Battle Royale 2
Schwierig zu bewerten finde ich. Im Vergleich zum ersten ist er Murks, aber als alleinstehender Actionfilm wäre er durchaus brauchbar. Aber kommen wir erstmal zum wesentlichem.
Die Story ist eher mäßig, da nicht ordentlich ausgearbeitet. Es gibt viele interessante Ansätze die leider nie wirklich verfolgt werden. So ist zum Beispiel die Tochter von Kitano ist so Rachedurstig und dann auf einmal scheint es ihr total egal zu sein. Solche Subplots baut der film immer wieder auf um sie dann fallen zu lassen. Das ist nicht nur ärgerlich, sonder irgendwie seltsam, denn der Film geht ja ca. 120 minuten, Zeit war genug da.
Die Einführung wurde auch anders gestaltet und die Schüler sind leider meist zu blass. Zu wenig Charaktere werden vorgestellt, zu viele werden zu schnell verbraten. So werden eigentlich emotionale Szenen, wenn jemand sich weigert dort mit zu machen und dafür sterben muss, dem Zuschauer ziemlich egal, da man mit den Charakteren, die man erst seit 5 minuten kennt ja gar nicht mitfühlen kann. Auch fällt es hier schwer eine Identifikationsperson zu finden. War das in Teil 1 noch sehr einfach, hat man hier eigentlich kein Charakter der genug Tiefe hat und dem man die ganze Laufzeit über folgen kann.
Kommen wir nun zu Riki Takeuchi. Im Vorfeld habe ich oft gelesen das dieser extrem overacted und da bildeten sich erstmal riesige Fragezeichen über meinem Kopf. Riki Takeuchi, der japanische Steven Seagal wenn man so will (ist ja auch son Stone Face)
soll overacten? Unmöglich, hab eich gedacht, der Typ zieht bei Filmen wie Hard Boiled oder Tokyo Mafia auch nur mit einem, maximal 2 Gesichtsausdrücken durch den Film, wieso sollt er das hier anders machen. Immerhin war er ja auch ein Grund warum ich mir die beiden Filme gekauft habe bzw mir sowas wie Hard boiled oder Tokyo Mafia reingezogen habe. Als ich ihm im Schulbus beim Schlafen entdeckte, konnte ich immer noch nicht glauben das es hier anders als sonst sein wird, aber als er dann in seinem typischem, langem Ledermantel auftauchte und dann abging wie Sau, da konnte ich meinen Augen kaum trauen. Der Mann hat ja deutlich mehr Geischtsausdrücke zu Verfügung als ich jemals vermutet hätte. Klar, es war Overacting pur, aber man, was war ich fasziniert von dem was mir der film da bot und irgendwie kann ich das echt nicht als negativen Punkt deuten, auch wenn mir die subtilere Variante von Takeshi Kitano besser gefallen hat.
Interessant fand ich die neuen BR Regeln, die einerseits super sinnlos waren, aber irgendwie mehr Würze ins Spiel gebracht haben. Ich meine, wieso sollte man jeweils 2 Schüler miteinander verlinken, das macht ja irgendwie keinen Sinn. Man stelle sich mal folgende Situation vor, die Schüler sind im Feuergefecht, alle aktiv mit dabei und einer der Schüler wird erschossen, weil er nun mal seine Pflicht tut. Der andere Schüler bzw Schülerin hat jetzt die Arschkarte gezogen und geht so oder so drauf, obwohl er oder sie nichts falsch gemacht und der Regierung vielleicht noch hätte dienlich sein können.
durch diese neue Regelung war natürlich der on Screen Bodycount wesentlich höher, aber wirklich sinn hat das gemacht.
Die Actionszenen erwiesen sich als wirklich brauchbar, weil sie wirklich druckvoll inszeniert wurden. Die Landung mit den Booten am Strand hat mich ja ein wenig vom Stil her an Saving Private Ryan erinnert ohne dabei an den Film ran zu kommen. Aber trotzdem gab es da doch eine gewisse Intensität, die ich der Szene nicht absprechen möchte. Die sonstigen Actionszenen, die eigentlich den Großteil des Films ausmachen, sind auch gut gelungen, auch wenn so manche Explosion nur bedingt gut getrickst ist.
Das Ende des Film fand ich aber ehrlich gesagt nur mäßig, da es echt nicht glaubwürdig erschien. Klar, so konnte man sich ein schönes Happy End zusammen basteln, aber trtzdem wirkte es an den Haaren herbei gezogen.
Fazit technisch würde dem Film also durchaus Unterhaltsamkeit attestieren, zu mal man ja auch nicht versucht den ersten Teil einfach zu kopieren. Trotzdem bleiben viele Ansätze einfach ungenutzt und verlaufen im Sande. Der mittelteil versucht dann dem Film substanz zu geben, scheitert aber eigentlich daran, dass man die mit den Charakteren mitfühlt und das die Actionszenen viel zu reißerisch daher kommen. Die Action an sich überzeugt, kann aber eigentlich nie wirklich darüber hinweg täuschen, das der Film einfach ziemlich inhaltslos geraten ist.
Um so etwas wie Tel 1 nochmal hinzubekommen, hätte der Actionteil deutlich geringer ausfallen und die Charaktere mehr Tiefe haben müssen, so bleibt der Film ein übliches Style over substance-Vergnügen, das aber das Gegenteil vorgaukeln will und daran kläglich scheitert.
