
Live Nation 2012
Offizielle Madonna Webseite
• Madonna - Gesang
Eine Liste aller Musiker würde jeden Rahmen sprengen
Produziert von Madonna sowie diversen Co-Produzenten (bei den Tracks aufgeführt)
Aufgenommen in den „Studio at the Palms“ / Las Vegas , Guerilla Strip & Sarm West Studios / London , 3:20 Studios / Los Angles , MSR Studios / New York , Free School / Noho
Tracklist CD 1
01. Girl gone wild – 3:43
Producer: Benny Benassi
02. Gang Bang – 5:25
Producer: Wiliam Orbit / the Demolition Crew
03. I´m Addicted – 4:33
Producer: Benny Benassi / the Demolition Crew
04. Turn up the Radio – 3:46
Producer: Martin Solveig
05. Give me all your Luvin´ - 3:22
feat. Nikki Minja & M.I.A.
Producer: Martin Solveig
06. Some Girls – 3:53
Producer: William Orbit / Klas Ahlund
07. Superstar – 3:55
Producer: Indiigo / Michael Malih
08. I don´t give A – 4:19
feat. Nikki Minja
Producer: Martin Solveig
09. I´m a Sinner – 4:52
Producer: Wiliam Orbit
10. Love Spent – 3:46
Producer: Wiliam Orbit / Free School
11. Masterpiece – 3:59
Producer: Wiliam Orbit / Jimmy Harry
12. Falling Free – 5:13
Producer: Wiliam Orbit
Tracklist CD 2 (nur Special Edition]
01. Beautiful Killer – 3:49
Producer: Martin Solveig
02. I fucked up – 3:29
Producer: Martin Solveig
03. B-Day Song – 3:33
feat M.I.A.
Producer: Martin Solveig
04. Best Friend – 3:20
Producer: Benny Benassi / the Demolition Crew
05. Give me all your Luvin´ (Party Rock Remix) - 4:02
“There is only one Queen and it´s Madonna !” – Madonna muß ihr Revier neu abstecken
Madonnas größter Vorteil war es immer unterschätzt zu werden – seit nun fast 30 Jahren steht Madonna wie keine andere Künstlerin oben an der Spitze als Queen of Pop. Alle potentiellen Nachfolgerinnen haben sich selber ins aus befördert , Madonna selber blieb. Doch seit einiger Zeit ist da eine Lady Gaga die von Königin Madonna das Spiel mit Medien , Image & allem was dazu gehört gelernt hat. Madonna ist zum ersten mal richtig in der Defensive & muß mit ihrem neuen Album zeigen das sie es ist die der Maßstab für den Pop der nächsten Jahre definiert.
Und so heißt die Devise: klotzen statt kleckern ! Ein Produzent ? Nö – Madonna braucht ganze neun ! Ein Aufnahmestudio ? Nein – sechs Stück müssen es sein ! Und die erste Single muß natürlich standesgemäß beim Super Bowl präsentiert werden. Gastsängerinnen preisen sie als „Queen“ & dazu natürlich perfekt „bearbeitete“ Pressefotos die Madonna als schöne Jugendliche Frau zeigen obwohl sie bereits 53 Jahre alt ist. Und aufwendige teuere Musicvideos sind natürlich schon Standart.
Dem momentanen Trend Electro House in den USA trägt Madonna Rechnung – es pumpt , brummt & knallt fast die gesamte CD Laufzeit über , Balladen gibt es erst am Ende des Albums. Mit Benny Benassi & Martin Solveig hat sie auch die wohl Namhaftesten Vertreter dieser Gattung (neben David Guetta – der entgegen mancher Pressemeldung im Vorfeld nicht hier mit produziert hat) verpflichten können. Und damit die seriösen Kritiker nix zu meckern haben darf auch noch mal Mischpultmagier Wiliam Orbit bei einigen Tracks mit ran. Wer Madonna jetzt kalkuliertes Auswählen vorwirft hat nicht begriffen das dies schon immer bei ihr der Fall war , egal ob es heutzutage ein Martin Solveig ist oder Mitte der 80iger Nile Rogers – schon immer hat Madonna sich in den Wind des Trends gedreht.
Und so gibt es auf „MDNA“ (was übrigens für „Madonna DNA“ steht & nix mit Drogen zu tun hat) reinrassigen Pop der Tanzfreundlichen Sorte. Die Bässe sind tief , die Sequenzen rauschen nur so aus den Boxen & gute Laune gibt es noch mit Obendrauf. Das wohl größte Manko des Albums liegt bei den vielen Produzenten – es wirkt vom Soundbild her nicht wie aus einem Guss sondern eher wie eine Songsammlung. Das ist halt der Preis den man für die große Produzentenarmada & diversen Tonstudios zahlen muß.
Nun sollte man nicht von der höchst durchschnittlichen ersten Single „Give me all you Luvin“ auf den Rest des Albums schließen – tatsächlich ist „MDNA“ besser geworden als man es vorher befürchtet hat. Mit „Gang Bang“ gibt es direkt an zweiter Stelle ein richtiges Musikalisches Brett – tiefer dunkler Bass & dazu Madonnas eher geflüsterte Stimme mit einem bösen Text über den Mord an ihrem Liebhaber („Bang Bang – shot you dead in the head. My lover is dead and I have no regets“). Auch der Opener „Girl gone Wild“ mit dem typischen Benny Benassi Subbass gefällt , der dann auch bei „I´m Addicted“ noch einmal kräftig pumpen darf. Ebenfalls ganz witzig ist „I don´t give A“ der in der ersten Hälfte wie ein typischer French House Track klingt um dann nach dem Break im letzten Drittel recht Symphonisch endet. Balladen gibt es erst (wie schon erwähnt) ganz am Ende mit den letzten zwei Tracks.
Der größte Knackpunkt sind wieder einmal die Texte: OK – Madonna war nie eine große Lyrikerin gewesen. Das sie sich selber immer noch als „Girl“ bezeichnet (und zwar durchgängig) kann man schon fast als Gag ansehen , ebenso das sie konsequent ihren Freund / Liebhaber „Baby“ nennt. Wenn sie aber in „Superstar“ allen ernstes im Refrain „Oh La La – You are my Superstar“ singt dann ist das eher Dieter Bohlen Niveau. Auch das umherwerfen mit Schimpfwörter der Marke „Bitch“ & „Fuck“ gehört in diesem Album zum guten Ton.
Trotzdem – das Album ist gut geworden weil es ganz einfach Spaß macht. Sicher , es ist weder sonderlich wichtig noch wird es die Welt verändern oder sich in die Geschichtsbücher schreiben & wird ganz sicher morgen wieder vergessen sein. Aber heute , im hier & jetzt funktioniert das ganze wirklich gut. Der perfekte Soundtrack für Sportstudios , sich zum warm machen für den Samstäglichen Discobesuch oder für Leute die ihre Autoanlage mit Bassröhre an der roten Ampel mal so richtig aufdrehen wollen (natürlich bei offenen Fenster). .
Ob das allerdings reicht sich gegen Lady Gaga letztendlich durchzusetzen wird sich zeigen. Noch ist sie etwas in der Defensive hat aber die Ecke des Rings verlassen. Ob sie als Siegerin vom Platz geht wird sich zeigen. Die Vergangenheit hat ja gezeigt: Unterschätze niemals Madonna.....
Das Album gibt es als Standart CD mit 12 Tracks sowie als Deluxe Variante mit einer Bonus CD mit fünf weiteren Songs. Von denen ist „Beautiful Killer“ sogar richtig gut geworden , der Rest sind allerdings eher bessere B-Seiten. Warum die Bonus Tracks auf eine separaten CD beiliegen ist eher unverständlich: Das normale Album hat eine Laufzeit von 50 Minuten , die Bonus CD hat nur 18 Minuten – hätte also spielend auf eine CD gepasst.
Aber das ist wohl eines Superstars nicht würdig

