
Originaltitel: Crash
Herstellungsland: Kanada / USA
Erscheinungsjahr: 1995
Regie: Charles Wilkinson
Darsteller: Michael Biehn, Matt Craven, Leilani Sarelle, Miguel Sandoval, Kim Coates, Vladimir Kulich u.a.
Ein kleiner Emporkömmling namens Davis plant die Geschäfte des bisherigen Obermackers Carlos zu übernehmen. Diesem passt das freilich gar nicht. Zudem kämpft Davis unwissentlich an mehreren Fronten, interessiert sich doch auch das FBI für ihn und hat ihm eine als Callgirl getarnte Agentin untergeschoben. Bei einem gemütlichen Stelldichein wird die Agentin namens Madeleine allerdings von Davis enttarnt. Zufällig befindet sich Casey in dem Zimmer. Er ist ein Kleinganove, dem Davis Geld für eine Gefälligkeit schuldet. Casey geht dazwischen, als Davis Madeleine mit einer Waffe bedroht. Zudem verschaffen sich Carlos Killer Zugang zu der Wohnung. Im darauffolgenden Schusswechsel endet Davis Aufstieg abrupt und Casey flieht mit Madeleine. Sie haben Davis in dem allgemeinen Getümmel eine CD entwendet, auf der Kontodaten für einen 40 Millionen Deal abgespeichert sind und an denen insbesondere Carlos brennend interessiert ist. Als sich die Kollegen von Madeleine als hoch korrupt erweisen, ergibt sie sich in ihr Schicksal und arbeitet mit Casey zusammen ...
Die Inhaltsangabe mag verwirrend klingen aber keine Angst, der Film selber ist eher geradlinig und storytechnisch simpel gestrickt. Crash Point kann dann auch eher mit anderen Qualitäten punkten. So kann er auf eine interessante Besetzung bauen. Biehn gibt Casey als kleinen Gangster mit dem Herzen am rechten Fleck. Vom Prinzip her wiederholt er hier seine Terminator Rolle, gilt es doch eine Frau vor den Zugriffen verschiedener Killer zu schützen. Leilani Sarelle Ferrer (die lesbische Freundin von Sharon Stone in Basic Instinct) gibt Madeleine als Mischung aus Powerfrau und verletzlichem Wesen, was ihr gut steht und verhindert, dass wir hier eine weitere nervende, breitbeinig herumstaksende, von Emanzipation labernde Powerische zu sehen bekommen. Dass die insgesamt recht sexy wirkende Frau auch noch blank ziehen darf und eine recht stilvoll in Szene gesetzte Erotikszene bereichert, wertet ihre Leistung gleich noch ein wenig auf. (wie jetzt Chauvie? Ich? Nie!) Der super Darsteller des Beowulf aus der 13. Krieger, Vladimir Kulich, gibt den besten Killer von Carlos und kann schon alleine aufgrund seiner physischen Präsenz punkten. Dass er obendrein noch abdrückt, ohne Fragen zu stellen, lässt ihn noch mehr rocken. Kim Coates als Davis ist wunderbar schmierig, wird aber zu früh aus dem Spiel genommen.
Der Film selber ist konsequent düster inszeniert, spielt er doch durchgehend in einer einzigen Nacht. Wirklich hell wird es nur, wenn mal wieder irgendwas in die Luft fliegt, ansonsten dominieren harte Schatten, ein grobkörniger Look sowie gelungene Perspektiven und Einstellungen. Hier erinnert optisch nichts an eine Direct to Video Produktion. Handlungstechnisch bleibt zwar insbesondere die Charakterzeichnung früh auf der Strecke und auch die Handlung tritt beständig auf der Stelle, Langeweile kommt dabei dennoch nicht auf. Die gelegentlich aufkommenden Ballereien sind absolut sauber, druckvoll und hart inszeniert und überzeugen durch gezielt eingesetzte Zeitlupeneinlagen, schnelle Schnitte, nette Zooms und vor sich hin wabernde Wolken aus Blut oder umherfliegenden Mauerteilchen.
Optisch überzeugender B-Thriller mit harten Ballereinlagen und guter Besetzung, dem etwas mehr Spannung gut getan hätte.
Eine DVD scheint es nirgendwo zu geben. Das uncut Tape kommt von Ascot und ist ab 18.
In diesem Sinne:
freeman






