No Retreat, No Surrender I - V

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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No Retreat, No Surrender I - V

Beitrag von freeman » 13.11.2007, 23:56

No Retreat, No Surrender I aka Karate Tiger I

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Fürs Review vom Vince Bild klickern!

In diesem Sinne:
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Raging Thunder

Beitrag von freeman » 13.11.2007, 23:58

No Retreat, No Surrender 2: Raging Thunder aka Karate Tiger II

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Originaltitel: No Retreat, No Surrender 2: Raging Thunder aka Karate Tiger II
Herstellungsland: Hongkong / USA
Erscheinungsjahr: 1988
Regie: Corey Yuen
Darsteller: Cynthia Rothrock, Loren Avedon, Max Thayer, Patra Wanthivanond, Matthias Hues

Scott Wilde reist von Amerika nach Thailand. Der Liebe wegen. Wartet doch in Bangkok seine Perle Su Lin, ihres Zeichens Tochter eines reichen Exilvietnamesen. Nach dem gemeinsamen Schäferstündchen stürmen allerdings ein paar Bäddies den Ort junger Liebe und entführen Su Lin! Scott soll getötet werden, kann sein Killerkommando allerdings ausschalten. Kurz darauf wird er verknackt und soll für die Morde an dem Lumpenpack, immerhin thailändische Staatsbürger, nach Singapur ausgewiesen werden. Doch Scott denkt gar nicht daran, die Segel zu streichen, immerhin ist seine Su in den Händen der Bäddies! Er wendet sich an seinen alten Kumpel Mac und findet mit ihm gemeinsam heraus, dass man Su in Kambodscha gefangen hält. In einem sowjetischen Armeestützpunkt, angeführt von dem eisenharten Überrussen Yuri. Gemeinsam mit der Hubschrauberpilotin Terry bricht man gen Kambodscha auf, um hier mal so richtig auf den Busch zu klopfen ...

Und derer Gelegenheiten gibt es viele. Genauer gesagt wird in Raging Thunder eigentlich alle drei Minuten um sich geschlagen und getreten, bis auch wirklich jede Nase blutet. Langeweile kommt so wahrlich zu keiner Minute auf, ist Raging Thunder doch permanent in Bewegung und macht so die dünne und altbekannte Story recht ordentlich wett. So klöppelt man sich die ersten 40 Minuten durch Bangkok und bricht dann in den Dschungel auf, um selbigen zu roden. Eine überflüssige Charakterentwicklung der Figuren gibt es nicht, man unterhält sich nur via One Linern und macht sich nicht einmal dann Sorgen, wenn einen die Russen an den Eiern haben. Allzu ernst wird das Ganze dann auch nicht dargeboten und hier und da meint man sogar so etwas wie leise Ironie aus dem irren Treiben herauszuhören.

Allerdings werden diese Anflüge immer wieder umgehend platt gewalzt, denn immerhin war hier Corey Yuen als Regisseur am Werke und der setzt nunmal gerne auf das, was er am besten kann: Action. Dabei merkt man dem Film Yuens Mitwirken gar nicht so sehr an. Ok, die Fights sind rasant und schnell choreographiert und wirken profund in Szene gesetzt, allerdings ist dies ein Markenzeichen, das alle Streifen aus der Ng See Yuen Produktionsschmiede (bspw. die gesamte No Retreat, No Surrender Serie) vor sich her tragen. Auch fehlen einige spektakulärere Einlagen, die Yuen in den folgenden Jahren über die Landesgrenzen hinweg berühmt machen werden. Doch insgesamt - auch im Vergleich zu den restlichen Streifen der Karate Tiger Reihe, der man diesen Film in Deutschland schnell zugeordnet hat, obwohl der Film mit dem Karate Tiger Franchise in Form und Ablauf wirklich NICHTS gemein hat - liegen die Kämpfe allesamt weit über dem Durchschnitt amerikanischer Martial Arts Streifen, atmen sie doch unglaublich viel vom Geist asiatischer Produktionen. Das beste Beispiel dafür ist der vollkommen überzogene Endfight, in dem Scott auf Yuri trifft. Ein Match in Kain und Abel Dimensionen, welches rein von der Anlage fast schon comicartig enden muss und es auch tut, erwehrt sich Yuri am Ende doch Scotts Angriffen ebenso wie diversen Krokodilbissen. Und nebenher zieht er einen Army Jeep per Hanfseil durch die Gegend, nur um am Ende als Barbecuebeilage zu enden. Top. Erstaunlicherweise ist dies dann auch der einzige Fight im Showdown, weil die Hundertschaften an Goons um Yuri zersprengt, angekokelt oder erschossen werden. Kein einziger Kombattant hebt hier ein Bein und das verwundert in einem Corey Yuen Film doch ziemlich. Zwar ist der Showdown auch so recht nett anzuschauen und wartet mit dicken Explosionen auf, aber ein wenig mehr Geklöppel hätte ihn deutlich aufgewertet, zumal die Gegner von Scott und Mac alles andere als intelligent wirken, wenn sie wie die Lemminge in Minenfelder rennen oder Maschinengewehrfallen mit ihren Körpern füttern. Zum Glück lässt Yuen seine Darsteller schon im Vorfeld des Showdowns ordentlich auf die Kacke hauen und entschädigt so ein wenig für den unentschlossenen Showdown. Zumal Yuen mit Loren Avedon und Cynthia Rothrock zwei Meister ihres Faches an Bord geholt hat.

Loren Avedon kickt dabei ungewohnt spektakulär und schnell und liefert hier wohl eine der beeindruckendsten Leistungen seiner Karriere ab. Dagegen muss die Rothrock eigentlich nur beeindruckende Nehmerqualitäten beweisen, was sehr gut klappt. Max Thayer als Mac ist ausschließlich für die One Liner zuständig und Matthias Hues als Yuri darf die Scheiße rocken. Immer mindestens zwei Köpfe größer als der Rest vom Cast, wird er von Yuen herrlich überinszeniert und beeindruckt sowohl mit seiner unglaublichen Physiognomie als auch mit ungeahnter (vor allem im Vergleich zu seinen späteren Filmen) Schnellig- und Beweglichkeit! Spielen muss freilich keiner der vier Hauptfiguren und das ist wohl auch besser so.

Für viel Flair sorgen die asiatischen Schauplätze, die recht stimmungsvoll eingefangen werden und der Drehort Dschungel ist bei uns Actiondödeln doch eh immer gern gesehen. Dabei gibt es dann sogar eine Szene, in der eine Örtlichkeit genutzt wird, die auch Brian de Palma für die Schlüsselszene seines großartigen Die Verdammten des Krieges nutzte und die man wirklich sofort wiedererkennt. Erstaunlich gelungen ist obendrein der Soundtrack, der mit einem wirklich herrlich kitschigen Lied einsteigt, welches dann mit seinem sehnsuchtsvoll schmachtenden Melodiebogen das Hauptthema des weiteren Treibens liefert. Großartige Probleme zu benennen, ist allerdings auch kein herkulisches Problem. Der Showdown ist ein wenig saftlos, insbesondere in den Nebenrollen muss man schon ziemlich nichtssagende Nase ertragen, die Story um Su Lins Vater wird genauso an den Haaren herbeigezogen, wie sie auf einmal unwichtig wird, manche Settings wirken arg abgerissen (vor allem im Filmbangkok) und wenn am Ende das Lager zerbombt wird, wackelt so manche benachbarte Styroporwand arg bedenklich.

Kurzum, Raging Thunder ist bei Leibe nicht perfekt aber er bietet sehr kurzweilige, schnell durchgezogene und vor allem auch witzige Martial Arts Action mit sympathischen Figuren.
:liquid7:

In der Schweiz ist von Karate Tiger II ein Bootleg erschienen, das in einigen - ehemals geschnittenen - Szenen deutsch untertitelt werden musste. Die Qualität - insbesondere des Bildes - ist recht erbärmlich und maximal auf VHS Niveau. Die deutschen Erscheinungen sind allesamt übelst zerschnitten wurde, wollte man den Streifen doch gerne mit einer FSK 16 durch die Prüfung bekommen. Die britische Universal Scheibe ist in einer Schlangensnuffszene cut. Eine offizielle uncut Veröffentlichung gibt es aus Australien von dem Label Force Video zu vermelden.

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No Retreat, No Surrender 3: Blood Brothers

Beitrag von freeman » 13.11.2007, 23:59

No Retreat, No Surrender 3: Blood Brothers

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Originaltitel: No Retreat, No Surrender 3: Blood Brothers
Herstellungsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 1990
Regie: Lucas Lowe
Darsteller: Loren Avedon, Keith Vitali, Joseph Campanella, Wanda Acuna, Luke Askew, Rion Hunter, Mark Russo, David Michael Sterling, Philip Benson, Sherrie Rose u.a.

Jason Alexander hat Geburtstag und will ihn mit seiner Familie gebührend begehen. Leider sind sich seine Söhne Will und Casey alles andere als grün und es kommt zum Familieneklat, in dessen Verlauf Will die Flucht ergreift. Kaum ist die Party vorbei, schauen ungebetene Gäste bei Jason Alexander rein: Franco und seine Terroristenschar will Rache nehmen für den Tod von Francos Sohn, angeblich verschuldet von Jason. Will, der sich auf dem Weg in seine Heimat ein Herz gefasst hat und umgekehrt ist, findet den toten Körper seines Vaters im heimischen Swimming Pool treibend. Kurz darauf kehrt auch Casey an den Ort des Verbrechens zurück. Doch anstatt zusammenzuhalten, beschließen beide Brüder auf eigene Faust den Tod des Vaters zu rächen. Dumm nur, dass Franco einen gigantischen Terroranschlag plant, den keiner der beiden Brüder im Alleingang stoppen kann ...

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Tausend mal gesehen, tausendmal ist Besseres geschehen. Unter diesem Motto firmiert Blood Brothers. Im wesentlichen sieht die Storyline wie folgt aus: Ein Familienmitglied wird gemeuchelt und die Verbliebenen wollen Rache. Nicht der verkehrteste Ansatz, der hier obendrein einen kleinen Kniff erfährt, denn die verbliebenen Söhne raufen sich nicht etwa zusammen, sondern stehen sich durchaus auch mal gegenseitig im Weg. Leider wird dieser interessante Kniff ebenso wenig konsequent zu Ende gedacht, wie der Rest vom Film. Was will Franco? Was hat es mit seinem ermordeten Sohn auf sich? Warum können sich Casey und Will eigentlich nicht leiden? Wie passt Superbabe Maria in diese Gleichung und warum hält ihr Oberteil so eisern, obwohl ein Träger zerrissen ist und das Kleidungsstück permanent so wirkt, als wolle es wegfliegen? Fragen über Fragen. Antworten stehen vielleicht irgendwo im Drehbuch unter "Ferner Liefen", in Blood Brothers der Film jedenfalls gibt es keine. Braucht es zum Glück auch nicht, denn diese mit der heißen Nadel gestrickte Story funktioniert im Grunde genommen ganz gut. Zumindest leistet sie ihren Beitrag, dass es zwischen dem Gekicke nicht zuuuuu lang wird. Ganz ohne Blessuren kommt die Aufmerksamkeit des Zuschauers aber nicht davon, da Blood Brothers im Mittelteil auch mal ordentlich hängt.

Denn seltsamerweise ergeht man sich in dieser Ng See Yuen Produktion (Verantworlicher Produzent hinter einigen netten Old-School-Kickern wie Bloodmoon) nicht in tausendfach erprobten, hochtourigen Kickereinlagen. Eher wirken die Martial Arts Einlagen ziemlich gebremst und immer, wenn man den Eindruck hat, jetzt kommt Schwung in die Bude, wird abgebrochen und der Fight ist beendet. Zwar könnte man jetzt die präzise und straighte Abwicklung der Actionszenen lobend erwähnen, aber irgendwie wünscht man sich schon, Lucas Lowe hätte seinem Choreographen mehr Freiraum gelassen. Denn dieser rekrutiert sich aus dem asiatischen Kulturkreis und lässt Blood Brothers die herrlich energetische Kampfchoreographie asiatischer Martial Arts Streifen angedeihen, die mit der der teils sehr bodenständigen und vor allem brutal brachialen amerikanischen Kampfkunststreifen nicht viel gemein hat. Und so darf auch hier sehr athletisch gekloppt werden. Salti, High Kicks, gleichzeitig abgefeuerte Kicks und Schläge und ziemlich rabiate Trefferwirkungen mit davonfliegendem Kanonenfutter erfreuen das Auge und machen ordentlich Laune. Zum Glück darf dann wenigstens im Showdown deutlich ausführlicher gekickt werden, doch auch hier wird vor dem erhofften, vermutlich ultimativ brutalen Finishing Move abgebrochen und ein Laberende präsentiert. Kampfus Interuptus quasi. Echt schade. Dennoch ist die hier gebotene Action definitiv sehr fein und überzeugt vor allem durch ihre Schnelligkeit und die doch erstaunlichen Kampfkunstfähigkeiten der Darsteller. Leider gibt es gerade im Showdown einige unglücklich gedoubelte Szenen, die dank seltendämlicher Doubleperücken in ziemliche Trashgefilde abrutschen.

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Solange die Doubles nicht wirken, dürfen wir Keith Vitali und Loren Avedon beim "Schauspielern" zugucken. Beide versagen dabei auf ganzer Linie. Vitali trägt eigentlich den ganzen Film ausschließlich ein dandyhaftes, sehr beklopptes Lächeln vor sich her und Loren Avedon guckt einfach immer verwirrt. Zusammen funktionieren die beiden aber erstaunlich gut. Ihr Gekabbel ist ganz witzig, das Bruderduell schön überzogen und mit einigen witzigen Sprüchen unterlegt. Leider gehen die beiden zu häufig getrennte Wege und dann sind beide hoffnungslos überfordert. Außer freilich, sie dürfen kicken. Dabei weiß Loren Avedon (für mich nach wie vor ein peinlicher Michael Dudikoffklon, was seine fast identische Fönfrisur nur zu belegen scheint) am meisten zu gefallen, hat er doch ein paar nette Moves und High Risk Aktionen in petto. Dagegen wirkt Vitali wie der Rest der Action immer ein wenig gebremst, obwohl er eigentlich viel mehr drauf hat! Als Badass Franco bekommen wir einen weißhaarigen Rion Hunter zu sehen, der aber nicht wirklich als präsenter oder übergroßer Gegner angesehen werden kann, was schade ist, da er alleine schon wegen seines exaltierten Äußeren recht interessant wirkt. Und naja, Wanda Acuna als Maria hat schöne Moppen, schaut ansonsten aber immer mit dem gleichen Gesichtsausdruck in die Kamera ... egal, was gerade passiert.

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Was bleibt ist der gewohnte storytechnische Blödsinn, der allerdings mit einigen netten Gags und dem Bruderzwist zu punkten versteht, seine besten Momente allerdings natürlich in der ordentlich choreographierten und bebilderten, sehr schnellen und spektakulären Action hat. Irgendwie hatte ich den aber aus früheren Tagen deutlich fetziger in Erinnerung. Für zwischendurch aber nicht die verkehrteste Wahl und obendrein eh einer der besseren Filme von Loren Avedon, der ja (abgesehen von Karate Tiger 2 und 5) ansonsten durch ziemlich tiefen C-Z Müll waten musste.
:liquid5:

Die deutsche Fassung dieses insgesamt alles andere als brutalen Streifens ist schön zerschnippelt. Uncut bekommt man ihn in UK von Universal in mieser Bild- (gibt soviele Drop Outs, dass man meint, es schneie in Florida und das Bildformat mutet auch alles andere als korrekt an.) und Tonqualität (Knacken und Aussetzer allerorten).

In diesem Sinne:
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No Retreat no Surrender IV aka Karate Tiger V

Beitrag von freeman » 14.11.2007, 00:01

No Retreat no Surrender IV aka Karate Tiger V: König der Kickboxer

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Originaltitel: King of the Kickboxers, The
Herstellungsland: Hongkong / USA
Erscheinungsjahr: 1991
Regie: Lucas Lowe
Darsteller: Loren Avedon, Richard Jaeckel, Don Stroud, Billy Blanks, Sherrie Rose, William Long Jr., David Michael Sterling, Keith Cooke, Ong Soo Han, Jerry Trimble u.a.

Bangkok 1981. Jake ist mit seinem Bruder Sean nach Thailand gereist, um den Thailändern zu zeigen, wo der Kickboxbauer den Most holt. Und wirklich: Sean schlägt den thailändischen Meister recht locker. Blöderweise sehen dies ein paar Bad Asses nicht all zu gerne und machen Sean ihre Aufwartung. An dessen Ende ziert eine riesige Narbe Jakes Gesicht und Sean kickt im Himmel Palmen um. New York 1991. Jake mutierte infolge seiner Erlebnisse in Bangkok zum Harakiricop, dem Vorschriften einen Scheiß interessieren. Seine Vorgesetzten wollen ihn darum erst einmal aus der Stadt raushaben und tragen ihm an, sich Undercover in Bangkok zu betätigen. Immerhin würden hier Snuff Filme gedreht, in deren Verlauf Kickboxer vor laufender Kamera gemeuchelt werden! Doch Jake hat darauf aufgrund seiner negativen Erinnerungen an Bangkok verständlicherweise keine rechte Lust. Als er eines der Snuff Videos sichtet (witzigerweise Szenen aus Loren Avedons Streifen Blood Brothers, der über diesem Review gereviewt wurde ;-) ) stolpert er über ein ihm bekanntes Gesicht. Khan, der Mörder seines Bruders! Dieser betätigt sich mittlerweile als großer Kickboxerkiller vor laufenden Kameras. Jetzt hat Jake Lunte gerochen und bricht gen Thailand auf. Hier wird ihm dann von einem Thai richtig einer eingeschwenkt und er beginnt zu ahnen, dass ein überstürzter Rachefight gegen Khan nicht die Lösung sein kann. Also wendet er sich an einen Lehrmeister, namens Phran, der ihm helfen soll, Khan die Scheiße ausm Körper zu klöppeln ...

Yeah, da haben wir wieder einen dieser herrlichen Filme, der auf der simpelsten aller Storyprämissen im Actionbereich basiert: Bruder put, Bruder sauer, RACHE. Ja, und was schon Hunderte Male vorher funktioniert hat, klappt auch bei diesem schnellen Kicker für zwischendurch mehr als ordentlich. Shakespearedialoge und überraschende Wendungen werden dabei freilich glücklicherweise gleich als erstes umgekickt und so präsentiert sich King of the Kickboxers als straight durchgezogene, sehr kurzweilige Kickermär, die hervorragend funktioniert und erstaunlich viel Humor auf der Habenseite verbuchen kann. Dieser resultiert vor allem aus den herrlichen Frotzeleien zwischen Jake und Phran, die sich bis zur letzten Minute nur herrlich bekloppte Sprüche an den Kopf werfen und den jeweils anderen dumm machen. Eine wirklich respektvolle Meister Schüler Beziehung sieht sicher anders aus, macht aber auch hundertprozentig nicht soviel Spaß. Gegeben wird Jake von einem wie wild um sich kickenden Loren Avedon, der vor allem im Training mit Phran enorme Athletik und Verbiegungseigenschaften präsentiert und in King of the Kickboxers immer mit einer charmant lässigen Machoattitüde durch den Thaiwald schlendert. Sein Trainer Phran wird von Keith Cooke gespielt, den ich leider bisher nur aus Heatseeker kenne und der hier in einer kurzen Szene andeuten darf, was er auf dem Kasten hat! Und das ist Einiges! Obendrein wirkt Cooke auch in diesem Streifen wieder kreuzsympathisch und man wundert sich irgendwo schon, warum man noch nie mehr von ihm gehört hat. Den Bösewicht Khan gibt Billy Blanks. Meines Erachtens eine echte Null im B-Geschäft, der aber gerade in diesem Streifen ungeheure physische Präsenz beweist und vor allem verdammt geil kickt! Warum er aber die ganze Zeit guckt, als würde ihm ne Wurst quer liegen, weiß ich auch nicht. Vielleicht meinte er, er wirke so irgendwie böse? Keine Ahnung. Ist ja auch egal, kicken soll er und das macht er ganz ordentlich. Die einzige Frau im Cast macht auch, wofür sie eingestellt wurde: Gut aussehen, Scheiße labern, Moppen auspacken. Business as Usual. Das gilt unisono auch für die Action im Film. Wie die Vorgänger der No Retreat, No Surrender Reihe wurde auch der vierte Teil von Ng See Yuen produziert, der erneut amerikanische Martial Arts Stars durch genial schnelle und überzogene (durchaus auch diversen physikalischen Gesetzen trotzende) asiatische Kampfsportchoreographien prügeln lässt und dabei die Vorteile beider Kampsportbackgrounds miteinander kombiniert. Sprich die Härte der amerikanischen Martial Arts gekreuzt mit den verspielten Einlagen asiatischer Kampfkunst. Das Ergebnis sind teils knackig kurze aber spektakulär anzuschauende Fights, die ordentlich die Palme rocken. Highlight bildet dabei freilich der Showdown in einem Mad Max III: Thunderdome ähnlichem Gebilde, in dem sich Billy Blanks und Loren Avedon über verschiedene Plattformen knüppeln dürfen und dabei sichtlich viel Spaß haben. Um Probleme bei King of the Kickboxers zu finden, braucht man freilich nicht tief graben. Die Darsteller sind teils erbärmlich (Blanks, die meisten Nebendarsteller), die Musik ist langweilig bis zum geht nicht mehr, manche Settings in New York wirken megabillig und auch die Optik kommt allgemein nicht sonderlich gut weg. Teilweise scheint der Kameramann gar den Weißabgleich vergessen zu haben, was blaue Farbflecken zur Folge hat und gegens Licht filmt man eigentlich auch nur, wenn man damit etwas ausdrücken möchte. Aber na ja, man kann ja nicht alles haben.

Das Ergebnis ist ein rundum vergnüglicher und schneller Kicker für den kleinen Martial Arts Hunger zwischendurch. Zunehmend amüsanter werdend, ist auch die Idee mit den Kickbox-Snuff-Movies mal eine ziemlich nette, alles andere als alltägliche Idee, die obendrein zunehmend zum handlungsbestimmenden Punkt mutiert. Natürlich flankiert von allen gängigen Klischees des Genres, denn freilich haben die Bäddies gegen Ende alle für Jake wichtigen Personen als Geiseln und wird irgendwann recht viel esoterischer Blödsinn von irgendwelchen jahrhundertealten Meistern gelabert. Doch geschenkt. King of Kickboxers kickt wirklich ordentlich.
:liquid6:

Die deutschen Fassungen dieses Streifens sind unter dem Namen Karate Tiger 5 leider alle geschnitten und dennoch recht ansehbar. Uncut gibt es den Streifen beispielsweise in UK von dem Label Universal. Leider wie Blood Brothers in absolut räudiger Bild- und Tonqualität.

In diesem Sinne:
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Beitrag von freeman » 14.11.2007, 00:03

No Retreat no Surrender V aka American Shaolin

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Review vom Sir Jay durch Klicken des Bildes ...

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Beitrag von freeman » 14.11.2007, 01:04

Sodale, die Reihe vervollständige ich die Tage und passe dann deinen Reviewindex entsprechend dem Kickboxerfred an Vince ... brauchst also hieraus nichts in unseren Index zu verlinken ...

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Beitrag von djoli » 14.11.2007, 10:33

Ist Bloodbrothers der mit Loren Avedon?
Ich wusste gar nicht das King of the Kickboxer zu dieser Reihe gehört. War mit Kickboxer mein Lieblingskickerstreifen (geiles Wort)als ich klein war.
Gibt es denn eigentlich uncut und auf Deutsch auf DVD? Ne UK gibt es ja, aber die habe ich noch nirgends gefunden.
Vielleicht war das Pulver feucht...
Oder du bist einfach nur scheiße!

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Beitrag von McClane » 14.11.2007, 11:23

djoli hat geschrieben:Ne UK gibt es ja, aber die habe ich noch nirgends gefunden.
Falls du jemanden mit KK kennst, dann gibt es den hier:
Klick

Oder bei nem ebay- und paypal-Account hier:
Klick
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Re: Raging Thunder

Beitrag von kami » 14.11.2007, 12:03

freeman hat geschrieben: Dabei merkt man dem Film Yuens Mitwirken gar nicht so sehr an. Ok, die Fights sind rasant und schnell choreographiert und wirken profund in Szene gesetzt, allerdings ist dies ein Markenzeichen, das alle Streifen aus der Ng See Yuen Produktionsschmiede (bspw. die gesamte No Retreat, No Surrender Serie) vor sich her tragen.
Was ja nicht wundert, da ja allein bei drei dieser Produktionen Corey Yuen die Action choreographierte, bei den anderen beiden besorgte das Tony Leung Siu Hung, der zumindest ein sehr guter Imitator ist.

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Beitrag von Vince » 14.11.2007, 14:02

freeman hat geschrieben:Sodale, die Reihe vervollständige ich die Tage und passe dann deinen Reviewindex entsprechend dem Kickboxerfred an Vince ... brauchst also hieraus nichts in unseren Index zu verlinken ...
Yeah, endlich nochmal nen freier Tag! Danke Chef! 8-)

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Beitrag von mullen » 14.11.2007, 20:12

ich kann immer noch nicht verstehen, wie alle den zweiten so gut finden :D der zieht sich meiner Meinung nach wie Gummi und ist für einen B-Movie viiieel zu lang, dann doch lieber nochmal king of the kickboxers oder blood brothers, die waren sehr unterhaltsam :D

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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 14.11.2007, 22:15

ich fand den 2ten auch immer richtig nice, der hat so nen Charme :)
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Beitrag von freeman » 14.11.2007, 22:42

Sodale ... Blood Brothers ist im Board ...

@ mullen: Mir gings bis zur erneuten Sichtung genauso ... ich hatte beispielsweise Blood Brothers richtig fetzig in Erinnerung und Karate Tiger II war immer so lala ... aber die letzte Woche hat sich das komplett gedreht ...

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Beitrag von freeman » 15.11.2007, 21:51

Und soeben wurde eine weitere Nonsens Reihe (die eigentlich halt keine ist ;-) ) vervollständigt! König der Kickboxer ist ab sofort im Board ... Muchos Phunnos ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von Vince » 15.11.2007, 22:30

freeman hat geschrieben:Und soeben wurde eine weitere Nonsens Reihe (die eigentlich halt keine ist ;-) ) vervollständigt!
Yeah, wir san's halt die besten... dickes Lob für unseren Lückenstopfer vom Dienst!
Kenne selbst nach wie vor nur den Teil, den ich aus der Reihe besprochen habe und diesen komischen American Shaolin... wobei ich nicht ausschließen will, dass ich einen anderen von denen mal im TV gesehen hab.

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Beitrag von McClane » 16.11.2007, 10:14

Gehen wir die Reihe mal durch, soweit ich sie kenne:

"No Retreat, No Surrender":
Damals ganz nett, irgendwie muss man sich anhand von extrem vernichtender Kritiken ja immer mehr schämen den teilweise zu mögen. Aber die Fights sind nett, die dummen Ideen ganz belustigend und innerhalb dieser Selbstfindung-durch-Kampfsport-Filme gibt es schlimmeres.
:liquid5:

"No Retreat, No Surrender 2":
Etwas zu lang, aber nette Dschungellocation und ordentlich auf die Moppe. Kann mich ansonsten nur freemans Meinung anschließen und ähnlich werten.
:liquid6:,5

"No Retreat, No Surrender 3":
Kenn ich nur cut aus dem TV, UK DVD kommt die Tage, dann wird das endgültige Urteil nachgereicht.

"King of Kickboxers":
Aug Augenhöhe mit Teil 2, von der Geschichte her sicherlich ein Standardklopper, aber geile Fights und annehmbarer Menge, da verzeiht man auch gelegentliche Dummheiten und die Anflüge von Sexismus. Für Billy Blanks muss ich aber mal eine Lanze brechen, IMO ist er einer der besten B-Darsteller, dem ich in fast jedem seiner Filme eine ordentliche Präsenz zubilligen möchte. Und was der Mann an Körperbeherrschung drauf hat, holla die Waldfee.
:liquid6:,5
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Beitrag von Alrik » 09.01.2008, 22:28

Teil 1 war mein erster Kampfsportfilm den ich sah. Und in Anbetracht meines Alters damals fand ich den natürlich saugeil! *gg*
Wenn ich den heute sehe denk ich einfach nicht darüber nach. ^^

Ich wußte gar nicht das American Shaolin als Teil 5 gilt :shock:
"Rourke vor Gericht bringen? Ja sicher...und wenn ich dieses Wunder vollbracht hab schlage ich Gott K.O."

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Beitrag von Sir Jay » 10.01.2008, 15:24

da staunst du bauklötze, was? xD

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Beitrag von Cyborg Cop » 10.01.2008, 16:51

@ McClane: Finde Billy Blanks auch recht cool. Kenne ihn zwar nur aus Back in Action, aber da liefert er in Sachen Zweikämpfe eine furiose Leistung ab.

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Beitrag von McClane » 11.01.2008, 11:27

Wenigstens einer, der mir zu Seite springt.

No Retreat, No Surrender 3 hab ich vor ner Weile dann endlich mal uncut gesehen, macht ihn aber nicht wirklich viel aufregender als die deutsche Schnippelfassung (seltsamerweise). Dank netten Gekloppes und kurzer Laufzeit bleiben dann trotz mäßiger Schauspielleistungen und diverser Logikfehler noch:
:liquid5:,5
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