
Originaltitel: Earthstorm
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2006
Regie: Terry Cunningham
Darsteller: Stephen Baldwin, Dirk Benedict, Amy Ciupak Lalonde, Anna Silk, Heather Chase, James Gallanders, Richard Leacock, Amy Price-Francis, Matt Gordon u.a.
Joar, also es ist Armageddon Time … wobei, Armageddon ist eh für Weicheier, also gehen wir es richtig an. Was brauchen wir dafür? Klar, einen Asteroiden. Und der muss irgendwo draufknallen. Am Besten auf die Erde, dann geht’s uns nämlich wie den Dinosauriern. Aber irgendwie wurde genau das ja schon in Armageddon verbraten. Zeit also für eine neue Idee. Also knallt der Asteroid, man ahnt es, oder auch net, auf den Mond. Dieser zieht sich bei dem Einschlag einen riesigen Riss zu und droht auseinander zu brechen und dann auf die Erde drauf zu fallen und DANN geht’s uns wie den Dinos. Großartig, gelle?
Ok, jetzt brauchen wir ein Team todesmutiger, NATÜRLICH amerikanischer Helden, die die Apokalypse irgendwie aufhalten sollen. Allerdings muss es ganz schnell gehen, weil während der Mond langsam auseinander bricht, geht’s auch auf der Erde drunter und drüber ... Stichwortartig seien die Gezeiten und so erwähnt. Ergo geht’s auf der Erde auch gut ab, zumal immer mal wieder ein paar Gesteinsbrocken vom Mond auf die Erde plumpsen und alles kaputt machen. Es ist also verdammt noch mal Zeit für die Helden. Oder sagen wir, für den einen Helden! Dieser ist Sprengmeister und soll eine Sprengung auf dem Mond überwachen, die ihn wieder ganz explodiert ... wie auch immer so was funktioniert. Leider erklärt der Film diesen Umstand nicht so recht, ist aber auch egal, der Film hat ja noch Asse im Ärmel.
Also hebt der Sprengmeister mit zwei Piloten gen Mond ab. Bei Windgeschwindigkeiten um die 70 km/h schüttelt es das Shuttle zwar ein wenig, echte Probleme hat die amerikanische Heldenmaschine aber nicht mit den Bedingungen. Wer lacht da? Ich bitte um Ruhe! Also wir sind im All und glaubt es oder glaubt es nicht, Gesteinsbrocken vom Mond kreuzen den Weg der Fähre. Hossa, nun ist es an der Heldenamerikanerpilotin die Situation zu retten (der Pilot, der vorher flog, hat sich leider an den Atombomben im Stauraum den Kopf gestoßen und ist bewusstlos – kein Scheiß!) und so zeigt die dem Millennium Falcon mal, wie man heutzutage wirklich Gegenständen ausweicht. Echt famos, was in so US Shuttles drinsteckt. Jetzt hört endlich auf zu lachen, Himmelarsch und Zwirn.
Also, wir sind jetzt aufm Mond. Da merkt man dann: Hui, das mit den Sprengungen ist vermutlich eher eine suboptimale Idee. Was tun? Klar, wir bauen Bauteile ausm Shuttle aus, die es nicht zwingend braucht (warum baut man die dann ein? Egal!) und bauen die Atombomben damit zu nem riesen Magneten um. Yeah, Atom zu Magnet, das sollte man mal den Grünen verklickern. Auf jeden Fall klappt das ganz gut, immerhin ist der Sprengmeister eine Art MacGuyver, der Magnet wird gezündet und die beiden Rissseiten ziehen sich gegenseitig an. Der Mond wurde gekittet, alle liegen sich in den Armen und der Loserinformatiker aus Minute 10 darf die beste Freundin vom Sprengmeister durchknattern. Happy End for all? Nein, denn der Zuschauer wird da ein wenig vernachlässigt. Wieso? Na weil der vor der Tatsache steht, dass einer der besten Filme aller Zeiten einfach so endet und man blöderweise den DVD Rekorder nicht angeworfen hat, um dieses Zeugnis menschlicher Genialität aufzuzeichnen. Ist das nicht unfair? Warum bekommen wir nicht wenigstens auch mal die Freundin vom Sprengmeister ... da könnte man dann nen bissel zündeln und ne Lunte verlegen ...
Kurzum, wen der Titel des Filmes nicht von vornherein abgeschreckt hat, der wurde Zeuge eines Streifens, der den Begriff unlogisch vollkommen neu definiert. Blöderweise kostete der Film nicht mehr als Einsfuffzig, weshalb das hier nach großem Kino klingende Mondgetöse ein wenig sehr billig ausschaut, kein Geld für Effekte da war und auch die Darsteller eher von der Kneipe nebenan weggecastet wurden. Stephen Baldwins Karriere wird dieser Film nicht sonderlich weh getan haben, unterfliegt er mittlerweile doch eh alle Radare und Regisseur Terry Cunningham unterbietet sich mittlerweile eh von Film zu Film selber, dabei hat es mit Codename Elite und Co. so gut für ihn angefangen. Zumindest kann man ihm zugute halten, dass die Szenen, in denen mal keine Effekte auf den Zuschauer niedergehen (und das sind so 5-10 Minuten) sehr sauber und optisch souverän inszeniert wurden. Doch abseits dieser Szenen fällt das peinliche Armageddonplagiat in sich zusammen wie der kaputte Mond, wenn er halt nicht magnetisiert wurde! Meldet sich wer freiwillig zum Magnetisieren? Nüsch? Na dann: Say hallo to se Dinos ...

Eine deutsche DVD kommt von VCL und ist mit einer FSK 12 ancat ...
In diesem Sinne:
Magnetman