Cat's Eye

Auch Trashfilme haben ihre Daseinsberechtigung.
Antworten
Benutzeravatar
Sir Jay
Palmenkicker
Palmenkicker
Beiträge: 11979
Registriert: 12.06.2006, 13:30
Wohnort: Bei den Pflasterkackern

Cat's Eye

Beitrag von Sir Jay » 05.10.2008, 18:56

Cat's Eye
Bild
Originaltitel: Kattsu Ai
Herstellungsland: Japan
Erscheinungsjahr: 1997
Regie: Kaizo Hayashi
Darsteller: Yuki Uchida, Izumi Inamori, Norika Fujiwara, Kenta Harada, Naoki Yamazaki, Kane Kosugi, Wenli Jiang, Akaji Maro, Shirô Sano, Akira Terao


Lange bevor Catherine Zeta-Jones durch gut bewachte Museen wie eine Katze schlich, trieben bereits die Kisugi Schwestern Rumi, Hitomi und Ai in einer 73 teiligen Anime Serie in solchen Anwesen ihr Unwesen.
In Japan zumindest hat der Mangaka Tsukasa Hojo mit seinen Diebesgeschichten Million verkauft, und schuf zugleich seine erste Erfolgsserie, der später noch erfolgreicher City Hunter folgen sollte.

Bild
Eyecandy pur, die Katzen posieren, auch wenn niemand (außer dem Zuschauer) zusieht

Beide Franchises wurden auch real verfilmt, letztere sogar 2 mal, jedoch vom Hong Kong Kino.
Cat's Eye dagegen ist eine japanische Produktion, und das hat seine Vor- aber auch seine Nachteile.

Zum einen ist der Film recht Vorlagen getreu, zum anderen aber leidet er an qualitativen Schwächen, die den Film trashiger wirken lassen, als er es eigentlich sein möchte.

Doch zunächst zum Inhalt:
Im Manga und in der Anime Serie ging es um 3 hübsche junge Schwestern, die tagsüber ein Cafè mit dem Namen „Cat's Eye“ betreiben, nachts jedoch in sexy Overalls durch gut bewachte Museen schleichen, und auf raffinierte Weise Kunstgegenstände, die einst ihrem vermissten Vater gehörten stehlen.
Ganz zum Ärger des Kriminalpolizistin Toshio, der sich jeden Tag von seinem Chef eine Standpauke anhören darf, weshalb er zu unfähig wäre die drei Diebinnen, genannt „Katzenauge“ zu schnappen.
Der Ehrgeiz die 3 Miezen eines Tages zu überführen steigt enorm, erst dann kann er beruhigt schlafen und erst dann würde er auch seiner Freundin einen Heiratsantrag machen.
Was er nicht weiß: Seine Freundin Hitomi ist eine dieser drei Katzen...

Bild
Vergleich mit dem Anime
Bild

Es wäre natürlich eine Schande wenn der Film diesen verzwickten, und die Handlung der Serie erst so richtig interessant machenden Umstand nicht aufgreifen würde.
Mehr oder weniger Vorlagengetreu ist Cat'se Eye auf jedenfall und auf alle Fälle mehr als Jackie Chan's City Hunter.
Zur Überraschung aller Fans beginnt der Film sogar mit einer Anime Sequenz, Zeichnungs-technisch auf höherem Niveau als die damalige 84er Serie, schließlich schreiben wir auch das Jahr 1997.

Gleichzeitig wird man aber auch etwas stutzig, wenn die 3 Damen nicht mehr mit ihren Strumpf-Overalls durch die Gassen Skaten, sondern sich Kostüm-technisch frei an Catwoman orientert zu haben scheinen.
Toshio meint derweil, er habe den Raum, auf den es Katzenauge womöglich abgesehen hat, wunderbar umstellt, und wartet nun gespannt auf deren Erscheinen.
Doch wie immer sind die 3 Damen unzählige Schritte voraus, und führen die Polizisten mal wieder nach Strich und Faden an der Nase herum und ergattern ihr Gemälde.
Es folgen einige akrobatische Einlagen und eine Autoverfolgungsjagd.

Bild
CarStunts made in Japan, genau sowas hab ich auch in zählichen City Hunter Episoden gesehen X.x

Bild
In Japan hat jeder anständige Polizist ein aufklappbares Skateboard bei sich...
Bild
...und weiß auch die Marke immer zur rechten Zeit zu zücken!

Doch ab sofort wird es nun trashig.
Die Katzen verschwinden in ihrem „Cat-Mobil“, sprengen das Dach, entzweigen sich in ihren „Cat-Bikes“, während Toshio auf einem Fahrrad hinterher eiert, und nach einer Panne auch schon sein auf klappbares Polizei-Skateboard zückt...
Doch es hilft alles nichts, die Katzen verschwinden an rießen „Cat-Balloons“ mit Propellerantrieb hängend.

Bild
Da kommt keiner mehr hinterher...

In der „Cat-Höhle“ schließlich angekommen werden auch schon die nächsten Coups geplant, und sorgfältig Equipment vorbereitet, das immer mehr an die Batman Abenteuer von Adam West erinnert.
Eine Roboter-Navigationsratte soll die Räumlichkeiten des nächsten Museums erkundschaften...

Bild
Bei dieser "Cat-Mouse" würde Batman erblassen!!!

Doch die Sache wird nun reichlich komplexer, als sich ein mysteriöses, chinesisches Verbrechersyndikat einschaltet, und einen maskierten Killer auf die Miezen loshetzt, der sich zugleich im Zivil Outfit in eine der drei Schwestern verknallt...auweia.

Bild
Eine zugegeben hübsch eingefangene Szene...

Bild
Und das ist der böse, mysteriöse Killer, bei dem kein Schwein auch nur den blassesten Schimmer hat, wer das denn bloß sein könnte X.x

Mag für das Cat's Eye Franchise eine durchaus sinnvolle Idee sein, doch wenn das Script voll mit Löchern ist, niemand mehr checkt, weshalb wer was verdammt nochmal warum macht, und die schauspielerischen Leistungen unter GZSZ-Niveau liegen, hat das ganze auch eine völlig andere Wirkung, als es sich wohl der Regisseur erhofft hatte.

Bild
Das erinnert an Total Recall!!

Und dann sind da auch noch diese grausigen Effekte, die Cat's Eye dann bestenfalls als Trash Gülle durchgehen lassen.
Das unsichtbare „Cat-Mobil“ hinter dem sich die Katzen verstecken war noch am gelungensten, aber dann versuchen die Katzen am Tunnel-Inneren entlang zu sliden, und das bei wirklich mickrigem Tempo; sieht total künstlich aus.
Bei freiem Fall begnügt sich die Kamera mit Closeups, und das helle Licht hinter den Wolken, lässt die Explosion des Helikopters am Ende auch nur erahnen.
Hier wurde stark an Pyrotechnik gespart.
Stattdessen bekommen wir schlagende Funken, ein bisschen Rauch, und die ein oder andere schlampig inszenierte Kampfszene.

Bild
Bei so doofen Polizisten kann man sich echt jeden Scheiß erlauben...

Wenigstens sehen die Katzenweiber richtig gut aus, und machen in ihren Catsuits eine recht gute Figur...Nur schauspielern können die drei so gut wie gar nicht...und Toshio auch nicht...und der Rest des Darstellerensembles auch nicht...ein einziges Schmierentheater das Ganze.
Gesichter wie bei Welpen-Babys werden hier gezogen, aber wirklich überzeugende Schauspielerei habe ich selbst bei Barbara Salesch bessere gesehen.
Nicht einmal peinliches Overacting findet sich hier, die Darsteller wirken schlicht und einfach lustlos, da hilft auch das gelegentliche Grinsen nichts.

Hinzu kommt noch, dass man es nie so recht schafft die 3 Damen zu unterscheiden.
Erstens sehen sie sich ziemlich ähnlich (womit ich nicht das Klischee „alle Asiaten sähen gleich aus“ bekräftigen möchte) und zweitens sind ihre Katzenoutfits ziemlich identisch; nicht einmal farblich abgegrenzt wie im Anime.
Und nun machen sich auch Plotlöcher und Logikfehler breit, wenn eine der dreien (glaube Hitomi) bei einem Einsatz plötzlich spurlos verschwindet, und es die anderen zwei nicht so recht zu kratzen scheint, und auch Toshios plötzliches Verschwinden aus der Handlung macht wenig Sinn wenn er plötzlich, als ob er nie weggewesen wäre wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort auftaucht.

Überhaupt ist dem ganze Story-Verlauf nur schwer zu folgen.

Da bleiben wirklich nur noch die 3 hübschen Asiatinnen in ihren Sexy Suits, an einigen Stellen akzeptable Action, und recht spannend gestaltete Schleich-und Stehl Sequenzen, wobei ich mir noch gerne einen Auftrag gewünscht hätte, bei dem es wirklich heimtückische Fallen zu überwinden gilt.
Akrobatische Manöver durch kreuz- und quer platzierte Laserschranken bleiben leider aus, ebenso wirklich raffinierte Wendungen wie im Anime.
Naja, Spaß hat es trotzdem irgendwie gemacht...
:liquid5:
Die DVD ist toll...es gibt sogar ein "Highlight" Feature, das alle Highlights zusammengeschnitten aufzeigt :lol:
ansonsten lahmes bild und lahmer Ton.

Benutzeravatar
Sir Jay
Palmenkicker
Palmenkicker
Beiträge: 11979
Registriert: 12.06.2006, 13:30
Wohnort: Bei den Pflasterkackern

Beitrag von Sir Jay » 05.10.2008, 19:18

Ein Supertrio
Bild
Originaltitel: Cat's Eye
Herstellungsland: Japan
Erscheinungsjahr: 1983
Regie: Toshio Takeuchi (Staffel 1), Kenji Kodama (Staffel 2)
Deutsche Synchronsprecher: Schaukje Könning, Silvia Missbach, Andrea Aust, Gunnar Helm, Kaspar Eichel, Tilo Schmitz, Ulrich Votz, Gundi Eberhardt


Früher war bekanntlich alles besser, das gilt ganz besonders für die TV Landschaft, wie es am Beispiel des mittlerweile sehr verrufenen Privatsenders RTL2 anzumerken ist.
Das zeichentricklastige Nachmittagsprogramm ist eines der Paradebeispiele für die traurige Entwicklung.
Wo auf diesem Sender heute Serien dominieren, in denen kleinwüchsige Möchtegernhelden mit Fabelwesen, Karten oder Robotern in einer Arena ihre Hundekämpfe austragen, wurden vor 15 Jahren auch Sendungen gezeigt, die mit liebenswerten Charakteren und fesselnden Storylines punkten konnten. Im Angesicht auf das aktuelle Programm wohl weitestgehend nur noch ein Relikt aus den 80ern. „Ein Supertrio“ stellt dabei eine der großen Vorzeigeserien dar.

Die Grundhandlung dreht sich um drei Schwestern die nachts in engen Overalls durch gut bewachte Museen schleichen, diverse Kunstgegenstände stehlen und dabei durch pfiffige Gerissenheit und akrobatisches Talent immer wieder der Polizei entkommen. Ganz zum Ärgernis von Detective Toshio Utsumi, der vom Raubdezernat beauftragt wurde das gerissene Diebestrio endgültig festzunehmen. Frustriert durch das nächtliche Scheitern seiner Festnahmeversuche, verzieht er sich tags über immer in das der Polizeistation gegenüberstehende Cafè „Cat's Eye“ welches von den 3 Schwestern Rui (Nami), Hitomi und Ai (Love) geführt wird. In Hitomi ist er dabei schon seit der Schulzeit verliebt und erwägt immer wieder einen Heiratswunsch in ihrer Gegenwart, doch bevor er sich traut Hitomi zur Frau zu nehmen, möchte er sich selbst etwas beweisen, und seine scheinbare Lebensaufgabe erfüllen, nämlich endgültig Katzenauge zu fassen. Was der gute jedoch nicht im Geringsten ahnt:
Die 3 unscheinbaren Kellnerinnen sind genau das von ihm gesuchte Supertrio!

BildBild

Ein ziemlich verzwickter, und durchaus auch amüsanter Umstand, der eben auch den Reiz dieser Diebesgeschichten ausmacht. Hinzu kommt, dass die 3 Damen auch wirklich gut aussehen.
Hier kommt der vom Schöpfer der Mangavorlage, nämlich Tsukasa Hojo angewandte Zeichenstil zur Geltung, aus dem die 3 Protagonistinnen ihren vollen Sexappeal schöpfen, wie es weibliche Pokemon Charaktere auch nach einer Million Posen nicht könnten.
Normalerweise dominieren in der Mangaszene die kantigen Gesichter, unrealistisch durchgeknallten Frisuren sowie Augen, die fast die Hälfte des Gesichtes einnehmen und disproportional geformte Körper wie man es zum Beispiel von Kazuki Takahashis „Yu-Gi-Oh“ kennt.
Mangakas wie Tsukasa Hojo dagegen beigestern durch einen nüchtern realistischen Zeichenstil, bei dem die Figuren durch natürliche Körpermaße auffallen und statt einem zeichnerischen Minimalismus durchaus Details in den Gesichtszügen erkennen lassen.
Körperlich wohl proportioniert wirken sämtliche Charaktere wesentlich menschlicher, was Hitomi, Love und Nami um Einiges zugänglicher und damit auch sehenswerter macht.

BildBild

Doch nicht nur sehen die 3 gut aus, sondern sind sie auch überaus sympathisch, denn den Deibstahl begehen sie nicht aus reiner Habgier, sondern konzentrieren sich bei ihren Raubzügen ausschließlich auf Kunstgegenstände, die einst ihrem Vater Michael Heintz gehörten, jedoch durch die ausbeuterischen Ereignisse des 2. Weltkrieges an diverse Kunstmuseen verstreut wurden.
Da ihr Vater bereits zu deren Kindheitstagen spurlos verschwand, erhoffen sich die 3 Schwestern durch das Wiederbeschaffen der Heintz-Sammlung Hinweise auf seine Person zu finden.

BildBild

An dieser Stelle vollbringt die Serie (bzw eigentlich die Mangavorlage) das Kunststück aus beiden Parteien, nämlich dem Polizisten Toshio Utsumi und den gejagten Diebinnen Identifikationsfiguren zu machen. Zum einen hat man Verständnis für die Lage der 3 Schwestern und freut sich bei jedem erfolgreichen Raubzug mit, gleichzeitig jedoch wünscht man sich auch Erfolg für Utsumi.
Dieser zielstrebige, aber auch leicht tollpatschige junge Mann wäre in seiner reinen Funktion als Detective und Feind von Katzenauge kein besonders zugänglicher Charakter für den Zuschauer, doch die Tatsache, dass er eigentlich die ganze Zeit seiner Freundin hinterher jagt, die er tags über umhimmelt, macht das Katz- und Maus Spiel zwischen den beiden überaus interessant, und schon bald wünscht man sich den Moment herbei, in dem Utsumi endlich die Katze stellt.
Der Gedanke daran, dass Toshi nach all den Fehlschlägen endlich seine Katze fängt, und plötzlich Hitomi in die Augen sieht, hat einen überaus großen Reiz.
Und so schafft es die Serie immer wieder die beiden ganz alleine in die unmöglichsten Situationen zu bringen, in denen sie sich näher kommen und gemeinsam über „Hitomi“ reden, wie etwa am Ende der Folge „Die Insel Im Pazifik“.
Das ist Romantik!

BildBild

Schade ist dabei, dass in der Serie die Dreiecks-Beziehung zwischen Hitomi und Toshi nicht so verzwickt ausgearbeitet wird, wie im Manga.
Trotzdem entwickelt Toshi im Laufe der Zeit eine gewisse Sympathie seinen 3 Katzen gegenüber, nicht zuletzt deswegen, weil sie ihm auch schon oft aus der Klemme geholfen haben.
Zwar verliebt er sich nicht so in die Diebin wie im Manga, trotzdem sind gewisse Gefühle da, und allein das schafft schon genug Raum für kleinere Eifersuchtsszenen.
Ist es mal nicht Hitomi in ihrer Rolle als Katzenauge, auf die dann Selbige eifersüchtig ist, gibt es auch genug andere Frauen, denen Toshi (wenn auch ungewollt) hinterher guckt, und dank dummer Missverständnisse witzige Streitereien provoziert.

Etwas enttäuschend fällt hierbei der eher spärliche Einbezug von Polizei-Kollegin Asaya aus, die in fast jeder Folge Herrn Utsumi bei den Ermittlungen unterstützt, jedoch nie zum Gegenstand vermeintlicher Romanzen wird. Der Gedanke wird natürlich an ein bis 2 Stellen erwähnt, doch nur in den seltensten Fällen ist sie Hitomi diesbezüglich ein Dorn im Auge.
Den Umstand, dass Fräulein Asaya ein klein wenig in Toshi verschossen ist, wie es im Manga der Fall ist, gibt es leider nicht, dafür aber überzeugt sie als überaus kompetente Polizistin, da sie Hitomi von Anfang an in Verdacht hat, und ihre Rivalin geradezu herausfordert.

BildBild

Wird es mal wirklich brenzlig, und eine Überführung fast unvermeidbar, helfen die beiden Schwestern sofort aus. Nami, die Älteste weiß dank erstklassigem Schauspieltalent und gekonntem Einsatz ihrer weiblichen Reize neugierige Schnüffler nach Strich und Faden an der Nase herumzuführen. Love, die jüngste von allem ist dagegen sehr verspielt, aber auch ein begabtes Genie, was Ingenieurwesen anbelangt.
Hier bekommt die Serie einen futuristischen Touch, denn Love's Erfindungen wie der „Aura Detektor“ überschreiten die Grenzen des Möglichen, was sich als etwas störend in Bezug auf das ansonsten realistisch gehaltene 80er Jahre Tokio erweist.
Die technischen Utensilien, die dabei zum Einsatz kommen, sprengen auch schonmal den Rahmen einer diskreten Vorgehensweise, wenn das Trio mit Hilfe eines Super-Staubsaugers einen kräftigen Wind durch das gesamte Museum wehen lassen, oder es bei einer anderer Gelegenheit gar fluten.
Für Abwechslung in den Actionszenen ist aber jedenfalls in jeder Folge gesorgt.

Es warten immer wieder neue Fallen, neue Gefahren, neue Gegner. Nicht immer geraten die Katzen wegen ihren Raubzügen in Gefahr. Gerne geben sich auch Finsterlinge als Katzenauge aus, und begehen unverzeihliche Verbrechen, die den Ruf der 3 sympathischen Schwestern schädigen.

BildBild
BildBild

Mal werden Kinder entführt, mal wird Love als zufällige Zeugin eines Terroranschlages gejagt, oder aber werden die Katzen zu Schandtaten gezwungen.
In der Welt von Katzenauge sind die bestohlenen Kunstbesitzer die finsteren Unmenschen, die korruptes Vorgehen an den Tag legen oder auch direkte Verbindungen zur Yakuza pflegen.
Ganz fernab jeglicher Gefahren gibt es auch Folgen, die sich ausschließlich mit der Beziehung von Toshi und Hitomi beschäftigen, und damit eine mehr erotische Komponente den Ton angibt und für viele Lacher sorgt, gerade weil beide doch etwas unbeholfen agieren. Hitomi weist ihren Lover bei Kussattacken gerne mit einer Backpfeife zurück und Toshi ist doch sehr verklemmt, wenn ihm denn mal eine Chance gewährt wird, wie etwa die gemeinsame Nacht in einem Bett. Mal von unbeabsichtigten Grabschern abgesehen, geht es in der Serie doch eher sittlich zu, wobei die Schwestern gar nicht mal so prüde sind, wenn es um ihre Outfits geht.

BildBild
BildBild

Neben der vielen nackten Haut die gezeigt wird, wirken auch die blutige Darstellung von Waffengewalt, die berüchtigte Hai-Szene (die RTL2 sogar zu einem krassen Schnitt veranlasste) sowie aus Austragen einer Partie Russischen Roullettes der Kinderfreundlichkeit der Serie stark entgegen. Ohne auch nur ein einziges mal selbstzweckhaft zu wirken, verleihen diese Szenen voll roher Gewalt der Serie einen Touch von Reife und Seriösität.
Der Spagat zwischen ulkigen Alltagssituationen und dramatischen Showdowns gelingt äußerst souverän, da der Comedypart anders als im Nachfolgerwerk „City Hunter“ nicht von unrealistischen, methaper-ähnlichen Slapstickeinlagen, wie einem überdimensional großen Hammer, bewegt durch äußerst hektische Animationen regiert wird. Keine comichafte Gesichtsakrobatik und keine übertrieben dargestellen Maßnahmen zur Äußerung von Unmut in Form von halsbrecherischen Ausübungen von Gewalt.
Hier bleibt „Cat's Eye“ doch sehr bodenständig, und konzentriert sich auf nüchterne und realitätsnahe Animationen. Beeindruckend sind dabei die überzeugenden Emotionen in den Gesichtern der Figuren, wenn mal ein wirklich dramatischer Ton angeschlagen wird.
Und auch sonst überzeugt die mittlerweile 25 Jahre alte Serie mit äußerst detailreichen Bildern, und flüssigen Animationen. Freezeframes werden dabei nur zweckdienlich bei besonders sehenswerten Manövern, kräftigen Tritten oder ganz einfach wunderschön eingefangenen Bildern eingesetzt.

BildBild

Doch nicht nur optisch kann „Cat's Eye“ überzeugen sondern auch mit dem durch und durch gelungenen Soundtrack, der wunderbar mit dem 80er Jahre Setting und den charmanten Protagonisten harmoniert. Neben schnell zugänglichen Popnummern (japanisch und englisch), die geradezu zum Aerobic auffordern, und eingänigen, lieblichen Geigen-Solos gibt es auch orchestralische Großkaliber, die die entsprechenden Szenen förmlich aufblühen lassen.
Hinzu kommt noch eine wahnsinnig gut gelungene deutsche Synchronisation, mit perfekt gecasteten Stimmen, die ganz der Natur der Charaktere entsprechen.
Unvergesslich sind die Wutausbrüche von Kaspar Eichel in der Rolle des Polizeichefs, unvorstellbar wäre jedmand anders als Gunnar Helm in der Rolle von Toshi Utsumi.
Schaukje Könning verleiht ihrer Hitomi den nötigen Sexappeal, während Silvia Missbach für die Rolle der verspielten Love geradezu geboren worden zu sein scheint. Eine wahre Synchro-Perle wurde hier von den MME Studios geschaffen.

BildBild

Aus technischer Sicht ist die gesamte Serie ein einziger Leckerbissen; die liebevollen Animationen und der herrliche Soundtrack sprechen für sich.
Der einzige Punkt an dem „Cat's Eye“ wirklich große Probleme hat zu überzeugen sind die eigentlichen Coups. Es hapert nämlich gewaltig an der Glaubwürdigkeit der Vorgehensweise, oder noch schlimmer an der Rettung in letzter Sekunde. Oft lassen sich die Fluchtszenen gar nicht richtig nachvollziehen, halbherzige Erklärungen lassen den Zuschauer trotzdem mit Restfragen zurück und um logische, erwartungsgemäße Reaktionen von diversen Charakteren haben sich die Drehbuchautoren (bzw Herr Hojo persönlich) auch nicht immer gemacht.
Unverschämten Glück und unwahrscheinlichen Aktionen verdanken die 3 Schwestern das Gelingen der Operation. An diesen Stellen wird oft Utsumi seinem Ruf als Trottel vom Dienst gerecht, denn manchmal stellt er sich wirklich einfach nur zu blöd an. Irgendwann wirkt es auch ziemlich ermüdend, wenn die Polizei auch nach dem 10 male von Schlafgas überwältigt wird.
Außerdem darf man sich fragen woher die Schwestern aus ihren Hautengen Kostümen die Wurfkarten oder Sprühdosen, sowie andere, voluminösere Utensilien bei sich tragen.
Das dreiste Ankündigen von Raubzügen wirkt schon wenig sinnvoll genug, aber dass diese Ankündigungskarten auch noch aus den unmöglichsten Richtungen geflogen kommen, sprengt schon fast den Rahmen des Erträglichen.
Einen gesunden Anspruch an Glaubhaftigkeit in brenzligen Situationen darf jeder Zuschauer legen, doch der wird bei Cat's Eye alles andere als zufriedenstellend erfüllt; es wird sich oft viel zu einfach gemacht.
Ebenfalls nicht vollkommen befriedigend ist das Finale der Serie, das sehr offen endet, und weder das Geheimnis um Katzenauge lüftet, noch den verschwundenen Vater ein letztes mal erwähnt.
Der Manga geht zwar in dieser Hinsicht auch mit einem offenen Ende aus, machte Michael Heintz für die 3 Töchter jedoch wesentlich greifbarer und löste auch für Toshi das Mysterium um Katzenauge. Die finale Folge „Alles nur Theater“ liefert in dieser Hinsicht keine Erkenntnis.
Etwas besonderes ist diese Abschlussfolge dennoch, da die Enthüllung der wahren Identität von Katzenauge hier in gespielten Theateraufführungen das eigentlich offene Ende etwas verschleiert, und durch Toshis und Hitomis glaubhaftem Schauspiel quasi doch die große Szene bereithält, die man sich als Zuschauer seit unzähligen Folgen herbei gewünscht hat.

Die Tatsache, dass man sich danach noch weitere Folgen gewünscht hätte, spricht nur für die liebreizenden Charaktere, die diese Serie so unglaublich sympathisch gestalten.
Man kann sich den spannenden Diebesgeschichten einfach nicht entziehen, das ewige Katz- und Maus Spiel zwischen Polizist und Diebin verliert dank stetiger Entwicklung in der Beziehung, und neuen Gefahren des Identitätsverlustes nie an Reiz.
„Ein Supertrio“ bietet Comedy satt, wird dabei jedoch nie aufdringlich, es gibt genügend abwechslungsreiche Actioneinlagen, verfallen jedoch nie im Selbstzweck, und Dramatik wird stets optimal aufgebaut und schafft großartige Momente, denn eine gehörige Portion Romantik wacht über all diese Szenen. Trotz aller inhaltlicher Unzulänglichkeiten und Logiklöcher, macht die Serie großen Spaß, und bietet die vielleicht liebenswertesten Figuren, die überhaupt jemals in irgend einer Serie zu sehen waren.
:liquid8:

Anime-Virtual hat ab März 2007 die Serie im Quartalabstand in 6 Doppel-Ausgaben auf DVD herausgebracht.
Zwei DVDs mit je 6 Folgen kosten im Durchschnitt 33 Euro, was pro Folge knapp unter 3 Euro macht...zwar kein richtiger Wucher, aber man hat auch schon mehr für weniger bekommen.

Benutzeravatar
StS
Actioncrew
Actioncrew
Beiträge: 30890
Registriert: 04.10.2005, 21:43
Wohnort: Harsh Realm, Hannover

Beitrag von StS » 05.10.2008, 19:20

Klingt lustig, dürfte aber nichts für mich sein. Danke für die Mühe! :wink:

Benutzeravatar
Sir Jay
Palmenkicker
Palmenkicker
Beiträge: 11979
Registriert: 12.06.2006, 13:30
Wohnort: Bei den Pflasterkackern

Beitrag von Sir Jay » 05.10.2008, 19:24

ich habs mit Freuden getan, ich bin gestern in der videothek fast ausgeflippt als ich den da entdeckt hatte...den hab ich dann sowas von mitgeommen ohne zu überlegen...ich dachte schon das wären geheimtipp, den ich nie in deutschland irgendwie zu sehen bekomme... X.x

EDIT: Jo danke STS für den Platzhalter ;)

Benutzeravatar
gelini71
DJ Mod
DJ Mod
Beiträge: 83686
Registriert: 27.09.2007, 15:27
Wohnort: zu Hause

Beitrag von gelini71 » 06.10.2008, 06:21

Das ist doch was für mich - zudem ist die DVD von Laser Paradise , das verspricht einiges (nur nix gutes) :lol:
Ich mache keine Rechtschreibfehler, ich gebe Wörtern lediglich eine individuelle Note

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64521
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Beitrag von freeman » 06.10.2008, 09:02

Geil Catwoman mal drei in asiatisch ... LOL

In diesem Sinne:
freeman
Bild

Benutzeravatar
SFI
Expendable
Expendable
Beiträge: 113564
Registriert: 09.08.2004, 07:58
Wohnort: PFALZ
Kontaktdaten:

Beitrag von SFI » 06.10.2008, 09:12

Dein Review liest sich sehr geil, leider sind ja Buch/Reviewverfilmungen meistens Mist und deshalb werde ich den Streifen wohl auch nie sichten. :lol:
Die affektive Struktur der Klimakrise

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

Benutzeravatar
Sir Jay
Palmenkicker
Palmenkicker
Beiträge: 11979
Registriert: 12.06.2006, 13:30
Wohnort: Bei den Pflasterkackern

Beitrag von Sir Jay » 17.05.2009, 03:33

Auch wenns sicher keinen interessiert, hab ich kompletthalber hier mal noch das reivew zur serie reingepackt 8-)
Mensch, damals, als ich den film in der videothek gesehen habe, hätte ich nicht gedacht, dass ich ein halbes jahr später auch die anime serie gucken würde :shock:

Benutzeravatar
kami
Action Experte
Action Experte
Beiträge: 5899
Registriert: 10.06.2006, 17:39
Wohnort: Leipzig

Beitrag von kami » 17.05.2009, 15:09

Ich mochte die Serie sehr gern, als sie bei RTL2 ausgestrahlt wurde, und bin auch am Überlegen, ob ich mir die Boxen nicht zulegen sollte. Die optische Qualität ist für eine TV-Serie dieses Alters wirklich hervorragend (da kommen allenfalls die WMT-Serien wie ANNE OF GREEN GABLES oder LITTLE WOMEN ran), der Humor ist sympathisch, die Charaktere ebenso, die Action zackig.
Den Realfilm hab ich vor Jahren als nicht untertiteltes Tape aus Japan geschaut, fand ich klapprig und langweilig. Die dt.DVD werde ich mir aber für wenig Geld mal zulegen, hab die bisher noch nirgendwo gesehen.

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast