Daylight

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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djoli
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Daylight

Beitrag von djoli » 29.09.2005, 23:25

Daylight

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Originaltitel: Daylight
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1996
Regie: Rob Cohen
Darsteller: Sylvester Stallone, Amy Brenneman, Vigo Mortensen

Tja, die gute alte Schulzeit da hatte man noch keine Probleme mit Frauen und so einem Quatsch. Es gab nur 2 wirklich wichtige Themen :
Fußball und wann kommt der nächste Film von unseren Helden Schwarzenegger, Stallone usw.
Eines Tages erzählte ein Kumpel mir das Stallone einen neuen Film dreht und es soll ein Knaller Katastrophenfilm werden. Da freute ich mir schon einen Ast ab.
Eines Tages sah ich den ersten Trailer im Kino und war einfach nur begeistert.
Nach einer kurzen Einführung, wird zu einer genialen klassischen Musik eine geile Szene nach der anderen gezeigt.
So genug von den alten Zeiten, worum geht’s in dem Film?
Manhattan verbindet ein unterirdischer Tunnel mit New Jersey, in diesem fahren tausende Pendler zur Arbeit und wieder heim. Eines Tages wären sie aber wohl lieber über die Brücke gefahren. Eine Gruppe Diebe rast auf der Flucht vor der Polizei ungebremst in einen Laster, zu dumm für alle im Tunnel, das dieser Lkw und noch 2 weitere hochexplosiven Giftmüll geladen haben. Der Tunnel geht in einer der gewaltigsten Explosionen der Filmgeschichte zum Teil in die Luft. In der Mitte des Tunnels überleben jedoch einige Menschen.
Hier kommt der Auftritt von Superman Stallone, nach einigen hin und her mit den Verantwortlichen, seilt sich der Ex Katastrophen Chief von NY ab in den Tunnel. Das Ganze durch 4 gigantische sich drehende Ventilatoren (!) Knaller Szene!
Danach wechseln sich sehr emotionale Szenen, die einem echt zu Herzen gehen, mit gigantischen Actionszenen mit jeder Menge Explosionen und Krawall.
Genau das ist denke ich mal was man sehen will, wenn man sich einer Film dieser Art ansieht. Meiner Meinung nach ist dies einer der besten seiner Art, weil eben nicht nur Krawall bietet sondern auch emotionale Szenen hat, die einem doch mal die eine oder andere Träne in die Augen treiben. Sein großen Teil trägt auch der Klasse Score von Randy Edelman dazu bei.
Die DVD bietet ein gutes Bild und einen Wahnsinns Sound, andauernd Explodiert was, verbiegt sich, kracht runter. Ein sehr räumliches Erlebnis mit einigen kräftigen Bassschlägen.

Fazit : einer der besten Katastrophenfilme ever, auf einer technisch sehr guten DVD.
Als Extras gibt es nur einen Trailer, aber es ist genau der den ich mit offenem Mund, damals in der guten alten Zeit, im Kino sah.

:liquid8:

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Sir Jay meint:

Der arme Stallone. Haut sich in den letzten Jahren dauernd durch relativ unauffällige Filme, die ihm einfach zu keinem Combeback verhelfen wollen. Den Anfang dieses Kapitels, welches er mit er mit längst überfälligen und überflüssigen Fortsetzungen zu seiner Rocky- und Rambo-Franchise beenden will, schrieb "Daylight".
Oder war Daylight nicht eher das Ende seiner glanzvollen Karriere?
Jedenfalls ein sehr umstrittenes, und nicht gerade in alle Höhen gelobtes Werk des Meisters.
Was kann man also bei einem Film mit TopStar Besetzung und einem namenhaften Künstler am Regiestuhl (Rob Cohen - "Dragonheart", "Dragon - Bruce Lee story")großartig schief gehen?
Nun wenn man es wie hier mit einem Katastrophenfilm zu tun hat, entweder gar nichts, oder eine ganze Menge.
Man kann alles ordentlich inszenieren, die Schauspieler wunderbar agieren lassen, einen packenden Soundtrack reinpacken, und fertig ist der große Filmspass...
Andererseits kann man aber auch zu sehr an dem bewährten Katastrophen-film Konzept verharren, und so aus dem Film ein kitschiges, patriotisches, naives und vor allem stereotypes 08/15-Werk machen...

Also muss hier nun jedenfalls irgendetein gewaltiges Ereignis ins Drehbuch gebracht werden, welches sich nachhaltig auf den Film auswirken soll.
Hier ist man auf die Idee gekommen einen Tunnel einstürzen zu lassen, mit einigen Überlebenden darin, die nun befreit werden müssen.
Da rasen also nun einige Autodiebe wie Vollidioten durch den Tunnel, und weil sie zu dämlich zum Autofahren sind, knallen sie in einen Laster mit hochexplosiver Giftgas-Ladung, und das erzeugt eine sehr gewaltige,eindrucksvolle, hyperkrasse Rießenexplosion, die nur so durch den Tunnel fegt, alles in Schutt und Asche zerlegtund schließlich den Tunnel an zwei Enden zum Einsturz bringt, sodass die verbliebenen Überlebenden in diesem Bereich eingeschlossen sind.

Nun gilt es diese zu Retten, und da kommt die bereits eingeführte Charakter-Rolle von Stallone ins Spiel.
In einer typischen "Star-taucht-auf"-szene wird Stallone vorgestellt.
Man sieht ihn von hiten, als Taxifahrer gerade mit zwei Fahrgästen quatschen, als er dann plötzlich sein Gesicht zur Kamera dreht, und jeder Hardcorefan hemmisch grinst und begeistert mit dem Finger auf den Bildschirm zeigt und ruft "DA isser ja endlisch!!"

Und da knallt es auch schon, Stallone sieht entsetzt der Explosion am Tunnel-Anfang entgegen und erkennt sofort die Notlage als er schnell zu den nächsten Verletzten und brennenden Opfern läuft und diese mit all seiner Hilfe versorgt.
Man könnte fast meinen, das wäre überzogen heldenhaftes Verhalten eines Otto-Normalbürgers, doch in den nächsten Minuten stellt sich heraus, dass Kit (Stallone) einst Einsatzleiter eines Rettungs-Teams war. Da bei diesem Fall einige Leute ums Leben kamen und ihm (wie sich später natürlich herausstellt, unberechtigterweise) die Schuld zugeschoben wurde, wurde er suspendiert, und schafft so als Taxifahrer.
Nichts desto Trotz, versucht er dem gerade eingetroffenen Einsatzkommando mit Rat und Tat zur seite zu stehen, doch keiner will was von ihm hören.
Schließlich meldet sich Kit als einzigen Freiwilligen, der versucht die Opfer aus dem Tunnel rauszuholen...

Eine ordentliche Storyline mit einigen kleinen Überraschungen und zusätzlich mit einigen geeigneten Stellen für Krach-Woom-Szenen.
So fängt das dann mit einer ziemlich spannenden und mitreißenden Szene an, in der sich Sly unter Zeitdruck durch 4 langsam anlaufende Luftturbninen quetschen muss. Die Lahmarschigkeit mit der sich der Alte dabei hingibt, trägt erst Recht dazu bei, dass man mit ihm mitfiebert, denn stellenweise ist ein "na los mach endlich, worauf wartest du????" einfach nicht zu vermeiden.
Nach weiteren spektakulären Stunts gelangt Sly endlich in den Haupt-Tunnel, versucht sich aus dem Kanalisationsloch zu quetschen, und die Eingesperrten Überlebenden jubeln auf, freuen sich über die kommende Rettung, wollen schon den Grillabend am Wochenende planen, als ihnen klar wird, dass da ja tatsächlich bloß ein Mann ist.
Wo ist der Rest? Soll das ein Witz sein? Ich fasse es nicht!! AAAAAAAAAARGH; HEUL HEUL WIR WERDEN ALLE STERBEN!

Das alles darf sich Sly nun anhören, obwohl er noch nicht ganz zu sich gekommen ist, nach dem ziemlich windigen Windkanal.
Und schon geht ihm der erste auf den Sack; ein Sträfling der sich für wichtiger hält, verbietet es Sly irgendwelche Befehle zu geben.

Doch nach dem allseits bewährten "10 kleine Jägermeister"-Prinzip kratzt hier einer nach dem anderen auf unterschiedlichste Weise ab, so auch der Sträfling.
Und nun werden die bereits am Anfang vorgestellten Charaktere, die sich nun im Tunnel befinden etwas genauer unter die Lupe genommen, und schon baut sich das erste Misstrauen gegenüber Kit Latura auf, da dessen Vergangenheit ans Tageslicht (hehe) gerückt ist.
Dennoch will Kit mit etwas Sprengstoff nun ein Wasserloch schließen und da gibts auch schon wieder die nächste hübsche Explosion.
Nun macht der Film weiter mit weiteren spannenden Lückenfüllern, wie die Rettung des Polizisten vor dem Ertrinken, Sly's umhersuchen/schwimmen nach einem Ausgang und schließlich noch das finale Ka-boom.

Hm das wars auch schon. Der Film ging ziemlich schnell vorbei. Soll heißen er war ziemlich kurzweilig. Der Film kommt schnell zur Sache, und baut bis zum Ende einen soliden Spannungsbogen auf, der durch den Einsatz von Stallone hier und da auch ordentlich gespannt wird.
Sly Stallone hat nun mal Ausstrahlung und spielt hier obendrein auch noch einen super heldenhaften Alles-Retter, der immer erst an andere denkt (selbst Hunde), bevor er sich um seine eigene Haut scheert.
Das macht ihn zwar super symphatisch, aber es ist dennoch so oder so überzogen wie allbern, wenn gerade bei einer big suspense Szene in der es ordentlich zu krachen droht, Sly zur Frau ruft "LAUFEN SIE WEG", diese entsetzt fragt "was ist mit Ihnen??????" und er schließlich wutentbrant "ZUM TEUFEL MIT MIR" brüllt.
ROFL!!!
Und dann werden wir auch noch Zeuge eines Anmache versuchs. Zwei Teenager hocken in diesem Tunnel und müssen wahrscheinlich sterben, doch der Kerl denkt gerade mit dem Schwanz und fragt, ob er die Olle nichtmal anrufen kann, wenn das alles hier überstanden ist. AAAARGH

Und an der alleinstehenden Braunhaarigen ist auch ganz klar und deutlich ein "Love interest for Sly!" auf der Stirn eingraviert. Auch wenn sich die beiden im Film nie näher kommen, man sieht dass da was am Laufen ist, und welch überraschung, beide sind am Ende die letzten Übrigen, die noch schnell einen Weg nach draußen finden müssen.

Das gelingt durch eine sehr schöne Wasser-explosions-Szene, die im wahrsten Sinne des Wortes mitreißend ist. Und das sind eigentlich alle Szenen in denen sich kinetisch irgendetwas tut.
Allerhöchstens wäre die gelungende Startexplosion zu bemängeln, da sie leider auch etwas von unausgereifter CGI-Technologie zeigen lässt.

Bei Daylight handelt es sich also um ein durchgehend spannendes und einwandfrei inszeniertes Vehikel, welches einen ordentlichen Beitrag zum Thema "Katastrophenfilm" darstellt. Sly ist zwar etwas blass und zu ernst, aber auch grundsymphatisch und ein Charakter mit dem man mitfiebert. Der Rest des Darsteller Ensembles macht die Sachen mehr oder weniger ganz überzeugend, obohl vieles von dem Gekreische und Gejammere höllisch auf die Nerven gehen kann. Einige Dialogszenen mögen für den Plot kaum von Interesse sein, langweilen aber nicht von der Stelle weg, und bevor sich wirklich so etwas wie Langeweile auf tut, passiert wieder was und Sly hat irgendeine Idee das aktuelle Problem zu beseitigen.
Der Film ist gute Unterhaltung und kann sich auf jedem Filmabend mal sehen lassen, wenn man nur in Stimmung für solch einen Film ist, denn als Katastrophenfilm macht er eine verdammt gute Figur.
:liquid8:
Vielleicht war das Pulver feucht...
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Beitrag von freeman » 29.09.2005, 23:56

Sehr fein .. rock on Oli! Als ich den Film im Kino gesehen habe, habe ich auch nur gedacht, warum wird der überall so gebasht. Klar, er fährt alle Klischees auf, die man sich vorstellen kann, aber er unterhält prächtig! Und Amy Brenneman is auch ne verdammt hübsche!

Einer der Verbrecherkiddies vom Anfang is übrigens Slys Sohn Sage Stallone!

In diesem Sinne:
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Beitrag von djoli » 30.09.2005, 00:00

Manche Kritiker haben einfach keine Ahnung von guten Filmen. :wink:
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Beitrag von freeman » 30.09.2005, 00:03

Ja genau wie bei dem neuen Film von Regisseur Rob Cohen, wo einem auch alle einreden wollen, der wäre schlecht, dabei is der nur phat. Wie hieß der nochmal? Achja Stealth ... ;-). Die Kritik muss hier auch noch nei ... egal wer meckert ;-)

In diesem Sinne:
freeman

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Beitrag von djoli » 30.09.2005, 00:04

Den werde ich mir auch mal geben. Bisher fand ich alle Filme von Cohen gut, ja sogar xXx. :wink:
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Beitrag von freeman » 30.09.2005, 00:09

Hm, na dann nei in das Ding! Mir gefielen xXx und Fast and Furious nicht wirklich und ich liebe Stealth irgendwie ... Das is dann sicher nen willkommenes Fressen für dich.

Nacht Oli!

In diesem Sinne:
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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 26.05.2006, 11:07

Ach schau an, der ist von Cohen ;)

:liquid5:
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Beitrag von Samir » 26.05.2006, 20:06

also ich muss sagen ich fand den auch sehr gut, weiß auch nicht warum der von vielen runter gemacht wird, ist imo ein extrem spanneder Film

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Beitrag von Carcass77 » 26.05.2006, 20:42

Ich finde den auch klasse, hat eine

:liquid7:

verdient...

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Beitrag von Sir Jay » 27.07.2006, 01:37

mir is langweilig, also schreibe ich mal auch'n Review :)
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das ihr oben unter Olis Review findet ...

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Beitrag von Andy Lau » 24.07.2007, 10:19

Wow, hatte den garnicht so gut in Erinnerung ! Hab den damals beim Erscheinen der Videokassette aus der Videothek ausgeliehen und war eher nicht so begeistert, wollte ihm aber nach 10 Jahren nochmal ne Chance geben und hab mir die DVD für nen Schnäppchenpreis besorgt.
Die Explosion , welche den Tunnel erschüttert, ist auch aus heutige Sicht klasse umgesetzt und bringt das heimische Wohnzimmer ganz schön zum Beben. Nebst dieser Szene , hat mir besonders Sly´s "Einstieg" durch das Ventilatorensystem sehr gut gefallen und mich gebannt in die Couch gedrückt. Zudem stimmt die Atmosphäre während der gesamten Laufzeit und lässt den Film keine Sekunde langweillig erscheinen. Die :liquid8:
sind auf jeden Fall hochverdient!
Lache und die ganze Welt lacht mit Dir,
weine und Du weinst allein.

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Beitrag von LivingDead » 24.07.2007, 10:32

Ohja, da hatte ich damals auch mal meine Gedanken niedergeschrieben... ;)


11 Jahre nach Kinostart des Filmes kann man faktisch behaupten, dass „Daylight“ Sly Stallones letzten wirklichen Actionkracher darstellte. Zwar meldete er sich mit „Rocky Balboa“ noch einmal schlagkräftig zurück, doch bleibt es mehr als zweifelhaft, ob er mit dem kommenden „Rambo IV“ erneut an alte Erfolge anknüpfen kann. Erste Bilder der Dreharbeiten zeigen zumindest einen erschreckend gealterten Stallone, den man sich in einer erneuten Rolle als Actionstar nur schwer vorstellen kann… Erfreuen wir uns deshalb an seinen guten, alten Streifen, in denen er den eisernen Actionhelden noch glaubwürdig mimen konnte.

Rob Cohen (Gerade in der Pre-Production zum 3. Teil der Mumie) tat sich gut daran Stallone mit an Bord zu holen, denn die Story an sich bietet nichts, was man so oder so ähnlich schon einmal gesehen hat. Auch das Drehbuch ist mehr als simpel gestrickt und verpasst den stereotypen Charakteren (Hier ist wirklich alles vorhanden: Vom Knacki bis zum Fernsehschnösel) äußerst eindimensionale Dialoge, welche dem Zuschauer, eher unfreiwillig, mehr als einmal ein Schmunzeln abverlangen. Stallone wirkt hier wie ein Fels in der Brandung, auch wenn Cohen des Öfteren, oftmals etwas zu offensichtlich, versucht, Sly als „Menschen“ darzustellen, der, genau wie alle anderen Akteure auch, mit der Katastrophe kämpfen muss. Nichtsdestotrotz nimmt man ihm den Typen einfach ab – wenn auch nur, weil man ihn halt als „Rambo“ kennt.

Doch genug kritisiert, denn wir haben hier kein ernstzunehmendes Drama, sondern einen Actionfilm. Und ein Actionfilm braucht was? Richtig: Action! Und Regisseur Cohen versteht was von Action und serviert uns hier einen erstklassigen Achterbahntrip, der von der unglaublich spektakulären Explosion zu Beginn, dem genialen Einstieg durch die Belüftungsschächte in den Tunnel, bis hin zum „Superknall“ zum Schluss so ziemlich alles bietet, was das Actionherz begehrt. Langeweile kommt hier zu keinem Zeitpunkt auf, denn den ganzen Film über knallt, zischt, dampft und verpufft irgendetwas, sodass die knapp 110 Minuten schneller um sind, als man glaubt.

Immer noch einer meiner liebsten Filme von Rob Cohen und einer der letzten wirklich großen Kracher von Stallone. Möge er mit „Rambo“ noch einmal zu alter Form finden… auch wenn ich leider keine allzu großen Hoffnungen mehr hege.
:liquid6: mit der Tendenz zur 7
Mit freundlichem Gruß
LivingDead

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Beitrag von C4rter » 07.02.2010, 10:47

Mitte der neunziger Jahre war das Revival der Katastrophenfilme. Die CGI war soweit entwickelt das glaubhafte Effekte möglich waren und somit wollte Hollywood ein wenig die Muskeln spielen lassen. Mit "Twister", "Volcano", "Dante's Peak" oder eben "Daylight" wurden direkt mehrere, alle ähnlich erzählte Filme aber eben mit verschiedenen Katastrophen in die Kinos gebracht. Die Charaktere waren meist sehr platt und die Filme zeichneten sich neben den tollen Effekten vorallem durch gute Action aber auch einen guten Schuss Witz und Ironie aus.
Auch "Daylight" beginnt mit einer sehr gut getricksten und auch heute noch toll aussehenden Feuerwalze in einem Tunnel. Aber schnell nimmt der Filmspaß ab. Weitestgehend witz- und ironiefrei wird der Film in den ruhigeren Passagen schnell träge und eintönig. Zwar würden Gags im Stile von "Twister" auch nicht so ganz in den Film reinpassen, aber der Film nimmt sich trotzdem etwas zu ernst. Auch die Actionszenen im beschränkten Tunnelsetting sind im folgenden meist eher unspektakulär geraten. Sylvester Stallone macht eine guten Job als Actionheld, die meisten der anderen Darsteller überzeugend da weniger, sind aber auch lediglich als "Opfer" zu sehen die Stallone retten muss.
"Daylight" ist eher am unteren Ende der Katastrophen-Hitliste anzusiedeln. Zu beschränkt ist das Setting und zu eintönig die Action und die gesamte Story. Insgesamt nur eine knappe:

:liquid6:

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Beitrag von McClane » 07.02.2010, 17:40

Bei der Erstsichtung fand ich den noch ziemlich gut, die Zweitsichtung bekam ihm dann weniger: Es rummst und kracht echt ordentlich, da kann man sich bei Rob Cohen kaum beschweren, doch zwischen den krawalligen Einlagen ist dann häufig gepflegte Langeweile angesagt: Reißbrettcharaktere, die man schon aus zig anderen Katastrophenfilmen kennt und mit denen man überhaupt nicht sympathisiert und ein Stallone, der müde seine "Cliffhanger"-Rolle aufkocht. Unlogisch anlegt als Part, wenig sympathisch als Figur, aber immerhin recht witzig anzusehen ist der Charakter von Viggo Mortensen, der beim Klettern die Pressekonferenz einberuft und die Rettungsaktion zur Firmensarnierung nutzen will. Nicht ärgerlich, in den Actionszenen fett, aber kein Kracher.

:liquid5:
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Beitrag von Cinefreak » 27.07.2010, 22:19

Habe den Film schon einige Male gesehen, definitiv einer der besten - ernsteren - Stallone-Kracher. Ich fand den echt gut, von der Besetzung, über die Handlung, die Fallen im Tunnel, alles sehr beängstigend und pyrotechnisch einwandfrei erzählt.
Allerdings hat der Film auch seine echt traurigen Momente, sehr einfühlsame Szenen

aus Sicht meiner bisherigen Sichtungen bekäme er jetzt

:liquid9:

Der beste Rob Cohen-Film ever. Wenig Längen, dramatisch, packend, gut

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Beitrag von Montana » 30.07.2010, 13:33

Man man, dass waren noch Zeiten xD. Als ich noch klein war, hab ich meine Eltern so lange zugeflennt bis sie den gekauft haben. Und das beste war, ich hatte keine Ahnung vom Film :lol: .

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Beitrag von John_Clark » 30.07.2010, 14:37

Montana hat geschrieben:Man man, dass waren noch Zeiten xD. Als ich noch klein war, hab ich meine Eltern so lange zugeflennt bis sie den gekauft haben. Und das beste war, ich hatte keine Ahnung vom Film :lol: .
Das waren noch die Zeiten, als man Montags für 11 Franken ins Kino konnte... :) Daylight damals zweimal gesehen. Grundsolider Film, mehr aber auch nicht.

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Beitrag von Cinefreak » 30.04.2012, 19:04

Also sorry, aber wie soll man bitteschön bei dem Film Ironie unterbringen? Zu in Flammen sterbenden Menschen und Dramatik hätte eine ironiereiche Inszenierung einfach nciht gepasst.
Und schwache Computereffekte? - Es mag sein, dass die Effektetechnik damals noch nicht ausgereift war, aber viele der heutigen Filme haben deutlich schwächere Effekte als DAYLIGHT. ;)
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