckte. Sein Budget von geschätzten 30 Millionen Dollar wurde schon am Startwochenende wieder eingespielt. Kreativer Kopf hinter der cleveren Marketing-Taktik war „Lost“-Schöpfer J.J. Abrams, dem im Jahre 2006 im Rahmen seiner „Mission: Impossible 3“-Promoting-Tour in Japan auffiel, dass Amerika gar kein eigenes Riesenmonster a la „Godzilla“ hatte. Doch anstatt eine gute Variante des eher schwachen Emmerich-“Godzilla“ von 1999 anzugehen, entwickelte er mit befreundeten Drehbuchautoren ein äußerst innovatives Konzept für ein Genre-Movie der ganz besonderen Art. Denn die sensationellen Zerstörungs-Shots der ersten Teaser verschwiegen den eigentlichen Clou des Films, denn „Cloverfield“ wurde ähnlich wie das Filmstudenten-Horrorprojekt „Blair Witch Project“ nur mit einer Handkamera gefilmt, aus der Sicht einer Gruppe von Augenzeugen, die nur zur falschen Zeit am falschen Ort sind.

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Die sind an jenem Abend eigentlich eine Abschiedsparty ihres Freundes Rob am feiern, welcher einen viel versprechenden Job in Japan angeboten bekam. So ist sein bester Freund Hud den ganzen Abend damit beschäftigt, ein Abschiedsvideo für ihn zu drehen, auf dem jeder Partygast ein paar nette Worte sagt. Diese ca. 20-minütige Einführung in die Welt der Filmcharaktere ist immer wieder unterbrochen von kleinen Filmschnipseln, die einige Wochen früher von Rob gefilmt wurden. Hud hat keine Ahnung von Kameras und bekam den Job des Amateurfilmers mehr oder weniger ungewollt auf's Auge gedrückt. Er hat keinen Plan vom Filmen, wackelt, spult mal zwischendurch am Band herum, woraus dann die entsprechenden Lücken resultieren. Gerade dadurch erhält man als Zuschauer ein überraschend gutes Bild der Figurenkonstellation, die von klassischen Beziehungs- und Liebes-Problemen durchtränkt ist. Das Szenario wirkt dennoch nicht gekünstelt, sondern erscheint angenehm authentisch und schmiegt sich perfekt an unsere klassischen Erfahrungen mit dutzenden von Hochzeitsvideos, in denen jeder Gast irgendeinen Mist in die Kamera schwafelt. Großer Pluspunkt des 30-Millionen-teuren Homevideos ist dabei schon zu diesem Zeitpunkt der „Mann hinter der Kamera“. Hud rennt mit einer kindlichen Naivität durch das Partyvolk, filmt ohne Hemmungen, verbreitet unerlaubt Gerüchte und interviewt vollkommen irritierte Partygäste darüber, was sie davon halten, dass Person X mit Person Y geschlafen hat. Sobald die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Figuren einigermaßen klar sind, erschüttert ein markerschütternder Sound die Szenario, der Strom fällt aus. Keiner weiß was los ist, die Leute denken an ein Erdbeben, rennen auf's Dach des Gebäudes. Hud schwenkt nervös mit der Kamera hin und her und filmt schließlich einen gigantischen Feuerball, der die Skyline von New York erschüttert. Hektik, brennende Trümmerteile regnen über dem Central Park herab, die Kamera hat angesichts der unkontrollierten, panischen Flucht vom Gebäudedach diverse kurze Aussetzer, alles wackelt und zwischendrin immer wieder dieser ohrenbetäubende Lärm. Auf der Straße angekommen, kommt dann plötzlich der Kopf der Freiheitsstatue geflogen und am Ende der Straße bricht plötzlich ein ganzes Hochhaus ein. Eine gigantische Staubwolke bewegt sich auf die Protagonisten zu, welche sich voller Panik in einem Laden verstecken. Die stockdunkle Staubschicht bewegt sich die Straße entlang, plötzlich ist alles dunkel, nur noch schemenhaft erkennt man Menschen, die durch die stickige Schicht laufen...

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Erinnerungen werden wach, das Gezeigte erinnert wahrscheinlich nicht ganz ungewollt an jene – ebenfalls von Amateuren – gefilmte Horrorbilder, von den riesigen Geröllwolken , die am 11. September die Straßen von Manhattan entlang walzten. Ähnlich wie bei der Charaktereinführung im Stil bekannter Hochzeitsvideos, bekommt man auch hier wieder bereits schonmal gesehene Bilder geliefert, allerdings in einem wesentlich kritischerem Kontext. Es wird sicher nicht lang dauern, bis die ersten Moralaposteln aufschreien und „Cloverfield“ als pietätlos und stumpf provozierend abstempeln. Ob solche Sequenzen, die vollkommen unreflektiert gezeigt werden, etwas in einem von der Story her klassischen Genre-Movie zu suchen haben, muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden. Das Szenario um irgendeine undefinierte Kreatur, die New York angreift, wird so zumindest glaubhafter, denn der Zuschauer bekommt zu Beginn so zahlreiche Szenen zu sehen, die er ähnlich schonmal gesehen hat. Somit funktioniert die Identifikation mit dem fiktiven Szenario und vor allem der ungewöhnlichen Inszenierung wesentlich besser als gedacht. Und das bleibt den ganzen Film über so. All die Rezensenten, die in aktuellen Kinoproduktionen den wohl dosierten Handkamera-Einsatz als „Mitten drin, statt nur dabei“-Gefühl loben, werden erst von „Cloverfield“ gelehrt, was „Mitten drin, statt nur dabei“ wirklich heißt. Dabei entsteht eine ähnliche Wirkung, wie sie schon bei Spielberg's „Krieg der Welten“ festzustellen war, denn auch dort wurde der Zuschauer Opfer seiner eigenen Sensationsgier. Man bekam in dem 2005er-Sci-Fi-Remake einen von gigantischen Explosionen erleuchteten Himmel zu sehen. Die Action spielte sich hinter einer Bergkuppe ab, doch die Kamera verweigerte dem Zuschauer die Sicht, auf das Inferno, was sich dort abspielte. So ertappte man sich permanent dabei, wie man am liebsten aus dem vorgegebenen Frame geflüchtet wäre, um sich an der vermutlich gewaltigen Zerstörungsorgie zu erfreuen, die uns Spielberg geschickt vor enthielt und das Szenario so wesentlich unangenehmer und unbehaglicher gestaltete. Das was man nicht sieht, ist oft viel unheimlicher, als Einstellungen, die jedes noch so kleine geschmacklose Detail zelebrieren. Obwohl die Inszenierung von „Cloverfield“ absolut nicht mit „Krieg der Welten“ zu vergleichen ist, haben beide das Stilmittel des „Nicht Zeigens“ oder des „Nur Andeutens“ gemeinsam. Wenn in der vorliegenden Zerstörungsorgie Hochhäuser einstürzen, wird dies nur in verwackelten Aufnahmen präsentiert, da sich die Protagonisten in Sicherheit bringen müssen und gleichzeitig versuchen, das unfassbare Ereignis in Bildern festzuhalten. Durch die Kamera quasi in die Ego-Perspektive der Charaktere gezwungen ist man selbst ständig zwischen Schutz und Sensationsgier hin und hergerissen. Sich in Gefahr begeben, um unter Umständen sensationelle Bilder aufzuzeichnen oder doch eher Safety first? Aufgrund der ganz ordentlich eingeführten Charaktere funktioniert dieser Konflikt auch beim Zuschauer ganz gut, denn die Figuren sind einem nicht egal und ihre Motive sind zu jeder Zeit nachvollziehbar dank der geschickt eingearbeiteten Rückblenden.
Dadurch bleiben die Bilder auf lange Zeit im Gedächtnis, insbesondere in den U-Bahn-Schächten, schafft „Cloverfield“ Szenen von gigantischer Atmosphäre, die mit zum Unheimlichsten gehören, was man in den letzten Jahren im Kino sehen durfte. Eine Schocksequenz sitzt mir jetzt noch tief im Mark. Absolut grandios!

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Auch im Finale punktet die gewählte Inszenierung mit Bildern und Szenen, die noch Tage danach schwer im Magen liegen. Dazu trägt auch die Soundkulisse bei, die oft über die verwackelten, unscharfen Bilder eine Atmosphäre zaubert, die man kaum für möglich hält. Vor allem die Geräusche, die das Monster von sich gibt, erschüttern in ihrer Wucht den ganzen Kinosaal.
Auf das Monster will ich an dieser Stelle nicht genauer eingehen, nur soweit, dass der Film sein Konzept kompromisslos verfolgt und sich wirklich nur der Perspektive der verzweifelten Gruppe widmet, die eigentlich nur raus aus Manhattan will. Was das für ein Monster ist, woher es kommt, was es macht...darüber verliert der Film kein Wort und hat so den großen Pluspunkt, dass er sein Szenario nicht mit irgendwelchen vor Logikfehlern triefenden Erklärungen rechtfertigen muss. Letztlich braucht er das auch gar nicht, denn die Geschichte, die konsequenterweise auch nur knapp 90 Minuten läuft, lässt dem Zuschauer keine Atempause und kommt dankenswerter Weise komplett ohne Lückenfüller aus. Im Gegensatz zum anderen New-York-Katastrophen-Szenario „I am legend“, der nach der ersten Stunde ja leider ein wenig umkippte, rockt „Cloverfield“ von Anfang bis Ende perfekt durch. Das mutige Konzept der permanent eingesetzten Handkamera wird aber sicherlich nicht nur auf Gegenliebe stoßen, denn es ist ein zunächst absolut gewöhnungsbedürftiger Kontrast zu den gewohnten Hochglanzshots, die sonst über unsere Kinoleinwände flimmern. Hat man sich aber auf die Umsetzung eingelassen, funktioniert die Technik auf den Punkt und kreiert Szenen, die man mit klassischer Erzählweise in der vorliegenden Intensität nie hätte umsetzen können. Man ist wahrhaftig dabei, wie irgendetwas New York in einen Haufen Schutt verwandelt, man flieht, man kämpft, man versucht zu überleben...die Inszenierung ist mehr als ein Film, „Cloverfield“ wird zur Erfahrung.

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J.J. Abrams, der in diesem Fall nur als Produzent, aber dennoch als Initiator des Projekts agierte, ist zur Zeit neben Tarantino mit Sicherheit der kreativste Mainstream-Kopf Hollywoods. Regisseur Matt Reeves setzte Abrams Idee fantastisch um und erschuf eine der bedrückensten Zerstörungs-Orgien in der Geschichte des Kinos, die ihrer Umsetzung bis ins großartige Finale genial durchhält und diese Inszenierungsform im Gegensatz zum polarisierenden „Blair Witch Projekt“ im Prinzip perfekt ausreizt.
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Living Dead brüllt:

Evtl. minimale Spoiler, wenn es darum geht, was man über das Monster erfährt:

Als J. J. Abrams – Produzent der Serien „Lost“ und „Alias – Die Agentin“, sowie Regisseur des dritten „Mission: Impossible“ und des nächsten „Star Trek“-Filmes - während eines Aufenthalts in Japan mit seinem Sohn durch die Spielzeugläden streifte, wurde bei ihm in Anbetracht der unzähligen kleinen Monsterfiguren von Godzilla und Co. die Idee fix einen klassischen Monsterfilm zu inszenieren. Wieder einmal sollte Manhattan Haupt- und Angelpunkt der Geschichte sein, in der eine handvoll Jugendlicher inmitten eines Krieges zwischen Mensch und Ungetüm raten. Ein originär-amerikanischer Monsterfilm sollte es werden, so Abrams.

Ein halbes Jahr vor Kinostart ließ Abrams die potenziellen Kinobesucher über den Film noch vollkommen im Unklaren und nutzte die Mechanismen des „viralen Marketings“, ähnlich wie der Independent-Streifen „Blair Witch Project“ aus dem Jahre 1999. Die Macher nahmen sich der gängigen Informationsquellen Internet, Fernsehen, Radio, und Zeitschriften an, und machten sich diese zunutze, um auf einzigartige Weise den Kinofilm nicht einfach nur anzukündigen, sondern ihn durch geschickte Informationsfragmente beim gemeinen Publikum zu lancieren. Dabei erstellten die Macher eine Website, die auf den Mythos der Hexe von Blair einging, ohne direkt auf den Film zu verweisen. Schon vor Filmstart erhob sich also der Mythos um die fiktive Hexe, sodass einige Zuschauer die Aufnahmen des Filmes dann tatsächlich für real hielten.

Abrams nutzte eine ähnliche Strategie schon für seine Serien „Alias“ und Lost“ und ließ Websites erstellen, auf denen Fans nach und nach Informationen zu den Charakteren und Handlungssträngen ausmachen konnten.

„Cloverfield“ nimmt sich dieser Taktik ebenfalls an und ließ sein Zielpublikum vor Kinostart so ziemlich im Diffusen, was es von dem Film zu erwarten hatte. Ein Trailer wurde vor dem Film „Transformers“ gezeigt: Eine Party, plötzlich ein lautes Geräusch. Ein Erdbeben? Die Jugendlichen rennen auf das Dach des Gebäudes und sehen eine riesige Feuerwand. Steine und Autos fliegen durch die Luft … Schnitt … die Jugendlichen stehen auf der Straße. Plötzlich wieder dieses Geräusch und ein riesiger Gegenstand fliegt auf die Kamera zu. Es ist der Kopf der Freiheitsstatue. Völlig zerkratzt. Was war das? Kein Filmname, keine Darstellernamen, nur ein Datum: „01-18-08“. Das Rätseln begann.
Zur gleichen Zeit entsteht auch eine Website, auf der man Fotos der Darsteller hin- und herschieben konnte. Nichts Besonderes: Nur das Datum - 01-18-08 - deutete darauf hin, dass diese Seite etwas mit dem Film zu tun haben könnte.

In Internet-Foren häuften sich allmählich Gerüchte und Spekulationen und allmählich war Abrams Monsterfilm in aller Munde, obwohl es so gut wie keine konkreten Informationen zu dem Endprodukt gab. Die Strategie ging auf.
Als der Film dann vor kurzem in den Kinos anlief bestätigte sich dies in den fulminanten Besucherzahlen, und die Kosten von nur rund 30 Mio. Dollar waren schon nach einem Wochenende wieder eingespielt. Der Film war ein Erfolg. Doch häuften sich schon kurz nach Kinostart die ersten ernüchterten Stimmen: Enttäuschung und Unzufriedenheit machte sich breit. Zum einen war der vieldiskutierte Trailer ein 1:1-Ausschnitt aus dem Film, sodass die Befürchtungen, dass der Film über die komplette Laufzeit in amateurhaften Handkamera-Bildern gedreht wurde, schließlich bestätigt wurden. Zum anderen häuften sich Berichte von Zuschauern, die aufgrund dieser Bilder von Nausea heimgesucht wurden und schlagartig die Kinosäle verließen.

Bestätigen kann ich dies nicht. Die Bilder sind in der Tat ziemlich unruhig, doch paradoxerweise ist der Film gerade durch diesen Umstand ein optischer Hochgenuss. Die Szene kurz nach dem ersten Angriff des Monsters ist in ihrer Intensität kaum zu überbieten. Zwar extrem plakativ in seiner Darbietung, manifestieren sich aber sofort wieder Assoziationen zum 11. September, wenn ascheüberschüttete Menschen wie in Trance durch die zerstörten Häuserschluchten schleichen, und der Kameramann gnadenlos draufhält. Manch einer kann hier zwar Opportunismus seitens der Macher hineininterpretieren, doch erscheint der Film im Zeitalter von Myvideo und Youtube als fixierte Gesellschaftssatire, wenn die detonierende Angst vor Außerhalb – dargestellt von einem übergroßen Monster – ständig mit Handykameras und Camcordern festgehalten wird, und die Aufnahmen („Das müssen die Menschen sehen!“) letztlich wichtiger sind, als das eigene Leben: Jeder normal tickende Mensch hätte die Kamera sicherlich schon nach dem ersten Angriff zur Seite geschmissen und wäre um sein Leben gerannt.

Heutzutage wird jedes noch so kleine Ereignis mit der Kamera aufgezeichnet und kurze Zeit später im Internet veröffentlicht. „Cloverfield“ treibt die Sensationsgier der heutigen Generation auf die Spitze. Entlässt die Endzwanziger mitsamt ihren Handys und Videokameras in ein Szenario, welches durchaus aus den Dreißigern hätte stammen können. Regisseur Matt Reeves und Abrams lassen zwei Welten aufeinander treffen und ziehen ihr Vorhaben konsequent durch. Fast schon zu konsequent, denn über das Monster und die Hintergründe erfährt man als Zuschauer nicht mehr, als die Hauptdarsteller selbst. Doch genau dieses Unwissen, obschon wir alles über die Aufnahmen des Camcorders gesehen haben, nutzt Regisseur Reeves, um ein Maximum an Intensität herauszukitzeln, welche sogar den guten alten „Godzilla“ vor Neid erblassen lassen würde.

Der Handlungsablauf hingegen könnte nicht klischeehafter sein. Zeigt sich die Herangehensweise an dieses klassische Genre noch als ziemlich innovativ, so sind Dialoge, Story und Charaktere extrem einfältig und stereotyp geraten. Von einer uninteressanten Liebesgeschichte bis hin zur lächerlich-antiquierten Rettungsaktion aus einem eingestürzten Hochhaus ist so ziemlich alles vorhanden. Zudem erscheint vieles als zu berechnend, als dass sich eine beharrlich realistisch-morbide Stimmung aufbauen könnte. Da hatte „BWP“ durch seinen überaus konsequenten Minimalismus noch eine Nase Vorsprung.

Nichtsdestotrotz ist der Vergleich zu „BWP“ teils unangebracht, denn was „BWP“ durch Minimalismus erreichte, schafft „Cloverfield“ durch seinen Nihilismus. Es wird kein gutes Ende für den Kameramann geben. Es wird kein gutes Ende für alle dort draußen geben. Wir Zuschauer profitieren von den Aufnahmen, ertappen uns immer wieder mit dem Wunsch „Zeig uns das Monster doch noch etwas länger, Junge!“.
Durch die Aufmachung des Filmes erhebt sich dieser auf eine fingierte Meta-Ebene, in der er die Sensationsgier eines jeden Kinogängers und vermeintlichen „Youtubers“ entlarvt. So ging es für den (fiktiven) Kameramann um das nackte Überleben, doch wir als Zuschauer interessieren uns nur für seine Bilder und erst in zweiter Linie um den Menschen dahinter, sofern wir überhaupt daran dachten, dass bei all den Videos im Internet auch tatsächlich echte Menschen hinter der Kamera standen. „Cloverfield“ ist eine Satire auf die gegenwärtige Generation, die sich nur zu gerne Amateurvideos ansieht, in der andere Menschen leiden, sie selbst aber behütet in den eigenen vier Wänden ihr Dasein fristet. Die typischen Amateur-Videos in den unzähligen Pannen-Shows im Fernsehen, die wesentlich gefährlicheren Videos von verwundeten Soldaten aus Nahost oder detonierenden Bomben in Krisengebieten, die sich ein jedermann mit nur wenigen Mausklicks im Internet ansehen kann. All dass kulminiert in „Cloverfield“ zu einer äußerst gelungenen Legierung aus Satire und klassischen Horrorfilm.
:liquid7:

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freeman röhrt:

Cloverfield

Eine Twentysomething Party in New York. Man hat sich eingefunden, um den Abschied eines Freundes zu feiern, der die Tage gen Japan ziehen wird, um da seinen beruflichen Weg erfolgreich weiter zu gehen. Doch die Party entpuppt sich neben einem Overload an Alkohol und Dünnbrettgelaber auch als ein Hort an zwischenmenschlichen Altlasten. Denn die Japanreise von Rob ist auch und vor allem der Versuch, einen klaren Cut unter eine ehemals so schöne Beziehung zu seiner großen Liebe Beth zu ziehen. Die Party endet für die Beiden im vorhersehbaren Streit und Beth verlässt die Party. Doch genau jetzt beginnt für alle Beteiligten der "Spaß" eigentlich erst so richtig. Denn eine Erschütterung lässt die Partygäste zusammenfahren. Man steigt auf das Dach des Partyhauses und lässt den Blick gen Stadtzentrum streifen. Da erleuchtet eine gigantische Explosion den Abendhimmel und seltsame Geräusche durchschneiden die Luft. Man rennt auf die Straße, um so eventuell Klarheit über die Vorgänge zu erhalten. Doch kaum unten angekommen, fliegt dem Partyvolk der abgetrennte Kopf der Freiheitsstatue vor die Füße. Blankes Entsetzen zeichnet sich in den Augen der Partygäste ab, was noch verstärkt wird, als ein riesiger Wolkenkratzer vor ihren Augen in sich zusammensackt und die Party zum überlebensgroßen Überlebenskampf mutiert ...

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Mittlerweile sind 20 Minuten von Cloverfield vergangen, in denen man nicht so recht wusste, was man von der ganzen Chose halten soll. Man wurde Zeuge einer blasierten und arg gestelzt wirkenden Party, die vor bemühtem Witz und derb dämlichen, pseudoklugen Dialogen nur so überlief und seltsam steril wirkende, perfekt geschminkte und aufgemachte Modeltypen bei peinlichstem GZSZ Acting präsentierte. Sollten diese Minuten dazu dienen, eine Bindung zu den Figuren aufzubauen, kann man dem Film hier nur ein grandioses Scheitern bescheinigen. Doch dann kommt die Explosion, fliegt der Kopf der Freiheitsstatue durch die Gegend und sackt das Hochhaus in sich zusammen. Platter geht ja nicht mehr, werden jetzt einige schreien, denn immerhin wird hier doch der Horror von 9/11 relativ plakativ übernommen. Doch so wirklich kommt einem der Gedanke des Plakativen gar nicht, denn Cloverfield präsentiert seine Geschichte aus der ICH-Perspektive, was uns unversehens zum Teil des Geschehens macht. Immerhin steht der kameratragende und alles filmende Charakter HUD (LOL, was ne Idee) stellvertretend für uns mitten drin im Geschehen. Riesige Staubwolken walzen auf uns zu, Menschen rennen an uns vorbei, Panik und Entsetzen beherrscht die Szenerie und ähnlich wie die Charaktere im Film kommt man gar nicht großartig zum Denken. Weg! Nur weg!

Und hier hat einen Cloverfield dann. Ab diesem Zeitpunkt sind wir mittendrin statt nur dabei. Sind uns die blassen Charaktere um uns herum genauso egal wie das Gelaber der Hohlbirnen. Mit Hud stolpern wir durch die Szenerie. Sehen, was er sieht, hetzen, wie er hetzt und versuchen zu begreifen, was er zu begreifen versucht. Plötzlich explodieren neben uns Bomben und Ziellenkraketen, durchschneiden hektisch gebellte Befehle die panische Stimmung und erschüttern F-18 Fliegergeschosse den Erdboden. Krieg! Und wir, mittendrin. Keine Ruhepause, nur rennen. Und dann steht es auf einmal vor uns: Gigantisch, riesengroß, unbeschreiblich und keiner Art zuordenbar. Das Monster! Und was für eines.

Und genau in diese Phase lanciert Cloverfield dann seine Handlung. Diese kann man sich nur über einen Spruch wie "Liebe ist halt so" schönreden. Wirklich nachvollziehbar ist sie nicht. Denn freilich ist Beth mitten im Chaos irgendwo gefangen und eingeschlossen und Rob will sie unbedingt retten. Auch wenn das Viech natürlich in genau diese Richtung wankt. Logik und Nachvollziehbarkeit treten in den Pausenmodus, aber Cloverfield selber denkt gar nicht an ein Päuschen und drückt ohne Gnade weiter aufs Gas. Wir streifen durch Kriegsschauplätze, treffen auf herrlich fiese und schnelle Kreaturen, die das Riesenmonster mit sich brachte, und werden Beteiligter bei einer atemlos spannenden Bethrettungsaktion. Das Adrenalin pumpt, die Basswellen des grandiosen Sounddesigns treiben das letzte Staubkorn aus der hochgradig belasteten Soundanlage und unser Sehzentrum läuft Amok ...

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Denn der First Person View im Blair Witch Project Stil verlangt einen hochstabilen Magen und erfordert vom Zuschauer das Vermögen, einem Film auch folgen zu können, wenn seine Augen keine wirklichen Fixpunkte auf der Leinwand zum Orientieren haben. Die Kamera schwankt, wackelt, fällt zu Boden, fliegt durch die Luft, schlägt Salti und lässt bei Erschütterungen in der Bildqualität nach. Obendrein stoppt sie auch ab und zu mal und gibt einen Blick auf das frei, was sich zuvor auf dem Videoband befand. Klitzekleine Momente der Ruhe und der zarten Liebe zwischen Beth und Rob ... und *rumms* sind wir wieder mittendrin. Kamera rollt und Action! Das Ergebnis ist - wenn man sich auf diese filmischen Mittel einstellen kann! - filmisches Adrenalin. Ein Terrorangriff auf unsere Augen und - ich gebe es gerne zu - ein sehr anstrengendes Erlebnis. Doch im Gegensatz zu Blair Witch macht hier dieses Stilmittel des wackelnden First Views absolut Sinn und überträgt sich die Panik und die Angst wirklich unisono auf den Zuschauer!

Im Vergleich zu Blair Witch stimmt hier dann eben auch das Drumherum! Es läuft kein Rotz in Richtung Kamera, es wird nicht am Zelt gerüttelt und panisch geheult. Man nervt auch nicht und das Unhappy End knallt hier noch viel mehr. Obendrein bekommt man in Cloverfield eben auch etwas fürs Auge! Denn der Aufwand hinter dem optisch so simpel erscheinenden Streifen mutet herkulisch an und lässt einen ob des niedrigen Budgets relativ verwunderten Zuschauer zurück. Denn die apokalyptischen Bilder des zerstörten New Yorks funktionieren auf den Punkt und rufen ordentlich Beklemmung hervor. Die Effekte - freilich teils sehr verhuscht präsentiert, was dem Effektteam sicher entgegen kam - sind toll und auch das Monster rockt ohne Ende, designtechnisch als auch optisch. Zwar kann es seine CGI Herkunft nicht wirklich verleugnen, aber es wirkt nie wie ein Fremdkörper im Film oder wird in seiner Wirkung irgendwie abgeschwächt. Klar, irgendwann nervt einen, dass Hud keine echte Ahnung von spannenden Momenten zu haben scheint, immerhin nutzt er die Kamera kaum, um mal das Monster so richtig einzufangen und hört man manch gigantische Effektszene auch nur, weil er gerade seine Füße filmt. Doch gleichzeitig muss man den Filmemachern hier eine gehörige Portion Schlitzohrigkeit attestieren, konnte man so freilich ordentlich an Aufwand/Geld sparen. Schön wären allerdings dennoch ein paar andere Kameraansichten gewesen, denn was die reißen könnten, zeigen ein paar eindrucksvolle, abgefilmte Nachrichtensendungen.

Musiktechnisch nutzte man vor allem die ersten 20 Minuten, um eine große Breitseite an Rock-, Indie- und Alternativebands ein paar Songs abfeuern zu lassen. Dementsprechend will die Liste an Songs im Abspann auch gar nicht mehr enden. Wirklich in Erinnerung bleibt dabei aber keines. Im eigentlichen Film hat die Musik dann verständlicherweise Pause. Wo soll die denn bei dem Filmansatz auch herkommen? Hier übernimmt dann das gigantischste und wuchtigste Sounddesign aller Zeiten und treibt ... nein, falsches Wort ... peitscht den Film unaufhörlich voran. In dem Film hat man dann dementsprechend mehrmals dieses Überdruckgefühl auf den Ohren, das man sonst nur beim Flugzeugstart und der Landung empfindet. Gigantisch und oscarwürdig! Wie die Kamera allerdings dieses Sperrfeuer an direktionalen Effekten aufnehmen konnte, ist freilich ein kleiner logischer Fauxpas (Falls nicht, brauch ich die Cam dringend ;-) ). Und im Abspann läuft dann Michael Giacchino, der Stammkomponist des Cloverfieldproduzenten und aktuellen König Midas Hollywoods: J.J.Abrams, musikalischen Amok! Er präsentiert mit seiner Ouvertüre "Roar" ein so gigantisch geniales Stück wuchtiger Filmmusikgeschichte, dass bei dem Zuschauer sofort wieder das Kopfkino startet und man meint, einen weiteren gigantischen Monsterkatastrophenactioner zu begutachten. Dabei läuft nur der Abspann. Schlicht und ergreifend ein absoluter Killertrack, der alleine schon den Gang ins Kino rechtfertigt!

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Aber natürlich ist auch Cloverfield nicht perfekt. Mitnichten. Dabei wurden die wesentlichsten Probleme aber bereits von mir in meinem Lobhudelungspart angedeutet. Die ersten 20 Minuten sind eine Katastrophe. Die Geschichte ist halt der typische Katastrophenfilmklischeeeinheitsbrei. Die Darsteller sind glatt, unglaublich blass und egal. Die Involvierung des Zuschauers in Bezug auf die Figuren tendiert infolgedessen gegen Null. Logik und Nachvollziehbarkeit gibt es nicht wirklich in Cloverfield. Auch das Ende - so konsequent es auch anmuten mag - lässt einige Fragen offen und hinterlässt im Grunde genommen in Bezug auf das Monster einen vollkommen offenen Film. Dessen Schicksal wird nämlich ebenso wenig geklärt wie seine Herkunft, seine Eigenschaften usw.! Kurzum, sobald Sehzentrum und Hirn des Zuschauers eine echte Ruhepause bekommen, wird es für Cloverfield echt problematisch! Allerdings ist da der Film bereits vorbei!

Im Großen und Ganzen wird dieses kleine Horrorflick dem unglaublichen Internethype meines Erachtens aber wirklich gerecht! Obendrein würde Cloverfield auch ohne die Kenntnis der Internetattacken der Filmemacher großartig funktionieren, ganz im Gegenteil zum großen Vorbild Blair Witch Project, bei dem abseits des Internethypes wirklich NICHTS zurückblieb außer Leere und Langeweile. Cloverfield dagegen packt nach den ersten 20 Minuten zu und lässt den Zuschauer nicht mehr los. Selbst die ruhigen Momente lassen aufgrund des großen Sounddesigns niemals vergessen, dass sich die Figuren und damit wir in größter Gefahr befinden. Was bleibt ist filmisches Adrenalin ... mit leichter Katerwirkung im Anschluss ...
:liquid7:

In diesem Sinne:
freeman

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Bild John_Clark konstatiert:

Schon Monate vor dem Release, wurde um den Film "Cloverfield" herum wurde mithilfe des Mediums Internet ein Riesenhype gestartet. Niemand wusste zu Beginn so recht, was man von Cloverfield erwarten konnte - noch weniger war über die Story bekannt, auf welche ich hier zur Erhaltung der Spannung ausnahmsweise nicht eingehen werde.

"Cloverfield" ist ein Katastrophenfilm (soviel darf verraten werden) der etwas anderen Art. Gefilmt wurde das ganze per Handycam und wird dem Zuschauer als wahre Aufnahme eines Unglücks verkauft. Wer bekannte Schauspieler sucht, ist in "Cloverfield" fehl am Platz. Das ganze wird wirklich dadurch authentischer, dass einem total fremde Gesichter vorgesetzt werden, die zumindest ich zuvor noch in keiner Produktion gesehen habe. Die Atmosphäre des Films bekommt dadurch einen starke Brise Realität.

Ich möchte in diesem Review dem Leser die Überraschung nicht verderben - deshalb fasse ich mich entsprechend kurz. "Cloverfield" darf nicht als typisches Hollywood-Vehikel angesehen werden. "Cloverfield" ist eine Handycam-Aufnahme (dementsprechend verwackelte Bilder bekommt der Zuschauer aufgetischt). Und wenn man ihn als solche betrachtet, ist der Film wirklich gut. Wer jedoch ein hollywoodtypisches Drehbuch erwartet, wird spätetens nach dem Abspann enttäuscht sein. Zudem, obwohl der Film eine FSK 12-Freigabe hat, gibts einige härtere Szenen hier zu sehen, welche sogar mich kurz schocken konnten. Also, bitte etwas härtere Nerven mitbringen.

Was mir sehr gefallen hat, ist die First Person-Perspektive des Films. Als Zuschauer fühlt man sich wirklich mitten ins Geschehen involviert, bekommt die Hektik, Panik und Angst der Charaktere mit einer vollen Breitseite ins Gesicht geschleudert. Gut gemacht. Faszinierend ist auch, wie sehr gewisse Details bei dieser Filmart ins Gewicht fallen. So bekommt der Zuschauer bei der einen Szene nicht genau mit, was zum Beispiel am News-Channel im TV im Hintergrund gerade berichtet wird, obwohl das Verlangen nach mehr Informationen in diesem Film gewaltig ist. "Was passiert hier gerade?" - Wie gesagt, der Zuschauer ist mitten drin und weiss genau so wenig wie die Damen und Herren auf dem Bildschirm.

Wer J.J. Abrams (Macher von "Lost", "Alias" und dem neuen "Star Trek"-Film) Werke kennt und schätzt, wird auch hier einige Elemente wiedererkennen und kann sich vielleicht mit dem Stile dieses Films abfinden. Jedoch alleine seine Präsenz als Producer liessen natürlich die Erwartungen in die Höhe schnellen. Da muss man als Zuschauer brutal aufpassen, um nicht enttäuscht zu werden. Wie schon gesagt, "Cloverfield" ist anders.

Fazit: "Cloverfield" ist ein wirklich spezielles Werk, ein Mix aus Katastrophen-Film, Horror, Drama und Dokumentation. Eigentlich sehr gelungen, hinterlässt das Werk jedoch einen speziellen Nachgeschmack (nicht so schlimm wie das neue Rivella Gelb zum Glück...). Absolut durchgefallen, betrachtet man "Cloverfield" als Hollywood-Blockbuster - eine seltene Perle, schaut man auf "Cloverfield" als ein Fund aus einer unglaublichen Katastrophe. Ein genaueres Anschauen Abrams Werk sicherlich wert.

:liquid7:

Quelle: http://dompathug.blogspot.com/2008/09/cloverfield.html

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Beitrag von SFI » 03.02.2008, 14:04

Schönes Review, welches mir richtig Lust auf den Streifen gemacht hat. Ich werde den wohl in den nächsten 2 Wochen auch sichten gehen.
Der Pfalzbote

"Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise."

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Beitrag von LivingDead » 03.02.2008, 14:49

umgetopft ...

Greetz ... freeman
Mit freundlichem Gruß
LivingDead

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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 03.02.2008, 16:22

Schöne Reviews, würde mir den auch gern im Kino geben.. mal sehen wen ich da mitschleifen kann ;)
Wollt Ihr 'nen Ritt auf meinem Discostick?
Putzt euch die Zähne mit 'ner bottle of shit
Nein Mann ich will noch nicht gehen
Ich will weiter auf dich schiffen
Solang bis du erkennst
Dass meine Pisse keine Fanta ist :D
Callejon <3

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Beitrag von daemonicus » 03.02.2008, 18:41

kopiert aus meinen Filmtagebuch:

Sound und Monster sind sehr geil, insgesamt etwas zuviel Gewackel für meinen Geschmack um ne höhere Note zu erreichen. Ausserdem ging es mir wie so oft in solchen Filmen: warum müssen die nur immer so belanglose Leutchen als Darsteller nehmen. "Hallo ich geh als Vicepräsident ner Firma nach Japan." Oh hi, ich bin seine Püppchenfreundin und fühl mich verlassen." "Hmmm, New York geht unter, aber trotz Schlips werd ich sie retten." Bitte fassen sie diese Aussagen nicht als repräsentativ auf, da die Masse die beiden wohl süss und so finden wird. :wink:

macht für mich 8/10

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Beitrag von John Woo » 03.02.2008, 18:55

daemonicus hat geschrieben:kinsgesamt etwas zuviel Gewackel für meinen Geschmack
Hab ichs mir gedacht. Selbst wenn J.J.Abrams nur produziert gibts unerträgliches Gewackel. :lol: Hoffe, dass diese Zeiten bald vorbei sind und man solch vermeintlich talentierte Typen ausm Filmgeschäft entfernt bzw. wieder in den TV-Sektor verbannt.

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Beitrag von daemonicus » 03.02.2008, 19:09

Immerhin bekommt der Film mehr Punkte von mir als die letzten Seagal Filme, imho sollte man dicke, alte, untalentierte Menschen aus dem Filmgeschäft entfernen. :wink:

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Beitrag von John Woo » 03.02.2008, 19:15

daemonicus hat geschrieben:Immerhin bekommt der Film mehr Punkte von mir als die letzten Seagal Filme, imho sollte man dicke, alte, untalentierte Menschen aus dem Filmgeschäft entfernen. :wink:
Hört doch mal auf mit dem Scheiss, das kann man ja mal gar nicht vergleichen. Kommt mal mit was anderes als mit Seagal, ich würde gerne auch mal vernünftig diskutieren können.

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Beitrag von daemonicus » 03.02.2008, 19:35

Dann darfst du aber nicht mit so Aussagen kommen, weil deine Aussage davor auch nichts zum diskutieren beinhaltet. Du hast ja nicht mal den Film gesehen.

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Beitrag von John Woo » 03.02.2008, 19:36

daemonicus hat geschrieben:Dann darfst du aber nicht mit so Aussagen kommen, weil deine Aussage davor auch nichts zum diskutieren beinhaltet. Du hast ja nicht mal den Film gesehen.
Ich hab M:I 3 gesehen und der hier scheint ja noch schlimmer zu sein was diesen Aspekt anbelangt.

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Beitrag von daemonicus » 03.02.2008, 19:53

Das ist aber Äpfel mit Birnen vergleichen.

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Beitrag von John Woo » 03.02.2008, 19:54

daemonicus hat geschrieben:Das ist aber Äpfel mit Birnen vergleichen.
Hast du mit Seagal und J.J.Abrams ja auch.

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Beitrag von daemonicus » 03.02.2008, 19:55

O.k. ich lass es dann wohl lieber dabei bewenden.

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Beitrag von freeman » 03.02.2008, 19:56

Oh Mann John, hättest du aber die Reviews genau gelesen, hättest du gesehen, dass das einfach zum Konzept gehört! Dieser Film GEHT NICHT OHNE GEWACKEL!!! PUNKT!

Manche sind halt net belehrbar ... uuuh, es wackelt ... bestimmt der blöde Abrams ... :lol: ;-)

Mein Review ist jetzt auch oben drin! Bin eher beim Living Dead, denn die gut funktionierenden Figuren vom Hanni hab ich leider nirgends gefunden und vor allem verliert der Film NACH dem Kinobesuch enorm an Wirkung, weil einem da dann doch viele Sachen auf einmal einfallen, die net passen, während des Filmes selber aber totgelärmt wurden ... Im Großen und Ganzen aber ein dickes Ding ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von daemonicus » 03.02.2008, 19:59

Ich bin bei der 8 geblieben, weil er im Kino wirklich rumst und das war ordentlich. Ich befürchte fast auf DVD und moderater Lautstärke wird sogar die Tendenz eher gegen 6/10 gehen, weil dann nicht mehr viel übrig bleibt.

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Beitrag von John Woo » 03.02.2008, 20:02

Jeder Film funktioniert ohne Wackelkamera, zumindest konnte man das bis noch ca. 2001 beweisen. Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren, ein Kinobesuch wäre ja eh langsam wieder angebracht.

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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 03.02.2008, 20:07

daemonicus hat geschrieben:und moderater Lautstärke wird sogar die Tendenz eher gegen 6/10 gehen, weil dann nicht mehr viel übrig bleibt.
Sowas wie moderate Lautstärke gibt es bei mir nicht, bei nem Horrorfilm erschrickt man bei mir nicht wegen der Shocksequenz sondern weil die Szene so verdammt laut ist :lol: 8-)

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Beitrag von freeman » 03.02.2008, 20:08

LOL, ein Film, aufgenommen mit ner Videokamera in einem "Kriegsgebiet" ... wackelfrei ... alles klar John! Scheinst sehr gute Stabilisatoren in deiner Cam zu haben, oder eben nen Körper, der Stöße und Schläge trefflich ausgleicht *lach* ... die Kamera ist schon so Gott, was die fürn Sound raushaut ... geil :lol:

@ Daemon:
daemonicus hat geschrieben:Ausserdem ging es mir wie so oft in solchen Filmen: warum müssen die nur immer so belanglose Leutchen als Darsteller nehmen. "Hallo ich geh als Vicepräsident ner Firma nach Japan." Oh hi, ich bin seine Püppchenfreundin und fühl mich verlassen." "Hmmm, New York geht unter, aber trotz Schlips werd ich sie retten." Bitte fassen sie diese Aussagen nicht als repräsentativ auf, da die Masse die beiden wohl süss und so finden wird. :wink:
*lach* ... naja, süß fand ich die Beiden nun net. Sie sah ganz nett aus, hab sie aber auch net vermisst, als sie net mehr zu sehen war :lol: ;-)

Und den Punkt mit dem Sound seh ich ähnlich. Theoretisch müsste die DVD soundtechnisch eine Referenzscheibe werden, um das so transportieren zu können. Das war soundtechnisch wirklich das dickste Ding seit Jahren ... ich glaube ähnlich bedrückend waren bisher nur die ersten 20 Minuten James Ryan

In diesem Sinne:
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Beitrag von John Woo » 03.02.2008, 20:12

freeman hat geschrieben:LOL, ein Film, aufgenommen mit ner Videokamera in einem "Kriegsgebiet" ... wackelfrei ... alles klar John! Scheinst sehr gute Stabilisatoren in deiner Cam zu haben, oder eben nen Körper, der Stöße und Schläge trefflich ausgleicht *lach* ... die Kamera ist schon so Gott, was die fürn Sound raushaut ... geil :lol:
Ich weiss nur das man bis 2001 ohne solche Einfälle tolle und spannende Filme machen konnte. Man müsste den Film möglicherweise anders aufziehen, ohne Videokamera, damit es auch ohne Gewackel klappt, das mag sein.

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Beitrag von freeman » 03.02.2008, 20:25

Nur dann funktioniert das Konzept hinter dem Film nicht ... die wollen dich maximalst involvieren ... das konnte auch ein Spielberg in James Ryan nicht ohne Wackelkamera usw. ... du kannst niemanden mitten ins Geschehen stürzen und dann megagelackte Bilder liefern ... die schaffen Distanz ... die Wackelkamera nicht ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von nellson » 03.02.2008, 20:33

Irgendwie geht mir das alles voll am Allerwertesten vorbei. Der Hype hat bei mir überhaupt nicht gezündet. Und wenn ich das so lese, glaube ich, muss ich mir den auch erst geben, wenn er auf DVD erscheint oder im TV läuft.
"Nicht so gut war die Szene als im Film fette Talibanmönche und Voll tittige Amazonen einige kleine Kinder voll ballern, dabei lachen und die fallen dann einfach so blutig in der Gegend rum."

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Beitrag von daemonicus » 03.02.2008, 20:57

Und da wirste wohl eher noch enttäuschter sein. Wie freeman und ich in seltener Eintracht feststellen: Ohne dicken megafetten Sound geht nix. :D

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Beitrag von Hannibal » 03.02.2008, 23:49

John Woo hat geschrieben:
daemonicus hat geschrieben:Dann darfst du aber nicht mit so Aussagen kommen, weil deine Aussage davor auch nichts zum diskutieren beinhaltet. Du hast ja nicht mal den Film gesehen.
Ich hab M:I 3 gesehen und der hier scheint ja noch schlimmer zu sein was diesen Aspekt anbelangt.
Boah John, da outet sich aber mal wieder jemand mit erschreckendem "Null Plan"-Gelaber. Bei "M:i-3" war die Wackelkamera Stilmittel, hier ist der ganze Film darauf aufgebaut und gerade das macht diesen Film aus. Du beobachtest nicht, wie ein paar Yuppies vor einem Riesenmonster weglaufen, sondern du bist involviert, mitten drin. Dieses Gefühl lässt sich nur durch eine solche Umsetzung erzeugen, wie der freeman sagt und das ist ja auch der Clou des Streifens. Darum geht's! Gerade als jemand, der sich selbst für's Filmemachen interessiert, muss das doch in den Kopf gehen.
Und J.J. Abrams ist weit mehr als ein "vermeintlich talentierter Typ, der zurück in den TV-Sektor verbannt werden muss"....hallo? Das von einem Seagal-Fan? Abrams liefert sowohl im TV- als auch Kinosektor genial auf den Punkt treffende Produktionen ab, die sowohl den Mainstream, als auch Innovation abdecken. Das schafft sonst zur Zeit keiner, höchstens Tarantino.

Ansonsten: Schöne Reviews, Living & freeman! Ich konnte mich mit den Guys im Film voll identifizieren, auch die Motivation des angehenden Vice-Presidents....gerade durch die Rückblenden am Anfang. Hallo? Für die Schnecke, wäre ich auch durch halb New York gelaufen! Aber ich glaub ich wurde da von Timo angesteckt, steh in letzter Zeit voll auf so "Für die Liebe"-Kacke...;-)

MFG
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