Black Tiger

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
Antworten
Benutzeravatar
Ed Hunter
Action Fan
Action Fan
Beiträge: 2651
Registriert: 15.10.2007, 18:02

Black Tiger

Beitrag von Ed Hunter » 06.12.2008, 00:48

Black Tiger - Good Guys Wear Black

Bild

Originaltitel: Good Guys Wear Black
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1979
Regie: Ted Post
Darsteller: Chuck Norris, Anne Archer, James Franciscus, Lloyd Haynes, Dana Andrews, Jim Backus, Lawrence P. Casey

Trefflich lässt sich als Indiz für die Qualität eines Chuck-Norris-Films gewöhnlich die Konstitution seines Bartes auswerten – während Braddocksche Gesichts-Vollbehaarung zumeist für spaßigen Krawall bürgt, charakterisiert die 70s-Rotzbremse eher unterdurchschnittliche Trashkrimis. Zu diesen gehört auch das 79er-Werk „Black Tiger“ aka „Good Guys Wear Black“, dessen Regisseur Ted Post immerhin Klassiker wie „Hängt ihn höher“ und das erste „Dirty Harry“-Sequel „Callahan“ vorweisen konnte, hier aber genauso wenig herausragende Arbeit leistet wie der Rest der an der Produktion Beteiligten: Als actionarmes Thrillerchen ist der auch unter dem Alternativtitel „Black Fighter“ firmierende Streifen nur eisernen Norris-Fans wirklich ans Herz zu legen.

Bild
The roof...the roof...the roof is on fire

Der Auftakt greift dabei noch vielversprechend zum Kult avancierten Norrisschen Rollenschemata der 80er-Jahre vorweg: Als Special-Forces-Leader John T. Booker soll er zusammen mit seinen Jungs in Gefangenschaft befindliche Kameraden gegen Ende des Krieges aus Vietnam raushauen und darf somit fleißige Braddock-Vorarbeit leisten, ist der Auftakt in der grünen Hölle jedoch abgehakt, wandelt sich „Black Tiger“ zum herkömmlichen, in den USA angesiedelten Verschwörungskrimi: Einst wurde Bookers Mission nämlich verraten, weder die gesuchten Gefangenen noch die rettenden Helikopter befanden sich am Einsatzort und die Einheit musste sich zu Fuß den Rückweg erkämpfen. Wie sie das schafft, thematisiert der Film lieber nicht, sondern springt kurzerhand 6 Jahre weiter, um die Schatten der Vergangenheit unseren Protagonisten einholen zu lassen: Nach und nach fallen die ehemaligen Special-Force-Mitglieder, die an der fingierten Operation beteiligt waren, hinterhältigen Attentaten zum Opfer – mithilfe einer undurchsichtigen Journalistin geht Booker, der selbst mit auf der Abschussliste steht, der Sache auf den Grund und stößt bei seinen Nachforschungen bis in höchste Regierungskreise vor…

Bild
Wenn dir mal wieder die Luft wegbleibt - Airwaves!
Bild
Es lebe der Sport!

Originalität des Drehbuchs kann man „Black Tiger“ somit nicht gerade als Qualität anrechnen – aus Actionfilm-Standardaufhängern zusammengeklaubt, kaum spannend, kaum wendungsreich und aufgrund des alsblad vorherrschenden Actionmangels gerade auch als Aufhänger sein Ziel verfehlend präsentiert sich der 08/15-Plot als halbwegs solide unterhaltende, aber mäßig aufregende Angelegenheit, die sich von einem Attentat zum nächsten hangelt und Norris in der Hauptsache misstrauisch in die Gegend gucken und nachforschend durch die Staaten reisen lässt.

Abgesehen von zwei, drei, äußerst kurzen, teils aber immerhin recht cool aufgezogenen Kickereinlagen und dem halbherzigen Ansatz einer Schneemobil-Hatz lässt sich dabei unter völligem Fehlen eines Showdowns lediglich der Vietnam-Auftakt als nennenswertes Actionhighlight anführen: Hier brennt zwar vergleichsweise ausführlich der Busch, fackeln die Pyrotechniker effektvoll ein Bambushüttenlager ab und finden sich ansatzweise überzeugende Shootout-Choreografien, neben der Drive vermissen lassenden, etwas statischen Inszenierung dämpfen jedoch in der Hauptsache die rekordverdächtig unatmosphärisch eingefangene Location, die mehr wie das nächstbeste Waldstück denn der vietnamesische Dschungel wirkt, sowie die Tatsache, dass der Produktion zeitweilig die Beleuchter davongelaufen zu sein scheinen, den Spaß. In Sachen Atmosphäre vernachlässigt Post seinen bieder inszenierten Film ohnehin recht konsequent, allenfalls ein aus heutiger Sicht präsenter Retro-Charme kann dem Streifen attestiert werden. Selbst in dieser Hinsicht sind andere, trashiger angelegte Norris-Vehikel der Spät-70er/Früh-80er-Prä-Cannon-Ära jedoch weitaus überzeugender.

Dass es vom Karate-Stoneface keine schauspielerischen Glanzleistungen zu erwarten gilt, ist ohnehin kein Geheimnis, der unästhetische 70er-Jahre-Schnurrbart-Look beraubt Norris darüber hinaus aber leider zusätzlich jeglichen Anflugs von Coolness und evoziert eher unfreiwillig komische Effekte, während dem Co-Cast allenfalls solide Leistungen attestiert werden können. Auch der schwache Score reißt in „Operation Black Tiger“ leider keine Bäume aus.

Bild
So sehen Helden aus.
Bild
Luftraum gefährdet.

Fazit: In guter Gesellschaft des allgemein reichlich durchschnittlichen Norrisschen Schaffens der späten 70er erweist sich „Good Guys Wear Black“ aka „Black Tiger“ als vergleichsweise actionarmer und ausgetretenen Standard-Plotpfaden folgender 08/15-Krimi mit einigen netten Momenten und halbwegs solidem Unterhaltungswert, der sich aber nicht eben als Highlight der Filmografie des Karateweltmeisters präsentiert.

:liquid4:

Eine ungekürzte deutsche DVD ist zu haben.

Bild
Chuck schauspielert.
All we are is dust in the wind.
Bild
Mein Filmtagebuch

Benutzeravatar
kami
Action Experte
Action Experte
Beiträge: 5054
Registriert: 10.06.2006, 17:39
Wohnort: Leipzig

Beitrag von kami » 06.12.2008, 11:42

Hab den letztens im Anschluss an die Tele 5-Chuck-Doku im Rahmen der "Wir lieben Kino!"-Reihe geschaut und war not amused. Selbst die Eröffnungsballerei ist eher unterdurchschnittlich, ansonsten gibt´s wirklich vernachlässigbar wenig Action, neben einigen netten Kicks kann auch eine hochgradig undynamisch eingefangene Skiverfolgungsjagd das Kraut wahrhaftig nicht fett machen. Chucks Schnauzer sieht zum Kotzen aus, grotesk sind die kunterbunten Skianzüge, Chuck trägt einen babyblauen, sein Kumpel einen quittegelben.
Abgerundet wird diese filmische Schnarchtablette von einem übelkeitserregenden Soundtrack, der schon nach kurzer Zeit gehörig auf den Sack geht.
Daumen runter und weg damit!!!

Benutzeravatar
McClane
Action Experte
Action Experte
Beiträge: 6943
Registriert: 07.10.2007, 15:02

Beitrag von McClane » 06.12.2008, 12:53

Fand den auch schnarchig, wenngleich die Anfangsballerei in Vietnam in meinem Augen noch ganz OK war. Ansonsten ein Pseudo-Politthriller nach Schema F, selten spannend und mit dicksten Logiklücken (gefährdete Personen werden von einem lächerlichen Chauffeur geschützt usw.). Zudem ist das Finale unschön kurz und unspektakulär, kaum zu glauben, dass Anne Archer solche Filme mal nötig hatte. Für die Nam-Ballerei und ein paar nette Fights von mir noch wohlwollende

:liquid3:,5
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 54927
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Beitrag von freeman » 02.09.2010, 09:13

Der war wirklich gar nix. Sobald der Soundtrack begann, musste ich Mute schalten, das war wirklich, als wollten meine Ohren Selbstmord begehen :lol: und zum gebotenen Treiben passte die Mucke eh null. Die Story ist gar net mal so verkehrt, wird aber extrem verschlafen aufgezogen. Die Action ist unglaublich hüftlahm und steif abgefilmt. Norris sieht absolut übel aus, seine Kontrahenten stehen ihm in nichts nach, Anne Archer mit ihren aufgemalten Augenbrauen war auch schrecklich anzusehen. Witzig war die Vorwegnahme des Missing in Action II Endfights mit Soon-Tek Oh. Den Dropkick sollte er ja bald nochmal spüren :lol: ... Ansonsten wirklich ganz übel inszenierte Gülle.
:liquid2:

In diesem Sinne:
freeman
Bild

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast