Irland, was wäre dein Horrorfilm ohne deine Waldgnome. Diese hier versuchen mit photosynthetischen Transformationen Grusel zu erzeugen, was beinahe so wirkt, als habe "Trolls 2" endlich sein ernsthaftes, humorloses Remake bekommen. Versiffte Tierkadaver als erste Indizien, unheimliches Gepolter in der Waldhütte, schließlich Schreckgestalten im Scheinwerferkegel der Taschenlampe und dann konkrete Maskeneffekte – ohne dabei wirklich intensiven Horror erzeugen zu können, spielt Corin Hardy immerhin die ganze Klaviatur des Waldhorrors aus und liefert mal wieder eine Monstergattung, die weder direkt noch entfernt Ähnlichkeit mit Zombies, Werwölfen oder Vampiren hat.
Die im Abspann konkret aufgegriffene Umweltbotschaft ist dabei eher zu vernachlässigen, Familienstrukturen hingegen nehmen im Plot eine zentrale Position ein. Wo die Handlung auf Illusion und Verwirrung zurückgreift, um so Misstrauen in die eigentlich untrennbare Familie zu streuen, klingt das auf dem Papier meist intensiver als in der eigentlichen Umsetzung, dennoch werden frisch gebackene Eltern wohl so manches Mal in tiefes Unwohlsein verfallen, wenn sie diesen Film sehen.
Gerade in Sachen Idee und Planung steht "The Hallow" dadurch weit über dem Genre-Durchschnitt; leider wird die Inszenierung den hohen Ansprüchen nicht gerecht und verpasst stärkeren Grusel, gleichwohl sie rückblickend durchaus von einer bemerkenswerten Düsternis geprägt ist.
