In einsamer Mission

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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freeman
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In einsamer Mission

Beitrag von freeman » 12.06.2005, 15:24

In einsamer Mission

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Originaltitel: Strategic Command
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1997
Regie: Rick Jacobson
Darsteller: Michael Dudikoff, Paul Winfield, Richard Norton, Tim Abell u.a.

Hm, ihr habt Lust auf The Rock, Air Force One, Stirb Langsam und Einsame Entscheidung, aber nicht genug Zeit und Lust euch alle vier Filme anzuschauen? Tja, dann versucht es doch einfach mal mit „In einsamer Mission“, einem Michael Dudikoff Kracher. Dieser beginnt mit einer The Rock Routine: Terroristen dringen in ein Lager für chemische Kampfstoffe ein, verfrachten Bromex in Behälter und wollen verduften. Doch hups, ein Beutel mit dem Kampfstoff fällt runter, ein Terrorist steht voll im Einzugsbereich und beginnt zu schreien und zu erbrechen. Seine Kameraden schließen die Tür zu dem Kampfmittelraum und schauen ihrem Kameraden durch – natürlich – eine Glasscheibe in der Tür beim Sterben zu.

Michael Dudikoff gerät hier auch gleich das erste mal mit Carlos Gruber (Wow, noch ein Bruder von Jack Gruber aus Stirb Langsam!!!) zusammen und hat sichtliche Probleme in dem folgenden Infight. Zum ersten ist Richard Norton – der Gruber Darsteller – ne harte B-Movie Filmnuss, der schon Jackie Chan einen einschenken durfte, zum anderen ist Dudi die ganze Zeit damit beschäftigt seine mittlerweile offensichtliche Wampe einzuziehen. So verliert er freilich ...

Die Terroristen machen sich nun an Bord eines Flugzeuges. Der Chef tarnt sich wie weiland Gary Oldman in Air Force One als Kameramann eines Reporterteams, sein Team selber wurde per Kisten im Frachtraum des Flugzeuges deponiert ... LOL, dass der Film weit vor Ground Zero entstanden ist, merkt man an ALLEN Ecken und Enden. Freilich ist auch ein hohes Tier an Bord, wär ja sonst net die Air Force One Routine. Diesmal ist es – Achtung Innovation – der Vizepräsident der USA. Allmächt, es wird noch besser. Denn selbstverfreilich stellen die Terroristen Forderungen, denn immerhin haben sie den Vizepräsidenten UND ne ganz böse Kampfstoffbombe an Bord, und selbstverfreilich wollen sie einen Kameraden freipressen. Ob der auch von Jürgen Prochnow gespielt worden wäre, erfährt man leider nie, denn man bekommt den freizupressenden Terroronkel nie zu Gesicht.

Derweil startet man die Rettungsmission. Zunächst scheinen die Leute schon mal von der Aktion in Einsame Entscheidung gehört zu haben, denn hier heißt es nur: Stellen sie ein Team zusammen, dass in das Flugzeug in der Luft einsteigt. Dieses Team besteht aus ner Spezialeinheit und uns Dudi, den natürlich keiner gern hat, denn er ist ja nur Wissenschaftler und außerdem ist er persönlich involviert, denn – schon wieder was Neues – seine Frau gehört zu dem Reporterteam, das unwissentlich den Oberbösen an Bord gebracht hat. Im übrigen hat Dudi auch fast die gleiche Frisur wie Kurt Russel ... Egal, das Umsteigen gelingt, es sind auch keine Dilettanten am Werk wie in Einsame Entscheidung, so dass diesmal niemand drauf geht. Dann wird das Flugzeug infiltriert, durch Schächte gekrochen und die Kampstoffbombe gefunden, die freilich entschärft werden muss.

Gleichzeitig wird in einer halsbrecherischen Aktion die Passagierkabine gesäubert, indem der Chef der Spezialeinheit „Yeah Baby Yeah“ schreiend durchs Kabinenkrach bricht und mit zwei Berettas in der Hand wie bekloppt rumballert. Dabei fällt noch einige mal der brillante One Line „Yeah Baby Yeah“. Dudi macht dann, als der Chef aufgrund seiner unauffälligen Kampfart zusammengeschossen wurde, die Terroristen alleine platt und gibt Gruber ein Päckchen Bromex zu fressen. Ihr seht, die The Rock Routine läuft wieder an. Dudikoff rammt sich selber – noch ne Innovation, die hatten voll die geilen Ideen bei dem Film – ne Spritze Adrenalin in den NACKEN, so dass er dann leicht angewidert seinem Gegner beim Verrecken zugucken kann.

Nochmal beginnt die einsame Entscheidungsroutine, denn nach der Säuberungsaktion ist niemand mehr da, der das Flugzeug landen kann, also muss unser Wissenschaftler ran und der Teufelskerl schafft es freilich.

Dann gibt’s erleichterte Puhs und Ahs und Stirnabwischer bei den Verantwortlichen, eine „Ich bin schwanger“ Einlage von Dudis Frau und alle sind glücklich. Außer natürlich der Terrorist, der freigepresst werden sollte, der is immer noch im Knast und das ist gut so ...

Was für ein Film. Mit einer Laufzeit von effektiv 90 Minuten, geht er gefühlte 3 Stunden, obwohl eigentlich immer etwas passiert. Ganz seltsam. Was verblüfft, ist das Produktionsdesign, denn bei dem Film scheint direkt Geld da gewesen zu sein. Die „in der Luft umsteige“ Szene ist komplett neu gedreht wurden, es kommt gar ein neues Flugzeug zum Einsatz. Die Flugzeuginterieurs wirken glaubwürdig und so weiter. Leider hatte man dann offensichtlich kein Geld mehr für gute Darsteller oder ne gute Story. Egal, Hauptsache Dudi hat wieder Geld bekommen, um seine Plautze weiter vergrößern zu können.

Die deutsche DVD von Splendid präsentiert den Film uncut in Vollbild und annehmbaren Sound.

:liquid4:

In diesem Sinne:
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Zuletzt geändert von freeman am 06.10.2010, 08:45, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag von djoli » 02.10.2005, 12:58

Lol! Oh man, was für ein Quark! :lol:
Vielleicht war das Pulver feucht...
Oder du bist einfach nur scheiße!

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Beitrag von Cinefreak » 05.10.2010, 12:51

alleine schon die 1:1 The Rock-Kopie ist nach der Beschreibung hier ne Frechheit...ich hab nix dagegen, wenn man sich von anderen Filmen inspirieren lässt, aber komplett kopieren ist schon fast so schlimm wie Szenen-Recycling (die höchste Sünde der "Filmkunst" :roll:
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Beitrag von Dr Dolph » 05.10.2010, 12:59

Den habe ich natürlich auf DvD als knallharter Dudi-Fan!
Würde dem sogar ne 5 attestieren, immerhin war er stellenweise recht lustig, wenn auch unfreiwillig. Nur das Remake Air Rage kann das noch toppen, der funktioniert nämlich als Komödie besser, denn als Actionfilm versagt er auf ganzer Linie.

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Beitrag von freeman » 13.01.2014, 09:31

Das Review wurde leicht überarbeitet und um alle Informationen zur neuen Platinum Cult Edition erweitert:

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Zur überarbeiteten "In einsamer Mission" Kritik

In diesem Sinne:
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