
Gefundenes Fressen, die auf der Suche nach einer Ersatzdroge für Stephen Kings "ES" sind. Die Atmosphäre ist fast genau die gleiche, einige der (imo allerdings spärlicher eingesetzten) Horrorelemente ebenso, allerdings gelingt es Simmons nicht ganz, das Grauen derart universell zu gestalten wie King es geschafft hat. Auch ist die Bildsprache bei Simmons etwas weniger ausdrucksstark, was einer Kindheitserzählung wie "Sommer der Nacht" nicht unbedingt ein Vorteil ist. Dennoch ein intensives, zeitweise auch bedrückendes Buch.
,5Die Insel

Oh je, oh je... was soll man da sagen. Tagebuch eines schiffbrüchigen notgeilen Endteenagers, der mit einer Gruppe von - überwiegend - Frauen auf einer Insel strandet und sich eines wahnsinnigen Killers ausgesetzt sieht, im Auge der Gefahr trotzdem allenthalben einen Ständer kriegt, weil er sieht, wie leichtbekleidet Kimberly und Billie umherlaufen... Frauen werden an diesem mit einfachen Worten gestrickten Roman sicher kein gutes Haar lassen, auch Männer sehen sich dem niederen Spiel mit Perversionen eines Schuldbewusstseins ausgesetzt, das ihnen auf den Sohlen drückt. Und doch, trotz der Flughafenromansprache und dem permanenten Gefühl, dass der Autor seine sexuellen Fantasien auslebt, die teilweise ziemlich pervers sind, irgendwo ist es eine gar nicht so unintelligente Prüfung für den Leser und dessen Moralvorstellungen. Das Ende kommt einerseits hanebüchen daher, lässt den Roman andererseits aber unheimlich durchdacht wirken. Uns spannend war er von der ersten bis zur letzten Seite, das muss man ihm lassen. Wieviel Perversion seitens des Autoren dahintersteckt, wird dann "Das Spiel" klären, der zweite Roman, den ich in einem Zug blind mitgekauft habe.






















