Operation Broken Arrow

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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Hannibal
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Operation Broken Arrow

Beitrag von Hannibal » 24.10.2005, 23:41

Operation Broken Arrow

Bild

Originaltitel: Broken Arrow
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1996
Regie: John Woo
Darsteller: John Travolta, Christian Slater, Samantha Mathis

Nicht nur in jüngster Zeit kann man beobachten, wie die amerikanische Filmindustrie über kurz oder lang jeden halbwegs begabten Regisseur aus dem Ausland nach Hollywood importiert. Davon sind zur Zeit besonders wir Deutschen betroffen, haben wir doch erst vor kurzem Robert Schwentke („Tattoo“) nach Übersee verloren, der dort mit dem Jodie-Foster-Streifen „Flightplan“ einen wirklichen Kassenschlager landete und jetzt geht auch noch unser „Untergang“-Held Oliver Hirschbiegel, der mit Nicole Kidman ein über 100 Millionen schweres Alien-Remake von „Die Körperfresser kommen“ inszeniert. Was uns jetzt wiederfährt, durfte die Filmindustrie in Hong Kong schon Anfang der 90er durchmachen, als ihr Aushängeschild John Woo beschloss seinen Arbeitsplatz ins sonnige Los Angeles zu verlegen. Dort bekam er nach einem eher durchschnittlichen Van Damme-Streifen („Harte Ziele“) „Operation Broken Arrow“ als neues Projekt an die Brust gedrückt, in dem er nun auch endlich mit John Travolta einen fähigen Schauspieler vor die Linse bekam…

Dieser mimt den Kampfpiloten Vic Deakins, der auf einem Trainingsflug mit einem Stealth-Bomber seinen Freund & Kollegen Riley Hale per Schleudersitz zum Aussteigen zwingt und anschließend die zwei an Bord befindlichen Atomraketen entwendet. Hale sagt Deakins nach unsanfter Landung in der Wüste Utahs den Kampf an und erhält dabei tatkräftige Unterstützung von der Park-Rangerin Terry.

So entspannend kann eine Review anfangen! Muss man bei komplexen Schinken wie „Six Feet Under“ story-technisch erst mal eine halbe WORD-Seite schreiben, um eine halbwegs vernünftige Inhaltsangabe auf die Beine zu stellen, genügen hier 2 dezent verschachtelte Sätze, um die ganze Geschichte zu erzählen.
Das was nämlich folgt ist eine einzige Hetzjagd durch die brennend heiße Wüste des amerikanischen Südwestens. Die Charaktereinführung wird untypisch für Woo innerhalb weniger Minuten abgehandelt und dementsprechend flach bleiben die Figuren auch.
John Travolta schafft es, den charismatischen Bösewicht halbwegs mit Leben zu füllen, auch wenn er weit hinter seinem Potenzial bleibt, während Gegenspieler Christian Slater & seine Partnerin Samantha Mathis überaus blass bleiben. Auch Dialog-technisch kann der Film nicht wirklich punkten. Es hat den Anschein, als hätten die Drehbuchautoren verzweifelt nach Gesprächsthemen gesucht, um die Lücken zwischen den Actionszene zu füllen.
Zum Glück war die Suche relativ erfolglos. Neben ein paar Unterhaltungen an der Grenze zur Lächerlichkeit rennen die Schauspieler mit stoischer Mimik durch die Wüste, um jeweils ihre Ziele zu erreichen. Woo war noch nie ein Mann der großen Worte und inszeniert die stupiden Dialogszenen so unbedeutend, wie sie sind. Aber wenn man den kleinen Chinesen erst mal von der Leine lässt, kommt das raus, was die Operation Broken Arrow aus dem durchschnittlichen Actionsumpf noch heraushebt. Nachdem der Stealth-Bomber schon direkt nach der Einleitung effektvoll in der Wüste explodiert folgt eine einzige, simple gegenseitige Verfolgungsjagd. Hale will die Bombe finden, Deacon will das verhindern…fertig ist das Story-Gerüst, auf dem Woo fortan nach dem Baukastenprinzip Actionszenen einfügt.
Wenn der Handlungsverlauf ins Stocken gerät, schickt Woo einen Hubschrauber samt Minigun ins Rennen, der erst mal wieder für 5 Minuten Action & Spannung sorgt.
In einer verlassenen Kupfermine treffen die beiden Gegenspieler dann erstmals aufeinander und nach den unvergesslichen Gegenüberstellungen aus „Hard Boiled“, „The Killer“ und „Bullet in the Head“ wirkt die Sequenz wie ein lauwarm aufgebackenes Brötchen. Gelangweilt leiern Travolta & Slater 08/15-Phrasen runter und packen anschließend ihre Kanonen aus, weil der Gesprächsfluss wiedermal ins Stocken gerät. Das unterirdische Gefecht verläuft recht unspektakulär, man merkt aber doch, wer hier die Zügel in der Hand hält. Wenn Slater mit 2 Knarren durch die engen Minenschächte springt, in Zeitlupe vom einen Gesteinsvorsprung zum anderen hechtet, dann erkennt man doch die Handschrift des Meisters. Wesentlich beeindruckender ist die Atombomben-Explosion in der Mine. Mit tollen Weitwinkel-Aufnahmen fängt Woo die druckvolle Zerstörung ein, die durch innovative, aber handgemachte Effekte den Actionfan begeistert aufheulen lassen. Das angezogene Tempo kommt dem Film zu gute, die Dialoge werden noch weiter auf Minimum heruntergefahren und in beachtlicher Zeitlupe fliegt schon der zweite Helicopter in die Luft. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen Hong Kong & Hollywood, denn derart knackig eingefangene Explosionen, mit strahlenden Bildschirm-füllenden Feuerbällen sind halt nur mit dem Budget möglich, was nur Produzenten in L.A. locker machen können.
Und wo man jetzt schon mal dabei ist, wird jetzt richtig auf den Putz gehauen. Nach einer kurzen Ruhepause finden sich die Protagonisten samt Atombombe in einem Zug wieder, der auf dem Weg nach Denver ist…selbstverständlich inklusive knapp bemessenem Bombencountdown. Hier läuft der Meister dann auch endlich wieder zu altbekannter Größe auf. Hochstilirisierte Zeitlupen-Nahaufnahmen der Charaktere, ausufernde Kloppereien und ausgiebiger Gebrauch von Schusswaffen. Kommt die Nahkampf-Choreographie auch nicht ganz an die Handkanten-Akrobatik eines zugfahrenden Casey Ryback ran, reißen sie doch mit. Nichtsdestotrotz ist recht offensichtlich, dass Woo mit dem Schwarzpulver wesentlich mehr sympathisiert. So müssen dann auch hier wieder zwei Hubschrauber dran glauben, die effektvoll in großartigen Bildern in prächtigen Explosionen auseinanderfliegen. Und wo man grad einen Hollywoodfilm in einem Zug dreht, wird auch dieser im Showdown noch mal so richtig auseinandergenommen. Dabei bekommt der Bösewicht einen kultverdächtigen Abgang, der so offensichtlich mit dem Holzhammer zeigt, dass Atombomben nicht in die Hände (sondern viel eher in die Bäuche) von Terroristen gehören, dass da wohl selbst der Vince nix mehr analysieren könnte. Kitschiges Hollywood-Ende und Aus.
Für sich betrachtet ist „Operation Broken Arrow“ ein unterhaltsamer Actionfilm, mit Bombast-Inszenierung, der mit einem mittelmäßigen Skript zu kämpfen hat. In Anbetracht dessen, das der Name John Woo hinter dem „Directed by:“ steht, wird man allerdings enttäuscht. Denn von den emotionalen Actiondramen aus seiner Hong-Kong-Zeit ist das Werk um die gestohlene Atombombe weit entfernt. Ohne die sensible Feinfühligkeit punktet Woo nur noch durch sein ästhetisches Talent, dass den Karren aus dem Dreck zieht. Denn wenn man(n) großflächige Feuerbälle sieht und sich an Zeitlupen-Shootouts erfreuen kann, vergisst er schneller als der Frau lieb ist das wackelige Story-Gerüst und die Groschenroman-Dialoge.
Die darf sich, mangels Testosteron, nur noch – falls Reise-begeistert – an den überwältigenden Landschaftsaufnahmen erfreuen, die die roten Felsformationen der Canyon-Regionen umwerfend schön im Breitbildformat auf den heimischen Bildschirm bringen und daraus resultierend während dem ewig langen Gekloppe (das doch auch ohne Zeitlupe schon lang genug wäre *weiblich den Kopf schüttel*) evt. den nächsten Urlaub in Gedanken planen.
Müsste doch eigentlich die volle Punktzahl drin sein. Mann sitzt angesichts der klasse eingefangenen Action mit großen Augen und feuchten Händen auf der Couch und auch die Frau hat was sinnvolles zu tun. Dem Film fehlt aber ohne Zweifel ein ordentliches Drehbuch, mit ordentlichen Dialogen. So ergibt sich nur ein optisch beeindruckender Action-Snack, in dem Actiongenie John Woo das Budget-verheizen üben darf, den Rest allerdings sträflich vernachlässigt und somit trotz Travolta’s Starbonus nur knapp über Durchschnitt im Wüstensand stecken bleibt.

:4of5: (<soll eigentlich 7/10 sein, funzt aber hier nicht :roll: )

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Beitrag von Taran-tino » 25.10.2005, 00:22

Find den auch sehr gut, ist halt was für Männer. :D
Das TV Movie Cover sieht ja besser aus als das der Verkaufs DVD.

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Beitrag von SFI » 25.10.2005, 09:38

Tolles Review, würde dem 8/10 geben, deine Kritikpunkte sind mehr als nachvollziehbar -> Hans rockt dafür einen Bonuspunkt
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Re: Operation Broken Arrow

Beitrag von Vince » 25.10.2005, 09:44

Hannibal hat geschrieben:Dabei bekommt der Bösewicht einen kultverdächtigen Abgang, der so offensichtlich mit dem Holzhammer zeigt, dass Atombomben nicht in die Hände (sondern viel eher in die Bäuche) von Terroristen gehören, dass da wohl selbst der Vince nix mehr analysieren könnte.
Blöder Sack! :D Pass nur auf, mir fällt da schon was ein. Wie wär's mit:
[Ironiemode on]
"Die Detonation ist in ihrer offensichtlichen Stilisiertheit und Aufgedunsenheit eine symbolische Darstellung einerseits für Selbstjustiz, die in den Siebziger und Achtziger Jahren ihre größten Erfolge zeigte; andererseits ist es die westliche Darstellung des Ying und Yang, einer östlichen Auffassung über das Gleichgewicht der Welt, wie es John Woo in Hong Kong mehrfach durch seine Heoric Bloodshed-Produktionen zum Thema gemacht hatte, welche sich bevorzugt mit der Freundschaft zwischen zwei oder mehr Menschen auseinandersetzte.
Die Tatsache, dass der Bösewicht vor seinem Abgang diabolisch lächelt, zeigt seine Akzeptanz dieser ausgleichenden Weltordnung und damit seine Fügung in einen Kreislauf, der bedeutend größer ist als er selbst."
[/Ironiemode off]
:wink:

Aber mal ernsthaft: Mal wieder ein absolutes Hammerteil, was du hier hingeklatscht hast. Genial. Bitte, BITTE, nimm unbedingt die Tödliche Waffen-Quadrilogie unter deine Fittiche!

Was den Film betrifft, hab ich mich noch immer nicht ganz darauf einigen können, was ich von ihm halten soll. Obwohl streckenweise sehr gute Ansätze, blieb der mir bis heute irgendwie zu sperrig. Ich kann auch nicht ganz erklären, wieso; vielleicht sind es tatsächlich die im direkten Vergleich etwa mit "The Killer" extrem eindimensionalen Charaktere. Auch der Erzählfluss stockt mir irgendwie zu sehr. in Anbetracht der anderen Qualitäten würde ich momentan auf eine 6/10 kommen, mit viel Wohlwollen vielleicht auch auf eine 7/10.
Hannibal hat geschrieben: :4of5: (<soll eigentlich 7/10 sein, funzt aber hier nicht :roll: )
Mach's doch so:
:3of5: ,5

EDIT: Ich frage mich allerdings auch, wieso es hier 10 Striche gibt, die man aber nur im Zweierpack vergeben kann. :|

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Beitrag von SFI » 25.10.2005, 10:07

frag den Tiger! 8-) Wir brauchen eh mal neue Bewertungsbalken so van Damme Köppe oder sowas in der Art.
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Beitrag von Vince » 25.10.2005, 10:11

Liquid Love hat geschrieben:frag den Tiger! 8-) Wir brauchen eh mal neue Bewertungsbalken so van Damme Köppe oder sowas in der Art.
Rofl! Jawoll, das wär's. Oder Dynamitstangen oder Atompilze...
Oder Palmen. :wink:

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Re: Operation Broken Arrow

Beitrag von Hannibal » 25.10.2005, 10:18

Vince hat geschrieben: EDIT: Ich frage mich allerdings auch, wieso es hier 10 Striche gibt, die man aber nur im Zweierpack vergeben kann. :|
Dito, das war sozusagen auch mein Problem ;-)

MFG
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Beitrag von freeman » 25.10.2005, 10:22

oder: Bild

@ hanni: Immer wieder geil! Ich liebe deine Reviews UND ich liebe den Film. Meine MUTTER nennt den immer Speed mit Atombomben :lol: und eigentlich hat sie net unrecht. Von mir bekommt der 4/5

In diesem Sinne:
freeman

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Beitrag von Hannibal » 25.10.2005, 10:34

@all: Danke für die Blumen ;-)

@Vince: lol, analysen-technisch hab ich dich da wohl unterschätzt, argh ;-)

@Wertungsbalken: Palmen fänd ich klasse, wenn ich heut mittag Zeit krieg, versuch ich mich mal dran ;-)

@Lethal WEapon: KK, ich werd's versuchen...wird aber wahrscheinlich etappenweise sein, erst die 1...dann die 2 usw...

MFG
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Beitrag von Vince » 25.10.2005, 10:55

Hannibal hat geschrieben:@all: Danke für die Blumen ;-)
Wieso kriegt der immer Blumen? Bei mir ist noch nie was angekommen.
@Vince: lol, analysen-technisch hab ich dich da wohl unterschätzt, argh ;-)
Wenn du willst, analysier ich dir auch was in ne Socke rein. Har Har. :wink:
@Wertungsbalken: Palmen fänd ich klasse, wenn ich heut mittag Zeit krieg, versuch ich mich mal dran ;-)
Au ja, mach dann aber mal Fotos, wie du im Wald stehst und zehn Palmen kickst, sie dann nach Hause schleppst und auf den Scanner legst. :D
@Lethal WEapon: KK, ich werd's versuchen...wird aber wahrscheinlich etappenweise sein, erst die 1...dann die 2 usw...
So haben wir aber nicht gewettet. Bei mir zog das noch, die Filme hießen ja schließlich "Stirb Langsam. Deine heißen aber "Lethal Weapon", nicht "Slow Weapon" oder "Weapon mit Ladehemmung". :wink:

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Beitrag von John Woo » 22.12.2005, 12:44

Unter den kurzweiligen, anspruchslosen Actionfilmen einer meiner Favoriten! Die Action ist einfach nur geil, die tollen Bilder und die Musik vom Hans absolut genial. Travolta mimt den Bösewicht perfekt und überraschend cool.
Würde dem Film sicher 8-9 von 10 Punkten geben.

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Beitrag von MysteryBobisCREEPY » 22.12.2005, 16:29

Yo, geiles Filmchen, super Travolta und toller Slater... soo liebe ich ihn!
Wollt Ihr 'nen Ritt auf meinem Discostick?
Putzt euch die Zähne mit 'ner bottle of shit
Nein Mann ich will noch nicht gehen
Ich will weiter auf dich schiffen
Solang bis du erkennst
Dass meine Pisse keine Fanta ist :D
Callejon <3

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Beitrag von Cinefreak » 31.07.2010, 22:06

klarer 10er-Kandidat, keine Frage.
Der Actioner von Speed-Schreiber Graham Yost ist Action in seiner perfektesten Form. Der Film kommt schnell zur Sache und dann auch nicht mehr zur Ruhe, ist höchst sympathisch besetzt in den guten Rollen und John Travolta spielt den Bösewicht wunderbar fies.

Habe den Film Silvester mit meiner besten Freundin geschaut, hab den schon einige Male gesehen, u. a. damals auch im Kino.
Der Spruch mit dem "schieß niemals auf thermonukleare Waffen" ist einfach der Brüller, auch sonst hat der Film kernige Sprüche, schöne Dialoge und irre Verfolgungsjagden zu bieten. Und auch die Shootouts und Explosionen sind wunderbares Höher-Schneller-Weiter-Actionkino.

Definitiv einer von Woos Meisterwerken.

:liquid10:

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Beitrag von McClane » 01.08.2010, 15:35

Meisterwerk? Naja, da kommen für mich andere Woos in Frage, aber der hier ist nichtsdestotrotzdem ein fetziger Actionkracher mit schicken Shoot-Outs, flotten Sprüchen und extrem viel Tempo, wenngleich die Bombenjagd weitaus konventioneller als manch anderer Woo ist und man zudem stellenweise tief in die Klischeekiste greift (z.B. der Endkampf, bei dem der Held erstmal massivst einstecken muss, ehe er dann neue Kraft sammelt und den Bad Guy von jetzt auf gleich zusammenmöbelt). Es krawallt echt schick, wenngleich die eine oder andere Ballerei gerne was länger sein dürfte, Slater und Travolta spielen die Hauptrollen echt launig und insofern ist das Ding gutes Genrekino, aber mehr IMO auch nicht.

Gute :liquid7:
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

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Beitrag von C4rter » 01.08.2010, 16:01

Vom 27.07.09

Da die DVD zu "Broken Arrow" eine eher bescheidende Qualität aufweist, habe ich mich vor kurzem entschlossen auf die sehr günstige UK-Blu-Ray upzudaten. Die Blu Ray Qualität ist auch nicht auf vollem HD-Standard, aber auf jeden Fall wesentlich besser als die DVD. Aber genug der Technik, hin zum Film.
"Broken Arrow" ist John Woos zweiter US-Film und ich mag den Film seit der ersten Sichtung irgendwann in den 90er Jahren. Vorallem Travolta als Bad-Guy ist wie immer eine tolle Entscheidung. Klar, er betreibt stellenweise fieses Overacting, aber irgendwie macht das den Charakter erst so richtig schräg. Dazu die coolen One-Liner die er raus haut, einfach klasse.
Die Story ist Woo typisch auf Freundschaft/Feindschaft aufgebaut und Action sind auch recht gut, aber es hätte noch mehr Shootouts geben können. Schön ist aber, dass der Film ohne große Einführung direkt mit der Action loslegt.
Als Pluspunkt kommt auch noch hinzu, dass der Film noch einen der guten Hans Zimmer Scores enhält. Bevor er anfing zu jedem Film den selben Score zu machen, hat er nämlich wirklich mal gute Filmmusik produziert.
Insgesamt ein ganz brauchbarer John Woo Film, nicht so gut wie seine Hongkong Hits, auch ein wenig schlechter als "Hard Target" aber immer noch gute Kost.

:liquid7:

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Beitrag von Cinefreak » 23.08.2010, 13:09

Ich stelle immer wieder fest, dass ich manchmal andere Ansprüche an Actionspektakel habe als der Rest der Forumer...was unterhält und mich in Begeisterung versetzt, ist geil. Da ist es mir völlig wumpe, ob nun alles physisch stimmt oder ob die Story von Kritikern als flach angesehen wird. Ich liebe diesen Film und er ist mir lieber als dieses ganze neumodische CGI-XXL-Gequarke mit tausenden von billigen Effekten, langweiligen Szenen und nervigen Jolie-Verschnitten...um mal die nogos des heutigen sogenannten Actionkinos, die mich so abnerven, mal auf den Punkt zu bringen) Echt bedauernswert, dass dieses straight-on-Daueractionfeuerwerk-Kino mit wow-Effekt, bei denen man NICHT irgendwann die Idee hat, seine Socken müssten mal sortiert werden, kaum noch gemacht wird. Alles muss furchtbar lang und nervig-langweilig sein, beschissene Entwicklung imo. Was ist so falsch daran, den Zuschauer einfach mal wieder kurzweilig Achterbahn fahren zu lassen, verdammt nochmal

:roll: :twisted:
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