Wounded

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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freeman
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Wounded

Beitrag von freeman » 03.10.2005, 17:01

Wounded

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Diese Kritik wurde uns freundlicherweise von StS zur Verfügung gestellt ...

Originaltitel: Wounded
Herstellungsland: Kanada
Erscheinungsjahr: 1997
Regie: Richard Martin
Darsteller: Mädchen Amick, Graham Greene, Adrian Pasdar u. a.

A good hunter never leaves his prey wounded – but wounded prey is never to be underestimated…

In den unberührten Weiten der Rocky Mountains haben es sich die beiden Wildhüter Julie (Mädchen Amick – „Sleepwalkers“) und Don (Richard Joseph Paul – „Vampirella“), welche mehr als eine rein berufliche Partnerschaft miteinander verbindet, zur Aufgabe gemacht, die in jenem Gebiet ansässigen Bären mit Peilsendern zu versehen, um diese besser überwachen und erforschen zu können. Eines Tages entdecken sie an einem Fluss etliche Bärenkadaver, deren Innereien man fachmännisch entfernt zu haben scheint. Sogleich melden sie den Fund ihren Vorgesetzten, hegen jedoch nicht sonderlich viel Hoffnung auf eine angemessene Reaktion der Behörden – umso überraschender, als kurz darauf ein Team des FBI eintrifft und sich mit ihnen auf die Suche nach den Wilderern begibt.
Man sei den Leuten schon lange auf der Spur, erfahren sie von den Beamten, sowie dass sich das Geschäft mit Tierorganen zu medizinischen Zwecken zu einem äußerst lukrativen Geschäft entwickelt habe. Viel schlimmer jedoch: Die Täter nutzen die Peilsender der Tiere, um diese leichter aufspüren zu können. Es dauert nicht lange, bis das Team fündig wird – es scheint sich aber nur um einen einzelnen Wilderer (Adrian Pasdar – TV´s Jim „Profit“) zu handeln, der dazu noch bis an die Zähne bewaffnet ist. Es entbrennt ein Feuergefecht zwischen den beiden Parteien, in dessen Verlauf das Team nach und nach ausgeschaltet wird. Am Ende muss Julie gar miterleben, wie der Mann Don vor ihren Augen tötet, sie mit zwei Schüssen niederstreckt und zum Sterben im Wald zurücklässt…
Mit sehr viel Glück kann man sie jedoch rechtzeitig finden und im städtischen Krankenhaus das Leben retten, während der Killer (namens Hanaghan) ebenfalls (zum Verkauf der Ware) in die Stadt zurückkehrt, wo er von seinem inzwischen nervös gewordenen Mittelsmann erfährt, dass sein letztes Opfer allem Anschein nach überlebt hat. Um sein Geschäft zu retten, macht er sich umgehend daran, die Sache wieder „in Ordnung“ zu bringen…
Julie hat sich derweil stark in sich zurückgezogen, da sie sich für Dons Tod verantwortlich fühlt, und unternimmt schließlich gar einen Selbstmordversuch, bei welchem sie den ausgebrannten Polizisten Rollins (Graham Greene – „Sabotage“) kennen lernt, der ebenfalls in Behandlung ist. Mit seiner Hilfe lernt sie das Leben wieder zu schätzen – aber auch nur, um sich an Hanaghan rächen zu können. So kommt es ihr entgegenkommt, dass er sie ebenfalls aufspüren will – ein Katz-und-Maus-Spiel entwickelt sich, welches schließlich in einer direkten Konfrontation in den abgeschiedenen Wäldern der Rockys mündet…

„Wounded“ ist ein von Regisseur Richard Martin routiniert inszenierter B-Film, der gut zu unterhalten, wenn auch nicht zu fesseln vermag. Die Umsetzung ist unspektakulär, aber grundsolide, die (Haupt-) Darsteller können allesamt überzeugen: Mädchen Amick („Twin Peaks“) macht selbst mit kurzhaar-Frisur sowie in dem für sie ungewohnten Action-Thriller-Genre eine gute Figur, Adrian Pasdar (TV´s „Mysterious Ways“) verkörpert ihren eiskalten Gegenspieler mit der nötigen Ausstrahlung und Erscheinungsweise, Graham Greene („Dances with Wolves“) nimmt man den erfahrenen wie hilfsbereiten Cop, der amtsmüde dem Alkohol verfallen ist sowie sich davon erholt, dass er seinen Job mit der Zeit zu exzessiv ausgeübt hat, problemlos ab. Alle weiteren Darsteller ragen nicht wirklich hervor, was aber auch an ihren eher nebensächlichen Rollen liegt.

Was den Film etwas über den Durchschnitt hebt, ist dass er nie zu einer reinen Rachegeschichte verkommt. Zwar will Julie es Hanaghan auf jeden Fall vergelten, doch größtenteils eher abwartend, da sie genau weiß, dass er ebenfalls auf der Suche/Jagd nach ihr ist. Erst am Ende, als ihre Taktik auf tragische Weise misslingt, wechselt sie in eine aktive Position und nimmt die Verfolgung auf.
In vergleichbaren Produktionen ist es meist anders, da es dort eher gängig ist, nach einer kurzen Trauerphase des Opfers direkt zurückzuschlagen – doch hier dehnt sich Julies Leid bis hin zu einem Selbstmordversuch aus. Mit Hilfe von Rollins schafft sie es folgend, sich wieder in den Griff zu bekommen, nutzt die Freundschaft aber in gewisser Weise berechnend dazu aus, ihren Verfolger anzulocken.

Insgesamt ist die Inszenierung eher ruhig und zurückhaltend ausgefallen, obwohl es etliche Shootouts im Verlauf gibt. Regisseur Martin setzt dabei eher auf Suspense statt Action, und verzichtet so auf die Verlockung, Genre-typische Elemente wie Explosionen oder Autoverfolgungsjagden einzubauen, wodurch der Film quasi das Gegenteil jenes Werks darstellt, welches er ein Jahr zuvor inszenierte – nämlich „White Tiger“ mit Gary Daniels. Vor allem der Showdown kommt erfrischend zurückhaltend daher und artet nie in überzogener Weise aus.
Rund die Hälfte des Films (verteilt auf Anfang und Ende) spielt in den Wäldern der Rocky Mountains. Diese Szenen bilden die absoluten Höhepunkte – nicht nur, weil die grandiose Natur- und Landschaftskulisse einfach atemberaubend eingefangen wurde, sondern da sich jene Sequenzen positiv von den üblichen urbanen Umgebungen und Schauplätzen des Genres abheben. Der Mittelteil hingegen konzentriert sich eher auf Charakterzeichnungen sowie (etwas) psychologische Tiefe, verspielt dabei aber aufgrund der Dialog-lastigeren Art das aufgebaute Tempo. Zusätzlich bewegt sich die Handlung dort vor allem in konventionellen Gefilden (Julies Weigerung, mit den FBI-Leuten zu kooperieren, Psychoterror von Hanaghan etc), weshalb jener Abschnitt im Vergleich schwächer abschneidet, ohne dabei tatsächlich schwach zu sein.

Fazit: „Wounded“ ist ein gut inszenierter B-Film, der vor allem durch seine spannenden Jagden vor der beeindruckenden Naturkulisse der Rocky Mountains überzeugen kann.

Die deutsche DVD von Sunfilm präsentiert den Film in seiner ungeschnittenen Fassung.

:liquid7:

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McClane
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Beitrag von McClane » 11.12.2012, 09:12

Mag den auch gerne: Schöne Naturkulisse, stimmige Psychologisierung der Hauptfigur und ein Szenario, das sich erfrischend von den üblichen Cop- und Turniergeschichten im B-Actionbereich abhebt. Durchaus spannend, gerade das Belauern in den Duellen zwischen Wilderer und Beamten, allerdings sackt der Film im Mittelteil etwas durch, wenn er sich etwas zu sehr um die physische wie psychische Gesundung seiner Heldin kümmert und das Duell auf später vertagt - trotz der guten Ansätze in Richtung Figurentiefe ein kleiner Downer.

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