Magic Crystal

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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McClane
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Magic Crystal

Beitrag von McClane » 03.10.2008, 13:47

Magic Crystal

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Originaltitel: Mo fei cui
Herstellungsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 1986
Regie: Wong Jing
Darsteller: Andy Lau, Wong Jing, Cynthia Rothrock, Richard Norton, Phillip Ko, Shing Fui On, Sharla Cheung Man u.a.

„Magic Crystal“ gehört zu den frühen Kooperationen von Cynthia Rothrock und Richard Norton, hier unter der Regie des eigenwilligen Wong Jing.
Hauptfigur ist jedoch Andy Lo (Andy Lau), ein Spezialagent für halblegale Polizeiarbeit in Hongkong. Zusammen mit seinem etwas dicklichen Partner Pancho (Wong Jing) löst er schwierige Aufgaben und spielt gleichzeitig den netten Onkel für seinen kleinen Neffen. Ein alter Freund ruft ihn nach Griechenland, da er auf der KGB-Abschussliste steht und sich von Andy Hilfe erhofft. Fängt an wie ein Polizei- bzw. Agentenklopper aus Hongkong, Interpolagentin Cindy Morgan (Cynthia Rothrock) mischt nebst Partner mit, die KGB-Leute werden vom finsteren Karov (Richard Norton) angeführt.
Der Freund wird getötet, versteckt im Gepäck von Andys Neffen jedoch das Objekt, das ihn auf die Abschussliste brachte: Ein Klumpen Jade mit magischen Kräften. Dafür folgen die Übelwichte den Heroen auch nach Hongkong...

Mit dem Einbringen der Jade ist dann leider auch viel von der Qualität des Films dahin, denn „Magic Crystal“ begibt sich dann in Niederungen des dumpfen Kinderfilms, was leider mit gelegentlich durchaus brutalen Rest mal so gar nicht harmoniert. Zudem muss man ätzende Pseudo-„E.T.“-Dialoge zwischen dem Balg und dem sprechenden Jadeklumpen ertragen, die in ihrer auf zuckersüß getrimmten Art direkt für Brechreiz sorgen. Immerhin die Moral ist halbwegs pädagogisch wertvoll: Der Klassenbully wird nicht nur magisch aufgepowerten Neffen verdroschen, sondern anschließend in die Gemeinschaft eingegliedert.
Damit beweist „Magic Crystal“ dann eindrucksvoll, dass es eben nicht egal ist, aus welchem Grund man sich im Hongkong-Film auf die Mütze haut und auch das Drumherum um die Action nicht egal ist. Wong Jings Film findet keinen vernünftigen Ton und die teilweise lächerlichen Spezialeffekte, die eher zur Muppet-Show passen, machen das Ganze nicht besser. Zudem springt auch die Geschichte mühsam hin und her, holt noch ein zu beschützendes Frauchen und deren nervigen Verehrer hervor, alles nur, um sich mühsam auf Spielfilmlänge zu strecken, jedoch ohne Substanz zu erzeugen. Auch das ellenlange Gefasel der Jade dient auch häufig bloß zur Streckung des unspannenden Plots.
Hinzu kommen noch diverse Einlagen des typisch überdrehten Hongkong-Humors, die leider nicht ganz einfach zu verdauen sind. Hier dann auch noch so simpel, damit auch Kinder sie verstehen, also darf man sich auf reichlich Peinlichkeitszoten und Szenen, in denen Leute hinfallen und sich wehtun, einstellen. Leider mangelt es an Timing, selten ist die Chose wirklich witzig und amüsiert nur dann und wann.

Doch trotz all dieser Schwächen ist „Magic Crystal“ kein Totalausfall, denn die Kampfszenen sind wirklich traumhaft. Es wird auf spektakuläre Weise ausgeteilt, Tritte, Schläge, spektakuläre Moves, alles ist dabei, auch Fechtereien. Schusswaffen kommen aufgrund der Kinderfilmkomponente kaum zum Einsatz, doch angesichts der wirklich schicken Kloppereien vermisst man diesen Aspekt auch nicht. Gerade die Konfrontation im Eigenheim der Helden ist ein echter Höhepunkt, macht sogar mehr her als der Showdown.
Cynthia Rothrock, hier noch am Anfang ihrer Karriere, kommt recht kurz und hat außerhalb der Kampfszenen wenig zu tun, was aber gar nicht so schlimm. Immerhin darf Richard Norton als Klischeefiesling im Wannabe-Rasputin-Look ordentlich böse vom Leder ziehen. Andy Lau ist ganz OK, aber von den Mann hat man wesentlich besseres gesehen – meist in ersteren Rollen. Daneben spielt die restliche asiatische Front recht austauschbar, auffallen tun dann eher die Teilnehmer mit dem Hang zum overacten – was ja nicht unbedingt für sie spricht.

„Magic Crystal“ liefert mal wieder den Beweis ab, dass schnieke Kloppereien allein noch keinen guten Martial Arts Film machen: Zu nervig die Schritte in Richtung Kinderfilm, zu unlustig der Humor und zu nebensächlich die Story – dabei hätte man hier wirklich Tolles fabrizieren können.

:liquid4:

Gesehen als deutsche DVD von MIG, genauer gesagt als Bonusfilm auf der "Dynamite Heroes"-DVD. Die DVD-Umsetzung ist auch wirklich gut: Neben der deutschen und der englischen Synchro ist auch der O-Ton mit drauf (mit möglichen englischen UT), die Bildqualität ist für einen HK-Klopper dieses Baujahres auch nicht schlecht (OK, die Jungs von HKL in Großbritannien holen da noch mehr raus, aber es gibt da wesentlich miesere Umsetzungen).
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Beitrag von kami » 03.10.2008, 16:11

Ich sehe den Film deutlich besser, so gute 6 bis knappe 7/10 Punkten sind schon drin, da die Story zwar tatsächlich so albern ist wie von McClane bemängelt, der Actionanteil dafür aber sehr hoch und das Gezeigte spektakulär ist.

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Beitrag von Cyborg Cop » 03.10.2008, 17:41

Den kenne ich zwar nicht, finds aber schön, daß hier nach langer Zeit mal wieder ein Hong-Kong-Film zum Zuge kommt. :D

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Beitrag von McClane » 03.10.2008, 18:34

kami hat geschrieben:Ich sehe den Film deutlich besser, so gute 6 bis knappe 7/10 Punkten sind schon drin, da die Story zwar tatsächlich so albern ist wie von McClane bemängelt, der Actionanteil dafür aber sehr hoch und das Gezeigte spektakulär ist.
Jo, kann das schon verstehen, aber ich persönlich kam einfach auf den Humor gar nicht klar... dabei fand ich andere Wong Jing Schoten wie "Total Risk" und "City Hunter" witzig.
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