Kung Fu Panda

Filme abseits des Actiongenres aber mit Actionhelden [irgendwie so in der Art]
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Kung Fu Panda

Beitrag von freeman » 07.07.2008, 13:47

Kung Fu Panda

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Originaltitel: Kung Fu Panda
Herstellungsjahr: 2008
Produktionsland: USA
Regie: Mark Osborne, John Stevenson
Stimmen: Jack Black, Dustin Hoffman, Angelina Jolie, Ian McShane, Jackie Chan, Seth Rogen, Lucy Liu, James Hong, Michael Clarke Duncan u.a.

Der Pandabär an sich ist niedlich, fett, verfressen, faul und der größte Kung Fu Kämpfer auf Gottes weitem Rund … ein Panda ist bitte was? Ein Kung Fu Kämpfer? Klar! Glaubt ihr nicht? Dann wird es Zeit, dass ihr euch Kung Fu Panda anschaut. Dieser erzählt uns die Weise von Po, einem Taugenichts und Tagträumer in Pandagestalt, der seinem „Vater“ – einer Ente – im Familienbetrieb hilft und fleißig Nudeln kocht. Doch in seinen Träumen ist er Po – der große Kämpfer, der mit seinen Kampfgefährten, den furiosen Fünf, ein Abenteuer nach dem anderen besteht. Doch die Zeit der Träumerei nähert sich dem Ende, denn Tai Lung, ein übermächtiger Kung Fu Kämpfer mit dem Herz am falschen Fleck, ist aus dem Gefängnis ausgebrochen und trachtet nach der Drachenrolle. Ein Schriftstück, das die Geheimnisse beinhaltet, die ihn vollends unbesiegbar machen würden. Dementsprechend ist das ganze Land in Aufruhr und sucht nach einem würdigen Gegner, der sich Tai Lung entgegenstellen kann. Dabei fällt die Wahl durch einen mehr als dummen Zufall auf Po. Blöd nur, dass der überhaupt kein Kung Fu beherrscht. Blöd auch, dass ihm keiner wirklich helfen will, seine Mission zu erfüllen, wirft man Po doch vor, das Erbe des Kung Fu in den Dreck zu ziehen. Was ist also zu tun?

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Die Antwort auf diese Frage gibt es in einem Lichtspielhaus in eurer unmittelbaren Nähe und lasst euch gesagt sein, dass ein Besuch dieses gigantischen Animationsspektakels alle mal lohnt! Denn Kung Fu Panda ist ein Juwel unter den derzeit wie Unkraut aus dem Boden schießenden 3D Animationsstreifen, das die Konkurrenz ohne große Probleme k.o. auf die Bretter schickt. Dabei ist es weniger die altbekannte Geschichte um den Loser, der sich seiner Fähigkeiten bewusst werden muss, ohne sich dabei selbst zu verleugnen oder zu sehr verbiegen zu lassen und der Werte wie die Wichtigkeit von Freundschaft und Familie anzuerkennen lernt, als vielmehr die Art der Darbietung dieser Geschichte. Denn alleine die Entscheidung, Kung Fu Panda dem Sujet entsprechend folgerichtig in Asien anzusiedeln, verschafft dem Streifen etwas Frisches und Unverbrauchtes und kreiert eine wundervolle und eigentümliche Atmosphäre, die den Film schon ganz allein zu tragen im Stande ist. Da glücklicherweise die eigentliche Geschichte dann auch noch mit unglaublich viel Verve, Witz, Esprit und Tempo vorgetragen wird, kommen wirklich zu keinem Zeitpunkt Längen oder Tempohänger auf, was den rundum positiven Gesamteindruck in Storyfragen nur unterstreicht.

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Die Story selber erinnert dabei an diverse, hundertfach gesehene „Schüler geht bei einem unwilligen Meister in die Lehre, hat ordentlich zu leiden, erkämpft sich aber des Meisters Respekt und muss irgendwann einer Nemesis entweder aus seinem eigenen Leben oder dem des Meisters gegenübertreten“ Streifen. In genau diesem Storypart liegt dann auch der Reiz für das erwachsene Publikum. Denn während die Kids von den herrlichen Figuren und den teils irren Slapsticksequenzen bestens bedient werden, werden die Erwachsenen dank diverser Zitate zu Filmen dieser Couleur abgeholt und ordentlich bespaßt. Wer die alten Jackie Chan und Ti Lung Klassiker gesehen hat, sollte hier also ein ums andere Mal liebevoll persiflierte Szenenfolge vorfinden können. Ti Lung selber erhält in dem fast gleich klingenden Bösewicht Tai Lung eine nette Referenz und auch Jackie Chan Fans werden recht schnell erkennen, dass das „Food“Boxing von Po nichts anderes als eine witzige Hommage an das Drunken Boxing ist, das Chan in diversen Prüglern als Kampfstil zu etablieren wusste. Die Erwachsenen dürften zudem samt und sonders über die genialen Actioneinlagen staunen, die teils so druckvoll geraten sind, dass ein ganz junges Publikum ziemlich überfordert sein dürfte. Kids ab sechs Jahren sollten dann aber auch an den Actioneinlagen ihren Spaß haben.

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Auch technisch lieferte man hier ein Sahnebonbon allererster Güte ab. Was die Animatoren in Kung Fu Panda abbrennen, ist aller Ehren wert und macht den dicken Panda vorerst zum großen Genreprimus. Das beginnt bei dem absolut gelungenen Figurendesign, das in genial knuffigen Figuren resultiert, die jedes Kinderherz höher schlagen lassen dürften, und vor allem in dem über die Maßen niedlichen Panda Po seinen Höhepunkt findet. Der Panda ist dann auch so ziemlich das einzige Tier, das extrem fotorealistisch daherkommt, während man sich bei den anderen Figuren einige Freiheiten herausnahm und sie immer wieder in einigen entscheidenden Punkten gegenüber der Realität variierte. Seien es die Tiger, denen man am meisten asiatische Zeichenstile angedeihen ließ, oder die Nashörner mit ihren Bierbäuchen und Brustwarzen, denen eigentlich nur ein Piercing fehlt. Man erkennt bei allen Tieren, worauf die Animatoren hinaus wollten, eine Nachahmung der Natur verkniff man sich aber weitestgehend. Obendrein zog man allen Figuren landestypische Kleidung an, was sie noch einmal ein wenig von der Realität wegrückt. Am Meisten haben es mir dabei die Enten angetan. Diese sehen einfach so herrlich putzig aus und lassen erahnen, wie ein 3D animierter Donald Duck aussehen könnte, rennen sie doch alle unten ohne herum.

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Absolute Genrereferenz liefert Kung Fu Panda in den Actionszenen ab. Eine derart freie Kamera gab es in noch keinem Animationsstreifen zu sehen. Die Bewegungen, die sie vollführt, auch nicht und die Rasanz, in denen sie die Bilder auf den Zuschauer einprasseln lässt, erst recht nicht. Immer wieder werden genial getimte Zeitlupensequenzen in die Action eingebunden, die zumeist witzige, meist brachial komische Trefferwirkungen bebildern, im Großen und Ganzen in ihrer Perfektion aber vor allem ein eindrucksvolles Muskelspiel der Animatoren darstellen. Ein weiteres Highlight hat ebenfalls mit der Action zu tun und bezieht sich auf die Bewegungen der Figuren. Diese sind so geschmeidig, so elegant und so wunderschön anzuschauen, dass die Kinnlade des Zuschauers mehrfach vor Bewunderung gen Boden klappt. Diese Bewunderung überträgt sich auch auf die herrlich designten und in aller Farbenpracht erstrahlenden Hintergründe, die teils ziemlich reduzierte Animation mit einer enormen Liebe zum Detail kreuzen und wundervoll lebendige Backgrounds kreieren. Insbesondere der Detailreichtum erstaunt über weite Strecken enorm. Gerade die Bebilderung von Festen erstrahlt in genau der Farbenpracht, wie man sie aus jüngeren Wuxia Granaten a la Hero und Co. kennt. Da erfüllen bunte Papierschnippsel den Raum und vereinen sich Figuren mit knallbunt strahlenden Partikeleffekten a la fliegenden Blütenblättern und erzeugen echte Gänsehautmomente. Ganz groß! Dass man mit dem Film die Darstellung von Fell und Co ebenso vorantrieb wie diverse Techniken zur Darstellung von Massenszenen, versteht sich fast von selbst. Sehr witzig sind vor allem die Einlagen um Pos „Flexibilität“ dank eingelagerter Fettschichten, die einige herrlich Old Schoolig anmutende Cartoonsequenzen und einen Finishing Move im Chuck Rock Stil (kennt das Spiel noch wer? ;-) ) zur Folge haben. Auch die in liebevollem 2D animierte Einleitungssequenz ist vom Allerfeinsten und ahmt diverse japanische Animes nach.

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Hier ist wirklich alles auf Perfektion getrimmt und das ist keineswegs negativ gemeint. Denn in Kung Fu Panda geht das Bemühen um Perfektion nicht zu Lasten der Qualität von Geschichte und Humor. Auch in Sachen Sprecherauswahl ging Dreamworks in die Vollen und besetzte ein auf Hit gebürstetes Ensemble. Jack Black als Po, Angelina Jolie als Tigress, Dustin Hofmann als Shifu, Lucy Liu als Viper und Jackie Chan als Monkey glänzen weithin sichtbar als Zugpferde - auch im asiatischen Kulturkreis. Erstaunlicherweise spielen aber außer Dustin Hofmann und Jack Black alle anderen Sprecher eine absolut untergeordnete Rolle – kommen teils über drei bis vier Sätze gar nicht hinaus. Vielleicht blitzt hier ja schon die Begründung einer Reihe durch? Ansonsten wäre der Starauftrieb fast schon Verschwendung. Zur deutschen Lokalisierung des Streifens kann man nur eines sagen: Absolut gelungen! Hape Kerkeling käme einem als Ersatz für Jack Black zwar nicht sofort in den Sinn, aber wie schon Otto bei Ice Age nimmt sich der Vollblutkomiker die Figur des Po und macht sie sich vollkommen zu Eigen und überträgt viele seiner Manierismen auf den Bären. Ab und an wirkt der Bär beinahe, als sei er nicht auf Grundlage von Blacks Performance geschaffen wurden, sondern als sei wirklich Kerkeling das Vorbild gewesen. Grandiose Leistung! Da kann der Rest des deutschen Castes nicht ganz mithalten, insbesondere Gottfried John als Shifu weiß nicht immer zu gefallen, doch die Richtung ist deutlich zu erkennen: Weg von den „B-Starcrashcastings“ hin zu Qualität.

Was bleibt, ist ein Film, der in seiner Brillanz ein ums andere Mal Staunen macht. Hier stimmt einfach alles. Mit viel Liebe zum Detail werden die alten Martial Arts Streifen wieder belebt und einem jungen Publikum nahe gebracht. Dieses erfreut sich vor allem an den wirklich witzigen Figuren und der herzigen Geschichte, während die Erwachsenen über den Detailreichtum der Animation, die geniale Action und die liebevollen Genrereferenzen staunen. Schlichtweg Kino für die ganze Familie, das endlich mal wieder in eine scheinbar komplett andere Welt entführt und bei dem man nur hoffen kann, dass es Dreamworks gelingt, aus diesem filmischen Geschenk ein weiteres Hitfranchise a la Shrek zu entwickeln. Zu gönnen wäre es ihnen. Wären da nicht die genialen Trailer zu Wall-E und mein Bauchgefühl, dass der kleine Roboter noch einen Zacken mehr rocken wird als Po, ich würde die volle Ladung an Punkten geben. So belasse ich es bei:
:liquid9:

In diesem Sinne:
freeman

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Vince schließt sich an:

Unterschätzte Moppelchen oder sonstige vom Idealbild eines Helden abweichenden Abnormitäten, die unerwartet zu großem Ruhm aufsteigen, sind eigentlich kein Motiv des Ostens alleine, sondern erheben den Anspruch, Allgemeingut zu sein. Sei es nun Artus, der das Schwert Excalibur mühelos aus dem Stein zieht, an dem sich zuvor vergeblich tausend starke Mannen versuchten, oder der typische Loser, der nach der “Vom Tellerwäscher zum Millionär”-Dramaturgie in Amerika seinen Traum findet - Geschichten über Underdogs, die zu Großem aufsteigen, gehören zur Natur des Menschen, der sich seit Jahrhunderten an solchen Legenden labt.

Östliche Kung Fu-Filme allerdings haben das Prinzip einstmals auf eine Schüler-Lehrer-Kampfausbildung angewendet und seitdem inflationiert bis zum Erbrechen. Spätestens in den 70er Jahren war der Siedepunkt erreicht. Die Storyline wurde ausgerechnet bei der geschichtsträchtigen Tradition des chinesischen Films zunehmend redundanter und irgendwann ging es nur noch um die Variation in der Technik der Martial Arts. Der Plot war sowieso immer gleich, warum also sich nicht ganz auf die Fights konzentrieren...

“Kung Fu Panda” schickt sich nun an, gerade diese erzählerischen Defizite zu persiflieren und schaut deswegen am nackten Skelett ebenso unoriginell aus wie seine offensichtlichen Vorbilder. Frech und fröhlich suhlt sich das Regieneulingsgespann Mark Osborne und John Stevenson in der Transparenz des eigenen Plots, dieser berechenbaren Abfolge von typischen Sequenzen - von den Tagträumereien des späteren Helden über die geheimnisvolle Einführung des anfangs noch schattenhaften Bösewichts hin zu der Skepsis der treuen Gefährten am angeblichen Heilsbringer (der nicht wie einer aussieht) und dem unvermeidlichen Finale. Ja, sie spielen mit der Banalität wie Kätzchen mit einem Wollfaden, und was für die Kinder im Publikum eine einfach nachzuvollziehende Geschichte ist, weiß der Erwachsene bereits als Parodie auszulegen.

Hilfreich dabei ist schon das trottelhafte Verhalten des dem Originalsprecher Jack Black nachempfundenen Pandabären Po, der nicht einfach ein x-beliebiger Filmschüler ist, welcher zum Helden aufsteigt - er ist vielmehr das langersehnte postmoderne Produkt eines Filmrollenklischees.
Wer die hilflosen Spirenzchen des unbeholfenen Klopses als bloße Slapstick abtut, verkennt die Doppelbödigkeit der hier präsentierten Theatralik: Übermut, Verweichlichung und Naivität werden nicht nur instinktiv dargestellt, weil es zur Rolle passen würde, nein, sie werden in Hinblick auf die Vorbilder mal so richtig schön auf den Arm genommen.

Und schon hierbei wird die eigentliche Stärke von “Kung Fu Panda” klar: es gelingt endlich mal wieder jemandem, neues Areal zu betreten. So allgemeingültig (und damit auch massenkompatibel) die Story auch sein mag, mit der Richtung des Zielfernrohrs auf alte Kung Fu-Schinken tun sich die “Madagascar”-Macher den Gefallen, darauf zu verzichten, es jedem recht machen zu wollen. Ein Wunder, denn gerade “Madagascar” krankte meines Erachtens genau an diesem Problem.

Doch hiervon ist nun nichts mehr zu spüren: wo das magere Story-Skelett schließlich Fettpölsterchen ansetzt, gewinnt der Film eine Farb- und Formenpracht, die ihresgleichen sucht. Die Animatoren können sich an einen kulturellen Stil anlehnen und diesen verarbeiten, wie es ihnen beliebt. Lange nicht mehr wurde mit einer solchen Hingabe animiert. Rein technisch bleibt Pixar immer noch einen Zacken weiter entwickelt, jedoch fällt mir auf Anhieb keine vergleichbare CGI-Welt ein, die alleine aufgrund ihres Layouts dermaßen gefesselt hätte. Farbenfrohe Feste, kulturelle Relikte, vor allem aber das Design der Charaktere lässt staunen im großen Stil. Die “Gefährten”, welche sich allesamt zugunsten des Pandas massiv zurückhalten, nach den klassischen Stilen (Kranich, Tiger, Schlange etc.) zu besetzen, ist zwar offensichtlich, aber zweckdienlich; ebenso sehr, wie den Protagonisten mit einer für ihre vermeintliche Faulheit und ihr drolliges Aussehen geliebte chinesische Bärenart zu besetzen.

Als wäre dem aber noch nicht genug, macht die Regie von Beginn an Volldampf und serviert die Dumplings wahrhaft heiß und fettig. Was den Actionanteil betrifft, besteht im Vorfeld eine große Gefahr der Unterschätzung - durchaus kann man “Kung Fu Panda” als ziemlich schnelles Actionspektakel begreifen, das die Langeweile in gigantischen Szenen wie dem schier unmöglichen Ausbruch des weißen Tigers aus dem Hochsicherheitsgefängnis in alle Richtungen vertreibt. Wobei zu sagen ist: so toll die Bilder in ihrer eleganten wie rasanten Bewegung auch aussehen mögen, gerade hier stolpert “Kung Fu Panda” möglicherweise über seinen eigenen Anspruch und vergisst, die oft sehr sterile, wenn nicht statische Kameraarbeit der Old School-Streifen als Persiflage mitzunehmen. Zu modern und gekonnt ist eben nicht nur die Choreografie, sondern auch die Inszenierung; an manchen Stellen hätte man sich gewünscht, Pos plumpe Art auch auf die Inszenierung übertragen gesehen zu haben. Immerhin jedoch wird ausgerechnet das ultimative Duell seiner traditionellen Heiligkeit beraubt und mit fröhlicher Musik im hellen Dorf ausgetragen, als wäre alles nur ein blöder Witz. Dass es zuvor noch ein, zwei ziemlich düstere Kampfsequenzen gibt, verstärkt die Wirkung dieses Witzes nur.

Anspielungen auf Klassiker verstecken sich in Details wie Namen (die Shaw-Brothers dürfen da freilich nicht fehlen), der Besetzung (Jackie Chan darf Master Monkey sprechen, was in der Originalfassung trotz der kleinen Sprechrolle mit dem gebrochenen Englisch sicher ein Riesenspaß ist; in der deutschen Fassung beehrt uns erfreulicherweise Stammsprecher Stefan Gossler) und speziellen Sequenzen wie der Ausbildungssequenz mit den Teigballen, die überdeutlich an das Duell zwischen Simon Yuen und Jackie Chan in “Drunken Master” mahnt.

Das macht “Kung Fu Panda” spielfreudig, kurzweilig und sehr pfiffig, ohne den Anspruch, vergleichbar mit “Happy Feet” einen tieferen Sinn oder eine besonders stark hervorstechende Botschaft aufzurichten, auch wenn am Ende klar und deutlich der Leitsatz “Die Kraft liegt in dir selbst” steht. Aber aufgrund des fernöstlichen Ambientes könnte man glatt meinen, das sei eine Frage der Philosophie und nicht etwa eine beißende Moral.
:liquid8:
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Beitrag von SFI » 07.07.2008, 14:37

Kung Fu Panda 2

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Originaltitel: Kung Fu Panda 2
Herstellungsjahr: 2011
Produktionsland: USA
Regie: Jennifer Yuh
Stimmen: Jack Black, Dustin Hoffman, Angelina Jolie, Gary Oldman, Jackie Chan, Seth Rogen, Lucy Liu, James Hong, Jean-Claude Van Damme, Michelle Yeoh u.a.


Vince kickt:

Ein Panda als Retter des Kung Fu. Dreamworks hatte diese absurde Underdog-Variation vor drei Jahren in die Kinos gebracht und ein Jack Black’sches Charaktermodell dabei gnadenlos auf die Anmut und Geheimnisumwobenheit des Kung Fu übertragen. Abstoßen durfte sich der sympathische Fellkloß seine Hörner an einem dämonisch inszenierten Widersacher, der in einer traumähnlichen Welt voller fernöstlicher Kultur in scharlachrotes Licht getaucht immer wieder als unbesiegbares Hindernis auftrat, um am Ende - auf offener Straße, am helllichten Tag - nach allen Regeln der Kunst von einem stümperhaften Tollpatsch vermöbelt zu werden.

Die Fokussierung bleibt auch in „Kung Fu Panda“ weiterhin auf die Hauptfigur gerichtet, ansonsten jedoch entfernt sich die Erzählweise komplett von den Mechanismen des Vorgängers. Mentor Shifu kommt beispielsweise allenfalls noch als Stichwortgeber vor; angesichts der Tatsache, dass Po seine Techniken inzwischen erlernt hat, ein konsequenter Schritt. Die Antagonistenrolle wird zwar adäquat in Form eines bösartigen Albinopfaus ersetzt, ein regelmäßiges Zuspielen der Bälle zwischen Held und Bösewicht findet jedoch nicht mehr statt. Der im Original von Gary Oldman gesprochene Pfau lässt seinem Gegenspieler deutlich mehr Freiraum, sich mit den inneren Dämonen auseinanderzusetzen.

Daraus folgt, dass Po nicht mehr der willenlose Flipperball ist, der von seiner Umwelt gesteuert wird. Die neuartigen Versuche, sein Handeln selbst zu koordinieren, münden in Situationskomik, die ähnlich treffsicher ist wie in der damaligen Flipper-Situation. Auch diesmal wird wieder ein Protagonist geboten, der eher durch seine zahlreichen Fettnäpfchen als durch eine neu erlernte Souveränität glänzen würde. Immer wieder werden behutsam Momente des Heroentums aufgebaut, um sie anschließend genüsslich zu demontieren. Mal wird für einen Moment die Physik herbeizitiert, um der flügelleichten Comichaftigkeit des Pandas ein Bein zu stellen; mal ist es einfach dessen tumbe Art, die für das Misslingen der finalen heroischen Pose sorgt.

Die Unsicherheit, die Po trotz seiner in Teil 1 erzielten Erfolge immer noch mit sich herumträgt, begründen die Drehbuchautoren relativ schlicht mit der noch unbeantworteten Frage nach der eigenen Existenz. Als sich der hünenhafte Bär endlich mit der Tatsache auseinandersetzt, dass sein Vater eine Pekingente ist, wird das Leitthema und die daraus resultierende Moral klar: „Wer bin ich?“ wird zu „Liebe dich so, wie du bist“.

Nun könnte man die eigentlich größte Stärke des Vorgängers, das flotte Tempo und die kurzweilige Erzählweise, durch die neue Entwicklung gefährdet sehen. Erstaunlicherweise ist dem allerdings nicht der Fall: Zwar fehlt, da der Pfau eher als hinterlistiger Strippenzieher denn als übermotivierter Einzelkämpfer gezeichnet wird, der Suspense eines angekündigten Endkampfes, doch auch ohne ein solches Stilelement gelingt ein überaus dynamischer Handlungsbogen, der zu jeder Zeit Spannung aufzubauen und über Gags wieder zu entladen imstande ist. In wenigen Schlüsselmomenten gelingen sogar kostbare „Magic Moments“, so auch in der letzten Szene des Films, die als Cliffhanger für einen potenziellen dritten Teil ebenso gut funktioniert wie für einen runden Abschluss der ganzen Sache.

Darüber hinaus hat die fernöstliche Wunderwelt, die hier von den Animatoren mit Hingabe wiedererweckt wird, keinen Deut an Reiz verloren. Berge und Täler, Flüsse und Seen voller verspielter Details, dazwischen prachtvolle Werke architektonischer Kunst, alles eingebettet in leuchtend bunte Farben und zum Leben erweckt durch die Ästhetik körperlicher Bewegung, die von der Kamera stets im bestmöglichen Kompromiss von Dynamik und Perfektion eingefangen wird. Weiterhin erfreuen die in „Little Big Planet“-2D-Optik gehaltenen Traum- und Erinnerungssequenzen, die, anschließend an den Prolog des ersten Teils, den Spagat zurück zu den Wurzeln des Animationsfilms schlagen.

Statt müden Aufwärmens also neue Wege seitens Dreamworks: Eine Fortsetzung, die ebenso temporeich und unterhaltsam ist wie das Original, weil sie alles anders macht. Geblieben ist nur das, was gleich bleiben muss: die zauberhafte Welt. Und der Panda, der sich tölpelhaft in ihr bewegt.
:liquid8:
Der Pfalzbote

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Beitrag von Sir Jay » 07.07.2008, 14:38

SFI hat geschrieben:yeah war klar nach den coolen Pings, Pandas rulen halt auch - wird geliehen!
Das einzig interessante an dem Film für mich is jackie in der sprecher rolle; aber ich hab noch nicht einmal Mulan gesehen :lol:

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Beitrag von Vince » 07.07.2008, 14:45

Ja hier, Chuck Rock sagt mir was! Hab ich mal gespielt, weiß aber nicht mehr genau, wie das aussah.

Starkes Review! Und erstaunliches Ergebnis. Von den "Madagascar"-Machern hab ich mir sowas nicht erhofft. Ich hoffe, dass ich mich irre. Denn das Ambiente ist wirklich erfrischend.
Im Grunde hast du ja schon alles gesagt zu dem Streifen. Schön auseinandergenommen... vielleicht geh ich mir den sogar mal ansehen.

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Beitrag von freeman » 07.07.2008, 15:26

Lohnt sich wirklich und Madagascaraltlasten musste net befürchten ... eigentlich musste gar keine Altlasten befürchten, weil die beiden Regisseure beides Novizen im Fach sind ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von AC Angel » 09.07.2008, 17:02

Oh für den Film muss ich mit meiner Freundin ins Kino gehen. Die steht auf solche Filme. Freeman deswegen habe ich mal nicht gelesen was du darüber geschrieben hast.

@ Vince du kommst mit, ja??? :lol:

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Beitrag von Vince » 09.07.2008, 17:29

AC Angel hat geschrieben: @ Vince du kommst mit, ja??? :lol:
Okay. Aber dann müsst ihr - wir haben das ja kürzlich erörtert - mich die ganze Zeit anhimmeln und nicht den Film, damit auch die anderen Frauen im Kinosaal auf mich aufmerksam werden und mich mit jeder Faser ihres Körpers haben wollen. :wink:

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Beitrag von AC Angel » 09.07.2008, 17:33

Vince hat geschrieben:
AC Angel hat geschrieben: @ Vince du kommst mit, ja??? :lol:
Okay. Aber dann müsst ihr - wir haben das ja kürzlich erörtert - mich die ganze Zeit anhimmeln und nicht den Film, damit auch die anderen Frauen im Kinosaal auf mich aufmerksam werden und mich mit jeder Faser ihres Körpers haben wollen. :wink:
Also Vince reichen dir denn nicht zwei Frauen, muss es gleich der ganze Kinosaal sein :D

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Beitrag von Vince » 09.07.2008, 17:40

AC Angel hat geschrieben: Also Vince reichen dir denn nicht zwei Frauen, muss es gleich der ganze Kinosaal sein :D
Na wenn ich euch beide haben kann, dann reicht mir das. :lol:

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Beitrag von AC Angel » 09.07.2008, 17:52

Vince hat geschrieben:
AC Angel hat geschrieben: Also Vince reichen dir denn nicht zwei Frauen, muss es gleich der ganze Kinosaal sein :D
Na wenn ich euch beide haben kann, dann reicht mir das. :lol:
Okay das kriegen wir hin :wink: Also abgemacht, ich sag der Alex Bescheid :)

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Beitrag von Sir Jay » 09.07.2008, 19:55

Ich will auch mit xD

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Beitrag von Advanced » 09.07.2008, 20:19

Du hast doch morgen schon dein Doppel :P

Edit: Oder mehr?

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Beitrag von Sir Jay » 09.07.2008, 23:13

shit stimmt xD

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Beitrag von freeman » 10.07.2008, 08:54

Man könnte echt den Eindruck bekommen, hier gelte langsam Doppelt oder nichts ...

@ den Engel: Solange du das alles nach dem Kinobesuch durchliest und dann MICH anhimmelst und der Alex Bescheid sagst, wie toll ich bin, kann ich darüber hinwegsehen, dass du es noch net gelesen hast ;-)

In diesem Sinne:
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Beitrag von AC Angel » 10.07.2008, 09:33

freeman hat geschrieben:Man könnte echt den Eindruck bekommen, hier gelte langsam Doppelt oder nichts ...

@ den Engel: Solange du das alles nach dem Kinobesuch durchliest und dann MICH anhimmelst und der Alex Bescheid sagst, wie toll ich bin, kann ich darüber hinwegsehen, dass du es noch net gelesen hast ;-)

In diesem Sinne:
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Tja Doppelt hält besser :D

Wenn mir der Film und dein Artikel gefällt, dann himmel ich dich an :D

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Beitrag von freeman » 10.07.2008, 10:24

*lach*

*hoff, hoff, bet, hoff*

In diesem Sinne:
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Beitrag von Advanced » 10.07.2008, 10:55

LOL! Ich glaub hier richts nach SPAM :P

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Beitrag von Vince » 10.07.2008, 11:59

Spam ist immer gut... was nicht so gut ist, dass der freeman mir meinen schwer erarbeiteten Dreier streitig machen will... pfui, böser freeman! Was ist denn mit deiner Cinemaxx-Süßen, hat die kein Interesse mehr? :wink:

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Beitrag von freeman » 10.07.2008, 12:28

Das mit der Cinemaxxsüßen ist seit 3 Jahren Geschichte ;-)

Udn ich will dich doch gar net ausschließen ... machste einfach mit ... Swing Swing sweet cherio ;-)

In diesem Sinne:
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Beitrag von Vince » 10.07.2008, 12:29

freeman hat geschrieben:Udn ich will dich doch gar net ausschließen ... machste einfach mit ... Swing Swing sweet cherio ;-)
Ich bin da etwas eigen... ich wüsste gar net, was ich mit deiner Nudel anfangen soll. :lol:

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Beitrag von freeman » 10.07.2008, 12:41

Wedeln ... ganz klar ... ;-)

In diesem Sinne:
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Beitrag von Vince » 10.07.2008, 12:51

Ähm... zurück zu Kung Fu Panda. ;)

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Beitrag von AC Angel » 10.07.2008, 12:54

freeman hat geschrieben: Udn ich will dich doch gar net ausschließen ... machste einfach mit ... Swing Swing sweet cherio ;-)

Haben Alex und ich auch noch ein Mitspracherecht oder ist das beschlossen :)

Und vor allem geht es noch um den Film gucken :wink:

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Beitrag von AC Angel » 10.07.2008, 12:56

Vince hat geschrieben:Ähm... zurück zu Kung Fu Panda. ;)
Du bist mir wie immer zuvor gekommen :wink:

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Beitrag von freeman » 10.07.2008, 14:56

AC Angel hat geschrieben:Haben Alex und ich auch noch ein Mitspracherecht oder ist das beschlossen :)
Ganz klar ... beschlossene Sache ;-). Ich hoffe, du und die Alex stellen sich nicht zwischen Vincelino und mich :lol:

In diesem Sinne:
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