Dragon Tiger Gate

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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Dragon Tiger Gate

Beitrag von Vince » 15.06.2007, 13:17

Dragon Tiger Gate

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Originaltitel: Lung Fu Mun
Produktionsjahr: 2006
Herstellungsland: Hongkong
Regie: Wilson Yip
Darsteller: Nicholas Tse, Donnie Yen, Shawn Yu, Dong Jie, Li Xiaoran, Yuen Wah, Chen Kuan Tai, Vincent Sze

Nach dem ultrakonsequenten “Kill Zone SPL”, der nicht zu Unrecht als Rückkehr zu den großen Zeiten des Heroic Bloodshed abgefeiert wurde, bemüht Regisseur Wilson Yip nun eine radikale Kehrtwende und widmet sich Wong Yuk Longs Comicvorlage “Dragon and Tiger Heroes”. Das Resultat ist ein Martial Arts-Klopper mit typischer Over-the-Top-Inszenierung und Anleihen bei sämtlichen erfolgreichen Genrestreifen aus ganz Asien der letzten fünf Jahre. Ob es empfehlenswert war, in einem Genre Staub aufzuwirbeln, das sowieso mal dringend eine authentische Wiederbelebung nötig gehabt hatte, und sich dann einfach in die nächste Nische zu bewegen, sei einmal dahingestellt; ob die insgesamt durchwachsenen Kritiken einfach auf enttäuschten Erwartungen beruhten, ebenfalls. Tatsächlich will “Dragon Tiger Gate” aber auch dann nicht hundertprozentig funktionieren, wenn man sich bereits von sämtlichen “SPL”-Erwartungen losgelöst hat und nichts weiter erwartet als das, was das Etikett bei genauem Hinsehen sofort erkenntlich macht: Comic-Action. Denn nach einem ziemlich starken Beginn paaren sich etwa 50 Minuten lang Hongkong-Klamauk und Straßenkinder-Esoterik in bunten Großstadtvierteln samt surrealer Trainingssequenzen, bis es nach einem extrem stark simplifizierten “Rocky”-Schema zum Endkampf kommt. Und der ist sowas von überzogen und bricht dermaßen jede Wunschtendenz von realistischerer Action, zu der sich das Publikum in den letzten Jahren endlich aufgerafft hat, dass jenem Publikum hiermit endgültig der Rest gegeben wird.

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Aber mal ganz von vorne. Nach einem “Marvel”-ähnlichen Intro mit blätternden Comicseiten und Grobrelief-Vorspann bilden Nicholas Tse (“Wu Ji”), Shawn Yue (“Dragon Squad”) und der schon in “SPL” schwer beschäftigte Donnie Yen das im Mittelpunkt stehende Dreigespann, das optisch stark der Vorlage angepasst wurde. Dreimal Gesicht verdeckende Wawuschel bitte, das sieht schön aerodynamisch aus und spart jegliche Schauspielerei. Speziell Yen, der doch gerade erst Ansätze von Schauspielerei entdeckt hatte, fällt in alte Tugenden zurück und glänzt eigentlich nur in seinen Kampfszenen. Ansonsten kann er wie seine beiden Kollegen froh sein, dass man von ihm meist nur ein einzelnen stierendes Auge sieht, weil der Rest vom Manga-Haarschnitt verdeckt wird - die Komposition erinnert schon ein wenig an die japanischen Geistermädchen.

Die Story wird ziemlich konfus erzählt und erinnert an die unübersichtliche, doppelseitige Panelaufteilung so mancher Comiczeichner. Es gibt wieder einen Bruderzwist mit unterschiedlicher Weggabelung seit der Kindheit, die in Rückblenden verdeutlicht wird; dazu viel Ghettokids-Pathos und Geschwafel von Ruhm und Ehre, was bei Kindern, wo ein Ehrgefühl kaum ausreichend ausgebildet sein kann, schon arg komisch wirkt.

Überhaupt verschluckt der grelle Comic-Look viel von dem, was an Gefühl aufgebaut wird. So funktioniert eigentlich nicht eine Szene, in der Beziehungen aufgebaut oder sensibilisiert werden sollen und prompt wird der Film vollständig in die Klopper-Ecke gedrängt. Das bedeutet fast schon eine “Ong Bak”-Situation: Wann immer auf Handlung gesetzt wird, steht der König Schach und muss schnellstmöglich per Action aus dem Visier genommen werden.

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Das funktioniert zu Beginn auch ganz ordentlich. Mit gewissen Anleihen bei den thailändischen Erfolgsmechanismen - und eigentlich ist es ja ein Armutszeugnis, dass sich ein Film aus Hongkong beim thailändischen Nachbarn Erfolgsrezepte abgucken muss - setzt es in zwei knapp aufeinander folgenden Massenfights (nach dem Prinzip Kiddo gegen die Crazy 88 Schrägstrich Neo gegen die Smiths) mit ein oder zwei überlegenen Kämpfern gegen unzählige Fußsoldaten ordentlich Dresche. Und das rockt in einer Mischung aus Handmade Martial Arts, Wirework und Special Effects unheimlich gut. Die Bewegungsabläufe ähneln zwar denen aus dem berühmten “Matrix Reloaded”-Kampf im Park, sind aber real gefilmt und wirken damit deutlich realistischer. Auch die Wirework-Arbeit ist gelungen und zeigt sehr natürliche Bewegungsabläufe in den unnatürlich realistischen Moves, die hier ausgeführt werden. Wichtige Szenen werden in Zeitlupe wiederholt, wodurch der Fokus auf die Stunts und die unheimliche Agilität der Darsteller gesetzt wird. Die Kamera ist dabei immer im Einsatz, schwirrt herum, mal nah am Geschehen dran, mal in der Totalen, und bietet schließlich gar eine raffinierte Vogelperspektive davon, wie sich Dutzende von Männern quer durch drei oder vier Wohnungen hindurch eine wilde Schlacht liefern. Was könnte dieser Streifen ein Spaß werden.

Aber dann beginnt das Gequatsche und zerstört im Grunde genommen alles. Von mehreren kleinen Sequenzen abgesehen wird die Action schon an diesem Punkt, so etwa nach 20 oder 25 Minuten, total abgeschnitten und macht Platz für Szenen, die das Geschwisterverhältnis beleuchten oder die Situation an der Schule oder was weiß ich. Es ist zugegebenermaßen nicht wirklich auf dem schrecklich dummen Niveau der Filme um Tony Jaa und mit diesen erzählerisch auch keineswegs zu vergleichen, aber es bleibt eben auch vollkommen glatt und erreicht niemals Dimensionen von Belang. Von dem Zwiespalt Dragons, als er seinem Bruder im Kampf gegenübertreten muss und weiß, dass er ihn leicht besiegen kann, bleibt nichts haften. Auch das Begehren des Nunchaku-Jongleurs, ein großer Kämpfer zu werden, geht nicht zu Herzen. Ganz zu schweigen von den dramatischen Ereignissen in der Kindheit von Dragon und Tiger. Da waren selbst die Rückblenden des von Ironie durchsetzten “Kung Fu Hustle” noch um Welten tragischer.

Dennoch verstreicht die Zeit recht flott. Man bewegt sich geschmeidig durch das teuer aussehende, leuchtend bunte Produktionsdesign (das unter dem Strich allerdings undifferenziert ausschaut) und gelangt irgendwann unverhofft in irgendwelche Selbstfindungstrips der Hauptfiguren, als sie auf einmal vor einem Tempel irgendwelche Perlen aufsammeln oder in verlorenem Zeit und Raum zu motivierender Popmusik gegen Glocken treten und die letzte Ölung für den Abschluss erhalten, wenn Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Der Gegner, ein pummeliger Fratz mit hässlicher Maske, wirkt trotz seiner Bärenkräfte wenig bedrohlich. Bei seinem ersten richtigen Auftritt in der Tiger-Drachen-Schule geht es noch ganz possierlich zur Sache und man erinnert sich ansatzweise an eine größere Kampfsequenz aus Jet Lis “Schrift des Todes”. Doch der Re-Fight bringt dann leider “Das Medaillon”-artiges Geschwurbel vom Übelsten. Das Kampfareal erinnert mit seiner digitalen Überzeichnung irgendwie an das Ende von Stanley Tongs “Der Mythos”, ist aber bei weitem chaotischer und nochmals eine ganze Ecke künstlicher. Da werden CGI-Wirbel erstellt, mit ultimativer Geschwindigkeit Tritte verteilt und digitale Schals durch den Raum geworfen, dass es (k)eine wahre Freude ist. Dann geht’s mehrere Stockwerke abwärts durch einen Turm und man wähnt sich irgendwo in der digitalen Programmiererhölle aus “Spawn”. Das war es dann doch nicht, was man sich nach dem vielversprechenden Beginn als Finale erhofft hatte.

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Am Ende deswegen leider nur ein durchwachsenes Comicspektakel, das viel mischt und nur selten den Ton trifft. Inhaltlich durchwachsen und merkwürdig verdreht, kann die Action nur phasenweise begeistern, und diese Phasen der Begeisterung häufen sich direkt zu Beginn. Danach sind nur mal kurze Spektakelszenen angesagt oder die totale Überzeichnung, die in dieser Form leider gar keinen Spaß macht. Wilson Yip soll ruhig drehen, was er will, dann aber auch bitte mit ganzem Herzen beim Genre sein - so wie in “SPL” geschehen.
:liquid4: :arrow: eine Tendenz geht Richtung 5.

Die DVD ist technisch gut, wenn auch nicht sehr gut, und kommt in einer attraktiven Tinbox mit zusätzlicher Bonusdisc. Review gibts bei den Narren.

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Beitrag von wolfman » 15.06.2007, 13:58

Very nice!

Wenn man DTG mit SPL vergleicht, dürfte man unweigerlich enttäuscht werden. Tut man dies nicht, bekommt man zwar kein Meisterwerk zu sehen, aber immerhin noch einen soliden HK-Action-Klopper mit schnellen und harten Fights, die von Donnie Yen choreographiert wurden. Das "Finale" ging auch noch mehrmaliger Sichtung spurlos an mir vorüber. Die gut inszenierten Fights zu Beginn und im Mittelteil rocken aber ordentlich, genauso wie die DTS-ES Tonspur der HK-DVD.
:liquid6:

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Beitrag von Vince » 15.06.2007, 14:04

Ja wie halt geschrieben, ich habe ganz bewusst die beiden Filme nicht miteinander verglichen. Konnte ich auch kaum, da ich im Vorfeld ja schon Ausschnitte zu sehen bekam und die konnten unmöglich was mit "SPL" zu tun haben. Ich habe mich trotzdem gefreut und irgendwie sogar noch gedacht, die ganzen schlechten Kritiken rühren wahrscheinlich von falschen Erwartungen her und ich würde hundertpro meinen Spaß haben. Schließlich hat mir auch "Kung Fu Hustle" unheimlich gut gefallen.
Aber Fehlanzeige war trotzdem. Für eine bessere Wertung hätte der Oberklasse-Einstieg mit den zwei tollen Fightsequenzen auf die komplette Spielzeit ausgewalzt werden müssen. Die wenigen Einlagen im Mittelteil hat man superschnell wieder vergessen und das Finale ist ein Witz. Da blieb mir am Ende nichts, als eine unterdurchschnittliche Note zu geben, obwohl ich wirklich gerne mehr geben wollte.

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Beitrag von Joker6686 » 15.06.2007, 14:07

Sehr schönes Review! Film spar ich mir lieber ;) Klingt ja nicht sooo überzeugend das ganze :)

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Beitrag von SFI » 15.06.2007, 14:26

Kritik sehe ich teilweise auch so vor allem beim Finale, ansonsten fand ich den beim ersten Mal sehen ganz gut. Generell würde ich meine persönliche Wertung bei :liquid7: einpendeln.

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Beitrag von Andy Lau » 15.06.2007, 14:31

Och ,menno! Hatte mich nach dem Trailer so auf den Film gefreut und jetzt das. :( Naja , ich werde ihm trotzdem in der nächsten Zeit ne Chance geben und mich selber überzeugen. Geiles Review by the way ! :wink:
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Beitrag von kami » 15.06.2007, 16:21

Es ist von Vince schon etwas vermessen, sich bei einer Comicverfilmung am Effektspektakel aufzuziehen, im Gegenteil sollte man es dem Film eher hoch anrechnen, dass er trotz Comic-herkunft so lange auf realistische Hardhitting-Action setzt. Natürlich gelingt es dem Film wirklich nicht, seine Geschichte übermäßig spannend zu erzählen, was aber auch den überdeutlichen Wuxia-Einflüssen zu verdanken ist, so richtig nägelbeißende Spannung verbreiten die Wuxia-Geschichten nur selten.
Trotzdem wird der Film nicht langweilig, die erstklassige Action wird in angenehmen Portionen über die Laufzeit verteilt, die Optik ist verdammt edel, der Soundtrack rockt ganz ordentlich, die CGI sind gut, und inmitten all des Bombastes gelingen Wilson Yip auch einige atmosphärisch sehr dichte Sequenzen, z.B. die im nächtlichen Baseballstadion. Auch den Showdown finde ich fantastisch, gelingt es Yip&Yen doch, trotz CGI-Einsatzes Dynamik in den Bewegungen und echten Impact zu erzeugen, etwas, was z.B. der ähnlich comichafte, insgesamt aber weniger gelungene BLACK MASK auch ohne CGI im Showdown nicht schafft.
DTG ist mit den aktuellen technischen Möglichkeiten aufgebocktes HK-Kino alter Schule, welches im Vergleich zu Klassikern wie SAVIOR OF THE SOUL oder auch HEROIC TRIO sehr gut dasteht, mit Käse wie SILVERHAWK oder gar Andrew Laus entsetzlicher TEKKEN-Raubadaption AVENGING FIST ist er gar nicht zu vergleichen.
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Beitrag von Joker6686 » 15.06.2007, 16:40

kami hat geschrieben:Es ist von Vince schon etwas vermessen, sich bei einer Comicverfilmung am Effektspektakel aufzuziehen, im Gegenteil sollte man es dem Film eher hoch anrechnen, dass er trotz Comic-herkunft so lange auf realistische Hardhitting-Action setzt. Natürlich gelingt es dem Film wirklich nicht, seine Geschichte übermäßig spannend zu erzählen, was aber auch den überdeutlichen Wuxia-Einflüssen zu verdanken ist, so richtig nägelbeißende Spannung verbreiten die Wuxia-Geschichten nur selten.
Trotzdem wird der Film nicht langweilig, die erstklassige Action wird in angenehmen Portionen über die Laufzeit verteilt, die Optik ist verdammt edel, der Soundtrack rockt ganz ordentlich, die CGI sind gut, und inmitten all des Bombastes gelingen Wilson Yip auch einige atmosphärisch sehr dichte Sequenzen, z.B. die im nächtlichen Baseballstadion. Auch den Showdown finde ich fantastisch, gelingt es Yip&Yen doch, trotz CGI-Einsatzes Dynamik in den Bewegungen und echten Impact zu erzeugen, etwas, was z.B. der ähnlich comichafte, insgesamt aber weniger gelungene BLACK MASK auch ohne CGI im Showdown nicht schafft.
DTG ist mit den aktuellen technischen Möglichkeiten aufgebocktes HK-Kino alter Schule, welches im Vergleich zu Klassikern wie SAVIOR OF THE SOUL oder auch HEROIC TRIO sehr gut dasteht, mit Käse wie SILVERHAWK oder gar Andrew Laus entsetzlicher TEKKEN-Raubadaption AVENGING FIST ist er gar nicht zu vergleichen.
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Jaja die rosarote kami Asia Brille :lol: :wink:

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Beitrag von Vince » 15.06.2007, 16:54

Joker6686 hat geschrieben: Jaja die rosarote kami Asia Brille :lol: :wink:
Jep, so ungefähr. :wink:
Also kami, manchmal ist es schon ein bisschen vermessen, was du so alles als vermessen bezeichnest... ich muss also quasi ohne Bedingung die hier gezeigten Effektorgien gut finden, nur weil es sich um eine Mangaverfilmung handelt? Also bitte! Die Effekte sind zum einen mal auf dem Stand der Endneunziger, zum anderen wird gerade in dem üblen Finale jede Choreografie durch irgendwelche Wirbeleffekte zunichte gemacht. Ich dachte eigentlich, ich hätte es im Intro klar und deutlich gesagt - ich stehe auf diesen bunten Over the Top-Kram, "City Hunter" zum Beispiel finde ich fantastisch. Aber das heißt noch lange nicht, dass ich alles schlucke, was man mir vorsetzt. Und das Effektspektakel ist hier imo nun mal nach den beiden sehr gelungenen Sequenzen am Anfang unausgegorenes Stückwerk und nicht mehr.

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Beitrag von freeman » 16.06.2007, 01:06

Also meinereiner sieht sich in der Mitte von Moserern und Gutfindern ... Kihi. Ich fand den Einstiegsfight einfach nur genial. Die von dir erwähnte Präsentation aus der Vogelperspektive ist an Eleganz und Edellook nicht mehr zu überbieten (schafft der Film selber - wie absolut richtig erwähnt - nicht mehr). Dass mit den Haaren sehe ich wie du: Tarnung nicht vorhandener Schauspielkunst, was sich auch absolut fatal auf die Figuren auswirkt. Insbesondere der Straßenbubi mit den Nunchakus ist imo ein schlechter Witz von einer Figur. Dagegen kann ich kami beispielsweise nur zustimmen, wenn er die Baseballfeldszene erwähnt, die imo wirklich funktionierte ABER im Grundton schon wieder dem gesamten Film zuwider läuft. Und so ist der Streifen imo ein unausgewogener Film, der allerdings kurzweilig zu unterhalten vermag. Dabei kann ich jetzt nur von meiner Erstsichtung ausgehen, weil einem Mehrfachtest wurde er noch nicht unterzogen.

Im Übrigen fand ich den Showdown BIS zu der Szene, wo Yen den Kameraden durch die diversen Hausebenen drischt, richtig cool ... die Szene hat ihn dann aber zerstört ...

Egal:
:liquid6: von mir und den Daumen hoch für Vinces Review!
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Beitrag von kami » 16.06.2007, 12:45

Vince hat geschrieben:
Joker6686 hat geschrieben: Jaja die rosarote kami Asia Brille :lol: :wink:
Jep, so ungefähr. :wink:
Also kami, manchmal ist es schon ein bisschen vermessen, was du so alles als vermessen bezeichnest... ich muss also quasi ohne Bedingung die hier gezeigten Effektorgien gut finden, nur weil es sich um eine Mangaverfilmung handelt? Also bitte! Die Effekte sind zum einen mal auf dem Stand der Endneunziger, zum anderen wird gerade in dem üblen Finale jede Choreografie durch irgendwelche Wirbeleffekte zunichte gemacht.
Dem widerspreche ich energisch, auch das Finale besitzt noch genug bodenständige Moves, um es eben nicht im beliebigen Effektallerlei versanden zu lassen. Gerade wenn Donnie Yen in Aktion tritt, gibts eben auch hier höchst beeindruckende Bewegungen, zudem stehe ich persönlich sehr auf die Trefferwirkung, die Würfe und Kicks am Inventar hinterlassen.
Ich kann mir vorstellen, dass Du persönlich mit diesem Finale nicht viel anfangen kannst, einer Comicverfilmung ist es aber mehr als angemessen. Beschwer ich mich denn über das Effektspektakel in X-MEN?
Die Bezeichnung "vermessen" ziehe ich hiermit zurück, aber es ist von Deiner Seite zweckloses Hadern, diese Art von Supermoves anzuprangern, die mussten eben in den Film, ein Fehlen hätte sicher auch jeden Fan des populären Comics vergnatzt und für mich tragen sie viel zur positiven Wirkung bei.
Ich dachte eigentlich, ich hätte es im Intro klar und deutlich gesagt - ich stehe auf diesen bunten Over the Top-Kram, "City Hunter" zum Beispiel finde ich fantastisch. Aber das heißt noch lange nicht, dass ich alles schlucke, was man mir vorsetzt. Und das Effektspektakel ist hier imo nun mal nach den beiden sehr gelungenen Sequenzen am Anfang unausgegorenes Stückwerk und nicht mehr.
CITY HUNTER ist aber eine alberne Parodie auf den Originalmanga, DTG nimmt sich dagegen ernst. Aus diesem Grund sind beide Filme kaum miteinander zu vergleichen, die Highlights von CITY HUNTER, z.B. der STREETFIGHTER 2-Kampf, sind ja auch kaum echte Actionszenen, sondern hochamüsantes Kasperletheater.
Vergleichen muss man DTG wie schon angesprochen eher mit SAVIOR OF THE SOUL, den beiden HEROIC TRIO-Teilen oder eben BLACK MASK.

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Beitrag von Vince » 16.06.2007, 13:03

kami hat geschrieben: Ich kann mir vorstellen, dass Du persönlich mit diesem Finale nicht viel anfangen kannst, einer Comicverfilmung ist es aber mehr als angemessen. Beschwer ich mich denn über das Effektspektakel in X-MEN?
Die Bezeichnung "vermessen" ziehe ich hiermit zurück, aber es ist von Deiner Seite zweckloses Hadern, diese Art von Supermoves anzuprangern, die mussten eben in den Film, ein Fehlen hätte sicher auch jeden Fan des populären Comics vergnatzt und für mich tragen sie viel zur positiven Wirkung bei.
Das hört sich nicht so an, als wenn du mich richtig verstanden hättest. Nochmal: Dass diese CGI-Comic-Action gebracht wird, stört mich doch gar nicht. Nur die im Finale total beschissene Umsetzung, für die ein Film wie "Das Medaillon" noch Schelte bezogen hat (auch wenn es da noch eine Ecke übler war).
Schönreden kann man sich alles...
CITY HUNTER ist aber eine alberne Parodie auf den Originalmanga, DTG nimmt sich dagegen ernst.

Ja, leider...
Aus diesem Grund sind beide Filme kaum miteinander zu vergleichen, die Highlights von CITY HUNTER, z.B. der STREETFIGHTER 2-Kampf, sind ja auch kaum echte Actionszenen, sondern hochamüsantes Kasperletheater.
Der Vergleich war absichtlich so oberflächlich, nur um dir zu zeigen, dass ich grundsätzlich eben ganz generell mit der Tendenz zur comichaften Übertreibung keine Probleme habe, wie du es mir merkwürdigerweise latent zu unterstellen scheinst.

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Beitrag von kami » 16.06.2007, 13:19

Vince hat geschrieben:Nur die im Finale total beschissene Umsetzung, für die ein Film wie "Das Medaillon" noch Schelte bezogen hat (auch wenn es da noch eine Ecke übler war).
Schönreden kann man sich alles...
Schlechtreden auch! Und "total beschissen" passt eben bei der gelungenen technischen Umsetzung des Showdowns nicht im Geringsten.
Und nenne mir doch mal ein Gegenbeispiel, wie Deiner Meinung nach so ein Effektshowdown aussehen sollte.

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Beitrag von Vince » 16.06.2007, 14:49

kami hat geschrieben: Und nenne mir doch mal ein Gegenbeispiel, wie Deiner Meinung nach so ein Effektshowdown aussehen sollte.
Stephen Chows Filme zum Beispiel.

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Beitrag von kami » 17.06.2007, 10:23

Vince hat geschrieben:
kami hat geschrieben: Und nenne mir doch mal ein Gegenbeispiel, wie Deiner Meinung nach so ein Effektshowdown aussehen sollte.
Stephen Chows Filme zum Beispiel.
Tut mir leid, KUNG FU HUSTLE hat vielleicht die etwas besseren CGI, aber gerade hinsichtlich Kinetik und Dynamik ist der DTG- dem KFH-Showdown deutlich überlegen, in meinen Augen zumindest.

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Beitrag von Vince » 17.06.2007, 16:06

Also entschuldige, aber wenn du versuchst, die SFX von DTG mit denen von Kung Fu Hustle gleichzustellen, dann läuft aber irgendwas nicht ganz richtig. :wink: Sieht ja wohl ein Blinder mit Krückstock, dass KFH und auch Shaolin Soccer diesbezüglich DTG in allen Belangen überlegen ist.

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Beitrag von wolfman » 17.06.2007, 16:26

Dann habe ich aber wohl was verpasst! :wink:

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Beitrag von Vince » 17.06.2007, 16:35

Bah, geh weg. :wink:

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Beitrag von John Woo » 17.06.2007, 16:47

Boah geil hier macht weiter :lol:

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Beitrag von freeman » 17.06.2007, 20:32

Ich bin da auch eher auf Kamis und Wolfmans Seite ... aber das ist ja sicher bekannt ... Kung Fu Husten ... LOL ... neee ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von Vince » 17.06.2007, 21:09

Weiß ich freeman, aber wir reden ja hier nicht vom Humor, sondern einzig und allein von der Umsetzung der Effekte. Sorry, aber wenn ich die Finals von Dragon Tiger Gate und Kung Fu Hustle nebeneinandersetze und jemand sagt mir, die seien technisch gleichwertig und von der gleichen Dynamik und einer genauso guten Choreografie, dann muss ich mich zunächst mal rappeln und dann noch mal nachfragen "ääh.. biddewas?"

Bitte, irgendwer, gebt mir ein Zeichen, dass ihr hier nicht alle unter kompletter Geschmacksverirrung leidet. :wink:

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Beitrag von freeman » 17.06.2007, 21:16

In meinem Kung Fu Hustle Review ... irgendwo bei den Narren ... kannste aber auch ne feine Effektschelte lesen ... denn die sind auch in Kung Fu Hustle teils räudig, auch wenn sie gerne schön geredet werden. Was sie nicht sind. Das einzige, was sie ein wenig "gut" aussehen lässt, sind die unübersehbaren Comicanleihen, die aber auch nicht konsequent durchgezogen werden und daher auch wieder sucken ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von Vince » 17.06.2007, 21:19

freeman hat geschrieben:In meinem Kung Fu Hustle Review ... irgendwo bei den Narren ... kannste aber auch ne feine Effektschelte lesen ... denn die sind auch in Kung Fu Hustle teils räudig, auch wenn sie gerne schön geredet werden. Was sie nicht sind. Das einzige, was sie ein wenig "gut" aussehen lässt, sind die unübersehbaren Comicanleihen, die aber auch nicht konsequent durchgezogen werden und daher auch wieder sucken ...
Ja, aber selbst wenn man diesen Standpunkt vertritt (was man kann), muss man doch sehen, dass der Showdown in DTG trotzdem um Klassen schlechter ist.

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