Dying God

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Dying God

Beitrag von StS » 10.12.2008, 06:47

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Originaltitel: Dying God
Herstellungsland: Frankreich / Argentinien
Erscheinungsjahr: 2008
Regie: Fabrice Lambot
Darsteller: James Horan, Erin Brown, Lance Henriksen, Agathe De La Boulaye, Mariana Seligmann, Brad Krupsaw, Louis Ballester, Victoria Maurette, ...

Trailer:
http://www.azmovies.net/dying-god.html


„Dying God“, eine französisch-argentinische Co-Produktion, in Gestalt derer Regisseur Fabrice Lambot seinen ersten Abend-füllenden Spielfilm vorlegte, ist ein in Buenos Aires für nur rund 500.000 Dollar in 23 Drehtagen im April 2007 auf HD-Video realisierter Low-Budget-Streifen, bei dem man ganz offensichtlich versucht hat, eine ungemütlich-rohe, in erster Linie an italienische „Giallos“ erinnernde 70er-Jahre-Atmosphäre heraufzubeschwören sowie diese dann im nächsten Schritt mit verschiedenen anderen inhaltlichen Versatzstücken zu kreuzen, welche sich zum Teil recht augenfällig auf diverse bis in die 80er hinein entstandene Monster- und Exploitation-Movies zurückführen lassen. Umgesetzt in einer düsteren Bildersprache sowie eine Kombination aus internationalen und einheimischen Darstellern aufweisend, vereint die (im Übrigen relativ abstrus-geschmackslose) Story zwar eine Vielzahl der für die Annäherung an ein solches konzeptionelles Vorhaben notwendigen Zutaten und Elemente (vorrangig: reichlich Blut, Gewalt und nackte Haut) – allerdings ist letzten Endes „dennoch“ bloß ein Werk dabei herausgekommen, das im Prinzip auf allen Ebenen in jeglichen Belangen nahezu komplett versagt, was das Sichten für den Zuschauer recht schnell zu einer ziemlich quälenden Angelegenheit bzw gar fordernden Belastungsprobe werden lässt…

Spätestens seit ihn seine Frau vor einiger Zeit verlassen hat, weil sie sich über alles ein Kind von ihm wünschte, er dazu aber einfach nicht in der Lage war, ist der in seinem Job mit allen Wassern gewaschene Cop Sean Fallon (James Horan) im Grunde genommen völlig am Boden angelangt: Er flucht, raucht und trinkt viel, ist korrupt, ausgebrannt, hitzig und gewalttätig, nimmt Drogen, hat beste Verbindungen zur Unterwelt, steckt knietief in (eigenen) illegalen Aktivitäten und betrügt seine (sich als „Escort-Dame” ihren Lebensunterhalt verdienende) derzeitige Freundin Mary (Erin Brown) am laufenden Band. Inmitten einer politisch angespannten Lage, da in Kürze Wahlen vor der Tür stehen, wird die ohnehin schon dreckig-düstere Metropole nun plötzlich von einer besonders grausamen Mordserie erschüttert: Nacheinander tauchen die übel zugerichteten Leichen einiger aus sozialschwächeren Stadtvierteln stammenden Frauen auf, welche dort überwiegend im Rotlichtmilieu tätig waren. Wie es scheint, wurden sie allesamt zu Tode vergewaltigt. Erste gerichtsmedizinische Untersuchungen ergeben, dass ihre Uteri jeweils von innen heraus durchstoßen bzw förmlich aufgesprengt wurden, was jedes Mal (u.a.) zu großen Austrittswunden im unteren Bauchbereich führte – und dass das an den Opfern sichergestellte Sperma definitiv keinem menschlichen Wesen entstammt!

Erwartungsgemäß halten die den Fall bearbeitenden Beamten letztere Information für absolut unglaubwürdig – doch einem nächtlichen Vorfall folgend, bei dem er fast getötet sowie selbst Zeuge einiger absonderlicher Dinge wird, beginnt Fallon schließlich auch anderen Theorien nachzugehen, statt sich bei seinen Ermittlungen nur auf die offizielle Version der Geschichte zu beschränken. Beliebt macht er sich bei seinen Kollegen damit selbstverständlich nicht – allerdings stellt sich (einigen Recherchen, Befragungen und weiteren Morden später) irgendwann tatsächlich heraus, dass es sich bei dem Killer (allen Ernstes) um eine sagenumwobene Kreatur handelt, welche in alten Legenden „Kurupi“ genannt wird und seit jeher von einem inzwischen ausgestorbenen Azteken-Stamm als Gottheit verehrt wurde. Die Sache ist „nur“, dass dieses bestimmte Exemplar das letzte seiner Art ist sowie zunehmend rascher von einer den Körper zerfressenden Krankheit dahingerafft wird, weshalb es sich nun verzweifelt zu paaren versucht, um so das Fortbestehen seiner Rasse zu sichern. Eines der fatalsten Probleme in dieser Hinsicht besteht jedoch darin, dass jenes Geschöpf ein umfangstarkes sowie mehrere Fuß langes (männliches) Geschlechtsteil besitzt und beim Ejakulieren zudem erhebliche Mengen an Samenflüssigkeit abgibt – die wenigsten Frauen überleben den entsprechend schmerzhaften Akt. Gemeinsam mit den örtlichen Zuhälter- und Verbrechens-Oberhäuptern (u.a. Lance Henriksen), welche sich inzwischen „zum Schutze ihrer Mädels bzw Geschäfte“ vereint und gewappnet haben, begibt sich Fallon fortan auf die Jagd nach dem immer aggressiver wütenden Wesen, um den Albtraum schnellstmöglich zu beenden…

„Dying God“ eröffnet mit einer Rückblende, in welcher ein einheimischer Junge von bewaffneten, dreckigen und blutbeschmierten Arbeitern aus dem Dschungel gejagt wird, wobei er etwas in Händen trägt, das (in Laken gewickelt) wie ein Säugling anmutet – später, also nach dem Zeitsprung in die Gegenwart, erfahren wir dann (aus dem Kontext heraus), dass es sich bei ihm um den einzigen Überlebenden seines Stammes handelte, welcher den kleinen Kurupi damals in Sicherheit gebracht hat. Ich bin mir keineswegs darüber im Klaren, warum jene Männer derart vorgegangen sind – vielleicht ist das ja als eine Kritik der Macher gen Abrodung des Regenwalds durch rücksichtslose Unternehmer und der damit verbundenen Verdrängung von Lebensräumen zu werten – doch inzwischen ist der Knabe nun jedenfalls zu einem Mann mittleren Alters herangewachsen, der „seinen Gott“ tatkräftig unterstützt sowie die meiste Zeit mit ungepflegt-wilder Frisur und nacktem Oberkörper irgendwelche Satzfetzen in einer unverständlichen Sprache vor sich hin skandiert. Wer genau hat ihm den Titel „Schamane“ eigentlich verliehen? Wo haben sich beide all diese Jahre lang (unentdeckt) aufgehalten bzw versteckt? Wie sah ihr „Alltag“ aus, bevor sie sich jüngst in einer Bauruine am Stadtrand einquartierten, um von dort aus dieser bestialischen Form der Arterhaltung nachzugehen? Nein, Antworten auf diese (und ähnliche) Fragen erhält man nicht geboten – vielmehr dient diese „begleitende“ Figur (der Gefangennahme durch die Cops folgend) im Grunde genommen einzig dazu, den Behörden (und somit auch dem Publikum) die Hintergründe der ganzen Situation darzulegen. Auf diese Weise hat man sich, zumindest meiner Meinung nach, für einen relativ lahmen wie einfallslosen Weg entschieden, diese konkreten Background-Infos in die Geschichte einzuflechten...

Den Kurupi kann sich der geneigte Leser dieser Zeilen als eine etwas über zwei Meter große humanoide Lebensform vorstellen, welche über einen nahezu menschlichen Knochenbau, Alien- Schrägstrich Monster-Schädel und eine durchgängig dunkelgrüne Farbgebung verfügt – ebenso wie jenen besagten (ins Violette tendierenden) Riesenpenis, den die Kreatur (nebenbei angemerkt) komplett in eine Öffnung seines Unterleibs „einzufahren“ vermag. Weiter ins Detail möchte ich an dieser Stelle lieber nicht gehen – ich bitte da um Verständnis. Positiv anzumerken ist, dass bei seinen Auftritten keinerlei CGI-Zusätze mit im Spiel sind – negativ, dass wir es hier mit einem altmodischen „Gummikostüm“ zutun haben, das extrem stark nach genau dem Material aussieht, aus welchem es hergestellt wurde, und zudem irgendwie an ein Überbleibsel aus einer Fernsehserie der 80er oder 90er (á la „X-Files“) erinnert. Ich will damit nun auf keinen Fall behaupten, die Geschöpfe in jener Chris Carter Reihe würden so „künstlich“ wie dieses betreffende hier ausschauen – aber selbst wenn doch, hätte man sie dort unter Garantie wesentlich inspirierter ins rechte Licht gerückt, um die vorhandenen (in Großaufnahmen und hellerer Beleuchtung umso ersichtlicheren) ungünstigen qualitativen Gegebenheiten besser zu kaschieren. Die begangenen Vergewaltigungen werden übrigens (wenn überhaupt) nicht sonderlich graphisch aufgezeigt, was dem Werk zwar viel seiner potentiellen Anstößigkeit verwehrt, unterm Strich allerdings schon ganz gut so ist. Wer sich also die Befriedigung irgendwelcher „Hentai-Gelüste“ verspricht oder sich überhaupt irgendetwas in der Art erhofft hat, den muss ich „leider“ enttäuschen…

Als das vermutlich schwerste Bleigewicht des Films ist wohl die Entscheidung der Verantwortlichen anzuführen, keinen rein auf banale Unterhaltung abzielenden Flick in der Tradition von (z.B.) „Split Second“ (1992) anzustreben – vielmehr hatte man offensichtlich deutlich Höheres im Sinn, weshalb die eigentliche Jagd auf die Bestie bewusst nicht (!) in den Story-Vordergrund gerückt wurde: Ihren Platz bzw Stellenwert nimmt vorliegend eine unverblümt in die Richtung „Bad Lieutenant“ (1992) schielende „Charakterstudie“ über einen selbstzerstörerischen Polizisten ein, denen die Dämonen seiner Vergangenheit nicht zur Ruhe kommen lassen und welcher im Zuge der auf ihn einwirkenden Belastungen den Punkt ohne Wiederkehr bereits des Längeren überschritten hat. Wir lernen Fallon als jemanden kennen, der ständig (Lederjacke und Sonnebrille tragend) verkatert und/oder zugedröhnt durch seine Existenz schreitet, regelmäßig Personen einschüchtert sowie bei seinem Partner und Vorgesetzten nahezu umgehend in Ungnade fällt, der sich vornehmlich im örtlichen Rotlichtviertel herumtreibt, seine Freundin ganz allgemein schlecht behandelt, sie also schonmal im Bademantel zum Besorgen einer Flasche Alk raus auf die Straße jagt, schlägt sowie ohne mit der Wimper zu zucken betrügt – zum Beispiel als ihm zwei „leichte Damen“ Sex als Dankeschön dafür anbieten, dass er sie vor einem „über die Stränge schlagenden“ SM-Kunden bewahrt hat: Sodann hüpft er mit ihnen in die Kiste, snieft während des Akts (u.a.) Koks vom nackten Rücken der einen und lässt die andere mit seinem Pistolenlauf Oralverkehr simulieren. Darüber hinaus beauftragt er einen kleinkriminellen Handlanger, aus der Asservatenkammer entwendete Waffen für ihn auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen – und später erschießt er jenen gar eigenhändig, nachdem er ihn zu hintergehen gewagt hat. Ein absolut unsympathischer Zeitgenosse also, welchen (wie es heißt) seine Ex-Frau quasi dorthin getrieben hat, indem sie ihn verließ, als er es nicht fertig brachte, sie zu schwängern. James Horan („the Visitation“/„Flags of our Fathers“) verkörpert dieses „Prachtexemplar“ eines Mannes gewollt abstoßend – zudem allerdings derart hölzern, ausdruckslos und aufgesetzt wirkend, dass man sehr schnell förmlich zu hoffen beginnt, jemand möge ihn doch bitte schleunigst um die Ecke bringen und uns somit von dem Gebotenen erlösen. Aber nein, er ist ja der Hauptdarsteller – und so müssen wir eine gefühlte Ewigkeit lang leiden…

Neben dem eher unbekannten Horan sind noch zwei weitere seiner amerikanischen Landsleute zu sehen, die ihrerseits deutlich mehr Zuschauern geläufig sein dürften – nämlich Erin Brown („the Lost“/„MoH: Sick Girl“) und Lance Henriksen („Near Dark“/„Hard Target“). Erstere, welche sich ja unter dem Pseudonym Misty Mundae einen (sehr speziellen) Namen in der Branche erworben hat, ist beim besten Willen keine Fremde, wenn es um billig heruntergekurbelte Indies geht, in einigen derer sie aber (nichtsdestotrotz) auch in primär dramatisch ausgerichteten Rollen zu überzeugen wusste (vgl. „Chantal“). Hier hingegen gelingt ihr das leider nicht sonderlich zufriedenstellend, was mit Sicherheit (zumindest zum Teil) auf die widrigen (ihr vorgelegten) Rahmenbedingungen zurückzuführen ist, u.a. weil ihre Figur im Prinzip aus nichts mehr als einer lieblos zusammengeschusterten Anhäufung abgestandener Klischees besteht: Eine sich nach echter Zuneigung sehnende (herzensgute) Prostituierte, welche an den falschen Partner und somit in eine Beziehung geraten ist, die sich gar noch destruktiver auf sie auswirkt, als das ganze sie ohnehin bereits negativ prägende Umfeld, in dem sie sich tagtäglich bewegt – und dass Mary schließlich als eines der Opfer endet, dürfte wohl kaum jemanden ernsthaft überraschen. Zum Glück bereichert der gestandene B-Movie-Veteran Henriksen dieses (Mach-) Werk ab der Halbzeitmarke mit seiner Anwesenheit: Seinen Part einer an den Rollstuhl gefesselten Unweltgröße spielt er zwar weder richtig motiviert noch gut – bloß reicht allein seine Präsenz schon aus, um als (einsames) „Highlight“ im Gesamtbild gewertet zu werden. Ich hoffe wenigstens, dass er seine Südamerika-Reise (abseits des Sets) genossen hat. Als seine stumme Leibwächterin fungiert die Französin Agathe de la Boulaye („AvP“) – ihre Performance ist genauso unbedeutend wie die ihr zugestandene Hintergrundgeschichte, dass „Lance“ früher mal ihre Eltern getötet, sie daraufhin (als Säugling) an sich genommen und fortan quasi als seine Stieftochter aufgezogen hat. Mariana Seligmann (TV´s „Floricienta“) agiert süß und charmant als kundige Mitarbeiterin der örtlichen Universität, während ihre Screen-Partnerin aus Albert Pyun´s „Left for Dead“, Victoria Maurette („Bulletface“), indessen als „Bordsteinschwalbe“ völlig verschenkt wurde – man gesteht ihr im Grunde genommen nicht viel mehr zu, als kurz einige Textzeilen aufzusagen, später dann mit einem Freier aufs Zimmer zu gehen, vor diesem zu strippen sowie sich anschließend von ihm (nackig) im Bett bedrohen zu lassen. Und über die restlichen (überwiegend inkompetenten) Akteure belasse ich an dieser Stelle einfach mal den Mantel des Schweigens...

Das Drehbuch zu „Dying God“, eine Gemeinschaftsarbeit von Fabrice Lambot, Germán Val, Jean Depelley und Nicanor Loreti, mutet in etwa so an, als hätten sich ein Fan Lucio Fulcis, zwei Trash-Flick-Begeisterte sowie ein Bewunderer Abel Ferraras zum Verfassen einer alle individuellen Vorlieben vereinenden Geschichte zusammengesetzt – nur dass sich im Laufe dieses kollektiven Bemühens ausgerechnet letzterer am stärksten durchzusetzen vermochte. Herausgekommen ist dabei nun jedenfalls ein Skript Schrägstrich Filmchen, das (inhaltlich wie inszenatorisch) jegliches Feingefühl und Talent vermissen lässt: Angesichts des vorrangigen Fokussierens auf Fallon wurde der Kurupi-Ansatz regelrecht zu einem beinahe nebensächlich erscheinenden „Nebenkriegsschauplatz“ degradiert – und nicht bloß weil der Versuch einer dramatischen Charakterstudie hier viel zu forciert, stereotyp und plump (kurzum: wie gewollt und nicht gekonnt) anmutet sowie sich die ganze Angelegenheit überdies deutlich zu ernst nimmt, verhinderten diese Tatsachen und Eindrücke zusätzlich die Chance des Entstehens eines echten Trash-Feelings, welches den Streifen vielleicht noch hätte retten oder zumindest ein Stück weit aufwerten können. Die Handlung entfaltet sich komplett vorhersehbar, unoriginell und uninteressant, weist unbedeutende Zusätze (á la die nahenden Wahlen), furchtbare Dialog-Passagen sowie des Öfteren zudem auch noch absolut sinnfreie „Füllsel-Sequenzen“ auf (z.B. als sich Fallon bei einer Beschattung eine Pizza ans Auto liefern lässt und sich der Bote daraufhin als ebenso neugierig wie nervig entpuppt). Ein spezieller Moment hat mich sogar, besonders in diesem qualitativen Kontext betrachtet, geradezu aufgeregt – nämlich als sich die Verantwortlichen alles Ernstes den (gewiss als Tribut oder so gedachten) „Spaß“ erlaubten, in Henriksen´s Beisein einen schmierigen Gangster einen (leicht abgewandelten) markanten Satz aussprechen zu lassen, den Lance damals in „Stone Cold“ höchstpersönlich (um ein Vielfaches ausdrucksstärker) zum Besten gab: „You know, you remind me of my old Man. His last Words were: Don´t, Son – that Gun is loaded!“

Regisseur Lambot, welcher zuvor die beiden Shorts „Insanity“ und „La Sangre del Castigo“ realisiert hatte, beweist in Gestalt seines vorliegenden Spielfilmdebüts anschaulich, dass diese Hürde für manche Leute einfach zu hoch zum Nehmen ist, denn sein Versagen in nahezu allen (nicht nur handwerklichen) Belangen ist genauso unbestreitbar wie unübersehbar. Ich kann mir zwar lebhaft vorstellen, dass es arg schwierig ist, ein Ensemble mehrheitlich unfähiger und/oder unmotivierter Individuen effektiv zu führen und anständig auf Kurs zu halten, doch das gesamte Drumherum stimmt in diesem Fall ja ebenso nicht: Ausgenommen einer einzigen Einstellung, in der man Erin (bzw Mary) durch die zersplitterte Frontscheibe von Fallon´s Wagen hindurch eingefangen hat, wurden restlos alle anderen vollkommen uninspiriert arrangiert – was in erster Linie im Rahmen der (wenigen) Action-reicheren Augenblicke schmerzhaft evident wird, welche unfassbar ungelenk daherkommen, obwohl sie eigentlich wahre Höhepunkte des Verlaufs hätten sein müssen (wie als es in einem Lagergebäude zur brutalen Auseinandersetzung zwischen den bewaffneten Unterweltlern und der Kreatur kommt). Optik und Kameraarbeit erwecken den Eindruck, man hätte nichts weiter als einen handelsüblichen Camcorder zur Verfügung gehabt, Spannung kommt zu keiner Sekunde auf, das Tempo ist schleppend und steigt erst im finalen Akt etwas an, welcher immerhin nicht ganz so hoffnungslos öde wie die vorherigen einzustufen bzw anzusehen ist – u.a. weil eine Kreissäge und eine an einen Rollstuhl montierte Harpune zum Einsatz gelangen. Die Gewalt- und „T&A“-Anteile sind indessen sogar halbwegs annehmbar ausgefallen – erstere umfassen, neben den zahlreichen Leichen mit aufgerissenen Unterleibsregionen, zum Beispiel einen fiesen Kopfschuss sowie einen Säugling, welchen der Kurupi aus dem Bauch seiner (zu dem Zeitpunkt noch lebendigen) Mutter herausschneidet. Manchen dürfte das bereits genügen, den Streifen nicht vollständig zu verdammen – mir hingegen nicht wirklich…

Fazit: „Dying God“ ist ein fürchterlicher Low-Budget-Horror-Thriller, der sich (seiner unbestreitbar abstrusen Story zum Trotz) irritierend ernst nimmt und alles in allem beinahe keinerlei echten Unterhaltungswert zu generieren vermag, was letztlich aus einer ganzen Reihe an gewichtig (negativ) zu Buche schlagenden Gründen resultiert…

:liquid1: ...allerdings nahe der Grenze zur... :liquid2:


"Dying God" wurde zwar bislang weder in Deutschland noch den USA veröffentlicht - wer unbedingt möchte bzw. will, kann aber ruhig zur französischen DVD des Streifens greifen...

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Beitrag von SFI » 10.12.2008, 07:41

Erstaunlich wie du es schaffst über solch einen Rotz eine Doktorarbeit und dann noch auf solch hohem Niveau zu verfassen. Alleine dafür:

:eclipsee_gold_cup
Der Pfalzbote

"Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise."

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Beitrag von freeman » 10.12.2008, 09:18

Na das klingt ja nach Zeitverschwendung pur. Danke für die Warnung und für den Screener, wo die Frau dem Gummimonster ausm Akte X Fundus ;-) nen Faustkampf anbietet ... da hab ich mal geschmunzelt ...

In diesem Sinne:
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Beitrag von StS » 10.12.2008, 09:46

Zeitverschwendung, der Film? Ja. Da reicht der Trailer - der ist eigentlich ganz nett. Und danke für den Preis, Timo!
Lance und/oder Erin - da bin ich ja meistens fleißig dabei... :wink:
Zuletzt geändert von StS am 10.12.2008, 09:47, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Vince » 10.12.2008, 09:47

Ein Film so schlecht, dass die sich für das Cover sogar das "O" von "Heroes" klauen mussten. :lol: Also der gute alte Lance kann stolz auf dich sein, wenn der wüsste wie treu du ihm trotz all dieser Gurken bleibst...

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Beitrag von StS » 10.12.2008, 09:52

Hach ja. Der soll nur weiter Filmchen drehen und sich nicht zur Ruhe setzen - dann bin ich schon einigermaßen zufrieden. Zwischendurch ist er ja auch mal in Werken wie "Appaloosa" zu sehen - also passt das schon irgendwie. Und das mit dem "o" ist funny, das stimmt - ist mir so noch gar nicht ins Auge gesprungen... :lol:

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Beitrag von Vince » 10.12.2008, 09:56

Wär vielleicht auch mal was für ne neue Kelloggs Sorte... Kellogg's Godflakes oder so. ;)
Ja ich lieb ihn ja auch den Lance und hab mir so manchen Schmu auch schon nur wegen ihm angeguckt. Ist einfach ein Prachtkerl und vor allem "Millennium" werd ich ihm niemals nicht vergessen.

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Beitrag von freeman » 10.12.2008, 13:34

LOL, das mit dem Heroes O rult ja mal wie Hulle LOL ... Genial ... zumal das Cover eh ausschaut, als habe irgendein Angestellter von MiB oder Laservision endlich eine Anstellung in den USA erhalten :lol:

In diesem Sinne:
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Beitrag von Seemi » 10.12.2008, 20:51

Ich find des sieht verdächtig nach Apocalypto aus...
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