Die alljährliche Umfrage: Welche Alben haben 2008 besonders gerockt, welche gesuckt? Gabs Überraschungen, Pleiten, Pech und Pannen?
Meine Liste:

Nicht direkt aus diesem Jahr, aber endlich wieder für jedermann zugänglich. Beim ersten Durchlauf war die Enttäuschung groß, dann kam die Begeisterung. "Shesmovedon", "Hatesong" und "Russia on Ice" sind Werke Gottes, selbst das für den Singlemarkt zugeschnittene (und damit eins der schwächsten Stücke der Platte) "Four Chords that Made a Million" hat was für sich. Jetzt fehlt nur noch der Rerelease von "Recordings". (9/10)

Nicht GnR haben das interessanteste Comeback nach Jahrzehnten gebracht, sondern Cynic, die auf ihren 35-Minüter von 1993 im Jahr 2008 einen weiteren 35-Minüter bringen, der beweist, dass Progression kein Äquivalent für Longplayer ist. Sahnemusik, die den Gehörgängen schmeichelt (aber die falschen Leute natürlich in die Luft schlägt mit dem Computergesang), nahe an der sprichwörtlichen Perfektion.

Der Sahnenachschlag für den 07er "Fear of a Blank Planet"... erstklassiges Material, das nur rausgeflogen ist, weil es nicht ins Konzept passte. Dabei ist zB. "Normal" das NOCH bessere "Sentimental" und auch der Rest ist 1a, wie halt von Wilsonlein gewohnt. Freu freu, für 2009 ist ja sogar das nächste Studioalbum geplant und das Steven-Wilson-Soloalbum "Insurgentes" kommt im Februar (Vorbesteller bei Burning Shed haben schon die Deluxe Edition in den Händen, ich war leider zu spät, argh!). (8.5/10)

DER Krachmacher der Saison. Macht einfach durch und durch unheimlichen Spaß. Von "Destroy Ersae Improve" abgesehen hab ich kein Meshuggah-Album öfter gehört als das hier. Monotonie hab ich gar nicht ausgemacht, im gegenteil... diejenige der beiden Vorgänger wurde weitgehend bereinigt. (8/10)

Opeth sind auf dem Zenit ihres Könnens angekommen und feilen inzwischen eigentlich nur noch an den Kanten, um das bestmögliche Ergebnis an den Mann zu bringen. Es hat wieder Stellen, wo einem der Atem stockt, aber im Abgang wirkt es dann doch wieder zu rund. Die Kanten von "Still Life" und vor allem "Blackwater Park" fehlen mir sehr. (8/10).

Die sanften Riesen legen ihr bis dato wohl bestes Album vor. Alleine "All the sweet things" und "Truenorth" sind mit ihrem hervorragenden Spannungsaufbau schon das Geld wert. (8/10)

Für mich di beste Platte seit mindestens dem Black Album, wenn nicht seit der Justice. Nuff said...
(7.5/10)

Möglicherweise mein meistgehörtes Album 2008... weil es einfach so herzschmerzschön ist. Mariusz Duda halt. Es gibt wichtigeres, was 2008 veröffentlicht wurde, aber für den Moment halt... für den Moment... auch wenn es 2009 vergessen sein wird. (7.5/10)

Hilfe, die sind mir zu schnell! Wie soll man einen 70-Minuten-Monolithen wie "Amputechture" verdauen, wenn grad mal ein Jahr später der nächste Monolith auf die Erde niedergelassen wird? Von den unzähligen Soloalben wollen wir mal gar nicht reden. Ich versuche ja, die Chaosmaschinerie hinter diesem Oujia-Brett-Verschlag zu genießen, wenn ich es nur mal festhalten könnte... wenn ich es nur mal festhalten könnte. Genial sicherlich, aber undurchdringbar, überintellektuell und verkopft bis zum Hals. (7/10)

Wes Borland hat sich endlich mal mit einem seiner unzähligen Projekte durchsetzen können und bietet dank ehemaliger NIN-Besetzung ein stark industriell angehauchtes Rockalbum mit ordentlich Groove dahinter. Ein Album ohne Ausfälle, ein Song spaßiger als der andere, trotzdem ein homogenes Gesamtbild. Und der Wes kann sogar singen - wenn auch mit der monotonen Stimmlage eines Kevin Moore. (7/10)

Die Niederländer sind Meshuggah teilweise schon eine dicke Konkurrenz, haben auch auf "Textures" wieder Momente purer technischer Brillanz zu bieten, dazwischen unerklärlicherweise aber auch immer wieder recht primitive Stellen, die es mir schwer machen, den Mix aus Meshuggah und Devin Townsend als wirklich, wirklich gut zu akzeptieren. Obwohl ich immer wieder Lust drauf kriege, sie einzulegen. (6.5/10)

Das erste Album auf einem Majorlabel... nicht grad das beste, um AUfmerksamkeit zu erregen. Die Herren waren auch schon besser, steigern sich hier aber mit jedem Song in eine Euphorie, die mit dem gewaltigen Abschluss doch noch ausgezeichnet besiegelt wird. Insgesamt gilt aber: lieber mal wieder zwei Jahre verstreichen lassen, bevor die nächste Scheibe rauskommt, das kann der Kreativität nur guttun. (6/10)
http://ecx.images-amazon.com/images/I/5 ... AA115_.jpg Puscifer - V is for Viagra
Remixalbum des Debüts der schwanzgesteuerten Keenan-Band Puscifer, die man um Gottes Willen nicht ernst nehmen sollte. Witzig, groovy, abwechslungsreich, was will man mehr... (6/10)

Geknüppele wie eh und je... von Cavalera darf man sich wohl einfach keine Weiterentwicklung mehr erwarten, dann wird man auch gut bedient. (6/10)
http://ecx.images-amazon.com/images/I/5 ... AA115_.jpg Nine Inch Nails - The Slip
Seh ich wie Paule... gar nicht so verkehrt, aber die Massenproduktion irritiert... dem Album fehlt die Aura von "Year Zero" und "With Teeth", auf die man sehr lange warten musste. "The Slip" mutet an wie ein Fertigprodukt von der Stange. Vor allem durch die Veröffentlichungspraxis (erst gratis als Download, dann als limitierte SE).

Naja... der vielversprechende Erstling bot eine kuriose, aber erstaunlicherweise funktionierende Mischung aus Tool, Silverchair und Metallica (klingt komisch, is aber so)... die Forsetzung bietet die gleiche Facette rückwärts gespielt. Leider nix Neues, tendenziell eher ein Rückschritt. Da kann J. Loren Wince pathetisieren wie er will. (5.5/10)

Die deutschen Progressive Metaller hatten am Anfang ihrer Karriere mit ständigen Opeth-Vergleichen zu kämpfen... inzwischen haben sie ihren eigenen Stil gefunden, man kann es beinahe schon eigenen Sound nennen, da würde ich beim Drittling auch zustimmen. Und deswegen hat der wohl auch so viele gute Kritiken geerntet. Problem ist, mir sagt dieser Sound nicht so zu. Mir ist das zu haltlos, undicht. Zwei-dreimal gespielt und dann ins Regal verbannt, trotz Qualitäten, die man anerkennen muss. (5/10)

Gegrunze, Gekrächze, Geriffe, Aggro, Pseudo, Phat, Pose, Strophe, Refrain, Holz, Knüppel, Klar, Krächz, Shout, links rechts einszweidrei. Ich mag nimmer... immer das selbe. (4.5/10)

Nicht nur Axl ist jetzt in seinen Gedanken frei, wir auch endlich. Jetzt kann man sich wieder anderen Gedanken widmen. Die 10 Euro, die ich für die musikalisch eher uninteressante Platte (eine Mischung aus Standardrefrains, die mit Studiodetailarbeit zugekleistert wurden) ausgegeben habe, betrachte ich als Freikaufen aus der ewigen Hinhalterei und Erwartungsschürung, der ich als ehemaliger GnR-Fan (dank dieser Band habe ich Musik per se entdeckt) unweigerlich ausgeliefert war.
Außerdem will ich jetzt endlich mal ne Dr. Pepper probieren... (4.5/10)

Als "A Perfect Circle"-Anhänger war ich vom Vorgänger "The Autumn Effect" begeistert, auch wenn zu wenig Eigenständigkeit da war (der Sänger klingt halt wirklich wie eine 1:1-Kopie von Keenan). "Division" ist aber ein gewaltiger Niveauabschwung. Die Songs haben jetzt leider nur noch die Qualität von Linkin Park... schade, da hatte ich insgesamt große Erwartungen reingesetzt. (4/10)

Joaa, ich bin halt langsam zu alt für den Scheiß. Besser als der lahme Vorgänger dank einiger Powerstücke (unter den ersten 5 Songs befinden sich schon einige Knaller) allemal, aber die unsäglichen Hispanoballaden... da kriegt man ja das kalte Kotzen. (4/10)

Wenn Progressive Rock mal mainstreamtauglich wird, dann kommt da wahrscheinlich mal so ein Schmu wie das Debüt der Tasmanier bei heraus. Aalglattes Gedudel, ein Sänger der nicht richtig singen kann (obwohl er eine Stimme hat die man schleifen könnte), ein Track als Bauernfänger (nur wegen dem Opener, der auf der MySpace-Seite hinterlegt war, hab ich die Platte geordert) und noch ein weiterer track mit guten Ansätzen - das war's. (4/10)

Da war in der Kritik von "Meisterwerk" bis "belangloses Synthetikgedudel" ja alles dabei... ich bin eher auf letzterer Seite. Vergleiche mit dem Meisterwerk "The Fragile" vebieten sich absolut. Es gibt ein paar starke Momente, die von Belanglosem aber verschlungen werden. (4/10)

Die (von den Emil Bulls abgesehen) letzte deutsche NuMetal-Kapelle, die noch was zu reißen versucht, sinkt in niederste Poprockgefilde ab. Ein, zwei gute Ideen sind zu finden, werden mit monotonen Rhythmen aber total versaut. 4lyn - Goodbye. (3/10)
Alben, die ich verpasst habe und noch nachholen muss:



Steven Wilson - Insurgentes (dann halt im Februar)

Und sicher noch das ein oder andere, was ich nu vergessen habe...