Foreigner, The

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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Foreigner, The

Beitrag von freeman » 03.10.2005, 23:04

The Foreigner - Der Fremde

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Diese Kritik wurde uns freundlicherweise von StS zur Verfügung gestellt ...

Originaltitel: The Foreigner
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2003
Regie: Michael Oblowitz
Darsteller: Steven Seagal, Max Ryan, Kate Fischer, Sherman Augustus u.a.

Steven Seagals „the Foreigner“ wurde nach dem Erfolg von „Exit Wounds“ fürs Kino produziert, endete aber schnell direct-to-video, da die Produktionsfirma selbst von dem Film nicht so recht überzeugt war – wirklich schlecht ist er jedoch nicht, er krankt nur an einer spannungsarmen Inszenierung und einer teilweise sehr platten Story:

Seagal ist Agent Cold, der ein geheimnisvolles Päckchen von Paris nach Deutschland bringen soll. Diese Ausgangslage bietet dann genug Raum für Verschwörungen, Schießereien und Explosionen, wobei die Wendungen in der Geschichte (Verrat durch Freunde und Regierung...) gar nicht mal schlecht sind. Max Ryan („Kiss of the Dragon“) spielt den Bösen gut, überlebt aber diverse Angriffe einige Male zu oft um glaubwürdig zu wirken – was uns wieder zum Drehbuch bringt:
Es gibt viel sinnlose (und in der Originalfassung recht harte) Gewalt und Action in Zeitlupe oder Zeitraffer (teilweise sehr nett anzusehen), doch die Story fesselt einfach nicht.

Seagal wirkt müde, hat aber nur wenige direkte Kampfszenen – ansonsten läßt er die Waffen sprechen, was seine etwas träge Präsenz wieder ausgleicht. Die Drehorte in Deutschland, Frankreich und Polen bieten Abwechslung zu typischen US-Actionfilm-Locations, wirken aber leider trübe im Vergleich.

Alles in allem ist „Foreigner“ ein netter B-Film, der leider aber durch seine B-Film-typische Inszenierung keine auffallenden Highlights bietet. Ein besserer Regisseur mit mehr Gespür für Tempo hätte dem Film gutgetan.
Zu empfehlen für Action- und / oder Seagal-Fans (deutlich besser als „Patriot“ oder „Ticker“!) ohne zu hohe Ansprüche.
:liquid5:

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John_Clark fügt hinzu:

"Exotische Schauplätze, explosive Spannung - der King of Action fesselt Sie in diesem atemberaubenden Thriller an Ihren Sitz" - So wirbt die Rückseite der DVD (Jahr 2002) "The Foreigner" für den Film. Na, hört sich doch gut an. Und da es sich um einen Steven Seagal-Film handelt, erwartete ich voller Freude einen Film voller Action, mit vielen gebrochenen Knochen, verdrehten Gelenken und einem Seagal in Hau-Drauf-Freude.

Inhalt:
Steven Seagal ist Jonathan Cold - knallhart und mit allen Wassern gewaschen. Wer sich in seine gefährliche Welt wagt, riskiert dabei sein Leben. Als Cold den Auftrag übernimmt, ein geheimnisvolles Päckchen von Frankreich nach Deutschland zu transportieren, gerät er in einen Strudel aus Politkorruption und Mord und muss gegen ein paar ausgesprochen rücksichtslose Typen antreten. Diese skrupellosen Killer sind offenbar zum Äussersten entschlossen zu verhindern, dass Cold das Paket bei seinem rechtmässigen Empfänger abliefert. Allerdings finden sie ziemlich schnell heraus, dass es keine gute Idee ist, sich Cold in den Weg zu stellen...

Was sich echt nach einem Seagal-Streifen mit halbwegs interessantem Plot anhört, stellt sich heraus als der Anfang vom Ende der grossen Kino-Ära des Steven Seagal. Hatte er ein Jahr zuvor noch sein erfolgreiches Kino-Comeback mit "Exit Wounds" abgeliefert und daraufhin auch noch "Half Past Dead" in einige Kinos bringen können, gehts jetzt als first release direkt auf die Silberscheibe.

Frankreich, Deutschland... Seagal goes Bond? Von wegen... es geht in die hintersten Ecken Polens - dort, zwischen alten Ruinen, Bauernhöfen und Polnischen Dörfern (welche dem Zuschauer als deutsche Stadt "Terminus" verkauft werden) geht es zur Sache. Naja.. zur Sache gehen ist so eine Sache... Da stampfen diverse Schauspieler mit der Ausstrahlung eines vorgestern geöffneten Biers durch die Gegend und labbern was über ein Paket - jemand stirbt - eine neue Gruppierung ist hinter dem Paket her - dann stirbt wieder jemand - dann kommt Seagal - wieder stirbt jemand ... jedoch viel Sinn macht das ganze nicht.

Speziell zu erwähnen ist eine Szene, in der der Killer Max sich in eine Villa einschleicht, das unschuldige Hauspersonal dezimiert, nur um anschliessend gemütlich trabend durch die Vordertüre wieder ins Freie zu gelangen - Sinn und Logik?? Hallo?? Wo bleibt ihr zwei?? Steven Seagal selbst wirkt in diesem Film alles andere als motiviert. Hat er doch schon in "GlimmerMan" (1996) ein kleines Bäuchlein präsentiert, dies jedoch für "Exit Wounds" wieder abtrainiert, präsentiert er uns nun schon ein grösseres Bäuchlein. Ja, sogar sein Markenzeiche, der Rossschwanz, der bei den Genickbrüchen immer so schön in der Gegend rumschwang, ist verschwunden und musste einer hässlichen Matte weichen.

Die Stärke alter Seagalfilme war die sogenannte Seagal-Formel, welche zwar nicht in allen guten Filmen Anwendung fand, jedoch eine Garantie für einen guten Seagalstreifen war. Nicht alle Formelgesetze müssen befolgt werden, jedoch die meisten - und dann ist ein ordentlicher Kracher eigentlich garantiert.

Die Seagalformel

Der Filmtitel muss aus 3 Worten bestehen (-> "Above the Law", "Marked for Death", "Out for Justice", "On Deadly Ground", "Hard to Kill", etc.). Seagal's Charakter muss entweder Cop/Ex-Cop, CIA/FBI-Agent, Navy Seal/Marine oder Koch sein. Storymässig muss jemand, der Seagal nahe steht, getötet, schwer verletzt oder in ärgste Gefahr gebracht werden. Das Filmcover muss Seagal mit einer Pistole im Anschlag zeigen.

Die Seagalformel wurde hier nur minimal befolgt. Steven ist mit Pistole im Anschlag auf dem DVD-Cover zu bewundern. Joa, und er war Freelance-Agent des CIA. Aber ansonsten war nichts Seagalmässiges in dem Film. Die Story war unklarer als die Stadionluft, wenn Basel auf Zürich trifft und es ist allgemein ein schlechtes Zeichen, wenn nach dem Ende eines Filmes zuerst mal die Augen gerieben werden, gegähnt wird und man sich fragt "hä, um was gings da eben? Warum musste Seagal den einen Typen viermal umbringen (hat ihn erschossen, erstochen, in die Luft gejagt - der stand immer wieder auf!)?"

Das gute Actionfilme oscarmässige Story's benötigen um wirklich gut zu sein, stimmt natürlich nicht. Die Story muss eher Simpel sein, Emotionen wecken und auf den Punkt kommen. Dies alles macht "The Foreigner" in keinster Weise.

Regisseur Michael Oblowitz (Mit Betonung auf Witz...) verdient eigentlich einen Tritt in den Hintern für diesen Film. Verwunderlich ist jedoch, dass sich der Film auf DVD extrem gut verkauft hat - was jedoch keinem von mir gelesenen Review/Rating entspricht, das von einer gesund-denkenden Person geschrieben wurde. Noch 2003 drehte Seagal mit Oblowitz als Regisseur seinen nächsten Film "Our for a Kill", der einen Zacken besser war, jedoch immer noch Meilenweit weg von einem ordentlichen Film.

Mit Foreigner gings mit Steven Seagal definitiv abwärts. Und bis jetzt schaffte es Steven Seagal nicht mehr, auch nur einen Film ins Kino zu bringen. Es folgten brutal grottige Filme ("Attack Force", "Shadow Man") und sogar eine Fortsetzung zu "The Foreigner" ("Black Dawn"), es gab einige Filme die einfach nicht genügend waren ("Today you die", "Submerged", "Flight of Fury", "Out of Reach"), kleine Lichtblicke ("Into the Sun") und einige Glanzlicher des B-Movies ("Mercenary for Justice", "Belly of the Beast", "Urban Justice"). Der Niedergang des Actionstars vom grossen Kino zur Silberscheibe kostete Mr. Seagal jedoch einiges, haben viele Fans, die sich jahrelang an den grossen Meister des Knochenbruchs gehalten haben, ihm nun endgültig enttäuscht den Rücken gekehrt. Verständlich zum einen - wenn Steven sich jedoch nun weiterhin an Filmen wie "Urban Justice" orientieren wird, kann er vielleicht einige Fans zurückgewinnen - und neue dazu.

Fazit: Wir sind gespannt, wie es mit Seagals nächsten Filmen weitergeht. "The Foreigner" jedoch gehört ganz klar auf eine "foreigne" Insel verbannt. Diesen Film empfehle ich nur meinen ärgsten Feinden. Benotungsmässig wäre eine 1 zu hart, da es tatsächlich noch grösseren Brunz gibt (siehe "Tell" oder "Joystick Nation")

:liquid2:

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Beitrag von SFI » 04.10.2005, 06:25

der ist noch mieser als out for a kill! Nehmt die rosa Brille ab.
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Beitrag von freeman » 04.10.2005, 10:16

Jo, bei dem bin ich das erste mal bei nem Steven Seagal Film eingeschlafen! Was die sich da gedacht haben, weiß nur Gott persönlich und der hatte da bestimmt auch gerade Pause ;-)

In diesem Sinne:
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Beitrag von John_Clark » 17.12.2007, 17:50

Umgetopft in den ersten Post ...

Grüße:
freeman

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Beitrag von freeman » 17.12.2007, 22:44

Ein sehr würdiger Verriß!!! ;-)

Thx John!

In diesem Sinne:
freeman
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Beitrag von John_Clark » 18.12.2007, 00:05

freeman hat geschrieben:Ein sehr würdiger Verriß!!! ;-)

Thx John!

In diesem Sinne:
freeman
*Verbeug*

:)

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Beitrag von Cinefreak » 19.03.2011, 18:26

wahrscheinlich rockt John Clarks Verreiße mehr als der ganze Film.. :lol: :wink: :roll:
Mein Herzensprojekt auf www.radiobase.de:Expect the unexpected - Newcomer und Musik und Themen rund um die Menschlichkeit - immer dienstags 20 Uhr (Wdh. sonntags 16 Uhr)

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Beitrag von John_Clark » 19.03.2011, 23:25

Cinefreak hat geschrieben:wahrscheinlich rockt John Clarks Verreiße mehr als der ganze Film.. :lol: :wink: :roll:
Ich glaube der verdaute Mageninhalt unseres Mopses rockt mehr als Foreigner (welcher übrigens grade auf Kabel1 läuft) :)

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Beitrag von Dr Dolph » 20.03.2011, 18:16

Finde den gar nicht so übel, ne knappe :liquid5: ist da schon drin.

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Beitrag von John_Clark » 20.03.2011, 19:12

Dr Dolph hat geschrieben:Finde den gar nicht so übel, ne knappe :liquid5: ist da schon drin.
Solche Aussagen und Benotungen müssen in diesem Falle begründet werden :)

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Beitrag von Dr Dolph » 21.03.2011, 01:34

Tja okay, ich versuchs xD
Die Story ist zwar wirr, bisweilen aber nicht langweilig, die ist gegen Black Dawn oder Attack Force beinahe schon hochintelligent.
Die Actionszenen sind nicht herausragend, aber auch nicht schlecht, ein wenig mehr Wumms hätte ich mir zwar schon gewünscht, aber auch hier punktet der Film gegenüber bsp. Black Dawn oder auch Today You die (Die Stock Footage Szenen ausgenommen).
Seagal macht hier eine einigermaßen gute Figur, kämpft zwar nicht viel, macht seine Sache aber solide.
Was aber das wichtigste ist, er unterhielt mich. Während ich bei vielen anderen Seagal-Movies (Flight of the Fury, Black Dawn, Attack Force usw.) immer wieder auf die Uhr schaute und gehofft habe da passiert mal so langsam was, habe ich den Foreigner ganz gern gesehen. Er ist zwar kein Kracher und bei weitem von Seagal-Knüllern wie Marked For Death oder Under Siege entfernt, aber langweilig oder total desaströs fand ich ihn nich. Da is man schlechteres vom Dicken gewohnt.
Deswegen die :liquid5:

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Beitrag von John_Clark » 21.03.2011, 01:59

Hmm... ich kanns mir nur so erklären, dass du die noch tieferen Lowlights wie Black Dawn und Attack Force noch VOR "The Foreigner" gesehen hast, was den Film klar besser aussehen lässt :)

Ich sah damals Foreigner mehr oder weniger direkt nach "Exit Wounds" - nen derberen Schlag ins Gefräss kannst du dir echt nicht mehr vorstellen. :)

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Beitrag von McClane » 21.03.2011, 08:46

Ich hab ihn vor den erwähnten Gurken gesehen und fand ihn damals auch nicht so übel... kann aber auch die Freude gewesen sein, dass endlich mal wieder ein Seagal und er besser als vorige direct to video Steven-Ausfall "Ticker" war. Die derben Shoot-Outs haben mir jedenfalls gefallen, die Story ist zwar reichlich wirr, aber damals war das ja kein Standardproblem von Seagalfilmen (in den Folgejahren schon). Und die Lösung, was in dem Paket drin ist, fand ich sogar relativ überraschend. Müsste ich vielleicht noch mal sehen, fand den damals durchaus okay und der nächste Oblowitz "Out for a Kill" hat bei mir einen wesentlich schaleren Nachgeschmack hinterlassen.

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Beitrag von kami » 21.03.2011, 09:53

FOREIGNER ist klar scheiße, ich schaue ihn aber aus den von McLane angeführten Gründen doch ganz gern und lieber als BLACK DAWN. OUR FOR A KILL ist aber deutlich amüsanter, weil actionreicher und optisch weniger trist.

Knappe :liquid5:

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Beitrag von John_Clark » 21.03.2011, 17:00

Leute, ich versteh euch nicht :)

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