City Hunter

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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Vince
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City Hunter

Beitrag von Vince » 06.12.2005, 14:02

City Hunter

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Originaltitel: Cheng shi lie ren
Herstellungsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 1992
Regie: Wong Jing
Darsteller: Jackie Chan, Mike Abbott, Gary Daniels, Kumiko Goto, Eric Kot, Vincent La Porte, Leon Lai, Peter Lai, Jan Lamb, Ken Lo, Richard Norton, Kenzo Ogiwara, Louis Roth, Tan Lap Man, Carol Wan u.a.

Ryo Saeba ist ein Schlingel. Flink, frech, gelenkig, wagemutig und öfter mal hungrig - wobei letzteres zweideutig zu verstehen wäre, denn Ryo Saeba ist der “City Hunter” - und er macht nicht nur Jagd auf Essen, sondern auch auf böse Buben... vor allem aber auch auf hübsche Frauen.

Die Vorlage für den Film, der von einigen Fans als Jackies bester bezeichnet wird, stammt von Tsukasa Hojo, dem Vater des Mangas “City Hunter”, einer erfolgreichen Comicserie, die von 1985 bis 1991 lief und in diesem Zeitraum 35 Bände hervorbrachte. Erst 2001 wurde die Serie wieder aus einer dem Original gegenüber abweichenden Perspektive durch “Angel Heart” erneut zum Leben erweckt.
“City Hunter” sollte eine Verschmelzung östlicher und westlicher Kultur werden, um dem westlichen Publikum einerseits den Zugang zu erleichtern und andererseits die japanischen Einflüsse weiterhin zu erhalten und sie möglichst auch dem Rest der Welt näherzubringen. Es geht also primär um global transferierbare Popkultur, und zwar nicht in einem “melting pot”-artigen Amalgam, sondern einem durcheinandergewürfelten Schichtsalat aus diverse Versatzteilen der Popkultur aus den verschiedensten Teilen der Welt.

Dies darzustellen, musste und konnte auch nur die Aufgabe der Verfilmung sein, die zwei Jahre nach dem Ende der Comicserie die große Leinwand erreichte. Unter der Regie von Jing Wong sollte ausgerechnet Jackie Chan den Ryo Saeba spielen, der wohl erfolgreichste Martial Arts-Darsteller seit dem Tod von Bruce Lee. Und herausgekommen ist wahrlich ein einziges buntes Knallbonbon mit Überladung und Übertreibung als den beiden wichtigsten Stilmitteln; eine Action- und Spaßgranate, die eineinhalb Stunden lang ununterbrochen bunte Funken sprüht.

Eigentlich den gesamten Film über, jedoch insbesondere im Prolog sind die Manga-Anleihen absolut präsent. Die als beschleunigte Rückblende aufgezogenen ersten Minuten erzählen in ineinander überschlagenden Bildern mit enormen Zeitsprüngen die Vorgeschichte, wie sie dem Comic entliehen ist: Die Situation des City Hunters wird klar gemacht. So hatte Ryo (Chan) einen Partner, der ermordet wurde, als dessen Schwester Kaori Makimua (Joey Wong) noch klein war, und Ryo nahm sich ihrer an - dann wurde Kaori groß und hübsch. Eifersucht inbegriffen, denn zumindest im Comic lieben sich Kaori und Ryo insgeheim, wobei Ryo dazu noch ein Weiberheld ist und er Kaori wie sonstige Bekanntschaften gleichermaßen anbaggert - bei Kaori macht er danach jedoch meistens Bekanntschaft mit einem überdimensionalen Hammer, der übrigens auch im Film genüsslich zitiert wird.
Die Situation wird in der Verfilmung etwas entschärft wiedergegeben, so dass Chans Figur die von Joey Wong eher als eine Art Schwester zumindest zu betrachten versucht, auch wenn ihm ihre Kurven sichtlich zu schaffen machen.
Schlichtweg fantastisch sind die Szenenkonstruktionen in der Anfangsphase des Filmes, wenn jene Gegebenheiten dem Zuschauer sehr bildhaft erklärt werden. So gibt es eine Sequenz, in welcher der Regisseur stets zwischen einem Traum Ryos (in dem er Dutzende von Frauen in einem Pool vernascht) und der Realität (wo Ryo in einer Hängematte liegt, während Kaori quasi aus Eifersucht versucht, ihn zu wecken) hin- und herschneidet, und das mit ausgesprochen effektiver Wirkung, gerade was die Beziehung zwischen den beiden Mitgliedern des “City Hunter”-Teams betrifft. Die Dialoge werden dadurch nicht nur hier, sondern den ganzen Film über recht belanglos - man könnte dieses absurd-bunte Spektakel beim ersten Mal auf Kantonesisch ansehen und würde durch die reine Bildsprache alles verstehen können, weil die alles überschattende Bildsymbolik die Textsemantik nahezu ins Abseits stellt.

Spätestens am Ende des ersten Drittels gleitet der Film locker-flockig in den Actionbereich über. Den Übergangsbereich markiert eine Skateboard-Verfolgungsjagd, rasant und spektakulär geschnitten und überaus ansprechend in Szene gesetzt. Einschließlich dieser Szene haben wir zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht wirklich etwas von Jackie Chans Akrobatik spüren, allerhöchstens erahnen können. Wo die Skateboard-Szene nämlich eher von Wirework und Schnitten lebt, kommt man erst auf dem Kreuzer in den Genuss der Chanschen Martial Arts.
Soweit steht zunächst enormes Overacting im Vordergrund, das zugleich eine selbstironische Distanz gegenüber der Comicvorlage aufbaut. Chan knautscht sein Gesicht in diversen Szenen und überstrapaziert die Gesichtsmuskeln, so weit es nur geht. Er hampelt herum, spielt den Trottel vom Dienst und stellt sich hin und wieder in Aufsicht vor die Kamera und posaunt, von seinem weißen Anzug mit einem künstlichen Heiligenschein versetzt: “Du hast es mit keinem Geringeren als dem City Hunter zu tun!”. Ein überlegenes Lächeln umspielt die Mundwinkel, bevor es von den Bad Guys was setzt. Der Geist der Vorlage wird damit mehr oder minder gehalten, da auch diese mit Fehlbarkeit des Helden glänzte, der mehr als einmal was auf den Deckel bekam; ganz zu schweigen von dem überbordenden Overacting, das man im Comicbereich wohl eher Karikatur oder Überproportionalisierung nennen würde, welche zu den wichtigsten Stilmitteln des Mangas gehört - man denke nur an die riesigen Augen.

Sobald wir nach rund einer halben Stunde auf dem Kreuzer angekommen sind, wie es das Skript erfordert (Ryo hat den Auftrag, die Tochter eines Geschäftsmannes vor diversen Gangstern in Sicherheit zu bringen, und sie befindet sich halt auf einem Kreuzer), beginnt wahrhaftig bereits das fulminante Actionfinale, das von kleineren Pausen durchsetzt wortwörtlich bis zum finalen Gong dauert. Der Kreuzer, optisch auch durch die vielen Farbfilter (überwiegend wird in einzelnen Räumen mit Blaulicht gearbeitet) an den Austragungsort aus einem Computerspiel erinnernd, dient dann als Austragungsgelände für die nun auch vorhandene Kampfakrobatik, für Explosionen, Verfolgungsjagden und Versteckspiele. Indirekt wird der etwa zeitgleich abgedrehte “Alarmstufe: Rot” und damit noch indirekter dessen Vorlage “Stirb Langsam” abgefeiert, 70er Jahre-Katastrophenfilme, die auf einem Schiff spielten, bekommen ebenfalls gebündelt ihr Fett weg.
Hier treffen wir dann auch erstmals auf das Badass-Zweigespann in Form von Richard Norton (“Mr. Nice Guy”) als Kopf der Gangsterbande und Kickbox-Meister Gary Daniels (“Recoil”) als dessen schmierige rechte Hand. Hält sich Norton eigentlich eher dezent im Hintergrund, wird Daniels mit seiner durchaus einnehmenden Erscheinung als der körperlich weit überlegene, schier unbezwingbare Gegenspieler von Chan aufgebaut - ein stets wirkungsvolles Gegnerstereotyp, wie es Chan bis hin zu seinem “First Strike” immer wieder verfolgt hat.

Daniels darf, obgleich sein volles Potenzial zu keinem Zeitpunkt abgerufen wird, hin und wieder zeigen, was in ihm steckt; vor allem aber hat man ihm auch etwas Platz gelassen für Komödie. Das betrifft nicht zuletzt die “Street Fighter II”-Verarsche, und damit wären wir wieder bei der Popkultur. Bekanntlich als eines der populärsten Videospiele aller Zeiten in die Computerspielhistorie eingegangen und inzwischen mit Jean Claude Van Damme mehr schlecht als recht verfilmt worden, wird der Prügler von Jackie Chan und Gary Daniels in einem zentralen Duell eingehend einer Persiflage unterzogen. Während Daniels bei seiner etwas tuckigen Ken-Inkarnation bleibt, wechselt Chan mehrmals zwischen Dhalsim, Chun-Li, Guile und E. Honda (der Name des Sumos musste übrigens in “E. Honde” abgeändert werden, da Jackie Chan zu der Zeit einen Werbevertrag mit Mitsubishi hatte und nicht den Namen der Konkurrenz tragen durfte). Nun mag man - wohl zu Recht - fragen können, inwiefern es sinnvoll ist, dem Videospiel gleich eine derart ausführliche Hommage zu widmen, anstatt es einfach nur kurz zu erwähnen. Auch ich muss sagen: Obgleich die ganze Street Fighter-Sache eine sehr spaßige Angelegenheit ist, hätte es mir wohl gereicht, wenn Gary Daniels einfach ohne weitere Erklärung plötzlich einen roten Kampfanzug angehabt hätte. Der Aha-Effekt war nämlich dahin, sobald an der Wand ein “Street Fighter”-Werbeplakat und ein Spielautomat gezeigt wurde.
Ansonsten referierte man auch gleich auf die Person Jackie Chan, als der in einem Kino eine ganze Meute Gangster plattmacht, um sich zwischenzeitlich auf der Leinwand Tipps zu holen - von niemand geringerem als Bruce Lee, der gerade in seinem legendären “Game of Death” zu sehen ist. Eine Hommage also auch an die fernöstliche Martial Arts-Kultur, die durch Bruce lee revolutioniert wurde und deren Einfluss sich auch Jackie Chan nicht entziehen kann. Und Chan wird damit zum Konglomerat östlicher und westlicher Kultur gleichermaßen, auch weil Ryo Saeba zugleich ein auf Hong Kong modifizierter James Bond ist.

Eastern-Abstinenzlern wird sich definitiv der Magen umdrehen, wenn Jackie Chan mal wieder durch das reine Verdrehen von Gliedmaßen und allen verfügbaren Gesichtsmuskeln den Hampelmann macht und damit diesmal einer Comicfigur sein Antlitz leiht. Alle anderen werden jedoch frohlocken und jubeln ob einer mehr als gelungenen Comicadaption, die gemäß der Vorlage sämtliche popkulturellen Elemente der frühen Neunziger durch ein buntes Potpourri zieht und sie ausquetscht, bis nichts mehr da ist als eine quietschbunte Soße. Die Anleihen bei Tsukasa Hojos Werk sind durchweg gelungen und die Action wird jeden Chan-Fan auf Anhieb begeistern. “City Hunter” ist definitiv ein aufregendes Hong Kong-Spektakel der oberen Klasse.
:liquid8:

Auf DVD erschien der Film zuletzt in Deutschland von Splendid als ungeschnittene Fassung in annehmbarer Qualität; wahlweise auch als auf 5000 Stück limitierte "Limited Edition" im massiven Metallschuber.
Zuletzt geändert von Vince am 28.02.2006, 21:40, insgesamt 2-mal geändert.

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Sir Jay
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Beitrag von Sir Jay » 17.06.2006, 21:29

Remake meines ofdb-reviews
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Was macht man, wenn man als Action-Darsteller unglaublich populär ist, und den Erfolg noch weiter ausbauen möchte? Genau, man übernimmt die Hauptrolle einer beliebten Comic-Figur.
City Hunter ist einer der populärsten Mangas in Japan (welcher in Deutschland leider weniger Erfolg fand), und konnte sich auch in Taiwann und Hong Kong etablieren. Und Hong Kong's Superstar Nr.1, lies es sich nicht nehmen die Rolle des Womanizers Ryo Saeba zu spielen, und vor allem in Japan einen absoluten Überhit zulanden, zumal die Leute auf der Sushi-Insel ohnehin alles verschlucken, wo "Jackie Chan" drauf steht.

Nun steht die Produktion des Filmes aber vor einem Problem. Comicverfilmungen werden in der Regel nie ihrer Vorlage gerecht, ziehen diese gar in den Dreck oder vernachlässigen wichtige Elemente ganz einfach, was bei den Fans für viel Frust sorgt. Und City Hunter gehört auch zu diesen für Fans eher enttäuschenden Verfilmungen...
Für Nichtkenner des Comics und der Anime-Serie:

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Bis auf die Hosenträger und dem fehlendem Lila Hemd kommt das outfit hin. Leider ist das nur am Anfang des Films so, den Rest des Films über trägt Chan nurnoch weiß

Ryo Saeba ist ein ausgezeichneter Privatdetektiv. Er beherrscht den Umgang mit Waffen, vor allem mit seiner Standard-Waffe, einer .357 Magnum, wie kein anderer und ist ein ausgezeichneter Nahkampfexperte. Er ist ein unglaublich cooler Typ, der im Ernstfall immer alles im Griff hat.
Wenn du ein Problem hast, und der Polizei nicht trauen kannst, dann schreibe einfach "XYZ" auf die Nachrichten-tafel am Shinjuku-Bahnhof, und der City Hunter kümmert sich um dein Problem.
Vorausgesetzt du bist eine schöne Frau, denn dieser schier perfekte Verbrechensbekämpfer ist ebenso Tokyos Womanizer Nr.1
An keiner hübschen Frau kann er vorbeigehen, ohne diese anzugaffen, gar unterm Rock zu gucken, und diese anderweitig zu begrabschen.
Er ist pervers, wie man es bis dato von keiner anderen comic-Figur kannte, aber zum Glück macht ihm da seine mehr als eifersüchtige Partnerin Kaori immer einen Strich durch die Rechnung...

Und an dieses Grund-Gerüst der Vorlage hält sich die erste Realverfilmung von City Hunter auch. Aber das wars eben auch schon. Die großen Unterschiede werden dem Fan im Laufe des Filmes mehr als deutlich.
Das fängt schon beim Hauptdarsteller Jackie Chan an.
So sehr ich den Kerl auch mag, aber als Ryo Saeba ist er nun doch nicht die perfekte Wahl. Chan ist weder groß, noch hat er ein Aussehen, bei dem alle Frauen schwach werden (no offense jackie xD).
In Aktion zeigt er einige Ansätze des Ryo Saeba, doch diese kommen für den Fan letztlich doch zu kurz.
Er träumt zwar anfangs von Frauen, lässt sich von diesen verwöhnen, schleimt sich nahher noch bei der Sekretärin ein, und rennt schließlich mit Voller Freude zur leicht bekleideten Dame, die ihm in die Arme fliegt.
Mehr ist leider auch nicht drin. Jackie Chan ist eben auch viel zu brav, um selbst in einem Film den perversen Lustmolch zu spielen, der ständig grabscht wo es nur geht, und immernur auf Sex hinaus ist. (das stinkt mal wieder nach PG13)

Doch das ist nicht das einzige was fehlt. Chans Schießkünste lassen in dem Film auch zu wünschen übrig (sofern er überhaupt mal dazu kommt zu ballern), viel zu oft ballert er ständig ins Leere, was dem Ryo Saeba aus den Comics völlig widerspricht.
Letzlich ist die Rolle des Ryo Saeba (der in der deutschen Fassung dämlicher Weise nur "City Hunter" genannt wird) eher auf Jackie Chan abgestimmt, als auf jene Comicfigur, und so handelt es sich doch mehr um einen weiteren Jackie Chan Film, als einem City Hunter Abenteuer, wie es die Fans kennen.
Dabei erinnert die Story stark an das "Stirb Langsam-Konzept" aus City Hunter-Bay City Wars.
Statt eines Hochhauses befinden sich die (rotgekleideten) Terroristen auf einem Luxus-Dampfer, und haben es auch nur auf die Millonärs-Passagiere abgesehen. Der City Hunter ist mittendrin, und muss wohl oder übel versuchen die Terroristen zu beseitigen, obwohl er eigentlich nur auf dem Schiff ist um seine Freundin Cary zu finden, was widerrum von seinem aktuellen Job abweicht die Millonärs-Tochter zu finden, die sich ebenfalls rein zufällig auf dem Schiff befindet...Und dann hat der Kerl auch noch den ganzen Film über Hunger, was wieder für viele Gags und Albernheiten herhält.

Die Freundin und Partnerin "Cary" soll die aus dem Comic stammende "Kaori" darstellen, welche nun aber völlig schlecht gewählt ist.
Obwohl Joey Wong ihre Sache ganz gut (und überzogen) macht, ist sie dennoch ein Fehlgriff, denn im Manga hat Kaori das Problem ständig als Mann verwechselt zu werden, da sie kurze Haare trägt und nicht sonderlich weiblich auffällt. Es ist für mich zwar verschmerzlich (wie auch der Rest der fehlenden City Hunter-Features) aber dennoch ein wichtiges Element des Comics.

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hmm, wohl doch nicht so ganz

Hm und das war auch schon der City Hunter Cast, der in dieser Verfilmung vertreten ist. Die beiden Terroristen-Jägerinnen mit dem Waffenkoffer könnte man mit viel Fantasy als die Nogami-Schwestern, Saeko und Reika ansehen.
Der gewaltige Schwarzeneggerverschnitt "Umibozu" (aka Meeresgeist) fehlt völlig, dessen Ersatz man aber lediglich als Gary Daniels betrachten kann, der jedoch auf der gegnerischen Seite steht.
Doch das sei verziehen, dann Herrn Daniels finde ich wirklich amysant. Schon die allererste Szene, in der man ihn sieht ist für mich Fun pur.
Da ist er nun in seiner Kabine, trainiert an einem Fitnessgerät, und macht anschließend ein paar Kampfsportübungen, die ziemlich gut aussehen, aber irgendwie auch zum schmunzeln anregen können.
Liegt es vielleicht daran, dass er nur in Unterhosen bekleidet auf die Kamera wie ein wahnsinniger zutritt, als ob der Kameramann sein Todfeind wär?
Daniels mag es als Action-Darsteller nie weit gebracht haben, dennoch ist hier seine Darstellung der namenlosen rechten Hand des Oberbösewichts sehr gelungen. Zwar ein Bad Guy, aber irgendwie mochte ich ihn dennoch, er hat da einfach (vor allem wegen seiner stylishen Frisur) eine symphatische Ausstrahlung.
Der Oberbösewicht McDonald (oder auch kurz Big Mac) verkörpert von Richard Norton liefert eine ähnliche Performance ab, wobei diese nicht ganz so unterhaltsam ausfällt wie die von Gary Daniels. Wer Herrn Norton nicht kennt, wird sogar überrascht sein, wenn dieser am Ende des Films auch noch zu Martial Arts einlagen kommt, denn vorher sah er nun wirklich nicht so aus, ein begabter Kämpfer zu sein.

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dieser erste Zweikampf zwischen Chan und Daniels ist überraschend schnell, heftig und verdammt gut choreographiert ausgefallen

Wie schon erwähnt handelt es sich hier abseits der wenigen Einflüsse des Mangas größtenteils um eine typische Jackie Chan Action Komödie. Also will ich den Film gar nicht weiter großartig mit dem Comic vergleichen, und eher als typische Jackie Chan-Unterhaltung sehen.
Also was hat der Film diesbezüglich zu bieten?
Nun als JC Film unterhält der Film voll und ganz. Ich würde fast so weit gehen und ihn als den albernsten dessen Filmkarriere bezeichnen. Die Gags sind so überdreht und albern, dass manch ernst gemeinter Trash neidisch werden könnte.
Chan kommt hier mal wieder zu jeder Menge Akrobatischen einlagen, hübschen Stunts, netten Keilereien, und wie oben schon erwähnt zu einigen Schießereien.
Er kämpft, springt, quält und albert sich durch den Film in einer Frequenz die gar keine Zeit für Leerlauf lässt.
City Hunter spielt das volle Jackie Chan Programm runter, und packt es mit allen möglichen Gags voll, so dass die 96min im Flug vergehen.

Unter den vielen albernen fast schon klischeehaften 08/15 Gags, die zugegebenermaßen sehr Comichaft dargestellt wurden, finden sich auch einige ziemlich originelle Einfälle, wie z.B der Kampf im Kino.
Chan scheint gegen seine übergroßen Widersacher zunächst auf erbärmliche, looserhafte Art und Weise zu verlieren, bis er jedoch einen Blick auf die Leinwand riskiert, und sieht, wie Bruce Lee in dessen letzten unvollendeten Film "Game of Death" den ebenfalls übergroßen Kareem Abdul Jabbar zur Schnecke macht. Diese Tricks guckt sich Chan ab, und gewinnt den Kampf für sich.
Der andere geniale Einfall ist die fast schon kultverdächtige Street-Fighter Szene, in der Jackie Chan und Gary Daniels aus unerfindlichen Fantasy-Gründen zu Streetfighter-Charakteren mutieren und sich in bester Videospiel-Manier kaputt kloppen.
Sehr schön, die Charaktere hier, überzeugen eigentlich schon mehr als die entsprechenden Figuren aus dem offiziellen Streetfighter Film mit JC Van Damme :lol:

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Was für ein Anblick

Diesem kampf folgt dann ein hübsch anzusehender Big-Explosion Stunt, den Jackie wieder höchstpersönlich ausführen darf, um dann schließlich sich den Showdown mit McDonald zu liefern.
Leider ist dieser ziemlich langatmig geworden. Denn wie Chan 10min lang einfach nur die Schlagstöcke des Gegners mit eigenen Schlagstöcken abwehrt und dabei fröhlich grinst, ist etwas zu lang und eintönig geworden.
Für einen Showdown aus City Hunter-Sicht betrachtet wäre das sowieso der Gipfel der unpassenden Blösinnigkeit, für einen Chan Film geht das noch geradeso durch, obwohl es auch viel besser hätte aussehen können.

Hm was soll ich abschließend sagen? Es handelt sich hier um eine weitestgehend misslungene Adaption des gleichnamigen Mangas. Während die Action noch teilweise als CH-Action durchgehen könnte, sind die Charaktere größtenteils schlecht ausgearbeitet worden, von vornherein falsch besetzt, oder noch schlimmer, erst gar nicht vorhanden.
Aus Sicht eines Jackie Chan Fans, ist der Film ein Gagfeuerwerk oberster (oder auch unterster, je nach dem...) Klasse. Die Gags sind meistens kindisch, albern, bescheuert, und absolut überzogen, können aber dennoch für viel Lachmuskeln sorgen, wenn man sich auf diese Art von Unterhaltung einlässt. Action, der marke Jackie Chan ist zweifellos erhaben, aber auch nicht Chans beste Arbeit.
Der ganz neutrale Filmgucker sollte vorsichtig sein. Er könnte sich mit dem Film einen richtig geilen Abend mit Kumpels, Chips und Bier machen, aber auch böse in die Röhre gucken und sich denken: WAS FÜR EIN SCHWACHSINN!!!
Nun ich wurde zwar als City Hunter Fan enttäuscht, als Jackie Chan Fan jedoch größtenteils gesättigt, würde dem Film fast schon 9 Punkte geben, will aber doch objektiver bleiben, und es bei fairen 7 Punkten lassen :wink:
:liquid7:

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City Hunter - Ein Fall für Ryo Saeba

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Originaltitel: Shitîhantâ
Herstellungsland: Japan
Erscheinungsjahr: 1987
Regie: Kenji Kodama
Deutsche Synchronsprecher: Michael Pan, Nadja Reichhardt, Karl Schulz, Stefan Fredrich, uvm.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mir einst vor vielen Jahren auf Premiere K-Toon die Werbevorschau für eine Zeichentrickserie begegnete, die mich in ihrem Zeichenstil sehr stark an „Ein Supertrio“ aka „Cat’s Eye“ erinnerte, eine Anime-Serie welche ich liebte, zu Zeiten als RTL2 noch gute Animes sendete.
(Wie sich später herausstellte, ebenfalls ein Werk von Tsukasa Hojo)

Die Figurenzeichnung traf voll meinen Geschmack, und die vielen kurzen Ausschnitte, die der Trailer präsentierte machten mich nun doch sehr neugierig, und als am Ende der Titel „City Hunter“ eingeblendet wurde, war ich nun total außer Häuschen.
„So heißt doch dieser eine Jackie Chan Film“ dachte ich mir damals.

„Ist das nun die Serie dazu?“
„Wieso sieht die Hauptfigur „Ryo Saeba“ (sehr cooler Name) dort dem Toshi aus Katzenauge so verdammt ähnlich?“
„Ist die Serie wirklich so witzig, wie es mir der Trailer weismachen will?“

Alles Fragen, denen ich bei der nächsten Ausstrahlung auf den Grund gehen wollte.

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Der Profi unter den Profis, er weiß was er tut, Schmerzen nimmt er in Kauf, schließlich geht es darum eine Klientin zu beeindrucken...

Ich hatte eine absolute Spassgranate erwartet, doch wie es der Zufall wollte, stoß ich auf eine äußerst seriöse Folge, in welcher der Protagonist quasi im Alleingang einen ganzen Frachter infiltriert, dort Einen nach dem Anderen, wie man es aus zahlreichen Actionern der 80er kannte, mit seinem monströsen Revolver umnietete, und am Ende seine Freundin (die nicht sonderlich weiblich aussah) rettete.
Trotz meiner falschen Erwartungen war ich von dieser Episode, obwohl ich weder Handlung noch Charaktere kannte, begeistert.

Dies war der Beginn einer neugewonnenen (Pay)-TV Leidenschaft, wie ich sie seit Jahren nicht erlebt hatte, und mich in Nachhinein noch mehr prägen sollte als die Simpsons.

Was hat mir an dieser Serie gefallen?

Nun an aller erster Stelle, und das steht eigentlich außer Frage, ist es selbstverständlich die Figur, die diesen von Unterwelt-Gangstern gefürchteten Titel trägt: Ryo Saeba.
Der Mann unter den Männern.
Ein Playboy-Verschnitt mit coolen zerzausten Haaren, einem schlichten, aber originellen Kleidungsoutfit (Schwarze Hose, Rotes Shirt, und darüber ein Lila Hemd - das hat mich zum selber tragen animiert xD) und einer monströsen Waffe, nämlich einer .357er Colt Python.
Und wozu braucht er diese Waffe?
Er ist Privatdetektiv in Tokyo, und nimmt sich Fällen an, denen die Polizei nicht gewachsen ist. Seine Überlegenheit, was Charisma, Nahkampf- und Schießkünste angeht, sind ihm dabei mehr als behilflich.
Er ist der Alptraum aller schlimmen Buben, ein schier unbezwingbarer Hengst.
Er hat nur eine Schwäche: Frauen!!

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Hier einige Beispiele für Ryo's Humor, und dessen Hobbies...

Denn der supersmarte, ultracoole, alles und jedem Überlegene Ryo Saeba wird zu einem peinlichen Trottel, wenn ihm erst mal eine schöne Frau über den Weg läuft.
Und denen begegnet er nicht nur bei seinen regelmäßigen Besuchen im Stadtpark, wenn er auf „Beutejagd“ ist, sondern auch beruflich, denn meistens sind es eben junge, hübsche Damen, die der Polizei nicht trauen und deswegen auf die Dienste und Fähigkeiten eines Straßenhelden dieses besonderen Formates angewiesen sind.
Schnell geht das Vertrauen der Damen aber auch wieder verloren, denn wenn Ryo Saeba jede Gelegenheit nützt, den Klientinnen ins Dekoltier zu blicken, unauffällig versucht sexy Kurven und Rundungen zu betatschen oder ganz einfach direkt nach einer "heißen Nacht" fragt, bekommt er eine ordentliche Ohrfeige verpasst, und es bleibt kein Auge trocken.

In den meisten Fällen schreitet da seine höchst eifersüchtige Partnerin Kaori Makimura ein; die (Stief-)Schwester seines ehemaligen, ermordeten Partners und besten Freundes Hideyuki.
Sie ist das Herzstück der Serie.
Die Comedy, basiert größtenteils auf der Chemie zwischen Ryo und Kaori.
Obwohl Ryo immer gemein zu ihr ist, in dem er ihr Problem keine besonders anziehende Weiblichkeit auszustrahlen persifliert, und auch hemmungslos vor ihren Augen andere Frauen anbaggert, und deswegen schon oft den berühmtberüchtigten 100-t Hammer über die Rüber gedonnert bekommen hat, ist er dennoch in brenzligen Situationen immer da und beschützt sie.
Szenen, in denen es zwischen Ryo und Kaori mal wirklich funkt, und beide in wirklich liebreizende Gespräche über ihre Beziehung kommen, sind daher besonders schön, und klare Höhepunkte in der Serie.

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Streitereien und Unmut werden diplomatisch aus der Welt geschafft, das ist ganz normal in der "Beziehung von Ryo und Kaori"

Doch auch das Verhältnis zu anderen wichtigen Figuren machen einen besonderen Reiz der Serie aus.
Da ist zum Beispiel die überaus hübsche Polizistin Saeko Nogami, Ryo’s ehemalige Geliebte, die ihn die gesamten Staffeln über immer wieder ausnutzt.
Ständig verwickelt sie ihn in Polizeifälle, verspricht eine Belohnung in Form einer „heißen Nacht“, und lässt ihn schließlich durch geschicktes Einfädeln gegebener Umstände leer ausgehen. (Im Manga war es ein ganzer Harem, der Ryo „dazwischen“ kam lol)

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Ein Gentleman ist er wahrlich nicht, aber in Gegenwart von Saeko verhält er sich bewusst oftmals zurückweisend...

Und dann ist da auch noch Umibozu, aka Hayato Ijuin, oder auch Falcon bzw „Meeresgeist“ (gebräuchlicher Name in der deutschen Fassung).
Dieser japanische Schwarzenegger-Verschnitt besitzt einen entsprechend opulenten Körperbau, ist 2 meter groß, trägt eine Glatze, eine schwarze Sonnenbrille alà Duke Nukem, und ist immer schlecht drauf.
Er bezeichnet sich als dein einzigen, der in der Lage wäre Ryo zu töten, und die Hass-Liebe zwischen den beiden fordert es manchmal wirklich heraus, auch wenn sie sich tief im Inneren doch eigentlich mögen.
Aber sie würden es niemals zeigen, das ist ähnlich wie bei Bud Spencer und Terrence Hill.
Lustig ist zu sehen, wie dieser eiskalte Profi und Berg von einem Mann ebenfalls eine Schwäche hat.
Ganz anders als Ryo verhält er sich Frauen gegenüber äußest zurückhaltend, denn er ist schüchtern wie ein kleines Kind, und hat obendrein auch noch Angst vor Katzen!

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Links sehen wir wie gut Ryo und Meeresgeist miteinander auskommen, und rechts sehen wir, dass der 4-läufige Raketenwerfer aus Phantomkommando seine Spuren hinterlassen hat...

Besonders in Anwesenheit von Ryo kommt es zu den komischsten Momenten, wenn er versucht Umibozu's Wutanfälle mit einem kleinen Kätzchen in Schach zu halten, und sie ihm geardezu an die Nase reibt.

Und diese Momente entfalten gerade in der japanischen Art der Slapstick Darstellung ganz besonders ihre Wirkung.
Die Figuren verzieren übertrieben comicartig ihre Gesichter, die Hintergründe ändern der Szene angepasst ihre Farbe, und dienen dadurch immer als Metapher um die jeweilige Situation deutlicher zu machen.
So zum Beispiel, wenn eine überraschende Nachricht die Runden macht, werden die entsetzten Personen plötzlich von einer Explosion aus dem Hintergrund weggefegt.
Diese comicartige Darstellung von Emotionen ist auch heute noch sehr effektiv und unterstreicht die Empfindungen der Charaktere einfach nur zu gut.
Ebenfalls rein metaphorisch sind die überdimensional großen Hämmer anzusehen, von denen Ryo im Laufe seines Werdegangs im City Hunter Universum mehr als genug gegen die Rübe geschleudert bekommt, doch sie sollen eben die Wut (meist von Kaori) zum Ausdruck bringen; in ernsten Situationen aber weichen diese albernen Slapstick Einlagen, und machen Platz für die Action, das wichtigste Element in der Franchise.

Die Klientinnen (des öfteren auch mal Prinzessinen aus einem anderen Land), die meist Angst haben von jemandem umgebracht zu werden, beauftragen Ryo als Bodyguard; oft sind sie aber auch auf der Suche nach einem gewissen Gegenstand, bzw einer Person; manchmal aber soll er auch einfach irgendwo herumschnüffeln und gewisse Beweise sammeln.
In einem ganz speziellen Auftrag hat Ryo sogar die Aufgabe eine unwissende, naive, wohlbehütete 18-jährige die ersten Schritte in Sachen Liebe zu lehren; die einzige Folge in der kein Waffengebrauch stattfindet.

Bis auf diese Ausnahme gerät Ryo ansonsten bei all den Aufträgen an allerlei böser Buben; meistens sind sie mit feinen Anzügen und Sonnenbrillen bekleidet; welch ein Klischee!!
Ob primitive Straßenraudis, korrupte Geschäftsmänner oder „scheinbare“ Profi-Killer, alle Kreuzen sie Ryos Wege, fühlen sich vor lauter Selbstüberschätzung überlegen, und werden von Ryo schließlich eines besseren belehrt.
Neben seinen gefährlichen Nahkampfkünsten sind es aber vor allem Ryo Saebas Schießfertigkeiten, über die die Gegner nichts zu lachen haben...und worüber der Zuschauer mit hohen Realismus-Ansprüchen meistens nur noch den Kopf schütteln kann.

Ryo’s Schießkünste (mit einer Hand wohlgemerkt) gehen soweit, dass er die Flugrichtung von Bällen oder Handgranaten bestimmen kann, er findet in einer Menschenmenge die ideale Schusslinie, um einem Macker den Gürtel wegzuschießen, kann den Pappnasen die Haare quasi "wegrasieren" oder aber schießt er ganz einfach 6 mal in Folge in ein und dasselbe Loch einer Zielscheibe.

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Ryo's Schießkünste sind ungelogen haarscharf

Eine Fähigkeit, die auch von Saeko in Anspruch genommen wird, als sie von ihm verlangt eine Krone aus einem Museum zu stehlen.

Ryo ist also vielbeschäftigt, muss sich aber, wie in einigen Episoden verdeutlicht wird, auch oft mit Arbeitslosigkeit rumschlagen.
Manchmal tauchen einfach keine Klientinnen auf, dafür aber herrschen ernst zunehmendere Zustände in Tokyo, wenn zum Beispiel eine Terroristengruppe einen Teil Shinjukus einnimmt, und mit der Aktivierung einer Atombombe droht.
Oder aber auch bekommt es Ryo mit der Rodos Mafia zu tun, die Kaori festhält und auf einem Frachter auf dessen Erscheinen wartet.

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Einer der Höhepunkte in der Serie...

Dies sind actiongeladene Folgen, in denen der Aniti-Held Ryo Saeba zum Retter des Tages, und seinem Ruf als „Stadtjäger“ allemal gerecht wird.
Hier beweist Ryo Saeba abseits seiner irrsinnig blöden Albereien auch durchaus ernst sein zu können, und gerät auch schonmal in Ernsthafte Verzweiflung in den brennzligsten Situationen, denn wenn es um das Leben von Kaori geht versteht er keinen Spass.
In solchen Fällen steht auch der ansonsten so stinkige Meeresgeist zur Seite, und hält die Gegner mit Bazooka und Maschinengewehr in Schach.
Ryo schießt sich derweil durch die Gegnerscharen, und endet dabei in den abgedrehtesten Stunts, die wirklich eine Klasse für sich sind und dabei jeglichen Realismus entbehren.

Hin und wieder fällt aber auch auf, dass es sich die Zeichner anno 1987 auch etwas einfach gemacht haben, denn ab und zu werden gewisse Animationen, Einstellungen und Closeups in späteren Episoden recycelt.
Ist aber auch nicht ganz so tragisch, da wirklich nur sehr selten auf vorhandenes Material zurückgegriffen wird, und bei 140 Episoden ist das auch verzeihbar. (Man denke nur an Serien wie Pokemon, wo wirklich am laufenden Band Szenenrecyclung in vollen Touren läuft)

Ganz makellos dagegen ist der grandiose Soundtrack, den ich selbst einem „Cowboy Bebop“ vorziehe. Hier wird auf nervige Evergreens verzichtet und J-Pop erster Klasse geboten mit schönen Tönen und einem liebreizenden Gesang der verschiedenen Interpreten. Besonders die Get Wild Theme hat es mir angetan, ebenso aber auch so ruhige Songs wie „Earth“, die einige Stellen in der Serie extrem gut zu unterstreichen wissen.

Viele der Songs haben rein akustisch, aber auch gesanglich (englisch ist auch dabei) locker das Zeug Chartstürmer (also außerhalb Japans) zu werden. Sicher, der ein oder andere Track ist vielleicht etwas ZU japanisch, aber dann finden sich (vor allem später bei den Filmen und OVAs) auch sehr "amerikanisierte" Tracks, die dem Pop-Fan eigentlich keine Wünsche offen lassen, aber nach wie vor tun sich Animes noch etwas schwer außerhalb Japans eine breitere Masse zu begeistern.

Erst Recht in Deutschland, wo City Hunter leider eben nicht dieselbe Beliebtheit genießt, wie in Japan, Frankreich oder Italien.
Dort nämlich ist City Hunter ein bekannter Begriff, wie hierzulande lediglich Pokemon oder Dragonball (beides von mir weniger geschätzte Serien) und co...
Schade, wo doch die Serie qualitativ und inhaltilich den Pokemon haushoch überlegen ist, und sicher da eher zu Serien wie "Lupin" oder "Cowboy Bebop" einreiht.
Der Serie wurde eine ausgezeichnete Synchronisation verpasst, u.a. mit Michael Pan, in der Hauptrolle es Ryo Saeba (seine einzige Hauptrolle bisher), den er auch mit Bravour spricht, und seinem japanischen Originalsprecher Akira Kamiya in nichts nach steht, und immer den richtigen Ton trifft, sowohl in albernen Slapstickszenen, als auch in ernsten Momenten. Da bilden Karl Schulz (Mr T in der WoW Werbung) und Nadja Reichardt (Jennifer Aniston in Friends) keine Ausnahmen, passen stimmlich hervorragend zu ihren Mangafiguren und geben sich auch entsprechend Mühe authentisch zu klingen. Auch löblich, dass hier teilweiser auf einen sehr gehobenen Wortschatz zurückgegriffen wird, was erst etwa ab der zweiten Staffel etwas abnimmt.

Trotz dieser guten Lokalisierung bleibt City Hunter weiterhin in Deutschland eher ein Geheimtipp.
Nun denn, solche unfairen Umstände, die durch dumme Zufälle und schlechte Startvoraussetzungen zu Stande kommen sollen außer Acht gelassen werden, wenn ich nun folgende Schlussbilanz ziehe:
City Hunter ist ein wahrhaftes Juwel der japanischen Pop-Kultur.

Der Humor mag nicht so anspruchsvoll sein, wie bei den Simpsons; er beruht mehr auf Albernheiten eines „Goldenboy“ und lebt größtenteils von wahrhaftiger "Holzhammerkomik", doch dieser Humor wird höchst amüsant dargestellt, so wie es eben nur die japanische Zeichentrickindustrie schafft; es gibt Action satt, mit cool choreographierten Gunfights und Verfolgungsjagden, sowie aber auch einfühlsame, wunderschöne, melancholische Momente mit einer guten Portion Drama und inmitten ist der so ziemlich coolste Antiheld, der je das Licht der Comic Welt erblicken durfte.
:liquid10:

Lange Lange ist her, dass die Serie zuletzt im deutschen Free-TV ausgestrahlt wurde.
MTV zeigte nur zwei mal wiederholt die ersten 22 Folgen von Dezember 2001 - April 2002, während Premiere K-Toon ein paar Jahre vorher alle 114 Folgen ausstrahlte; beide ausstrahlungen befinden sich in kleiner zahl auf VHS bei mir, glücklicher Weise wurde mir der Rest (inklusive dem was ich schon habe) per DIVX zur verfügung gestellt xD
Ansonsten gibt es regelmäßige angebote bei ebay, jedoch nur für japanische DVDs mit englischen Subs X.x
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Beitrag von Misterio » 19.06.2006, 05:55

Liquid Love hat geschrieben:Das war mein 1. Chucky Film auf DVD und zwar genau in der Brotdose. Welch ein Schundfilm, ehrlich und sorry zugleich!

Für mich einer der BILLIGSTEN Trash-Movies aller Zeiten. 1 Mal geschaut und dann gnadenlos in die Ecke gepfeffert. Von dem Film war ich mehr als enttäuscht....

Dass Sir Jay den als "ok" bewertet is kein Wunder ^^ Der als Jackie Chan Fan würde doch niemals einen seiner Filme als Junk bezeichnen.

Ich persönlich weiß nicht was schlimmer ist. Daniel der Zauberer oder die Kacke :lol: Ich denk mal weiter drüber nach
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Beitrag von Sir Jay » 19.06.2006, 15:41

haste den zauberer etwa schon gesehen? xD

und natürlich sieht city hunter stellen weise nach Junk aus, aber es ist eine art Junk die mir spass gemacht hat xD
da kenne ich anderen Junk der weniger unterhalten konnte und umso erbärmlicher aussah^^

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Beitrag von Vince » 19.06.2006, 15:42

Sir Jay hat geschrieben:haste den zauberer etwa schon gesehen? xD
Ich jedenfalls habe den Zauberer schon gesehen und muss Misterio sagen: Du hast ja keine Ahnung! Du weißt ja gar nicht, was richtige Schmerzen sind!

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Beitrag von Sir Jay » 19.06.2006, 16:25

misterio und ich haben uns fest vorgenommen zusammen den zauberer anzugucken, um mal so richtig abzulachen xD
Irgendwie freue ich mich auf den Film :lol:

Und mal ehrlich, von all dem was ich über den daniel gelesen habe...
City Hunter ist in jeder Hinsicht gelungener xD
Weder der Küblböck noch der Lömmel, könnten auch nur anseitzweise das Stuntwork (welches ich natürlich nicht hochjubeln will) nachmachen.
Es handelt sich nunmal nicht um einen Amateur film.
Es sieht stellenweise nach Trash aus, im Vergleich zu Daniel ist es dennoch gehobeneres Popcorn-Kino xD

wie gesagt, das sagt nun jemand der den Film "daniel der zauberer" noch nicht gesehen hat.
aber warum müssen wir hier drüber reden? :roll:

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Beitrag von Vince » 19.06.2006, 22:28

Ich sag mal so, ich kann schon gut verstehen, wenn man City Hunter nicht mag. Der ist ganz sicher alles andere als für die Masse geeignet. Die Tatsache, dass der aber mit voller Abischt so over the top ist, hebt ihn ja wohl deutlich von einem Daniel-Niveau ab... also bitte, keine Vergleiche mehr zwischen Daniel und Kübl, ich habs satt! :lol: Gell, StS? :wink:

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Beitrag von Sir Jay » 19.06.2006, 23:16

inwiefern bist du eigentlich mit der Comicvorlage vertraut?
also ich bin langjähriger Fan und kenne die Serie schon bevor ich den JC Film (komplett) sah xD

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Beitrag von Vince » 19.06.2006, 23:20

Abgesehen von ausführlichen Recherchen fürs Review überhaupt nicht. Mangas sind nicht so das meine.

EDIT: Ich hab mal deine beiden großen Bilder in deinem Review unter- anstatt nebeneinandergesetzt, damit man nicht mehr scrollen muss, die waren etwas zu groß.

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Beitrag von Sir Jay » 19.06.2006, 23:23

na dann xD

PS: wieso gibts keine Comments auf mein Review? :)

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Beitrag von Vince » 19.06.2006, 23:27

:yeah:

Ich kenn die ja meistens schon aus der ofdb, und der Rest interessiert sich sowieso net für Jackie... siehste ja, wieviel Feedback ich bekommen habe: Eine Abfuhr, sonst nix. :lol:

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Beitrag von Sir Jay » 19.06.2006, 23:30

da haben wir wohl die Arschkarte gezogen :lol:

und das Review von mir da oben is ja nun komplett neu geschrieben, weil ich das alte kacke fand (sowie einige andere alte reviews von mir, da sind etliche remakes fällig)

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Beitrag von Vince » 19.06.2006, 23:36

Einige Reviews von mir bedürften auch einer Generalwiederholung, aber meistens verwende ich meine Kräfte dann doch auf neue Filme. :wink: Drunken Master II muss aber definitiv mal neugeschrieben werden.

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Beitrag von Sir Jay » 19.06.2006, 23:39

kann man die ofdb reviews eigentlich neu bearbeiten (auch nach der 2-Wochen frist)?

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Beitrag von Vince » 19.06.2006, 23:43

Dazu musst du entweder ne PM an einen Verantwortlichen schreiben oder das Ganze im "Korrekturen"-Unterforum erklären.

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Beitrag von freeman » 20.06.2006, 00:28

Vince hat geschrieben:also bitte, keine Vergleiche mehr zwischen Daniel und Kübl, ich habs satt! :lol: Gell, StS? :wink:
Hm? Du vergleichst Daniel mit Küblböck? Wie geht das? Haste durch das Konsumieren des Filmes einen Schizoeindruck von dem Daniel bekommen oder wie? LOL

In diesem Sinne:
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Beitrag von Vince » 20.06.2006, 00:29

Ach Mist! Immer dieser Alk. :wink:

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Beitrag von Sir Jay » 20.06.2006, 13:23

du hockst besoffen vorm pc? xD

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Beitrag von Vince » 20.06.2006, 13:35

Wenn nicht gerade Deutschland den Titel holt, dann eigentlich nicht. :wink:

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Beitrag von Sir Jay » 05.08.2006, 15:32

Einige Internetquellen berichten, dass von "City Hunter" ein Remake gedreht wird, und diesmal übernimmt MTV-Jackass Johnny Knoxville die Rolle des Ryo Saeba :lol:

Hier eine neue Lektion aus dem Handbuch "Wie werde ich ein Hollywoodstar?": Man mache eine total bekloppte TV-Show, in der man selber gefährliche Dinge tut, die genauso bekloppt und daneben sind wie die ganze Show. So jedenfalls hat es "Jackass"-Veterane Johnny Knoxville gemacht, der in den letzten Jahren immer mehr zum Kinostar avancierte. Knoxville hat jetzt für zwei neue Projekte unterschrieben. Für die Fox wird er, wenn auch wohl erst nächstes Jahr, die Hauptrolle in "City Hunter", dem Remake des gleichnamigen Jackie Chan-Films von 1992 übernehmen. Regie soll Rob Cohen führen, als Fiesling ist auch schon "Punisher" Thomas Jane an Bord. Das zweite Projekt von Knoxville soll bereits Ende Oktober in die Startlöcher gehen: in John Woos neuem Film "The Shadow Riders", einem Western, spielt Knoxville einen von drei Brüdern, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Die anderen Rollen übernehmen Josh Lucas und Matthew McConaughey.

http://www.cinefacts.de/kino/archiv/new ... ewsid=4662

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Beitrag von John Woo » 05.08.2006, 19:12

Cool! Ein Western von John Woo! Kommt er also doch!

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Beitrag von Sir Jay » 05.08.2006, 21:43

ja das hätte ich mir auch schon lange gewünscht.
ich meine in einem western, mit revolverhelden könnte sich john woo mächtig austoben.
Der würde soviel Style und neue Ideen ins Westerngenre bringen^^

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Beitrag von freeman » 08.01.2007, 01:55

Heute erstmals gesehen und ich muss sagen:
Was für ein überkandidelter und überspannter Gagafilm, der mich absolut prächtig unterhalten hat. Schön ist, dass der Film, der City Hunter heisst und Chan in der City Hunter Rolle auffährt, dennoch den weiblichen Granaten Joey Wong und Chingmy Yau unerwartet viel Platz einräumt - und den haben die beiden Bomben auch wirklich verdient. Das Overacting passt gut zum überzogenen Charakter des gesamten Filmes und hat mich da nicht gestört - Ausnahme: Die beiden Gaga"rapper" oder was immer die darstellen sollten. Ihre Musiknummer war auch Bockmist. Genial dagegen alle Auftritte von Gary Daniels. Seine Vorspielszene mit Joey Wong war der Burner und die Streetfighterhommage fand ich absolut spitze. Der Endfight mit Norton hat auch gerockt ... von mir gibbet dafür:
:liquid8:

Eine Frage an die Profis: Chan war in den meisten Skateboardszenen doch offensichtlich gedoubelt. Oder hab ichs mit den Augen?

In diesem Sinne:
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Beitrag von wolfman » 08.01.2007, 07:49

freeman hat geschrieben:Die beiden Gaga"rapper" oder was immer die darstellen sollten.
DJ Soft (Eric Kot) und DJ Hard (Jan Lamb). :rock: OK, die Musiknummer war überzogen. 8-) Auch sonst schließe ich mich deiner Wertung an. Einfach ein herrlich überdrehter Spaß.
:liquid8:

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Beitrag von Vince » 08.01.2007, 13:18

freeman hat geschrieben: Eine Frage an die Profis: Chan war in den meisten Skateboardszenen doch offensichtlich gedoubelt. Oder hab ichs mit den Augen?
Ich hab sowas auch vage noch im Gedächtnis, aber den Film seit dem Review nicht mehr gesehen, deswegen kann ich das nicht so genau sagen...

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