A HERO NEVER DIES
Tja, Johnnie Tos Abschluss seiner dunklen Trilogie straft den Titel lügen, es wird viel gestorben in dieser postmodernen, überheroischen Bloodshed-Groteske, und auch die Helden sind davor nicht gefeit. Im Gegensatz zu THE LONGEST NITE und EXPECT THE UNEXPECTED braucht dieser Film ein wenig, um seinen Rhythmus zu finden, die ersten Actionszenen sind noch reichlich unübersichtlich, ihre Einbettung in die Handlung nur lose. Mit der Laufzeit gewinnt das Werk jedoch an Sogkraft, vor allem die zweite Hälfte ist extrem stark, stellt sie doch den mittlerweile schon demontierten männlichen Helden zwei starke Frauen gegenüber, und dem pathetischen Zeitlupenheldentum ein unspektakuläres Heldentum des sich Erniedrigens, der harten Arbeit und der ungesehen vergossenen Tränen.
Im Finale herrscht dann aber wieder die Waffe, ein John-Woo-Gedächtnis-Shootout, der als Hommage, aber auch Persiflage an die legendären Vorbildszenen funktioniert und wenig Aussichten auf ein Sequel zurücklässt.
Von den genannten drei Filmen ist A HERO NEVER DIES sicher der schwächste, zu unsicher der Einstieg, zu karikaturenhaft die männlichen Figuren. Die emotionale Basis stimmt überraschenderweise aber dennoch, der Unterhaltungswert auch, und Raymond Wongs pathosgeladener Score, angesiedelt zwischen famosem Schlagercover, Hans Zimmer und Morricone, überhöht noch jede Pinkelpause zur coolen Ikonenparade.

,5