Filmtagebuch: MarS

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Beitrag von SFI » 11.11.2017, 13:34

Immerhin haben sie keine TV-Serie daraus gemacht.
DAS UNMASKIERTE SYSTEM

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

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Beitrag von MarS » 13.11.2017, 08:04

freeman hat geschrieben:Ich fand Sully im Gegensatz zum ganzen Board hier richtig toll. Weiß auch net, wieso dem alle böse sind.

In diesem Sinne:
freeman

Böse ist dem Streifen ja keiner, der Streifen ist nur irgendwie ziemlich belanglos.

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Beitrag von MarS » 13.11.2017, 08:06

gelini71 hat geschrieben:Die Amerikaner an sich lieben ja Heldengeschichten, von daher ist die Intention diese zu verfilmen durchaus nachvollziehbar...aber manche Heldengeschichte gibt einfach zu wenig her.....

Das dürfte eine der wenigen nachvollziehbaren Begründungen für die Verfilmung sein, aber dein Nachsatz trifft den Kern für das maue Sehgefühl.

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Beitrag von MarS » 13.11.2017, 08:13

StS hat geschrieben:
MarS hat geschrieben:The Philosophers - Wer überlebt?
Lohnt sich also überhaupt nicht.
Sehe zumindest ich anders. Brauchbar-unterhaltsamer Streifen mit ordentlichen Schauspielern.
Zuerst im Kino geschaut... und natürlich schon lange im Regal.
Eine kleine Epidode gefiel mir nicht und einige Charaktere hätten besser ausgearbeitet werden können - aber ansonsten ist der voll okay.

Das der dir so gefällt, überrascht mich doch ziemlich, da du an viele Filme doch wesentlich tiefgründiger rangehst als ich. Gerade der permanente sexuelle Unterton hat mich doch ziemlich genervt, da dadurch der Film irgendwie billig wirkt. Kann man die Modifikation des Kind gebärens während der 12 Monate im Bunker vielleicht noch akzeptieren wenn man beide Augen mit brutaler Gewalt zuquetscht, aber die Sache mit der Insel und die Auflösung warum der Philosophielehrer so einen Stress macht ... OMG

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Beitrag von StS » 13.11.2017, 09:31

Ja, die Kritiken waren ja auch recht "gemischt" bei dem. Ich persönlich sehe den Film nicht als übermäßig tiefschürfende Angelegenheit an. Das Thema wird zum Teil ja bewusst locker (mit Humor) aufgearbeitet. Dennoch sind die cleveren Ansätze und Inhalte der Materie vorhanden - auch wenn sie durch bestimmte Soap-Opera-Elemente (primär auf die Charaktere bezogen) "verwässert" werden. Der sexuelle Unterton hat mich persönlich nicht gestört. Ich find ihn unterhaltsam und hübsch anzusehen - ergänzt um einige Punkte, über die man durchaus ein wenig nachdenken kann... :wink:

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Beitrag von MarS » 13.11.2017, 10:32

Lion - Der lange Weg nach Hause


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Ich weiß nicht, vielleicht bin ich filmisch doch inzwischen zu mäkelig geworden. Irgendeinen Grund muss es jedenfalls haben, wenn ein Film wie "Lion - Der Lange Weg nach Hause" mich nur marginal anspricht. In sechs Kategorien für einen Oscar nominiert, darunter als Bester Film und für das Beste adaptierte Drehbuch, und eine wahrlich interessante wahre Geschichte als Hintergrund, das muss der Film doch ein Kracher sein?! Zumal man lange Zeit einem 5jährigen Jungen dabei zusehen muss, wie er sich immer weiter in der Ferne verliert und mit verschiedenen Unwegsamkeiten kämpfen muss. Für mich als Vater eines ungefähr ebenso alten Jungen ein Szenario unvorstellbaren Grauens. Trotzdem lässt mich der Film weitesgehend kalt. Woran liegt es?

Für mich primär daran, dass der Film dramaturgisch nie richtig anzieht. So werden die Gefahren immer wieder nur angerissen. Da ist ein kleiner Junge 1600 Kilometer von zuhause entfernt, muss auf der Straße schlafen, sich mit Bettelei und der Suche von nützlichen Sachen im Müll über Wasser halten und ist zudem noch Kinderhändlern ausgesetzt, und filmisch wirkt es so als ob alles trotzdem ziemlich glatt läuft, denn größere Probleme bleiben eigentlich aus. Wo ist das Leid, was der Junge empfunden haben muss? Wo bleiben die Emotionen. Sobald Seroo zu der Adoptivfamilie kommt, ist der große Schrecken dann sowieso vorbei, denn ab da geht es dem Jungen eigentlich sehr gut. Mit dieser Wendung kommt dann ein weiterer Knackpunkt ins Spiel. So suggeriert einem der Zusatz "Der lange Weg nach Hause" im Titel, dass man eine lange Reise auf der Suche nach dem Zuhause des Jungen zu sehen bekommt. Das bekommt man filmisch aber nicht geboten, denn die Suche nach dem Zuhause von Seroo passiert weitestgehend bei Google Earth. So ist der lange Weg primär eine zeitliche und keine räumliche Komponente. Bei der Suche gibt sich der nun erwachsene Seroo von Selbstzweifeln zerfressen, was im Film auch viel Raum erhält, einen aber nicht packt, letztlich nirgendwo hin führt und mit der Findung des Heimatortes auch erledigt ist. Das ist auf jeden Fall einer der Punkte in den Film welcher hätte deutlich gestrafft werden können. Dafür wird der Punkt mit dem anderen Adoptivsohn, welcher sehr problematisch gewesen sein schein, wieder nur angerissen. Da hätte ich gerne mehr darüber erfahren. Ein weiterer echter Kritikpunkt war für mich die Maske der Adoptiveltern, Nicole Kidman und David Wenham, welche 20 Jahre nach der Adoption fast noch frischer aussehen als am Tag der Adoption. Das muss in so einen großen Film besser gehen. Ich will aber nicht nur nörgeln, gerade die schönen und teils beeindruckenden Bilder sind doch oft ein echter Augenschmauß und die Geschichte ist trotz Ihrer Hänger interessant genug um bei der Stange zu bleiben.

Vielleicht sollte sich Hollywood irgendwann man davon lösen Filme nach einer vorgegebenen Laufzeit zu drehen. Früher war es oft ein Fluch, dass die Filme zwingend 90 Minuten sein mussten, und heute tut der Zwang immer 120 Minuten voll zu kriegen vielen Filmen auch nicht gut. Gerade bei "Lion" hätte sich etwas mehr Kompaktheit sicher positiv auf das Seherlebnis ausgewirkt. Für ein oscarnominierten Film war das Gesehene aber definitiv zu schwach.

:liquid6:


P.S. Achtung Minispoiler: Was wahrlich erschreckend an dem Film war, war dass sich das ganze Leid dem Jungen wahrscheinlich bei besserer Bildung erspart geblieben wäre. So stellt sich im Laufe des Filmes heraus, dass er nicht nur seinen Heimatort, sondern auch seinen eigenen Namen falsch aussprach. Wenn man sich nun vorstellt, dass hier 5jährige meistens ihren Vor- und Zunamen sowie die vollständige Anschrift (abgesehen von der Postleitzahl) kennen und sogar den Vornamen schreiben können ... Bildung ist halt die einzige Chance die die Menschheit hat nicht unterzugehen.

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Beitrag von StS » 13.11.2017, 11:40

Hmmm... schade. Wirklich unter "Hollywood" kann man den Film aber nicht verbuchen, da er in erster Linie eine australische $12-Millionen-Produktion ist (See-Saw Films in association with Screen Australia, Aquarius Films & Sunstar Entertainment). Macht´s natürlich nicht besser, das kritisch von Dir Angemerkte. :wink:

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Beitrag von MarS » 13.11.2017, 14:37

Ich hab mal noch ein paar Absätze bei "Lion" eingearbeit. War doch ein ziemlicher Textblock.

@StS Upps, hab mich da vorher überhaupt nicht belesen. Es fühlt sich auf jeden Fall sehr nach Hollywood an.

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Beitrag von McClane » 14.11.2017, 07:13

MarS hat geschrieben:In sechs Kategorien für einen Oscar nominiert, darunter als Bester Film und für das Beste adaptierte Drehbuch,
Das muss doch nichts heißen. Auch Filme wie "Hugo", "The King's Speech", "The Help" oder *würg* "Blind Side" waren ja für Oscars nominiert oder haben diese sogar gewonnen.
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Beitrag von MarS » 14.11.2017, 13:42

Stimmt schon, dass das nichts heißen muss, was mir ja auch klar war. Es sollte aber etwas heißen.

Ich hab ja auch nicht zwingend einen 10er Kandidaten erwartet, aber ein guter 7er Schnitt sollte schon bei einem als bester Film nominierten Streifen zu erwarten sein. Zumal mich das Thema stark interessierte und der Einfühlungsgrad für mich persönlich sehr hoch hätte sein können.

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Beitrag von Wallnuss » 15.11.2017, 14:10

freeman hat geschrieben:Ich fand Sully im Gegensatz zum ganzen Board hier richtig toll.
Jop, bin bei dir, ein cleverer Film, den Eastwood auch wunderbar inszeniert. Hat viel Spaß gemacht im Kino.

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Beitrag von freeman » 15.11.2017, 17:14

:26

In diesem Sinne:
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Beitrag von McClane » 16.11.2017, 07:48

MarS hat geschrieben:Stimmt schon, dass das nichts heißen muss, was mir ja auch klar war. Es sollte aber etwas heißen.

Ich hab ja auch nicht zwingend einen 10er Kandidaten erwartet, aber ein guter 7er Schnitt sollte schon bei einem als bester Film nominierten Streifen zu erwarten sein.
Unter den Oscar-Noms ist oft sehr Gutes bis Meisterliches dabei, aber auch viele Filme, die wegen "xyz ist mal für den Oscar dran", der Behinderten-/Randgruppenquote (da hat "Rain Man" echt Schaden angerichtet, so gut der Film auch ist) oder des Dauerabos gewisser Regisseure (Scorsese kann auch einen Beipackzettel verfilmen und wird nominiert) auf dem Zettel sind.
Ein Rührstück wie "Blind Side" kriegt dann gerade mal knappe 3/10 von mir und die auch nur wegen Bullocks Powerhouse-Performance.
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Beitrag von MarS » 18.12.2017, 14:52

Nachdem ich hier eine ganze Weile abstinent war, kommt nun mal wieder ein Lebenszeichen von mir.


Krampus (2015)

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Die Geschichte um den Begleiter des Nikolaus gestaltete sich leider nicht so unterhaltsam wie ich gehofft hatte und das obwohl einiges richtig gemacht wurde. So ist die Darstellerriege, besetzt mit einigen bekannten Gesichtern, durchaus tauglich. Die Kreaturen sind gut getrickst und wirken auch recht bedrohlich, abgesehen vom Lebkuchenmann welcher zu sehr an sein Pendant aus Shrek erinnerte. Und letztlich schafft man es trotz des Horrorthemas ordentlich Weihnachtsatmosphäre zu zaubern. Der Film krankt aber wie so einige andere daran, dass er in keine Richtung konsequent geht. Die komödiantischen Anteile zünden überhaupt nicht, ein besinnlicher Weihnachtsfilm kann er aufgrund der Thematik nicht sein und für einen Horrorfilm ist er viel zu unblutig und ungruselig. Gerade die fehlenden Horrorspitzen schaden dem Film ungemein. Aus dem cool dargestellten Krampus wird viel zu wenig gemacht, ebenso wie aus dem Mythos drumherum und zudem passieren alle Kills im off. Das raubt dem Film enorm Atmosphäre und der Zuschauer wird nicht so richtig gepackt. Dadurch plätschert der Film immer wieder vor sich hin. Schade.

Leicht über Mittelmaß. :liquid6:

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Beitrag von freeman » 18.12.2017, 16:02

Seh ich genauso ;-)

Zum Fred

In diesem Sinne:
freeman

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Beitrag von MarS » 19.12.2017, 12:23

Danke für den Link. Hab meine Meinung dort gleich mit eingefügt.

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Beitrag von MarS » 24.01.2018, 09:29

Get Out

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Eigentlich nur eine moderne Variante von "Die Frauen von Stepford" besticht "Get Out" vornehmlich durch seine intensive Spannung. Ich habe jedenfalls sehr mit der Hauptfigur mitgefiebert. Gegen Ende gesellen sich einige Brutalitäten in das Bild, bei welchen man sich streiten kann, ob der Film die benötigt hätte. Störend empfand ich sie aber nicht. Schade, dass so mancher großer Twist so versehbar war. Ansonsten aber klasse, weil sehr spannend.

knappe :liquid8:

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Beitrag von MarS » 29.01.2018, 11:46

Valerian

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Viele bunte Bilder und wenig Story, ein Plastikmonster ohne Herz und Seele. Schade, da Besson mit "Das 5. Element" gezeigt hatte, das er so einen Stoff umsetzen kann. Damals hatte er aber ein paar fähige Schauspieler zur Stelle, welche auch in der Lage waren so einen Film zu tragen.

Ich hätte ja nie gedacht, dass ich mal mit SFI in der Wertung übereinstimme. :liquid5:

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Beitrag von MarS » 29.01.2018, 12:03

Colossal

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Bei "Colossal" sieht man wie sich scheinbar ganz nette Hauptfiguren während der Laufzeit immer mehr als Unsympathen entpuppen, deren Probleme dabei wenig glaubhaft wirken. Die Monster gestalten sich als sinnfreies Beiwerk und hätten ruhig weggelassen werden können. Wenigstens sind die Szenen gut getrickst. Vermutlich wollte man mit deren Hilfe die fehlenden Tiefe der Hauptcharaktere übertünchen.

"Colossal" schwächelt aber nicht nur an den unsympathischen Hauptfiguren, welche mit der Zeit schon ziemlich nerven, sondern auch daran, dass wieder mal kein klarer Weg eingeschlagen wird. So hab ich keine Ahnung was "Colossal" am Ende sein wollte. Wenn man sich den Trailer mal ansieht, wo primär die optisch spektakulären und die lustigen Szenen zusammen geschnitten wurden, welcher mal so komplett am Film vorbei produziert wurde, dann scheint es nicht nur mir so gegangen zu sein.

Mit einem ordentlichen Konzept und einer interessanten Geschichte hätte "Colossal" auch gut ohne Monster funtioniert. Über die eklatanten Schächen können diese nämlich nicht hinwegtäuschen.

War nicht mein Film. :liquid4:

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Beitrag von MarS » 21.02.2018, 11:29

Jungle

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Der Trailer hatte mir eher einen Thriller suggeriert, "Jungle" ist aber purer Abenteuerüberlebensstreifen mit einem recht überzeugenden Daniel Radcliff.

"Jungle" ist spannend, das ist die große Stärke des Films. So fiebert man schon sehr mit, ob die Protagonisten überleben. Die 4 Hauptcharakter überzeugen allesamt und trotz der Probleme untereinander wirkt keiner so richtig unsympathisch. Sympathisch war mir andersum aber auch wieder keiner. In anderen Filmen hätte mich das sicher gestört, hier gibt das aber einfach einen angenehm realistischen Touch.

Leider wird die Spannung ab dann etwas gebrochen, wenn sich die Gruppe trennt. So begleitet man ab der Hälfte des Films nur noch Radcliffe bei seiner zermürbenden Reise. So gibt die ausschließliche Begleitung von Radcliff einfach zu wenig her. Es gibt kaum noch schöne Landschaften zu sehen und die Szenen wiederholen sich. Radcliff rettet hier einiges mit seiner Performance und ist mit seinem ausgemergelten Körper teilweise schon übel anzusehen. Hinschwerend kommt hinzu, dass man immer wieder die bei ihm aufkommenden Halluzinationen visualisiert. Gerade die dabei erzeugten surrealen Bilder brechen die Stimmung des Überlebenskampfes auf. Der Realismus wird in diesen Momenten der Kunst geopfert, was dem Film nicht gut tut. Zudem lassen die wiederholten Halluzinationssequenzen den Zuschauer abstumpfen und verfehlen somit ihre Wirkung. Den Wahnsinn von außen zu betrachten wäre sicher besser gewesen.

Ich weiß, dass "Jungle" die Geschichte von Yossi Ghinsberg erzählt, weshalb der Fokus auch so sehr auf seinem Charakter (gespielt von Radcliff) liegt. Filmisch ist Wahrheit aber nicht immer stärker als Fiktion. So hätte ich bei dem anderen Teil der Truppe schon gern gesehen wie es mit ihnen weiter geht. Leider gibt es dazu nur einen kurzen Text im Abspann. Äußerst schade. Mir ist klar, dass es nicht der wahren Geschichte entsprochen hätte, wenn hier etwas dazu gesponnen wurden wäre. Dramaturgisch hätte ich es aber besser gefunden den Weg aller Truppenteile verfolgen zu können, zumal es für den Zuschauer doch rech mühselig ist Radcliff eine Stunde lang von Busch zu Busch kriechen zu sehen (übertrieben ausgedrückt).

Auf jeden Fall verschenkt Jungle einiges an Potenzial. Der Film hat mir schon gefallen, es reicht mir aber auch aus ihn einmal gesehen zu haben. Daher :liquid6:,5

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Beitrag von MarS » 21.02.2018, 11:43

Sieben Minuten nach Mitternacht

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"Sieben Minuten nach Mitternacht" ist ein Drama mit Fantasyelementen. Es geht ums Sterben und das Loslassen der Hinterbliebenen. Inhaltlich passiert da wenig Überraschendes. Große Twists sollte man nicht erwarten, die braucht der Film aber auch nicht. Anfänglich dauert es etwas bis der Film in Tritt kommt, mit der Zeit gelingt im es aber immer besser. Die Fantasyelemente machen das Drama zudem recht gut verdaulich. Auflockert tun vor allem die eingestreuten Kurzgeschichten. Andererseits ist der Film aber auch nicht Fisch nicht Fleisch. Für ein Drama kommt zu wenig drückende Stimmung auf und die realen Szenen lassen keine richtige Fantasystimmung aufkommen. Das sorgt dafür, dass der Film ingesamt gesehen doch etwas vor sich hinplätschert, auch wenn ich gestehen muss, dass er mir besser als erwartet gefallen hat.

Kann man sich gut mal ansehen. :liquid6:

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Beitrag von MarS » 21.02.2018, 12:15

Johan und der Federkönig

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"Johan und der Federkönig" lässt sich inhaltlich grob wie folgt beschreiben. Wenn jemand stirbt, dann holt einen der Federkönig und bringt ihn in sein Reich. Als der Federkönig die Mutter von Johan holt, will dieser dies nicht akzeptieren und schwört es sich seine Mutter wieder aus dem Reich des Federkönigs zurück zu holen. Als er es tatsächlich schafft in das Reich des Federkönigs zu kommen, passiert dadurch einiges Unheil.

"Johan und der Federkönig" ist kostenlos zu sehen bei netzkino auf Youtube. Von dort habe ich ihn auch im Auto laufen lassen, damit meine Junge auf der Fahrt etwas zu sehen hat. Erwartet hatte ich nicht wirklich etwas von dem Film, ich hatte mich vorher auch null darüber informiert. Als ich mir den Film dann im Auto mit ansah (saß mit hinten), war ich überrascht wie gut der Film doch ist. Begründet ist das vor allem darin, dass sich "Johan und der Federkönig" inhaltlich sehr von anderen Animationsfilmen abhebt. Alleine der starke Fokus auf das Sterben ist nicht so oft zu finden. Das wiederum wird sehr mythologisch rübergebracht. Teilweise fühlte ich mich gar an Lovecraft erinnert (einiges bleibt auch unerklärt). Das wiederum führt dazu, dass das Thema zwar bedrückend bleibt, einen aber nicht erdrückt, eine äußerst spannende Reise erzählt wird und sich wunderschöne und düstere Bilder in angenehmer Weise abwechseln. Die Animationen können dabei nicht mit denen der großen Studios mithalten, es ist aber aber alles sauber animiert und sieht prinzipiell immer ansehnlich aus. Auch die Figurenzeichnung ist wunderbar gelungen. So gibt es hier keine zwingend bösen oder guten Charaktere. Die Handlungsweisen passieren eher aufgrund von Fehlern oder falschen Einschätzungen. Stereotype sucht man hier vergeblich.

"Johan und der Federkönig" war für mich endlich mal wieder ein absolut positives überraschendes Erlebnis im Bereich der Animationsfilme. Eine solch starke Geschichte hab ich bei einem Animationsfilm zumindest lange nicht mehr erlebt. Dazu kommt, dass der Fillm für Kinder wie für Erwachsene gleich gut anzuschauen ist. Da wurde eine gute Balance gefunden. "Johan und der Federkönig" wird auf jeden Fall auch noch den Weg in meine Sammlung finden.

Ich wollte erst einen Punkt weniger geben, ich wüsste aber nicht warum ich nicht die :liquid9: zücken sollte.

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Beitrag von freeman » 21.02.2018, 15:05

Zum Johan geb ich ne Menge Zustimmung. Hatte den mal auf Super RTL gesehen, wo mich der süßliche Stil rund um die Hasen zunächst ein wenig abgeschreckt hat. Doch die ganze Geschichte um den Federkönig und die damit verbundenen Schauplätze, die sich irgendwann meilenweit von dem süßlichen Stil entfernten, war dann doch extrem faszinierend.

Ein Animationsfilm, der auch mal ganz andere Wege geht, ist "Jack und das Kuckucksuhrherz". Der ist vielleicht nicht zwingend was für deinen Racker (vielleicht später mal), aber echt eine Entdeckung wert!

In diesem Sinne:
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Beitrag von MarS » 22.02.2018, 08:55

"Jack und das Kuckucksherz" hab ich auch schon länger auf dem Schirm, hab ihn aber bisher noch nicht eingepackt, was so nicht bleiben wird. Bei dem kann man aber schon anhand der Animationen erkennen, dass es sich nicht um einen Kinderfilm handelt. Bei "Johan und der Federkönig" war das anhand der Optik nicht zu erwarten. Einzig, wenn man sich das Cover mal genau ansieht und nach unten links schielt, kann man etwas entdecken was nicht so recht zu dem süßen Rest auf dem Cover passt und vielleicht erkennen lässt, was ich mit dem Bezug zu Lovecraft meine.

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Beitrag von MarS » 09.03.2018, 08:21

Trained to Fight - Best of the Best

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Der Name ist hier Programm. So wird in "Trained to Fight" lange Zeit die Ausbildung der Rekruten gezeigt und erst im Showdown darf man sich dann mit ein paar Baddies auseinander setzen. Die Witze sind oftmals blöde und Overacting ist dauerpräsent. Dafür stimmt der Charme und die Chemie in der Truppe. Auch die Action ist in Ordnung, wenn auch nicht besonders zahlreich.

Für mich ein idealer Film zum Feierabend. :liquid6:

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