Hardcore

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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freeman
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Hardcore

Beitrag von freeman » 29.03.2016, 09:10

Hardcore

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Originaltitel: Hardcore Henry
Herstellungsland: Russland, USA
Erscheinungsjahr: 2015
Regie: Ilya Naishuller
Darsteller: Sharlto Copley, Haley Bennett, Danila Kozlovsky, Cyrus Arnold, Will Stewart u.a.

Ihr wolltet schon immer mal in der Ich-Perspektive durch einen Actionfilm hetzen? Dann ist “Hardcore” genau euer Ding. Konsequent in POV-Optik umgesetzt erwartet euch hier ein wahres Action-Powerhouse mit teilweise so noch nie gesehenen Actionsequenzen. “Hardcore” ist ein filmgewordener 3D-Shooter in der Verpackung eines optisch innovativen, extrem unterhaltsamen und brachial rasanten Filmerlebnisses!
:liquid9:

Zur "Hardcore" Kritik

In diesem Sinne:
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Beitrag von SFI » 07.04.2016, 18:22

Ich bin verwundert, nicht ob der Kritik, sondern ob des Budgets und dem deutlich teurer ausehenden Endergebnis. Das Teil wurde doch niemals nur mit den 250.000 $ von indiegogo gedreht? Gut, du schriebst etwas von Postproduktion, aber abzüglich der Gebühr und den Kosten für die Gimmicks, sind das doch auch nur Peanuts.
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Beitrag von StS » 08.04.2016, 07:44

Das Budget wird mit etwas über $2 Millionen angegeben - aber da es eine russische Produktion ist, kann man da nie sicher sein. :lol: ;)

Darüber hinaus hat der US-Verleih nochmal $10 Millionen für die Rechte hingelegt und dann nochmal in etwa dieselbe Summe fürs Marketing springen lassen...

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Beitrag von kami » 08.04.2016, 09:22

Sieht aber deutlich fetter aus. Da kann man mal sehen, welchen Unterschied ein engagierter und ambitionierter Filmemacher machen kann.

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Beitrag von freeman » 08.04.2016, 09:28

Die Postproduktion wird auch nie im Leben ausschließlich durch die Indiegogo-Kampagne finanziert wurden sein. Immerhin haben die Strause-Brothers gegen Ende noch ein paar fette Bilder im Film platziert und ich kann mir net vorstellen, dass die für einen Bruchteil der 250 000 gearbeitet haben.

Und wie gesagt, der Film ist ein Erlebnis. Im Übrigen uncut ab 18 in Deutschland, weshalb ein nochmaliger Kinobesuch gesetzt ist.

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Beitrag von Vince » 12.09.2016, 11:34

Dass die lange Geschichte des Films so wenige Point-of-View-Produktionen in sich trägt, hat seinen Grund. "Lady in the Lake" (1947) war ein früher Versuch, eine Detektivgeschichte fast durchgängig aus dem visuellen Blickwinkel der Hauptfigur zu erzählen und insofern ein kameratechnisches Experiment. Dass der Actionfilm "Hardcore" im Jahr 2016 immer noch als Experiment gelten muss und Pioniersstatus in seiner Nische genießt, sagt viel darüber aus, welche Schlussfolgerungen aus den ersten versuchen gezogen wurden: Konsequente POV-Filme sind ihrer Intention nach zum Scheitern verurteilt. Niemals kann die Kameralinse die Bewegungen des menschlichen Auges adäquat nachstellen. Die Nachempfindung einer Geschichte aus erster Hand muss eine Illusion mit spürbaren Limitationen bleiben; das Medium Film in seinem bis heute gültigen Standardformat stößt hier an seine Grenzen.

So erschöpft sich die Faszination für "Hardcore" auch weitgehend in technischen Aspekten. Selbst wenn die Illusion des Selbsterlebten brüchig bleibt, so weiß man doch die Aufwände in der Realisierung zu honorieren, die Newcomer Ilya Naishuller unter der Obhut Timur Bekmambetovs zu bewältigen hatte, zumal es sich immerhin um einen Actionfilm handelt. Es geht darum, zumindest eine Ahnung zu vermitteln, wie die Hauptfigur Extremsituationen erleben muss, indem man diese noch unvermittelter erfährt als im stärker verbreiteten Found-Footage-Film über den Kamerabildschirm. Das Spannende an all den Explosionen, Wall Runs, Sprüngen, Kämpfen und Schusswechseln ist im Grunde die eigene Domestizierung durch Kinofilme aus der konventionellen Third-Person-Perspektive: Man sieht sich selbst in einer Verfolgungsjagd, und doch schwebt man im Geiste zurück in die gewohnte Perspektive: Wie sähe dieser Film aus, hätte man ihn aus gewohnter Perspektive gefilmt.

Wenn "Hardcore" schon nicht authentisch vermitteln kann, dass man sich tatsächlich höchstpersönlich an Ort und Stelle in Russland befindet und Schergen in einer nahfuturistischen Science-Fiction-Actionstory verfolgt, so regt er immerhin zu filmtheoretischen Überlegungen an. Diese wären allerdings nochmals ungleich faszinierender, würde man nicht zu dem Schluss kommen, dass Naishullers Filmdebüt konventionell gefilmt ein zweitklassiger Ostblock-Actioner wäre. Der Regisseur ist sichtbar damit beschäftigt, die zweifellos aufwändigen Stunts mit einer zumindest rudimentär funktionierenden Story zu verknüpfen, wobei letztere in erster Linie die funktionelle Aufgabe erfüllt, einer Ermüdung vorzubeugen. Darüber hinaus vergisst er aber vor allem eines: Atmosphäre. In dieser Kategorie geht die Anschlagsnadel gen Null; kein Wunder, wenn ein Großteil der Handlung sich über russische Straßen und abgerissene Hausfundamente erstreckt. Dass Atmosphäre und POV sich keineswegs ausschließen, hat vor einigen Jahren noch Gaspar Noé mit der Anfangssequenz aus "Enter The Void gezeigt.

Trotzdem erfüllt "Hardcore" im Rahmen seiner Möglichkeiten seinen explorativen Zweck. Die SciFi-Elemente hätten sicher noch eine ausgefeiltere optische Entsprechung gebrauchen können, aber zum Ende hin entschädigt der teils menschenverachtende und durchaus brutale Reißer, der auch als hochoriginelle Fortsetzung der "Crank"-Reihe hätte durchgehen können, mit reichlich Wumms und Schauwerten. Technisch wie inhaltlich lässt sich aus dem POV-Film aber noch sehr viel mehr herausholen.
:liquid6:

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Fist_of_Retro
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Beitrag von Fist_of_Retro » 29.09.2016, 21:48

Hardcore Henry ist ein Biest was da auf dich in Ego Sicht zu kommt ist unglaublich. Der Film kann sehr anstrengend sein und so fühlte ich mich teilweise. Sowas könnte ich nie in 3D sehen falls jemand mal so einen drehen will. Die Augen würden einen total weh tun.

Die Story von Arkan wie er zu dem wurde was er ist erfährt übrigens nur im Comic das neben dem Bookelt und der Soundtrack CD im Mediabook beiliegt. Das Mediabook selbst ist schon jetzt eins meiner Mediabooks 2016. Das Cover sieht so fantastisch aus so im Mondo Stil und der Comic ist sehr brutal und blutig.

Schade ist das man im Film nichts über Henry Vergangenheit erfährt und das Ende des Films ist Cliffhanger. Auch sonst ist die Story hier unwichtig.
Aber die Stunts, die Schießereien und die Fights vor allem das Finale man war das brutal und hart sind genial und alles Echt kein CGI oder Greenscreen alles echte Stunts und teilweise sehr gefährlich da die Stuntmänner immer die Point-of-View- Kamera aufhatten.

Der Film wurde komplett in Russland gedreht so ist es auch klar das teilweise russisch ohne Synchro zu hören ist.

Ein Mordspass ist das ich dachte ich bin Henry da man denkt man spiel einen Ego-Shooter ich wollte zuerst den Film nicht kaufen aber dieses genial Mediabook von Capelight hat mich dann umgestimmt und der Film hat mir sehr, sehr gut gefallen.

:liquid9: Punkte.

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McClane
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Beitrag von McClane » 27.09.2017, 14:00

Vince hat geschrieben:"Lady in the Lake" (1947) war ein früher Versuch, eine Detektivgeschichte fast durchgängig aus dem visuellen Blickwinkel der Hauptfigur zu erzählen und insofern ein kameratechnisches Experiment.
Der wird ja sogar kurz zitiert, wenn man das Plakat in einer Wohnung sieht.

Ansonsten ist "Hardcore" in erster Linie ein konsequentes Experiment und die Weiterentwicklung der sonst eher in stillen, weniger explosiv-actionreichen Genres wie Krimi und Horror eingesetzten POV-Perspektive üer Spielfilmlänge. Das ist teilweise faszinierend gemacht und bietet bewusst alles, was man aus Ego-Shootern kennt: Waffen sammeln, Sprung- und Klettenpassagen, Sniper-Modus, Fahrzeuglevel usw. Tatsächlich ist "Hardcore" auch dann am besten, wenn er sich tatsächlich als Ego-Shooter in Szene setzt - die Nahkampfactionen sehen ähnlich hilflos aus wie in diversen Videospielen, worunter vor allem der Showdown leidet, der bald eher wie eine Fallstudie aussieht, was dem menschlichen Körper alles durch Fäuste, Messer, Ventilatoren usw. angetan werden kann, aber bei der Action öfter die Außenperspektive wünschen lässt. Solche Momente gibt es schon vorher im Film, aber dort am stärksten. Die Handlung ist leider gehaltärmer als diverse Zwischensequenzen in gängigen Nicht-High-End-Ballerspielen und macht sich gar nicht die Mühe manches zu erklären, etwa die Telekinese-Fähigkeiten der Oberschurken-Luftpumpe (da hilft kein Grimassieren über die schwache Performance des Darstellers weg), die genauen Hintergründe Henrys oder warum genau er manchmal von A nach B kommen muss. Figuren tauchen auf und verschwinden, etwa die beiden Kampf-Uschis, die wirken, als ob sie zu oft "Kill Bill" gesehen haben.
Doch es gibt es definitiv Gutes, abseits des Stilwillens. Sharlto Copley gibt dem Affen in seiner vielseitigen Performance ordentlich Zucker, die Verfolgungsjagd mit Autos, Motorrädern und Miniguns sowie der Kampf um den Hotelkomplex lassen frohlocken und der Film hat einige durchgeknallte Ideen, die mich - ähnlich wie freeman und Vince - öften an "Crank" haben denken lassen. Ein Kind von Traurigkeit ist das Teil in Sachen Gewalt nicht, auch wenn das Gesplatter manchmal etwas pubertär und gewollt wirkt, aber ein lobenswertes Experiment ist schon, das man gerne noch weiter hätte denken dürfen (gerade in Sachen Plot). Aufgrund seines Alleinstellungswertes und seiner Konsequenz aber definitiv sehenswert für Actionfreunde.

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