the Weight of Water

Filme abseits des Actiongenres aber mit Actionhelden [irgendwie so in der Art]
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the Weight of Water

Beitrag von StS » 14.10.2009, 07:40

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Originaltitel: the Weight of Water
Herstellungsland: USA / FRA
Erscheinungsjahr: 2000
Regie: Kathryn Bigelow
Darsteller: Catherine McCormack, Sarah Polley, Sean Penn, Elizabeth Hurley, Josh Lucas, Vinessa Shaw, Ulrich Thomsen, Ciarán Hinds, Katrin Cartlidge, ...

Trailer:
http://www.imdb.com/video/screenplay/vi251003161/


„the Weight of Water“ ist eine von Regisseurin Kathryn Bigelow inszenierte amerikanisch-französische Co-Produktion aus dem Jahre 2000, welche auf dem gleichnamigen Roman aus der Feder der angesehenen Schriftstellerin Anita Shreve basiert. Sowohl die literarische Vorlage als auch ihre filmische Adaption entfaltet sich innerhalb des stilistischen wie inhaltlichen Rahmens zweier miteinander verwobener Zeit- und Erzählebenen: Zum einen wären da die (in großzügigen Rückblenden dargebotenen) überlieferten Gegebenheiten eines brutalen (realen) Verbrechens, welches sich am 06. März 1873 auf eine der Isles of Shoals vor der Küste New Hampshires ereignete – zum anderen ein in der „heutigen Gegenwart“ angesiedelter Plot-Strang, in dessen Zentrum zwei Pärchen stehen, die (u.a.) einige Recherchen bezüglich jenes nie wirklich zufriedenstellend aufgeklärten Falles durchführen sowie im Zuge genau dieser Nachforschungen Schritt für Schritt der damals unter Umständen mutwillig verschleierten Wahrheit auf die Spur gelangen…

Die von der Chronologie her vorangehende Storyhälfte zeigt in erster Linie die harten Alltags-Verhältnisse einer auf der kargen kleinen Insel Smuttynose lebenden norwegischen Immigrantenfamilie auf, wo eine junge Frau (Sarah Polley als Maren) standhaft gegen ihre innere Vereinsamung anzukämpfen versucht, nachdem sie und ihr Mann John (Ulrich Thomsen) sich an jenem abseitigen Ort fern der Heimat niedergelassen hatten. Es existiert keinerlei Romantik mehr zwischen ihnen, das ist überaus evident: Er arbeitet als Fischer, sie kümmert sich um den Haushalt – die Gefühle sind so kalt und rau wie das Wetter. Selbst die Ankunft ihrer Schwester Karen (Katryn Cartlidge) führt zu keiner Verbesserung ihres Gemütszustands – schon eher das lang ersehnte Wiedersehen mit ihrem geliebten Bruder Even (Anders W. Berthelson), der eines Tages zusammen mit seiner Frau Anethe (Vinessa Shaw) zu ihnen in die USA nachkommt. Darüber hinaus wohnt auch der Deutsche Louis Wagner (Ciarán Hines) unter ihrem Dach: John hatte ihn zu sich geholt, um auf dem Boot auszuhelfen – doch hat jener schon bald ein Auge auf Maren geworfen, welche ihm von Anfang an merklich zusagend gefiel. Mit all diesen unterschiedlichen Personen im Haus, erkeimen schnell diverse verschieden geartete Emotionsausprägungen – bis an einem Abend schließlich Karen und Anethe tot aufgefunden werden, grausam ermordet mit einer Axt. Maren selbst war in letzter Sekunde die Flucht vor dem Täter geglückt – worauf sie umgehend Louis als diesen benennt, welcher später dann von einem Gericht (trotz des anhaltend-vehementen Beteuerns seiner Unschuld) verurteilt und gehängt wird…

Zirka 127 Jahre später bricht die Photographin Jean (Catherine McCormack) gemeinsam mit ihrem Mann Thomas (Sean Penn), seines Zeichens ein (Pulitzer-) preisgekrönter Poet „wie er im Buche steht“, zu einem Kurztrip zum Schauplatz eben jenes Verbrechens auf, um einen Artikel eines beauftragenden Magazins „anreichernd“ mit passenden Bildern zu versehen, da jene Ereignisse in der betreffenden Küstenregion bis heute (u.a. in Form von Erzählungen) ein recht reizvolles wie beliebtes Thema markieren. Aktuell steht es um die Ehe des Paares kaum mehr sonderlich gut – und Jean ist sich beileibe nicht sicher, ob sie und Thomas tatsächlich noch eine echte Zukunft miteinander haben, besonders weil er sich zuletzt immer weiter von ihr entfremdet zu haben scheint. Begleitet werden sie von seinem Bruder Rich (Josh Lucas), der ihnen eine schöne Segeljacht für die Reise zur Verfügung gestellt hat, sowie dessen neuen Flamme Adaline (Elizabeth Hurley), welche ein bekennender Fan des Schriftstellers ist und (unverkennbar) nahezu permanent um seine direkte Aufmerksamkeit buhlt – wobei es ihrem Bestreben klar zugute kommt, dass sie an Bord meist nur sehr wenig Stoff am wohlgeformten Leibe trägt. Konflikte sind also vorprogrammiert – soviel ist rasch gewiss. Parallel zu diesen persönlichen Problemherden, die unter der Oberfläche der Situation fortwährend intensiver zu brodeln beginnen, steigert sich Jean zudem immer weiter in die Verflechtungen des mysteriösen Kriminal-Falles hinein: Je konkreter sie sich mit den Aufzeichnungen (wie den zu Protokoll gegebenen Aussagen) beschäftigt, desto stärkere Zweifel kommen ihr an der offiziellen Version der Geschichte – vielmehr rückt Maren zunehmend ins Zentrum ihrer (irgendwann gar annährend obsessiv anmutenden) Nachforschungen. Ein Sturm zieht auf sowie unschöner Verdacht erkeimt…

In unterschiedlicher Hinsicht erinnert „the Weight of Water“ an Neil LaBute´s 2002er Regiearbeit „Possession“, welche später entstand, aber früher veröffentlicht wurde: Beide Werke sind Bestseller-Adaptionen, greifen ähnliche Thematiken auf und verknüpfen duale Handlungsstränge und Zeitebenen auf eine reizvolle Weise miteinander. In unregelmäßigen Abständen wird zwischen letzteren hin und her gewechselt – doch ist ihre Verzahnung miteinander (vorliegend) insgesamt nicht umfassend optimal geglückt: Eine Empfindung, welche wohlmöglich zum Teil mit auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass die zwei Drehbuchautoren Alice Arlen („Silkwood“) und Christopher Kyle („Alexander“) die meisten der vorhandenen Parallelen weder vordergründig noch klar umrissen herausgestellt haben, sondern sie stattdessen mehr oder minder subtil sowie zum „eigenständigen Entdecken“ in die Geschichte mit einbanden. So manch einem Zuschauer wird diese „aktive Herausforderung“ mit Sicherheit nicht liegen oder (unterm Strich) nicht ersprießlich genug gelingen, was den Aufbau einer „engeren Verbindung zum Gebotenen“ dann natürlich unweigerlich erschweren sowie viele der Wechsel den Anschein eines zu harten Übergangs verleihen würde. Primär geht es um „universelle menschliche Emotionen“ wie Liebe, Vertrauen, Begierde, Neid, Missgunst, Einsamkeit, Frustration, Schuld, Wut und Aufopferung – doch es gibt noch weitaus mehr Entsprechungen in ganz anderen Bereichen: Thomas ist für den Tod einer jungen Frau verantwortlich, welche ihm nahezu alles bedeutete und die ums Leben kam, als er eines Tages angetrunken hinterm Steuer die Kontrolle über seinen Wagen verlor – ein Vorfall, der sein Dasein und Schaffen seither entscheidend prägte. In einer flüchtigen Rückblende wird jene Dame ebenfalls von Hurley gespielt und trägt zudem (wie Adaline) eine Kette mit Kreuz-Anhänger. Natürlich resultiert diese spezielle Visualisierung jenes Moments aus der subjektiven Sicht Jeans (vor dem Hintergrund der Situation auf dem Boot) – aber so wie bei diesem inszenatorischen Kniff kann (und sollte) jeder auch in manch anderen Augenblicken selbst entscheiden, wie intensiv man individuellen Interpretationen (während des Sichtens oder beim Resümieren danach) jeweils nachzugehen bereit ist. Dies gilt gleichermaßen fürs Herangehen an das hervorragend konzipierte Finale, in dessen Rahmen sich beide Erzählstränge am stärksten annähern sowie sich diese sogar (auf einer bestimmten Ebene) für einige Sekunden überschneiden…

Nicht nur weil sich die inhaltliche Ausgestaltung dieses Dramas primär auf seine Charaktere und deren innere Beschaffenheiten stützt, profitiert der Film ungemein von seiner exzellent zusammengestellten Besetzung. Catherine McCormack („Braveheart“/„Spy Game“) liefert eine großartige Performance in der Rolle der Jean ab, welche durch ihre Beobachtungen zwar viele der in ihrem direkten Umfeld „unter der Oberfläche schwelenden“ Dinge registriert, diese jedoch kaum aktiv zur Sprache bringt – eventuell weil sie sich (unabhängig ihrer Position als starke, erfolgreiche, ambitionierte Frau) vor den ansonsten unvermeidbaren Konsequenzen fürchtet. Die Recherchen, inklusive der daraus gewonnenen Einsichten, bieten ihr ein erstrebenswert-sinnvolles Ziel und lenken sie zugleich von ihrer eigenen (in Scherben liegenden) Ehe ab, in der sie sich isoliert und gewissermaßen auch ein Stück weit „eingeschlossen“ fühlt – eine weitere Gemeinsamkeit mit Maren, welche sie per Studieren der Aufzeichnungen (allerdings nicht ausschließlich dadurch) immer unverfälschter zu verstehen beginnt. Ohne Wahl wurde jene in ihrer Jugend mit einem deutlich älteren Mann verheiratet und musste sich infolge dessen unabwendbar ihrem Schicksal hingeben – fernab der europäischen Heimat sowie seitens der Umstände zu harter Arbeit auf einem kargen Eiland vor der amerikanischen Ostküste gezwungen. Die Wiedervereinigung mit ihren Verwandten, welche in zwei Etappen nachkommen, entpuppt sich zudem als weit weniger erfreulich als ursprünglich erhofft – und mit ihnen holen sie simultan auch einige der (zuletzt für längere Zeit unterdrückten) Geister ihrer Vergangenheit schließlich ein erneutes Mal ein. Die Kanadierin Sarah Polley („the Claim“/„Dawn of the Dead“) verkörpert Maren schlichtweg perfekt: Die feinen Nuancen, welche sie im Zuge ihrer wunderbar subtilen Vorstellung präsentiert, sind ein anschauliches Exempel dafür, wie man selbst in sich verschlossene Figuren wunderbar ausdrucksstark spielen kann. Sowohl McCormack als auch Polley agieren hervorstechend und bilden auf diesem Wege im Prinzip die (das gesamte Drumherum zuverlässig tragenden) Fundamente ihrer jeweiligen Story-Hälften…

Die Leistungen der übrigen Mitglieder des recht namhaften Cast-Ensembles kommen ebenso (weitestgehend) frei von wirklich negativ herausragenden Ausprägungen daher – bleiben aber eindeutig hinter denen der weiblichen Leads zurück, was u.a. auf eine in Teilen doch leicht suboptimale Konzeption ihrer Parts zurückzuführen ist. Sean Penn´s („Milk“/„Mystic River“) Darbietung des Dichters Schrägstrich Schriftstellers Thomas geht insgesamt in Ordnung: Mehrere Schuldgefühle belasten ihn bleiern und haben sein Oeuvre merklich beeinflusst, er selbst verbringt sie meiste Zeit damit, bestimmte Ereignisse zu reflektieren, zu rauchen und zu trinken sowie Poesie zu rezitieren – des Weiteren fällt es ihm schwer, die Augen von Adaline zu lassen, welche das allerdings sichtlich genießt und außerdem geradezu provoziert. Zur einen Hälfte ist sie quasi ein faszinierter Fan bzw. begeistertes Groupie, zur anderen eine sexuell aufgeladene, pure wie vordergründige Versuchung, deren konkrete Absicht in ihrer Gänze nie umfassend (klar) offenbart wird. Vornehmlich hält sie sich halbnackt oder in einem knappen Bikini an Deck des Schiffes auf – etwas, das Elizabeth Hurley („Ed TV“/„Austin Powers“) mimisch zum Glück auch nicht irgendwie groß fordert. Selten sah sie besser aus, was natürlich eine feine Sache ist, doch empfand ich verschiedene „pseudo-erotisch-zweideutige“ Dinge (wie das Herumlutschen an Eiswürfeln oder gekochten Krabben) bei ihr als viel zu aufdringlich arrangiert, was so eher „trashy“ als sexy wirkt. Als vierter im Bunde der zwei Pärchen der Handlungsgegenwart, in welcher die beiden Beziehungen (jeweils) keine stabile Basis mehr zu haben scheinen und sich somit diverse Spannungen regelmäßig aus eben jener Lage heraus generieren, ist der stets verlässliche wie sympathisch-charismatische Josh Lucas („Hulk“/„Stealth“) zu sehen, dem ich ebenfalls einen reichhaltiger ausgearbeiteten Part gewünscht hätte. Gute Nebendarsteller wie Ulrich Thomsen („the International“), Ciarán Hinds („Munich“), Vinessa Shaw („the Hills have Eyes“) sowie die 2002 verstorbene Katrin Cartlidge („Breaking the Waves“) runden die Besetzungsreihen schließlich ebenso angenehm wie ersprießlich ab…

Mit Werken wie „Blue Steel“, „Point Break“, „Stange Days“, „K-19“ oder „the Hurt Locker“ hat sich Regisseurin Kathryn Bigelow in der hauptsächlich von männlichen Kollegen bevölkerten Sparte des „Action-orientierten Adrenalin-Kinos“ der „Traumfabrik Hollywood“ einen respektierten Namen erworben – „the Weight of Water“ indessen ist ein Krimi- und Thriller-Elemente aufweisendes Drama, das sich über weite Strecken hinweg relativ ruhig entwickelt und daher alles in allem eher eine Rückkehr zu ihren „Arthouse-Wurzeln“ (siehe „the Loveless“ oder „Near Dark“) markiert. Trotz etlicher Eigenschaften und Motive, die auf den ersten Blick durchaus eine potentielle „Massen-Tauglichkeit“ suggerieren (á la ein brutales Verbrechen, Gerichtsverfahren, Begierde, harsche Naturgewalten oder die Erforschung eines lange zurückliegenden Geheimnisses), ist dem aber nur sehr bedingt der Fall – u.a. weil das Material weitestgehend zurückhaltend und „unkommerziell“ anmutend angegangen wurde: Die Geschichte entfaltet sich non-linear, wird immer wieder durch die wechselhafte Anordnung der miteinander verwobenen Handlungsstränge unterbrochen, aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt und weist gelegentlich sogar Flashbacks innerhalb von Rückblenden auf. Da es weniger um das Erzeugen von Spannung, vielmehr um spezifische Identitäten, Beziehungsstrukturen sowie unter der „individuellen Fassade“ verborgene Gefühle geht, ist das Tempo angepasst ruhig – als Zuschauer muss man sich erst einmal aktiv in den Aufbau, die Story und ihre Protagonisten (inklusive des jeweiligen Kontexts) hineinfinden, bevor sich einem die Qualität des Gebotenen vollends erschließt. Nicht nur weil die zentrale Charakterentwicklung lohnend mitzuverfolgen ist, richten einzelne minder gelungene Aspekte, wie zum Beispiel das klischeehafte Verhalten Adalines oder die tendenzielle Vorhersehbarkeit der eigentlichen Täter-Frage, im Gesamtbild letzten Endes keinen allzu gravierenden Schaden an. Zwei Drittel lang konzentrierte sich Bigelow vorwiegend auf das Erzeugen einer dichten Atmosphäre sowie das Einfangen kleiner Gesten und subtiler Details – im finalen Akt entfesselt sie dann allerdings (im wahrsten Sinne des Wortes) einen „furios wütenden Sturm“, in dessen Gestalt sie einmal mehr anschaulich vor Augen führt, wie stark sie das Arrangieren aufwändiger und physisch fordernder Sequenzen beherrscht. Not hätte ein derart „ereignisreicher Abschluss“ zwar nicht wirklich getan, zumal jene sehr direkt verwendete Metapher einer visualisierten Freisetzung unterdrückter und aufgestauter Emotionen keineswegs eine stilistische Innovation oder so darstellt – doch sowohl packend als auch handwerklich perfekt realisiert ist er allemal. In Kombination mit den ansehnlichen, meist „düster-unterkühlt“ anmutenden Images des 2005 von uns gegangenen Cinematographers Adrian Biddle („1492“/„V for Vendetta“) sowie unterlegt mit einem wunderbar stimmigen Score David Hirschfelders („Elizabeth“/„Australia“), bietet diese bis heute vielerorts „übersehene“ Produktion ihrem („speziellen Filmen dieser Art generell eher zugeneigten“) Ziel-Publikum auf jeden Fall genügend Anreize und „Entlohnungen“, um guten Gewissens mal einen antestenden Blick riskieren zu können, sofern ein solcher nicht ohnehin schon erfolgt ist…

Fazit: „the Weight of Water“ ist ein ruhiges, intelligentes, edel bebildertes, überzeugend gespieltes sowie hochwertig in Szene gesetztes Drama von Kathryn Bigelow, das allerdings auch nicht frei so manch einer Schwachstelle ist und insgesamt zudem inmitten der oft „problematischen“ Grauzone zwischen Kunst und Kommerz eingestuft werden muss – fraglos mit ein Grund dafür, dass das Werk über all die Jahre hinweg für viele noch immer relativ unbekannt und unentdeckt geblieben ist…

:liquid6: jedoch nahe der Grenze zur :liquid7:


Der Film ist schon vielerorts auf DVD erschienen - u.a. in den USA, GB, HK oder den NL.
In Deutschland allerdings noch immer nicht, lief hierzulande aber schon im Free-TV...

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Beitrag von Vince » 14.10.2009, 16:12

Schön, dass die Kritik endlich auch mal hier reinfindet. :D Und die Bigelow-Sammlung bei LL wächst weiter... thx!

Bin mal gespannt, ob / wann der mal veröffentlicht wird in D.

Ich ordne den im Index aber mal unter "Das Gewicht des Wassers" ein, ist zumindest lt. ofdb der deutsche Titel.

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Beitrag von StS » 14.10.2009, 16:52

Vince hat geschrieben:Schön, dass die Kritik endlich auch mal hier reinfindet. :D
Jip, hab die zuvor aber ein ziemliches Stück überarbeitet (bin zugleich - also nach einem erneuten Sichten des Films - zudem eine halbe Note runtergegangen). Diese Mühe hält mich auch davon ab, einige weitere ältere Kritiken von mir hier ins Forum zu stellen... :wink:

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Beitrag von McClane » 27.07.2017, 09:35

Zwei Kammerspiele zum Preis von einem, wenn auch handlungstechnisch miteinander verwoben. Ein mysteriöser Doppelmord im Jahre 1873, eine Recherche in Sachen Doppelmord im Jahre 2000, beides von Eifersucht und unerfüllten Leidenschaft geprägt, Handlungsstrang Nummer eins größtenteils in jener Hütte, in welcher die Axt kreist, Handlungsstrang Nummer zwei größtenteils an Bord einer Yacht. Qualitativ leider von schwankender Qualität. Wird auf der Vergangenheitsebene zwar recht schnell klar gemacht, wer da wohl das Heimwerken mit der Axt etwas zu weit trug, so ist es dann (nicht nur dank Sarah Polleys Leistung) eine überzeugende Abhandlung über Zwänge und Begehren in vergangenen Gesellschaftsordnungen. Wenn Fotojournalistin Catherine McCormack ihre eigenen Eheprobleme auf die Psyche der damaligen Mordzeugin (und potentiellen Täterin) projeziert, dann knarzt die Verbindung schon etwas im Gebälk, vor allem ist das Ganze aber von Bigelow erschreckend unsubtil inszeniert, auch wenn Hurleys Eiswürfel-Moppen-Szene Phantasien von jedem, der in 1990ern Teenager war, wahr werden lässt. Auch sonst wird beim Gegenwartsdrama vieles in Sachen in Ehebruch, Fremdanziehung und Wünsche angedeutet, aber dermaßen schwach und fahrig, dass man keinen Antrieb für die Suche nach tieferen Motiven hat. Inszenatorisch ist das Ganze gelungen, gerade eine Montage im letzten Drittel, welche die beiden Handlungsebenen miteinander verschränkt, zeugt von Bigelows können und dem ihres Editors. Ansonsten aber eines der schwächsten Werke der Filmemacherin, das - um bei der Metaphorik des Titels zu bleiben - über weite Strecken einfach nur vor sich hin plätschert.

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