Killer Elite

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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Killer Elite

Beitrag von freeman » 03.11.2011, 08:03

Killer Elite

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Originaltitel: Killer Elite
Herstellungsland: Australien, USA
Erscheinungsjahr: 2011
Regie: Gary McKendry
Darsteller: Jason Statham, Robert De Niro, Yvonne Strahovski, Clive Owen, Dominic Purcell, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Grant Bowler, Ben Mendelsohn, Kristy Barnes-Cullen, Michael Dorman, Lachy Hulme u.a.

Wenn aktuell die Sprache auf potentielle Nachfolger für die Actiongarde der seligen 80er/90er Jahre kommt, ertönt genauso oft wie der Name Jason Statham auch Genöle, dass genau dieser Darsteller doch immer nur dasselbe spiele und voll langweilig in seiner Rollenauswahl sei. Als Fan vom verlässlichen Briten fragt man sich dann freilich schon, ob diese Nöler Stathams Streifen „13“, „Blitz“ oder „War“ gesehen haben, in denen er genauso hübsch gegen den Strich gebürstet wurde, wie sein irres Haupthaar in „Revolver“. Auftritte in „London“, „Snatch“ oder „Mean Machine“ haben dann ja gleich gar nichts mit dem Jason Statham zu tun, von dem die Nöler da zu reden scheinen. Klar, er spielt auch in finanziell erfolgsversprechenderen Filmen, aber warum sollte er das nicht dürfen? Er braucht ja auch Geld für die Miete ... und machen wir uns doch nichts vor: Statham spielte Chev Fucking Chelios - und so ein Typ darf alles. Und wenn es drei Transporterstreifen sind, who cares?

Und ein weiteres Projekt wird gerne ausgeblendet, wenn es vor allem um den aktuelleren Superstar Statham geht. „Bank Job“, eine schräge Räuberpistole nach angeblich wahren Ereignissen, deren Wahrheitsgehalt aber nicht wirklich verbrieft ist. Die „Killer Elite“ schlägt nun durchweg in eine ähnliche Kerbe, ist aber keine Wiederholung von „Bank Job“. Die Gemeinsamkeiten sind, dass man sich einer speziellen Zeitperiode annimmt (diesmal den 80ern, obwohl die „Killer Elite“ häufiger eher an den grimmigen Realismus der 70er erinnert!) und auf einer angeblich wahren Geschichte aufsetzt, über die erneut nicht wirklich klar ist, wie viel davon der Wahrheit entspricht, auch wenn das zugrundeliegende Buch sogar als Sachbuch gehandelt wird.

Die 80er. Eine kleine Einheit von Söldnern ist im Nahen Osten unterwegs, um einen in seinen Abläufen exakt geplanten Mordauftrag auszuführen. Alles geht gut, bis Danny, durchaus die Abrissbirne des Teams, das Ziel ausschaltet und dabei fast ein Kind tötet, das mit dem Ziel im Auto saß. Danny zieht sich fortan von dem dreckigen Geschäft zurück und will seinen Lebensabend in Australien verbringen. Dort ereilt ihn wenig später die Kunde, dass sein Freund und Mentor Hunter im Oman festgesetzt wurde und hier von einem Scheich gefangen gehalten wird. Für diesen sollte Dannys Freund einen heiklen Auftrag ausführen, weigerte sich aber in letzter Instanz – nachdem er das Geld für den Auftrag bereits abgegriffen hatte. Das konnte sich der Scheich freilich nicht bieten lassen. Nun soll Danny den Auftrag seines Freundes zu Ende bringen, sonst müsse dieser dran glauben. Der Auftrag: Vergeltung üben für die einst ermordeten Söhne des Scheichs. Die Ziele: britische SAS Agenten und damit hochrangige Mitglieder der wohl gefährlichsten und besten Geheimorganisation ihrer Zeit. Erschwert wird der Auftrag dadurch, dass der SAS seinerseits Danny im Auge hat und mit Spike einen Ex-Agenten auf ihn ansetzt, der sich wie ein Pitbull in Danny verbeißen wird ...

Der etwas unglückliche Trailer zur „Killer Elite“ täuscht - wie für viele *tztztz* sicher auch der Name Jason Statham - einen Non-Stop Actionstreifen vor, was der Film letztendlich nicht einhalten kann und auch gar nicht will. Er versteht sich als eher storygetriebener Actionthriller, in dem sich die Action eher dahingehend manifestiert, dass der Film und seine Geschichte ständig in Bewegung sind und immer wieder neue Figuren und Wendungen auf den Zuschauer warten. So viele, dass man sich irgendwann wünscht, das etwas zu überladene Drehbuch hätte ein paar Storymomente und Figuren zugunsten einer strafferen Dramaturgie geopfert. So bleibt das Tempo zwar durchgehend hoch und das Treiben auf der Leinwand baut auch eine nicht zu unterschätzende Spannung auf, irgendwann wirkt die „Killer Elite“ aber dennoch ziemlich gestreckt und mit fast 120 Minute Laufzeit auch überlang, was vor allem im Schlussteil eklatant auffällt.

Die Fülle an Ereignissen (alle drei Mordanschläge werden von der Planung bis zur Ausführung begleitet, mehrere Aufeinandertreffen von Danny und Spike, Besprechungen der SAS, die große Verschwörungsgeschichte im Hintergrund, diverse Scheichbesuche) sorgt zudem dafür, dass die Figuren und ihre Interaktionen ziemlich in den Hintergrund gerückt werden. Darunter leidet vor allem Robert de Niro, der zwar alleine durch seine Gegenwart ordentlich Stil und Souveränität in den Film pumpt, sich letztlich aber erneut fragen lassen muss, was ihn bewogen hat, diese eher nichtssagende Rolle anzunehmen. Das ist umso trauriger, da die Chemie zwischen ihm und Statham stimmt und man sich im Nachhinein wirklich gewünscht hätte, dass der Film mehr darauf abgestellt worden wäre, wie die beiden miteinander umgehen, auch um mehr über die Motivation der beiden Profikiller/Söldner zu erfahren. Clive Owens Figur ergeht es da nicht viel anders, aber Owen ist zumindest physisch ab seinem ersten Auftritt hundertprozentig präsent und alleine die Ahnung seiner Gegenwart pumpt ordentlich Spannung in den Film. Sein Spike ist ein würdiger, wenn auch optisch ziemlich schräger (die Rotzbremse ist genauso ein Hammer wie das irritierend seltsam aussehende, kaputte Auge seiner Figur) Gegenspieler für Danny/Statham.

Statham wird durch die Gegenwart dieser beiden starken Schauspieler problemlos mitgezogen und – mehr noch – er liefert in deren Windschatten seine wohl beste darstellerische Leistung überhaupt ab. Zwar erfährt man auch über seinen Danny nicht wirklich viel, aber seine Figur funktioniert, vereinnahmt den Zuschauer mühelos für sich und zieht obendrein alle Sympathien auf sich. Zudem hat er von ziemlich unerbittlichen und emotionslosen Brutaloauftritten über spannungsgeladene (Rede-)Duelle mit Spike bis zu weichen und gefühlvolleren Momenten mit seinem Love Interest (Yvonne Strahovski, das Leckerlie aus der TV Serie „Chuck“) eine breite Palette an Gefühlslagen zu bedienen und schafft den Sprung vom hemdsärmeligen Naturburschen zum eiskalten Mörder scheinbar spielend. Der große Gewinner der Schauspielgarde in „Killer Elite“ heißt allerdings Dominic Purcell. Der wuchtige Mime, der bisher IMMER in vollkommen falschen, viel zu weichen und harmlosen Rollen verheizt wurde, darf hier als enger Freund von Danny seine bisher beste Rolle zum Besten geben. Er sorgt als Davies spielend für einige humorige Auflockerungen, darf endlich auch mal richtig hart agieren und ist eine Art charmantes Rückgrat des Streifens. In diese Richtung sollte sich der Mime weiter orientieren ...

Davon abgesehen glänzt „Killer Elite“ immer dann am hellsten, wenn die grimmige und weitgehend wunderbar realistische Action im Film gezündet wird. Von Explosionen über Shoot Outs und krachlederne Prügeleien bekommt man hier eine Menge handgemachter, sehr straighter und teils heftig brutaler Action geboten, die in dem ersten Aufeinandertreffen von Jason Statham und Clive Owen ihren brachialen Höhepunkt hat. Wenn sich die beiden Mimen hier gegenseitig den Staub aus den Klamotten hauen, wirkt die zuletzt so gefeierte Prügelei zwischen The Rock und Vin Diesel in „Fast & Furious“ fast wie eine Übung in Sachen Wellnessmassage ... Dabei verblüfft vor allem Owen. Klar hat man ihn schon in diversen körperbetonten Rollen gesehen, aber wenn er hier mit Statham, der vermutlich aus Gründen eines größeren Realitätsgrades auf seine Martial Arts Einlagen verzichten muss, aufeinander prallt, wackeln echt die Wände. Zwar wird leider in genau dieser Szene ein wenig zu sehr dem Bournelook gehuldigt, dennoch hat diese Einlage richtig Pfeffer im Arsch! In den sonstigen Actionsequenzen wird dann im Übrigen auf die Wackelkamera weiträumig verzichtet ... und auch in diesen Szenen knallt es teils gar heftig.

Was bleibt ist ein storytechnisch erstaunlich umfangreicher, manchmal zu weitschweifiger und etwas zu langer Actionthriller, der vor allem in seiner Auflösung ein wenig enttäuscht. Irgendwie lauert man hier wirklich auf einen Knalleffekt, der dann ausbleibt, was einen irgendwie unbefriedigt zurücklässt. Auf der anderen Seite ist die Erklärung der ganzen Chose in ihrem Zynismus ungemein nah an unserer heutigen Weltpolitiklage, was dem Film, obwohl er in den 80ern spielt, eine erstaunlich aktuelle Note gibt. Überhaupt, wären da nicht ein paar üble Kleidungsverfehlungen und altmodische Automarken, man würde den Film weitgehend zeitlich gar nicht einordnen können, wirkt er doch in seiner Thematik und den kolportierten Motiven erstaunlich universell. Auch technisch erinnert hier nichts an die 80er. Der Film ist temporeich und flott inszeniert, die vielen Schauplatzwechsel lassen ordentlich Agentenfilmflair aufkommen, die Bilder sind rau, direkt, kalt und hart in ihrer Anmutung und die beständig aufkochende Action rockt richtig heftig. Und Jason Statham? Der liefert hiermit eine seiner besten darstellerischen Leistungen ab, auch und vor allem da sein Name, wie der Trailer zum Film, einen etwas anders gearteten Film hat erwarten lassen. Nicht schlecht für einen langweiligen Wiederholungstäter ...
:liquid7:

In diesem Sinne:
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Beitrag von SFI » 03.11.2011, 08:07

Liest sich ja ganz dufte, werde aber trotzdem auf die BD warten!
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Beitrag von StS » 03.11.2011, 09:29

Nette "Fan-Rechtfertigung" des Wiederholungstäter-Werdegangs! :lol:
Finde ich aber gut (ehrlich!), dass Du Deine Sicht mal auf diesem Wege "zu Papier gebracht" hast!

Der Kritik nach klingt der Streifen ja ganz brauchbar - wird sicher mal gesichtet. Dennoch schlafen mir (und vielen anderen) beim Jason inzwischen einfach nur die Füße ein. Und um Deinen letzten Satz aufzugreifen: Mag sein, das Geschriebene - und dennoch ist der Film nicht sonderlich gut gelaufen, was Jason´s Karriere (aktuell und in jüngster Zeit) irgendwo zwischen DTV und Box-Office-Enttäuschungen verortet... :wink:

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Beitrag von Kruger » 03.11.2011, 10:12

Gehe mit der Meinung im Allgemeinen konform. Netter Action-Thriller, auch ein bisschen retro. Clive Owen und Robert DeNiro tauchen ja eigentlich kaum auf, so kam's mir jedenfalls vor, die Liebesgeschichte war irgendwie überflüssig, wobei sie natürlich schon in die Handlung mit rein spielt. Am Ende war mir der Film fast ein bisschen zu lang.

:liquid7:

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Beitrag von Vince » 03.11.2011, 17:51

Wie schon im Filmtagebuch geschrieben (Mann bist du lahm, freeman ;) ): Nicht immer souveräner, aber im Gesamteindruck sehr ordentlicher Mix aus realitätsverankertem Pseudoanspruchskino à la "The International" und klassischem Actionplot, der gut ineinandergreift und Tempo hat. Schön, dass du Purcell heraushebst, der Kerl hat mir zum ersten Mal wirklich gefallen, mehr noch - er reißt jede Szene an sich, in der er vorkommt.
:liquid6:

Und was die Statham-Moserer angeht, zu denen StS sich bei jeder ihm bietenden Gelegenheit bekennt: Sie haben natürlich nicht ganz Unrecht, na klar folgt das alles inzwischen einem durchgängigen Schema, das auch mal langweilig werden kann, andererseits muss man sich auch immer wieder vor Augen halten, dass Statham als Einziger eine Flagge aufrecht hält, die sonst von keinem mehr getragen wird. An solchen Eckpfeilern kann man sich reiben, aber sie sind eben auch notwendig. Da geht's dann auch gar nicht mehr immer um die Filme (man muss sie ja nun mal nicht alle gucken), sondern eher um die Typenausstrahlung, und die hast du so nach wie vor bei keinem vergleichbaren Darsteller.

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Beitrag von Orco » 03.11.2011, 22:27

Also ich seh den Statham eigentlich sehr gerne, aber der Film ist einfach langweilig.
Zieht sich wie ein Kaugummi und kriegt nur eine knappe 6 von mir.
Und wenn sich deine Schulter bewegt, dann seh ich das.

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Beitrag von StS » 04.11.2011, 07:32

Orco hat geschrieben:Also ich seh den Statham eigentlich sehr gerne, aber der Film ist einfach langweilig.
Zieht sich wie ein Kaugummi und kriegt nur eine knappe 6 von mir.
...und dann noch ne 6/10? :shock:

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Beitrag von freeman » 04.11.2011, 08:35

Donge fürs Feedback Jungs! Der Fan hat gesprochen ;-)

@ Vince: hihihihi, ja, Umzug und Schreiben ... zwei Sachen, die sich net soooo vertragen ... zeitlich ;-)

In diesem Sinne:
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Beitrag von Orco » 04.11.2011, 16:20

StS hat geschrieben:
Orco hat geschrieben:Also ich seh den Statham eigentlich sehr gerne, aber der Film ist einfach langweilig.
Zieht sich wie ein Kaugummi und kriegt nur eine knappe 6 von mir.
...und dann noch ne 6/10? :shock:
Naja, so schlecht das ich weiter runter gehen würde ist er nicht.
Ist aber sicher nicht der Beste Film von Statham, da erwartet man mehr...Kloppe 8-)
Und wenn sich deine Schulter bewegt, dann seh ich das.

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Beitrag von Seemi » 08.11.2011, 20:20

Eigentlich ist Killer Elite ein unterhaltsamer Streifen, der aber viel zu lang geraten ist. Den Beziehungsteil hätte man sich total sparen können und unter anderem beim Pseudoende nach 90 Minuten ist der FIlm sehr vorhersehbar.
Schade fand ich auch, dass man vom Kampf im Krankenhaus, der Steady Cam sei Dank!, eigentlich nichts mitbekommen hat.

:liquid6:
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Beitrag von McClane » 16.02.2012, 12:00

Bin hin und her gerissen. An sich müsste ich ihn eigentlich deutlich besser finden als den Dienst-nach-Vorschrift-"The Mechanic", im Endeffekt ist es nur ein bisschen. Inszenatorisch sagt "Killer Elite" zu, Dominic Purcell ist ein echter Gewinn und Clive Owen mit seinem kaputten Auge und der abgefuckten Ausstrahlung ist ein herrlicher Showstealer. De Niro bleibt Support, ist aber nach Jahren endlich mal wieder in einer halbwegs würdigen Rolle zu sehen. Statham ist cool wie immer, was schon etwas von Routine hat (ganz abwegig ist die Idee vom Genre des Statham-Films nicht), auch den Beziehungspart fand ich nicht störend. Die Action- und Attentatsszenen haben ordentlich Bumms, bei den Attentaten beweist der Film Einfallsreichtum, aber einige ganz dicke Logiklöcher reden wir lieber nicht (zumindest bei Attentat Nr. 3 hätte man auch in den 80ern ohne große Untersuchung schnell nachgewiesen, dass es kein Unfall war). Problematisch ist es eher auf der Plotebene, bei den Figuren und der Actionverteilung. Der letzte Punkt ist der einfachste: Mit dem Krankenhausfight Statham vs. Owen gibt es das Actionhighlight bereits in der Mitte, dem Ende fehlt es an einem würdigen Showdown (auf den Quasi-Showdown folgt ja noch ein ellenlanger Nachklapp, wobei das Ende in der Wüste echt gelungen war). Die Figuren an sich sind zwar nur grob umrissen, funktionieren aber trotz der spärlichen Funktion für sich gut - doch sie bleiben vom Plot unberührt. Im Finale haut der Film zwar zig Haken raus, die aber keine der Figuren tangieren. Ob der Sohn vom Scheich nach Hause will oder nicht, ob der einen Mord ein nie wirklich eingeführter SAS-Typ oder ein anderer nie wirklich eingeführter SAS-Typ begangen hat, ob nun der Scheich der Auftraggeber ist oder es ein Komplott des Geheimdiensts war - all das ist letztendlich irrelevant für die Hauptfiguren und ihr Handeln, deshalb interessieren die Plottwists kaum. Schade, schade, gerade zu Beginn war ich sehr angetan, so bleibt ein guter, aber kein herausragender Film.

:liquid6:,5 mit den Tendenz zur knappen :liquid7:
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Beitrag von SFI » 12.03.2012, 07:17

Endlich mal wieder ein Streifen, der mit ordentlich Hand Made Action aufwartet und dazu ein raues und passendes Setting bietet, bei dem Spionage noch mit Arbeit verbunden war. Keine Satelliten, Handys oder moderne Computerüberwachung, da heißt es schön zur Telefonzelle laufen oder mit Funkgeräten arbeiten. :lol: Leider verzettelt sich der Streifen aber auch etwas und will mit Verstrickungen und Verschwörungen besonders innovativ wirken, dies ödet hin und wieder bei einer Laufzeit von fast 2 Stunden dann doch etwas an zumal die Auflösung zwar durchaus realistisch anmutet aber genauso banal erscheint. Trotzdem sehenswerte Nummer, sofern man keinen Actionkracher erwartet und für das Agenten/Thriller Genre offen ist.

:liquid7:
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Beitrag von StS » 08.10.2012, 19:52

Unterm Strich handelt es sich bei „Killer Elite“ (2011) um einen enttäuschenden Action-Thriller, der zwar mit einigen durchaus soliden (obgleich nicht sonderlich kreativen) Action-Set-Pieces aufwartet – allerdings auch über geradezu ärgerlich wenig Spannung und „Drive“ verfügt. Dank verschiedener Location-Wechsel und einer viel zu ausgebreitet dargereichten Story (wenig Inhalt, viel substanzloses Beiwerk) suggeriert der Streifen deutlich mehr „Tiefe“ und „Komplexität“ als er eigentlich besitzt – und eben jenes zugrunde liegende (ebenso uninspirierte wie aufgebauschte) Drehbuch wurde von Regie-Neuling Gary McKendry insgesamt weitestgehend anständig, nichtsdestotrotz aber frei einer individuellen Handschrift umgesetzt. Randvoll mit Klischees, Plot-Löchern und Versatzstücken besserer Genre-Kollegen (siehe nur mal die „Bourne“-Franchise) weist der Film u.a. gleich mehrere merklich unnötige Sequenzen (wie z.B. einen kompletten Love-Interest-Handlungsstrang) auf, während „andere Bereiche“ teils recht unvorteilhaft in Szene gesetzt wurden: Etwa sieht man die konkrete Ausführung der ersten zwei Mordaufträge nicht genau, was bei „Nr.1“ durchaus den Gedanken erkeimen lässt, dass der betreffende Täter vielleicht eine „verborgene Agenda“ (oder so) verfolgen würde, die zu einem finalen Twist führen könnte – was jedoch nie geschieht. Rückwirkend betrachtet, wäre das aber wohl auch viel zu einfallsreich für ein unoriginelles Werk wie dieses gewesen. Dank einer rund 20 Minuten zu lang geratenen Laufzeit zieht sich das Geschehen überdies ab und an ungünstig, worunter Tempo und Unterhaltungswert im Verlauf zunehmend stärker zu leiden beginnen – worüber hinaus alles (letzten Endes) zudem noch in einem arg antiklimaktischen Schluss-Akt mündet. Von den Darstellern her verkörpert (ich vermeide bewusst den Begriff „spielt“) Jason Statham im Prinzip dieselbe Rolle wie immer, Robert DeNiro war ja nicht erst in der vergangenen Dekade eh nicht mehr sonderlich wählerisch bei der Auswahl seiner Projekte und Clive Owen verkauft sich hier doch ein wenig unter wert, obgleich er (per se) eigentlich „ganz gut bei der Sache“ war bzw. ist. Den positivsten Eindruck hinterlässt dagegen (ausgerechnet) Dominic Purcell – nur schade, dass der „ihn umgebende Rest“ dermaßen (zumindest überwiegend) belanglos ausgefallen ist…

:liquid4:

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Beitrag von Mr_Pink » 12.12.2012, 20:13

Fand den ganz in Ordnung. Die Frisuren- und Bart-Mode des Films ist aber mal das allerletzte. De Niro mit einem explodierten Eichhörnchen in der Fresse, der Rest mit einem Lobgesang auf Vokuhila und/oder Pornobalken... Jesses! Lediglich Statham sieht einfach aus wie immer und agiert auch genau so. Den Love-Interest Strang fand ich gar nicht so schlimm, hat irgendwie dazu gepasst, dass sich Statham ändern wollte. Dafür hätte ich lieber ein, zwei unnötige Wendungen rausgelassen. Am Ende wusste man doch nicht mehr im geringsten, warum wer wen umgebracht hat, bzw. es sollte. Naja, hab schon schlimmeres gesehen.

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Jason Stathams bruudale Mördertitten figgen gelini71´ Papagei, der sich ne Lederkluft umgeschwungen hat weil er auf anale Liebe steht. Die Backstreet Boys sind auch dabei und machen bruutalen Analsex mit ihren erregierten Analwürmern.

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Beitrag von kami » 13.12.2012, 08:41

Mr_Pink hat geschrieben:Fand den ganz in Ordnung. Die Frisuren- und Bart-Mode des Films ist aber mal das allerletzte. De Niro mit einem explodierten Eichhörnchen in der Fresse, der Rest mit einem Lobgesang auf Vokuhila und/oder Pornobalken... Jesses!
Ja, ist ja wirklich richtig schlimm, dass die Darsteller eine zum Setting passende Haartracht tragen. Sowas trägt doch zum Zeitkolorit bei. Ich finde es eher dumm, wenn Filme wie z.B. ADVENTURELAND die damals angesagte Mode weitesgehend ignorieren.

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Beitrag von Mr_Pink » 14.12.2012, 16:59

Ich hab den, wie bei freeman geschrieben, eher Zeitlos gesehen, da er praktisch zu jeder Zeit spielen könnte. Zumal es eigentlich nur bei den zwei Killern neben Statham und bei Owen so krass aufgefallen ist. Ok und bei den Autos.
Prinzipiell bin ja bei dir, aber deswegen fand ich die Haartracht zu jener Zeit trotzdem furchtbar. Auch wenns sonst zum Film passt. Johnny Depps Frisur(en) in Blow fand ich beispielsweise auch unglaublich furchtbar.
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Jason Stathams bruudale Mördertitten figgen gelini71´ Papagei, der sich ne Lederkluft umgeschwungen hat weil er auf anale Liebe steht. Die Backstreet Boys sind auch dabei und machen bruutalen Analsex mit ihren erregierten Analwürmern.

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Beitrag von Cinefreak » 02.05.2014, 10:19

fand den auch eher durchschnittlich...

Der Anfang macht ja Lust auf den Film, aber irgendwie lahmt der ganz schön, und die wirklich zündenden Actionfeuerwerke sind eher selten zu sehen. Gerade die Szene mit dem Tankwagen hätte man interessanter und spektakulärer machen können - natürlich ein Lob für die wohl größtenteils handmade-Action, satt macht das ganze allerdings nicht.
Hightlights waren für mich wohl nehmen dem explosiven Einstieg wohl die etwas kurze Verfolgungsjagd und die kurze Schießerei am Schluss, aber irgendwie ist alles etwas schnell vorbei. Ansonsten gab es ja fast nur Prügeleien, die natürlich gut gemacht waren. Zweifelsohne...tendiere zur...

sehr knappen :liquid6:, insbesondere aufgrund so einiger Längen und etwas viel unnötigem hin und her. :wink:

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Beitrag von John Woo » 21.09.2014, 13:30

Erschreckend schwacher, langatmiger Actionthriller (mühelos 15-20 Minuten zu lang) mit einer langweiligen Geschichte und schwach geschrieben Charakteren. Die Action ist zwar immerhin handgemacht, herausragende Szenen sucht man aber vergeblich (teilweise darf man sich auch an der "Wackelkamera" erfreuen) und die Regie wirkt bieder. Immerhin, die Darsteller machen einen recht guten Job, doch sie können gegen das schwache Drehbuch leider nicht ankommen.
:liquid4:

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