Kong: Skull Island

Oft verfilmt und mit Peter Jacksons Interpretation schon durchaus zufriedenstellend ins CGI-Zeitalter transferiert, versucht sich Jordan Vogt-Roberts mit einer actionbetonten Variation des Themas. So versetzt er die Geschichte zeitlich in die vom Vietnamkrieg gezeichneten 1970er Jahre. Soundtrack und Farbfilter erinnern nicht selten an filmische Denkmäler wie "Apocalypse Now", welches infolgedessen immer wieder gerne zitiert wird. Zwar lassen sich auch inhaltlich Querverweise ziehen, welche die Aussichtslosigkeit des ausgewählten Zirkels auf Skull Island darstellen, ähnlich wie die amerikanischen Invasoren in Vietnam, doch sollte dieser Ansatz eher nicht weiter verfolgt werden, denn der Schwerpunkt steht hier eindeutig auf Style, welcher in Form von waghalsigen Actionszenen, apokalyptischen Feuerwänden und einem omnipräsenten Kong auf den Zuschauer eindonnert. Dass die Darsteller infolgedessen meist nicht mehr als Futter für die zahlreichen Bestien der Insel dienen, ist zwar verständlich, doch auch ein Tom Hiddleston agiert hier erschreckend passiv und bleibt völlig akzentfrei. Nichtsdestotrotz birgt "Kong" ein immenses Unterhaltungspotential.

The Sea of Trees

Missratenes Suizid-Drama, das außer einen tollen Hauptdarsteller leider nur eine weichgespülte Hollywood-Kitsch-Kanonade auf den Zuschauer abzufeuern versteht. Zwar mögen Kamera und Musik begeistern, doch die so triviale wie auch prinzipiell sehr berechnende Geschichte versucht durch alle Instanzen hindurch Bedrückung beim Zuschauer auszulösen, versinkt jedoch - gerade zum Ende hin - bis zum Anschlag im Kitsch. Nur für Fans des Hauptdarstellers mit großen Abstrichen zu empfehlen.
Doctor Strange

Eher belanglose Origin-Story aus dem MCU. Zwar überzeugt die Optik des Filmes, doch weder Doctor Strange noch die lancierte Geschichte mögen so richtig begeistern und bieten eher aufgewärmte Kost, die ein bisschen "Iron Man" hier und etwas Magic da zu konglomerieren versucht. Zwar macht der Film neugierig, inwiefern die magische Komponente zukünftig bei den Avengers eingebracht wird, doch ist der Film für sich betrachtet eher vernachlässigbar und birgt kaum Konsequenzen für die Helden des MCU.
Eine große Enttäuschung auf der Darstellerseite ist zudem Mads Mikkelsen, der völlig untergeht. Auch McAdams und Benamin Bratt bleiben farblos. Erfreulich hingegen ist der überraschend groß ausgefallene Auftritt von Scott Adkins, der auch ein paar Mal zulangen darf.
Unterhaltsam ja, aber nach vielen starken Marvel-Filmen zuletzt, ein kleinerer Dämpfer.
Jack Reacher 2 - Kein Weg zurück

Nach dem erstaunlich gelungenem ersten Ausflug des Romanhelden auf die Kinoleinwand, kehrt Jack Reacher noch einmal zurück. Dargestellt von einem etwas "unterdimensionierten" Tom Cruise (wenn man einmal den direkten Vergleich zur Vorlage ziehen darf), der aber eine prägnante Physis an den Tag legt und damit vielen Fans dennoch sehr gut in der Rolle gefiel, waren die Erwartungen an die Fortsetzung entsprechend groß. Der Regieposten, welcher ehemals von Christopher McQuarrie ("Mission: Impossible 5") besetzt wurde und durch seine geerdete und äußerst akkurate Inszenierung zum Erfolg des Erstlings beitrug, wird nunmehr von Tom Cruise alten Freund Edward Zwick ("Last Samurai") belegt. Zudem bekommt Cruise in diesem Film gleich zwei weibliche Mitstreiterinnen an die Seite gestellt, bei denen vor allem Cobie Smulders eine erstaunlich gute Figur macht und sich bisweilen als Show-Stealer entpuppt.
Insgesamt bleibt der Film jedoch in allen Kategorien hinter dem tollen ersten "Jack Reacher" zurück. Die Story ist austauschbar und die Inszenierung zwar überaus solide, aber ebenfalls eher bieder geraten. Zudem fehlt es dem Film an den typischen Jack-Reacher-Gedächtnisszenen, welche eher angeteasert werden (Intro), aber nie so richtig zum Tragen kommen. Zwar funktioniert die Geschichte um Reachers vermeintliche Tochter insgesamt ganz gut, doch vermag dies kaum den ansonsten eher wenig vorhandenen Spannungsbogen aufrechtzuerhalten.
Lights Out

Immer wieder schaffen es Filmemacher mit ihren Kurzfilmen auf sich aufmerksam zu machen. In einigen seltenen Fällen schaffen diese sogar den Sprung auf die große Leinwand, stoßen jedoch schnell auf das Problem, den Stoff, der ursprünglich für einen mehrminütigen Film konzipiert war, auf Spielfilmlänge aufzublähen. Ähnlich verhält es sich auch mit "Light's Out", welcher in den Gruselszenen eine tolle Atmosphäre aufzubauen versteht und mit vielen Licht-Schatten-Effekten für ein dynamisches Spiel mit Horrorfilm-Konventionen sorgt, aber abseits jener Szenen nur durchschnittliche Standardkost abliefert. Teresa Palmer macht dabei eine solide Figur und die Laufzeit von knapp über 80 Minuten sorgt dafür, dass es kaum Hänger gibt.
Es bleibt spannend, inwiefern der aktuell für "Annabelle 2" verpflichtete David F. Sandberg sein Gespür für atmosphärischen Grusel auf das inzwischen tot gespielte Puppenhorror-Genre einzusetzen versteht.
Ghostbusters

Ein vor allem in den sozialen Netzwerken viel gescholtenes Remake der von den Usern bisweilen als gottgleich erhobenen Ur-Filme, über dessen (Daseins-)Berechtigung nach wie vor (nicht) gestritten werden darf. Was man letztlich nach Sichtung des Filmes anmerken kann, ist, dass hier Kritiker als auch Befürworter gleichermaßen im Recht sein dürften - je nach Standpunkt. Gut ist, dass Paul Feig für sein Remake einen gänzlich anderen Ansatz wählt (mal von der Feminismus-Debatte abgesehen), und diesen auch bis zum Abspann durchzieht. Schlecht ist jedoch, dass sich der subversive Humor der Originale nicht bis ins Remake retten konnte und hier eher der populäre Haudrauf-Humor die Richtung bestimmt. Damit mag man zwar immer wieder ein Grinsen heraufbeschwören, doch Nachhall bietet dieser Ansatz kaum, sodass selbst die zwei, drei Spitzen in Bezug auf die Rassismus- und Feminismus-Debatte gänzlich untergehen und weiterhin fröhlich dem Humor südlich der Gürtellinie gefrönt wird. Auf der Darstellerseite schafft es noch am ehesten Kate McKinnon mit ihrer Darbietung hervorzustechen und humoristische Akzente zu setzen, welche vom Rest des namhaften Darstellerensembles völlig ausbleiben. Auch die zahlreichen Gastauftritte des Original-Ensembles sind eher nicht der Rede wert.
Insgesamt also eine ernüchternde, bzw. zu erwartende Angelegenheit, wenn man einmal die Aufregung im Vorfeld betrachtet. Gefahr, dass dieser Film das "Ansehen" der Originalfilme in irgendeiner Weise besudeln würde, stellt dieser Film natürlich nicht dar. Dafür setzt er sich vehement vom Original ab, sodass der Film bei Bedarf gut und gerne ignoriert werden kann.
Marvel's Iron Fist
Im direkten Vergleich zu den hauseigenen Mitstreitern - wobei Daredevil immer noch das Maß der Dinge ist - der leider schwächste Marvel-Ableger im netflixschen MTU, welcher vor allem darunter zu leiden hat, dass der Hauptdarsteller farblos und uninteressant bleibt. Erst gegen Ende gesteht man seinem Charakter ein paar ambivalente Züge zu. Die Action ist vor allem in den ersten Folgen eher unspektakulär und holprig inszeniert, bessert sich aber vor allem zum Ende der Staffel hin merklich.
Der/die Gegner bleiben ebenfalls uninteressant, sodass "Iron Fist" zwar unterhaltsam bleibt, doch mit seinem mythologischen Ansätzen nicht viel anzufangen weiß, und Finn Jones mit seiner naiven Interpretation eher enervierend auftritt.
Die Prophezeiungen von Celestine

Esoterik-Trash der untersten Schublade. Hölzerne Dialoge ohne Sinn und Verstand treffen auf eine so undurchsichtige wie schwachsinnige Geschichte, bei der ab und zu metaphysische Energien mit Explosionen und Pistolenkugeln ausgetauscht werden. Grandios vergeigte Umsetzung des Bestseller-Romans.
The Monster

Völlig reduzierter Monsterfilm, der durch seinen Minimalismus ungeahnte Stärken zu generieren versteht. Das Monster bleibt mit seiner aufs Mindeste reduzierten Screentime eher eine metaphorische Verkörperung der durch Drogen zerrütteten Familienverhältnisse von Mutter und Tochter. Zwar sollte man nichts bahnbrechend Neues erwarten, doch die ironiebefreite Herangehensweise und der Fokus auf das für das Sujet ungewöhnliche Mutter-Tochter-Verhältnis, bei dem vor allem Ella Ballentine eine kleine Offenbarung darstellt, lassen "The Monster" erstaunlich unverbraucht wirken.

Arrival

Mit "Arrival" betritt Regisseur Denis Villeneuve Genre-Neuland und versucht in abgegrasten Sci-Fi-Gefilden nach ernsthaften Antworten auf die Frage zu suchen, wie die Menschheit reagieren würde, wenn es tatsächlich zu einem Erstkontakt käme. Das filmisch schon sehr breit getretene Thema wird vor allem durch den Fokus auf das menschliche Empfinden von Sprache und Zeit weiter akzentuiert. Dabei gibt Villeneuve faszinierende Einblicke und eröffnet philosophisch und wissenschaftlich höchst interessante Denkansätze, die den Zuschauer mitunter auch fordern dürften. Unter dem Deckmantel eines Blockbusters die vielleicht beste filmische Umsetzung des First Contact seit "Contact" von Robert Zemeckis.




















