[Rec] + [REC] 4: Apocalypse

Ob Splatter, Trash oder was es sonst noch gibt ... all das findet hier seinen verdienten Platz
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[Rec] + [REC] 4: Apocalypse

Beitrag von freeman » 13.05.2008, 11:52

[Rec]

Originaltitel: [REC]
Herstellungsland: Spanien
Produktionsjahr: 2007
Regie: Jaume Balagueró / Paco Plaza
Darsteller: Manuela Velasco, Javier Botet, Manuel Bronchud, Martha Carbonell, Claudia Font, Vicente Gil, Maria Lanau, Carlos Lasarte u.a.

Angela und ihr Kameramann Pablo (im Übrigen der wirkliche Kameramann des Filmes und nie im Bild zu sehen) sind im Rahmen ihrer Dokumentationsreihe “Während Sie Schlafen” unterwegs, um ihren TV-Zuschauern zu vermitteln, was manche Berufsgruppen denn so treiben, während der Otto Normal Mensch zufrieden in seinem Bett vor sich hinschlummert. Diesmal hat es sie auf eine Feuerwehrwache verschlagen. Das bisher gedrehte Material ist so belanglos wie banal, als auf einmal die Sirenen schellen und die Feuerwehrbeamten zu einem Einsatz ausrücken. Angela und Pablo werden eingeladen, an dem Einsatz zu partizipieren, was sie auch gerne machen. Man fährt zu einem alten Miethaus und sieht sich schnell mit einer scheinbar ganz normalen Situation konfrontiert: Eine alte Oma machte einfach ungehörigen Lärm. Doch oh weh: Kaum hat man sich einen Überblick über die Situation verschafft, fällt die Oma einen Polizisten an! Sie beisst ihn in den Hals und auf einmal regnet es Feuerwehrleute im Treppenhaus! Plötzlich wird auch noch das Haus von außen durch die Polizei verriegelt, die mit der Eröffnung des Feuers droht, wenn man aus dem Haus herauskommt. Da beginnen sich die bisher verletzten Personen seltsam zu verhalten und beginnen eine Hetzjagd auf die noch „normalen“ Hausbewohner ...

Die ausweglose Ausgangssituation und das coole, sehr reduzierte Setting bilden die größten Pfünde, die für [REC] sprechen. Dazu kommt die in Blair Witch Project und Cloverfield erprobte Handkameratechnik, die das „Mittendrin statt nur dabei“ Gefühl um ein Vielfaches maximiert und hier für einige sehr gelungene Schockmomente genutzt wird. Auch die Funsplatterfans werden in [REC] sehr gut bedient. Sei es der beständig vorhandene schwarze Humor oder in First Person Perspektive in Gesichter einschlagende Vorschlaghämmer, mit dem richtigen Humorverständnis gibt es hier einiges zu Feiern. Das Highlight bilden aber ohne Frage die letzten zehn Minuten, die hinsichtlich des Nägelkaufaktors nicht zu überbieten sind und die vorhergehenden knapp 60 Minuten zu einem einzigen Kindergeburtstag mutieren lassen. In fast vollkommener Dunkelheit setzt es hier in Restlichtverstärkerbildern Schock um Schock inklusive herrlich creepiger „Monster“begegnungen.

Doch leider leistet sich [REC] bis zu diesem fulminanten Höhepunkt im Horrorgenre einige echte Böcke, die man sich einfach nicht schönreden kann. Zunächst einmal krankt der ohnehin recht kurze Streifen an einem vollkommen desolat gezeichneten Figureninterieur, das sich ausschließlich über Klischees definiert und in den Szenen abseits der Zombieaction zu extrem brutalen Tempohängern führt, die in einer 10minütigen, vollkommen zwecklosen und langweiligen Interviewsession kulminieren, bei der dann wirklich Hopfen und Malz verloren ist. Und wenn sich bei einem 75minüter derart extreme Längen einzuschleichen verstehen, sollte das schon zu denken geben. Doch damit nicht genug. Die Figuren sind nämlich nicht nur nicht charakterisiert, nein, sie werden auch noch von Darstellern verkörpert, die wohl vom Regisseur einzig und allein folgende Regieanweisung erhalten haben: Und jetzt bitte hysterisch. Die Folge: Die Menschen in dem Haus gehen einem so schnell so dermaßen auf den Zeiger, dass man am liebsten einer der Zombies wäre, der denen das Hirn rausfrisst.

Der absolute Höhepunkt dahingehend: Manuela Velasco als Angela. Ich glaube, es waren so ca. acht Momente, in denen ich der ohne Frage sehr süßen Darstellerin derbst eine geschallert hätte. Die geht einem in dem Streifen irgendwann mehr auf die Ketten, als die Ische in Blair Witch Project, und die habe ich schon gehasst wie die Pest. Mein Lieblingsmoment: Pablo steigt auf einen Tisch, um durch einen Fensterspalt unheimliche Vorgänge zu filmen. Als Angela ihn fragt, was er sehe, meint er „Psst“, da er nicht entdeckt werden will. Was passiert? Klar: „Was siehst du?“, Was siehst Du?“, „Was ist da los?“, „Was siehst du?“, ... Ich wäre da beinahe ausgerastet .. gebe ich offen zu ... *lach*. Kurzum: Darstellerisch gibt es Overacting vom Feinsten, von Darstellern, die eben zumeist vollkommen unsympathische Zeitgenossen geben, welche komplett in Klischees erstarren.

Doch damit noch immer nicht genug. Denn kurz vor Schluss will [REC] die Vorgänge im Haus auch noch erklären und fährt damit vollends vor die Wand. Nicht nur ist diese Erklärung vollkommen überflüssig und herrlich unlogisch, sie ist auch noch radebrechend an den Haaren herbeigezogen und verursacht beim Zuschauer nur ein Schulterzucken. Überhaupt merkt der nur, dass diese Entdeckung wohl wichtig sein muss, weil Angela es uns erneut zehnmal mitteilt. Klappe zu Angela!!! Klappe ZU!!! Verdammt noch eins!

Etwas weniger problematisch fällt dann die Technik hinter [REC] aus. Klar, die Bilder in Cloverfield erreicht [REC] nicht, das war aber auch nie das Ziel, wirkt [REC] doch zudem vergleichsweise billig produziert. Auf jeden Fall hat auch in diesem Film die POV Kameraperspektive durchaus ihren Reiz und würde der Film ohne diese Perspektive vermutlich gar nicht funktionieren, beziehungsweise hätte ganz anders aufgezogen werden müssen. Extrem enervierend fallen aber die Minuten nach und während den ersten Attacken der „Zombies“ aus, da hier Pablo wirklich alle zwei Sekunden an einem anderen Menschen hängen bleibt, stolpert, wackelt, sich dreht usw. was wirklich eine extreme Desorientierung zur Folge hat und im Kino auch lautstark kommentiert wurde. Selbst mir, der ich bei derartigen Einlagen bisher immer eher recht unbeeindruckt zurückblieb, wurde auf einmal ziemlich schummrig in der Magengegend. Glücklicherweise reguliert sich das Gewackel mit der Zeit auf ein wirklich erträgliches Maß. Auf einen Score verzichtete man aufgrund des Filmansatzes gänzlich, was aber auch nicht wirklich auffällt. Was allerdings auffällt, ist, dass die deutsche Synchro etwas suboptimal ausfiel. Sei es mangelnde Lippensynchronität oder teils extrem unpassende Stimmfarben, hier stellt sich so manches Ohrenhaar vor Schreck auf ;-). Erstklassig, wenn auch meilenweit vom Genreprimus Cloverfield entfernt, ist das Sounddesign geraten, das ebenfalls ein paar nette Schocks lancieren kann, hier und da aber auch Möglichkeiten verschenkt. Wie kann es zum Beispiel sein, dass ein ganzes Haus voller Zombies Amok läuft, man davon aber irgendwie nie viel hört, außer, sie stehen direkt vor den schützenden Türen und begehren um Einlass?

Was bleibt ist eine nette Fingerübung in Sachen Horror mit einigen sehr netten Schockeffekten, einem ordentlichen Härtegrad und einem Showdown, der wirklich genial rockt! Doch was nützt das, wenn ich Figuren zuschaue, die mir nicht nur egal sind, sondern mir auch noch extrem auf die Ketten gehen? Was ist so schwer daran, endlich mal einen Horrorfilm zu lancieren, der wahrhaftige Figuren aufzubieten versteht? Denn ganz ehrlich: Was soll ein Horrorfilm machen? Genau: UNS gruseln! Doch das erreicht man einfach nicht, wenn man FIGUREN abfilmt, die SICH gruseln, UNS aber so herzlich egal sind, dass wir gähnen, während sie vor Angst förmlich sterben! PUNKT!
:liquid6:

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Beitrag von Vince » 13.05.2008, 12:00

Platzhalter für [rec] 2 (gerade in Pre-Production) :wink:

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Beitrag von StS » 13.05.2008, 12:05

[REC] 3 :wink:

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[REC] 4: Apocalypse

Beitrag von StS » 13.05.2008, 12:05

Freeman zombiet sich einan ab!

[REC] 4: Apocalypse

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Originaltitel: [REC] 4: Apocalipsis
Herstellungsland: Spanien
Erscheinungsjahr: 2014
Regie: Jaume Balagueró
Darsteller: Manuela Velasco, María Alfonsa Rosso, Héctor Colomé, Emilio Buale, Paco Manzanedo, Mariano Venancio, Ismael Fritschi, Críspulo Cabezas, Khaled Kouka u.a.

Der neue Eintrag der “[REC]”-Reihe setzt direkt an Teil II an und zeigt, wie Angela Vidal dem Horror-Wohnhaus voller Zombies entkommt. Sie wird auf ein Forschungsschiff verfrachtet, wo man ein Heilmittel gegen die Zombie-Seuche sucht. Die Lösung dafür vermutet man in Angelas Blutbahnen. Doch es dauert nicht lange und der Zombie-Virus tobt auch auf dem Schiff…
:liquid7:

Zur "[REC] 4: Apocalypse" Kritik

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Beitrag von StS » 13.05.2008, 12:05

US-Remake

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Beitrag von Vince » 13.05.2008, 12:06

Remake-Fortsetzung
Zuletzt geändert von Vince am 13.05.2008, 12:07, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von StS » 13.05.2008, 12:07

Vince hat geschrieben:
StS hat geschrieben:
Vince hat geschrieben:Hört sich ja wirklich extrem nach Cloverfield an, mitsamt des plakativen Figureninterieurs, um das man sich nie sonderlich schert.
Kraaahahaha einfach mein Posting gelöscht. Buh! :lol:

EDIT: Na klar, und nen Remake gibbet auch schon wieder. :roll: Und wer kündigt es an, der Remakekönig. :roll: :wink:
Schönen Dank für die Kritik, Freeman. Nach den ganzen positiven Stimmen freu ich mich doch recht doll auf den Streifen - werd ihn mir aber erst daheim geben ... genaueres Feeback von mir gibbet dann. :wink:

@ Vince: Nicht gelöscht. Nur das Versäumte nachgeholt... 8-)

EDIT: Aber klar doch - Teaser dazu gibbet auch schon (kommt ja bereits in wenigen Monaten raus). Ich denke mal, ich werd mich dann um jene Kritik kümmern... :wink:

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Beitrag von Vince » 23.05.2008, 18:49

Wer in Erwägung zieht, die Horror Anthology zu kaufen: da ist ein Kinogutschein für [Rec] drin. Gültig bis 8. Juni 2008.

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Beitrag von StS » 28.05.2008, 07:24

So, dank des Kinogutscheins nun doch bereits im Kino gesehen: :D

Ein vorbildlich aufgebauter, technisch hochwertig realisierter Streifen, der sich permanent (mit Ausnahme einer unnötigen Interview-Session, die wie eine Bremse mitten im Geschehen wirkt) bis zum creepy-großartigen 3. Akt, dem fulminanten Höhepunkt des Werks, steigert. Darüber hinaus: Eine gut agierende (und ziemlich süße) Hauptdarstellerin in einem ansonsten sehr Klischee-behafteten Figuren-Ensemble, eine nicht gerade zu empfehlende deutsche Synchro, eine teils an der Grenze zur Seekrankheit-Erzeugung schwankende Kamera ... ein nettes, effektives Stück Cinéma Vérité aus spanischen Landen. Bin gespannt, was das US-Remake Ende des Jahres so reißt. :wink:

:liquid7:

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Beitrag von McClane » 08.09.2008, 14:54

Netter Horrorfilm, inhaltlich alles andere als eine Neuerfindung des Genres, aber dank der guten technischen Umsetzung und der Schockeffekte definitiv sehenswert. Die Interviewphase in der Mitte des Films hat mich etwas gestört, das Ende war ein wenig unrund (etwas zu abrupt und plötzlich) und die Logik hapert doch ein wenig, doch insgesamt fand ich den schon ziemlich spannend und kurzweilig.

:liquid6:,5 bis :liquid7:
Zuletzt geändert von McClane am 03.11.2016, 09:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Vince » 13.11.2011, 16:09

[Rec]
Also zunächst mal hatte ich einen ähnlichen Effekt wie bei "Vanilla Sky" / "Open Your Eyes": Zuerst das Remake gesehen und dann das fast identische Original, so dass das Remake zwar rückwirkend mangels Originalität an Qualität einbüßte, was dem Original dann aber auch nicht mehr weiterhalf: Man hatte den Film halt schon mal gesehen. Mit etwas Fantasie konnte man sich dann aber doch noch vorstellen, dass der Film dem Handkamerafilm mit der gleichen Rezeptur wie Danny Boyles "28 Days Later" zu neuen Impulsen verholfen hat - zum einen wird die enge Location gut genutzt und das eh schon begrenzte Figureninterieur vollständig ausgereizt, zum anderen begeistert im größeren Zusammenhang die Art und Weise, wie der Horrorfilm hier wieder ins Urbane zurückgebracht wird. Leider fängt ausgerechnet die Hauptdarstellerin schon sehr schnell an zu nerven und hört damit bis zum Ende auch nicht mehr auf.
:liquid7:

[Rec²]
Rein technisch nochmals eine Steigerung zum ersten Teil, wird er doch noch drastischer inszeniert, und das weiterhin ohne große Splattersequenzen. Inhaltlich wird die Reihe leider durch den Einbau der Exorzistennummer versaut, denn sie steht im starken Widerspruch zu der Darstellung des Horrors, die eher die Seuchennummer bedient. Die mit Mädchenstimmen sprechenden Besessenen und Kaspereien wie die zwei Dimensionen (Licht an - Licht aus) kommen nie im Film an, auch wenn sie ja im ersten Teil schon mal vorbereitet wurden. Und leider musste man ja unbedingt noch extrem nervige Kinder einbauen, die nicht nur weit hergeholt in den Film gelangen, sondern deren Gejammer die Geduldsgrenze überstrapaziert.
:liquid6:

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Beitrag von MarS » 10.01.2013, 18:30

[Rec]
Den ersten Teil habe ich im Kino gesehen. Im Saal befanden sich vielleicht 5 Leute (meine Frau und ich inklusive). Hammer Atmosphäre, gerade die wenigen Zuschauer haben den Effekt noch gesteigert. Zuhause auf DVD tritt der Effekt nicht ganz so stark ein.

Ich habe schon eine Menge Horrorfilme gesehen und dachte schon, dass ich mich gar nicht mehr bei solchen Sachen erschrecke (das meine ich negativ, weil gerade die Anspannung einen Horrorfilm so besonders macht), aber hier bin selbst ich etwas nervös aus dem Kino gegangen. Wirklich gut gemacht. Sehr gruselig und spannend. Für mich einer der besten Horrorfilme die es gibt. Die Endsequenz mit dem Nachtsichtmodus hat mich atmosphärisch sehr an die Resident Evil Spiele erinnert (die alten Teile) und daran sind schon viele Filme gescheitert.

Ich gebe :liquid10: , weil er für mich einfach State of the Art ist. Man darf aber natürlich keine Apathie gegen Wackelkameras haben.

[Rec]²
Knüpft direkt an den ersten Teil an und es gibt so gut wie keine Veränderungen in Stil und Technik. Inhaltlich wird das ganze in eine etwas andere Richtung geschoben. Es gab viele, die das genervt hat, ich fand es ziemlich interessant. Dazu gab es eine nette Überraschung im Film. Ansonsten ähnlich gruselig und spannend wie der erste Teil. Natürlich aber nicht mehr so erfrischend.

In Verbindung mit dem ersten Teil gebe ich :liquid9:

[Rec]³
Nach Sichtung des zweiten Teils war ich der Hoffnung, das hier die besten Horror-Reihe aller Zeiten entsteht. Dann kam Teil 3 und hier waren schon die ersten negativen Neuigkeiten zu lesen. Der Film knüpft nur lose an die ersten beiden Teile an. Dazu gibt mitten im Film einen krassen Stilwechsel, welcher mir nicht gefallen hat (bezogen auf die Reihe). Blutiger und mit mehr Humor als die ersten beiden Teile. Dafür aber nicht mehr so spannend und gruselig. Gerade die fehlende Weiterführung der Story war für mich sehr enttäuschend. Im Vergleich zu vielen anderen Zombiefilmen sieht Teil 3 aber immer noch sehr gut aus.

Im direkten Vergleich mit den ersten beiden Teilen bekommt der :liquid7: Verglichen mit anderen Zombiefilmen und stand alone betrachtet kann man vielleicht einen Punkt hinzurechnen.

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Beitrag von SchizoPhlegmaticMarmot » 11.01.2013, 15:25

Nachdem ich Dein Posting durchgelesen hab,muss ich mir Teil 1 und 2 besorgen!Macht wiedermal Lust den ersten Teil(habe ich bisher nur einmal geshen vor ca.4 Jahren,und da war ich..."betrunken" -g-)anzusehen

Teil 2 kenne ich noch nicht,werd ich aber dieses WE bestimmt nachholen


Übrigens MarS:Wie hat Dir "Qarantäne" gefallen??
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Beitrag von MarS » 14.01.2013, 18:25

Quarantäne hat mir noch gar nicht gefallen. Das Remake kam mir einfach zu schnell. Vielleicht gebe ich mir den irgendwann (wenn du schreibst, dass der was taugt).

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Beitrag von Vince » 23.02.2013, 08:29

Achtung, Spoiler enthalten - nicht bzgl. des Inhalts, sondern der Umsetzung!

[Rec]³
Wenn schon auf dem Cover eine blutverschmierte Braut abgebildet ist, die auf dem Backcover auch noch mit einer Kettensäge hantiert, muss man sich über einen krassen Fall von "Style Over Substance" natürlich nicht wundern. In [Rec]³ wird gar nicht mehr versucht, Stimmung zu erzeugen, es geht nur noch um coole, postmoderne Szenenfotos für alle, die "Kill Bill" kennen, um die Darstellung an sich, um den glücklichsten Tag des Lebens, der sich in einen Alptraum verwandelt.
Der wohl stärkste Einfall des dritten Teils ist es, mit der durch [Rec] und [Rec]² tradiertenHandkamera-Optik zu beginnen, um diese tatsächlich zugunsten eines normalen Kinoformats aufzugeben, sobald sich das Mitlaufenlassen der Kamera als unlogisch erweist. Der Moment des Wechsels funktioniert tatsächlich hervorragend, denn er beweist Konsequenz darin, die eng gesteckten Regeln des Found-Footage-Kinos aufzudecken und zu brechen.
Anschließend weiß Paco Plaza mit der Filmsituation ohne Anwesenheit einer sichtbaren Kamera aber leider nichts mehr anzufangen, obwohl sein Film zu diesem Zeitpunkt vielleicht gerade mal noch 50 Minuten zu bestehen hat - er kreist lediglich unmotiviert durch die blutverschmierten Ballsäle, lässt die Überlebenden auf Zombies stoßen und mit neuen Filmregeln aufeinanderprallen, zu denen eben auch die in [Rec]² initiierte religiöse Komponente gehört. Eine wirkliche Pointe gelingt auch nicht, denn sollte [Rec]³ ein Ausdruck ewiger Liebe sein, so muss er sich in dieser Hinsicht Vertretern wie "Return Of The Living Dead 3" klar geschlagen geben. Letztlich ein interessantes Stilexperiment, dem aber nach dem unerwarteten Formatwechsel schnell die Luft ausgeht.
:liquid3:

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Beitrag von freeman » 18.12.2014, 09:04

[REC] 4: Apocalypse

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Der neue Eintrag der “[REC]”-Reihe setzt direkt an Teil II an und zeigt, wie Angela Vidal dem Horror-Wohnhaus voller Zombies entkommt. Sie wird auf ein Forschungsschiff verfrachtet, wo man ein Heilmittel gegen die Zombie-Seuche sucht. Die Lösung dafür vermutet man in Angelas Blutbahnen. Doch es dauert nicht lange und der Zombie-Virus tobt auch auf dem Schiff…
:liquid7:

Zur "[REC] 4: Apocalypse" Kritik

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Zuletzt geändert von freeman am 26.10.2015, 09:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von StS » 18.12.2014, 09:29

Freu mich druff! :D

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Beitrag von MarS » 29.12.2014, 12:40

Rec 4

Was habe ich mich auf Teil 4 gefreut. Rec ist für mich ein Highlight in der Horrorlandschaft und Teil 1 hatte mir ein Kino-Erlebnis beschert, welches lange nicht mehr kannte. Wahrscheinlich waren meine Erwartungen dann doch ein wenig hoch. So ist auch Teil 4 ordentlich bedrohlich, wie freeman aber schon schrieb eher actionreicher Brachialhorror, welcher weitaus creepyer sein könnte. Inhaltlich werden die Teile gut zusammengeführt, aber Teil 3 bleibt irgendwie doch recht bedeutungslos. Schade fand ich auch, dass der in der Reihe aufgenommene Okkult-Faktor nicht weiter gesponnen wurde. So ist Teil 4 wieder eher ein Infected-Horror und die religiöse Komponente verliert fast komplett ihre Bedeutung. Konnten in Teil 2 + 3 die Zombies mit Gebeten u.ä. noch in Zaum gehalten werden, so passiert in Teil 4 diesbezüglich gar nicht mehr. Auch wenn der religiöse Ansatz scheinbar viele gestört hatte, so fand ich den wirklich gut, da man hier auch mal ein wenig andere Wege beschreiten kann als die ausgelatschten Pfade. Ein paar CGI-Effekte waren auch nicht besonders gelungen.

Im Endeffekt sind meine Kritikpunkte aber immer noch Gejammer auf hohem Niveau, was sicher daran liegt, dass Rec 1 für mich optimal und war und es zu einem meiner liebsten Horrorklassiker geschafft hat. Wir haben es hier mit dem 4. Teil einer Horror-Reihe zu tun. Bei vielen anderen Horrorstreifen schafft nicht mal Teil 2 eine solche Qualität. Auch von mir gibt es gute :liquid7: .

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Beitrag von Vince » 24.10.2015, 15:10

[Rec]4 - Apocalypse

Wieso man unbedingt die wenig charismatische Hauptdarstellerin des ersten Teils zurückkehren lassen musste, wieso man überhaupt versucht, den Kreis zum Anfang zu schließen, erschließt sich kaum. „Apocalypse“, ohnehin ein bescheuerter Untertitel für einen Film, der auf isoliertem Terrain auf hoher See spielt, wirkt dadurch in seiner ganzen Haltung unnötig verkrampft.

Von den Mockumentary-Anfängen hat sich die Reihe zur Mitte des dritten Teils freigestrampelt; diesmal zeugen nur noch installierte Bordkameras von der Herkunft der Reihe, die sich ansonsten konventionell ihren Weg durch die engen Gänge des Schiffs bahnt. Wird das eigenwillige Set anfangs noch kaum genutzt, kommen die Faktoren Klaustrophobie und Ausweglosigkeit vor der Zombie-Seuche später besser zur Geltung. Ein paar solide Actionszenen wissen Thrill und Horror wenigstens nach dtv-Maßstäben gut zu vermischen, auch in Sachen Blutzoll und Ekelfaktor stellt der vierte Teil zufrieden, ohne Erwartungen zu übertreffen.
Dass man allerdings derart unsympathischen Figuren, egal welcher Seite sie angehören, so nah auf der Klette hängen muss, trübt eine Menge Spaß. Dass der Film seine eigene Mythologie trotz manch grotesker Szene (insbesondere jene um den Außenbordmotor) viel zu ernst nimmt, wertet seine handwerklichen Vorzüge weiter hinunter.
:liquid4:

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Beitrag von McClane » 03.11.2016, 09:22

[REC2]

Sie haben immerhin versucht den Vorgänger sinnvoll weiterzustricken, die Ansätze für die Virus-Erklärung waren ja schon im ersten Teil gelegt worden. Allerdings ist "REC 2" stellenweise himmelschreiend blöde... sicherlich muss man die Logik zugunsten des Reality-Kamera-Prinzips immer etwas beugen, aber wenn ein Soldat in einem Haus voller angriffslustiger Infizierter die klobige Kamera benutzt anstatt mal mit der Knarre Feuerschutz zu geben, da es bereits sein halbes Team erwischt hat, dann hört der Spaß auf. Auch die Schockeffekte sind immer gleich (und gleich dumm): Die Leute treffen jemanden in dem Haus, einem Haus voller Infizierter, aber trotzdem ergreift selten einer Verteidigungsmaßnahmen. Danach leuchtet man die Füße der Person an, weil das ja total aussagekräftig ist, lässt die Latüche zehn Sekunden auf dem Fleck, um dann mal auf die Idee zu kommen der Person ins Gesicht zu leuchten - Überraschung, er/sie ist infiziert und wartet aber mit dem Angriff immer brav so lange, bis man ihm die Funzel ist Gesicht hält, damit der tolle Hui-Buh-Schockeffekt da ist. Ein paar brauchbare Spannungspassagen hat das Ding, es ist angenehm kurz, aber zu den wirklich durchdachten Sequels gehört es nicht.

Knappe :liquid5:

[REC3] - Genesis

Nach dem uninspirierten zweiten Teil tat eine Neuausrichtung der Reihe gut und genüßlich verstehen sich die ersten 20 Minuten von "[REC3]" als Metakommentar: Im Found-Footage-Stil wird eine Hochzeit begleitet, ein Gast zeigt seltsame Krankheitssymptome und der professionelle Kameramann hat nicht nur eine Steadycam dabei, sondern redet von der Stilrichtung des Cinéma Vérité. Und tatsächlich erklärt nach dem ersten Verbarrikadieren, warum er weiterfilmen müsste - just an den Moment verlässt "[REC3]" das Found-Footage-Format. Wäre doch nur der Rest vom Fest so clever. Der ist aber bloß teilweise hübsch suppender, aber doch sehr generisch Funsplatter, der an seinen platten Figuren krankt, die einem auch 20 Minuten Hochzeitsvideo nicht nahegebracht hat und deren Ableben nicht nur dem Zuschauer, sondern auch den anderen Charakteren schnurzpiepegal ist. Bis zur Pointe, die man meilenweit kommen sieht, gibt es immerhin immer wieder derbe Effekte, überraschend konsequent wird auch nicht vor Kindern halt gemacht, aber das ist alles schon recht dumpfe Genreroutine, bei der natürlich die Kettensäge zum Einsatz kommt. Das Schwert seltsamerweise nur zum Schneiden der Hochzeitstorte. Besser als die 2, aber doch nicht der benötige Befreiungsschlag.

:liquid5:,5
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

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