
Originaltitel: Justified
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2010
Regie: Diverse (u.a. Jon Avnet, John Dahl und Tony Goldwyn)
Darsteller: Timothy Olyphant, Walton Goggins, Joelle Carter, Natalie Zea, Nick Searcy, Raymond J. Barry, Linda Gehringer, Jacob Pitts, Erica Tazel, ...
Trailer:
http://www.youtube.com/watch?v=0UZlz8J4iGk
Bei „Justified“ handelt es sich um eine dramatische Crime-Serie, die im März 2010 ihre Premiere auf dem US-Kabelsender „FX“ feierte und auf drei Veröffentlichungen des amerikanischen Schriftstellers Elmore Leonard („Get Shorty“/„Jackie Brown“) basiert – nämlich auf seinen beiden Romanen „Pronto“ (1993) und „Riding the Rap“ (1995) sowie der 2001er Kurzgeschichte „Fire in the Hole“. Obgleich sich mehrere seiner Werke im Grunde prima für eine Fernsehformat-typische „Aufbereitung“ eignen, gab es bislang nur wenige Adaptionsversuche in dieser „speziellen Form“ – vielleicht auch weil „Karen Sisco“ (2003), das letzte Projekt jener Art, trotz positiver Presse-Resonanz sowie des „Vorab-Erfolgs“ von Steven Soderbergh´s „Out of Sight“ bei den Zuschauern keinen rechten Anklang finden konnte. Glücklicherweise aber hat Graham Yost, seines Zeichens u.a. Skriptautor („Speed 1&2“/„Broken Arrow“) und TV-Produzent („the Pacific“/„John Adams“), im Rahmen seiner Funktion als „Creator“ dieser hier nun zur Besprechung vorliegenden Sendung eine ganze Menge richtig gemacht – und so ist es der Serie seit ihrem Debüt auch relativ rasch gelungen, zu einem soliden Publikums- und Kritiker-Liebling zu avancieren, vor allem dank hochklassiger Teleplay-Vorlagen, eines reizvollen (gekonnt klassische Western-Motive in die Gegenwart verlagernden) Basiskonzepts, einer schlichtweg perfekt besetzten Hauptrolle, rundum kompetenten Inszenierung, eines angenehm unverbrauchten Settings (abseits typischer „Verbrecher-Metropolen“ á la New York, Las Vegas oder L.A.) sowie eines höchst ansprechenden, heutzutage leider nicht mehr sonderlich oft zu findenden Charmes...
Der Storyeinstieg vollzieht sich auf der Speiseterrasse eines schicken Strandhotels in Miami: Über einige Krebsküchlein hinweg sitzen sich dort der U.S. Marshal Raylan Givens (Timothy Olyphant) und ein berüchtigter Unterweltler (Peter Greene) an einem Tisch gegenüber – knapp 24 Stunden nachdem letzterer von dem Gesetzeshüter ein (genau diese zeitliche Frist umfassendes) Ultimatum erhalten hatte, die Stadt auf Dauer zu verlassen, ansonsten würde ihm sein Ende drohen. Im spannungsgeladenen Moment des Ablaufens der Deadline greift jenes abgebrühte Drogenkartell-Mitglied schließlich aber dann doch noch zu seiner Pistole – bloß zieht Raylan schneller und erschießt ihn sogleich vor den Augen diverser Besucher der Örtlichkeit, welche später (wahrheitsgemäß) aussagen bzw. bestätigen, dass der Schusswaffengebrauch durchaus gerechtfertigt gewesen sei. Nichtsdestotrotz wirft der Fall (in der Presse sowie allgemeinen Öffentlichkeit) natürlich nicht das beste Licht auf den U.S. Marshal Service – weshalb sich Raylan´s Vorgesetzter (Matt Craven) auch umgehend dazu veranlasst sieht, ihn erst einmal in die „ruhigere Provinz“ zu versetzen: Genau genommen (ausgerechnet) zurück in sein Heimatstädtchen, welches in Harlan County (Kentucky) gelegen ist und er eigentlich für immer hinter sich gelassen haben wollte...
Direkt in Gestalt des ersten Auftrags unter der Führung seines neuen Chefs (Nick Searcy) wird Raylan vor Ort prompt wieder von seiner Vergangenheit eingeholt – denn aktuell steht sein einstiger, inzwischen zum Anführer der lokalen „White Supremacist“-Gruppierung avancierter Jugend-Kumpel Boyd Crowder (Walton Goggins) gerade unter dem Verdacht, eine Bank überfallen, kleinere Kirche in die Luft gejagt sowie obendrein einen seiner eigenen Leute getötet zu haben. Zudem beginnt auch ein vormaliger Funke zwischen ihm und der hübschen Ava (Joelle Carter) ein erneutes Mal „aufzuflammen“: Seit ihrer Jugend schon war sie, die unlängst ihren gewalttätig-untreuen Gatten erschossen hat, bereits in ihn „verknallt“ – das Problem daran ist nur, dass ihr Ex ein Crowder war, weshalb sie nun irgendeine Form von Vergeltung seitens jenes nicht unbedingt friedfertigen Clans befürchten muss. Als der Ausgang einer „Konfrontation“ zwischen Boyd und Raylan ersteren eines Nachts auf die Intensivstation (und später dann ins Gefängnis) befördert, führt das beim Verwundeten (überraschend) dazu, dass er sich von seinem „bisherigen Pfade“ lossagt und fortan „Gottes Weg“ zu predigen beginnt – eine Wandlung, die ihm Raylan allerdings in keiner Weise abnimmt. Im Folgenden sind es jedoch einige seiner eigenen Taten und Entscheidungen (wie seine von vielen „kritisch beäugte“ Beziehung mit Ava), welche u.a. dazu führen, dass Boyd irgendwann sogar (frei einer Anklage) aus der Haft entlassen werden muss...
Während Raylan und seine Kollegen (unter ihnen Erica Tazel und Jacob Pitts) verschiedene Aufträge erledigen und Fälle bearbeiten, die jeweils ihrem Zuständigkeitsbereich angehören, kreuzen immer wieder „alte Verbindungen“ sowohl seine Ermittlungen als auch privaten Bahnen: Etwa arbeitet seine inzwischen mit dem Immobilienmakler Gary (William Ragsdale) verheiratete Ex-Frau Winona (Natalie Zea) ebenfalls im betreffenden bzw. zuständigen Gerichtsgebäude, zwingen ihn gewisse Umstände zu einer Kontaktaufnahme mit seinem entfremdeten, offenbar bis heute in krumme Geschäfte verwickelten Dad (Raymond J. Barry), resultiert das Ende des Knast-Aufenthalts von Boyd´s einflussreichem Vater Bo (M.C. Gainey) nicht nur in einer anwachsenden Gefahr für Ava, sondern auch in einem merklichen Anstieg der illegalen Aktivitäten im Bezirk, und ruft die „Entwicklung“ dessen Sohnes hin zu einem „Born-again-Christian“ kontinuierlich Spekulationen und Zweifel hervor – worüber hinaus (außerdem) immer engere Verstrickungen zwischen den Crowders und dem mächtigen Verbrecherkartell in Florida zutage treten, welches ja noch die eine offene Rechnung mit Raylan zu begleichen hat...
Inhaltlich kratzt diese Zusammenfassung bestenfalls an der Oberfläche all der Begebenheiten und Ereignisse, die sich im Laufe der 13 Folgen dieser ersten Staffel entfalten. Eine derartige Serie – also eine ohne einem markanten Maß an Sex, Action und/oder Gewalt, frei von beachtenswerten Effekten oder sonstigen „technischen Spielereien“ – muss sich vor allem auf die Qualität seiner Story, Akteure und Umsetzung verlassen können: Ein Anspruch, dem „Justified“ problemlos gerecht wird. Spezielle Anerkennung gebührt dabei der gesamten Konzeption und Präsentation der Figur des U.S. Marshals Raylan Givens, welche dermaßen stark ausgearbeitet und verkörpert daherkommt, dass der geneigte Betrachter im Grunde überhaupt nicht anders kann, als die beruflichen wie außeramtlichen Erlebnisse jenes Mannes fortan weiterhin (unterhalten und interessiert) mitverfolgen zu wollen. In einem nicht übermäßig gesetzestreuen Umfeld auf dem Lande aufgewachsen, u.a. geprägt seitens seiner Lieblings-Fernsehsendung „Have Gun, will travel“, hat sich Raylan den Statuten seiner Profession umfassend verschrieben sowie viele jener „alten Ideale“ in seinen Alltag (Umgang, Gebaren etc.) mit einfließen lassen. Er ist ein exzellenter Schütze, steht zu seinem Wort, nimmt seine Aufgaben überaus ernst, ist redegewandt, sympathisch und verfügt über ein ansehnliches Aussehen und Auftreten – inklusiver stilvoller Kleidung und einem beigen Cowboy-Hut. Einen solchen Part hätte man keinesfalls jedem „abgekauft“ – wohl aber Timothy Olyphant, der sich direkt von der allerersten Szene an als die unumstößliche Idealbesetzung entpuppt. Zu gleichen Teilen talentiert, charismatisch wie von Natur aus cool, hat jener im Rahmen seiner Karriere bereits so manche im Gedächtnis verbleibende Performance abgeliefert – sowohl im TV („Damages“ und „Deadwood“) als auch auf der „großen Leinwand“, siehe nur mal „Go“, „the Girl next Door“ oder „the Perfect Getaway“ – wobei diese hier nun (fraglos) mit zu seinen besten gezählt werden darf bzw. sogar muss...
Mit seinem klangvollen Südstaaten-Akzent und der trockenen Art, seine Dialoge vorzutragen, markiert Olyphant´s Darbietung ein „wahres Vergnügen“ fürs Publikum – und auch als harter Kerl überzeugt er anstandslos: Raylan ist einer, der seine Dienstwaffe nur zieht, wenn er sie wirklich zu benutzen gedenkt. Hervorgehend aus dieser „Notwendigkeits-Abwägung“, also in genau solchen Fällen, schießt er dann stets mit gezielter (meist tödlicher) Intention. Unterhalb seiner „kontrollierten Oberfläche“ spielen Faktoren á la Zweifel und Wut allerdings eine nicht unbedeutende Rolle in seinem Handeln: Die „Geschichte“ in Miami, mit all ihren (moralisch wie rechtlich) „verschwommenen Schattierungen“ und Konsequenzen, beschäftigt, beeinflusst und verfolgt ihn seither – und das in gleich mehrerlei Hinsicht. An einer Stelle meint er zu Winona: „He pulled first, so it was justified. What troubles me is – what if he hadn’t? What if he had just sat there, let the clock run out and I had killed him anyway. I know I wanted to. Guess I never thought of myself as an angry man...“ Woraufhin sie erwidert: „You do a good job of hiding it, and I suppose most folks don’t see it – but honestly? You’re the angriest man I have ever known...“ Innere Konflikte wie diese, ebenso wie sein zuvorkommendes Verhalten Frauen gegenüber, tragen zusätzlich dazu bei, dass man ihn (als Person) einfach schätzt und mag. Während Raylan und Winona bei Leonard noch gemeinsame Kinder hatten, wurde darauf im Vorliegenden (glücklicherweise) verzichtet: Dank des zeitlichen Abstands finden sie im jetzigen Verlauf wieder „ein wenig näher“ zueinander – etwas, das auch auf aktuelle Spannungen innerhalb ihrer Ehe mit Gary (William Ragsdale: „Fright Night 1&2“) zurückzuführen ist, u.a. da sich jener jüngst erst (geschäftlich) mit einigen „zwielichtig-gefährlichen Typen“ eingelassen hat. Die attraktive wie ausstrahlungsstarke Natalie Zea (TV´s „Dirty Sexy Money“) meistert den Part ohne jeden Anlass zur Klage – und nicht allein deshalb darf man sich getrost darauf freuen, wie es mit ihr, Gary und Raylan (von den jeweiligen Gefühlen und Entscheidungen her) in den kommenden Seasons wohl vorangehen wird…
Die zweite Frau in Raylan´s Leben ist Ava: Beherzt, zielstrebig, selbstbewusst, eigensinnig sowie (durch eigenes Zutun) frisch verwitwet, ist sie weder dazu bereit, sich von den Männern um sie herum einschüchtern noch irgendwie „unterjochen“ zu lassen – stattdessen stellt sie sich tapfer der von den Crowders ausgehenden Gefahr und hofft (indes) darauf, dass sich ihr inniger Wunsch nach einer festen Beziehung mit Raylan (ihrem einstigen Jugendschwarm) vielleicht doch noch erfüllt. Als beide dann tatsächlich ein Paar werden, bleibt sie ihrer „selbständigen Linie“ allerdings ungebrochen treu – was die Rolle zu einer erfreulich mehrschichtigen macht, die auf angenehme Weise etliche potentielle Klischees umschifft und sich letztlich gar als einer der „Highlights“ der Serie herausstellt: Ein nicht unerheblich der richtig guten Leistung Joelle Carters („High Fidelity“) zuzurechnender Verdienst, u.a. da jene gleichermaßen sexy, tough und liebenswert agiert. Ähnlich viel Lob gebührt Walton Goggins (TV´s „the Shield“) als Boyd, der eingangs in Form eines „klassischen Widersachers“ in die Handlung eingeführt wird und ursprünglich eigentlich zum Schluss der Pilotfolge sterben sollte – nach hohem Zuspruch seitens des Teams und Testpublikums schließlich aber doch (mit Leonard´s Segen) überleben durfte und fortan zu einem der reizvollsten Charaktere der Show „ausgebaut“ wurde. Egal, ob Raylan´s Kugel sein Herz nun mit Absicht (knapp) verfehlte oder nicht, nimmt Boyd diese Gegebenheit jedenfalls zum Anstoß, sich Gott stärker zuzuwenden sowie in dessen Sinne eine „Kirche“ aufzubauen und anzuführen. Die Aufrichtigkeit dieser Wandlung sowie diverse Fragen im Hinblick auf eine mögliche „verborgene Agenda“ (dahinter) bilden zentrale Aspekte dieser ersten Staffel. Raylan und er kennen sich bereits seit ihrer Kindheit, haben zusammen im Kohlestollen geschuftet und stehen einander nun auf unterschiedlichen Seiten „bestimmter Grenzen“ gegenüber: Die Chemie zwischen Goggins und Olyphant ist als dynamisch und hochklassig einzustufen – ebenso wie die gesamte Darbietung Waltons…
Auf unterhaltsame Weise verkörpert Nick Searcy („Moneyball“) Raylan´s Chef in Kentucky, der ihm (bis zu einem gewissen Punkt) immerzu einen „merklichen Freiraum“ in Sachen Ausübung seiner Pflicht gewährt. Durchweg solide mimen Erica Tazel („House of D“) und Jacob Pitts („21“) zwei U.S. Marshals – worüber hinaus Rick Gomez („Sin City“) als ein engagierter Staatsanwalt in Erscheinung tritt, der u.a. noch Raylan´s Akte (zwecks weiterer Untersuchung/Bearbeitung) auf seinem Schreibtisch liegen hat. Neben Linda Gehringer („American Pie“) als Stiefmutter Helen liefert Raymond J. Barry („Across the Line“) in der Rolle ihres Ehemanns eine gewohnt reichhaltige Performance ab: Seit jeher war Arlo Givens stets in irgendwelchen klein-kriminellen Machenschaften verstrickt – sehr zum Missmut seines Sohnes, der daher auch bewusst einen anderen Weg für sich einschlug und diesem Teil der Vergangenheit konsequent den Rücken zu kehren versuchte. Ein erneutes Kreuzen der Pfade der Familienangehörigen zwingt Raylan im Folgenden allerdings (unweigerlich) dazu, so manches doch noch einmal aufzuarbeiten – wobei er aber bald schon feststellen muss, dass Arlo (trotz seines Alters und so einiger gesundheitlicher Probleme) offenbar weiterhin aktiv in jenen „unrechten Kreisen“ tätig ist. Parallel dazu wendet sich Boyd (seinerseits) zunehmend von seinem Vater Bo (M.C. Gainey: TV´s „Lost“) ab, der als Kopf des regionalen Crime-Rings die Gesinnungs-Veränderung seines „Sprosses“ einfach nicht wahrhaben bzw. hinnehmen will – was in einem kontinuierlich eskalierenden Konflikt mündet, der nicht ohne Opfer bleibt. Ferner tauchen in Nebenparts noch solch vertraute Gesichter wie Brent Sexton (TV´s „the Killing“) als Sheriff, Matt Craven („Devil“) als Marshal-Chief, Doug E. Doug („Eight Legged Freaks“) als jamaikanischer Prediger, Ray McKinnon („the Last Ride“) als Killer, Jere Burns („Otis“) als aalglatter Geldeintreiber, Peter Greene („Pulp Fiction“) als Gangster sowie Alan Ruck („Ferris Bueller´s Day off“) als untergetauchter Kartell-Buchhalter auf…
Ausgehend von Leonard´s „Fire in the Hole“ – so übrigens auch der Titel der Start-Episode – schuf Skript-Autor Yost eine facettenreiche Prämisse für alle daran anknüpfenden bzw. darauf aufbauenden „Bahnen“ der Sendung: Neben der Kern-Geschichte, welche sich vorrangig um Raylan, die „Miami-Connection“ sowie die verschiedenen Machenschaften der Crowders rankt, gibt es zudem noch gesonderte, sich bloß auf einzelne Folgen beschränkende Plot-Stränge, in denen es um solch abwechslungsreiche „Themen“ wie flüchtige Sträflinge, Geiselnahmen, Auseinandersetzungen im örtlichen Drogen-Milieu oder gar um seltene Adolf-Hitler-Gemälde geht. Bis hin zum stilgerecht in Gestalt eines klassischen „Standoffs” daherkommenden (Blei-haltigen) Staffelfinale wachsen sowohl die Figuren als auch Handlungsfäden angenehm natürlich anmutend (unüberhastet, glaubwürdig etc.) zu einem überzeugenden Gesamtbild heran, welches dem „Geiste“ der literarischen Vorlage treu verbleibt und in dessen Rahmen beide Seiten des Gesetzes (mitsamt der „Grauzone“ in ihrer Mitte) beleuchtet werden. Neben den tollen Charakterzeichnungen und den überwiegend klangvollen, meist schön trocken vorgetragenen Dialogen markiert der unaufdringlich eingebundene Humor einen weiteren Pluspunkt, der eine Menge zum grundlegenden Reiz der Serie beiträgt. Eher ruhig erzählt und „unspektakulär“ inszeniert – was angesichts der Materie allerdings genau richtig so ist – schufen Regisseure wie John Dahl („Red Rock West“), Jon Avnet („Red Corner“) und Tony Goldwyn („Conviction“) auch auf handwerklicher Ebene rundum kompetente Kost mit stattlichen Shoot-Outs und einigen gewalttätigen, nie aber irgendwie aufgesetzt wirkenden „Spitzen“ (wobei ich über die schwache CGI-Explosion gleich zu Beginn jetzt einfach mal hinwegsehe). Besondere Erwähnung muss zu guter Letzt nun ebenfalls noch die feine Südstaaten-Atmosphäre finden, welche (trotz der eigentlich in Pennsylvania und Kalifornien gelegenen Drehorte) vorzüglich über die kreierten Figuren, gewählten Locations sowie die harmonische Musik-Untermalung vermittelt wird. Ich persönlich freue mich jetzt schon auf „meine Rückkehr“ nach Harlan County – und zwei weitere (bis heute realisierte) Seasons bieten mir dafür ja bereits eine passende Gelegenheit…
Fazit: Jedes Mal standesgemäß eingeleitet seitens des coolen Titel-Stücks „Long Hard Times to Come“ – einer geschickt moderne Hip-Hop-Elemente mit traditionellen Bluegrass-Klängen vereinenden Veröffentlichung der Gruppe „Gangstagrass“ – präsentieren sich die 13 Folgen dieser ersten Staffel von „Justified“ als eine ansprechend-hochwertige Alternative zu den meist in US-Großstädten spielenden Crime-Genre-Shows des sonstigen TV-Programms. Mit einem klasse agierenden Timothy Olyphant in der Hauptrolle, der sich als U.S. Marshal im ländlichen Kentucky mit diversen privaten wie beruflichen „Schwierigkeiten“, unterschiedlichen Gesetzeswidrigen (á la Neo-Nazis, Rednecks, Frauenschläger und/oder „Meth-Cooks“) wie auch den Schatten seiner eigenen Vergangenheit auseinandersetzen muss, angesiedelt in einem stimmungsvollen Setting sowie mit interessanten Charakteren und kurzweilig gestrickten Fällen versehen, ist diese auf Elmore Leonard basierende dramatische Neo-Western-Krimi-Serie definitiv eine beherzte Empfehlung wert…
starke

