
Originaltitel: Spy Kids 3-D: Game Over
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2003
Regie: Robert Rodriguez
Darsteller: Antonio Banderas, Carla Gugino, Alexa Vega, Sylvester Stallone u.a.
Nicht jeder unserer Helden beschränkte sich auf das reine Actiongenre, wissend, dass man mit 60 oder 70 vielleicht ein wenig lächerlich wirken könnte, wenn man einen Sportbogen spannt. Dabei versuchte sich nicht nur Arnie in Komödien, sondern auch Sly Stallone. Und ebenjener startete gar einen Versuch in einem reinrassigen Kinderfilm! Das nenn ich mal Genrehopping ...
Den Film hatte ich mir einst hauptsächlich im Kino angesehen, um zu schauen, wie der 3D Effekt auf einer großen Leinwand herüberkommt. Und ich kann sagen, dass ich teilweise wahrlich verblüfft war. Ab und zu hatte man echt das Bedürfnis die Arme auszustrecken und zu schauen, ob da wirklich etwas vor einem schwebt. Also der AHA-Effekt war größtenteils wirklich gegeben.
Doch es gab auch Nachteile: Das Bild wirkt teilweise sehr unscharf, dunkel und vor allem seltsam farblos. Am schlimmsten sind Totalen in dem Film, weil man teilweise von manchen Figuren im Hintergrund nicht mal die Gesichter ausmachen kann.
Wo wir gerade bei den negativen Punkten sind: Die Story des Filmes ist unter aller Sau. Am Anfang kann man noch über eine Parodie auf diverse alte Detektivstreifen lächeln, wenn es dann aber in den Cyberspace eines Spieles namens Game Over geht, in dem der Geist/Verstand vom weiblichen Teil der Spy Kids vom Toymaker gefangengehalten wird, dominieren die Schauwerte eindeutig über jeglichen Anflug von Sinn und Verstand. Allerdings muss man unumwunden zugeben, dass der Film wie im Flug vergeht und keine Sekunde langweilt, da die Schauwerte doch wahrlich enorm sind.
Absolut positiv zu vermerken sind die Special Effects an sich. Wie man die mit einem Budget von 40 Millionen stemmen konnte, bleibt mir unbegreiflich. Zumal der ganze Film vor einer Green Screen gedreht worden sein muss, denn es gibt wirklich kein einziges Bild, das nicht digital bearbeitet worden zu sein scheint.
Ebenfalls sehr angenehm fällt der Starauftrieb des Filmes auf:
George Clooney gibt den Präsident der USA und parodiert in einer Szene Sylvester Stallone aufs köstlichste!
Salma Hayek hat eine komische Rolle bekommen, die überhaupt nicht zu ihr passt, aber die geile Teeniefrisur, die man ihr verpasst hat, ist schon ein Brüller an sich.
Elijah Wood taucht kurz auf, verspricht Hoffnung ohne Ende, lächelt wie Frodo und ... stirbt!
Bill Paxton wiederholt seine absurde Rolle aus Spy Kids 2.
Steve Buscemi kommt auf einem fliegenden Schwein angeritten!!!
Antonio Banderas hat eine extrem kleine Rolle, verleitet aber trotzdem zum Schmunzeln.
Sylvester Stallone gibt herrlich selbstironisch den Toymaker und tritt auch in diversen anderen Rollen auf. Dabei machen seine Auftritte wirklich Spaß und er scheint die Dreharbeiten auch genossen zu haben, ist er doch mit sichtlichem Spaß an der Freude dabei. Ausserdem hatte er mit diesem Kinderfilm endlich mal wieder einen echten Hit!!!
Regisseur Rodriguez ließ sich wie schon bei den beiden Vorgängern durch nichts eingrenzen und lies seiner Fantasie freien Lauf. Des weiteren übernahm er wieder alle wichtigen Aufgaben selbst, führte also Regie, schrieb die Musik und das Drehbuch, bediente die Kamera und und und. Im Grunde könnte der vermutlich einen Film ganz alleine drehen ...! Allerdings offenbart Spy Kids 3 ein wesentliches Problem von Mr Rodriguez. Er hat seine Geschichten einfach nicht mehr im Griff und so ist Mission 3D storytechnisch ein ebensolches Ärgernis wie Irgendwann in Mexico. Hoffentlich kommt er aus diesem Formtief bald wieder heraus. Sin City lässt hoffen ...
Die deutsche DVD des Streifens kann jedem ans Herz gelegt werden, leider ist der 3D Effekt auf heimischen Bildschirmen eher minimal ...
In diesem Sinne:
freeman



