The Mad

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freeman
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The Mad

Beitrag von freeman » 28.08.2008, 09:06

The Mad

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Originaltitel: Mad, The
Herstellungsland: Kanada/USA
Erscheinungsjahr: 2007
Regie: John Kalangis
Darsteller: Billy Zane, Jordan Madley, Maggie Castle, Shauna MacDonald, Sean Orr, Matthew Deslippe, Michael Rhoades, James Binkley, Rothaford Gray u.a.

Jason Hunt ist mit seiner ganzen Familie irgendwo im amerikanischen Hinterland unterwegs. In einer verträumt wirkenden Kleinstadt beschließt man, eine kleine Pause einzulegen und will sich ein paar der vielgepriesenen Burger hinter die Kiemen schieben. Das Fleisch der Burger liefert ein ansässiger Kleinfarmer, der unlängst eine Krankheit bei seinen Tieren mit einem neuartigen Medikament abwenden konnte. Seltsam nur, dass sich seine Tiere auf einmal recht seltsam verhalten. Noch seltsamer ist aber, dass sich alle, die von dem Fleisch essen, in hungrige Zombies verwandeln! Und vor denen muss Jason nun seine Familie retten ...

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Das größte Pfund an the Mad ist Billy Zane, der, obschon er ein wenig zu gewollt cool wirkt, den Streifen im Alleingang über die Runden rettet und einen absolut göttlichen Humor lancieren kann, der so beiläufig, so lapidar und so trocken daherkommt, dass man den Boden küssen möchte, auf dem Billy dahinschreitet. Dabei werden niemals platte oder vorhersehbare Gags zum Thema Rinderwahn abgeschossen, vielmehr resultiert der Humor alleine auf den Reaktionen von Billy auf das, was um ihn herum passiert. Und dieser Humor tut The Mad unwahrscheinlich gut und verleiht ihm etwas schlitzohrig Verschmitztes. Von der Grundidee her ist The Mad wohl am ehesten im Bereich Funsplatter einzuordnen, kann hier aber trotz Billy bei Weitem nicht zu den echten Genreprimussen aufschließen. Dazu mangelt es der Inszenierung an Witz und Drive, wirkt so manches lieblos übers Knie gebrochen und bleibt vor allem der Splatter seltsam unwitzig und blutleer. Hier ein Kopfschuss, da eine Heugabel in den Körper, echte Highlights kann man mit der Lupe suchen und würde nicht fündig werden – sieht man mal von menschenfleischfressenden Hackfleischbällchen ab. Das Hauptproblem ist aber, dass The Mad trotz seiner extrem kurzen Laufzeit einfach kein Tempo in die Geschehnisse bekommt und niemals echten Zug in seiner Geschichte entwickelt. Alles geschieht zu vorhersehbar und vor allem gelingt alles viel zu problemlos. Vollkommen vor den Baum wird der Film dann im „Showdown“ gesemmelt, der einfach nur noch seltsam wirkt. Hier stimmt gar nichts mehr und scheint es fast, als habe irgendeine Kuh bei den Dreharbeiten die letzten Seiten im Drehbuch gefressen. The Mad quält sich förmlich durch die letzten zehn bis fünfzehn Minuten und tut einem fast schon leid. Auch wird aus der Rinderwahn Grundidee verdammt wenig gemacht. Man braucht diese Einlage eigentlich nur, um Zombies zu generieren. Dabei hat schon Black Sheep bewiesen, dass wiederkäuende Trottelviechers durchaus rocken können. Demnach wäre eine Zombiekuh – wie in Dead Meat – durchaus ein witziges Gimmick gewesen. Technisch geht der Streifen weitgehend in Ordnung, punktet im Soundtrackbereich mit geilen, auf 80s getrimmten Synthiepopsongs, kann aber optisch nicht verschleiern, dass er nicht wirklich viel gekostet haben kann. Dafür variieren die Schauplätze zu wenig und mangelt es eben extrem an dem, woran es nun genau bei diesem Film nicht mangeln durfte: dem Splatter.

Dennoch kann man den Film durchaus als gelungene Unterhaltung für den einen oder anderen langweiligen Nachmittag durchgehen lassen, was vor allem einigen schrägen Ideen und einem köstlich agierenden Billy Zane geschuldet ist.
:liquid5:

Die deutsche FSK 18 Scheibe ist ungeschnitten und kommt von dem Label Splendid.

In diesem Sinne:
freeman
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