
Dogs Don’t Wear Pants
BD / Regie: J-P Valkeapää
In Filmen wird die Welt der BDSM-Praktiken zu oft als sexualisiertes Werbe- und Stilmittel genutzt. Dabei entstehen selten gute Geschichten, noch werden die psychologischen Aspekte berücksichtig. «Dogs Don’t Wear Pants» ist anders und bietet nebst stilvollen und hübschen Bildern eine Geschichte, in der Unterwürfigkeit, Dominanz, Liebe, Sehnsucht und Selbstfindung viel Raum erhalten und in packender Weise dargestellt werden. Aber Vorsicht; gewisse Passagen sind wirklich brutal und nicht einfach wegzustecken.

The New Mutants
Streaming, Disney+ / Regie: Josh Boone
Es ist wunderschön passend, läuft im Gemeinschaftsraum der Anstalt stets eine Episode von «Buffy», denn «The New Mutants» wirkt während der gesamten Laufzeit wie die Folge einer mittelmässigen TV-Serie. Der Abschluss der X-Men-Saga aus dem Hause Fox ist ein unterdurchschnittlicher Film, gefüllt mit billig wirkenden Aufnahmen, kruden Figuren und einem inkompetenten Drehbuch. Nicht nur beinhaltet es rassistische Dialoge und lauter Stereotypen, jede Szene scheint willkürlich zu passieren und eine organische Entwicklung sucht man vergebens. Schade um die Grundidee und Anya Taylor-Joys coole Mutantenkräfte.

American Honey
Streaming, Apple+ / Regie: Andrea Arnold
Das Leben in der Unterschicht dient als Nährboden für Wunschträume und Fantasien, so auch beim Film von Andrea Arnold. In fliessenden Kameraperspektiven und von Sonnenlicht getränkten Bildern begleiten wird Sasha Lane , Shia LaBeouf und Riley Keough durch eine reale Welt voller Abhängigkeiten, Konflikte und schmutzigen Begegnungen. Emotional mitreissend und wunderbar gespielt, ist «American Honey» das ehrliche Portrait der amerikanischen Staaten, in denen der Alltag selten etwas mit dem ursprünglichen Freiheitstraum zu tun hat.

Stereo
BD / Regie: David Cronenberg
Der erste Langfilm von Cronenberg, ein ästhetisches Experiment ohne Ton, nur der Off-Kommentar begleitet durch die losen Bildreihen mit merkwürdig pseudo-wissenschaftlichen Aussagen. Als Lehrfilm getarnt, ist “Stereo” streckenweise wegen den Aufnahmen interessant, meist allerdings ein langweiliges Unterfangen, das sich nicht wirklich lohnt. Die Thematik des Body-Horros ist hier aber bereits vorhanden.
Crimes Of The Future
BD / Regie: David Cronenberg
Auch der zweite Langfilm von Cronenberg wurde wie der Erstling «Stereo» auf dem Uni-Campus gedreht und dauert nur knapp mehr als eine Stunde. Dialoge gibt es nicht, bloss Off-Kommentare und ein paar Soundeffekte. Dazu lose Szenenfolgen, welche eine kaputte Zukunft skizzieren, in der nur noch Männer leben und sich mit diversen, merkwürdigen Praktiken versuchen fortzupflanzen. Abstrakt, künstlerisch und etwas zäh. Für Komplettisten interessant.

The Father
Kino / Regie: Florian Zeller
Welch emotionale Wucht in diesem Spielfilm steckt, scheinbar mühelos inszeniert von Florian Zeller, der damit sein eigenes Theaterstück für die Leinwand adaptiert hat. Anthony Hopkins spielt grandios einen alten Mann, der immer tiefer in den Gedächtnisschluchten seiner Demenzerkrankung versinkt. Genial konzipiert und gefilmt, werden die Krankheit und die damit Verbundenen Leugnungen und Gefühlsschwankungen als verschachtelte und spiralmässige Szenen gezeigt, die mit jeder Minute dichter werden und eine hohe Spannung erzeugen. Niemals wird dabei der Vorgang überzeichnet oder betroffene Personen falsch dargestellt, «The Father» ist bis zur letzten Sekunde ein feinfühliges, beeindruckendes Werk.






























































