Atomic Blonde

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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Atomic Blonde

Beitrag von McClane » 22.07.2017, 09:01

Atomic Blonde

Bild

Originaltitel: Atomic Blonde
Herstellungsland: USA/Deutschland/Schweden
Erscheinungsjahr: 2017
Regie: David Leitch
Darsteller: Charlize Theron, James McAvoy, Toby Jones, Eddie Marsan, Sofia Boutella, John Goodman, Daniel Bernhardt, Roland Møller, James Faulkner, Jóhannes Haukur Jóhannesson, Sam Hargraveu.a.

David Leitch, einer der Regisseure von „John Wick“ drehte mit „Atomic Blonde“ die Verfilmung der Graphic Novel „The Coldest City“. Darin bekriegt sich Charlize Theron als MI6-Agentin im Berlin des Jahres 1989 mit rivalisierenden Spionen, darunter Actionstar Daniel Bernhardt als blondierte KGB-Dampframme.

:liquid6:

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Zuletzt geändert von McClane am 20.01.2018, 08:00, insgesamt 2-mal geändert.
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Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

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Beitrag von StS » 22.07.2017, 11:02

Gerade die im Trailer gezeigte Action fand ich zwar nett anzusehen, aber vergleichsweise uninteressant, muss ich sagen - einfach da sie vom Stil her auf mich inzwischen einfach zu abgenutzt wirkt (fing damals bei den "Bourne"-Filmen an... nun halt bis hin zu "John Wick" & Co). Aber McAvoy ist ne coole Sau und das Setting interessant - daher wird der im Heimkino zumindest zügig mal in den Player wandern...

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Beitrag von McClane » 23.07.2017, 10:51

Wie meinst du das? Die Kampftechniken, die sich an realistischeren Systemen orientieren, sind zwar bei allen gleich, aber inszenatorisch liegen zwischen Filmen wie der Bourne-Reihe, "Jack Reacher" und "John Wick" doch gravierende Unterschiede, gerade was Einstellungslänge, Schnittfrequenz und Kameraführung angeht. Und während Lorraine und Reacher schon nach wenigen Gegnern keuchen, da klöppeln sich Bourne und vor allem Wick doch einfacher durch größere Mengen.
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Beitrag von StS » 23.07.2017, 11:25

War halt irgendwie so mein Eindruck während des Trailers... so von wegen:
Oh, ja... der Stil ist ja weiterhin gerade "in".
Hatte mich spontan irgendwie nicht so angesprochen... obgleich sicher ganz nett anzusehen.

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Beitrag von Vince » 23.07.2017, 17:08

Finde nach Ansicht des Trailers schon, dass der Film um einen eigenen Stil bemüht ist, der zwar weitestgehend von der Optik ausgeht (Farbfilter), bis in die Kampfchoreografie hinein aber weiterzustreuen scheint... ich weiß zwar, was du meinst, denke aber, der Film hier könnte ein eher ungünstiges Beispiel sein, um ihn als Beispiel für die (wenn auch zweifellos vorhandene) Einzelkämpfer-Replikation zu nehmen.
Fürs Kino reicht das Interesse bei mir aber auch nicht.

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Beitrag von McClane » 25.07.2017, 06:55

Aber ist die Einzelkämpfersache nicht etwas, was grundsätzlich zum Actiongenre gehört? Denn schon vor Bourne hat sich Van Damme mit dem 360-Grad-Kick durch die Gegnerhorden geklöppelt und Seagal dem Knochenbrecherstyle im Angesicht der Übermacht gefrönt. Sehe daher die Bourne-Mittendrin-statt-nur-dabei-Inszenierung und John Wicks Gun Fu nur als weitere Stufen einer Evolution, die halt zeitgenössische Einflüsse miteinbringt und nicht als einen neuen Trend - da eben die genannten Filme/Stile ja signifikante Unterschiede besitzen.
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Beitrag von Vince » 25.07.2017, 17:05

Also diese persönlich verletzten Elitetypen, denen man etwas weggenommen bzw. in deren Privatsphäre man empfindlich eingegriffen hat und die sich dafür bitter rächen wollen, sind schon eine auffällige Häufung in den letzten Jahren. Van Damme und Seagal spielten in aller Regel Typen mit mehr Kontrolle über ihr Umfeld.

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Beitrag von McClane » 27.07.2017, 08:40

Aber das hat doch nichts mehr mit Actioninszenierung zu tun und trifft auf "Atomic Blonde" auch nicht zu. :?: :?: :?:
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Beitrag von Vince » 28.07.2017, 18:44

Na darum hab ICH doch auch gesagt, dass Atomic Blonde vielleicht nicht gerade das beste Beispiel ist, um das anzuprangern. ;)

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The Coldest City vs. Atomic Blonde

Beitrag von freeman » 19.12.2017, 20:48

The Coldest City vs. Atomic Blonde

Bild

Was wurde aus der Graphic Novel “The Coldest City” in die Verfilmung “Atomic Blonde” übernommen und wo nimmt sich der energetische und neonbunte Film mit Charlize Theron und Daniel Bernhardt notwendige Freiheiten? In unserer Gegenüberstellung von Comicvorlage und Film erfahrt ihr mehr!

Zur Gegenüberstellung

In diesem Sinne:
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Beitrag von Vince » 04.03.2018, 11:41

Atomic Blonde
Mit überstilisierter Graffiti-Optik gelingt natürlich keine authentische Nachempfindung des geteilten Berlins zur Zeit des Mauerfalls. Von daher ist es völlig legitim, dass "Atomic Blonde" die historischen Begebenheiten zur bloßen Fassade für grelle Agenten-Action umfunktioniert. Dass infolge dessen kein wirkliches Eintauchen in die inzwischen fast drei Jahrzehnte zurückliegende Zeit möglich ist, geht mit der Ausrichtung der Produktion einher und ist gelinde gesagt zu verschmerzen.

Man redet eben lieber James Bond, oder vielmehr dessen extremer veranlagten Erben, nach dem Mund. Harte Vollkontakt-Begegnungen haben sich spätestens mit Anbruch der Phase Jason Bourne und Craig-Bond durchgesetzt; hier führen sie zu einem reizvollen Kontrast mit dem traumartigen Besuch eines vergangenen Deutschlands, der eingesperrt in Farbschemata zwischen stahlblau und aschweiß ein irreales Gefühl erzeugt. "99 Luftballons" & Co. sind Hollywoodklischees, für die Filmfabrik Teil der leicht zugänglichen Oberfläche, in Trailern und Werbematerial bequem zu verwenden; aber diese Kombination einer gekonnt um sich schlagenden Charlize Theron (die sich nach "Mad Max" und trotz ihrer passiven Rolle in "Fast & Furious 8" scheinbar zur Action-Mätresse zu transformieren versucht) in einer Retro-Berlin-Fantasie mit Lesben-Subplot und gleichzeitiger Abgeklärtheit eines Snake Plissken lässt einen manchmal schon vergessen, dass das Drehbuch im Grunde eine zweitklassige Agentenstory erzählt, die an ihren schlichten Figuren und - trotz vieler beteiligter Parteien - simplen Konstellationen leidet.

Soll heißen, "Atomic Blonde" versteht es durch seine keinesfalls stromlinienförmige Inszenierung, seine Schwächen geschickt zu kaschieren. Die fehlende Verantwortung gegenüber historischer Authentizität erlaubt wenigstens eine ästhetische Vision, die stereotype Darstellungen wie ein Klettergerüst verwendet, um ganz oben den Punk zu spielen. Und solange Theron dabei so überzeugend Ärsche tritt, gibt es keinen Einspruch.
:liquid6:

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Beitrag von SFI » 09.03.2018, 11:54

Atomic Blonde

Nostalgische Momente geschichtsträchtiger, verschneiter Novembertage samt NDW Soundtrack (wenn auch zeitlich unpassend) und dem Flair der Zeitenwende sind durchaus Argumente dem langweiligen Plot samt MacGuffin nicht allzu viel Gewicht zu zollen. Auch die Actioneinlagen sind roh und mit gesunder Härte inszeniert, versprühen aber in Post Taken, Equalizer & John Wick Zeiten alles andere als einen Glanzeffekt. Wirklich packen kann die Nummer mit schlichter Figurenzeichnung daher nicht, dafür ist sie zu berechnend cool inszeniert und eben inhaltlich uninteressant. Bitte kein Sequel.

:liquid5:
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"Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise."

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