Dekker & Adi - Wer bremst, verliert!

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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Ed Hunter
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Dekker & Adi - Wer bremst, verliert!

Beitrag von Ed Hunter » 11.07.2008, 23:45

Dekker & Adi - Wer bremst, verliert!

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Originaltitel: Dekker & Adi - Wer bremst, verliert!
Herstellungsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 2008
Regie: Sebastian Vigg
Darsteller: Mark Keller, Kaya Yanar, Nadeshda Brennicke, Michael Lott, Martin Brambach, Gode Benedix, Joshua Keller, Judith Kernke

Kaum jemand bürgt in der überschaubaren deutschen Actionlandschaft so zuverlässig für gute Unterhaltung wie „Alarm für Cobra 11“-Vater Hermann Joha, gerade erst feierte mit dem flotten „The Fast and the Furious“-Ripoff „Fast Track“ eine weitere gelungene Produktion auf Pro Sieben Weltpremiere. Das Roadmovie „Dekker & Adi“ mit „Cobra 11“-Urkommissar Mark Keller und „Was guckst du?“-Blödler Kaya Yanar in den Hauptrollen erblickte nach langen Jahren der RTL-Treue ebenfalls auf einem anderen Sender das Licht der Welt, indem es am 10. Juli 2008 im Primetime-Programm von Sat1 landete. Bedauerlicherweise reiht sich die Produktion jedoch nicht in die Tradition sensationeller Joha-Perlen wie „Der Clown“ oder „Kampfansage“ bzw. zumindest souverän unterhaltendem, flottem Durchschnitt wie „Lasko“ ein, sondern gesellt sich qualitativ zu Ausfällen wie den „Crazy Race“-Klamotten oder dem 2004er Trashdebakel „Hai-Alarm auf Mallorca“.

Trucker Dekker (Mark Keller) hat nicht nur privat mit einer frisch hinter sich gebrachten Scheidung und dem Streit um den gemeinsamen Sohn allerhand um die Ohren, sondern findet sich auch noch auf der Fahnungsliste des BKA wieder, als ohne sein Wissen eine geklaute Gelddruckmaschine ihren Weg in seine Fracht findet. Die wollen seine Auftraggeber an einen marokkanischen Warlord verticken. Verfolgt von der deutschen Polizei bleibt Dekker nichts anderes übrig, als sich nach verfrühter Übergabe der Ware selbst auf den Weg nach Afrika zu machen und den Gangstern die Maschine wieder abzuluchsen, um seine Unschuld zu beweisen. Die schicken ihm daher nicht nur ihre Killer auf den Hals, sondern leiten als Druckmittel vorsichtshalber auch die Entführung seines Sohnes in die Wege…
Dass die dünn und simpel zusammengeschusterte, kein ausgelutschtes Klischee auslassende 08/15-Krimistory in „Dekker & Adi“ niemanden vom Hocker reißen würde, stand bereits von vornherein zu erwarten, bedauerlicherweise lässt das Werk jedoch auch alles andere missen, wofür man Joha respektive seine Action Concept – Schmiede über die Jahre liebgewonnen hat: Es mangelt an Witz, es mangelt an Tempo und vor allem: Es mangelt an Action. Die Handlung entspinnt sich als gemächliches Roadmovie, das in der ersten, auf deutschem Boden stattfindenden Hälfte erschreckend unspektakulär vor sich hin dümpelt und sich mit eher schwachen Gageinlagen über Wasser zu halten versucht und angekommen auf dem afrikanischen Kontinent zwar mit hübscheren und in Postkartenmotiven festgehaltenen Locations aufwarten, Tempo und Schauwerte aber dennoch nur bedingt steigern kann.

Keller und Yanar werden verhaftet, befreit, gejagt, getrennt und dennoch kann sich der Zuschauer des Gefühls nicht erwehren, dass hier einfach nichts los ist. Vor allem die schwachbrüstigen Actionmomente stellen eine Enttäuschung auf ganzer Linie dar: Hier und da mal eine kurze Klopperei oder eine statisch aus der Totalen gefilmte Explosion sind alles, was „Dekker & Adi“ aufzubieten hat. Keine in stylishen Slow-Motion-Shots eingefangenen Car-Crash-Orgien, keine rasanten Shootouts, sieht man mal vom unglaublich schlecht inszenierten Showdown in einer afrikanischen Wüstenfestung ab. Ausgerechnet in Johas Paradedisziplin gleicht der neueste Output einer Katastrophe.
Gar nicht schlecht funktioniert immerhin der Humor: Sowohl die Chemie zwischen einem erstaunlich sympathisch agierenden Keller und einem erstaunlich zurückhaltenden Kaya Yanar als Suizid-begeistertem Türken-Sidekick stimmt als auch wissen einige Dialoge mal gewollt und mal unfreiwillig zum Schmunzeln zu animieren, ein Angriff auf die Lachmuskeln ist der Streifen aufgrund der verhältnismäßig niedrigen Gagfrequenz aber leider genausowenig wie der erhoffte Actionoverkill. Der Sountrack bietet mit den Rockklassikern „Sweet Home Alabama“ und „Nothing Else Matters“ gelungene Klänge, mit den entsprechenden Bildern harmonieren sie jedoch null und wirken so aufgesetzt wie einfallslos. Das unerträglich penetrante Gesülze zwischen Keller und seinem androgynen Sohnemann-Schwabbelunsympathen tut sein übriges, um den negativen Gesamteindruck zu komplettieren. Vor allem angesichts der Tatsache, dass Regisseur Sebastian Vigg 2005 beim famosen Kinodebüt des „Clown“ Regie führte, ist der auch optisch nur mittelmäßige Streifen eine herbe Enttäuschung.

Fazit: Das war nix! Trotz eines gut harmonierenden Hauptdarstellerduos erweist sich „Dekker & Adi“ als schwächste Joha-Produktion seit „Hai-Alarm auf Mallorca“, was neben der obligatorisch schwachen Story vor allem am Fehlen jeglicher beeindruckender Actionschauwerte liegt, die nicht einmal einen einzigen Autostunt im Repertoire haben. Die 08/15-Gags halten teilweise bei Laune, haben aber genauso wie alles andere unter fatalem Tempomangel zu leiden. Schade drum!

:liquid3:

Noch ist abgesehen von der TV-Premiere am 10. Juli 2008 auf Sat1 keine Veröffentlichung des Streifens erfolgt.
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Beitrag von Columbo » 13.07.2008, 16:02

Super Review erstmal, dem ich größtenteils zustimmen kann, der Film war wirklich großer Murks, aus dem Charakter 'Dekker' hätte man wirklich mehr machen können, vor allem was anderes als ihm Kaya Yanar als Sidekick zu geben, wer kam den auf diese bescheuerte Idee, zum Glück hielt sich zumindest zum Ende hin das Overacting von Kaya in Grenzen. Sonst war der Film stinklangweilig, hatte ihn eigentlich nur nebenbei laufen, erzählte nur eine belanglose Story mit langweiligen Charakteren und doofen Dialogen, nervige Gören durften natürlich auch nicht fehlen. Aufhorchen ließ mich nur zwischendurch z. B. das kurz eingestreute "Nothing Else Matters", was man mit recht schönen Bildern unterlegt hat.

Der größte Witz war allerdings der Showdown, bisschen Billig-Geballere, Fangen spielen und eine mitteläßige Explosion und das war's dann! Billig! Zumindest die Action hat noch in jedem 'actionconcept'-Streifen gepasst, hier jedoch war sie ein absoluter Totalausfall, nicht mal einige Autostunts hat man eingearbeitet, insgesamt also furchtbarer Film, der einfach nur langweilig war und einfach komplett vor die Wand gefahren wurde, hier stimmte gar nichts!

Achja, den Slogan "Wer bremst, verliert" hat man bei 'actionconcept' ja schon als Werbung für die erste "Cobra 11"-Staffel mit Gedeon Burkhardt verwendet. :lol:

:liquid2:

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Beitrag von freeman » 14.07.2008, 08:44

Kaum jemand bürgt in der überschaubaren deutschen Actionlandschaft so zuverlässig für gute Unterhaltung wie „Alarm für Cobra 11“-Vater Hermann Joha, gerade erst feierte mit dem flotten „The Fast and the Furious“-Ripoff „Fast Track“ eine weitere gelungene Produktion auf Pro Sieben Weltpremiere.
:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

In diesem Sinne:
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Beitrag von Ed Hunter » 14.07.2008, 16:20

freeman in meinem Filmtagebuch zum selben Thema hat geschrieben:Du bist voll pervers ...
:mrgreen::mrgreen::mrgreen::mrgreen::mrgreen:

Daneben beachte man zu meiner Verteidiung allerdings auch noch den Satzteil "in der überschaubaren deutschen Actionlandschaft " - da findest du nämlich wirklich nix besseres als action concept! ;-)

@Columbo: Dito, das Fehlen von Autostunts und der Showdown waren in der Tat die größte Frechheit von allen!
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Beitrag von Vince » 14.07.2008, 16:35

freeman hat geschrieben:
Kaum jemand bürgt in der überschaubaren deutschen Actionlandschaft so zuverlässig für gute Unterhaltung wie „Alarm für Cobra 11“-Vater Hermann Joha, gerade erst feierte mit dem flotten „The Fast and the Furious“-Ripoff „Fast Track“ eine weitere gelungene Produktion auf Pro Sieben Weltpremiere.
:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:
:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

Um noch einen draufzusetzen...

Ed, du bist der König des schlechten Geschmacks. Deswegen passt du hier rein wie die Faust aufs Auge. Danke für das Review zu so einer dermaßenen Grütze, dass wahrscheinlich selbst Daniel dagegen nicht mehr ganz so schlimm ausschaut.

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Beitrag von Ed Hunter » 14.07.2008, 16:37

Danke, ich fühle mich geehrt. :mrgreen: xD
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