Spätzündervince meint:
Ein Film, der mit seiner starken Grundidee schon die halbe Miete einfährt und das Ganze genau so herunterkurbelt, wie man es erwarten würde: Sprich: Alles Spektakuläre ist einfach dem Ansatz geschuldet, einen "Godzilla"-Plot aus "Blair Witch"-Perspektive zu filmen. Alles nicht Funktionierende allerdings auch: die Tatsache zum Beispiel, dass die laufende Kamera - wie seinerzeit bei Blair Witch - ein Paradoxon wird. Das Paradoxon nämlich, einen Film zeigen zu müssen, es aber nicht logisch erklären zu können, weshalb der Typ ständig in allen interessanten Szenen die Kamera mitlaufen lässt. Und spätestens in Obhut des Militärs hätte man sie ihm abgenommen.
Die ersten 20 Minuten dienten meiner Meinung nach nur sekundär dem Kennenlernen der Figuren (was auch wirklich eher schlecht funktioniert, weil die Charaktere in der Tat doof sind), sondern der Bildung einer Ruhe vor dem Sturm. Es geht darum, die Plötzlichkeit des "Rumms" zu kitzeln. Je länger nichts passiert, desto gespannter wartet man darauf, dass es losgeht.
Die Odyssee der Twens ist visuell gesehen geschickt gefilmt, das "Was man nicht sieht, ist am Gruseligsten"-Prinzip aus Onkel Spielbergs Mottenkiste wird volle Kanne ausgeschöpft, aber zu sehr ist man von den passierenden Zufällen irritiert und eben von dem Verhalten des Kameramannes, alles mitfilmen zu müssen. Die Notwendigkeit des Mediums steht ihm selbst im Weg - ein Problem, das automatisch auftritt, wenn man auf den Dokumentarfilmstil setzt. Da muss man schon einen Plot haben, der es plausibel erscheinen lässt, dass immer mitgefilmt wird. Den hat "Cloverfield" nicht, weshalb er bei aller Weltuntergangsstimmung (und die ist wahrlich großartig in diesem Film) in Sachen Drehbuch unoriginell, um nicht zu sagen einfallslos wirkt.
Aber hey, als Unterhaltung funktioniert es trotzdem wunderbar.
