the Strangers + the Strangers: Opfernacht

Mindfuck, Terror, Psycho-Shocker ... kurzum: was aufs Gemüt schlägt
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the Strangers + the Strangers: Opfernacht

Beitrag von StS » 02.09.2008, 06:44

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Originaltitel: the Strangers
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2008
Regie: Bryan Bertino
Darsteller: Liv Tyler, Scott Speedman, Gemma Ward, Kip Weeks, Laura Margolis, ...

In Bryan Bertino´s spannendem 2008er "Home Invasion"-Thriller "the Strangers" wird ein Pärchen (Liv Tyler und Scott Speedman) über einige nächtliche Stunden hinweg von einem Trio maskierter Gestalten terrorisiert…

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starke :liquid8:
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Beitrag von StS » 02.09.2008, 06:49

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Originaltitel: the Strangers: Prey at Night
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2018
Regie: Johannes Roberts
Darsteller: Bailee Madison, Lewis Pullman, Christina Hendricks, Martin Henderson, Emma Bellomy, Damian Maffei, Lea Enslin, …

Mit dem 2018er "Slasher"-Thriller "the Strangers: Opfernacht" schuf Johannes Roberts eine düster-gewalttätige Fortsetzung des genau 10 Jahre zuvor veröffentlichten "Home Invasion"-Genre-Hits Bryan Bertinos…

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knappe :liquid6:
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Beitrag von freeman » 02.09.2008, 09:17

*klopf, klopf* Wer ist da? So beginnen immer mal wieder dämliche Gags in Filmen, bei denen man sich immer wieder aufs neue fragt, was daran irgendwie witzig sein soll und ob man Leute, die diese Art Witze gut finden, wirklich zum Freund haben würde wollen. Im Fall von The Strangers folgt auf diesen Einstieg eher eine Tour de Force des Grauens, bei der man zwar hin und wieder auch aufgrund unfreiwillig humorigen Momenten kichern muss, weitestgehend aber doch mehr mit der hausgemachten Gänsehaut beschäftigt ist.

Um was geht es? Es kriselt im Beziehungsgefüge eines jungen Pärchens. Er hat ihr einen Antrag gemacht, den sie ablehnen musste, da sie sich noch nicht bereit fühlte für eine Ehe. Dementsprechend gedrückt ist die Stimmung, als er zum Zigarettenholen losfährt und sie allein zurückbleibt. Doch sie hat kaum Möglichkeit ihren düsteren Gedanken nachzuhängen, als es nämlich auch schon an ihrer Tür klopft und sie sich fortan mit drei Maskierten konfrontiert sieht, die offensichtlich zu allem bereit zu sein scheinen ...

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Es beginnt das große Rennen, Retten, Flüchten und Schreien und vor dem Auge des Zuschauers entfaltet sich ein Streifen, der doch recht recht offensichtlich an den gelungenen französischen Thriller Them angelehnt ist. Dieser vermochte aus der gleichen, sehr reduzierten Grundsituation Großes zu machen und fand immer wieder Wege, um den Zuschauer aufs Neue zu verstören bzw. dessen Adrenalinpegel hoch zu halten. Auch in The Strangers gelingt es vor allem zu Beginn, den Angriff auf das traute Heim, das Refugium unserer Privatsphäre, mit allen bedrohlichen Insignien zu versehen und jedem Zuschauer einen wohligen Schauer über den Rücken zu jagen. Denn seien wir ehrlich: Was ist gruseliger, als stetes Klopfen an die heimische Wohnungstür durch uns unbekannte Personen? Was eine größere Horrorvorstellung, als Maskierte, die zum Fenster hereinstarren und was könnte schlimmer sein, als das Fremde in unseren eigenen vier Wänden ein- und ausgehen, wie es ihnen gerade beliebt?

Und genau in diesen Momenten ist The Strangers allerfeinstes Horrorfutter und mundet gar köstlich. Leider tritt Regisseur Bryan Bertino irgendwann ziemlich auf der Stelle und wiederholt die einzelnen Schockeffekte bis zum Erbrechen. Wo das französische Vorbild irgendwann recht wirkungsvoll den Schauplatz wechselte und damit etwas Abwewchslung ins bedrohliche Treiben bringen konnte, verharrt The Strangers weitgehend am gleichen Ort (einmal geht’s in den angrenzenden Garten), weshalb irgendwann die Ideen auszugehen scheinen, wie man den Zuschauer nun noch packen könnte. Und so taucht dann selbst in den letzten 20 Minuten immer noch ein Maskierter bedrohlich hinter einer Hauptfigur auf, ohne irgendetwas zu unternehmen oder anzugreifen. Vermutlich einfach aus dem Grund heraus, dass sich dieser Effekt in den ersten 45 Minuten schon so blendend bewährt hat. So schafft es der Film vor allem gegen Ende nicht mehr, genauso eindrücklich mitzureißen wie noch in der ersten Filmhälfte, da man wirklich alles bereits in x-facher Wiederholung vorgesetzt bekommen hat.

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Spätestens hier wurde mir als Kenner des kleinen aber feinen französischen Streifens Them noch offensichtlicher, warum der von mir einst beklagte Schauplatzwechsel in den Wald wirklich dringend geschehen musste. Einfach weil in dem Waldabschnitt und der sich anschließenden Tunnelsystemszenerie ganz andere Möglichkeiten zum Schocken und Verstören des Zuschauers da waren. Diese hat es nun in The Strangers nicht und so bleibt die Erkenntnis, dass es den Amis mit einer Quasieneuauflage eines Filmes wirklich einmal gelungen ist, das Original noch einmal deutlich aufzuwerten! Da hat es doch direkt einen echten Sinn. ;-)

Die einzig logische Konsequenz aus meinen bisherigen Ausführungen ist, dass The Strangers mit zunehemender Laufzeit mehr und mehr an Zugkraft und Stringenz verliert. Obendrein muss er vermehrt zu teils haarsträubend schlecht konstruierten Szenen greifen (genannt sei der witzlose und grauenerregend vorhersehbare Auftritt des Kumpels Mike) und vermehrt reißen diverse Logiklöcher auf, die es nun nicht gebraucht hätte (Warum agieren die Maskierten nie im Verbund? Wo sind die beiden anderen Mitstreiter hin, wenn der keuchende Maskierte zur Hetzjagd bläßt? N’ Burger futtern, oder was? Obendrein war die Omnipräsenz der Maskierten auch recht seltsam ... immerhin tauchten sie immer zur rechten Zeit an genau dem Ort auf, wo gerade etwas geschah. Hatten wohl den beiden Helden nen GPS Sender oder so angehängt ...).

Zudem fällt mit zunehmender Laufzeit auch auf, dass Scott Speedman und vor allem Liv Tyler mit ihren Rollen teils ziemlich überfordert sind. Insbesondere Liv Tylers Repertoire ist irgendwann zur Hälfte der Laufzeit komplett ausgereizt und viele ihrer folgenden Auftritte geraten nur noch nervig oder unfreiwillig komisch. Dabei leistet dann die deutsche Synchronisation noch peinliche Schützenhilfe, denn mieseres Angstgeschrei als das von Frau Tyler hat man wirklich noch nirgends gehört. Erheiterung anstelle von Schock waren die Folge in meinem gut besuchten Kinosaal.

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Was gefiel, war, dass die Angreifer - wie weitgehend auch in Them - gesichtslos blieben und dass ihr Motiv letztlich genauso schockierend nichtig war. Auch die Inszenierung selbst wusste durchaus zu gefallen. Die unmittelbare, sehr nervöse Kamera zog ins Geschehen hinein, die ungewöhnliche Filmmusik war gewöhnungsbedürftig, aber gut und das Sounddeppartement leistete eine herkulische Arbeit, denn viele Schocks in The Strangers kommen einzig und allein von der Tonspur und dass teils wirklich mächtig gewaltig. Gewalt spielt dagegen keine große Rolle in The Strangers, weshalb die erstaunlich hohe Altersfreigabe nur über die recht interessante und beklemmende Grundstimmung des Filmes erklärt werden kann, und dass eben ein Happy End ziemlich konsequentz ausgeklammert wird.

Was bleibt ist eine Quasieneuauflage eines wirklich gelungenen französischen Horrorfilmes, die die Stärken des Vorbildes vor allem zu Beginn sehr eindrücklich zu übernehmen versteht, mit zunehmender Laufzeit (und damit beim vermehrten Abweichen vom indirekten Original) aber eine Vielzahl an Mankos und einen deutlichen Spannungseinbruch zu verzeichnen hat. Obendrein wussten die Hauptdarsteller über weite Strecken absolut nicht zu begeistern und fragte man sich irgendwann schon, welche Gemütszustände Frau Tyler noch alles darüber zum Ausdruck bringen wollte, dass sie sich in den unpassendsten Momenten auf den Boden hockte und vor sich hinflennte. Dennoch konnte man bei der Grundidee gar nicht so viel verkehrt machen und so bleiben auch solide:
:liquid6:

(Copyright der Bilder: Kinowelt)

In diesem Sinne:
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Beitrag von Elkjaer-Larsen » 02.09.2008, 15:05

Die Liv ist doch eine der Baustellen schlechthin. Das versteh mal einer. :wink:

Zum Film: Klasse Review, der Streifen ist vorgemerkt.

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Beitrag von StS » 02.09.2008, 16:53

Elkjaer-Larsen hat geschrieben:Klasse Review, der Streifen ist vorgemerkt.
Danke ... und mach das - lohnt sich! :wink:

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Beitrag von McClane » 03.09.2008, 09:01

Hat mir auch gut gefallen... anfangs dachte ich noch, dass es einfach nur ein gut gemachter Standardfilm der Marke "Paar wird überfallen und gequält" ist, aber der Film hat schon einige intelligente Ansätze Marke "Funny Games", nur ohne dessen geschwätzigen Hang zum Selbst-Thematisieren. Der letzte Kick hat mir allerdings noch gefehlt, trotz des sauberen Spannungsaufbaus, vielleicht fehlte es dafür dann doch ein wenig zu sehr an Innovation und war dadurch leicht vorhersehbar. Trotzdem:

Sehr gute :liquid7:
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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 08.09.2008, 22:16

Klasse Review Stefan, macht mich noch heißer auf den Film :)
Wollt Ihr 'nen Ritt auf meinem Discostick?
Putzt euch die Zähne mit 'ner bottle of shit
Nein Mann ich will noch nicht gehen
Ich will weiter auf dich schiffen
Solang bis du erkennst
Dass meine Pisse keine Fanta ist :D
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Beitrag von StS » 03.11.2008, 07:28

So, hab mir gestern mal die "unrated" (Blu Ray) angesehen - im dunklen Zimmer mit aufgedrehter Anlage (ebenfalls) ein Genuss:

Sie, also die "Extended Version" wertet den Film im Endeffekt weder (merklich) auf noch ab - er war, ist und bleibt ziemlich gut, weshalb ich (nach dem 2. Sichten) auch weiterhin voll und ganz bei meiner Kritik bzw Bewertung (8/10) bleiben kann.

Der auffälligste Unterschied ist eine neu eingefügte Szene gegen Ende, welche perfekt in den Kontext passt und die ich in der Kinofassung ohnehin schon vermisst habe (siehe das von mir unten links gepostete Poster). Ansonsten sind mir keine direkten Veränderungen bewusst aufgefallen (so aus der Erinnerung heraus) - höchstens einige Sekunden mehr, als es um die "Nachwirkungen" des Schusses mit der Schrotflinte geht (bin mir da aber nicht sicher).

Kurzum: Für die meisten dürfte die Kinofassung vollkommen reichen - wer die Wahl hat, sollte aber auf jeden Fall zur "unrated" greifen. ;)

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Beitrag von Elkjaer-Larsen » 03.11.2008, 18:21

Bist du eigentlich künstlerischer Leiter der Ofdb? :wink:

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Beitrag von StS » 03.11.2008, 19:14

Nein, aber ich musste auch schmunzeln... :wink:

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Beitrag von freeman » 28.11.2008, 12:51

Sodale, wie angekündigt hab ich mir den auch gegeben ;-). Wegen Verlinkungsgründen ins Strangersfanforum OFDB ;-) hab ich mich vorgedrängelt.

In diesem Sinne:
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Beitrag von StS » 28.11.2008, 15:57

Nette Kritik ... aber da der Film nicht direkt an "Ils" angelehnt ist, finde ich die Verknüpfungen, die Du ja irgendwie derart deutlich heraushebst, etwas ungünstig - also Formulierungen wie "...die die Stärken des Vorbildes vor allem zu Beginn sehr eindrücklich zu übernehmen versteht, mit zunehmender Laufzeit (und damit beim vermehrten Abweichen vom indirekten Original) aber...". Du versuchst dabei, Dich noch "rauszuwinden", aber Worte wie "übernehmen" und "Original" sind einfach zu deutlich - zumindest meiner Meinung nach. Und ich musste doch schmunzeln, als Du - per Vergleich mit einem von diesem losgelösten Film - eben jenen (eigentlich ja seperat zu betrachtenden Streifen) lobend herausstellt, und das ausgerechnet indem Du auf die Unterschiede aufmerksam machst. Im Sinne Deiner Herangehensweise hätte man Deine Kritik auch (statt "Ils" heranzuziehen) auf "Funny Games" zuschneiden können - die sind sich auch ähnlich. Ich habe beide Titel ja auch angesprochen - aber irgendwie ... ach, ich weiß auch nicht. :wink:

PS: Mit Deiner Kritik gen Liv Tyler (bzw ihrer (Genre-) preisgekrönten Leistung) hab ich ja auch gaaaaaaarnet gerechnet.... :lol:

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Beitrag von freeman » 28.11.2008, 23:35

Also für mich sind die Parallelen halt über weite Strecken viel zu groß, als das ich es für mich wirklich ausblenden konnte. Die Verankerung in der Realität von wegen, alles wahr, die Grundsituation (Pärchen, neues/unbekanntes Haus, Eindringlinge) und die ersten 50 Minuten sind doch Them pur ... Ein Film. Nur eben mit verschiedenen Darstellern. Dann geht Them vom vorgezeichneten Weg weg, Strangers net ... erst da würde ich mitgehen und sagen, es kommt was eigenständiges bei rum bzw. es sind verschiedene Filme. Aber bis dahin? Nö ... wirklich net ... Und dann die Enthüllung, wer die Eindringlinge dann waren inklusive eben dem Motiv und schon wars wieder ein Film. Da kann der Regisseur und das Presseheft noch so tönen, man würde sich auf einen realen Fall aus Amilanden beziehen und nicht auf ein indirektes Vorbild - das tönte Them auch schon ;-) ... im Gegensatz zu Funny Games ... den habe ich wegen seiner sozialkritischen Intention (Oh böse Gewalt!) und anderem Genre ausgeklammert. Dennoch könnte man freilich auch hier handlungstechnisch argumentieren und sagen: Funny Games --> Them --> Funny Games US --> Strangers ... alles ein Film ... und Them ist der Beste IMHO und mehr wollte ich ja eigentlich auch net sagen ;-)

Und Liv Tyler hat in noch keinem Film irgendwas gerissen ... und unförmig sieht die auf einmal aus! Als die vor der Tür stand (kurz nach der Ankunft am Haus) sah die aus, wie ein Körperklaus ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von Vince » 04.11.2009, 20:12

Hm... Ernüchterung machet sich breit in meinen Lenden. Zwar scheint der Spannungsbogen nach einem doch sehr hilflosen Beginn (Texttafeln mit "basiert auf realen Ereignissen"-Info, 911-Intro mit Wackeloptik... hallo?) verflucht gut aufzugehen. Der geht nämlich nach mehreren Ankündigungen per Türklopfen vollends auf in einer gänsehauterregenden Totalen, die ein Gefühl vollkommener Beklemmung und Schutzlosigkeit erzeugt.
Dann aber ist man mitten drin im Geschehen und ab hier flaut die Spannung merklich ab. Trotz des konsequenten Minimalismus macht der Film immer wieder Fehler, indem er vorhersehbare Passagen hoch zehn einstreut oder seine ewig gleichen Schocks (wahlweise "ich bin hinter dir und du weißt es nicht" oder "ich bin hier und stehe sinnlos rum, du guckst kurz weg und wupps bin ich weg") passend dazu im Zehnerpack anbietet. Hinzu gesellt sich ein Hauptdarstellerpärchen, das heillos überfordert ist und ein Ende, das, obwohl es nichts auflöst und damit im Grunde den ewigen Fehler vieler US-Slasher nicht wiederholt, so richtig doof ist. Macht zusammen
:liquid5:

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Beitrag von Cinefreak » 21.08.2010, 09:50

Also, ich kenne "Them", also das benannte frz. Vorbild, nicht.
Hab den Film gestern auf Pro 7 gesehen, lt. Schnittberichte um wenige Minuten verkürzt. Wegen dieser anderthalb Minuten habe ich mir aber nciht extra die DVD besorgt (Kosten-Nutzen-Rechnung ,)
Also zu dem was ich von dem Film hielt, soviel: Die ersten Minuten sind schnarchlangweilig und bewegen sich auf mittlerem Soap-Niveau. Ab dem Einsetzen der ersten Angriffs- und Bedrohlichkeitsszenen ist der Film recht packend inszeniert. Sehr clever und geradezu perfid böse fand ich....


WER DEN FILM NICHT KENNT SOLLTE HIER NICHT WEITERLESEN ODER ÜBER DEN ABSATZ DRÜBERFLIEGEN





...dass der Kumpel von dem Hauptakteur durch seinen Freund selber erschossen wird. Fand ich überraschend und irgendwie ziemlich shocking.




Auch das Ende war fies, insgesamt einer der besseren Angstmacher-Thriller..würde hier gen

:liquid6: - :liquid7: tendieren mit meiner Bewertung.
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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 04.12.2010, 15:23

Ich wahr wohl seinerzeit zu heiß auf den Film,
totale Enttäuschung IMO spannungsarmer Mist! :lol:

:liquid3:
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Beitrag von StS » 27.05.2018, 12:51

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"the Strangers: Opfernacht" ("the Strangers: Prey at Night")

So... nach stolzen 10 Jahren sind "Dollface", "Pin-Up Girl" und der "Man in the Mask" nun doch noch zurückgekehrt. Statt Bryan Bertino führte dieses Mal Johannes Roberts Regie. Herausgekommen ist dabei ein recht konventioneller "Slasher" mit nicht allzu hoher "Halbwertszeit", der aber dennoch einige effektive Momente zu bieten hat...

Zur Kritik geht´s hier bzw. hier.

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Beitrag von freeman » 28.05.2018, 15:21

Schöne Kritik @ Stefan. Ausführlicher werde ich um den Kinostart herum, will aber an der Stelle schonmal hervorheben, dass ich den Score/Soundtrack mehr als nur "solide" fand. Über weite Strecken ist der imo schwer genial. Auch wie da bekannte Songs verzerrt werden, beschleunigt, verlangsamt, eben immer so, dass es zu der jeweiligen Szene passte, das war schon irre. Da entstehen einfach großartige Momente. Der absolute Hammer ist die im Trailer andeutungsweise zu sehende Szene mit der brennenden Karre auf der Brücke. Da hatte ich ne Gänsehaut, so genial greifen da Musik und Bilder ineinander.

In diesem Sinne:
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Beitrag von StS » 29.05.2018, 13:46

Hmmm... auf den Score achte ich beim Sichten der "Unrated" dann mal genauer. Im Kino war er mir nicht so deutlich aufgefallen - die Songauswahl (samt ihrer Einbindung) war da schon markanter. Und zu der von Dir erwähnten Szene: Ja, die ist an sich echt cool - aber leider genau in der Phase, als der Film gerade mitten im Jump über den Shark steckt. Quasi Jason drives Christine to the Texas Chainsaw Massacre. Die Unzufriedenheit auf Seiten des Publikums war beim FFF in der Phase deutlich spürbar, da der Film nach Auftauchen des Cops kurz zuvor einfach nur noch (u.a. Klischee-mäßig) "drüber" ging...

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Beitrag von freeman » 29.05.2018, 15:00

Jupp, das sehe ich ähnlich. Finde den im Übrigen aber dennoch besser als den Vorgänger. Der hat bei mir bei einer erneuten Sichtung noch einmal verloren.

In diesem Sinne:
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Beitrag von freeman » 20.06.2018, 15:12

Meine Kritik zu Teil 2 gibbet jetzt an bekannter Stelle.

Kritik zu "The Strangers: Opfernacht"

Dazu ein Gewinnspiel, bei dem knallharte Kopfnüsse wie diese geknackt werden müssen:

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Welcher Film das wohl ist?

Zum Gewinnspiel über einen 50 Euro-Gutschein

In diesem Sinne:
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Re: the Strangers + the Strangers: Opfernacht

Beitrag von Vince » 03.03.2019, 13:59

The Strangers - Opfernacht
Von einem modernen Klassiker würde man bei "The Strangers" nun nicht gerade sprechen wollen, aber Writer-Director Bryan Bertino wusste immerhin, wie man das Gefühl der Angst in den eigenen vier Wänden auf die reine Essenz des Terrors reduzieren musste. Auch wenn seither viele Jahre ins Land gezogen sind, so stammt zumindest das Drehbuch wieder von Bertino. Das schürt die Hoffnungen auf eine Wiederholung des effektiven Kammerspiels, das wenig Dialog, Handlung, Musik oder Ausleuchtung benötigte, um den maximalen Effekt zu erzielen. Und es wird zur Wurzel der Enttäuschung, als man zu realisieren beginnt, dass "The Strangers - Opfernacht" ein Rückfall ins Zeitalter der kreischenden Opferlämmer ist, die fortlaufend falsche Entscheidungen treffen.

Minimalistisch fällt immerhin das Ausgangsszenario aus. Eine Kleinfamilie bestehend aus den Eltern und zwei halbwegs erwachsenen Kindern steht auf der Speisekarte der Maskenträger, deren Beweggründe erneut völlig im Dunkeln gelassen werden. Abgesehen von einer müden Prologsequenz nach Schema F, in der ein älteres Ehepaar in die Mangel genommen wird, bleibt es bei dieser überschaubaren Konstellation; Bertino plant seine Szenarien offenbar am liebsten unter einer Käseglocke mit wissenschaftlicher Freude am Sezieren. Die Variation erschöpft sich darin, dass das Haus als klassischer Home-Invasion-Schauplatz gegen einen fast menschenlosen Trailerpark getauscht wird, der als Spielkarte für etliche Verfolgungsjagden im Schein der Straßenlaternen dient. Die Mechanik ändert sich dadurch kaum. Noch heute erinnert man sich an diese eine Szene, in der Liv Tyler im Vordergrund des Bildes zur Kamera gerichtet ist und im hinteren Bereich reglos ein Eindringling mitten in der Wohnzimmerdekoration steht. Nun wird eben auf offenen Wiesen herumgestanden, suggerierend, dass die Offenheit des Raums nur ein Trugschluss ist; am Ende, so will es das Drehbuch, gibt es ja ohnehin kein Entkommen vor der direkten Konfrontation.

Wenn man will, kann man in "The Strangers 2" einen brauchbaren Neo-Slasher sehen: Er weiß immerhin ein, zwei Überraschungen und unheimliche Momente zu erzeugen (das beharrliche Klingeln an der Tür) sowie atmosphärische Bilder zu schaffen (die in Neonlicht getauchte Freibadszene, das brennende Auto auf der Brücke). Irgendwie erwartet man aber doch mehr als eine Familie, die sich bei den ersten Anzeichen von Bedrohung gleich trennt, die - Achtung, kleinere Handlungsdetails werden im nächsten Halbsatz verraten - selbst in einen Tatort eindringt, anstatt die Polizei zu rufen, die gesammelt das komplette Arsenal an Smartphones einfach auf der Küchenzeile vergisst. Es ist diese Art von Familie, die sich ihr Schicksal durch endlose Dummheit redlich verdient und es im Umkehrschluss nicht schafft, sich die Empathie des Zuschauers zu erarbeiten. Die kurzen Momente der absoluten Befriedigung, wenn sich das Blatt mal zugunsten der Gejagten wendet, kommen nicht zustande, weil sie einem ans Herz wachsen würden, sondern eher wegen der durchaus verstörenden, aus reinem Nihilismus handelnden Psychopathen.

Die können allerdings den Handlungsverlauf offenbar auch nicht so recht lenken, denn das Drehbuch schafft es irgendwie, von einer Klischeesituation in die nächste zu poltern, ohne auch nur eine davon angemessen als Klischee auszuweisen. Dieses Muster zieht sich bis in den Epilog hinein, der auf Teufel komm raus unbedingt noch einen letzten Surprise-Effekt aus dem Hut zaubern möchte. Party-Slasher können Spaß machen, gerade weil sie so vorhersehbar sind; doch "The Strangers 2" ist Regression, die wirklich unangenehm anzusehen ist.
:liquid4:

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