28 Years Later
Ich war erstaunt, dass der Film in den Weiten des Netzes doch ganz schön Hate auf sich gezogen hatte. Prinzipiell kann ich es verstehen, denn wenn man sich etwas im Duktus der 1 oder 2 erwartet, wird es imo schwierig. Auch weil Boyle und Co. nicht darauf aus sind, irgendwie das Genre zu renovieren. Alles was sie als "neu" einführen, haben "The Walking Dead" und die tausenden B-Zombie-Filme der letzten zwanzig Jahre alles schon mehrfach durchgespielt. Einigermaßen neu fühlt sich zumindest der Ansatz an, einen Zombie-Film hardcore als Coming of Age Geschichte anzulegen, in dem die Zombies eine zwar brutale, aber weitgehend egale Nebenrolle inne haben.
Gute Schauspieler halten im Film, die Zweiteilung des Filmes funktioniert ganz gut und Boyle erschafft ein paar berauschend schöne Bildertableaus, die man in einem Film dieser Art nicht zwingend erwartet hätte. Highlight ist eine geniale Jagd auf einem "Damm". Auch die brutalen Einlagen sind interessant umgesetzt, beginnen meist mit einem Freeze Frame eines einschlagenden Geschosses, münden in einen harten Reißschwenk und präsentieren den Austritt in Slow-Mo. Da schlägt die Gewalttätigkeit schon mal nett Purzelbaum. Von den "Predator"-inspirierten Schädel-mit-Wirbelsäule-abreißen-Szenen ganz zu schweigen. Ebenfalls geil: Der klasse Soundtrack/Score.
Schwierig wird es jedoch, wenn man den Film auf Logik hin abklopft. Hier hat Drehbuachautor Garland schon einige Böcke eingebaut, die einen den Film ganz schön verleiden können. Und ab und an meint man, Garland und Boyle wollen ihr Publikum ein wenig zu sehr Hopps nehmen. Totaler Müll ist das Finish, das zum nächsten Teil hinleiten soll. Keine Ahnung, was das darstellen soll. 'Man kann nur hoffen, dass die Fortsetzung nicht in diesem Stil gereicht wird. Bis dahin war's meiner Meinung nach jedoch echt gelungen.
In diesem Sinne:
freeman